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B978-3-437-41169-4.10022-2

10.1016/B978-3-437-41169-4.10022-2

978-3-437-41169-4

Rehabilitation

Definition
Als Rehabilitation Rehabilitationwerden Maßnahmen bezeichnet, die körperlich, geistig oder seelisch behinderten Menschen helfen sollen, ihre vorhandenen Fähigkeiten und Kräfte zu entfalten und einen angemessenen Platz in der Gesellschaft zu finden.
Maßnahmen der Rehabilitation
Bei der beruflichen Rehabilitation handelt es sich um Maßnahmen, die eine entsprechende Eingliederung in das Berufsleben der behinderten Menschen, insbesondere auf Grund ihrer noch erhaltenen Fähigkeiten und Neigungen, ermöglichen sollen.
Medizinische Maßnahmen
  • (Früh-)Erkennung von Gesundheitsschäden und ärztliche Behandlung

  • Bewegungs-, Sprach- und Beschäftigungstherapie

  • Prothesen und andere Hilfsmittel

  • Belastungserprobung und Arbeitstherapie.

Berufsfördernde Maßnahmen
  • Hilfe zur Erlangung und/oder Erhaltung eines Arbeitsplatzes

  • Berufsfindung und Arbeitserprobung

  • Berufsvorbereitung, Ausbildung, Umschulung und Fortbildung

  • Arbeitstraining in Werkstätten für Behinderte.

Maßnahmen zur sozialen Eingliederung
  • Hilfe zur Entwicklung der geistigen und körperlichen Fähigkeiten im Vorschulalter

  • schulische Bildung behinderter Kinder und Jugendlicher

  • Beschäftigung in Werkstätten für Behinderte

  • behindertengerechte Wohnungen, Verkehrsmittel usw.

Gesetzliche Grundlagen
Die Zuständigkeit der Träger für Rehabilitation wurde im Jahre 2001 neu geregelt. So ist seit 2001 die Rehabilitation als Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen im SGB IX zusammengefasst und verankert. Für die Zuständigkeit gibt es strikte Vorgaben ( 14 SGB IX). Wichtig sind hierbei das strenge Kausalitätsprinzip bei der gesetzlichen Unfallversicherung mit der daraus resultierenden vollständigen Zuständigkeit und die Subsidiarität (ersatzweises Eintreten, wenn kein anderer Rechtsträger gefunden werden kann) der Sozialhilfe.
Einrichtungen zur Rehabilitation
Zu RehabilitationseinrichtungenRehabilitationseinrichtungen gehören Krankenhäuser mit spezifischer medizinischer Indikationsstellung, die unter dem Begriff Anschlussheilbehandlung (AHB) bekannt ist. Nach Unfällen gibt es Einrichtungen der medizinischen und beruflichen Rehabilitation. Ziele sind:
  • Aufgrund der durchgeführten medizinischen und berufsfördernden, psychologischen und pädagogischen Maßnahmen sollen die Fähigkeiten des Rehabilitanden zur Aufnahme seiner früheren Tätigkeit erhöht bzw. verbessert werden.

  • Es soll erkannt werden, ob er einer Umschulung bedarf, seine Fähigkeiten zur Beschäftigung in einer Werkstatt für Behinderte noch ausreichen oder eine berufliche Erwerbstätigkeit nicht mehr in Betracht kommt.

In BerufsbildungswerkeBerufsbildungswerken werden jugendliche Behinderte in Berufe eingegliedert. Dort kann die Möglichkeit gegeben werden, die eigenen Fertigkeiten im Rahmen von Maßnahmen der Berufsfindung und Arbeitserprobung zu klären. Hinzu kommen berufsvorbereitende Fördermaßnahmen.
Rehabilitationsverfahren
Es muss zwischen einer medizinischen Rehabilitation und einer beruflichen Rehabilitation unterschieden werden, wobei vor allem die Anfangsmaßnahmen sehr ähnlich sind. Beide müssen beim Kostenträger beantragt werden.
Im Rahmen der medizinischen Rehabilitation:medizinischeRehabilitation schließt sich nach der Behandlung in einem Akut-Krankenhaus eine Anschlussheilbehandlung an, die durch den Arzt oder den Sozialdienst im Akut-Krankenhaus in die Wege geleitet wird. Es wird ein entsprechender Platz in einer geeigneten Klinik gesucht und das Einverständnis des Kostenträgers (Unfallversicherung, Krankenkasse, Rentenversicherung) eingeholt. Formal ist hier der Versicherte selbst der Antragsteller, auch wenn der Antrag durch den behandelnden Arzt oder den entsprechenden Sozialdienst erfolgt. Danach erfolgt eine Genehmigung durch die zuständige Stelle (Unfallversicherungsträger, Krankenkasse etc.), wobei nach juristischer und medizinischer Prüfung, ggf. einschließlich einer Begutachtung durch den Kostenträger, dem Versicherten eine Klinik zugewiesen wird, wo die weitere Behandlung erfolgen kann.
Eine berufliche Rehabilitation:beruflicheRehabilitation muss vom Versicherten beim zuständigen Kostenträger (bei Arbeitslosen z. B. das Arbeitsamt) beantragt werden. Der Kostenträger prüft, welche Maßnahme geeignet ist. Gegebenfalls werden Befunde sowie medizinische und psychologische Stellungnahmen angefordert.
Leistungen der beruflichen Rehabilitation ( 16 SGB VII und 33 SGB IX)
  • Umsetzung an einen anderen Arbeitsplatz

  • Hilfe zur Erhaltung oder Erlangung eines Arbeitsplatzes in Form von Eingliederungshilfen an den Arbeitgeber, z. B. durch Übernahme von 50 % der Lohnkosten über 6 Monate, oder technische Umrüstung am Arbeitsplatz

  • Berufsfindung und Arbeitsplatzerprobung über 2 bis 4 Wochen

  • betriebliche Ausbildung in Form von Anpassungsmaßnahmen am Arbeitsplatz als Berufsausbildung mit einer Dauer von bis zu 2 Jahren, ggf. mit Abschluss

  • Berufsvorbereitung einschließlich einer Grundausbildung, z. B. durch einen 3-monatigen Kurs in der Volkshochschule

  • Förderung von Fortbildungsmaßnahmen

  • Umschulung in einem Berufsförderungswerk.

Wichtig ist, dass während der beruflichen Rehabilitation auch eine materielle Sicherung in Form einer Lohnfortzahlung erfolgt, während der medizinischen Rehabilitation in Form von Krankengeld bzw. Übergangsgeld, Übernahme der Beiträge zur Sozialversicherung durch den Kostenträger, Übernahme von Kosten für Lernmittel, Arbeitskleidung und Reisekosten.
Aufgaben des Betriebsarztes
Wenn es um medizinische und berufliche Rehabilitation geht, ist die Beteiligung des Betriebsarztes sehr sinnvoll.
Des Weiteren ist der Betriebsarzt verpflichtet, den Arbeitgeber und sonstige für die Unfallverhütung verantwortliche Personen, insbesondere bei Fragen des Arbeitsplatzwechsels sowie der Eingliederung und Wiedereingliederung Behinderter in den Arbeitsprozess ( 3 des Arbeitssicherheitsgesetzes), zu beraten. Gegebenfalls erfolgt eine arbeitsmedizinische Stellungnahme bei stufenweiser Wiedereingliederung ( 28 SGB IX, 74 SGB V).

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