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B978-3-437-42104-4.00007-0

10.1016/B978-3-437-42104-4.00007-0

978-3-437-42104-4

Gelenkbeschwerden: Kriterien zur Unterscheidung von Arthrose und Arthritis

Tab. 24
Arthrose Arthritis
Anlaufschmerz Dauerschmerz (in Ruhe, auch nachts und bei Bewegung)
Anlaufsteifheit (Startsteifheit, Gefühl des Eingerostetseins) Steifheit (besonders morgens, von längerer Dauer)
Wulste an den Gelenkrändern Schwellung (sulzige Verdickung der Gelenkkapsel, Erguss)
Druckdolenzen am Gelenkrand, an Sehnenansätzen um das Gelenk, Muskelverspannungen Überwärmung, Rötung, Funktionsausfall
Endphasenschmerz, Bewegungsausfall (aktiv und passiv) Schmerzen während der gesamten Bewegung
Gelenkgeräusche (Reiben, Knarren, Knacken)

Geschmacksstörungen: Medikamente, die Geruch und Geschmack beeinträchtigen können (nach Schmidt, Malin) [11]

Tab. 25
Stoffgruppe Wirkstoff
Amöbizide und Antihelminthika Metronidazol
Antihistaminika Chlorpheniramin
Antiinfektiosa Amphotericin B, Ampicillin, Cefamandol, Griseofulvin, Ethambutol, Lincomycin, Sulfasalazin, Streptomycin, Tetrazykline, Tyrothricin
Antirheumatika, Analgetika Allopurinol, Colchicin, Gold, Levamisol, D-Penicillamin, Phenylbutazon
Antiseptika Hexetidin
Dentalhygienika Sodiumlaurylsulfat (in Zahnpasta)
Diuretika und Antihypertonika Captopril, Diazoxid, Etacrynsäure, Nifedipin, Propanolol, Spironolacton
Lipidsenker Clofibrat, Lovastatin, Pravastatin
Lokalanästhetika Benzocain, Procain-HCl, Kokain-HCl, Tetracain-HCl
Muskelrelaxanzien und Parkinsonmittel Baclofen, Levodopa
Opiat Codein, Hydromorphin-HCl, Morphin
Psychopharmaka, Antiepileptika Carbamazepin, Phenytoin, Lithium, Trifluoperazin, Amitriptylin, Clomipramin, Doxepin, Imipramin
Sympathomimetika Amphetamin
Thyreostatika Carbimazol, Methylthiouracil, Propylthiouracil, Thiouracill
Zytostatika und Immunsuppressiva Doxorubicin, Methotrexat, Azathioprin, Carmustin, Vincristin

G

Gangstörungen

Definition

Abweichung vom normalen Bewegungsablauf in der Stand- und/oder Schwungphase des Gehens. Der Gang kann in vielfältiger Weise gestört sein.

Ursachen

Vorübergehend auftretende Gangstörung
TIA
Durchblutungsstörungen im vertebrobasilären System.
Persistierende Gangstörungen
Parkinsonismus
Kleine trippelnde Schritte. Schlurfender Gang mit leicht gebeugten Knien bei nach vorne geneigtem Oberkörper. Die angewinkelten Arme werden beim Gehen nicht mitbewegt.
Ataxie
Störung der Bewegungsabläufe mit Auftreten unzweckmäßiger Bewegungen. Bei Kleinhirnerkrankungen, Hinterstrangaffektionen, z. B. Tabes dorsalis, AIDS, bestimmten Polyneuritisformen. Der breitbeinige schwankende Gang ähnelt dem eines Betrunkenen. Die Gangunsicherheit wird besonders deutlich bei raschen Kehrtwendungen.
Hemiparese
Tritt z. B. bei Tumoren, nach Schlaganfällen oder Hirnverletzungen auf. Der Patient zirkumduziert das hypertone paretische Bein, d. h. er schwingt es im Halbkreis nach vorne.
Paraspastik
Tritt auf bei spastischer Spinalparalyse, spinalen raumfordernden Prozessen. Der Paraspastiker schiebt beide Füße hörbar schleifend nach vorne.
Multiple Sklerose
Typisch ist eine Kombination von ataktischem und paraspastischem Gang.
Fußheberlähmung
Bei Peronaeusschädigung, Läsion von L5, toxischer oder diabetischer Polyneuropathie. Der schlaff herabhängende Fuß wird mit der Spitze zuerst und nach abnorm starkem Hochheben des Beins mit einem klappenden Geräusch aufgesetzt. Steppergang.
Hysterische Gangstörung
Das Bein wird auf dem Boden gerade schleifend nachgezogen oder aber die Patienten führen akrobatische Verrenkungen aus, wobei sie aber nicht oder zumindest nicht ernsthaft zu Fall kommen.

Diagnoseweisende Begleitsymptome

  • vorübergehende Gangstörung, Schwindel und Gangataxie, Doppelbilder, Sehstörungen bzw. Gesichtsfeldausfälle, verwaschene Sprache, Schluckstörungen, Hemi- bzw. Tetraparese, Hörstörung, transitorische Amnesie, Drop-Attacks (blitzartige atonische Stürze): TIA im vertebrobasilären System

  • halbseitige Lähmungen: Schlaganfall

  • breitbeinig schwankender Gang: Kleinhirnerkrankungen

  • Watschelgang: Schwäche der Beckengürtel-Oberschenkel-Muskulatur

  • Roboter- oder Scherengang: spastische Parese der Beine

  • Stepper- oder Storchengang: periphere Fußheberparese.

  • Vgl. auch Tremor, Spastik, Rigor, Parkinsonismus.

Merke

Beim alten Menschen ist der Gang (Tempo, Art und Variabilität der Schritte sowie die Fähigkeit, sich dabei zu unterhalten) ein guter Indikator für Gesundheitszustand, Muskelmasse und geistige Fitness.

Diagnostik

Anamnese
  • Vorerkrankungen, traumatische Nervenverletzungen, Schlaganfall

  • Alkoholkonsum, Drogen etc.

Klinische Untersuchung
  • Reflexasymmetrie

  • Tonussteigerung oder -minderung

  • Muskelatrophien

  • Sensibilitätsprüfung

  • Fallen und Schwanken

  • weitere Zeichen des Parkinsonismus: Tremor, Rigidität, Bradykinesie

  • Beurteilung der Ruhehaltung: z. B. vornübergeneigt bei Parkinsonismus, Lendenlordose bei Muskeldystrophie

  • Einbeinstand: Auch bei Gesunden ist die Standsicherheit unterschiedlich.

  • Gehen: Man achte auch auf Haltung, Größe der Schritte, Mitbewegung der Arme.

Gehprüfungen
Dienen der Beurteilung der Beinmotorik, der Bewegungskoordination, der Schrittlänge, auffälliger Einseitigkeit, von Torkeln, Mitbewegungen etc. Dazu lässt man den Patienten vorwärts und rückwärts gehen, sowohl mit offenen als auch geschlossenen Augen; frei, auf einem vorgezeichneten Strich und Fuß vor Fuß.
Fußspitzen-/Hackengang
Beide geben über distale Paresen Auskunft. Der Hackengang ist bei einer Schwäche der Dorsalextensoren, z. B. bei Peronaeusparese oder Polyneuropathie, frühzeitig nicht mehr ausführbar.
Romberg-Versuch
Der Patient wird aufgefordert, mit angenäherten Fußspitzen unter Augenschluss ruhig stehen zu bleiben. Koordinative Störungen führten zu stärkerem Schwanken, während ein geringes Pendeln physiologisch ist.
Blindgang
Der Patient geht mit geschlossenen Augen vor- und rückwärts. Bei fehlender Augenkontrolle wirkt der ataktische Gang unsicher (Gangataxie).
Seiltänzergang
Der Patient wird aufgefordert, Fuß vor Fuß setzend auf einer Linie vorwärts zu gehen. Die Prüfung erfolgt zunächst mit offenen, dann mit geschlossenen Augen.
Monopedales Hüpfen
Bei Störungen der lokomotorischen Koordination ist das Hüpfen auf einem Bein erschwert.
Tretversuch
Der Patient soll bei Verdacht auf eine Vestibularisstörung mit geschlossenen Augen am Ort treten. Nach 50 Schritten ist beim Gesunden maximal eine Drehung von 45° zu erwarten.
Sterngang
Der Patient geht mit geschlossenen Augen je zwei Schritte vor und zurück. Bei einer Störung des Labyrinths dreht er sich allmählich auf die Seite des Ausfalls.
Weiterführende Untersuchungen
Fachärztliche neurologische Untersuchung und Diagnostik.

Gedächtnisstörungen

Definitionen

Dysmnesie
Störungen von Gedächtnis und Lernleistungen.
Hypomnesie
Störung von Merkfähigkeit und Erinnerung, wobei neuere Erlebnisse stärker betroffen sind als ältere. Oft einhergehend mit mangelnder Konzentration und schwankender Aufmerksamkeit. Meist allmähliches Auftreten. Frühsymptom!
Hypermnesie
Bestimmte Erinnerungen tauchen bes. lebhaft auf, z. B. bei Zwangsideen.
Demenz
Klinisches Syndrom mit dem Kernsymptom Gedächtnisstörung.

Ursachen

Meist hirnorganische Veränderungen.
Beginnende Demenz
M. Alzheimer
Fortschreitende diffuse Hirnatrophie, die schon im 5.–6. Lebensjahrzehnt auftreten kann. Weitere Symptome sind Desorientiertheit, Verwirrtheit, Unruhe. Diagnostisch sind senile Plaques und Neurofibrillendegeneration zusammen mit der klinischen Symptomatik bei Fehlen anderer Demenzursachen.
Vaskuläre Enzephalopathien
Die vaskuläre Demenz ist allein oder kombiniert für ca. 20 % der Demenzfälle verantwortlich. Man unterscheidet ischämisch/hypoxische (Multiinfarktdemenz) von der mikroangiopathischen Demenz durch Arteriosklerose kleiner Blutgefäße.
M. Parkinson
Eine Demenz tritt bei ca. 30 % der Parkinson-Patienten auf.
Kortikale Lewy-Körper-Demenz
Klinisch mildes Parkinson-Syndrom mit frühzeitiger Demenz.
Pick-Krankheit
Progressive Hirnatrophie, Beginn zwischen 40.–60. Lebensjahr
Prionenkrankheiten
Durch die BSE in den Mittelpunkt des Interesses geraten. Rasch progressive Demenz mit Myoklonien und durchschnittlicher Überlebenszeit von 8 Monaten.
HIV-Infektion
AIDS-Enzephalopathie: chronischer hirnorganischer Leistungsabbau bei ca. 50 % der AIDS-Patienten mit neurologischer Manifestation.
Intoxikation
  • Kohlenmonoxid

  • Blei, Quecksilber

  • Alkohol

  • Medikamente (z. B. Schlafmittel, Tranquilizer)

  • Drogen

Schädel-Hirn-Trauma
  • postkommotionelles Syndrom

Stoffwechselstörungen
  • Hypoglykämie

  • Leberzelleninsuffizienz

  • Hypothyreose

  • Morbus Cushing

Psychiatrische Erkrankung
  • Schizophrenie

  • Depression

Psychovegetativ
Diagnoseweisende Begleitsymptome
  • Erinnerung an Daten, Fakten und Lebensereignisse bes. betroffen: Störungen des deklarativen Gedächtnisses; bei Störungen im Temporallappen

  • Handlungsabläufe wie Binden eines Knotens, Schreibmaschineschreiben, Spielen eines Musikinstruments erschwert: Störungen des prozeduralen Gedächtnisses; bei Parkinson und Chorea Huntington

  • Die momentane Bewusstheit und damit Verfügbarkeit von Gedächtnisinhalten ist betroffen: Störungen des Arbeitsgedächtnisses; bei Schizophrenien und Prozessen des Frontallappens

  • Schwindel, Stimmungslabilität, höheres Alter: Zerebralsklerose

  • Unruhe, Desorientierung, Verwirrtheit, Fassade erhalten, Beeinträchtigung der Alltagsfähigkeiten: M. Alzheimer

  • zunehmende Kopfschmerzen, Schwindel, Lähmungen: Hirntumor

  • Doppelbilder, Tremor, path. gesteigerte Reflexe: multiple Sklerose

  • Müdigkeit, Reizbarkeit, Benommenheit, Meningismus: Enzephalitis

Diagnostik

Anamnese
Qualität der Gedächtnisstörung: gestörte Merkfähigkeit, mangelnde Konzentration, schwankende Aufmerksamkeit
  • Besteht auffälliges Leistungsversagen, mangelnde Erholungsfähigkeit?

  • Schlafstörungen?

  • Sind dadurch Alltagsaktivitäten gestört oder eingeschränkt?

  • Störung der räumlichen und/oder zeitlichen Orientierung?

  • Seit wann werden die Gedächtnisstörungen bemerkt? Fremdanamnese!

  • Vorgeschichte von Schädel-Hirn-Traumen?

  • Alkohol- oder Drogenabusus?

  • Intoxikationen?

  • Ernährungsanamnese

Klinische Untersuchung
  • Prüfung von Orientierung

  • Prüfung von abstraktem Denken, z. B. durch Fragen nach dem Sinn von Sprichwörtern, nach Synonymen oder Gegensätzen

  • Unfähigkeit, sich nach 5 Minuten an drei Objekte zu erinnern: Störung des Kurzzeitgedächtnisses

  • Unfähigkeit, sich an Ereignisse vom Vortag zu erinnern: Störung des Langzeitgedächtnisses

  • Vorliegen einer Aphasie, Alexie, Apraxie, Akalkulie?

  • Blutdruck, gründliche kardiovaskuläre Untersuchung

Labor
  • Blutbild, CRP

  • Elektrolyte, Blutzucker, Leber- und Nierenwerte

  • Urinstatus

  • Schilddrüsenwerte, TPHA-Test

  • Folsäure und Vit. B12

Weiterführende Untersuchungen
  • EKG, Langzeit-EKG

  • Gefäßdoppler

  • klinische Assessmenttests zur Beurteilung der kognitiven Fähigkeiten

  • orientierende internistische Abklärung und psychiatrischen Status

  • EEG

  • CCT, MRT

  • Liquor

Merke

Die wesentliche klinische Aufgabe besteht im Erkennen behandelbarer Demenzformen!

Gelenkbeschwerden

Definitionen

Arthralgie
Gelenkschmerz.
Arthritis
Gelenkentzündung.
Arthropathie
Im weiteren Sinn Gelenkleiden, im engeren Sinn degenerative Gelenkerkrankung.
Arthrose
Degenerative Gelenkerkrankung, die meist aus einem Missverhältnis zwischen Beanspruchung und Beschaffenheit bzw. Leistungsfähigkeit der einzelnen Gelenkanteile und -gewebe entsteht. Dabei spielen neben einer Veranlagung zu frühzeitigem Verschleiß auch Missbildungen, Fehlstellungen, Fehlbelastungen, Traumata, Übergewicht etc. eine Rolle.

Merke

Gelenkschmerzen entstehen vor allem in der Synovia. Hauptsächlich durch Entzündung, Kapselspannung bei Erguss, Fehlbelastung und mechanische Irritation sowie durch periartikuläre Veränderungen.

Ursachen

Trauma
  • Distorsion

  • Fraktur

  • Bänderriss

  • Meniskusläsion

  • Luxatio

Degenerativ-rheumatische Gelenkerkrankungen
  • Arthritis deformans

  • Spondylosis deformans

  • Periarthrosis humeroscapularis

Bakterielle Infektion mit direktem Gelenkbefall
  • Staphylokokken, Streptokokken, Salmonellen, E. coli, Pseudomonas, Gonokokken, Pneumokokken, Meningokokken, Tuberkelbakterien, Yersinia enterocolica

  • sog. Herdinfekte (Tonsillen, Zähne, Gallenblase, Prostata) ohne Erregernachweis

Para- oder postinfektiöse Arthritis/Arthralgie
  • Borreliose (Lyme-Krankheit)

  • Yersinia pseudotuberculosis

  • Scharlach

  • Gonorrhö

  • Tuberkulose

  • Brucellosen

  • Salmonellen

  • Coxsackie

  • Mumps

  • Hepatitis B

  • Masern

  • M. Reiter

  • Behçet-Syndrom

  • Löfgren-Syndrom (akuter M. Boeck)

Entzündlich-rheumatische Gelenkerkrankungen
  • rheumatisches Fieber

  • chronische Polyarthritis

  • Kollagenkrankheiten

  • M. Bechterew

  • Sjörgen-Syndrom

Arthropathien bei Stoffwechselkrankheiten
  • Gicht

  • Hyperlipidämie

  • Alkaptonurie (Ochronose)

Arthropathien verschiedener Ätiologie
  • Tabes (Knie)

  • Syringomyelie (Schultern)

  • Hämophilie, Hämarthros (Knie)

  • Psoriasis (bes. distale Fingergelenke)

  • Colitis ulcerosa, M. Crohn

  • M. Whipple

  • Hämochromatose

  • endokrine Erkrankungen wie Schilddrüsenerkrankungen, Akromegalie, M. Cushing, Steroidtherapie nach längerer Dauer und abruptem Absetzen

  • Tumoren der Gelenke

  • Erkrankungen des Knorpels

  • Osteochondrosis dissecans

  • familiäre Chondrokalzinose

  • Arthritis mutilans

  • paraneoplastisch (bes. Bronchuskarzinom)

  • M. Boeck

  • Avitaminosen

  • Caplan-Syndrom

Allgemeine Begleitsymptome

Je nach Krankheitsursache manifestieren sich die Symptome an verschiedenen Gelenken:
  • überwiegend kleine Gelenke: rheumatoide Arthritis, Arthritis psoriatica, paraneoplastische Arthropathie, Periarteriitis nodosa

  • überwiegend große Gelenke: rheumatisches Fieber, Colitis ulcerosa, M. Crohn, Lupus erythematodes

  • Mono- oder Oligoarthropathie: Arthrosis deformans, Arthritis urica, infektiöse Arthritis, M. Reiter, Ochronose, neurogene Arthropathie

Wichtig für das therapeutische Vorgehen ist die Unterscheidung zwischen Arthrose und Arthritis anhand typischer Begleitsymptome (Tab. 24).

Diagnoseweisende Begleitsymptome

  • Durchfälle: Colitis ulcerosa, M. Whipple, Salmonellose

  • Ikterus: Hepatitis

  • trockene Haut und Schleimhäute, Konjunktivitis: Sjögren-Syndrom

  • Konjunktivitis, Urethritis bei jüngeren Männern: M. Reiter

  • Iritis, Konjunktivitis, Skleritis: chronische Polyarthritis

  • Erythema anulare: rheumatisches Fieber

  • Erythema nodosum: M. Boeck, Kolitis

  • Iritis: M. Bechterew

  • Urticaria: akute Allergie

  • Raynaud-Syndrom: Sklerodermie

Hintergrund

Im Folgenden ein Überblick über wichtige Krankheitsbilder, die mit Gelenkbeschwerden einhergehen:

Lyme-Krankheit (Borreliose)

Die Krankheit beginnt 3 bis 30 Tage nach einem Zeckenbiss mit vielgestaltigen Allgemeinbeschwerden (Kopfschmerzen, Übelkeit, Fieber) und einem Erythema chronicum migrans, das spontan abheilt. Die neurologischen (Radikulitis), kardialen (Peri-/Myokarditis) und arthritischen Komplikationen folgen Wochen bis Jahre später.

Gelenkbefall

In der Hauptsache sind Knie- und Sprunggelenke befallen.

Rheumatisches Fieber

Spezifische Entzündungsreaktion auf Toxine von Streptokokken der Gruppe A. Die Krankheit läuft in 3 Stadien ab: Streptokokkenangina – Latenzperiode – rheumatisches Fieber. Bei Ausbruch des rheumatischen Fiebers ist kein Streptokokkus mehr im Blut und nur noch bei einem geringen Teil der Patienten im Rachenabstrich nachweisbar.

Gelenkbefall

Bei der Polyarthritis wandern die Schmerzen von Gelenk zu Gelenk, die Gelenke sind geschwollen, gerötet, heiß und in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt. Bevorzugt befallen sind die großen Gelenke.

Merke

Schweres rheumatisches Fieber ist heute eine Erkrankung der Entwicklungsländer. In den Industriestaaten tritt es überwiegend subakut auf. Ob es sich hierbei um eine Malignitätsänderung der Streptokokken (auch Scharlach verläuft heute leichter als früher) oder um die Folge der häufigen Anwendung von Penicillin bei Halsinfektionen handelt, ist nicht geklärt. Disponierend sind schlechte soziale Lage, familiäre Veranlagung sowie das Alter.

Hintergrund

Diagnose

Oft ist nur ein Teil der Symptome vorhanden oder der Verlauf ist atypisch. Man hat deshalb die Diagnose eines rheumatischen Fiebers an das Vorhandensein mindestens zweier sog. Hauptkriterien oder eines Hauptkriteriums und zweier Nebenkriterien gebunden.
Hauptkriterien:
  • Karditis

  • Polyarthritis

  • Chorea minor

  • Erythema anulare

  • subkutane Knötchen

Nebenkriterien:
  • Fieber

  • Arthralgie

  • PQ-Verlängerung im EKG

  • beschleunigte BSG, Leukozytose, C-reaktives Protein

  • vorherige Erkrankungen an rheumatischem Fieber

  • rheumatische Erkrankungen in der Familie

  • Hinweis auf vorausgegangene Infektion mit β-hämolysierenden Streptokokken (Scharlach, Streptokokkennachweis, erhöhter Antistreptolysintiter)

Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis)

Chronische, in Schüben verlaufende Erkrankung des Bindegewebes. Im Mittelpunkt des Krankheitsgeschehens steht eine Synoviitis als Folge einer Immunvaskulitis, die zu Autoaggressionsvorgängen in den befallenen Gelenken führt. Im Serum finden sich Antikörper gegen Immunoglobuline (Rheumafaktoren).

Gelenkbefall

Krankheitsbeginn
  • oft schleichend mit spindelförmiger Schwellung und schmerzhafter Bewegungseinschränkung eines oder mehrerer Metakarpophalangeal- und/oder Interphalangealgelenke des 2., 3. und 4. Fingers (selten Fingerendgelenke)

  • auch Schmerzen und Schwellung eines großen Gelenks (am häufigsten Kniegelenke), evtl. passager, oft symmetrisch

  • Morgensteife der Gelenke

Weiterer Verlauf
  • entweder in Schüben mit spontanen Remissionen oder chronisch-progredient

  • durch Schwellung schmerzhafte Bewegungseinschränkung und zunehmende Gelenkdestruktion

  • Auftreten von Deformitäten: ulnare Deviation der Hand, Subluxation verschiedener Gelenke, später Ankylose, sekundäre Arthrose

Arthritis bei Psoriasis

Tritt bei etwa 10 % der Psoriatiker auf. Genese unklar.

Gelenkbefall

Typisch ist der Befall „im Strahl“ der Finger- und Zehenendgelenke, daneben kommen oligoartikuläre Erkrankungen großer Gelenke vor. Die Symptomatik ist ähnlich der bei rheumatoider Arthritis.

Fingerpolyarthrose

Primäre Arthrose, von der Frauen etwa 10-mal häufiger befallen werden als Männer.

Gelenkbefall

Typisch sind derbe, meist schmerzlose Auftreibungen an den Fingerend- und Fingermittelgelenken, jedoch nicht an den Grundgelenken (mit Ausnahme des Daumengrundgelenks). Als Heberden-Knötchen werden bilaterale Exostosen an den dorsalen Fingerendgelenken, als Buchard-Knoten spindelförmige Auftreibungen an beiden Seiten der Fingermittelgelenke bezeichnet. Die Knoten entwickeln sich langsam über Jahre, wobei die Krankheitserscheinungen bis auf kurz dauernde Morgensteifigkeit und gelegentliche Parästhesien der Fingerspitzen gering sind.

Diagnostik

Anamnese
Krankheitsdauer und -aktivität
Lokalisation der Beschwerden
Mono-, oligo- oder polyartikulärer Befall.
Persönliche Daten
Geschlecht, Alter, berufliche Beanspruchung können wichtige differenzialdiagnostische Kriterien sein, z. B. M. Reiter bei Männern im jüngeren und mittleren Lebensalter, Arthrosen aufgrund chronischer beruflicher Belastung.
Schmerzcharakter
  • Anlauf- oder Dauerschmerz

  • Belastungsschmerz

  • morgendliche Steifigkeit

Allgemeinzustand
Fieber, Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Müdigkeit weisen auf eine entzündliche oder systemische Erkrankung hin.
Begleitsymptome
Grundkrankheit
Zum Beispiel Gicht, Infektion, M. Crohn u. a.
Vorerkrankungen
Zum Beispiel Tonsillitis, Enteritis etc., Zeckenbiss.
Klinische Untersuchung
Gelenkbefall
  • Unterscheidung Arthritis – Arthrose (Tab. 24)

  • Art und Ausdehnung, Seitenvergleich

  • Entzündungserscheinungen: Schwellung, Rötung, Erguss

  • Funktionsfähigkeit der Gelenke

Hauterscheinungen
  • z. B. Psoriasis

  • Erythema nodosum, Erythema anulare

  • trockene Haut

  • Xanthelasmen, Gichttophi

Augenveränderungen
  • Iritis

  • Konjunktivitis

  • Skleritis

Organvergrößerung
Palpation von Leber, Milz und Lymphknoten.
Labor
  • CRP/BSG: spiegeln die Krankheitsaktivität wider

  • Harnsäure

  • Rheumafaktor, antinukleäre Faktoren (ANA)

  • Urinstatus

Weiterführende Untersuchungen
Weitere mikrobiologische, serologische und Antikörperuntersuchungen richten sich nach der klinischen Verdachtsdiagnose.
Rheumafaktor
Ein erhöhter Rheumafaktor tritt nur in ca. 80 % aller Fälle von chronischer Polyarthritis und auch nur selten zu Beginn, meist vielmehr im Lauf des ersten Jahres der Krankheit auf.
Streptokokkenserologie
Zur Diagnose des rheumatischen Fiebers.
Röntgenuntersuchungen
Pathologische Befunde zeigen sich oft erst nach monatelangem Krankheitsverlauf. Gerade bei der Arthrose kann oft ohne entsprechende röntgenologische Veränderungen über typische Beschwerden geklagt werden, während andererseits Patienten mit ausgeprägten röntgenologischen Veränderungen beschwerdefrei sind.

Merke

Die Laborbefunde treten in ihrer diagnostischen Wertigkeit weit hinter den anamnestischen und klinischen Befunden zurück.

Deshalb stützt sich die Diagnose von Gelenksbeschwerden in der Hauptsache auf Anamnese und Symptome!

Genitalblutungen

Definitionen

Die normale Menstruation tritt in ca. 28-tägigen Intervallen auf, dauert 3–6 Tage und geht mit einem Blutverlust von ca. 50 ml einher. Von diesem Schema abweichende zusätzliche Blutungen sowie vor der Menarche bzw. nach der Menopause auftretende Blutungen sollen im Folgenden als atypische Blutungen behandelt werden.
Hypermenorrhö
Verstärkte Periodenblutung.
Hypomenorrhö
Zu schwache Periodenblutung.
Oligomenorrhö
Zu selten auftretende Periodenblutung.
Polymenorrhö
Zu häufige Periodenblutung (Periode kürzer als 25 Tage).
Menorrhagie
Verlängerte Periodenblutung.
Ovulationsblutung
Schwache Blutung zur Zeit der Ovulation.
Prämenstruelle Vorblutung
Blutung vor dem Einsetzen der regulären Menstruation.
Metrorrhagie
Zwischenblutung, Blutung ohne Zusammenhang mit der Menstruation.
Kontaktblutungen
Blutungen bei oder nach dem Geschlechtsverkehr.

Ursachen

Hypermenorrhö
Anovulatorische Zyklen, verzögerte Abstoßung des Endometriums, Uterus myomatosus, Intrauterinspirale, Entzündungen, Lageveränderungen des Uterus, lokale Hyperfibrinolyse.
Hypomenorrhö
Endometriumhypoplasie, individuelle Eigenart.
Oligomenorrhö
Lang dauernde Follikelpersistenz oder verzögerte Follikelreifung, postmenopausale Blutung.
Polymenorrhö
Verkürzte Follikelphase, beschleunigte Follikelreifung, ungeregeltes Follikelwachstum, anovulatorische Zyklen mit kurz dauernder Follikelpersistenz, vorzeitige Involution des Corpus luteum.
Menorrhagie
Unregelmäßige Abstoßung des Endometriums, Myome, Endometritis, Polypen.
Ovulationsblutung
Vorübergehender Hormonabfall beim Follikelsprung.
Prämenstruelle Vorblutung
Intrauterinspirale, Polypen, Corpus-luteum-Insuffizienz.
Metrorrhagie
Benigne und maligne Tumoren, Myome, Polypen, Schwangerschaftsstörungen, Intrauterinspirale, Ovulationshemmer.
Kontaktblutungen
Tumoren, insbesondere Zervixkarzinom, Polypen, Verletzungen, Zervixektopie, Zervizitis.
Endometriose

Diagnoseweisende Begleitsymptome

  • fleischwasserähnlicher Ausfluss, Kontaktblutung: Portiokarzinom, Kollumkarzinom

  • schmerzlose LK-Schwellung in der Leiste, Pruritus vulvae, Brennen: Vulvakarzinom

  • verlängerte, verstärkte Menses, Resistenz im Unterbauch: Uterusmyom

  • verlängerte Menses, sehr heftige Schmerzen, zyklusassoziierte Probleme bei Miktion und Stuhlgang, Infertilität: Endometriose

Diagnostik

Anamnese
  • Blutungskalender, Stärke der Blutung (Zahl der Vorlagen), Schmerzen, Menarche? Menopause? Frühere Periodenblutungen?

  • Basaltemperaturkurve anfertigen lassen

  • Differenzialdiagnose von Blutungen aus der Blase oder dem Rektum: Blutungen beim Geschlechtsverkehr, Juckreiz oder Brennen der Vulva, Harninkontinenz und/oder Obstipation (bei Descensus uteri)

Klinische Untersuchung
  • Inspektion der Vulva

  • Palpation des Abdomens auf Resistenzen im Unterleib

  • Palpation der Leistenlymphknoten

  • rektale Untersuchung

  • Hinweise auf Descensus uteri

  • gynäkologische Fachuntersuchung

Weiterführende Untersuchungen
  • Malignomausschluss

  • Ausschluss einer Schwangerschaft

  • Hormonuntersuchungen

Merke

Die Abklärung und Diagnosesicherung muss durch eine gynäkologische Fachuntersuchung erfolgen.

Geruchsstörungen

Definitionen

Störungen des Geruchssinns. Vgl. auch Geschmacksstörungen.
Anosmie
Aufhebung der Geruchswahrnehmung.
Hyposmie
Verminderung der Geruchswahrnehmung. Insbesondere aromatische Gerüche sind betroffen. Die Mahlzeiten schmecken fade.
Hyperosmie
Krankhafte Steigerung der Geruchswahrnehmung, die der Patient als unangenehm empfindet.
Parosmie
Veränderung der Geruchswahrnehmung, evtl. mit unangenehmem Charakter.
Kakosmie
Geruchsmissempfindungen.
Presbyosmie
Verschlechtertes Riechvermögen mit zunehmendem Alter.

Merke

Selten wird der Arzt wegen einer Geruchsstörung aufgesucht. Sie wird meist erst bei der Anamnese angegeben. Störungen des Geruchsempfindens können wichtige lokaldiagnostische Hinweise geben.

Ursachen

Schädeltrauma
Abriss der Nn. olfactorii, Kontusion des Bulbus olfactorius.

Praxistipp

Die Störung des Geruchssinns tritt meist erst nach einer Latenz von Wochen bis Monaten auf.

Tumoren
  • Olfaktoriusneurinom

  • Tumoren des Stirnhirns oder der Sellagegend

Nasen- und Nasennebenhöhlenaffektionen
  • Rhinitus sicca

  • nach grippalen Infekten

  • bei Ventilationsstörungen (einseitig)

  • Stirnhöhlenabszesse

Praxistipp

Erkrankungen von Nase/Nasennebenhöhlen sind lt. US-National Health Survey, 2005, mit einer Prävalenz von 14,8 der Gesamtbevölkerung die häufigsten chronischen Gesundheitsstörungen überhaupt und gehen oft mit einem abgeschwächten Geruchsvermögen einher.

Aura eines epileptischen Anfalls
Neurodegenerative Erkrankungen
M. Parkinson, M. Alzheimer, Lewy-Body-Demenz
Toxische Schädigung
  • Vielzahl von Medikamenten (Lipidsenker, Analgetika, Antiseptika, Zytostatika, Diuretika)

  • Industriegifte

  • Insektizide

  • Schwermetalle

Olfaktoriusneuritis
Schwangerschaft
Psychogen
Seltenere Ursachen
  • multiple Sklerose, Tabes dorsalis, progressive Paralyse

  • Diabetes mellitus

  • M. Paget

  • Tbc, Lues, Wegener-Granulomatose, Sarkoidose

Merke

Riechstörungen sind ein häufiges Begleitsymptom bei neurodegenerativen Erkrankungen und können den typischen kognitiven und motorischen Einschränkungen um Jahre vorausgehen.

Diagnoseweisende Begleitsymptome

  • psychische Auffälligkeit, Sehstörung durch Optikusatrophie, Stauungspapille auf der Gegenseite: Olfaktorius-Meningeom

  • Hirnnervenausfälle, Riesenwuchs, Impotenz, Cushing: Hypophysentumor

  • Anamnese von Trauma, frontobasaler Fraktur: Abriss der Fila olfactoria

  • Meningitis, Allgemeinerkrankung, Fieber: Olfaktoriusneuritis

  • ausgeprägte Geruchsmissempfindung bis -halluzination: Tumor, Epilepsie, Psychose

  • einseitige Geruchsstörung: Ursache lokal im Nasen-Rachen-Raum

Diagnostik

Anamnese
  • Ist der Geruchssinn vermindert (fades Essen = quantitative Störung) oder verändert (qualitative Störung)?

  • Seit wann besteht die Störung?

  • Ist sie dauernd vorhanden oder nur gelegentlich (z. B. im Rahmen eines epileptischen Anfalls)?

  • vorausgegangene Traumen, Entzündungen, Erkrankungen der Nasennebenhöhlen oder des Nasen-Rachen-Raums

  • Kopfschmerzen, Allgemeinbefinden

  • Wesensänderung

  • Medikamente

  • Exposition zu Gewerbegiften, Schwermetallen etc.

  • Liegen hormonelle Störungen vor?

Klinische Untersuchung
  • Allgemeinstatus

  • neurologische Untersuchung

  • Riechtest: Der Patient schließt die Augen und hält ein Nasenloch zu; dann muss er nacheinander an drei Proben riechen (aromatische Stoffe, sogenannte Trigeminusreizstoffe, kombinierte Geruchs- und Geschmacksstoffe) und diese benennen.

Merke

Die Prüfung des Geruchsvermögens ist eine subjektive Methode!

Labor
  • CRP, Blutbild

  • serologische Untersuchungen

  • Liquoruntersuchungen

Weiterführende Untersuchungen
  • Röntgen-Schädel, CCT, MRT

  • EEG

  • Röntgen/CT-Thorax

  • HNO-ärztliches Konsil

  • neurologisches Konsil

Geschmacksstörungen

Definitionen

Störungen des Geschmackssinns. Vgl. auch Geruchsstörungen.
Ageusie
Fehlen der Geschmacksempfindung.
Hypogeusie
Beeinträchtigung der Geschmacksempfindung.

Merke

Die Differenzierung von Geruchs- und Geschmacksstörungen ist in der Praxis oft schwierig.

Ursachen

Lokal
  • Einwirkung toxischer Substanzen auf die Zungenschleimhaut, Nikotinabusus

  • Atrophie der Geschmackspapillen (Perniziosa, bei alten Personen)

  • Zungenbelag (Vitaminmangel, schwere Allgemeinerkrankung, lange Antibiotikatherapie)

Zentral (Prozesse an der Schädelbasis)
  • Schädel-Hirn-Trauma

  • neurologische Erkrankung

  • Malignom

Krankheitsprozesse im Mittelohr
Nach Einnahme bestimmter Medikamente
Penicillamin, Antidepressiva, L-Dopa u. a. (Tab. 25). Geschmacksstörungen sind in der Regel vorübergehend und mit Geruchsstörungen gekoppelt.

Diagnoseweisende Begleitsymptome

  • Ausfall des Bitterschmeckens: N. glossopharyngeus

  • Ausfall des Sauer-Salzig-Süß-Schmeckens: Störungen im Bereich der Chorda tympani

  • Neurologische Ausfälle weiterer Hirnnerven, Sensibilitätsstörungen: zentrale Ursache

  • Haarwuchsstörung, trophische Störungen der Fingernägel: Zinkmangel

  • Zungenbeläge, Ulcera in der Mundhöhle: Immunsuppression

  • psychische Störungen, Wahnvorstellungen, Verhaltensauffälligkeiten: Schizophrenie, Hysterie

Diagnostik

Anamnese
  • genaue Schilderung der Geschmacksstörung: quantitativ (Hypo-, Ageusie), qualitativ (Unterscheidung von Geruchsstörungen), Schmerzen bei Kontakt mit Speisen?

  • Trauma, Ohrenprobleme, Vorerkrankungen, Malabsorption

  • Medikamentenanamnese

  • Nikotinabusus?

Klinische Untersuchung
  • Inspektion der Zunge, des Mundraums und des Nasen-Rachen-Raums

  • neurologische Untersuchung insbes. der Hirnnerven

  • orientierende Geschmacksprüfung bei zugehaltener Nase, unter Zwischenschaltung von Mundspülungen: süß (Zucker), salzig (Kochsalz), sauer (Zitronensäure, Essigsäure), bitter (Chinin)

Labor
  • Blutbild

  • Vit. B12

  • Zink

  • Liquoruntersuchungen

Weiterführende Untersuchungen
  • Zungenabstrich

  • Röntgen-Schädel, CCT, MRT

  • Schilling-Test

Gewichtsverlust Untergewicht

Gleichgewichtsstörungen Schwindel

Globusgefühl
Definition
Chronisches oder intermittierendes Fremdkörper-, Enge- oder Verschleimungsgefühl im Rachen. Die Patienten haben das Gefühl, als ob dauernd ein Kloß in ihrem Hals stecke. Sie haben jedoch keinerlei Schwierigkeiten, feste Nahrungsbestandteile zu schlucken.

Ursachen

Der Globus pharyngeus (früher G. hystericus) im eigentlichen Sinn wird als neurotisches Symptom ohne organische Ursache betrachtet. Differenzialdiagnostisch davon abzugrenzen ist die Dysphagie, der immer eine organische Ursache zugrunde liegt. Beim Globus pharyngeus besteht keine objektiv nachweisbare Ursache für die Beschwerden. Die Patienten weisen oft auch andere neurotische Persönlichkeitsmerkmale auf.

Merke

Wichtig ist, das Globusgefühl von organischen Ursachen einer Schluckstörung zu differenzieren. Dazu gehören auch die Beschwerdekreise Hals-Rachen-Schmerzen, retrosternale Schmerzen sowie Beschwerden im oberen Thoraxbereich.

Allgemeine Begleitsymptome

  • Anspannung, Stress, Angst vor Tumorerkrankung

  • Depression

  • vegetative Symptomatik

  • Migräne

  • keine Probleme mit fester Nahrung

Diagnostik

Anamnese
  • Charakter, Dauer und Zeitpunkt der Beschwerden

  • Abhängigkeit der Beschwerden von Belastung (physisch, psychisch) oder Lagewechsel

  • Schluckbeschwerden beim Essen fester Nahrung oder beim Trinken

  • Begleitsymptome, die für eine organische Erkrankung sprechen: Aufstoßen, Mundgeruch, Gewichtsverlust; trockener Mund, Ekelgefühl, Erbrechen; Herzbeschwerden, Atemnot

  • Medikamentenanamnese

  • Vorerkrankungen

Klinische Untersuchung
  • Inspektion des Mund- und Nasen-Rachen-Raums

  • gründliche internistische Untersuchung

  • HNO-ärztliche Untersuchung

Weiterführende Untersuchungen
  • Ösophagogastroskopie

  • Breischluck

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