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B978-3-437-42189-1.00023-6

10.1016/B978-3-437-42189-1.00023-6

978-3-437-42189-1

Aortokoronarer Bypass. Koronarrevaskularisation durch Verbindung der A. mammaria (thoracica) interna mit dem RCX und Versorgung der RCA über ein A. radialis-Interponat.

[L106]

Darstellung eines RIMA-Bypasses im Kardio-CT (a, b) und in der Herzkatheteruntersuchung (c).

[T573]

Operative Myokardrevaskularisation

Grundlagen
Durch eine Bypass-OP Myokardrevaskularisationwerden stenosierte Abschnitte durch ein Gefäßtransplantat überbrückt und so wird die Blutversorgung im vom stenosierten Gefäß perfundierten Myokardgebiet wiederhergestellt.
  • Beim aortokoronaren Bypass wird ein Stück der V. saphena oder A. radialis entnommen und damit eine Anastomose zwischen der Aorta ascendens und dem betroffenen Gefäß geschaffen (Abb. 23.1).

  • Beim Arteria-mammaria-Bypass wird die linke A. mammaria (thoracica) int. (engl. internal mammarian artery, IMA) von der Thoraxinnenwand freipräpariert, distal durchtrennt und mit dem betroffenen Gefäß anastomosiert (Abb. 23.2). Diese Methode wird aufgrund der Topografie meist verwendet, um eine LAD-Stenose zu überbrücken. Sie hat eine geringere Restenosierungsrate als ein Venenbypass.

Ein Interponat kann auch mit mehreren Gefäßen anastomosiert werden (Sequenzgraft) oder eine Gabelung enthalten (Y-Graft).
Durchführung
Die Aortokoronare Bypass-OP:DurchführungOperation erfolgte heute zumeist am schlagenden Herzen über eine mediane Sternotomie.
Einsatzgebiete
Die Bypass-Operation hat aufgrund der Fortschritte der interventionellen Kardiologie an Einsatzgebieten verloren. Sie ist aber nach wie vor Mittel der Wahl in der Therapie von Stenosen, die interventionell schlecht behandelbar sind (z. B. langstreckige Engen, Stenosen an Gefäßaufzweigungen), oder wenn ohnehin eine Klappenoperation indiziert ist.
Die Entscheidung für die eine oder andere Methode hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab:
  • Die Morphologie der Stenose spielt eine entscheidende Rolle:

    • Ist diese kurz, leicht zugänglich und ohne ausgeprägte Krümmung, so spricht dies für eine PTCA-Therapie.

    • Lange multiple Stenosen in proximalen Gefäßabschnitten eignen sich für eine Bypass-Operation.

  • Trotz der Verwendung von Drug-eluting-Stents besteht nach jeder PTCA mit Stentimplantation das Risiko einer In-Stent-Restenose. Stenosen im Bereich eines Bypass entstehen langsamer; jedoch sind nach 10 Jahren auch rund 70 % aller Venengrafts verschlossen.

Die Therapie der Dreigefäßerkrankung war lange eine Domäne der Herzchirurgie, wird mittlerweile jedoch zunehmend auch interventionell vorgenommen. Schließlich spielen auch das Alter des Patienten, sein Allgemeinzustand und Nebenerkrankungen (v. a. Diabetes und Nierenerkrankungen) eine wichtige Rolle in der Entscheidungsfindung.

Zusammenfassung

  • Eine Bypass-Operation erfolgt am schlagenden Herzen.

  • Aortokoronarer Bypass: Anastomosierung zwischen Aorta ascendens und dem distalen Gefäßabschnitt über ein Interponat aus V. saphena

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