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B978-3-437-42189-1.00009-1

10.1016/B978-3-437-42189-1.00009-1

978-3-437-42189-1

Kardio-CT Normalbefund.

a), b) 3-D-Darstellung des Herzens.

c)–e) Schnitt durch die Koronararterien.

[T573]

Kardio-MRT Normalbefund. Übersichtsaufnahme im Vierkammerblick.

a) Systole.

b) Diastole.

[T591]

Bestimmung der linksventrikulären Pumpfunktion in den Kurzachsenschnitten im MRT.

[T591]

Kardio-CT und Kardio-MRT

Kardio-CT

Das Kardio-CT stellt eine CT-gestützte Form der Koronarangiografie dar.
Nach Kontrastmittelapplikation kann eine Darstellung der Koronargefäße mit Ermittlung des sog. Kalk-Scores vorgenommen werden und so eine hämodynamisch relevante Herzerkrankung nicht-invasiv ausgeschlossen werden. Die Daten können außerdem zur eindrucksvollen 3-D-Darstellung des Herzens genutzt werden (Abb. 9.1).
Eingesetzt wird dieses Verfahren bei Patienten mit einer mittleren Prätest-Wahrscheinlichkeit – d. h., die Patienten bieten eine atypische Klinik und in der Belastungsdiagnostik einen unklaren Befund. Wird im Kardio-CT der Verdacht auf relevante Stenosen gestellt, muss sich eine invasive Linksherzkatheteruntersuchung – und somit eine weitere Kontrastmittel- und Strahlenexposition – zur Intervention anschließen. Deshalb würde man bei einer hohen Prätest-Wahrscheinlichkeit initial eine Koronarangiografie durchführen.
Nach operativer Myokardrevaskularisation können die Bypässe in ihrer Lage und Durchgängigkeit zuverlässig beurteilt werden. Leider ist eine Beurteilung bereits implantierter Koronarstents bislang nicht zuverlässig möglich.
Zu bedenken ist, dass das Verfahren, konventionell durchgeführt, für den Patienten mit einer Kontrastmittelapplikation und einer hohen Strahlenbelastung (8mSv, durchschnittliche Koronarangiografie 1 mSV) verbunden ist.

Kardio-MRT

Das Kardio-MRT ermöglicht eine Darstellung des Herzens in seiner Funktion und die Beantwortung folgender differenzierter Fragestellungen (Abb. 9.2). Obwohl noch nicht regelmäßig verfügbar, wird es in Zukunft durch seine Nichtinvasivität und Strahlungsfreiheit weiter an Bedeutung gewinnen.
  • Es ermöglicht die Beurteilung feiner morphologischer Strukturen, wie des Klappenapparats. So kann z. B. eine Aortenklappenstenose dargestellt und die verbliebene Öffnungsfläche bestimmt werden. Intrakardiale Tumoren oder Thromben können zugeordnet werden.

  • Durch die Darstellung der Aufnahmen in kurzen Filmen ist eine differenzierte Funktionsdiagnostik möglich, die linksventrikuläre Pumpfunktion kann mit sehr hoher Genauigkeit bestimmt und regionale Wandbewegungsstörungen können detektiert werden (Abb. 9.3).

  • Das Kardio-MRT ermöglicht eine myokardiale Vitalitätsdiagnostik. Sie gestattet die Differenzierung zwischen hibernierendem, also noch vitalem, und vollständig vernarbtem Myokard. Hibernierendes Myokard nimmt nicht aktiv an der Kontraktion teil, da es chronisch minderperfundiert ist, ist aber noch vital. Eine Revaskularisation kann in dieser Situation die Pumpfunktion verbessern, da das hibernierende Areal wieder an Funktion gewinnen kann. Handelt es sich um bereits vernarbtes Myokard, würde eine Intervention zur Wiedereröffnung des Gefäßes keinen Sinn machen.

  • Bei Kardiomyopathie- und Myokarditisverdacht kann eine Gewebebeurteilung vorgenommen werden.

  • Unter Adenosin-induzierten Stress kann die Myokardperfusion beurteilt werden: Über spezielle Kontrastmittelaufnahmen kann dargestellt werden, welche Bereiche des Myokards unter Belastung minderperfundiert sind und so Rückschlüsse auf das Koronarsystem gezogen werden. Eine Darstellung der Koronarien zum Ausschluss von relevanten Stenosen ist derzeit noch nicht zuverlässig möglich.

Besonders hervorzuheben ist, dass die Untersuchung im Gegensatz zu Kardio-CT und Herzkatheteruntersuchung für den Patienten frei von Strahlenbelastung ist, das verabreichte Gadolinum-Kontrastmittel ist jodfrei und in der Regel nebenwirkungsarrm. Herzschrittmacher oder ICD (Kap. 28) stellen absolute Kontraindikationen dar, Klappenprothesen und Gefäßclips beeinträchtigen die Bildqualität.

Zusammenfassung

Kardio-CT

  • Das Kardio-CT ist eine nicht-invasive Form der Koronarangiografie.

  • Es birgt eine Strahlen- und Kontrastmittelbelastung für den Patienten.

Kardio-MRT

  • Das Kardio-MRT ermöglicht die Darstellung von Anatomie und Funktion des Herzens, eine Beurteilung der myokardialen Vitalität und Perfusion sowie die Myokarddiagnostik bei Myokarditis und Kardiomyopathie.

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