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B978-3-437-41414-5.00008-X

10.1016/B978-3-437-41414-5.00008-X

978-3-437-41414-5

Normales EKG (Extremitätenableitungen, 50 mm/s).

Normales EKG (Brustwandableitungen, 50 mm/s).

Das normale EKG

Bevor wir uns dem pathologischen EKG zuwenden, überprüfen wir an einem EKG bei ungestörtem Erregungsablauf noch einmal alles, was wir bisher gelernt haben. Dazu betrachten wir das nachfolgende EKG-Beispiel (Abb. 8.1a, Abb. 8.1b). Zunächst beachten wir, dass die Eichung 1 mV = 10 mm, der Papiervorschub 50 mm/s beträgt und die 50-Hz- bzw. 35-Hz-Filter aktiviert sind. Dann beschreiben wir die Kurve systematisch in chronologischer Reihenfolge:

Die P-Welle
  • Sind monomorphe P-Wellen vor jedem Kammerkomplex zu erkennen?P-Welle

  • Ist wirklich jeweils nur eine P-Welle vor jedem Kammerkomplex?

  • Ist die P-Welle in den Ableitungen II und aVF positiv? Das muss so sein, wenn es sich um einen Sinusrhythmus handelt, denn nur dann weist der Vorhofvektor, bzw. streng genommen sein erster, rechs-atrialer Teil, im Augenblick seines größten Betrags nach vorne-links-unten, also in die Richtung der „Beobachter“ II und aVF (erste Cabrera-Regel).

  • Ist die Dauer der P-Welle ≤ 0,1 s?

  • Ist die PQ-Zeit in keiner Ableitung > 0,2 s und konstant?

QRS-Komplex
  • Sind die QRS-Komplexe halbwegs regelmäßig? Respiratorische Schwankungen der Herzfrequenz sind nicht nur erlaubt, sondern normal.QRS-Komplex

  • Liegt die Frequenz im Normbereich? (60–90/min)

  • Beginnt der QRS-Komplex in III und V1 mit einer positiven Anfangsschwankung, also mit einem kleinen R? Das muss so sein, weil die Kammererregung an der linken Seite des Kammerseptums beginnt und der initiale Kammervektor mit einem zunächst geringen Betrag nach vorne-rechts-unten in Richtung V1 und III weist.

  • Ist die R-Progression in den Brustwandableitungen kontinuierlich mit einer Übergangszone in V4/V5?

  • Ist der QRS-Komplex in keiner Ableitung > 0,12 s?

  • Weist der Vektor des Kammerkomplexes („elektrische Herzachse“) im Augenblick seines größten Betrags (Kap. 9.3) in eine „normale“ Richtung?

Das ST-Segment
  • Ist das ST-Segment in den meisten Ableitungen isoelektrisch? In den rechtspräkordialen Ableitungen ist ein erhöhter ST-Abgang häufig als Normvariante zu betrachten.ST-Strecke

Die T-Welle
  • Weist die T-Welle in den meisten Ableitungen in die Richtung des Kammerkomplexes? (In Ableitungen mit überwiegend positivem Kammerkomplex soll auch die T-Welle positiv sein. Ein Abweichen des T-Vektors vom Vektor des Kammerkomplexes um 60° wird toleriert.)T-Welle

Da wir in unserem Beispiel alle Fragen mit „ja“ beantworten können, lautet die Beurteilung: ungestörter Sinusrhythmus, normale Herzachse, ungestörter Erregungsablauf.

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