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B978-3-437-44433-3.00016-7

10.1016/B978-3-437-44433-3.00016-7

978-3-437-44433-3

Haut\"\iKutis und Subkutis\"\iSubkutis („Haut“) einer Fingerkuppe. Die Hauptschichten sind hier gut zu erkennen. Die Epidermis\"\iEpidermis (1) ist in Schichten gegliedert: In der Tiefe befinden sich die lebenden Zellen, es folgt ein schmales dunkles Band mit Zellen, die zu verhornen beginnen (Stratum granulosumStratum:granulosum), und außen liegen die toten verhornten Zellen. 2 Stratum Stratum:papillare\"\ipapillare der Dermis, 3 Stratum Stratum:reticulare\"\ireticulare der Dermis, 4 Subkutis:Fettgewebe\"\iFettgewebe:Subkutis\"\iFettgewebe der Subkutis, 5 ekkrine Schweißdrüse:ekkrine\"\iSchweißdrüsen; ➔ Blutgefäße in der Dermis; ∗ Vater-Pacini-Vater-Pacini-Körperchen\"\iLamellenkörperchen. Mensch; Masson-Trichrom-Färbung; Vergr. 25-fach.

Epidermis:Schichten\"\iEpidermis. a: Schichten der Epidermis (Unterarmbeugeseite, Mensch). 1 Stratum Stratum:basale\"\ibasale (öfter mit supranukleärem Pigment, z. B. im linken Bilddrittel); 2 Stratum Stratum:spinosum\"\ispinosum; 3 Stratum granulosumStratum:granulosum; 4 Stratum Stratum:corneum\"\icorneum; ▶ Melanozyt\"\iMelanozyten (im H. E.-Schnitt bei Hellhäutigen häufig mit hellem, balloniertem Zytoplasma); ➔ feine Zytoplasmafortsätze mit Desmosomen, über die die Epidermiszellen verknüpft sind. H. E.-Färbung; Vergr. 450-fach. b: Basaliom\"\iBasaliom (B), Karzinom:Basalzellen\"\iKarzinom der Basalzellen, beim Menschen. Die basalen Zellen vermehren sich unkontrolliert und beginnen, sich in die Tiefe auszudehnen (➔), haben aber die Basallamina der Epidermis noch nicht durchbrochen. N normale Epidermis. Färbung H. E., Vergr. 250-fach. (Präparate Dr. Dr. Ch. Schubert)

Haut\"\iHaut der Fingerbeere. Die dicke Epidermis (1) bildet außen ein Wellenmuster aus (entspricht dem Leistensystem der Hautoberfläche). Die Hornschicht ist sehr dick, im unteren Drittel ist das schwärzlich gefärbte, stark basophile Stratum granulosumStratum:granulosum (▶) erkennbar. 2 Stratum Stratum:papillare\"\ipapillare der Dermis; 3 Stratum Stratum:reticulare\"\ireticulare der Dermis; 4 Subkutis\"\iSubkutis mit Fettzellen; 5 Vater-Pacini-Vater-Pacini-Körperchen\"\iLamellenkörperchen. ∗ Reteleisten. Schweißdrüsen (➔) sind vorwiegend zwischen den Fettläppchen der Subkutis zu finden. Mensch; H. E.-Färbung; Vergr. 45-fach.

Epidermis:Elektronenmikroskopie\"\iEpidermis in EM-Aufnahmen. a: Basis der Epidermis. Im ZytoplasmaZytoplasma:Basalzellen\"\i der Basalzellen (1) zahlreiche Ribosomen und Intermediärfilamente (Keratinfilamente, Tonofilamente), die dichte Bündel bilden (∗); ▶ Hemidesmosom\"\iHemidesmosomen; ➔ Basallamina; 2: Bindegewebsmatrix unter der Basallamina. Mensch, Vergr. 49.960-fach. b: Keratinozyt:Stratum basale\"\iKeratinozyten (1) im Stratum Stratum:basale\"\ibasale der Epidermis. B Basallamina:Epidermis\"\iBasallamina, ▶ Desmosom:Epidermis\"\iDesmosomen, ➔ Bündel aus Keratinfilamenten, ∗ Interzellulärraum, dessen begrenzende Oberfläche durch zahlreiche Mikrovilli und Mikrofalten der Zellmembranen benachbarter Keratinozyten stark vergrößert ist. Ratte, Vergr. 12.000-fach. c: Epithelzelle:Stratum granulosum\"\iEpithelzelle im Stratum granulosum mit Keratohyalingranula (➔), die dichtem proteinhaltigem Material entsprechen (s. Text), das in Tonofilamentbündel (∗) eingelagert wird. Vergr. 20.100-fach. d: Lamellenkörper (∗) in Keratinozyten am Übergang des Stratum granulosum (1) zum Stratum Stratum:corneum\"\icorneum (2). Rind, Vergr. 66.740-fach.

Proliferierende Keratinozyt:proliferierender\"\iKeratinozyten in Stratum Stratum:basale\"\ibasale und Stratum:spinosum\"\ispinosum der Epidermis (1). Mensch; immunhistochemischer Nachweis (Ki67-Antikörper) proliferierender Zellen (Braunfärbung der Kerne, ➔). Vergr. 250-fach.

Zelltypen der Epidermis:Zelltypen\"\iEpidermis (Schema). Die Keratinozyt\"\iKeratinozyten (K) sind Epithelzellen, sie bilden die Masse der Epidermiszellen. Ihre Differenzierung führt zur Schichtenbildung: 1 Stratum Stratum:basale\"\ibasale; 2 Stratum Stratum:spinosum\"\ispinosum; 3 Stratum granulosumStratum:granulosum; 4 Stratum Stratum:corneum\"\icorneum. Im Stratum granulosum treten die Keratohyalingranula (grün) als erster Hinweis für die Verhornung auf. Die Zellen produzieren des Weiteren Lamellenkörper (rot), deren Lipide den Interzellulärraum gegen Verlust, aber auch Eindringen von Wasser versiegeln. Die Melanozyt\"\iMelanozyten (M) bilden in unterschiedlicher Menge dunkelbraune Melanosomen, die auch in die Keratinozyten übertragen werden. Die Merkel-Merkel-Zelle\"\iZellen (Me) sind innervierte Rezeptorzellen, die aber vermutlich auch lokal aktive Faktoren produzieren. Die Langerhans-Langerhans-Zelle\"\iZellen (L) nehmen in die Epidermis eingedrungene Antigene auf und differenzieren sich außerhalb der Epidermis zu antigenpräsentierenden Zellen. Freie Nervenendigungen (N) dringen in die unteren Epidermisschichten ein (Ba = Basallamina:Epidermis\"\iBasallamina).

(Aus [R252])

Melanozyt\"\iMelanozyten (rot) in der Haut des Menschen; immunhistochemischer Nachweis mithilfe des MEL-Antikörpers. Vergr. 100-fach. (Präparat Dr. Dr. Ch. Schubert)

Haut eines dunkelhäutigen Menschen mit reich entwickeltem braunem Melaninpigment in den basalen Zellschichten der Epidermis. Das Pigment ist sowohl in den Melanozyten (Pigmentproduktion) als auch, und zwar mehrheitlich, in den Keratinozyten zu finden. H. E.-Färbung; Vergr. 100-fach.

Melanozyt\"\iMelanozyt (1) in der Epidermis.Melanosom\"\iMelanosomen, 2 Keratinozyt\"\iKeratinozyt. Tenrek, Vergr. 20.000-fach.

Melanin:Synthese\"\iMelaninsynthese und Transport der schwarzbraunen Melaningranula von Melanozyten zu Keratinozyten. An der Übertragung des Pigments sind vermutlich verschiedene Mechanismen beteiligt, einerseits Exo- und Endozytose, es wird nur der Inhalt der Melanosomen abgegeben.

Langerhans-Langerhans-Zelle\"\iZellen (rot) in der Epidermis; immunhistochemischer Nachweis von CD1a. Mensch, Vergr. 450-fach. (Präparat Dr. Dr. Ch. Schubert)

Langerhans-Langerhans-Zelle\"\iZellen mit Birbeck-Birbeck-Granula\"\iGranula (➔). Die Birbeck-Granula sind länglich und besitzen an einem Ende eine Auftreibung, sie ähneln einem Tennisschläger. Maus, Vergr. 72.000-fach. (Präparat Prof. H. Bartels, Hannover)

Drei Papille:Bindegewebe\"\iBindegewebspapille\"\iBindegewebspapillen (P) mit reich entwickelten Kapillaren, die oft rot gefärbte Erythrozyten enthalten. E Epidermis. Seitliche Fußhaut des Menschen, H. E.-Färbung, Vergr. 250-fach.

Ekkrine Schweißdrüse:ekkrine\"\iSchweißdrüse an der Grenze zwischen Dermis (1) und Subkutis mit Fettzellen (2); 3 Endstück:Schweißdrüse\"\iEndstücke der Schweißdrüse; 4 Gangabschnitt der Schweißdrüse. Haut, Mensch; Azan-Färbung; Vergr. 250-fach.

ZytokeratinnachweisZytokeratin:19, Nachweis\"\i CK 19 in der Achselhöhlenhaut (Mensch). 1 Endstücke ekkriner Schweißdrüse:ekkrine\"\iSchweißdrüsen (kräftige immunhistochemische Färbung); 2 apokrine Duftdrüse:apokrine\"\iDuftdrüsen (variable, schwächere Reaktion). Vergr. 150-fach.

Quergeschnittene tubuläre Endstücke einer Schweißdrüse mit dunklen (braun gefärbt) und hellen (blassbräunlich) Drüsenepithelzelle:helle\"\iDrüsenepithelzellen. Lektinhistochemischer Nachweis von Oligosacchariden als Teil von Glykoproteinen in den dunklen Drüsenzellen (braun). Mensch; Färbung: Bindung des Lektins PNA, Vergr. 450-fach.

Apokrine Duftdrüse:apokrine\"\iDrüsen (1) der Achselhöhlenhaut. Auffallend sind das weite Lumen der dicht gepackten Drüsenschläuche und das wechselnd hohe Drüsenepithel. ➔ Ausführungsgang:Duftdrüse\"\iAusführungsgänge der apokrinen Drüsen; 2 Haarfollikel (Haarschaft herausgerissen); 3 Stratum Stratum:reticulare\"\ireticulare der Dermis; 4 Stratum Stratum:papillare\"\ipapillare der Dermis; 5 Epidermis\"\iEpidermis. Goldner-Färbung; Vergr. 45-fach.

Holokrine Talgdrüse:holokrine\"\iTalgdrüsen. a: Holokrine Talgdrüse (1) der Achselhöhlenhaut mit Haarwurzel (2). 3 apokrine Duftdrüse:apokrine\"\iDrüsen. Mensch; Masson-Trichrom-Masson-Trichrom-Färbung:Talgdrüse\"\iFärbung; Vergr. 150-fach. b: Talgdrüse mit Nachweis teilungsfähiger Zellkerne (rot gefärbt) im Drüsenepithel durch den Ki67-Antikörper. Teilungsfähig sind nicht nur die Zellen der basalen Zellreihe, sondern auch noch viele höher im Epithel gelegene Zellen, die schon aktiv Talg bilden. Mensch; Vergr. 250-fach. (Präparate Dr. Dr. Ch. Schubert)

Haare:Kopfhaut\"\iHaare in der Kopfhaut. a: Übersicht, zu sehen sind vor allem meist etwas schräg angeschnittene Haarfollikel. 1 Epidermis\"\iEpidermis, 2 Dermis\"\iDermis, 3 Subkutis\"\iSubkutis, 4 Haarschaft\"\iHaarschaft, 5 Haartrichter\"\iHaartrichter, 6 Haarbulbus\"\iHaarbulbus. Azan-Färbung, Vergr. 12-fach. b: Zwei leicht schräg angeschnittene Haarbulbi mit dermaler Papille (➔). Details Abb. 16.24. Mensch; Azan-Färbung, Vergr. 130-fach.

Terminalhaare\"\iTerminalhaar der Kopfhaut einer jungen Frau. Zu sehen ist die außen gelegene Haarkutikula. Die Ränder der verhornten Zellen der Haarkutikula sind z. T. etwas angegriffen. Vergr. 2.200-fach.

Aufbau eines Haarfollikel\"\iHaarfollikels (Schema). Die innere Wurzelscheide endet im Bereich der Einmündung der Talgdrüsen in den Haartrichter.

Haarfollikel\"\iHaarfollikel, Längsschnitt. Bei höherer Vergrößerung zeigen die epithelialen Wurzelscheiden eine komplizierte Schichtengliederung in eine äußere und eine dreischichtige innere epitheliale Wurzelscheide. Letztere beginnt innen mit der Scheidenkutikula\"\iScheidenkutikula, die durch Verzahnung mit der Haarkutikula der Befestigung der Haarwurzel in der Scheide dient. Es folgen nach außen die ein- oder zweischichtige Huxley-Huxley-Zellschicht\"\i und die sehr niedrige Henle-Henle-Zellschicht\"\iZellschicht. Die äußere epitheliale Wurzelscheide ist ein mehrschichtiges Epithel, das in Höhe der Einmündung der Talgdrüsen in das Stratum germinativum des Haartrichters übergeht. Zur Grenze gegen die bindegewebige Wurzelscheide (Haarbalg) liegt eine Glashaut, eine kräftige Basalmembran:Haarfollikel\"\iBasalmembran. Kopfhaut, Mensch; H. E.-Färbung; Vergr. 200-fach.

(Aus [R252])

Haarfollikel\"\iHaarfollikel, Querschnitt. Mensch; H. E.-Färbung; Vergr. 300-fach.

(Aus [R252])

Nagel\"\iNagel, Nagelbett\"\iNagelbett und Nagelwall\"\iNagelwall eines Neugeborenen, Längsschnitt. Korium = Dermis. Mensch; H. E.-Färbung; Vergr. 30-fach.

(Aus [R252])

Haut

U. Welsch

  • 16.1

    Epidermis540

    • 16.1.1

      Keratinozyten541

    • 16.1.2

      Weitere Zelltypen der Epidermis545

  • 16.2

    Dermis548

    • 16.2.1

      Stratum papillare548

    • 16.2.2

      Stratum reticulare548

    • 16.2.3

      Gefäße549

  • 16.3

    Subkutis549

  • 16.4

    Hautdrüsen549

    • 16.4.1

      Ekkrine Schweißdrüsen549

    • 16.4.2

      Apokrine Duftdrüsen552

    • 16.4.3

      Holokrine Talgdrüsen552

  • 16.5

    Haare553

    • 16.5.1

      Aufbau der Haare554

    • 16.5.2

      Wachstum der Haare557

  • 16.6

    Nägel557

  • 16.7

    Sinnesstrukturen der Haut557

Zur Orientierung

HautDie Haut (Kutis\t \"siehe HautKutis) besteht aus Epidermis und Dermis. Unter der Dermis liegt die Subkutis. Die Epidermis ist ein mehrschichtiges verhorntes Plattenepithel, dessen Zellen, die Keratinozyten, sich im Laufe von 4 Wochen erneuern. Neben den Keratinozyten kommen in der Epidermis Merkel-Zellen (Tastsinneszellen), Langerhans-Zellen (Zellen des Immunsystems) und Melanozyten (Pigmentzellen) vor. Die Dermis ist reich an Kollagenfasern, elastischen Fasern und Blutgefäßen. Sie enthält freie sensible Nervenendigungen, die in die Epidermis eindringen können, Meissner-Tastkörperchen und andere Rezeptorstrukturen. Die Subkutis besteht vor allem aus univakuolärem Fettgewebe und besitzt auch Sinneskörperchen, z. B. die Vater-Pacini-Lamellenkörperchen. Haare, Nägel und Drüsen sind die sog. Anhangsgebilde der Haut.

Die Haut (Kutis) bildet die Körperoberfläche, sie ist das größte Organ des Körpers. Ihre Fläche beträgt bis zu ca. 2 m2. Die Haut hat vielfältige Haut:AufgabenAufgaben:

  • Schutz vor mechanischen, thermischen, mikrobiellen und chemisch-toxischen Schäden und vor Krankheitserregern aus der äußeren Umwelt

  • Schutz vor Wasserverlust

  • Absorption von Strahlung

  • Temperaturregulation

  • Sinneswahrnehmung

  • Signale an die Umwelt

  • immunologische Überwachung

  • Bildung von Vitamin D unter dem Einfluss von Sonnenlicht (UV-B)

Im täglichen Sprachgebrauch werden alle Schichten der Körperoberfläche Haut genannt. In der anatomischen Nomenklatur hingegen werden nur die beiden oberen Schichten

  • Epidermis (Oberhaut) und

  • Dermis (Korium = Lederhaut)

als Haut (= Kutis) bezeichnet. Die unter dieser Kutis befindliche Schicht ist die SubkutisSubkutis (Hypodermis = Unterhaut). Kutis und Subkutis zusammen bilden die Hautdecke (Integumentum commune). Der Haut gehören nicht nur das kräftige verhornte Plattenepithel der Epidermis und komplexe Bindegewebsstrukturen an, sondern auch Nerven, Sinneskörperchen, Blut- und Lymphgefäße. Die ebenfalls zur Haut gehörenden Haare, Nägel und Drüsen werden als Anhangsgebilde der Haut bezeichnet. An den Hand- und Fußsohlen bildet die Oberfläche der Epidermis ein spezifisches Leistenmuster aus, die Haut wird hier LeistenhautLeistenhaut genannt. An allen anderen Stellen des Körpers bildet sie eine feine Felderung und wird FelderhautFelderhaut genannt. Haare gibt es nur auf der Felderhaut.

Klinik

In der Haut spielen sich viele spezifische Krankheiten ab, die mit unterschiedlichen Symptomen wie z. B. Rötungen, Knoten oder Blasen einhergehen. Im Aussehen der Haut spiegeln sich aber auch viele andere Krankheiten, auch psychische, wider.

Epidermis

Die Epidermis (Oberhaut)EpidermisOberhaut\t \"siehe Epidermis bildet die unmittelbare Oberfläche des Körpers und seine Grenze gegen die Umwelt. Sie besteht aus mehrschichtigem verhorntem PlattenepithelPlattenepithel:verhorntes, das von den Keratinozyten (Kap. 16.1.1) aufgebaut wird. Die Epidermis der Leistenhaut Leistenhaut:Epidermisist auffällig dick (0,4–0,6 mm, bei barfuß gehenden Menschen oder bei mangelnder Pflege noch dicker), die der Felderhaut Felderhaut:Epidermisverhältnismäßig dünn (75–150 μm). Die Epidermis enthält zusätzlich Melanozyten, Langerhans-Zellen und Merkel-Zellen, die locker verteilt in ihren tieferen Schichten vorkommen (Kap. 16.1.2). Die Epidermis ist nicht nur eine dynamische und anpassungsfähige Schutzschicht. Sie ist auch sekretorisch aktiv und bildet z. B. antimikrobielle Peptide wie die Defensine.
Die Oberfläche der Epidermis verläuft entweder glatt (Felderhaut) oder sie bildet Leisten aus (Leistenhaut). Auch ihre Unterseite bildet Leisten aus, die in die Dermis hineinragen, und die Reteleisten heißen (Abb. 16.1, Abb. 16.3).
Die Epidermis lagert auf einer kräftigen Basalmembran (Basalmembran:Epidermisdermoepidermale Junktion),Junktion:dermoepidermale an der sich oft spezifische Krankheitsprozesse abspielen, die zu diagnostisch wegweisender Verdickung der Basalmembran führen können, z. B. beim Lupus erythematodes.

Keratinozyten

Die Keratinozyten sind die spezifischen Epithelzellen KeratinozytEpithelzelle:Epidermisder Epidermis. Epidermis:KeratinozytenSie erneuern sich im Laufe von 4 Wochen und bilden dabei typische Differenzierungsstadien. Die Differenzierung ist genetisch programmiert. Sie beginnt mit den postmitotischen Keratinozyten in der Epithelbasis und endet mit einer kernlosen verhornten Zelle, dem Ziel dieses Differenzierungsweges.

Klinik

Die Psoriasis (Schuppenflechte) ist durch eine überschießende Proliferation der Epidermiszellen gekennzeichnet. Der Zellumsatz dauert bei dieser Hautkrankheit nur 1 Woche anstelle der 4 Wochen in normaler Epidermis.PsoriasisSchuppenflechte

Schichten
Die Differenzierung der Keratinozyten spiegelt sich in der Ausbildung von Schichten in der Epidermis wider (Abb. 16.2, Abb. 16.3). Folgende Schichten lassen sich unterscheiden:
  • Stratum basale

  • Stratum spinosum

  • Stratum granulosum

  • Stratum lucidum (nur in der Leistenhaut)

  • Stratum corneum

Strata basale, spinosum und granulosum bestehen aus lebenden Epithelzellen. Strata basale und spinosum werden auch als Stratum germinativum Stratum:germinativum\bzusammengefasst, da in diesen Epithelschichten Zellteilungen stattfinden. Stratum lucidum und Stratum corneum sind aus toten Epithelzellen aufgebaut.
Stratum basaleDie Stratum:basalebasale Epithelschicht (Stratum basale, Basalschicht, Abb. 16.2a, Abb. 16.4) besteht aus kubischen oder prismatischen Keratinozyten. Keratinozyt:Stratum basaleDiese bilden feine basale Fortsätze („Füßchen“) zu Basallamina und Bindegewebe hin aus, die zur Verankerung des Epithels dienen. Die Keratinozyten der Basalschicht sind über Hemidesmosomen an der Basallamina befestigt (Abb. 16.4a). Das Zytoplasma der Keratinozyten ist durch zahlreiche Bündel aus Zytokeratinfilamenten (Tonofilamenten) und freie Ribosomen, Polysomen und Polysom:Stratum basalerelativ gering entwickelten membranbegrenzten Organellen, darunter einigen kurzen Zisternen des rauen ER und Melanosomen, gekennzeichnet.
Alle Epidermiszellen sind durch kräftige Desmosomen verknüpft, die lebenden Zellen der Epidermis zusätzlich durch Gap Junctions, die wohl koordinierende Funktion bei der Differenzierung haben. Die Zellen des Stratum granulosum sind zumindest in der mittleren Schicht durch Tight Junctions verbunden, die eine wichtige Komponente der epidermalen Barriere sind und insbesondere vor Wasserverlust schützen.
In der basalen Zellschicht gibt es ständig teilungsfähige Stammzellen, die Stammzelle:Epidermisan Mitosefiguren oder an positiver Reaktion mit dem Antikörper Ki67 zu erkennen sind. Diese Zellen besitzen keine oder nur kurze Füßchen und liegen v. a. über den Papillen der Dermis. Aber nicht nur die eigentlichen Stammzellen sind durch Mitosefiguren gekennzeichnet; aus den Stammzellen gehen zunächst teilungsfreudige Vorläuferzellen hervor. Erst postmitotische Keratinozyten treten in den Differenzierungsweg zu den verhornten Epithelzellen ein. Mitosefiguren finden sich auch noch im Stratum spinosum (Abb. 16.5). Stratum basale und spinosum sind die Lieferanten des Vitamins D3
Stratum spinosumDer Stratum:spinosumBasalschicht folgt das mehrere Zelllagen dicke Stratum spinosum, die Stachelzellschicht. HierStachelzellschicht sind die Keratinozyten Keratinozyt:Stratum spinosumvoluminöser und polygonal. Jede Zelle bildet an ihrer Oberfläche kurze stachelförmige Fortsätze aus, die mit gleichartigen Fortsätzen der Nachbarzellen (auch denen aus der Basalschicht) Kontakt aufnehmen. Den Kontakt stellen kräftige Desmosomen (Abb. 16.4b) her, die oft am Ende der kurzen Fortsätze liegen. Zytokeratinfilamentbündel sind in reichem Maß vorhanden. Der Interzellulärraum ist relativ weit, von vielen Mikrovilli und Mikrofalten angrenzender Zellen gesäumt (Abb. 16.4b) und enthält, wie die Matrix vieler Bindegewebe, Hyaluronan.
Stratum granulosumDieStratum:granulosum abgeflachten Zellen der 1–3 Zelllagen dicken Körnerschicht (Stratum granulosum) enthalten basophile granuläre Strukturen (Abb. 16.4c, Abb. 3.1.8), die aus einer Zusammenballung von Zytokeratinfilamentbündeln und Keratohyalin bestehen (Keratohyalingranula) und Keratohyalingranula\bnicht von einer Membran begrenzt sind. Das Keratohyalin enthält das Profilaggrin, eine Vorstufe des Proteins Filaggrin. Die Zellen bilden des Weiteren 0,1–0,3 μm große membranbegrenzte Lamellenkörper (LamellenkörperAbb. 16.4d), die Proteine (saure Hydrolasen) und verschiedene Lipide (u. a. das Glykolipid Azylglukosylzeramid) enthalten. Sie geben ihren lipidhaltigen Inhalt in den Interzellulärraum ab, wo sich die Lipide in den Interzellulärspalten des Stratum corneum ausbreiten und diese versiegeln: Es entsteht eine Wasser abweisende Barriere in der Epidermis, und außerdem wird ein Wasserverlust mit Austrocknen des Körpers verhindert. Wesentlich für diese Barriere sind auch die Tight Junctions im Stratum granulosum.
Stratum lucidumAuf das Stratum:lucidumStratum granulosum folgt in der Leistenhaut eine eosinophile Übergangsschicht (Stratum lucidum). Sie ist unterschiedlich klar ausgeprägt und markiert den Übergang der tiefen Schicht lebender Zellen zu den toten verhornten Zellen. Das Stratum lucidum kann im ungefärbten Schnitt bei verstelltem Kondensor stark aufleuchten, daher kommt der Name. In dieser Schicht gehen Zellkern und Organellen rasch zugrunde, ein Prozess, an dem viele Enzyme beteiligt sind und der einer besonderen Form der Apoptose entspricht.
Stratum corneumDas Stratum:corneum\bStratum corneum (Hornschicht) ist Hornschichtdie äußere Schicht der Epidermis, die aus vielen Lagen abgeflachter toter, verhornter Zellen aufgebaut ist. Sie bildet eine äußere Barriere, die den Körper gegen die Außenwelt schützt und hilft, das innere Milieu aufrechtzuerhalten. Das Stratum corneum ist in den einzelnen Körperregionen unterschiedlich dick, am dicksten ist es auf der Leistenhaut der Fußsohle.
Im Stratum corneum verlieren die kern- und organelllosen Zellen (Hornzellen, Korneozyten) 50–80 % Wasser und bestehen vorwiegend (ca. 80 %) aus ZytokeratinZytokeratin, das in eine Matrix eingebettet ist. Das Profilaggrin zerfällt in Filaggrin-Monomere, die eine dichte Zusammenlagerung aller Zytokeratinfilamente bewirken. Die Zytokeratinfilamente werden durch Disulfidbrücken verknüpft. Der Komplex aus Filaggrin und Zytokeratinfilamenten füllt die ganze Zelle aus und macht sie widerstandsfähig und flexibel. Der Zellmembran lagern sich innen komplexe Proteine an und bilden eine unlösliche, feste, aber biegsame periphere Hülle, die in der Dermatologie auch marginales Band genannt wird und die sowohl mit dem innen gelegenen Zytokeratin als auch mit der Zellmembran verbunden ist. Die Zellmembran selbst wandelt sich in eine Schicht polarer Lipide um. Die flachen, schuppenförmigen Zellen bleiben über veränderte Desmosomen (Korneodesmosomen mit dem speziellen festen Haftprotein Corneodesmosin) verknüpft. Der Interzellulärraum ist mit dem lipidhaltigen Material der Lamellenkörper (Abb. 16.4d) versiegelt und ist wasserundurchlässig. Lipidlösliche Substanzen, darunter auch Medikamente in Salben, können aber in die Epidermis eindringen. An der Oberfläche der Epidermis kommt es zum Abbau der Korneodesmosomen, sodass die Hornzellen abschilfern können, von denen sich Hausstaubmilben ernähren.

Klinik

Scabies (Krätze) ist eine Hautkrankheit, die durch die Krätzmilbe (Sarcoptes scabiei) verursacht wird. Befruchtete Weibchen bohren Gänge in das Stratum corneum (z. B. der Handgelenksbeuge und der Fingerseiten) und legen hier Eier ab. Starker Juckreiz, eitrige Entzündung, Ekzembildung u. a. kennzeichnen das Krankheitsbild. Die Tiere ernähren sich überwiegend von den toten Hornzellen.

Rezeptor des epidermalen Wachstumsfaktor:epidermaler\"\iEGFR-P (epidermaler Wachstumsfaktor)\"\iWachstumsfaktors (EGFR-P) in den kernhaltigen Zellen der Epidermis. Mensch; immunhistologischer Nachweis; Vergr. 250-fach.

Scabies Krätze
Differenzierung der Keratinozyten
Zur Differenzierung gehören: Synthese und Modifizierung von Strukturproteinen (v. a. Keratinen), Bildung, Umwandlung und Abbau von Zellorganellen, Apoptose, Veränderungen der Zellgestalt, Veränderungen der Zellmembran und Wasserverlust.
Keratinozyt:DifferenzierungKeratinmoleküleIn den verschiedenen Epidermisschichten kommen unterschiedliche ZytokeratinmoleküleZytokeratinmolekül vor, die die jeweiligen Schichten kennzeichnen. In den basalen Zellen treten z. B. niedermolekulare Zytokeratine (Zytokeratine K5 und K14) auf, die mit der Proliferation assoziiert sind. Die oberen Epidermiszellen exprimieren K1 und K10, an Hand- und Fußflächen findet sich K19.

Klinik

Mutationen der Keratine K5 und K14 führen zu erblichen blasenbildenden Krankheiten (Epidermolysis bullosa simplex).

Die häufig auftretenden Karzinome (v. a. Basaliome, Abb. 16.2b) sind oft mit chronischer Sonnenexposition korreliert. Bei unzureichender Ozonschicht (Feuerland, Patagonien und Australien) treten solche Basaliome vermehrt auf.

Epidermolysis bullosa simplexZellerneuerungNeubildung, Epidermis:ZellerneuerungDifferenzierung und Abschilferung der Keratinozyten stehen im Gleichgewicht. In der Basalschicht neu entstandene Zellen benötigen beim Menschen ca. 2 Wochen, um sich zu Zellen des Stratum corneum zu entwickeln. In dieser Schicht wandern sie im Verlauf von ca. 2 weiteren Wochen an die Oberfläche der Epidermis, wo sie durch Ablösung aus dem Epithelverband verloren gehen. Insgesamt bleiben die Zellen ca. 4 Wochen im Epithel.
Die Neubildung der Epidermis erfolgt unter dem Einfluss vieler Faktoren und Hormone, deren Expression bei der Wundheilung der Epidermis gesteigert ist. Beispiele sind: epidermaler Wachstumsfaktor (EGF, Abb.16.6), Keratinozyten-Wachstumsfaktor Wachstumsfaktor:epidermalerund Retinsäure („retinoic acid“), ein Derivat des Vitamins A. Bei der Wundheilung spielen auch Basallamina und Matrix der Dermis eine wichtige Rolle.

MERKE

Die Epithelzellen der Epidermis (Keratinozyten) differenzieren sich in einem vierwöchigen Umwandlungsprozess zu toten, kern- und organelllosen schuppenförmigen Zellen, die an der Oberfläche abgeschilfert werden.

SäureschutzmantelAn der SäureschutzmantelOberfläche der Epidermis herrscht ein saurer pH-Wert von ca. 5,7,pH-Wert:Haut was ein wichtiger Schutzfaktor ist. Vermutlich ist dafür im Wesentlichen eine Protonenpumpe in den Epithelzellen der Schweißdrüsengänge verantwortlich.

Weitere Zelltypen der Epidermis

Zu den weiteren Zellen der Epidermis gehören Melanozyten, Langerhans-Zellen und Merkel-Zellen (Abb. 16.7).
Melanozyten
Ungefähr jede 10. Zelle in der Basalschicht ist ein Melanozyt. Dabei variiert die Zahl der Melanozyten in den einzelnen Körperregionen, ist aber bei allen Ethnien des Menschen annähernd gleich, im Mittel ca. 1.100/mm2. Im Durchschnitt kommt ein Melanozyt auf ca. 35 Keratinozyten (epidermale Melanineinheit). Melanozyten teilen sich in Anpassung an die Geschwindigkeit des Zellumsatzes der Keratinozyten. Sie synthetisieren als einzige Zellen der Epidermis braunes Pigment, das Melanin (kommt als MelanozytMelaninEumelanin [braun] und Phäomelanin [rötlich] vor), das sie aber in erheblicher Menge an Keratinozyten weitergeben. Beim Menschen unterscheidet man 3 Melanozytentypen:
  • Melanozyt:Typenepidermale Melanozyten, übertragen das Melanin auf Keratinozyten (sie werden im nachfolgenden Text genauer beschrieben)

  • uveale Melanozyten (im Bindegewebe der Uvea des Auges: Irisstroma, Ziliarkörper, Aderhaut), bilden nur Eumelanin

  • Melanozyten der Haarzwiebeln, teilen sich in der Anagenphase, bilden Eumelanin und Phäomelanin

Melanozyten entstammen der Neuralleiste und entwickeln sich aus Melanoblasten. Stammzellen der Melanozyten befinden sich im Wulst des Haarfollikels.
MorphologieMelanozyten sind verzweigte, relativ kleine Zellen und besitzen einen recht dichten Kern, der meistens kleiner als der der Keratinozyten ist; im H. E.-Präparat ist die Zelle oft etwas blasenförmig aufgetrieben und das Zytoplasma ist weitgehend ungefärbt. Die schlanken Zellfortsätze, die sich zwischen den Keratinozyten ausbreiten, reichen weit ins Stratum spinosum hinein (Abb. 16.7, Abb. 16.8, Abb. 16.11). Melanozyten bilden keine Zytokeratinfilamente und keine Desmosomen aus, sind aber mit den Keratinozyten über eigene Cadherine verbunden.
MelaninMelanin findet sich Melanin\bsowohl in den Melanozyten selbst (wo es synthetisiert wird) als auch in den Keratinozyten. Bei hellhäutigen Menschen enthalten die Melanozyten meist kaum Melanin und sind dann auffallend helle, etwas ballonierte Zellen. Am sichersten lassen sie sich immunhistochemisch nachweisen (Abb. 16.8). Dunkelhäutige Ethnien bilden mehr Melanin, sodass alle Zellen, auch die Keratinozyten, speziell in den basalen Epithelschichten dicht mit Melaningranula angefüllt sind (Abb. 16.9). In den höheren Epidermisschichten verliert sich das Melanin wieder, es werden also v. a. basal gelegene Zellen, einschließlich der sich teilenden Stamm- und Vorläuferzellen, geschützt. In der Dermis findet man teilweise Makrophagen, die Melanin phagozytiert haben (Melanophagen).
SyntheseDie Melanozyten synthetisieren Melanin in eigenen Organellen (Melaningranula, Melanosomen, Abb. 16.10, Abb. 16.11; s. a. Kap. 2.4.10), wobei das entscheidende Enzym die Tyrosinkinase ist. Die TyrosinkinaseMelanosomen entstehen Melanosomnach einer älteren Auffassung im Golgi-Apparat, nach einer neueren aus frühen Endosomen. Sie sind von einer Membran begrenzt und weisen Zeichen der Verwandtschaft mit Lysosomen auf (saurer pH-Wert, einige saure Hydrolasen u. a., Kap. 2.4.10). Die reifen Melaningranula wandern dann in die schlanken Fortsätze (Dendriten), in denen sie sich mithilfe des Motorproteins Kinesin entlang von Mikrotubuli bis weit nach distal bewegen. Das letzte Stück der Wanderung in den Dendritenspitzen erfolgt mithilfe von Aktin und Myosin V. Melanosomen werden z. T. paketweise, z. T. auch einzeln in die Keratinozyten übertragen, die es selbst nicht synthetisieren können (Abb. 16.11). Der Mechanismus der Übertragung der Melanosomen oder des Melanins ist nicht vollständig geklärt. Da Pakete von Melanosomen in den Keratinozyten von einer Membran umgeben sind, wurde vermutet, dass es sich hierbei um phagozytierte Spitzen der Dendriten handeln könnte, die mit Melanosomen gefüllt waren. Melanosomen kommen aber in den Keratinozyten auch einzeln vor. Möglicherweise wird der kompakte Inhalt der Melanosomen auch exozytotisch abgegeben und von den Keratinozyten sofort wieder endozytotisch aufgenommen. Bei Schwarzafrikanern überwiegen einzelne recht große Melanosomen in den Keratinozyten, bei Europiden (Kaukasoiden) dagegen membranumschlossene Melanosomenpakete. In der Epidermis bilden sich die Melanosomen meistens in den oberen Schichten zurück. Die Keratinozyten konzentrieren häufig das Melanin kappenförmig über ihrem Kern (Schutz der DNA vor der UV-Strahlung).
Die Melaninsynthese wird durch UV Licht, Zytokine, MSH und auch ACTH intensiviert.

Klinik

Nävi sind lokale gutartige Fehlbildungen; sie sind genetische Mosaike, deren Ursache in somatischen postzygotischen Mutationen zu suchen ist. Ihr Kennzeichen sind ein Zuviel oder ein Zuwenig normalerweise vorkommender Zellen oder Strukturen. Häufig sind braune Nävuszellnävi, die aus Nävuszellen bestehen. Diese ähneln Melanozyten, haben aber keine dendritischen Fortsätze und geben ihr Pigment nicht ab. Sie sind scharf begrenzt und liegen an der Grenze Dermis/Epidermis oder in der Dermis, können dysplastisch werden und so Vorläufer von Melanomen sein. Ebenfalls häufig sind Lentigines solares (seniles), die sich bei chronischer Sonnenlichtexposition im Alter auf Handrücken, Unterarm und Stirn bilden. Es sind scharf begrenzte hellbraune Flecken (Maculae).

Melanome sind hochgradig maligne Tumoren, die von Melanozyten ausgehen. Sie metastasieren früh, u. U. weil sie nicht über Desmosomen mit den Keratinozyten verknüpft sind.

Sommersprossen (Epheliden) sind zarte braun-rötlich pigmentierte Maculae, vor allem an lichtexponierten Stellen bei hellhäutigen und rothaarigen Menschen. Die Melanozyten sind dabei nicht vermehrt, aber die Melanogenese ist wohl gesteigert.

Das Fehlen von Enzymen (v. a. der Tyrosinase) führt zu mangelhafter Pigmentbildung, im Extremfall zu Albinismus.

Langerhans-Zellen
FunktionLangerhans-Zellen (benannt nach dem Pathologen, Arzt und Biologen Paul Langerhans, 1847–1888) sind noch unausgereifte antigenpräsentierendeSommersprossenNävusMelanom:HautEphelidenNävuszellnävusAlbinismusZelle:dendritische dendritische Langerhans-Zelle\bZellen (Kap. 6.2.2). Sie entstammen einer Zelllinie des Knochenmarks (verwandt mit der Zelllinie der Makrophagen) und sind in die Epidermis eingewandert. Die Langerhans-Zellen können Antigene, die in die Epidermis eingedrungen sind, aufnehmen. Nach Antigenaufnahme verlassen sie die Epidermis und wandern in die lymphatischen Organe (z. B. Tonsillen oder Lymphknoten), wo sie zu reifen dendritischen Zellen heranwachsen und T-Lymphozyten aktivieren. Langerhans-Zellen sind auch regelmäßiger Bestandteil unverhornter mehrschichtiger Plattenepithelien, z. B. der Vagina, des Präputiums (innen), des Analkanals, der Mundhöhle und des Ösophagus, die oft Eintrittspforten für Krankheitserreger sind, z. B. HIV.
MorphologieLangerhans-Zellen befinden sich vorwiegend im Stratum spinosumStratum:spinosum und besitzen einen unregelmäßig gestalteten, eingekerbten Kern (Abb. 16.7). Ihr ZytoplasmaZytoplasma:Langerhans-Zelle enthält viele Mitochondrien, Vimentinfilamente und Birbeck-Granula (s. u.). Sie bilden viele Fortsätze aus, die ein recht dichtes Netzwerk in der Epidermis bilden. Sie sind nicht über Desmosomen mit ihren Nachbarzellen verbunden. Am besten lassen sie sich immunhistochemisch (CD1, S-100-Protein, XY-MEL) nachweisen (Abb. 16.12). Auf elektronenmikroskopischer Ebene sind kleine spezifische längliche Granula (Birbeck-Granula) kennzeichnend (Birbeck-GranulaAbb. 16.13).

Klinik

Selten und bevorzugt im Kindesalter gibt es gefährliche Hauterkrankungen, die insbesondere durch Papeln aus Langerhans-Zell-Infiltraten gekennzeichnet sind.

Lymphozyten
Einzelne Lymphozyten lassen sich regelmäßig in den tieferen Epidermisschichten finden. Wie in anderen Epithelien handelt es sich hierbei oft um CD8-positive T-Lymphozyten.
Merkel-Zellen
Die Lymphozyt:EpidermisMerkel-Zellen (benannt nach dem Anatomen Friedrich Merkel, Göttingen, 1845–1919) entstehen wahrscheinlich in der Epidermis und liegen in den tieferen Anteilen der Epidermis. Sie enthalten eigene Zytokeratine, die denen von Drüsenzellen ähneln, kleine dichte Granula (Durchmesser 80–100 nm, enthalten Neuropeptide) und kräftige, kurze Fortsätze, die etwas an Sinneshaare erinnern. Sie sind über Desmosomen mit Nachbarzellen verknüpft (Abb. 17.50, Abb. 17.51). An ihrer Oberfläche findet sich eine große sensible Nervenendigung. Sie sind Mechano-(Druck-)Rezeptoren, wahrscheinlich sind sie aber auch neurosekretorisch aktiv (Kap. 17.5).

Klinik

Die Grenze zwischen Epidermis und Dermis wird „dermoepidermale Junktion“ genannt; sie spielt bei vielen pathologischen Prozessen der Haut eine wichtige Rolle, oft ist dann hier die Basallamina deutlich verdickt.

Dermis

DieMerkel-Zelle Junktion:dermoepidermaleDermis (Lederhaut, Korium) ist das Lederhaut\t \"siehe DermisDermisspezielle Korium\t \"siehe DermisBindegewebe der Haut; sie macht zusammen mit der Subkutis bis zu ca. 15–20 % des Körpergewichts aus. Wichtige Funktionen sind der Schutz vor Verletzungen und die Speicherung von Wasser. Außerdem verleiht sie der Haut Festigkeit und Elastizität. Die Dermis besteht aus Kollagen, elastischen Fasern, Mikrofibrillen, Hyaluronsäure, Dermatansulfat, Fibronektin, Nerven und Gefäßen. In der Dermis sind verschiedene Zelltypen wie Fibroblasten, Makrophagen, Lymphozyten und Mastzellen zu finden.
Zwei Schichten lassen sich von außen nach innen in der Dermis unterscheiden (Abb. 16.1, Abb. 16.3), das Stratum papillare und das Stratum reticulare.

Stratum papillare

Das Stratum papillare liegt unter der Epidermis und bildet die primären und sekundären Bindegewebspapillen, die mit den Stratum:papillareReteleistenPapille:Stratum papillare der Epidermis verzahnt sind. Diese locker gebaute Schicht enthält mehr Typ-III- als Typ-I-KollagenKollagen:Typ IKollagen:Typ III. Sie besitzt zahlreiche Blutkapillaren (Abb. 16.14), die vor allem der Ernährung der Epidermis dienen. In vielen Bindegewebspapillen, speziell in der Leistenhaut, befinden sich Meissner-Tastkörperchen.

Stratum reticulare

Das Stratum reticulare ist die tiefere Dermisschicht. Sie besteht aus dichtem, unregelmäßig angeordnetem Bindegewebe, in dem das Typ-I-KollagenMeissner-Tastkörperchen:Stratum papillareKollagen:Typ I überwiegt. Des WeiterenStratum:reticulare kommen hier dicke elastische Fasern vor (Abb. 3.2.18).

Klinik

Übermäßige Lichtexposition löst die Schädigung und Fragmentierung der elastischen Fasern in der Dermis (Elastose) aus, besonders bei weißhäutigen Menschen. Auch im Alter verändern sich die elastischen Fasern. Licht schädigt auch das Kollagen, das sich in erheblichem Maße zurückbilden kann.

MERKE

Die Dermis besteht aus Bindegewebe und bildet 2 Schichten, das kapillarreiche Stratum papillare und das kollagenreiche Stratum reticulare.

Gefäße

ElastoseArterienDie Arterien der Haut zweigen Blutgefäß:DermisArterie:Dermisaus den Gefäßen der Muskulatur ab und laufen durch die Subkutis zur Oberfläche. Sie bilden an der Grenze der Subkutis zur Dermis ein arterielles Gefäßnetz, parallel dazu läuft ein venöses Gefäßnetz. Einige abzweigende Arterienäste ziehen zurück zum subkutanen Fettgewebe und versorgen auch die Endstücke der Schweißdrüsen in der Subkutis und die Haarwurzeln. Andere, aufsteigende Äste bilden einen Plexus unter den Papillen des Stratum papillare. Aus diesem Plexus entspringen die schlingenförmigen Kapillaren in den Bindegewebspapillen, die die Epidermis versorgen.
VenenDas kapilläre Blut sammelt sichVene:Dermis in einem subpapillären Venenplexus, dessen Durchblutung die Wärmeabgabe beeinflusst. Aus diesem Plexus fließt das Blut in den tieferen Plexus an der Dermis-Subkutis-Grenze, der auch Venen aus der Subkutis aufnimmt. Der weitere Abfluss erfolgt über größere Venen außerhalb der Körperfaszie. Zahlreiche arteriovenöse Anastomosen können das arterielle Blut unter Umgehung der papillären Kapillaren direkt in den subpapillären Venenkomplex leiten.
LymphgefäßeLymphgefäße bilden einen subpapillären Lymphgefäß:DermisDermis:LymphgefäßePlexus und einen größeren Plexus an der Dermis-Subkutis-Grenze. Aus diesem Plexus entspringen Lymphgefäße, die epifasziale regionale Lymphknoten erreichen oder die auch mit subfaszialen Lymphgefäßen kommunizieren.

Subkutis

SchichtenDie Subkutis liegt unter der Dermis (Abb. 16.1). Der wesentliche Bestandteil der Subkutis ist, in unterschiedlichem Ausmaß, Fettgewebe, das mindestens 3 Schichten erkennen lässt und das durch Bindegewebssepten (Retinacula cutis) untergliedert ist. Die oberste Schicht ist bei Frauen dicker und hat bei ihnen deutlich weniger Bindegewebssepten als bei Männern. Die fettgewebehaltigen Kammern sind also bei Frauen größer als bei Männern, was auch in Korrelation zu Altersveränderungen der Haut von Frauen steht, die z. T. durch Rückbildung des Fettgewebes gekennzeichnet sind („Orangenhaut“). Die genannten Subkutis\bOrangenhautUnterschiede in der Architektur der oberen Subkutis sind androgenabhängig.
Papillae adiposaeDas Fettgewebe der oberen Papilla:adiposaSubkutis bildet fingerförmige Ausstülpungen (Papillae adiposae) in die Dermis, wo sie im Schnittpräparat oft kleine Inseln bilden können. In diesen Fettgewebsinseln liegen die knäuelförmigen Endstücke der Schweißdrüsen, Blutgefäße und Nerven.
FunktionAn den Fußsohlen und an anderen Körperpartien hat das Fettgewebe strukturelle Funktionen (Fettgewebe:SubkutisBaufett), an anderen Stellen (z. B. Bauchhaut) ist es Depotfett. Das Fett der Subkutis ist ein Wärmeisolator und ein Druckpolster. In den Bindegewebssepten finden sich auch Blut- und Lymphgefäße sowie Nerven, die die Dermis und Epidermis versorgen. In der Subkutis liegen außerdem die Vater-Pacini-Lamellenkörperchen, die Druck und Vibrationen Vater-Pacini-Körperchenwahrnehmen. Auch die Follikel der Terminalhaare liegen in der Subkutis.

Hautdrüsen

In der Haut kommen – in unterschiedlicher Ausprägung und Häufigkeit – 3 Typen von Hautdrüsen vor:
  • ekkrine Schweißdrüsen

  • Haut:DrüsenDrüse:Hautapokrine Duftdrüsen

  • holokrine Talgdrüsen

Ihre allgemeinen Merkmale sind in Kap. 3.1 dargestellt. Auch die Brustdrüse ist eine Hautdrüse. Aufgrund ihrer biologischen Sonderstellung und großen klinischen Bedeutung ist sie in Kap. 15 gesondert dargestellt.

Ekkrine Schweißdrüsen

Ekkrine Schweißdrüsen sind weitverbreitet vorkommende, unverzweigte, geknäuelt verlaufende tubuläre Drüsen mit engem Lumen. Sie reichen oft bis in die Subkutis hinab (Abb. 16.1, Abb. 16.3). Sie stehen nicht in Beziehung zu Haaren. Ihre Zahl beträgt über eine Million, besonders zahlreich sind sie an Fußsohlen, Handflächen und auf der Stirn.
Morphologie
Schweißdrüse:ekkrineAusführungsgängeDie Ausführungsgänge besitzen ein Ausführungsgang:Schweißdrüsenzweischichtiges Epithel. Der Durchmesser ist kleiner als der der sekretorischen Anteile (Abb. 16.15). Die Zellen der oberen Zellschicht sind über dichte Zonulae occludentes verbunden. Sie sind relativ organellenarm, besitzen aber ein gut entwickeltes Zytoskelett. Die Zellen der unteren Schicht sind mit denen der oberen durch Gap Junctions verbunden. Sie sind reich an Mitochondrien und Ribosomen. Die Gänge treten an den Reteleisten in die Epidermis ein (Abb. 16.3), durch die sie geschlängelt zur Oberfläche der Haut verlaufen. In den Gängen werden aus dem isotonen Primärschweiß der Endstücke Natrium und Chlorid rückresorbiert; für Wasser sind die Ausführungsgänge undurchlässig, sodass der normale Schweiß eine sehr hypotone Flüssigkeit ist. Die Epithelzellen der Gänge besitzen eine Protonenpumpe, sodass der Schweiß – und insgesamt die Hautoberfläche – mit einem pH-Wert von ca. 5,7 deutlich sauer pH-Wert:Schweißist.
EndstückeIn den einschichtig Endstück:Schweißdrüseprismatischen Endstücken (Abb. 16.15) finden sich helle und dunkle Drüsenepithelzellen, deren Kerne etwas unregelmäßig im Epithel verteilt sind, sowie reich cholinerg versorgte Myoepithelzellen. Alle Epithelzellen der Endstücke sind reich an Zytokeratinen (Abb. 16.16).
Die dunklen Drüsenepithelzellen (nur in Spezialpräparaten Drüsenepithelzellesicher zu erkennen) bilden v. a. Glykoproteine (Abb. 16.17), die in PAS-positiven Granula gespeichert und exozytotisch abgegeben werden. Ein spezielles Produkt der dunklen Zellen sind antimikrobielle Defensine. Die Zellen besitzen einen relativ breiten Apex und eine schlanke Basis.
Die hellen Drüsenepithelzellen geben den isotonen Drüsenepithelzelle:hellePrimärschweiß ab. Dieser setzt sich weitgehend aus Wasser und Elektrolyten, vor allem Natrium und Chlorid, zusammen; außerdem produzieren die hellen Drüsenzellen das antimikrobielle Peptid Dermcidin, das gegen Bakterien, VirenDermcidin und Pilze schützt. Sie besitzen eine breite Basis und einen schlanken Apex, sind mitochondrienreich und enthalten Glykogen sowie einzelne, meist helle, kleine, vermutlich sekretorische Vesikel. Lateral bilden sie dicht gepackte Mikrovilli und Mikrofalten aus. Zwischen benachbarten hellen Zellen entstehen kanälchenartige Erweiterungen des Interzellulärraums, die „Sekretkapillaren“ genannt werden und in das Drüsenlumen münden.
Die schlanken Myoepithelzellen liegen basal im Epithel undMyoepithelzelle:Schweißdrüse sind leicht an ihrem kleinen, relativ dunklen Kern zu erkennen. Das Zytoplasma ist kräftig eosinophil.
Schwitzen und Schweiß
Emotionales SchwitzenEmotionales Schwitzen erfolgt besondersSchwitzen:emotionales reichlich an den Hand- und Fußsohlen, der Stirn und in den Achselhöhlen, hier sind auch die apokrinen Duftdrüsen am Schwitzen beteiligt.
Thermisches SchwitzenThermisches Schwitzen spielt eine Schwitzen:thermischeswichtige Rolle bei der Kontrolle der Körpertemperatur und kommt gleichmäßig am ganzen Körper verteilt vor. Das Schwitzen ist ein Mechanismus, der den Körper bei hohen Außentemperaturen vor Überhitzung schützt. Der Wärmeentzug entsteht durch Verdunstung von Wasser durch die oberen Hautschichten und die Schleimhäute von Mund, Nase und den unteren Atemwegen. Eine gesteigerte Hautdurchblutung fördert zusätzlich die Verdunstung. Zu einem deutlich geringeren Anteil kann Wasser durch die Schweißdrüsen abgegeben werden, was ebenfalls zu Wärmeabgabe führt. Pro Liter insgesamt verdunsteten Wassers werden dem Körper ca. 2.400 kJ Wärme entzogen.

MERKE

Über 1 Million ekkrine Schweißdrüsen bilden den typischen Schweiß.

SchweißsekretionDer Schweiß wird von den Schweißsekretionmitochondrienreichen hellen Zellen der Schweißdrüsen aktiv in einem speziellen Sekretionsprozess, der durch cholinerge sympathische Nervenfasern ausgelöst wird, abgegeben. Eine wichtige Rolle bei der Schweißsekretion spielt die stark gefaltete basolaterale Membran der hellen Drüsenepithelzellen, die Ionen und Wasser transportiert. In dieser Membran finden sich eine Na+-K+-ATPase und ein Na+-K+-2Cl-Symporter. Cl akkumuliert in der Zelle und wird durch einen Chloridkanal in das Drüsenlumen transportiert. Na+ strömt parazellulär durch die relativ durchlässige Zonula occludens, und Wasser folgt wahrscheinlich auf 2 Wegen passiv, einerseits transzellulär über Aquaporine, andererseits parazellulär durch die Zonulae occludentes. Schweiß besteht aus Wasser und 0,2- bis 0,3-prozentigem NaCl sowie geringen Mengen organischer Stoffe, wie z. B. Muzinen. Er enthält auch sehr kleine Mengen Harnstoff, Harnsäure und Ammoniak. Im Drüsenendstück ist der (Primär-)Schweiß isoton, im wasserdichten Drüsengang wird ihm unter dem Einfluss von Aldosteron Na+ aktiv entzogen (Cl Aldosteron:Schweißsekretionfolgt passiv), sodass der definitive Schweiß hypoton ist. Schweiß ist primär geruchlos; durch Einwirkung von Mikroorganismen entstehen jedoch Geruchsstoffe.

Klinik

Bei der zystischen Fibrose (Mukoviszidose) können die Gänge der Schweißdrüsen nur noch wenig NaCl rückresorbieren. Ein genetischer Defekt im CFTR-Membranprotein („cystic fibrosis transmembrane conductance regulator“), das zur Gruppe der ABC-Transporter gehört, sich in der Apikalmembran der Zellen des oberen Gangepithels befindet und die Funktion eines Chloridkanals hat, behindert die Rückresorption. Charakteristisch für die Mukoviszidose ist der erhöhte Chloridgehalt im Schweiß (> 70 mmol/l im Schweißtest).

Apokrine Duftdrüsen

MorphologieDie apokrinen Duftdrüsen (manchmal auch apokrine große Schweißdrüsen genannt) bilden weitlumige, geknäuelte, tubuläre und z. T. verzweigte Endstücke (Abb. 16.18). Die Ausführungsgänge sind ähnlich gebaut wie die der ekkrinen Drüsen, münden aber immer in Haartrichter. Die Endstücke sind adrenerg innerviert und Mukoviszidose:SchweißdrüsendefekteFibrose, zystische:SchweißdrüsendefekteCFTR (Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulator):MukoviszidoseEndstück:DuftdrüseDuftdrüse:apokrinebesitzen zahlreiche basal gelegene riemenförmige Myoepithelzellen sowie nur einen Drüsenzelltyp,Myoepithelzelle:Duftdrüse der jedoch morphologisch ein variables Bild bietet. Die Zellhöhe wechselt von platt bis hochprismatisch. Typisch für die prismatischen Zellen ist die Ausbildung eines ins Lumen vorgewölbten Zellapex. Hinsichtlich ihrer Funktion und ihrer Sekrete gibt es noch viele offene Fragen.
SekretionDie Sekretion der Zellen ist komplex, ein Teil des Sekrets wird in Granula verpackt und exozytotisch abgegeben (Kap. 3.1.3). Die Granula enthalten u. a. antibakterielle Komponenten (z. B. Defensine) sowie möglicherweise Duftstoffe. Andererseits können die Zellen auch den ganzen Zellapex mithilfe eines Mechanismus, an dem das Zytoskelett beteiligt ist, abschnüren und ins Lumen abgeben (apokrine SekretionSekretion:apokrine). Der abgeschnürte Apex (Aposom) enthält vermutlich Proteine, Aposomdie nicht in Granula verpackt werden, da ihnen die entsprechende Signalsequenz fehl. Organellen kommen in dem abgeschnürten Apex nicht vor. Ein typischer Bestandteil der Drüsenepithelzellen sind zahlreiche heteromorphe Lipofuszingranula, deren Funktion nicht bekannt ist. Sie werden nicht aus der Zelle freigesetzt. Die basale Zellmembran der Drüsenepithelzellen bildet zahlreiche dicht gelagerte Einfaltungen aus, die vermutlich mit einem raschen Flüssigkeitstransport korreliert sind. Möglicherweise geben die Drüsenzellen basal hormonähnliche Faktoren wie das Adrenomedullin ab.
VorkommenApokrine Duftdrüsen kommen in den Achselhöhlen, am Brustwarzenhof (Montgomery-Drüsen), in der Leistenbeuge, in der Umgebung des Afters, an den großen Schamlippen, am Mons veneris, im Vestibulum nasi, am Augenlidrand (Moll-Drüsen) und im äußeren Gehörgang (Zeruminaldrüsen) vor. Sie sind bei Frauen zumeist besser entwickelt als bei Männern. Nach der Pubertät werden sie – von Geschlechtshormonen beeinflusst – aktiv. Ihr Sekret enthält Geruchsstoffe, die bei Säugetieren eine Rolle in der olfaktorischen Kommunikation spielen. Die freigesetzten Stoffe werden an der Hautoberfläche im flüssigen Schweiß ausgebreitet, von Bakterien enzymatisch gespalten, wobei wahrscheinlich die Geruchskomponenten freigesetzt werden. Möglicherweise werden spezifische Duftstoffe auch an anderswo sezernierte Lipide gebunden. Die apokrinen Moll-Drüsen (Augenlider) und Moll-DrüseZeruminaldrüsen (äußerer Gehörgang) sind schonZeruminaldrüse im Kleinkindalter aktiv und bilden wohl ganz überwiegend antimikrobielle Stoffe bzw. Substanzen, die Arthropoden (Insekten, Milben) abwehren. Sie werden wohl nicht von Geschlechtshormonen beeinflusst.

Klinik

Sogenannte Schweißdrüsenabszesse der Achselhöhlenhaut gehen auf bakterielle Entzündungen der apokrinen Drüsen zurück.

Holokrine Talgdrüsen

MorphologieHolokrine Talgdrüsen sind Hautdrüsen mit weiten (alveolären) Endstücken, die aber kein Lumen ausbilden, und einem undeutlich abgegrenzten Gang, der zumeist in Haartrichter einmündet (Abb. 16.19a). Meist liegen mehrere unvollständig voneinander getrennte Endstücke (Talgkolben) vor. Am Rand der Schweißdrüse:AbszessTalgdrüse:holokrineEndstück:TalgdrüseEndstücke befinden sich platte bis kubische Epithelzellen, die sich mitotisch teilen können (Ersatzzellen). Es folgen nach innen größere Zellen, deren Zytoplasma mit Lipid-(Talg-)Tröpfchen angefüllt ist und die auch noch teilungsfähig sind (Abb. 16.19b). Das Innere der Endstücke enthält völlig mit Lipidkugeln angefüllte Zellen, die hier zugrunde gehen (die Kerne verdichten sich und zerfallen). Diese Zellen lösen sich im Drüsengang aus dem Drüsenepithel und bilden so das Sekret (holokrine Sekretion, Kap. 3.1.3). Myoepithelzellen fehlen. Talgdrüsen bilden einen Lipidfilm an der Oberfläche der Haut, was offenbar die Wasserdurchlässigkeit herabsetzt.
VorkommenSie kommen weitverbreitet vor, fehlen aber in der Leistenhaut der Hand- und Fußflächen. Freie Talgdrüsen, die keine Beziehung zu den Haarfollikeln haben, sind in Abb. 13.74 abgebildet.

Klinik

Die Haartrichter und die Ausführungsgänge der Talgdrüsen können von speziellen lipophilen Bakterien (Propionibacterium acnes) besiedelt werden, was ein wichtiger Faktor bei der Entstehung des Krankheitsbilds der Acne vulgaris ist. Akne ist eine entzündliche Hauterkrankung, die durch Bildung freier Fettsäuren infolge bakterieller Aktivität entsteht. Die Entzündung findet in Zysten (Komedonen) im Haarfollikel und im umliegenden Bindegewebe statt. Die ausgeprägte Aktivität der Talgdrüsen in der Pubertät fördert das Krankheitsbild. Der Befall der Haartrichter mit Haarbalgmilben (Demodex folliculorum) hat oft keinen Krankheitswert.

MERKE

Es lassen sich 3 unterschiedliche Arten von Hautdrüsen unterscheiden, die sich insbesondere durch ihre Funktion und ihren Sekretionsmodus unterscheiden. Die ekkrinen Hautdrüsen bilden Schweiß, die apokrinen Hautdrüsen Duftstoffe, die holokrinen Hautdrüsen (Talgdrüsen) ein fettreiches Sekret.

Haare

Haare sind AkneAcne vulgarisTeil der sog. „trichalen Einheit“, der außer den Haaren der Haarfollikel, die Talgdrüsen sowie, wenn vorhanden, die Duftdrüsen und der M. arrector pili angehören. Haare sind schräg in der Haut steckende epidermale Gebilde und entsprechen feinen Zylindern aus verhornten Epithelzellen (Abb. 16.20, Abb. 16.21). Haare stehen meist allein, können aber auch in Büscheln an der Oberfläche erscheinen.

Klinik

Der Begriff trichale Einheit („pilar unit“) wird in der Dermatologie gebraucht, da bei manchen Hautkrankheiten alle Komponenten dieser Einheit betroffen sind, z. B. bei Rosacea oder Acne vulgaris.

Bei Erwachsenen unterscheidet HaareEinheit:trichaleman Vellushaare (fein, weich, ohne Mark, kurz, Vellushaareunpigmentiert) und Terminalhaare (fest, dick, mit Mark, lang, oft Terminalhaarepigmentiert, unterscheiden sich meist deutlich bei den verschiedenen Ethnien des Menschen). Vellushaare bilden die feine Behaarung von Rumpf und Extremitäten. Terminalhaare bilden die Kopf-, die Scham-, die Achselhöhlen- und die Bartbehaarung sowie die Wimpern. Beim Menschen gibt es auf genetischer Basis 3 Typen von Terminalhaaren:
  • gerade kräftige Haare (z. B. bei Ostasiaten)

  • gewellte feine Haare (bei vielen Europäern)

  • kurze krause Haare (z. B. bei Afrikanern südlich der Sahara)

Aufbau der Haare

Haare entspringen in der Tiefe einer Epidermiseinstülpung, des Haarfollikels, dessen Ursprung bei Terminalhaaren in der oberen Subkutis liegt; der umgangssprachliche Begriff „Haar“ bezieht sich meist nur auf den über die Hautoberfläche hinausragenden Teil des Haares, für den es auch den Begriff „Haarschaft“ gibt.
Haarschaft
Der Haarschaft besteht aus Haare:AufbauRinde und Mark. Der Hauptbestandteil ist die dicke Rinde aus dicht gelagerten verhornten ZellenHaarschaftRinde:Haarschaft, die im Wesentlichen aus hartem Keratin bestehen. Die Rinde ist außen von der Haarkutikula (Abb. 16.21) bedeckt, die aus flachenHaarkutikula, verhornten Zellen besteht, die sich wie Dachpfannen überdecken. Nur im Innern von Terminalhaaren kommt ein dünner Strang aus größeren verhornten Zellen und luftgefüllten Räumen vor, das Mark. Im Alter nimmt oft die Zahl an Mark:HaarschaftLuftbläschen zu, was zur Graufärbung der Haare führt.
Haarfollikel
Der Haarfollikel ist eine schlauchförmige Einstülpung der Epidermis, die für Entstehung, Wachstum sowie Erneuerung des Haares verantwortlich ist. Der Haarfollikel besteht aus (Abb. 16.22):
  • dem Haarbulbus

  • der inneren HaarfollikelWurzelscheide, die aus 3 rasch verhornenden Schichten weichen Keratins besteht und in Höhe der Einmündung der Talgdrüsen endet

  • der äußeren Wurzelscheide, die erst oberhalb der Einmündung der Talgdrüsen verhornt

Zum Haarfollikel zählen auch die aus dem Haarbulbus hervorgehenden und noch nicht oder erst z. T. verhornten Anteile des Haarschafts, die man auch Haarwurzel nennt. Die Haarwurzel ist in der Tiefe Haarwurzeldes Follikels noch nicht verhornt. Die anschließende Zone, in der die Verhornung des Haares einsetzt, wird keratogene Zone genannt. Schon deutlich unterhalb des Wulstes (s. u.) ist der Haarschaft verhornt. Als Haartrichter bezeichnet man den Teil des Follikels, Haartrichtermit dem er an der Hautoberfläche ausmündet und der als freier, den Haarschaft umgebender Raum erst oberhalb der Talgdrüseneinmündung abzugrenzen ist.
Haarbulbus
Der Haarbulbus (Haarzwiebel) ist der verdickte Endabschnitt des HaarzwiebelHaarbulbusFollikels, der in der Dermis (Vellushaare) oder der Subkutis (viele Terminalhaare) steckt.
BindegewebspapilleIn den Haarbulbus stülpt sich von unten Bindegewebspapille:Haarbulbuseine Bindegewebspapille (dermale Papille) mit Blutkapillaren ein (Abb. 16.22, Abb. 16.23). Die Fibroblasten der Bindegewebspapille steuern die Teilungsaktivität der Matrixzellen. Basale Epithelzellen des Bulbus proliferieren und bilden Haarschaft und innere epitheliale Wurzelscheide (Abb. 16.22).
MatrixDie tiefe Region des Bulbus, die dem Stratum basale bzw. germinativum der Epidermis vergleichbar und durch die proliferierenden Zellen gekennzeichnet ist, heißt auch Matrix oder Zone mit Matrixzellen. In der Matrix kommen auch stark verzweigte Melanozyten vor, die den später verhornenden Zellen der Haarwurzel Melanin mitgeben. Blonde Haare besitzen wenig Melanin; das spezielle Melanin roter Haare, Phäomelanin, besitzt rundliche Melanosomen, die typischen Melaningranula brauner und schwarzer Haare sind elliptisch.
Wurzelscheiden
Oberhalb des Haarbulbus wird der sich differenzierende Haarschaft von der inneren und der äußeren epithelialen Wurzelscheide umgeben. Außen wird der Follikel von einer bindegewebigen Wurzelscheide (Haarbalg) umhüllt.
Innere epitheliale WurzelscheideSieWurzelscheide:epitheliale Wurzelscheideliegt dem Haar direkt an und entsteht auch aus der Matrixregion. Sie umgibt das wachsende Haar und befindet sich zwischen ihm und der äußeren epithelialen Wurzelscheide. Die innere epitheliale Wurzelscheide endet in mittlerer Höhe des Haarfollikels, dort, wo die Talgdrüsen in den Follikel einmünden und wo der Haartrichter beginnt. Sie differenziert sich schnell in 3 Schichten, die zunächst aus lebenden Zellen bestehen und dann rasch verhornen. Von innen nach außen lassen sich unterscheiden:
  • die Scheidenkutikula

  • die Huxley-Schicht

  • die Henle-Schicht

Die dünne Scheidenkutikula ist mit der ähnlich gebauten Haarkutikula, der äußersten Schicht der Haarwurzel, schwach verzahnt. Die einander gegenüberliegenden, schuppenartigen, verhornten Zellen beider Kutikulae greifen ineinander. Die Huxley-Schicht ist die breiteste Schicht der inneren epithelialen Wurzelscheide und enthält eosinophile Trichohyalingranula, die den – sonst basophilen – Keratohyalingranula entsprechen. Die Henle-Schicht ist flach und verhornt schnell.
Äußere epitheliale WurzelscheideDiese entspricht der reagenzglasförmigen Einsenkung der Epidermis, in deren Tiefe das Haar entspringt. Sie ist in den oberen Abschnitten wie die Epidermis aufgebaut, verliert aber unter der Einmündung der Talgdrüsen Stratum granulosum und Stratum corneum. Sie wird zunehmend dünner und geht am Boden des Follikels in die Matrixzone der Haarwurzel über. Oberhalb der Einmündung der Talgdrüsen in den Haarfollikel ist die äußere epitheliale Wurzelscheide vom Haar durch einen freien Raum, den Haartrichter, getrennt. Unterhalb der Einmündung der Talgdrüsen ist die äußere mit der inneren epithelialen Wurzelscheide verbunden. Eine besonders wichtige Region der äußeren Wurzelscheide ist der Wulst. Es handelt sich um eine Verdickung dieser Scheide unter der Einmündung der Talgdrüsen. Hier befinden sich Stammzellen der Keratinozyten, die sich in verschiedene Richtungen ausbreiten können:
  • Ein Teil wandert den Haartrichter aufwärts und besiedelt das Stratum basale der in der Nähe liegenden Epidermis.

  • Ein weiterer Teil wandert abwärts in die Matrixregionen des Bulbus, wo Abkömmlinge der Stammzellen weiter proliferieren und Haarschaft und innere Wurzelscheide bilden.

  • Aus Stammzellen des Wulstes können auch Talgdrüsen hervorgehen. Am Wulst setzt außen der M. arrector pili an.

  • Im Wulst finden sich auch Stammzellen der Melanozyten.

Bindegewebige Wurzelscheide (Haarbalg)Außen wird der epitheliale HaarfollikelHaarbalgWurzelscheide:bindegewebige von einem Bindegewebsmantel, dem Haarbalg (= der bindegewebigen Wurzelscheide), umgeben. Im Haarbalg (Abb. 16.23, Abb. 16.24) finden sich zahlreiche sensible Nervenfasern. Zwischen Dermis und Haarwurzel verlaufen die Mm. arrectores pili, aus glatten Muskelzellen gebildete feine Muskeln, die die Haare aufrichten können (Gänsehaut).

Wachstum der Haare

Das Wachstum der Haare geht vom Haarbulbus aus, wo die mitotisch aktiven Zellen (Matrixzellen) vorkommen (Abb. 16.22). Kopfhaare wachsen im Monat ca. 1 cm und haben eine Lebensdauer von Monaten bis zu ca. 8 Jahren. Das Haarwachstum ist zyklisch (Haarzyklus), Wachstums- und Ruhephasen wechseln einander ab:
WachstumsphaseIn der Wachstumsphase (Haare:Wachstumdem Anagen), die bei den einzelnen Haaren Anagenunterschiedlich lang sein kann (Monate bis zu 8 Jahre), wächst das Haar. Das Kopfhaar einer Frau kann dabei deutlich länger als 50 cm werden. Vereinzelt wurde z. B. bei Indianerfrauen in Nordamerika und bei Frauen in Ost- und Südostasien bis zu 2 m langes Kopfhaar festgestellt, das offenbar ständig in der Wachstumsphase blieb.
RückbildungsphaseDer Wachstumsphase folgt eine Rückbildungsphase (das Katagen), die ca. 3 Wochen andauert und in der Katagender Haarbulbus beginnt, sich zurückzubilden.
RuhephaseEs schließt sich eine ca. 3 Monate andauernde Ruhephase (das Telogen) an, in der sich Bulbus und erhebliche TelogenTeile des Follikels weiter zurückbilden. Der untere Teil des Follikels verschwindet bis in Höhe des Wulstes, das Haar fällt aus. Es werden in dieser Phase aber Stammzellen im Wulst aktiv, die einen neuen Bulbus mit Matrixzellen aufbauen, von dem dann ein neues Haar gebildet wird. Die Stammzellen aktivieren auch Fibroblasten, die eine Papille bilden und dann ihrerseits die Matrixzellen beeinflussen. Während der Wachstumsphase sind die Stammzellen im Wulst relativ ruhig und der Wulst fällt als Struktur in dieser Phase oft nicht besonders auf. Mitunter findet man in einem Follikel sowohl noch das alte Haar als auch schon ein auswachsendes neues. Beim Kopfhaar sind i. A. gut 90 % der Haare in der Wachstumsphase.

Nägel

Auch die Nägel der Finger und Zehen sind Epidermisbildungen (Abb. 16.25). Während der Entwicklung schiebt sich die Epidermis der terminalen Finger- und Zehenglieder in die Dermis vor und bildet proximal die Nageltasche und seitlich den Nagelfalz. Am Boden NageltascheNagelEpidermis:Nägelder Tasche entsteht eine NagelfalzMatrixregion, von der aus die Zellen proliferieren und gemeinsam die verhornte Nagelplatte bilden. Der Anfangsteil der NagelplatteNagelplatte wird auch Nagelwurzel genannt. Die ausgereifte Nagelplatte besteht aus sehr hartem Keratin. Die Region der Matrix entspricht ungefähr der Lunula, dem hellen halbmondförmigen Gebilde anLunula der Basis des Nagels. Die Epidermis, über die die Nagelplatte wächst, wird Nagelbett genannt und besteht aus Stratum basale Nagelbettund Stratum spinosum. Das Nagelbett ist mit der äußeren epithelialen Wurzelscheide der Haare vergleichbar. Am Rand des Nagels entsteht der hufeisenförmige Nagelwall. Das helle Häutchen, das aus der Nageltasche vorwächst, besteht aus verhornten Zellen und heißt Eponychium.
Nägel wachsen ungefähr einen halben EponychiumMillimeter pro Woche, wobei Fingernägel schneller wachsen als Zehennägel. Wenn eine Nagelplatte verletzt oder entfernt wird, wächst ein neuer Nagel, solange die Matrix intakt bleibt.

Sinnesstrukturen der Haut

Sinnesorgane sind in der Haut weitverbreitet (Kap. 17.5), insbesondere Lamellenkörper wie die Vater-Pacini-Körperchen (Abb. 16.1) in der Subkutis oder die Meissner-Tastkörperchen im Stratum papillare. Haare sind basal von sensiblen Nervenendigungen umsponnen und können so die Funktion von Tastorganen erfüllen. Die Sinneszellen und sensiblen Nervenendigungen verleihen der Haut die Funktion eines Sinnesorgans.
Lernhinweise zu Kapitel 16 ▸ im Anhang

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