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B978-3-437-41195-3.00013-8

10.1016/B978-3-437-41195-3.00013-8

978-3-437-41195-3

Hautdecke und darunter liegende Strukturen am Unterarm eines menschlichen Neugeborenen; histologisches Übersichtsbild.

K: Kutis, bestehend aus Epidermis (E) und Dermis (D). SK: Subkutis; Fo: oberflächliche Faszie; Fm: Muskelfaszie; M: Muskel; rc: Retinaculum cutis; SD: ekkrine Schweißdrüsen. HE, Vergr. 22-fach.

Räumliche Darstellung der Hautanhangsgebilde.

Der Haarfollikel ist nicht angeschnitten, daher ist nicht sein Inhalt, sondern nur seine dermale Fläche zu sehen. Aus dem Haartrichter ragt der Haarschaft hervor. Beachte seine Bedeckung mit der dachziegelartig gebauten Cuticula. In dieser Darstellung ist das Haar steil aufgerichtet. Bei erschlafftem M. arrector pili müssten Follikel und Haar mehr nach rechts geneigt sein.

Nagel.

  • a)

    Schematischer Längsschnitt. Die Dermis des Nagelbetts befestigt den Nagel unverschieblich (ohne Vermittlung durch eine Subkutis) an der Endphalanx. Die Pfeile deuten die Richtung an, in der die Hornzellen in die vorwachsende Nagelwurzel eingefügt werden.

  • b)

    Histologischer Schnitt durch die Nagelwurzel. Goldner, Vergr. 63-fach.

Haut und Hautanhangsgebilde

Die Haut (Cutis, Kutis) bildet zusammen mit der darunter liegenden Unterhaut (Tela subcutanea, Subkutis) die Hautdecke (Integumentum commune). Die Kutis besteht aus der epithelialen Epidermis und der bindegewebigen Dermis (Lederhaut, Corium) ( Abb. 13.1).

Zu den Hautanhangsgebilden zählen Haare, Nägel, Talg- und Schweißdrüsen sowie die Brustdrüsen ( Kap. 3.6.7). Die Haut erfüllt lebenswichtige Aufgaben: Sie schützt den Körper vor verschiedensten schädigenden Einwirkungen der Außenwelt, vor Wasserverlust, beherbergt mikroskopische Sinnesrezeptoren für die Aufnahme von mechanischen und thermischen Reizen (s.o.) und die Vermittlung von Schmerzempfindung, besitzt aufgrund ihrer Drüsen sekretorische Fähigkeiten und steht im Dienste der Wärmeregulation.

Haut

Die Haut hat beim erwachsenen Menschen eine Fläche von knapp 2 m2. Ihr Oberflächenrelief ist regional unterschiedlich. Der größte Teil des Körpers ist von Felderhaut bedeckt; sie ist mit Haaren, Talgdrüsen und Schweißdrüsen ausgestattet. Palmar- und Plantarflächen dagegen tragen Leistenhaut, auf der in Bögen, Schleifen und Wirbeln verlaufende Leisten sichtbar sind. Das Leistenmuster ist genetisch festgelegt und für jeden Menschen kennzeichnend (Fingerabdruck). Die Leistenhaut besitzt nur Schweißdrüsen, aber keine Talgdrüsen und Haare.
Die Epidermis hat eine Dicke von 0,05–0,1 mm (im Bereich der Leistenhaut bis zum 10-Fachen). Sie besteht aus einem mehrschichtigen verhornten Plattenepithel ( Abb. 13.1).
Die Dermis ist der gefäßführende, bindegewebige Teil der Kutis und macht ihre Hauptmasse aus. Beide Schichten der Kutis sind eng miteinander verzahnt (dermo-epidermale Verbindungszone). Die Dermis setzt sich aus dem Stratum papillare und dem Stratum reticulare zusammen. Das Stratum papillare umfasst die Gesamtheit der Papillen und besteht aus lockerem kollagenem Bindegewebe. Das Stratum reticulare stellt eine derbe Matte aus straffem geflechtartigem Bindegewebe dar, das für die Widerstandsfähigkeit der Haut gegenüber Scherkräften hauptverantwortlich ist.
Die Subkutis ist reich an Fettgewebe ( Abb. 13.1), in das die makroskopisch sichtbaren Nerven und Gefäße der Haut eingebettet sind. Das Fettgewebe wird von straffen Bindegewebezügen (Retinacula cutis) durchsetzt, die die Haut mehr oder weniger verschieblich mit tiefer gelegenen Strukturen (Faszien, Periost) verbinden.

Merke

Das Integument besteht aus Kutis und Subkutis. Im Präparierkurs wird die Kutis, bestehend aus Epidermis und Dermis, unterhalb der Dermis (Lederhaut) von der Subkutis getrennt, um die in der Subkutis verlaufenden Leitungsbahnen darzustellen. Die Grenze ist durch den Fettgehalt der Subkutis gut zu erkennen.

Zur mikroskopischen Anatomie s. BD Kap. 14.1.

Hautanhangsgebilde

Alle Hautanhangsgebilde (Haare, Nägel, Talg-, Schweiß- und Brustdrüsen) entstehen aus Epidermiseinsenkungen, die während der Fetalzeit in das darunter liegende Mesenchym einwachsen.
Das Haar (Pilus) und der Nagel (Unguis) sind Verhornungsprodukte der Epidermis. Sie entstehen in tiefen Epidermiseinstülpungen, an deren Boden mitotisch aktive Zellen (Matrixzellen) liegen.
Haare
Entstehungs- und Verankerungsort des Haars ist der Haarfollikel, eine röhrenförmige Epidermiseinstülpung ( Abb. 13.2). Haare fehlen nur an der Leistenhaut und an wenigen Stellen der Felderhaut (z.B. Lippenrot, Vulva, Glans penis, Präputium, Zona cutanea des Analkanals). Zwei Grundtypen von Haaren können unterschieden werden: Lanugo- oder Vellushaare (Flaumhaare); sie sind kurz, dünn und wenig pigmentiert, Terminalhaare (Langhaare); sie sind dicker und pigmentiert.
Der Haarschaft, der aus vollständig verhornten Zellen besteht, steckt mit seinem unteren Teil im Follikel, wo er aus der Haarwurzel hervorgeht. Haarwurzel und Haarschaft sind im Follikel von mehreren Epithelschichten, der inneren und äußeren Wurzelscheide sowie einer bindegewebigen Wurzelscheide umgeben.
Zur mikroskopischen Anatomie s. BD Kap. 14.2.
Nägel
Der Nagel ist eine durchsichtige Hornplatte (Nagelplatte) auf der Dorsalseite der Finger- und Zehenenden ( Abb. 13.3). Die Fingernägel sind wichtig für die Hand in ihrer Funktion als Greif- und Tastorgan. Die gesamte Nagelplatte besteht aus flachen Hornzellen, die in vielen Schichten überlappend gepackt und durch eine interzelluläre Zementsubstanz miteinander verkittet sind.
Die Nagelplatte ist seitlich und proximal in Hauttaschen (Nagelfalz) eingelassen und wird hier von Hautfalten überragt (Nagelwall). Das proximale Ende des Nagels liegt unter dem Nagelwall versteckt (Nagelwurzel) und reicht fast bis in Höhe des Endgelenks. Vom Nagelwall setzt sich ein Ausläufer der Epidermis auf die Oberfläche der Nagelplatte fort (Nagelhäutchen, Eponychium). Die Nagelplatte ruht auf dem Nagelbett. Das Nagelbettepithel setzt sich im Bereich der Nagelwurzel in die Nagelmatrix fort. Sie ist für das Nagelwachstum verantwortlich: Der ventrale Abschnitt der Nagelmatrix überragt den Nagelwall und schimmert als weißlicher Halbmond (Lunula) durch die Nagelplatte.

Klinik

Wenn der Ausgang des Haartrichters durch abgeschilferte Hornzellen verlegt ist, staut sich der Talg im Haartrichter (Komedo, Mitesser). Durch Vermehrung von Bakterien kann es zu Entzündungsreaktionen kommen (Acne vulgaris).

Die Beschreibung der Brustdrüsen erfolgt in Kap. 3.6.7.

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