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B978-3-437-57273-9.00012-1

10.1016/B978-3-437-57273-9.00012-1

978-3-437-57273-9

Gynäkologische Erkrankungen und Geburtshilfe

  • 12.1

    Relevante Wirkgruppen und Arzneipflanzen449

    • 12.1.1

      Hormonell wirksame Heilpflanzen449

    • 12.1.2

      Neurovegetativ wirksame Heilpflanzen451

    • 12.1.3

      Heilpflanzen zur äußeren Anwendung452

  • 12.2

    Phytotherapeutische Praxis452

    • 12.2.1

      Dysmenorrhö452

    • 12.2.2

      Amenorrhö455

    • 12.2.3

      Menorrhagie und Metrorrhagie456

    • 12.2.4

      Prämenstruelles Syndrom458

    • 12.2.5

      Klimakterisches Syndrom459

    • 12.2.6

      Parametropathia spastica462

    • 12.2.7

      Fluor vaginalis463

    • 12.2.8

      Vulvitis, Kolpitis464

    • 12.2.9

      Wunde Brustwarzen, Mastitis465

    • 12.2.10

      Verminderte Milchbildung, Abstillen466

    • 12.2.11

      Emesis gravidarum468

    • 12.2.12

      Maßnahmen der Geburtshilfe468

  • 12.3

    Äußere Anwendungen470

    • 12.3.1

      Spülungen470

    • 12.3.2

      Wickel470

    • 12.3.3

      Bäder471

  • 12.4

    Pflanzliche Zubereitungen472

Heilpflanzen besitzen in der Behandlung weiblicher Erkrankungen eine lange, Jahrtausende alte Tradition. Viele, wie die als Emmenagoga eingesetzten pflanzlichen Vertreter haben an Bedeutung verloren. Andere zeigten ihre Wirksamkeit im Blickfeld der wissenschaftlichen Medizin. Die gynäkologische Medizin ist zunehmend ein wichtiger therapeutischer Bereich für pflanzliche Drogen bzw. Phytopharmaka.

Relevante Wirkgruppen und Arzneipflanzen

Da Frauen mit Zyklusstörungen oder Frauen in den Wechseljahren unter z. T. massiven Beschwerden leiden, stellt sich nicht selten die Frage, ob eine Therapie mit Hormonpräparaten angezeigt ist. Nachdem sich immer deutlicher ein direkter Zusammenhang zwischen z. B. Mammakarzinom und Hormontherapie gezeigt hat, sollte die Indikation einer Hormontherapie zunehmend enger gefasst werden. Die Phytotherapie bietet mit Traubensilberkerze und Mönchspfeffer einige nebenwirkungsarme Alternativen. Meist ist mit diesen pflanzlichen Wirkstoffgemischen eine effektive Linderung bzw. Beschwerdefreiheit zu erreichen. Auch bei anderen gynäkologischen Beschwerden lassen sich mit Phytotherapeutika gute Ergebnisse erzielen. Zudem werden nach wie vor traditionelle Heilpflanzen, wie Kamille, Schafgarbe oder Gänsefingerkraut, verordnet.

Hormonell wirksame Heilpflanzen

gynäkologische Erkrankungen:hormonell wirksame HeilpflanzenMehrere Heilpflanzen wirken hormonähnlich und können hilfreich in Phasen der Hormonumstellung sowie bei Regeltempoanomalien eingreifen und Menstruationsbeschwerden lindern.
Mönchspfeffer
Mönchspfeffer:gynäkologische Erkrankungengynäkologische Erkrankungen:MönchspfefferNachgewiesen für wässrig-ethanolische Extrakte aus Vitex agnus-castus, dem Mönchspfeffer, ist eine dopaminerge Wirkung. Bestandteile des Extrakts – Untersuchungen machen bizyklische Diterpenverbindungen als verantwortliche Inhaltsstoffe aus – binden sich an den Dopamin-D2-Rezeptor, durch den hypophysäre sog. laktotrope Zellen stimuliert werden. Dopamin fungiert als natürlicher Inhibitor der Prolaktinfreisetzung. Durch die Regulation des dopaminergen Systems hemmt Mönchspfeffer bei hohem Prolaktinspiegel die Prolaktinfreisetzung (bei geringem Prolaktinspiegel wird die Sekretion gesteigert).
Über die dopaminerge prolaktininhibitorische Wirkung wird die Freisetzung des hypothalamischen Gonadotropin-Releasing-Hormons beeinflusst. Folge ist die Hemmung einer erhöhten Sekretion von LH und Progesteron. Es wird sich einer physiologischen Östrogen-Progesteron-Balance angenähert mit Regulierung der regulären Zyklusfunktion. An der Brust wird das prolaktininduzierte lobulär-alveoläre Wachstum des Milchdrüsengewebes gebremst. Mönchspfefferextrakte unterbinden die nicht physiologische Stimulation des Brustgewebes.
Neuere Ergebnisse zeigen eine ausgeprägte Affinität von Mönchspfefferextrakten zum Dopamin-D3-Rezeptor, der v. a. im mesolimbischen System (Striatum) lokalisiert ist. Dessen Stimulation schützt vor Verlust der dopaminergen Innervation und fördert auch dessen Regeneration.
Nachgewiesen wurde für wässrig-ethanolische Extrakte eine Bindung an Östrogen--Rezeptoren. Hierin begründet sind die Hinweise auf eine antiosteoporotische Wirkung der Droge. Zu humanen Östrogen--Rezeptor liegt scheinbar keine Affinität vor. Eine direkte Gefahr der Proliferation von Brustkrebszellen ist folglich nicht gegeben.
Extrakte des Mönchspfeffers zeigen eine starke Affinität zu Opioid-Rezeptoren (-, - und -Rezeptoren) – unipolare Extrakte binden bevorzugt an -Rezeptoren, polare Fraktionen an - und -Rezeptoren –, ein weiterer möglicher Wirkmechanismus zur Beeinflussung eines PMS, bei dem in der lutealen Phase des Menstruationszyklus der -Endorphinspiegel sinkt. Ein Östrogen- und Progesteronabfall in der spätlutealen Phase geht mit einer übermäßig starken Konzentrationsabnahme des zentralen Endorphins einher. Eine abrupte Endorphinabnahme ähnelt den Symptomen, die nach einem Morphinentzug bei Opiatabhängigen beobachtet werden können und die denen eines prämenstruellen Syndroms (Stimmungslabilität, Kopfschmerzen, Wasserretention) ähnlich sind.
Einsatzgebiete für Vitex agnus-castus sind Regeltempoanomalien, prämenstruelles Syndrom, Mastodynie, Fertilitätsstörungen und Gelbkörperinsuffizienz.
Wolfstrappkraut
Wolfstrapp:gynäkologische Erkrankungengynäkologische Erkrankungen:WolfstrappWolsftrappkraut wirkt antithyreotrop und antigonadotrop. Es kommt zu einem Abfall des LH- und FSH- sowie des Prolaktinspiegels. Die prolaktinhemmende Wirkung vermindert die zyklusbedingte Hyperämisierung der weiblichen Brust und die intraalveoläre Sekretion in der Brustdrüse. Dadurch werden Volumenzunahme der Brust sowie der vielfach damit verbundenen Spannungsschmerzen gemindert.
Für die Wirkung der Droge sind oxidierte phenolische Verbindungen verantwortlich – als Vorstufen wirksamer Verbindungen wurden u. a. Kaffeesäure, Rosmarinsaure und Lithospermsäure detektiert.
Phyto-SERMS (Phytoöstrogene)
Phytoöstrogene:gynäkologische ErkrankungenPhytoöstrogene:gynäkologische Erkrankungengynäkologische Erkrankungen:Phytoöstrogenegynäkologische Erkrankungen:PhytoöstrogeneSERMs (selective estrogen receptor modulator) sind Stoffe, die über Bindung an Östrogenrezeptoren sowohl agonistische, als auch antagonistische Wirkung entfalten können.
Die Östrogen-Rezeptoren sind nukleäre Rezeptoren, die im Zytosol der Zelle anzutreffen sind. Nach Bindung mit dem entsprechenden Liganden werden sie zu Transkriptionsfaktoren, die nach Eintritt in den Zellkern ein entsprechendes Gen aktivieren und die Proteinbiosynthese in Gang setzen. Die Östrogen-Rezeptoren unterliegen in den jeweiligen Zellen dem Einfluss wirkungsverstärkender sog. Co-Aktivatoren sowie wirkungsabschwächender Faktoren, den sog. CoEN-Repressoren. Abhängig von deren Verteilung liegen östrogenagonistische oder östrogenantagonistische Wirkungen vor. Diese Co-Modulatoren sind organspezifisch verteilt. Vom Östrogen-Rezeptor wurden bisher zwei Subtypen ( und ) identifiziert. ER und ER sind in den verschiedenen Geweben in unterschiedlicher Dichte verteilt. Beispielsweise dominiert ER im Knochen. ER ist der hauptverantwortliche Rezeptor für antidepressive und anxiolytische Wirkung von Östrogenen.
Bestimmte pflanzliche Stoffe binden ähnlich den Östrogenen (z. B. 17-Östradiol) an Östrogenrezeptoren. Sie werden deswegen als Phyto-SERMS bezeichnet. Die häufig verwandte Bezeichnung Phytoöstrogene besitzt eine gewisse Unschärfe und ist besser zu ersetzen.
Phyto-SERMSs binden v. a. am -Subtyp der Östrogenrezeptoren. Die ER-Expression wird unterdrückt. Zudem unterstützen sie die Progesteronrezeptor-Protein-Expression.
Die wichtigsten SERMs bzw. Phytoöstrogene sind den Substanzklassen der Isoflavone (Genistein, Daidzein und Glycitein), Lignane und Stilbene zuzuordnen. Diese in vielen Nahrungsmitteln enthaltenen Verbindungen – Isoflavonoide sind in höherer Konzentration in Soja enthalten –, weisen die strukturellen Voraussetzungen für die Anbindung an Östrogenrezeptoren auf. Da ihre Wirkstärke bei ca. 1100 bis 110.000 der Wirkstärke von Östradiol liegt, ist eine Wirkung nur in der Menopause bei Versiegen der körpereigenen ovariellen Produktion zu erwarten. Im Gegensatz zu Östrogenen beeinflussen SERMs nicht den FSH- und Prolaktinspiegel.
Rhapontischer Rhabarber, Rotklee
Rotklee:PhytoöstrogeneRotklee:gynäkologische ErkrankungenRhapontik-Rhabarber:PhytoöstrogeneRhapontik-Rhabarber:gynäkologische ErkrankungenPhytoöstrogene:RotkleePhytoöstrogene:Rhapontic-Rhabarbergynäkologische Erkrankungen:Rotkleegynäkologische Erkrankungen:Rhapontik-RhabarberDer standardisierte Extrakt des Wurzelstocks des Rhapontik-Rhabarbers (ERr 731) enthält Phytoöstrogene vom Stilbentyp. In der Struktur sind diese dem synthetischen Diethylstilböstrol (Cyren A) ähnlich, wenn auch von wesentlich geringerer Wirksamkeit. Sowohl der Gesamtextrakt als auch die Aglykone Rhapontigenin und Desoxyrhapontigenin sowie Resveratrol und Piceatannol zeigen eine signifikante Stimulierung von ER-, die im myokardialen, ossären und zerebralen Gewebe anzutreffen sind; ER- hingegen werden nur in schwacher Ausprägung stimuliert. Dies betrifft diejenigen -Rezeptoren, die in Knochenzellen lokalisiert sind; die in endometrialen Zellstrukturen angetroffenen Rezeptoren werden nachweislich überhaupt nicht stimuliert. Die spezifische Bindung an ER- führt zur Beeinflussung der klimakterischen Beschwerden. Über diesen Rezeptor vermittelt der Extrakt auch seine antidepressive und anxiolytische Wirkung.
Für Rotklee-Extrakte bzw. deren aktiven Komponenten den Isoflavonoide (Formononetin, Biochanin A, Daidzein und Genistein) wurde eine kompetitive Bindung an - und -Östrogen-Rezeptoren nachgewiesen. Isoflavone bevorzugen -Rezeptoren und entfalten intrinsische Aktivität. ER werden nur in geringem Maße angesprochen. Bei Einnahme werden klimakterische Symptome, wie Hitzewallungen, Nachtschweiß, deutlich abgemildert. Rotklee-Extrakte wirken zudem antioxidativ und antikarzinogen (u. a. Hemmung der Enzyme Tyrosinkinase und DNA-Topoisomerase). Allerdings wurde auch festgestellt, dass Östrogen-Rezeptor-positive Brustkrebszellen in einer In-vitro-Studie durch Rotklee-Extrakt stimuliert wurden. Daher darf bei Östrogen-abhängigen Tumoren Rotklee nicht eingesetzt werden.
Die Isoflavonoide des Rotklees senken außerdem den Gesamtcholesterin- und Triglyzeridspiegel. Durch die antioxidativen Eigenschaften wird zudem die Oxidation von LDL-Cholesterin verhindert. Das erhöhte Risiko atherosklerotischer Veränderung und somit kardiovaskulärer Folgeschäden in der Postmenopause bei verminderter Östrogenproduktion nimmt ab.
Traubensilberkerze, Cimicifuga racemosa
Traubensilberkerze:PhytoöstrogeneTraubensilberkerze:gynäkologische ErkrankungenPhytoöstrogene:Traubensilberkerzegynäkologische Erkrankungen:TraubensilberkerzeCimicifuga racemosa\t \"Siehe TraubensilberkerzeDie Wirkung von Extrakten der Traubensilberkerze ist östrogenartig – es kommt zu einer Reduktion der LH-Sekretion sowie osteoprotektiven und antiproliferativen Effekten –, beruht jedoch auf dopaminergen und serotonergen Prinzipien über die es zu einer Beeinflussung klimakterischen Symptomatik kommt.
Eine abfallende Östrogenkonzentration im Klimakterium führt vermutlich über sinkende Serotonin- und steigenden Noradrenalinspiegel zu einer Sollwert-Verstellung der Körpertemperatur im Thermoregulationszentrum des Hypothalamus. Die normale Körpertemperatur wird als Überhitzung wahrgenommen mit Folge einer vasomotorischen Reaktion – Weitstellung der Gefäße sowie erhöhtes Schwitzen –, bis der Ist-Wert auf den Soll-Wert herunterreguliert wird. An der zentralen Kontrolle der Temperatur sind daneben auch endogene Opiate mit beteiligt.
Extrakte der Traubensilberkerze wirken partiell agonistisch an serotonergen Rezeptoren sowie -Opiat-Rezeptoren. Eine Wirkung wird nicht über die Östrogenrezeptoren ER- und ER vermittelt, auch wenn bestimmte Komponenten sich an diese binden können. Einerseits stützen bestimmte Studien die Annahme einer Bindung an Östrogen--Rezeptoren, die vornehmlich eine Wirkung auf Knochen, kardiovaskuläres System und Gehirn entfalten: Ein Einfluss auf metabolische Knochenprozesse ist messbar anhand einer vermehrten Expression der Gene für Kollagen 1 und Osteocalcin sowie an vermehrter Kollagenabbauprodukte, den cross-laps –, andererseits zeigten sich in neueren Östrogenrezeptor-Bindungsassays keine Bindungen an ER und ER. Die Bezeichnung von Cimicifuga racemosa als Phyto-SERM wird aus diesem Grund kontrovers diskutiert.
Als wirksame Inhaltsstoffe der Traubensilberkerze werden Triterpenglykoside bzw. -saponine, insbesondere Actein 23-epi-26-Desoxyactein und Cimiracemosid A, angesehen.
Aufgrund der serotonergen und dopaminergen Wirkmechanismen wird die durch den Östrogenmangel im Klimakterium bedingte Überaktivität des hypothalamischen GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon)-Pulsgenerators, gedämpft. Die erhöhte und veränderte pulsatile LH-Ausschüttung wird vermindert mit Folge einer Abnahme von Hitzewallungen. FSH- und Prolaktinspiegel bleiben hingegen unbeeinflusst. Über die -Opiat-Rezeptoren wird das endogene Opiatsystem im kortiko-subkortikalen Netzwerk, das an der Kontrolle der Temperatur mitbeteiligt ist, mitbeeinflusst.
Die Traubensilberkerze wird eingesetzt bei klimakterischen Beschwerden sowie bei prämenstruellen neurovegetativen und psychischen Störungen (Schweißausbrüche, Hitzewallungen, Schlafstörungen).

Hormonell wirksame Pflanzen

  • Keuschlamm, Vitex agnus-castus

  • Rhapontischer Rhabarber, Rheum rhaponticum

  • Rotklee, Trifolium pratense

  • Traubensilberkerze, Cimicifuga racemosa

  • Wolfstrapp, Lycopus virginicus

Neurovegetativ wirksame Heilpflanzen

gynäkologische Erkrankungen:neurovegetativ wirksame HeilpflanzenPrämenstruell vegetative Symptome sowie vegetative Begleiterscheinungen im Klimakterium können mit sedativ wirkenden Pflanzen und Adaptogenen (14.2) beeinflusst werden.
Johanniskraut wirkt aufgrund mehrerer Mechanismen antidepressiv (13.1.2). Unter anderem werden eine dopaminerge Wirkung und eine Absenkung des Prolaktinspiegels festgestellt. Johanniskraut ist geeignet bei klimakterischen und postpartalen Depressionen.
Die Adaptogene Ginseng und Taigawurzel (14.2) helfen als Antistressoren, die oft problematische Phase des Klimakteriums zu bewältigen. Ginseng mit seiner neuroendokrinen Wirkung auf das Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-System beeinflusst Hitzewallungen, Schwindel, depressive Verstimmungen positiv. Die adaptogenen Eigenschaften der Taigawurzel bewirken eine Stabilisierung des Allgemeinbefindens und somit eine bessere Bewältigung des klimakterischen Beschwerdekomplexes.
Als beruhigend wirkende Heilpflanzen können zudem Melisse, Hopfen, Baldrian und Passionsblume (13.1.2) eingesetzt werden.

Neurovegetativ wirksame Heilpflanzen

  • Baldrian, Valeriana officinalis

  • Ginseng, Panax ginseng

  • Hopfen, Humulus lupulus

  • Johanniskraut, Hypericum perforatum

  • Melisse, Melissa officinalis

  • Passionsblume, Passiflora incarnata

  • Taigawurzel, Eleutherococcus senticosus

Heilpflanzen zur äußeren Anwendung

gynäkologische Erkrankungen:äußere AnwendungenBei Vulvitiden, Kolpitiden, Fluor vaginalis sowie wunden Mamillen und Mastitis werden Heilpflanzen mit adstringierender, reizlindernder, antiphlogistischer und antibakterieller Wirkung eingesetzt. Überwiegend handelt es sich um gerbstoffhaltige Drogen, wie Eichenrinde, Hamamelisrinde/-blätter, Weiße Taubnesselblüten und Frauenmantelkraut, sowie Ätherisch-Öl-Drogen, wie Kamillenblüten, Salbeiblätter, Schafgarbenkraut bzw. ätherische Öle wie Lavendelöl, Majorankrautöl, Thymianöl und Teebaumöl.
Adstringenzien (6.1.7, 11.1.3) wirken an verletzter, entzündeter Haut und Schleimhaut antiexsudativ, antiphlogistisch, juckreizlindernd und schwach oberflächenanästhesierend. Sie eignen sich für Sitzbäder, Waschungen und Spülungen bei Entzündungen des äußeren Genitales, ebenso für Auflagen oder halbfeste Zubereitungen bei wunden Mamillen. Antiphlogistisch und reizlindernd wirken v. a. Kamillenblüten, die in den verschiedensten Zubereitungsformen appliziert werden können. Reizlindernd ist ebenfalls die Schleimstoffdroge Malve. Häufig zur Anwendung kommen Salbeiblätter, die aufgrund der Gerbstoffe adstringierend und durch die ätherischen Öle antiseptisch wirken.
Ätherische Öle werden generell aufgrund ihrer antimikrobiellen und antimykotischen Wirkung eingesetzt. Verdünnt für Spülungen oder eingearbeitet in Ovulas, Cremes und in fetten Ölen kommen sie bei Fluor vaginalis, Vulvitiden und Kolpitiden zur Anwendung.

Heilpflanzen zur äußerlichen Anwendung

  • Eiche, Quercus robur

  • Frauenmantel, Alchemilla vulgaris

  • Haferstroh, Avenae stramentum

  • Johanniskrautöl, Hypericum aetheroleum

  • Kamille, Matricaria recutita

  • Lavendelöl, Lavandulae aetheroleum

  • Majorankrautöl, Origanii majorani aetheroleum

  • Malve, Malva sylvestris

  • Niauliöl, Niauli aetheroleum

  • Salbei, Salvia officinalis

  • Schafgarbe, Achillea millefolium

  • Teebaumöl, Melaleucae alternifoliae aetheroleum

  • Thymianöl, Thymii aetheroleum

  • Virginischer Zauberstrauch, Hamamelis virginiana

  • Weiße Taubnessel, Lamium album

Phytotherapeutische Praxis

Dysmenorrhö

Ursachen und Symptome
Menstruationsbeschwerden\t \"Siehe DysmenorrhöDysmenorrhöBei Dysmenorrhö handelt es sich um krampfartige Unterbauchschmerzen. Zumeist sind sie zu Beginn der Menstruation am stärksten ausgeprägt. Oft treten vegetative Symptome (Unwohlsein, Übelkeit und Kopfschmerzen) auf, evtl. auch Rückenschmerzen und Migräne. Die Schmerzsymptomatik wird ausgelöst durch im Endometrium gebildete Prostaglandine, die zum Menstruationszeitpunkt freigesetzt werden. Mögliche Ursachen sind abgesehen von einer übermäßigen Prostaglandinbildung der Gebärmutterschleimhaut auch Myome, Endometriose, eine gestörte Hormonbalance zwischen Östrogen und Progesteron oder psychische Faktoren.
Einzusetzende Heilpflanzen
Dysmenorrhö:HeilpflanzenZur Behandlung der Dysmenorrhö eignen sich die spasmolytisch wirksamen Heilpflanzen Kamille, Schafgarbe und Gänsefingerkraut. Am wirksamsten sind Kamillenblüten, das schwächer wirksame Schafgarbenkraut ist eher für eine langfristige Anwendung geeignet. Sie können innerlich (Tee oder Tinktur) oder äußerlich (Sitzbad oder als Wickel bzw. Auflagen) zur Anwendung kommen. Kamille und Schafgarbe werden gerne (bei äußerlicher Anwendung) mit Gänsefingerkraut, das oral verabreicht wird, kombiniert. Die Therapie sollte ausreichend früh mindestens 24 h vor Eintritt der Regelblutung begonnen werden.
Therapeutisch wirksam bei dysmenorrhoischen Beschwerden sind Extrakte der Traubensilberkerze, die auch bei juvenilen Regelstörungen eingesetzt wird. Prämenstruelle, neurovegetative und psychische Beschwerden, wie Schlafstörungen, Stimmungslabilität bessern sich.
Bei sehr starken spastischen Schmerzzuständen können Zubereitungen aus der Tollkirsche oder Glockenbilsenkraut eingesetzt werden. Tollkirsche darf nur als normierte und standardisierte Zubereitungen verwendet werden. Bei Verwendung einer Tinktur können abhängig von der Schmerzausprägung 3–10 Tr. verabreicht werden. Günstig ist eine analgetische und sedierende, verschreibungspflichtige Kombination mit Bilsenkraut, Schneeballbaumrinden und Baldriantinktur (G V), von der 3- bis 4-mal tgl. 10 Tr. eingenommen werden können.
Eine volksheilkundliche Tradition in der Behandlung dysmenorrhoischer Beschwerden hat das zur Familie der Korbblütlergewächse gehörende Mutterkraut. Für Drogenextrakte wurde eine Hemmung der Prostaglandinsynthese nachgewiesen. Sie besitzen spasmolytische Potenz. Vorteilhaft ist ihr positiver Effekt auf menstruationsbedingte Migräne. Mögliche Tagesdosis 50–100 mg Droge bzw. 5–10 Tr. Tinktur.
In der Volksheilkunde werden innerlich zudem Melissenblätter, Lavendelblüten und Ehrenpreiskraut eingesetzt, zur äußeren Anwendung werden Sitzbäder mit Melissenblättern und Lavendelblüten empfohlen.
Die Rinde des Schneeballs, in Deutschland nicht monographiert, spielt in der nordamerikanischen Volksheilkunde eine große Rolle in der Behandlung gynäkologischer Erkrankungen, auch als schmerzlindernde Droge bei Dysmenorrhö. Sie enthält Stoffe, die spasmolytisch (auf den Uterus) wirken. Die Einzeldosis der Droge, zubereitet als Tee, der mehrmals tgl. eingenommen wird, beträgt 2,5–5 g. Vom Fluidextrakt werden mehrmals tgl. 4–8 ml genommen bzw. von der Tinktur 5–10 ml.
Bestimmte ätherische Öle (z. B. einige Tropfen Minzöl) wirken lindernd bei dysmenorrhoischen Beschwerden. Aufgetragen auf die Monatsbinde oder eingerieben in der Unterbauchgegend lindern sie die Schmerzen und lösen die Krämpfe.
Zur Behandlung chronischer Beschwerden werden häufig sog. Frauentees Species gynäkologicae eingesetzt, die auch eine mögliche mit der Dysmenorrhö einhergehende Obstipation beeinflussen. Bei diesen Rezepturen kann es sinnvoll sein, antiphlogistisch wirkende Drogen hinzuzufügen. Als Antidyskratikum zur generellen Stoffwechselbeeinflussung ist aus Sicht der Erfahrungsheilkunde die saponinhaltige Queckenwurzel zu empfehlen.
In früheren Zeiten wurde in der Volksheilkunde häufig die Weinraute wegen ihrer ausgeprägten spasmolytischen Potenz eingesetzt. Die Droge besitzt daneben antiphlogistische Eigenschaften und weist aufgrund des Furanocumarins Chalepensin, eine fertilitätshemmende Wirkung – an menschliche Spermien ist eine hemmende Wirkung nachgewiesen, was die traditionelle iranische Verwendung als männliches Kontrazeptivum zu bestätigen scheint – auf. Als uteruswirksames Mittel wurde die Weinraute gerne bei Menstruationsbeschwerden, insbesondere bei ausbleibender oder zu schwacher Menstruation sowie bei Dysmenorrhö angewendet. Heutzutage kommt die Droge aufgrund ihres Nebenwirkungsprofils kaum noch zur Anwendung.
Eine weitere in der Volksheilkunde verwendete Heilpflanze ist das Diptamkraut, von der als Droge das Kraut und die Wurzel eingesetzt werden. Ihr wird eine menstruationsregulierende Wirkung zugesprochen. Hinweise liegen vor auf krampflösende und tonisierende Eigenschaften. Es wird bei Krämpfen und auch Fluor albus eingesetzt. Wissenschaftliche Belege liegen nicht vor. Diptamkraut wird traditionell als Teezubereitung (3-mal tgl. 1,5 g Droge) eingenommen. Bei bestimmungsgemäßer Einnahme sind keine Nebenwirkungen bekannt.
Ergänzende Maßnahmen
  • Dysmenorrhö:ergänzende Maßnahmen Eine leichte, salzarme und entwässernde Kost hilft, östrogenbedingte Wassereinlagerungen zu verhindern.

  • Wärmeanwendungen (z. B. feucht-warme Bauchwickel, Wärmflasche 12.3.2) im Bereich des Unterbauchs sowie Kamillenblüten-, und Schafgarbenkraut-Bäder wirken spasmolytisch.

  • Rezepturen enthalten häufig die ebenfalls spasmolytisch wirksamen Ätherisch-Öl-Drogen Fenchel, Kümmel, Anis und Koriander.

  • In der Aromatherapie werden bei dysmenorrhoischen Beschwerden für Einreibungen oder Unterbauchwickel spasmolytisch wirkende Öle eingesetzt, als da wären u. a. Muskatellersalbei, Schafgarbe, Myrte ct. myrtenylacetat, Ylang Ylang (Cananga odorata) und Kamille. Die ätherischen Öle werden für Einreibungen im Allgemeinen 1-prozentig (ca. 20–25 Tr. auf 100 ml) für Wickel 2- maximal 10-prozentig, in ein Trägeröl, z. B. Oliven- oder Mandelöl, eingearbeitet. Eine beispielhafte Rezeptur zur Massage für krampfartige Schmerzen: Kamille blau 10 Tr., Muskatellersalbei 5 Tr. und Thymian 15 Tr. in 30 ml fettes Öl; damit den Unterbauch 2-mal tgl. massieren.Dysmenorrhö:Heilpflanzen

Einzusetzende Heilpflanzen bei Dysmenorrhö

Innere Anwendung

  • (Bilsenkraut, Hyoscyamus niger)

  • (Diptam, Dictamnus albus)

  • (Glockenbilsenkraut, Scopolia carniolica)

  • Gänsefingerkraut, Potentilla anserina

  • Kamille, Matricaria recutita

  • Lavendel, Lavandula officinalis

  • Melisse, Melissa officinalis

  • Mutterkraut, Tanacetum parthenium

  • Raute, Ruta graveolans

  • Schafgarbe, Achillea millefolium

  • Schneeball, Viburnus prunifolium

  • Tollkirsche, Atropa belladonna

  • Traubensilberkerze, Cimicifuga racemosa

Bäder und Auflagen

  • ätherische Öle, z. B. Minzöl, Lavendelöl

  • Kamille, Matricaria recutita

  • Lavendel, Lavandula officinalis

  • Melisse, Melissa officinalis

  • Schafgarbe Achillea millefolium

Ergänzende Maßnahmen

Innere Anwendung:
  • Species gynäcologicae

Äußere Anwendung:
  • Aromatherapie (Muskatellersalbei, Myrte etc.)

  • feucht-heiße Bauchwickel

  • Dampf-Kompressen

  • Kirschkernsäckchen

  • Bituminsulfonat-Bäder

  • Huminsäure-Bäder

Tinkturrezepturen:DysmenorrhöB978-3-437-57273-9.00012-1#idx35 Teerezepturen:DysmenorrhöB978-3-437-57273-9.00012-1#idx31 Extraktrezepturen:DysmenorrhöB978-3-437-57273-9.00012-1#idx33 Einreibungen:DysmenorrhöB978-3-437-57273-9.00012-1#idx37 Dysmenorrhö:TinkturrezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx36 Dysmenorrhö:TeerezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx32 Dysmenorrhö:ExtraktrezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx34 Dysmenorrhö:EinreibungenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx38

Teerezepturen bei Dysmenorrhö
Spasmolytische Dysmenorrhö
G 5.
Rp. Schafgarbenkraut 20.0 Millefolii herb.
Gänsefingerkraut 20.0 Potentillae ans. herb.
Fenchelfrüchte angest. 10.0 Foeniculi fruct. cont.
D. S. 1 geh.TL auf 1 Tasse kochendes Wasser, 10–15min ziehen lassen. Tgl. bis 5 Tassen.
G 6.
Rp. Kamillenblüten 30.0 Matricariae flos
Frauenmantelkraut 20.0 Alchemillae herb.
Lavendelblüten 20.0 Lavandulae flos
Kümmelfrüchte angest. 10.0 Carvi fruct. cont.
D. S. 1 geh.TL auf 1 Tasse kochendes Wasser, 10–15min ziehen lassen. Tgl. bis 5 Tassen.
Periodenschmerzen junger Mädchen mit gleichzeitiger Obstipation
G 7.
Rp. Kamillenblüten 20.0 Matricariae flos
Melissenblätter 10.0 Melissae fol.
Faulbaumrinde 10.0 Frangulae cort.
Fenchelfrüchte angest. 10.0 Foeniculi fruct. cont.
D. S. 2TL auf l kochendes Wasser, 10min ziehen lassen. Tgl. 2–3 Tassen.

Dysmenorrhö mit gleichzeitiger Obstipation
G 8.
Rp. Kamillenblüten 20.0 Matricariae flos
Schafgarbenkraut 20.0 Millefolii herb.
Melissenblätter 10.0 Melissae fol.
Pfefferminzblätter 5.0 Menthae pip. fol.
Sennesblätter 5.0 Sennae fol.
Faulbaumrinde 5.0 Frangulae cort.
D. S. 2TL mit l kochendem Wasser übergießen, 10min ziehen lassen. Tgl. 2–3 Tassen.
G 9.
Rp. Schafgarbenkraut Millefolii herb.
Sennesblätter Sennae fol.
Faulbaumrinde Frangulae cort.
Queckenwurzelstock aa ad 100.0 Graminis rhiz.
D. S. 4 g der Drogenmischung mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10min ziehen lassen. Morgens und abends 1 Tasse.

Chronische Schmerzzustände während oder zwischen der Menses (meist ältere Frauen)
G 10.
Rp. Kamillenblüten 20.0 Matricariae flos
Schafgarbenkraut 20.0 Millefolii herb.
Baldrianwurzel 10.0 Valerianae rad.
Johanniskraut 10.0 Hyperici herb.
Melissenblätter 10.0 Melissae fol.
Fenchelfrüchte agest. 10.0 Foeniculi fruct. cont.
Sennesblätter 5.0 Sennae fol.
Faulbaumrinde 5.0 Frangulae cort.
D. S. 2TL mit l kochendem Wasser übergießen, 10min ziehen lassen. 2 Tassen tgl. über einen Zeitraum von 4–6 Wochen.

Dysmenorrhö und Fluor albus
G 11.
Rp. Weiße Taubnesselblüten 40.0 Lamii albi flor.
Frauenmantelkraut 20.0 Alchemillae herb.
Schafgarbenkraut 20.0 Millefolii herb.
D. S. 1EL mit l kochendem Wasser übergießen, 10min ziehen lassen. Tgl. 3 Tassen.
Dysmenorrhö und vegetative Dystonie des kleinen Beckens
G 12.
Rp. Schafgarbenkraut 30.0 Millefolii herb.
Kamillenblüten 10.0 Matricariae flos
Pfefferminzblätter 10.0 Menthae pip. fol.
D. S. 2TL mit l kochendem Wasser übergießen, 10min ziehen lassen. 2–3 Tassen tgl.

Dysmenorrhö, Pelipathia vegetativa und Mastodynie (kombiniert mit Nervosität und Einschlafstörungen)
G 13.
Rp. Schafgarbenkraut 20.0 Millefolii herb.
Melissenblätter 10.0 Melissae fol.
Baldrianwurzel 10.0 Valerianae rad.
D. S. 2TL mit l kochendem Wasser übergießen, 10min ziehen lassen. 2-maltgl. 1 Tasse über einige Wochen.
G 14.
Rp. Schafgarbenkraut 20.0 Millefolii herb.
Melissenblätter 10.0 Melissae fol.
Hopfenzapfen 10.0 Lupuli strob.
D. S. 2TL mit l kochendem Wasser übergießen, 10min ziehen lassen. 2-maltgl. 1 Tasse über einige Wochen.
G 15.
Rp. Kamillenblüten 15.0 Matricariae flos
Schafgarbenkraut 2.0 Millefolii herb.
Baldrianwurzel 10.0 Valerianae rad.
Fenchelfrüchte angest. 5.0 Foeniculi fruct. cont.
D. S. 2TL mit l kochendem Wasser übergießen, 10min ziehen lassen. 2-maltgl. 1 Tasse über einige Wochen.

Tinktur- und Extraktrezepturen bei Dysmenorrhö

Dysmenorrhö
G I.
Rp. Gänsefingerkrauttinktur Anserinae tinct.
Schafgarbenkrauttinktur aa 20.0 Millefolii tinct.
Frauenmantelkrauttinktur 10.0 Alchemillae vulg. tinct.
D. S. 3-mal tgl. 20–25Tr.
G II.
Rp. Kamillenblütenfluidextrakt Matricariae extract. fluid.
Frauenmantelkrautfluidextrakt Alchemillae extract. fluid.
Schneeballbaumrindenfluidextrakt Viburni prun. extract. fluid.
Salbeiblätterfluidextrakt aa ad 50.0 Salviae extract. fluid.
D. S. 3-maltgl. 20–25Tr.

Schmerzhafte Menstruationsbeschwerden
G III.
Rp. Schafgarbenkrauttinktur Millefolii tinct.
Frauenmantelkrauttinktur aa 20.0 Alchemillae vulg. tinct.
Johanniskrauttinktur 10.0 Hyperici tinct.
D. S. 3-maltgl. 20–30Tr.
G IV.
Rp. Pfefferminzblättertinktur 30.0 Menthae pip. tinct.
Frauenmantelkrauttinktur Alchemillae vulg. tinct.
Kamillenblütentinktur Matricariae tinct.
Schafgarbenkrauttinktur aa 20.0 Millefolii tinct.
Kümmelfrüchtetinktur 10.0 Carvi tinct.
D. S. 3-maltgl. 25–40Tr.

Tinctura dysmenorrhoica bei starken, krampfartigen Unterleibsschmerzen
G V.
Rp. Tollkirschblätter-/-wurzeltinktur Belladonnae tinct.
Bilsenkrautblättertinktur Hyoscyami tinct.
Schneeballbaumrindentinktur Viburni prun. tinct.
Baldrianwurzeltinktur aa 5.0 Valerianae tinct.
D. S. 3- bis 4-maltgl. 10Tr.

Rezepturen für Einreibungen bei Menstruationsbeschwerden
Menstruationsöle wirken durch ihre spasmolytischen Eigenschaften. Massagebewegungen haben ebenfalls einen lindernden Effekt.
G XI.
Rp. Kamillenöl Matricariae aeth.
Kümmelöl Carvi aeth.
Fenchelöl Foeniculi aeth.
Melissenöl aa 20.0 Melissae aeth.
D. S. Die ätherische Ölmischung unverdünnt oder mit Pflanzenöl 1:1 vermischt mehrmals tgl. auf Unterbauch- und Kreuzregion auftragen.
G XII.
Rp. Kamillenöl 20.0 Matricariae aether.
Kümmelöl Carvi aether.
Fenchelöl aa 10Tr. Foeniculi aether.
Pfefferminzöl Ol. menthae. pip.
D. S. Zum Einreiben des Unterleibs.
G XIII.
Rp. Fettes Mandelöl 50.0 Amygdalae oleum
Nachtkerzenöl 50.0 Oenotherae oleum
Äther. Holzöl aus Bursa delp. 20Tr. Bursae delpechianae aeth.
Melissenöl 20Tr. Melissae aeth.
Muskatellersalbeiöl 10Tr. Salviae sclareae aeth.
Rosenöl 5Tr. Rosae aeth.
D. S. Zum Einreiben des Unterleibs.

Tinctura dysmenorrhoica mit schneller und intensiver Wirkung
G XIII.
Rp. Opiumtinktur Opii tinct.
Tollkirschentinktur Belladonnae tinct.
Bilsenkrautblättertinktur Hyoscyami tinct.
Baldrianwurzeltinktur aa 5.0 Valerianae tinct.
D. S. Mehrmals tgl. mit 10Tr. den Unterleib einreiben.

Amenorrhö

Ursachen und Symptome
Bei Amenorrhö bleibt die Regelblutung vollständig aus, bei primärer Amenorrhö über das 16. Lebensjahr hinaus, bei sekundärer Amenorrhö länger als 6 Monate. Die sekundäre Amenorrhö kann physiologisch (Schwangerschaft, Stillzeit), psychogen (z. B. Situations-Amenorrhö, Anorexia nervosa) durch Ovarialinsuffizienz oder extragenital-endokrin (z. B. Hypothyreose, Erkrankungen der Nebennierenrinde, adrenogenitales Syndrom) bedingt sein. Meist besteht eine (evtl. auch stressbedingte) Hyperprolaktinämie. Der Prolaktinspiegel korreliert weitgehend mit dem Schweregrad der Zyklusstörung. Bei Werten > 50 ng/ml liegt meist eine Oligomenorrhö oder sekundäre Amenorrhö vor; bei Werten zwischen 50 und ca. 20 ng/ml kommt es zu anovulatorischen Zyklen oder Symptomen einer Corpus-luteum-Insuffizienz.
Einzusetzende Heilpflanzen
Phytotherapeutika bzw. Amenorrhö:MönchspfefferAmenorrhö:HeilpflanzenPhytoöstrogene können zu einer Normalisierung der Regelblutung führen. Bereits in früheren Zeiten wurde Mönchspfeffer in der Volksmedizin bei Mönchspfeffer:AmenorrhöErkrankungen der weiblichen und männlichen Geschlechtsorgane z. B. Uterusschmerzen, Regulierung der Menses, Prostatitis, Impotenz eingesetzt.
Studien bestätigen die dopaminerge Aktivität von standardisierten Extrakten aus den Früchten des Mönchspfeffers, die eine Hemmung der Prolaktinsekretion bewirken und somit eine Hyperprolaktinämie – eine der häufigsten Ursachen der sekundäre Amenorrhö, Oligomenorrhö, Polymenorrhö – positiv beeinflussen. Bei Patientinnen mit initial erhöhten basalen Prolaktinspiegeln konnte eine signifikante Reduktion gemessen und eine Verbesserung der klinischen Symptomatik bzw. des Wiederauftretens der Regelblutung beobachtet werden. Da sich auch im Zentralnervensystem dopaminerge Systeme befinden – das nigrostriatale System regelt die extrapyramidale Motorik, das mesolimbische System steuert Emotionen –, sind auch positive Wirkungen beim prämenstruellen Syndrom mit seinen typischen psychischen, motorischen und somatischen Symptomen erklärbar, obwohl dessen Ätiopathogenese noch nicht geklärt ist.
Bei Patientinnen mit Corpus-luteum-Insuffizienz ist häufig eine Sterilität gegeben.
Die Dosierung beträgt 30–40 mg eines standardisierten Extrakts bzw. einer Tinktur aus Mönchspfeffer. Eine Einnahme ist ausreichend lang durchzuführen. Mit einem Effekt ist frühestens nach 3 Monaten zu rechnen. Mönchspfefferextrakte führen gemäß der Studienlage bei Regeltempoanomalien in etwa 60 % zum Erfolg.
In früheren Zeiten war es gängige Methode sog. Emmenagoga, d. h. menstruationsauslösende oder menstruationsverstärkende Mitte, einzusetzen. Beispiele sind Gottesgnadenkraut oder die Weinraute. Man spricht ihnen die Eigenschaft zu, den Unterleib, einschließlich der Verdauung, anzuregen und zu erwärmen. Vermutlich wirken diese Drogen direkt oder indirekt stimulierend auf den Uterus. Aufgrund des toxischen Potenzials der Alkaloide kam es immer wieder zu Vergiftungen unter einer Einnahme von Gottesgnadenkraut. Bei einer emmenagogen Rezeptur wird zumeist ein Laxans, das im Allgemeinen emmenagog wirkt, mit verordnet.
Desweiteren wird in der Volksheilkunde Rosmarinkraut bei Dys-, Ameno- und Oligomenorrhö eingesetzt. Ihm wird eine emmenagoge Wirkung zugesprochen, zumindest bei Rosmarinöl mit einer gewissen Plausibilität. Vermutlich wird durch eine Hyperamisierung der Beckenorgane die Menstruation gefördert. Verantwortlich dafür ist eine Abnahme des peripheren Widerstands durch Dilatation der Splanchnikusgefäße.
Ergänzende Maßnahmen
  • Emmenagog können an den Amenorrhö:ergänzende Maßnahmenentsprechenden Head-Zonen angebrachte heiße Kataplasmen (z. B. Senfmehl) wirken. Über eine ausgeprägte Hyperämisierung werden die ovarielle Funktion und Menstruation angeregt. Ebenso helfen Moorsitz- und heiße Senfbäder, auch Einreibungen mit ätherischen Ölen sind möglich.

  • Reduzieren von Stress und möglichst Vermeiden von Belastungsfaktoren

  • Ergänzend können in der Aromatherapie ätherische Öle mit entspannenden und stresslösenden Wirkprofil zur Anwendung kommen. Mögliche Beispiele sind Jasmin, römische Kamille, Muskatellersalbei, Neroli, Orange, Vanille, Rosengeranie, Lavendel, Melisse, Palmarosa, Rose, Majoran und Ylang-Ylang.

Einzusetzende Heilpflanzen bei Amenorrhö

Innere Anwendung

  • Keuschlamm, Vitex agnus-castus

Ferner:
  • Gottesgnadenkraut, Gratiola officinalis

  • Rosmarin, Rosmarinus officinalis

  • Weinraute, Ruta graveolans

Ergänzende Maßnahmen

Äußere Anwendung:
  • Peloid-Sitzbäder

  • Huminsäure-Bäder

  • Kataplasmen (Senfmehl)

  • Einreibungen mit ätherischen Ölen

  • Aromatherapie (Jasmin, Neroli etc.)

Tinkturrezepturen:AmenorrhöB978-3-437-57273-9.00012-1#idx49 Teerezepturen:AmenorrhöB978-3-437-57273-9.00012-1#idx45 Extraktrezepturen:AmenorrhöB978-3-437-57273-9.00012-1#idx47 Amenorrhö:TinkturrezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx50 Amenorrhö:TeerezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx46 Amenorrhö:ExtraktrezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx48

Teerezepturen bei Amenorrhö
Amenorrhö und Oligomenorrhö
G 20.
Rp. Gottesgnadenkraut Gratiolae herb.
Rautenblätter Rutae fol.
Sennesblätter Sennae fol.
Fenchelfrüchte angest. aa 25.0 Foeniculi fruct. cont.
D. S. 1EL auf l Wasser, kochend übergießen und 20min ziehen lassen. Morgens nüchtern innerhalb 1h.
Regelung und Förderung der Monatsblutungen
G 21.
Rp. Kamillenblüten Matricariae flos
Rautenblätter aa 20.0 Rutae fol.
Rosmarinblätter Rosmarini fol.
Melissenblätter aa 30.0 Melissae fol.
D. S. 1TL auf 1 Tasse Wasser, kochend übergießen und 10min ziehen lassen. 2 Tassen tgl. 8 Tage vor dem Eintritt der Regel.
G 22.
Rp. Faulbaumrinde Frangulae cort.
Schafgarbenkraut Millefolii herb.
Sennesblätter Sennae fol.
Queckenwurzel aa 25.0 Graminis rhiz.
D. S. 1TL auf 1 Tasse Wasser, kochend übergießen und 10min ziehen lassen. 2 Tassen tgl. 8 Tage vor dem Eintritt der Regel.

Tinktur- und Extraktrezepturen bei Amenorrhö

Förderung der Menstruation
G VI.
Rp. Keuschlammfrüchtefluidextrakt 30.0 Agni casti extract. fluid.
Frauenmantelkrautfluidextrakt Alchemillae extract. fluid.
Schafgarbenkrautfluidextrakt aa 25.0 Millefolii extract. fluid.
Aloefluidextrakt 20.0 Aloe extract. fluid.
D. S. 3-maltgl. 20–30Tr.

Menorrhagie und Metrorrhagie

Ursachen und Symptome
Amenorrhö:HeilpflanzenDer Menorrhagie, die verstärkte (mehr als 80 ml MetrorrhagieMenorrhagieBlut) und verlängerte Regelblutung (länger als 6 Tage) liegen meist (80 %) organische Ursachen, z. B. Myome, Polypen, Tumoren, selten (10 %) hormonelle Ursachen, Hypertonie oder hämatologische Erkrankungen zugrunde. Die Blutungsanomalie kann das Allgemeinbefinden beeinträchtigen.
Eine Metrorrhagie (Zusatzblutung) – Blutungen, länger als 7 Tage andauernd, die zeitlich ungeregelt und ohne erkennbaren Zusammenhang mit dem Zyklus stehen – kann durch Zyklusstörungen, Ovulationsblutung, Schmierblutungen unter Einnahme der Antibabypille oder Menopause bedingt sein.
Einzusetzende Heilpflanzen
Bei Menorrhagie und Metrorrhagie können Metrorrhagie:HeilpflanzenMenorrhagie:HeilpflanzenPhytotherapeutika nach fachärztlicher Abklärung eine milde und nebenwirkungsarme Option darstellen.
Bei Metrorrhagie infolge einer hormonellen Dysbalance ist Mönchspfeffer die Pflanze der Wahl. Verwendet werden wässrig-ethanolische Extrakte der Früchte. Ihre dopaminerge und prolaktininhibierende Wirkung kann in zu einer Regulierung der Regeltempoanomalie führen.
Bei Menorrhagie – vorausgesetzt es liegt kein Uterusmyom oder Korpuskarzinom vor – können pflanzliche, blutstillende Pflanzen, sog. Hämatostyptika, zum Einsatz kommen. Unter den pflanzliche Hämatostyptika, die im Allgemeinen nur schwach blutstillend wirken, wird v. a. Hirtentäschelkraut eingesetzt. Es steigert zusätzlich Kontraktion und Tonus des Uterus. In der Volksheilkunde hat Hirtentäschelkraut bei Blutungen eine lange Tradition. Die Dosierung beträgt 10–15 g Droge, beim Fluidextrakt 3-mal tgl. 25 Tr. In Form einer Fertigarznei steht nur mehr ein Präparat Styptysat Bürger oder als Urtinktur Ceres Bursa past. (Alcea) zur Verfügung.
Eingesetzt werden ebenfalls der Blutrote Storchschnabel sowie Wasserpfeffer. Die als Droge genutzten Blätter des Blutroten Storchschnabels weisen einen hohen Gehalt an Gerbstoffen (27,5 % Galloylester) auf. Folge ist eine adstringierende sowie lokal antistyptische Wirkung. Insbesondere in der Volksheilkunde der osteuropäischen Länder ist diese Heilpflanze tradiert. Ihm wird bei atonischen Blutungen post partum und bei Abortblutungen eine Wirkung zugesprochen. Im Allgemeinen wird 3-mal tgl. 1 Tasse getrunken. Auch die Wirkung des Wasserpfeffers dürfte auf adstringierenden Eigenschaften beruhen; das Kraut enthält Gerbstoffe. Vor allem bei hartnäckigen Dauerblutungen wird ihm eine Wirkung zugesprochen. Zu trinken sind 1–2 Tassen eines Tees. Auch Zubereitungen aus Blutwurz, aufgrund ihres hohen Gehalts an Gerbstoffen, wirken lokal hämatoytyptisch. Gleiches gilt für Frauenmantelkraut, das als weibliches Heilmittel par excellence in der Volksheilkunde betrachtet wird.
Besenginster, reich an Alkaloiden und ausgestattet mit chinin- und chinidinähnlichen Effekten, wirkt als indirektes Sympathomimetikum vasokonstriktorisch. Zudem konnte eine Tonussteigerung nachgewiesen werden – allerdings nur bei gravidem Uterus. Der blutungsstillende Effekt der Droge am Uterus wird empirisch genutzt. Zur Anwendung kommt v. a. das Hauptalkaloid Spartein (Spartiol Tropfen). Die Wirkstärke entspricht zwar nicht der der Secale-Alkaloide, Spartein ist jedoch nahezu nebenwirkungsfrei.
Eine Droge mit möglicher hämatostyptischer Wirkung ist Kreuzkraut, das einen Einfluss auf arterielle und kapilläre Blutungen zeigt, jedoch aufgrund seines Gehalts an Pyrralozidin-Alkaloiden nicht empfohlen werden kann.
Traditionell kommen bei Menorrhagien und Metrorrhagien Bäder mit Schafgarbenkraut zum Einsatz. Auch eine innerliche Anwendung ist möglich. Schafgarbenkraut besitzt als Heilpflanze bei gynäkologischen Leiden eine lange Tradition. Ihr werden blutstillende Eigenschaften zugeschrieben und ihre tonisierenden Eigenschaften lassen insgesamt einen günstigen Einfluss auf die Gebärmutter plausibel erscheinen.
In der Volksheilkunde wird dem Diptamkraut eine menstruationsregulierende Wirkung zugesprochen. Hinweise liegen vor auf krampflösende und tonisierende Eigenschaften.
Ergänzende Maßnahmen
  • Verminderung von Stress- und Metrorrhagie:ergänzende MaßnahmenMenorrhagie:ergänzende MaßnahmenBelastungsfaktoren. Sinnvoll ist die Ausführung von entspannenden Verfahren, wie autogenes Training, Qi Gong, Tai Chi etc.

  • Aus dem Bereich der Aromatherapie können adjuvant ätherische Öle mit spannungslösender, beruhigender Wirkung zum Einsatz kommen (12.2.1).

Einzusetzende Heilpflanzen bei Menorrhagie, Metrorrhagie

Innere Anwendung

  • Besenginster, Cytisus scoparius

  • Blutroter Storchschnabel, Geranium sanquineum

  • Blutwurz, Potentilla tormentilla

  • Hirtentäschel, Capsella bursa-pastoris

  • Keuschlamm, Vitex agnus-castus

  • (Mutterkorn Secale cornutum)

  • Wasserpfeffer, Polygonum hydropiper

  • Schafgarbe, Achillea millefolium

Äußere Anwendung

  • Schafgarbe, Achillea millefolium

Ergänzende Maßnahme

  • Aromatherapie

Tinkturrezepturen:MetrorrhagieB978-3-437-57273-9.00012-1#idx67 Tinkturrezepturen:MenorrhagieB978-3-437-57273-9.00012-1#idx68 Teerezepturen:MetrorrhagieB978-3-437-57273-9.00012-1#idx59 Teerezepturen:MenorrhagieB978-3-437-57273-9.00012-1#idx60 Metrorrhagie:TinkturrezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx70 Metrorrhagie:TeerezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx62 Metrorrhagie:ExtraktrezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx66 Menorrhagie:TinkturrezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx69 Menorrhagie:TeerezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx61 Menorrhagie:ExtraktrezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx65 Extraktrezepturen:MetrorrhagieB978-3-437-57273-9.00012-1#idx63 Extraktrezepturen:MenorrhagieB978-3-437-57273-9.00012-1#idx64

Teerezepturen bei Menorrhagie und Metrorrhagie

Menorrhagie und Metrorrhagie
G 18.
Rp. Frauenmantelkraut Alchemillae herb.
Besenginsterkraut Cytisi scoparii herb.
Schafgarbenkraut Millefolii herb.
Hirtentäschelkraut Bursae pastoris herb.
Vogelknöterichkraut aa ad 100.0 Polygoni avic. herb.
D. S. 1TL auf 1 Tasse Wasser, kochend übergießen und 10min ziehen lassen. 2 Tassen tgl.

Menorrhagie und Metrorrhagie sowie Nachgeburts- und klimakterische Blutungen
G 19.
Rp. Frauenmantelkraut 30.0 Alchemillae herb.
Schafgarbenkraut 20.0 Millefolii herb.
Hirtentäschelkraut 20.0 Bursae pastoris herb.
Tormentillwurzel aa ad 100.0 Tormentillae rad.
D. S. 2TL mit ca. 200 ml kaltem Wasser ansetzen, über Nacht ziehen lassen, morgens kurz aufwallen und 20–30 s ziehen lassen. 10 Tage vor Eintritt der Blutung 2-maltgl. 1 Tasse, bei starken Blutungen 3- bis 4-mal1 Tasse; im Klimakterium 2-maltgl. 1 Tasse über 4 Wochen; anschließend Pause von 2–4 Wochen und Wiederholung.

Blutstillung
G 23.
Rp. Wasserpfefferkraut Polygoni hydropip. herb.
Ackerschachtelhalmkraut Equiseti herb.
Schafgarbenkraut aa ad 100.0 Millefolii herb.
D. S. 2TL auf 1 Tasse Wasser, kurz kochen und 20min ziehen lassen. 3-maltgl. 1 Tasse.
G 24.
Rp. Besenginsterblüten Cytisi scoparii flor.
Hirtentäschelkraut Bursae pastoris herb.
Schafgarbenkraut aa ad 100.0 Millefolii herb.
D. S. 1TL auf 1 Tasse Wasser, heiß übergießen und 20min ziehen lassen. 3-maltgl. 1 Tasse.

Tinktur- und Extraktrezepturen bei Menorrhagie und Metrorrhagie

Hypermenorrhö
G VII.
Rp. Hirtentäschelkrauttinktur 20.0 Bursae pastoris tinct.
Schafgarbenkrauttinktur Millefolii tinct.
Frauenmantelkrauttinktur aa 15.0 Alchemillae vulg. tinct.
D. S. 3-maltgl. 25–35Tr.

Prämenstruelles Syndrom

Ursachen und Symptome
Metrorrhagie:HeilpflanzenMenorrhagie:HeilpflanzenDas PMS tritt bevorzugt nach dem 35. Lebensjahr auf. Die Ursachen desprämenstruelles Syndrom Beschwerdekomplexes in der 2. Zyklushälfte sind nicht vollständig geklärt. Es zeigen sich erhöhte Östrogen- und erniedrigte Progesteronspiegel sowie veränderte Sekretionsmuster von Hormonen, wie Melatonin, Kortisol oder Prolaktin. Auch liegt ein Einfluss von Östrogenen auf die Aktivität von Neurotransmittern, wie Serotonin und Dopamin, vor – Neurotransmitter, die in der Regulation von Stimmung, Verhalten und Kognition involviert sind. Eventuell greifen hormonelle Dysbalance und psychische/psychosoziale Probleme ineinander. Als Symptome treten auf: schmerzhaftes Brustspannen (Mastodynie), Ödemneigung, Stimmungslabilität (gesteigerte Reizbarkeit, Wutausbrüche, Depressionen), Konzentrationsstörungen, Angst, Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit, Blähungen, Heißhunger, Akne.
Zu beachten ist, dass die Mastodynie als Leitsymptom des PMS auch im Rahmen einer Mastopathie (proliferative und degenerative Umbauprozesse des Brustdrüsengewebes) oder einer Corpus-luteum-Insuffizienz auftreten.
Einzusetzende Heilpflanzen
Standardisierte Zubereitungen aus Früchten des Mönchspfeffers prämenstruelles Syndrom:Heilpflanzenkönnen bei leichten bis mittelschweren Beschwerden im Rahmen prämenstruelles Syndrom:MönchspefferMönchspfeffer:prämenstruelles Syndromeiner PMS eingesetzt werden Sie greifen regulierend in die hormonelle Dysbalance ein. Es kommt, wie in mehreren Studien nachgewiesen, zu einer deutlichen Besserung der prämenstruellen Symptomatik. Vor allem die Mastodynie, ein Leitsymptom des PMS, die meist durch eine Corpus-luteum-Insuffizienz oder einen erhöhten Prolaktinspiegel bedingt ist, wird deutlich gebessert. Mastalgien erfuhren unter einer Medikation mit Mönchspfeffer eine ähnliche Linderung wie unter dem Dopaminantagonisten Bromocriptin. Vielfach ist damit eine Zunahme der Lebensqualität und der Leistungsfähigkeit verbunden. Unter Therapie kommt es auch zu einer Besserung der psychischen Leitsymptome Angst und Depression. In einer klinischen Studie zeigt sich die psychische Symptomatik einer Therapie mit Mönchspfeffer zugänglich, vergleichbar einer Medikation mit dem SSRI Fluoxetin.
Ein mögliches Wirkprinzip von Vitex-agnus-castus-Früchten beruht auf einem starken Bindungsvermögen an Opioid-Rezeptoren (- und -Subtyp). Bei PMS kommt es zu einem starken Abfall von Endorphinen, was eine Mitursache der Beschwerden sein soll.
Eine effektive Therapie mit standardisierten Extrakten des Mönchspfeffers muss ausreichend lange, mindestens 4–6 Monate, durchgeführt werden. In manchen Fällen ist schon ab dem ersten Behandlungszyklus mit einer signifikanten Abnahme der prämenstruellen Symptomatik zu rechnen. Die Verträglichkeit geeigneter Fertigarzneien ist sehr gut. Gelegentlich können Übelkeit, Kopfschmerzen oder gastrointestinale Beschwerden auftreten. Die Tagesdosis eines standardisierten Extrakts beträgt 30–40 mg. Bewährt hat sich ferner eine Fertigarznei (Mastodynon), die aus einer Urtinktur aus Vitex agnus-castus hergestellt ist. Ihre Wirksamkeit ist in mehreren Studien belegt.
Positiv monographiert zur Behandlung des PMS ist Cimicifuga racemosa. Auch wenn Extrakte der Droge schwerpunktmäßig bei klimakterischen Beschwerden eingesetzt werden, zeigen sie trotzdem eine therapeutische Wirkung bei neurovegetativen und psychischen Störungen, wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Depressionen. Im Allgemeinen werden standardisierte Extrakte aus dem Wurzelstock (entsprechend 40 mg Droge) der Pflanze, verabreicht. Eine Langzeiteinnahme ist möglich. Unerwünschte Wirkungen auf den Uterus sind nach neueren Studien nicht zu erwarten. Die Traubensilberkerze lässt sich gut kombinieren mit Mönchspfefferextrakten (Femisana H Wechseljahrestropfen) und/oder Johanniskrautextrakten (Remifemin plus).
Standardisierte Johanniskrautextrakte zeigen ebenfalls einen therapeutischen Effekt auf die prämenstruelle Symptomatik, zumindest, gemäß einer Pilotstudie, in ca. 50 % der Fälle (nach einem Zeitraum von 2 Zyklen in einer Dosierung von 300 mg tgl.). Es werden sowohl die psychischen Beschwerden als auch die Schmerzen und weitere körperliche Symptome (u. a. Gewebeschwellung) gebessert.
Wolfstrappkraut kann beim PMS und insbesondere bei Mastodynie, für das es von der Kommission E positiv monographiert ist, eingesetzt werden. Vor allem im letzteren Fall werden die Beschwerden günstig beeinflusst. Es erfolgt eine Volumenabnahme der Brustdrüse und ein Nachlassen der Spannungsschmerzen. In einer mit Lycopusextrakt durchgeführten Studie zeigte sich bei fast allen Patientinnen eine Besserung der Symptome bzw. Beschwerdefreiheit. Auch Regelverschiebungen können sich normalisieren. Da Wolfstrapp zudem eine dämpfende Wirkung auf den Schilddrüsen-Hypophysen-Regelkreislauf hat, eignet es sich zur Behandlung bei vegetativ übererregten Patienten mit hormoneller Dysregulation. Hilfreich scheint die Droge besonders bei gleichzeitig bestehender vegetativer Dystonie zu sein.
Ergänzende Maßnahmen
  • Eine ballaststoffreiche Ernährung – tierische Fette, Salz, prämenstruelles Syndrom:ergänzende MaßnahmenZucker, Süßigkeiten, Kaffee und Alkohol sind zu meiden – kann dazu beitragen, die Wassereinlagerung und Gewichtszunahme in der zweiten Zyklushälfte zu reduzieren.

  • Hilfreich ist die Zufuhr mehrfach ungesättigter Fettsäuren, z. B. durch 1–2 TL Leinöl tgl., die einen gestörten Prostaglandin-Stoffwechsel normalisieren können. Ebenso kann die im Nachtkerzenöl und Borretschöl enthaltene 6-Fettsäure, -Linolensäure, das Prostaglandin-Synthesemuster zugunsten der vasodilatatorisch und spasmolytisch wirkenden Prostaglandine (PGE1) verschieben. PGE1 ist ein Prolaktin-Antagonist. Obwohl die Studien über die Wirkung von Nachtkerzenöl widersprüchlich sind, lohnt ein mehrmonatiger Therapieversuch. Die Gabe von 3-Fettsäuren zeigte in einer Studie eine hochsignifikante Besserung von Menstruationsschmerzen.

  • Hochdosierte Gaben von Vitamin E (400–600 IE) können Schmerzen und Spannungsgefühl in den Brüsten lindern. Vitamin B6 (50–100 mg tgl.) kann zu einer relativen Verbesserung aller Symptome führen und fördert die Umwandlung von Linolsäure in -Linolensäure. Magnesium (400–600 mg) vermindert als physiologischer Kalziumantagonist die neuromuskuläre Erregbarkeit und erhöht die Relaxation der glatten und quergestreiften Muskulatur. Auch Symptome wie Gewichtszunahme, Brustspannung oder Blähungen nehmen ab. Für Kalzium liegen ebenfalls Hinweise auf einen günstigen Effekt bei PMS vor. Faktoren wie Flüssigkeitsretention, Heißhunger und Schmerzen werden unter Einnahme von Kalzium signifikant reduziert. In Studien wurden Dosierungen bis 1.200 mg eingenommen.

  • Kühlende Brustwickel nach Kneipp, Brustauflagen mit Heilerde, Quark oder Retterspitz sowie Weißkohlauflagen wirken beschwerdelindernd (12.3.2).

  • Während der Menstruation sind entspannende Bäder mit Zusätzen wie Melisse etc. hilfreich.

  • In der Aromatherapie werden bei PMS diverse ätherische Öle mit spasmolytischen und hormonregulierenden Eigenschaften eingesetzt. Ätherische Öle mit spasmolytischer Wirkung sind Majoran, Angelika, weitere 12.2.1; ätherische Öle mit postulierter hormonregulierender Wirkung sind Anis, Kamille, Zitrone, Rosengeranie, Sandelholz und Tonka. Für Einreibungen werden 1-prozentige Zubereitungen, für Wickel 2- bis maximal 10-prozentige Zubereitungen verwendet. Trägeröle sind z. B. Oliven- oder Mandelöl.

Einzusetzende Heilpflanzen bei prämenstruellem Syndrom

Innere Anwendung

  • Johanniskraut, Hypericum perforatum

  • Keuschlamm, Vitex agnus-castus

  • Traubensilberkerze, Cimicifuga racemosa

  • Wolfstrapp, Lycopus europaeus

Ergänzende Maßnahmen

Innere Anwendung:
  • Nachtkerzenöl (Oenothera biennis)

  • Borretschöl (Borago officinalis)

  • Leinöl

  • Vitamin E, Vitamin B6, Magnesium, Kalzium

Äußere Anwendung:
  • kühlende Brustwickel nach Kneipp

  • Brustauflagen mit Heilerde, Quark oder Retterspitz

  • Weißkohl-Auflagen

  • Aromatherapie (Einreibungen, Wickel)

Klimakterisches Syndrom

Ursachen und Symptome
prämenstruelles Syndrom:HeilpflanzenIm Klimakterium, der Zeitraum der Prä- und Postmenopause bis zum Beginn des Seniums (ca. 47.–57. klimakterisches SyndromLebensjahr) treten durch die Hormonumstellung (verminderte Östrogenbildung, vermehrte LH- und Progesteronausschüttung) bei 70 % aller Frauen Beschwerden auf. Die Patientinnen leiden an psychovegetativen Symptomen: Hitzewallungen, oft mit Schweißausbrüchen, Herzjagen, Schwindel, Schlafstörungen, Müdigkeit, allgemeinem Schwächegefühl, Migräne und an Stimmungslabilität bis zur depressiven Verstimmung. Zudem bestehen neben verstärkten/verlängerten Blutungen und Zwischenblutungen folgende Organstörungen: Osteoporose, Atrophie der Genitalorgane, vermehrt Fettstoffwechsel- und kardiovaskuläre Störungen (Hypertonie, Arteriosklerose, Koronarsklerose), Gewichtszunahme.
Das Klimakterium ist im Leben der Frau eine Zäsur, verbunden mit einem veränderten Lebensgefühl, das in unterschiedlichem Umfang gemeistert wird. Es sollten nur Therapiekonzepte zur Anwendung kommen, die ohne große Nebenwirkungen – nur in Ausnahmefällen bei großen Beschwerden ist eine kurzfristige Indikation für eine Hormonersatztherapie gegeben – eine Überbrückungshilfe in dieser Phase bieten.
Einzusetzende Heilpflanzen
Die größte Bedeutung unter den phytotherapeutischen Drogen besitzt die klimakterisches Syndrom:HeilpflanzenTraubensilberkerze, die bereits im 18. Jh. bei Dysmenorrhö, Menorrhagien und klimakterischen Traubensilberkerze:klimakterisches Syndromklimakterisches Syndrom:TraubensilberkerzeBeschwerden verordnet wurde. Standardisierte Extrakte aus dem Wurzelstock führen nachweislich zu einer signifikanten Besserung der körperlichen und psychischen Symptome. Vasomotorische Beschwerden, wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche, sowie in Folge Schlafstörungen nehmen ab. Es bessern sich Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Trockenheit der Scheide – nach länger andauernder Einnahme. Im Rahmen der Therapie kommt es auch zu einer Besserung einer depressiven Verstimmung.
Bezüglich ihrer Wirksamkeit können Extrakte der Traubensilberkerze einer Östrogentherapie durchaus vergleichbar sein. Hinsichtlich der zumeist im Vordergrund stehenden Symptomatik, Hitzewallungen und Schweißausbrüche, zeigten sie sich in Studien der Östrogensubstitution sogar überlegen.
Eine Therapie mit Extrakten der Traubensilberkerze ist entsprechend lang durchzuführen. In Langzeitstudien zeigte sich, dass die volle Wirkung sich innerhalb der ersten 10–12 Wochen entfaltet. Der therapeutische Effekt ist über den gesamten Zeitraum der Einnahmedauer anhaltend. Dabei zeigt sich auch ein günstiger Einfluss auf den Knochenstoffwechsel.
Stehen psychische Probleme im Vordergrund, sind Kombinationen mit standardisierten Extrakten aus Johanniskraut sinnvoll. Es ist eine synergistische Wirkung zu erwarten. Die milde psychotrope Wirkung von Cimicifuga wird unterstützt durch die antidepressiven, stimmungsaufhellenden und anxiolytischen Eigenschaften des Johanniskrauts (12.1.2). Psychovegetative Störungen, Angststörungen und nervöse Unruhe im Rahmen des Klimakteriums sind mögliche Indikationen für Johanniskraut. Bezüglich der vasomotorischen Symptomatik, wie Schweißausbrüche und Hitzewallungen, ist ebenfalls eine deutliche Besserung zu erwarten. Daneben zeigte sich in Untersuchungen, dass unter Johanniskraut auch ein positiver Einfluss auf die Libido sowie ein Effekt bzgl. des Vertrauens in die eigene Attraktivität gegeben sind.
Zeigen sich Angst-, Spannungs- und Unruhezustände, können ergänzend Zubereitungen aus dem Kava-Kava-Wurzelstock, auch Rauschpfeffer genannt, eingesetzt werden – allerdings unter Vorbehalt (12.2.3). Für Nervosität und Schlafstörungen bieten sich Hopfenzapfen, Melissenblätter und Baldrianwurzel, in Form von Tees, Tinkturen oder auch als Fertigarzneimittel an.
Der klimakterische Beschwerdekomplex wird ebenfalls positiv beeinflusst durch Ginsengwurzel. Die zumeist als Tonikum und Adaptogen (14.2.3) eingesetzte Pflanze wirkt gonadotrop. Als Adaptogen kann ferner die Taigawurzel zur Erhöhung der oft zu beobachtenden Antriebsarmut und Minderung der Stressanfälligkeit zur Anwendung kommen.
Hinweise auf einen therapeutischen Benefit auf klimakterische Beschwerden liegen für Extrakte aus Hopfenzapfen vor. Verschiedene Inhaltsstoffe der Droge, v. a. 8-Prenylnaringinin sowie bestimmte Flavonoide wie 6-Prenylnaringinin, Coumestrol, Genistein und Daidzein, zeigen östrogenartige Wirkungen. Die menopausalen Beschwerden scheinen sich unter einem standardisierten (hydro-ethanolisch) Extrakt – in Studien wurden Dosierungen von 75 mg verwendet – zu bessern.
Reich an Phytoöstrogenen sind Rhapontik-Rhabarber und Rotklee. Extrakte des Rhapontischen Rhabarber enthalten östrogenwirksame Rhapontik-Rhabarber:klimakterisches SyndromStilbene. Diese wirken schwach östrogenartig. Eingesetzt wird ein standardisierter Extrakt (ERr 731) aus dem Wurzelstock der Pflanze als Fertigarzneimittel (Phytoestrol) – 4 mg tgl. als magensaftresistente Kapsel – zur Behandlung klimakterischer Beschwerden. Die Besserung dieser Beschwerden, wie Hitzewallungen, ist nach Studienlage signifikant. Insbesondere Frauen, die unter starken und häufigen Angstzuständen und damit verbundenen Hitzewallungen litten, sprachen gut auf den Extrakt an. Depressive Leiden bessern sich, Schlafstörungen nehmen ab. Daneben scheint bei längerfristiger Einnahme auch ein Effekt auf die Knochen gegeben zu sein. Bei Langzeitanwendung – es liegt eine Studie mit einer 96-wöchigen Beobachtungsphase vor – zeigten sich keine unerwünschten Nebenwirkungen, wie Endometriumshyperplasie bzw. Zunahme der Endometriumsdicke oder negative Effekte auf die Brustdichte. Die Wirksamkeit des Rhapontischen Rhabarberextrakts ist sicherlich mit der von Traubensilberkerzen-Extrakten vergleichbar; in Studien jedenfalls stärker als eine niedrig dosierte Hormontherapie.
Bei östrogenabhängigen Tumoren bzw. solchen in der Anamnese ist die Anwendung des Extrakts ERr 731 zu unterlassen, da die Frage bezüglich einer möglichen Beeinflussung des Wachstums von Mammatumoren noch nicht abschließend geklärt ist.
Die therapeutische Wirkung von standardisierten Extrakten aus Rotklee beruht auf Isoflavonoiden. Diese binden sich v. a. an ER, die vorwiegend im Rotklee:klimakterisches SyndromKnochengewebe, im Herzkreislaufsystem und im Gehirn lokalisiert sind, was die sich andeutenden kardioprotektiven und antiosteoporotischen Eigenschaften erklären würde. An ER liegt nur eine geringe Aktivität vor. Aus diesem Grund ist jedoch bei Patientinnen mit Mammakarzinom oder genetischer Disposition auf eine Anwendung von Rotklee-Extrakten zu verzichten. Die Studienlage lässt auf therapeutische Effekte bei klimakterischen Beschwerden schließen. Bei Einnahme standardisierter Extrakte – die mittlere Tagesdosis beträgt 40 mg, in Studien werden Dosierungen bis 120 mg verwendet – stellt sich eine deutliche Linderung vasomotorischer Ereignisse (Hitzewallungen, Schweißausbrüchen) etc. ein. Bei Frauen mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko, z. B. im Rahmen einer Hyperlipidämie, kann mit einem positiven Nutzen gerechnet werden. Mögliche Effekte sind evtl. auch bei Osteoporose gegeben.
Ergänzende Maßnahmen
  • Phytoöstrogenreiche Nahrungsmittel können nachweislich beschwerdelindernd wirkenklimakterisches Syndrom:ergänzende Maßnahmen. Besonders reich an Phytoöstrogenen sind Sojabohnen sowie Leinsaat, Getreidevollkorn und Gemüse. Sojabohnen enthalten 2–5 % Phytoöstrogene, v. a. Isoflavonoide. Diese finden sich nur in Hülsenfrüchten der Tropen. Für Sojaproteine bzw. Sojaextrakt – der Gehalt an Isoflavonoiden lag zwischen 50 und 100 mg tgl. – zeigte sich in placebokontrollierten Studien eine deutliche Minderung klimakterischer Beschwerden, wie Hitzewallungen. Hinweise auf einen günstigen Einfluss auf die kognitive Leistungsfähigkeit liegen in diesem Rahmen auch vor. Eine isoflavonreiche Kost scheint bei Frauen, auch in jüngeren Jahren, und Männern gleichermaßen die kognitive Leistung (Kurz- und Langzeitgedächtnis) zu verbessern. Isoflavone führen zudem zu einer verbesserten Endothelfunktion sowie Abnahme des hsCRP.

  • Des Weiteren zeigte sich bei perimenopausalen Frauen durch eine hohe Zufuhr von Isoflavonoiden eine signifikante Zunahme der Mineraldichte der Lendenwirbelsäule. Unter einer 1-jährigen Zufuhr von Genistein (54 mg tgl.) war in einer klinischen Studie eine signifikante Senkung des Pyridinium-Crosslinks, einem Marker für den Knochenabbau zu verzeichnen. Daneben kommt es zu einer Erhöhung der knochenspezifische alkalische Phosphatase und Osteocalcin, beides knochenaufbauende Parameter. Eine tägliche Aufnahme von 47–150 mg Soja-Isoflavone über einen Zeitraum von 6–12 Monaten führt zu einer signifikanten Zunahme der Knochendichte in der Wirbelsäule (22,25 mg/cm2).

  • Bei hohem Verzehr isoflavonoidhaltiger Sojabohnenprodukte vor der Menopause scheint zudem das Risiko östrogener Tumorarten vermindert zu sein. Die protektive Wirkung scheint jedoch nur bei lebenslanger Einnahme gegeben zu sein. Da Phytoöstrogene nur etwa 0,1 % der Aktivität von Steroid-Östrogenen aufweisen, sie jedoch trotzdem die Rezeptoren besetzen, kann es oftmals zu einer anti-östrogenen Wirkung und Beeinflussung des Hormonstoffwechsels kommen. In einer Studie zeigte sich eine Verlängerung des Menstruationszyklus.

  • Zusätzlich haben Lignane, die wie die Isoflavone zu den Phytoöstrogenen gezählt werden, ebenfalls eine große Bedeutung. Lignanhaltig sind Leinsamen (808 mg/kg) und Getreide. Obwohl der Lignangehalt von frischem Gemüse (1,4 mg/kg) relativ gering ist, enthält es – bezogen auf die Trockenmasse nach Leinsamen die höchste Konzentration (15,5 mg/kg).

  • Zu achten ist ferner auf eine Vitamin- (Vitamin E, D) und kalziumreiche Ernährung. Ergänzend kann Vitamin E in einer Dosierung von 400 mg, verabreicht werden. Eine zusätzliche Supplementation von Vitamin D ist bei allgemein weit verbreitetem Mangel sicherlich sinnvoll.

  • In der Aromatherapie kommt eine große Anzahl an ätherischen Ölen, abhängig von der im Vordergrund stehenden Symptomatik, zum Einsatz. Bei Hitzewallungen werden bevorzugt Muskatellersalbei und Rosengeranie sowie Anis, Fenchel und Salbei, denen eine östrogenähnliche Wirkung zugesprochen wird, verwendet.Innere Unruhe und Stimmungslabilität werden mit ätherischen Ölen aus der Angelikawurzel, Römischer Kamille, Kamille, Lavendel, Bergamotte, Grapefruit, Rose, Neroli und Jasmin behandelt. Zur Behandlung vaginaler Trockenheit werden Öle aus Sandelholz, Palmarosa, Rose und Geranie, eingearbeitet in z. B. Sesamöl, lokal appliziert.Hitzewallungen sprechen gut auf ein Hydrolatspray mit Rose, Zypresse, Muskatellersalbei und Pfefferminze an. Es bieten sich ferner Melisse und Zitrone an, z. B. können kalte Kompressen mit 4 Tr. eines entsprechenden Öls aufgelegt werden. Bei übermäßiger Schweißbildung sind Salbei, Pfefferminze, Grapefruit, Limone und Zitrone hilfreich. Nach einem Schweißausbruch kann z. B. Salbei, Zypresse und Pfefferminze, jeweils 1 Tr. auf 250 ml Wasser gegeben und damit eine Waschung durchgeführt werden.Beispielhafte Rezeptur bei Hitzewallungen: Muskatellersalbei 8 Tr., Geranie 2 Tr., Zitrone 8 Tr., Salbei 2 Tr. in 30 ml fettem Öl, z. B. Mandelöl; einmassiert 2-mal tgl. auf das Abdomen.Verwendete Mischungen sind nach einer gewissen Zeit, ca. 2–3 Monate, in ihrer Zusammensetzung zu verändern um einen Gewöhnungseffekt zu vermeiden.

Einzusetzende Heilpflanzen beim klimakterischen Syndrom

Innere Anwendung

  • Hopfen, Humulus lupulus

  • Johanniskraut, Hypericum perforatum

  • Keuschlamm, Vitex agnus-castus

  • Rauschpfeffer, Piper methysticum

  • Rhapontischer Rhabarber, Rheum rhaponticum

  • Rotklee, Trifolium pratense

  • Traubensilberkerze, Cimicifuga racemosa

  • Wolfstrapp, Lycopus europaeus

Ferner:
  • Ginseng, Panax pseudoginseng

  • Taigawurzel, Eleutherococcus senticosus

Ergänzende Maßnahmen

  • phytoöstrogenreiche Ernährung, z. B. mit Sojabohnen, Leinsaat, Vollkorngetreide

  • Aromatherapie

Teerezepturen:klimakterisches SyndromB978-3-437-57273-9.00012-1#idx85 klimakterisches Syndrom:TeerezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx86

Teerezepturen beim klimakterischen Syndrom
Klimakterische Beschwerden
G 1.
Rp. Johanniskraut 30.0 Hyperici herb.
Schafgarbenkraut 30.0 Millefolii herb.
Weißdornblätter/-blüten 30.0 Crataegi fol. c. flor.
Melissenblätter 10.0 Melissae fol.
D. S. 1EL auf l kochendes Wasser, 10min ziehen lassen. 3-maltgl. 1 Tasse zwischen den Mahlzeiten.
G 2.
Rp. Johanniskraut 30.0 Hyperici herb.
Hopfenzapfen 1.0 Lupuli flos
Weißdornblätter/-blüten 30.0 Crataegi fol. c. flor.
Melissenblätter 10.0 Melissae fol.
D. S. 1EL auf l kochendes Wasser, 10min ziehen lassen. 3-maltgl. 1 Tasse zwischen den Mahlzeiten.

Nervöse und depressive Stimmungslage während des Klimakteriums
G 3.
Rp. Frauenmantelkraut 20.0 Alchemillae herb.
Melissenblätter 30.0 Melissae fol.
Johanniskraut 30.0 Hyperici herb.
Hopfenzapfen 10.0 Lupuli flos
D. S. 2TL mit 1 Tasse kochendes Wasser übergießen, 10min ziehen lassen. 2-maltgl. 1 Tasse über mindestens 6–8 Wochen.

Unterstützender Haustee bei klimakterischen Beschwerden
G 4.
Rp. Melissenblätter 10.0 Melissae fol.
Pfefferminzblätter 10.0 Menthae pip. fol.
Baldrianwurzel 5.0 Valerianae rad.
Hopfenzapfen 5.0 Lupuli flos
Weißdornblüten 5.0 Crataegi flos
Mistelkraut 5.0 Visci albi herb.
Tausendgüldenkraut 5.0 Centauri herb.
Sennesblätter 5.0 Sennae fol.
Schafgarbenkraut 5.0 Millefolii herb.
Kamillenblüten 5.0 Matricariae flos
D. S. 2TL auf l kochendes Wasser, 10min ziehen lassen. 2-maltgl. 1 Tasse.

Parametropathia spastica

Ursachen und Symptome
Ein klimakterisches Syndrom:Heilpflanzenhäufiger Beschwerdekomplex in der Gynäkologie ist die Parametropathia spastica, auch Pelvipathia vegetativa genannt. Den Parametropathia spasticaKrampfzuständen und Muskelverspannungen des kleinen Beckens liegen neurovegetative Störungen zugrunde. Die Ursache ist häufig psychosomatisch. Mit den oft nur ungenau lokalisierten Schmerzen im Unterleib können weitere Beschwerden, z. B. Kreuzschmerzen, Mastodynie, Fluor, Pruritus vulvae, einhergehen.
Einzusetzende Heilpflanzen
Bei neurovegetativen Beschwerden, insbesondere im Klimakterium, können standardisierte Extrakte aus Cimicifuga racemosa Parametropathia spastica:Heilpflanzenmit gutem Erfolg eingesetzt werden. Auch die traditionell für gynäkologische Beschwerden häufig verwendete und beliebte Schafgarbe hat sich bei Parametropathia aufgrund ihrer spasmolytischen, antiphlogistischen und tonisierenden Wirkung bewährt. Zusätzlich können Kamillenblüten aufgrund ihrer spasmolytischen Komponente mit eingesetzt werden.
Zusätzlich zur inneren Anwendung können Sitzbäder mit Schafgarbenkraut zur Anwendung kommen. Der kieselsäurehaltige Ackerschachtelhalm führt zu einer Kräftigung des Bindegewebes und gilt als stoffwechselanregend.
Auf eine Beckenbodenschwäche und sogar auf einen Genitalprolaps scheint durch die Sternwurzel therapeutischer Effekt gegeben zu sein. Ihre durch Bitterstoffe vermittelte tonisierende Wirkung soll sich v. a. auf die Unterleibsorgane erstrecken. Sie wird in einer Tagesdosis von 6 g tgl. eingenommen.

Einzusetzende Heilpflanzen bei Parametropathia spastica

Innere Anwendung

  • Kamille, Matricaria recutita

  • Schafgarbe, Achillea millefolium

  • Sternwurzel, Aletris farinosa

  • Traubensilberkerze, Cimicifuga racemosa

Äußere Anwendung

  • Ackerschachtelhalm, Equisetum arvense

  • Schafgarbe, Achillea millefolium

Teerezepturen:Parametropathia spasticaB978-3-437-57273-9.00012-1#idx89Parametropathia spastica:TeerezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx90

Teerezepturen bei Parametropathia spastica
Dysmenorrhö und vegetative Dystonie des kleinen Beckens
G 12.
Rp. Schafgarbenkraut 30.0Millefolii herb.
Kamillenblüten 10.0Matricariae flos
Pfefferminzblätter 10.0Menthae pip. fol.
D. S. 2TL mit l kochendem Wasser übergießen, 10min ziehen lassen. 2–3 Tassen tgl.

Dysmenorrhö, Pelipathia vegetativa und Mastodynie (kombiniert mit Nervosität und Einschlafstörungen)
G 13.
Rp. Schafgarbenkraut 20.0Millefolii herb.
Melissenblätter 10.0Melissae fol.
Baldrianwurzel 10.0Valerianae rad.
D. S. 2TL mit l kochendem Wasser übergießen, 10min ziehen lassen. 2-maltgl. 1 Tasse über einige Wochen.
G 14.
Rp. Schafgarbenkraut 20.0Millefolii herb.
Melissenblätter 10.0Melissae fol.
Hopfenzapfen 10.0Lupuli flos
D. S. 2TL mit l kochendem Wasser übergießen, 10min ziehen lassen. 2-maltgl. 1 Tasse über einige Wochen.
G 15.
Rp. Kamillenblüten 15.0Matricariae flos
Schafgarbenkraut 2.0Millefolii herb.
Baldrianwurzel 10.0Valerianae rad.
Fenchelfrüchte angest. 5.0Foeniculi fruct. cont.
D. S. 2TL mit l kochendem Wasser übergießen, 10min ziehen lassen. 2-maltgl. 1 Tasse über einige Wochen.

Fluor vaginalis

Ursachen und Symptome
Der dünn- bis dickflüssige Scheidenausfluss tritt meist auf infolge mechanischer (z. B. Pessar, Prolaps) oder chemischer Reizung (Scheidenspülung), bei Infektion (Fluor vaginalisBakterien, Trichomonaden, Soor) oder Scheidenkarzinom. Der vermehrte Ausfluss geht meist mit Brennen und Jucken einher, bei gleichzeitiger Kolpitis auch mit örtlichen Schmerzen.
Einzusetzende Heilpflanzen
Bei funktioneller oder konstitutioneller Ursache kann eine Therapie mit Phytotherapeutika durchgeführt werden. Eine organische Genese muss zuvor Fluor vaginalis:Heilpflanzenausgeschlossen werden.
Im Vordergrund der Behandlung steht die Wiederherstellung eines physiologischen Scheidenmilieus.
Zur Anwendung kommen Heilpflanzen mit adstringierender, antiphlogistischer und antibakterieller bzw. virustatischer Wirkung. Betrifft die Entzündung Vulva und Vagina, sind Spülungen, Sitzbäder und Suppositorien ausreichend. Bei ausgeprägtem entzündlichem Geschehen oder bei einer Entzündung von Uterus und Adnexen, müssen antibiotische bzw. antimykotische Maßnahmen durchgeführt werden.
Sitzbäder, Waschungen und Spülungen aus den Blüten der Weißen Taubnessel und des Frauenmantelkrauts sind in der Volksheilkunde tradierte Maßnahmen zur Therapie bei Fluor vaginalis, aufgrund ihres Wirkprofils sicherlich mit Berechtigung. Beide wirken bedingt ihres Gerbstoffgehalts adstringierend, Taubnessel zudem, geschuldet den enthaltenen Iridoiden, antiphlogistisch. Auch Eichenrinde kann als wirksames Adstringens eingesetzt werden. Die Catechingerbstoffe und Flavonoide wirken juckreizlindernd, sekretionshemmend, virustatisch und schwach oberflächenanästhesierend. Ersatzweise kann auch eine Essigspülung (2 TL Obstessig auf l Wasser; 2-mal tgl. spülen) durchgeführt werden: Sie hilft, durch die Ansäuerung das physiologische Scheidenmilieu wiederherzustellen.
Zusätzlich kommen Kamillenblüten, Salbeiblätter und Malvenblüten zur Anwendung. Kamille und Salbei wirken antiphlogistisch sowie antibakteriell und antimykotisch; Malve aufgrund ihrer Schleimstoffe reizlindernd.
Als Antiseptika mit zusätzlich juckreizlindernder Wirkung kommen, eingearbeitet in Ovula, Cremes und fette Ölen, ätherische Öle, Thymian-, Lavendel- und Teebaumöl zur Anwendung.
Bei Spülungen müssen ätherische Öle zunächst emulgiert werden (z. B. auch Kaffeesahne), ehe sie ins das Wasser gegeben werden: z. B. 5 Tropfen ätherisches Öl in 1 Kaffeesahne umrühren und in l Wasser geben.
Die äußere Anwendung kann – bei funktionellem oder konstitutionellem Fluor albus – durch die innere Anwendung von sog. Frauentees, also einer Rezeptur mit nachgewiesener oder tradierter Wirkung auf den gynäkologischen Beschwerdekomplex, oder Antidyskratika (11.1.1) ergänzt werden. Letztere können hier mit ihren Stoffwechsel beeinflussenden Effekten ebenso wie Schafgarbe oder Ackerschachtelhalm eingesetzt werden.
Ergänzende Maßnahmen
  • Um das physiologische Scheidenmilieu wiederherzustellen, ist die gleichzeitige Behandlung der Bakterienflora mit Lactobazillus-Fluor vaginalis:ergänzende MaßnahmenLyophylisaten oder Kulturen mit lebensfähigen Keimen zu empfehlen (Vagiflor Vaginalzäpfchen oder Döderlein Med Vaginal Kapseln, jeweils tgl. abends 1 Supp. oder 1 Kps.).

  • Als einfache und wirkungsvolle Maßnahmen können Vaginalspülungen mit Molkosan durchgeführt oder Naturjoghurt-Tampons angefertigt werden – Mini-Tampon 2 min in einen Naturjoghurt halten bzw. diesen damit tränken – möglich ist auch eine Mischung aus Joghurt (50 ml) mit 5 Tr. Teebaumöl –, in die Vagina einführen und dort 3–4 h oder über Nacht belassen. Auch Essig- oder Zitronenwasser-Sitzbäder sind hierzu geeignet.

  • Die Wiederherstellung der physiologischen Bakterienflora ist eine entscheidende prophylaktische Maßnahme. Bei einem Ungleichgewicht der physiologischen Bakterienflora kann es zu einer Überwucherung durch Candida albicans mit dem Ergebnis einer Vaginalmykose kommen. In diesem Fall sind antimykotisch wirkende Drogen bzw. ätherische Öle einzusetzen, z. B. Kamillen- und Salbeizubereitungen, Thymian-, Lavendel- und Majoranöl, auch Teebaumöl.

  • Möglich ist auch die Verwendung von Knoblauch: 1 Zehe möglichst tief in die Scheide einführen und dort ca. 12 h belassen, über 8–10 Tage fortführen.

  • Teebaumöl und Niauliöl (z. B. 3 Tr. Teebaumöl, Witepsol ad 3 g; 10 Ovula) wirken sowohl antimykotisch als auch virustatisch. Sie werden bevorzugt bei Herpes genitalis und HPV (humanes Papilloma-Virus) eingesetzt.

Einzusetzende Heilpflanzen bei Fluor vaginalis

Äußere Anwendung

  • Eiche, Quercus robur

  • Frauenmantel, Alchemilla vulgaris

  • Kamille, Matricaria recutita

  • Lavendelöl, Lavandulae aetheroleum

  • Majorankrautöl, Origanii majorani aetheroleum

  • Malve, Malva sylvestris

  • Niauliöl, Niauli aetheroleum

  • Salbei, Salvia officinalis

  • Teebaumöl, Melaleucae alternifoliae aetheroleum

  • Thymianöl, Thymii aetheroleum

  • Weiße Taubnessel, Lamium album

Ergänzende Maßnahmen

Innere Anwendung:
  • antidyskratische Rezepturen

Äußere Anwendung:
  • Knoblauch, Allium sativum

  • Lactobazillus-Lyophilisate bzw. lebende Kulturen

  • Essigspülungen

Tinkturrezepturen:Fluor vaginalisB978-3-437-57273-9.00012-1#idx100 Teerezepturen:Fluor vaginalisB978-3-437-57273-9.00012-1#idx96 Fluor vaginalis:TinkturrezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx99 Fluor vaginalis:TeerezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx95 Fluor vaginalis:ExtraktrezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx97 Extraktrezepturen:Fluor vaginalisB978-3-437-57273-9.00012-1#idx98

Teerezepturen bei Fluor
Fluor albus und Nervosität
G 16.
Rp. Weiße Taubnesselblüten Lamii albi flos
Frauenmantelkraut Alchemillae herb.
Schafgarbenkraut Millefolii herb.
Ackerschachtelhalmkraut Equiseti herb.
Johanniskraut Hyperici herb.
Melissenblätter Melissae fol.
D. S. 2 geh.TL mit l kochendem Wasser übergießen, 15min ziehen lassen. 2 Tassen tgl. kurmäßig über 4–6 Wochen.

Fluor albus und starke Blutung
G 17.
Rp. Frauenmantelkraut 30.0 Alchemillae herb.
Schafgarbenkraut 20.0 Millefolii herb.
Hirtentäschelkraut 20.0 Bursae pastoris herb.
Ackerschachtelhalmkraut 20.0 Equiseti herb.
D. S. 1TL mit kaltem Wasser ansetzen, 6–8h ziehen lassen. 3-maltgl. 1 Tasse.

Frauentee, u. a. zur Behandlung des Fluor vaginalis
G 18.
Rp. Kamillenblüten 20.0 Matricariae flos
Frauenmantelkraut 20.0 Alchemillae herb.
Weiße Taubnesselblüten 20.0 Lamii alb. flor.
Johanniskraut 20.0 Hyperici herb.
Walnussblätter 10.0 Juglandis fol.
D. S. 1 geh.TL auf 1 Tasse kochendes Wasser, 10–15min ziehen lassen. Tgl. bis 5 Tassen.

Tinktur- und Extraktrezepturen bei Fluor

Fluor albus
G X.
Rp. Schafgarbenkrauttinktur Millefolii tinct.
Frauenmantelkrauttinktur aa 30.0 Alchemillae vulg. tinct.
Gänsefingerkrauttinktur Anserinae tinct.
Weiße Taubnesselblütentinktur aa 20.0 Lamii albi tinct.
D. S. 3-maltgl. 20–40Tr.

Vulvitis, Kolpitis

Ursachen und Symptome
Die Entzündung der weiblichen Scheide wird meist durch Bakterien, Viren (v. a. Fluor vaginalis:HeilpflanzenHerpes genitalis und Papillomaviren) oder Pilze oder infolge örtlicher mechanischer Vulvitisoder chemischer Schädigung verursacht. Oft Kolpitisentwickelt sich ein chronisches Geschehen, v. a. bei Auslösung durch sulfonamid- oder antibiotikaresistente Erreger (einschl. Trichomonas, Candida) und bei hormoneller Dysfunktion. Bezüglich der Vagina ist zumeist eine Verdrängung der physiologischen Flora ursächlich. Als Symptome treten auf: örtliche Rötung oder Schwellung, Verdickung.
Einzusetzende Heilpflanzen
Bei Vulvitis bzw. Kolpitis (Vagina) werden Phytotherapeutika nur äußerlich in Form von Sitzbädern (12.3.3) und Spülungen angewendet. ZurVulvitis:Heilpflanzen Linderung von Juckreiz und brennenden Schmerzen eignen sich Kolpitis:Heilpflanzenentzündungs- und keimhemmende Drogen, wie Kamillenblüten und Schafgarbenkraut sowie Adstringenzien – v. a. Eichenrinde und Hamamelisrinde/-blätter, die adstringierend, virustatisch, deutlich antipruriginös und schwach oberflächenanästhesierend wirken. Bewährt haben sich Sitzbäder, die in 2-tägigem Wechsel von Hamamelis mit Kamille oder Schafgarbe, durchgeführt werden.
Bei Juckreiz der Vulva eignet sich auch Haferstroh. Liegt eine Candidosis vor, die, bei einer Kolonisation ohne Eindringen des Pilzes in die Wirtszelle, im Prinzip keinen Krankheitswert besitzt, können ätherische Öle eingesetzt werden. Eingearbeitet in Ovulas oder Cremes wirken sie lokal antibakteriell und antimykotisch.
In der Aromatherapie wird viel mit ätherischen Ölen bei Infekten der Vagina und Vulva gearbeitet. Hier haben sich in der Praxis Vaginalsuppositorien mit 200 mg Gesamtmenge ätherisches Öl in 2,8 g Ovula bewährt. Günstige Trägerstoffe sind Kakao- und Sheabutter. Die Auswahl der geeigneten Öle ist am besten mit einem Aromatogramm zu ermitteln. Dabei erwiesen sich als günstig zwei maximal antiinfektiöse Öle zu wählen und ergänzend zwei sog. Terrainöle, die hautpflegende, regenerierende und phytoöstrogene Eigenschaften aufweisen, hinzuzufügen. Ätherische Öle ausgeprägter antiseptischer Wirkung gegen Erreger von Vaginalinfektionen sind Thymian ct. thymol, Quendel, Bergbohnenkraut und Zimtrinde. Als Terrainöle werden gerne Neroli, Rose und Sandelholz sowie Weihrauch und Cistrose verwendet. Auch Lavendel eignet sich.

Beispielhafte Rezeptur Vaginalsuppositorium (ermittelt durch Aromatogramm)
Rp. Thymian ct. thymol
Rosengeranie
Lemongras
Rose aa qsq. 2,7 g pro Vaginalovolum
D. S. Über 10 Tage abends 1 Supp. Tief in die Vagina einführen. Im Anschluss ist über 2 Wochen eine Nachbehandlung mit Vagiflor, 1-mal tgl. zu Abend appliziert, durchzuführen.

Einzusetzende Heilpflanzen bei Vulvitis, Kolpitis

Äußere Anwendung

  • ätherische Öle (z. B. Thymii aetheroleum, Thymianöl)

  • Eiche, Quercus robur

  • Haferstroh, Avenae stramentum

  • Kamille, Matricaria recutita

  • Schafgarbe, Achillea millefolium

  • Virginischer Zauberstrauch, Hamamelis virginiana

VaginalspülungenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx107:subtopicVulvitis:VaginalspülungenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx108Vulvitis:SitzbäderB978-3-437-57273-9.00012-1#idx111Sitzbäder:VulvitisB978-3-437-57273-9.00012-1#idx110Kolpitis:VaginalspülungenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx109Kolpitis:SitzbäderB978-3-437-57273-9.00012-1#idx112

Rezepturen für Vaginalspülungen
Vaginalspülung mit entzündungshemmenden Effekten
G 19.
Rp. KamillenblütenMatricariae flos
Salbeiblätter aa 50.0Salviae fol.
D. S. 2–3EL auf 1 l Wasser als Aufguss.

Vaginalspülung mit adstringierenden Effekten
G 20.
Rp. EichenrindeQuercus cort.
KamillenblütenMatricariae flos
D. S. 2–3EL auf 1 l Wasser als Aufguss.

Vaginalspülung mit aromatischen Effekten
G 21.
Rp. LavendelblütenLavandulae flos
Quendelkraut aa 50.0Serpylli herb.
D. S. 1EL auf 1 l Wasser, heiß übergießen und 15min ziehen
lassen.
Rezepturen für Sitzbäder

Kombiniertes Eichenrinden-Sitzbad
G 22.
Rp. Eichenrinde 60.0Quercus cort.
Zauberstrauchblätter 30.0Hamamelidis fol.
Kamillenblüten 10.0Matricariae flos
D. S. 2EL auf 200 ml Wasser, kochend übergießen und 10min köcheln lassen. Dem Sitzbad zugeben. Abends 1 Sitzbad.

Kombiniertes Hamamelis-Sitzbad
G 23.
Rp. Zauberstrauchblätter 50.0Hamamelidis fol.
Zauberstrauchrinde 20.0Hamamelidis cort.
Eichenrinde 20.0Quercus cort.
Ringelblumenblüten 10.0Calendulae flos
D. S. 2EL auf 200 ml Wasser, kochend übergießen und 10min köcheln lassen. Dem Sitzbad zugeben. Abends 1 Sitzbad.

Wunde Brustwarzen, Mastitis

Ursachen und Symptome
Eine bakterielle phlegmonöse Entzündung des Brustdrüsengewebes Vulvitis:Heilpflanzenentwickelt sich in 50 % der Fälle in der Laktationsperiode, zumeist im Wochenbett (Mastitis puerperalis). Betroffen sind Mastodynieunerfahrenen Mütter. Oft liegt eine unzureichende MastitisStillhygiene vor. Ursachen sind Milchstau (post partum oder bei Hyperprolaktinämie), Infektion von Rhagaden im Areola- und Mamillenbereich, meist mit Staphylokokken.
Als Erstsymptom entwickelt sich oft ein dolenter umschriebener Knoten, danach Rötung, Überwärmung, Fieber, schmerzhafte axilläre Lymphknotenschwellungen, es besteht ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl.
Einzusetzende Heilpflanzen, Mastitis
Wunde Brustwarzen, die hauptsächlich beim Stillen auftreten, lassen sich sehr gut mit reizlindernd und Mastodynie:Heilpflanzenkeimhemmend wirkenden Drogen behandeln. Eingesetzt werden überwiegend Mastitis:HeilpflanzenGerbstoffdrogen, vornehmlich Hamamelisblätter und -blüten sowie Eichenrinde. Sie wirken adstringierend und antiphlogistisch, Eichenrinde zudem antimikrobiell. Die Drogen kommen als Salben (z. B. Hametum oder HAMASANA Hamamelis-Salbe) oder als verdünnter Extrakt – z. B. 5 g ethanolisch-wässrige Trockenextrakte, gelöst in 100 g 30–40-prozentigem Alkohol – zur Anwendung.
Wundheilungsfördernd wirkt das flavonoidreiche Johanniskrautöl. Die Flavonoide sind für die antiphlogistischen Eigenschaften verantwortlich. Bei äußerlicher Anwendung wirkt Johanniskraut zudem bakterizid. Die Brustwarzen werden mit dem Öl eingerieben. Möglich, wenn auch weniger effektiv, ist zudem die Verwendung eines Johanniskrauttees, mit dem eine sterile Kompresse getränkt wird. Mehrmals tgl. wird eine solche aufgelegt.
In der Aromatherapie werden verschiedene ätherische Öle bei Mastitiden eingesetzt. Es sind Öle von guter Verträglichkeit, Blütenöle, die eine gute antiinfektiöse Potenz aufweisen. Geeignet sind ätherische Öle aus Lavendel, Rosengeranie und Palmarosa (Palmarosagras, Cymbopogon martinii) sowie Rose – z. B. Lavendel 4 Tr., Rose 1 Tr. in 200 g gekühlten Quark einrühren. Sie werden in Quark eingearbeitet und als Auflage appliziert. Die ätherischen Öle können auch in Trägeröle eingearbeitet werden. Geeignet sind besagtes Johanniskrautöl sowie Calendulaöl und Nussöle wie Haselnussöl.
Entzündungshemmend, abschwellend und entspannend wirken Umschläge bzw. Kompressen getränkt mit Retterspitzwasser (Retterspitz Äußerlich Flüssigkeit).
In der Volksmedizin werden Breiumschläge erwähnt, die auf die Brust aufgelegt, eine gute Wirkung entfalten sollen. Sie werden zu gleichen Teilen aus frischer, gehackter Petersilie, Kerbel oder Vogelmiere zusammen mit Salbeitee hergestellt. Zur inneren Anwendung wird erfahrungsheilkundlich eine Teerezeptur aus Kastanienblättern, Hopfenzapfen und Salbeiblättern empfohlen.
Ergänzende Maßnahmen, Mastitis
  • Zusätzlich können Quarkumschläge oder Auflagen mit essigsaurer Tonerde eingesetzt werden. Hilfreich sind ferner Auflagen von Mastodynie:ergänzende MaßnahmenWeißkohlblättern. Sie wirken kühlend und antiphlogistisch.

  • Um Mastitis:ergänzende Maßnahmeneinen Milchstau zu vermeiden, soll bei Mastitis die Brust hochgebunden werden.

  • Bei Mastitis können zusätzlich als Immunstimulanszubereitungen aus Sonnenhut (14.1) verordnet werden.

  • Bei Masitits puerperalis kann eine Dämpfung der gesteigerten Milchproduktion durch Hemmung der Prolaktinsekretion mit Zubereitungen aus dem Samen des Mönchspfeffers sinnvoll sein.

Einzusetzende Heilpflanzen bei wunden Brustwarzen, Mastitis

Äußere Anwendung, Mastitis

  • Virginischer Zauberstrauch, Hamamelis virginiana

  • Johanniskraut, Hypericum perforatum

  • Eiche, Quercus robur

  • ätherische Öle: Lavendel, Rosengeranie, Palmarosa, Rose

Ergänzende Maßnahmen

Innere Anwendung:
  • Immunmodulatoren, wie Echinacea purpurea, Sonnenhut

  • Mönchspfeffer, Vitex agnus-castus

Äußere Anwendung:
  • Quark-Umschläge

  • Umschläge mit essigsaurer Tonerde

  • Umschläge mit Retterspitzwasser

Teerezepturen:MastodynieB978-3-437-57273-9.00012-1#idx123 Teerezepturen:MastitisB978-3-437-57273-9.00012-1#idx124 Mastodynie:WundsalbeB978-3-437-57273-9.00012-1#idx125 Mastodynie:TeerezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx121 Mastitis:WundsalbeB978-3-437-57273-9.00012-1#idx126 Mastitis:TeerezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx122

Teerezepturen bei Mastodynie und Mastitis, Mastitis, Mastitis
Dysmenorrhö und vegetative Dystonie des kleinen Beckens
G 24.
Rp. Schafgarbenkraut 30.0 Millefolii herb.
Kamillenblüten 10.0 Matricariae flos
Pfefferminzblätter 10.0 Menthae pip. fol.
D. S. 2TL mit l kochendem Wasser übergießen, 10min ziehen lassen. 2–3 Tassen tgl.
Dysmenorrhö, Pelipathia vegetativa und Mastodynie in Kombination mit Nervosität und Einschlafstörungen
G 25.
Rp. Schafgarbenkraut 20.0 Millefolii herb.
Melissenblätter 10.0 Melissae fol.
Baldrianwurzel 10.0 Valerianae rad.
D. S. 2TL mit l kochendem Wasser übergießen, 10min ziehen lassen. 2-maltgl. 1 Tasse über einige Wochen.
G 14.
Rp. Schafgarbenkraut 20.0 Millefolii herb.
Melissenblätter 10.0 Melissae fol.
Hopfenzapfen 10.0 Lupuli strob.
D. S. 2TL mit l kochendem Wasser übergießen, 10min ziehen lassen. 2-maltgl. 1 Tasse über einige Wochen.

Mastitis
G 27.
Rp. Walnussblätter 20.0 Juglandis fol.
Hopfenzapfen Lupuli strob.
Salbeiblätter Salviae fol.
D. S. 1–2TL auf 1 Tasse Wasser, kochend übergießen und 10–15min ziehen lassen. 2–3 Tassen tgl.

Rezeptur einer Wundsalbe für Einreibungen bei Mastodynie, Mastitis
Wunde Brustwarzen
G XVI.
Rp. Kamillenöl 1.0 Matricariae aeth.
Panthenol 2.0 Panthenol
Vitamin-A-Palmitat 200.000 IE Vitamin A-Palmitat
Echinacea homöop. Urtinktur Echinaceae
Wasserhaltige Salbe 50.0 Ungt. emulsificans aquosum
D. S. 1- bis 2-maltgl. auftragen.

Verminderte Milchbildung, Abstillen

Ursachen und Symptome
Die herabgesetzte Milchbildung ist meist bedingt durch das Mastodynie:Heilpflanzenzu seltene Anlegen des Säuglings.Mastitis:Heilpflanzen Um die Milchproduktion im Gang zu halten, ist es wichtig, dass der Säugling nach seinem Bedarf trinken darf. Nur bei 3–5 % der stillenden Frauen liegen für die MilchbildungHypogalaktie biologische Ursachen vor.
Einzusetzende Heilpflanzen
Anregung der Milchbildung
Den größten Stellenwert als laktationsfördernde Pflanze in der Volksheilkunde hat Mönchspfeffer, dessen Früchte als Drogenmaterial verwendet werden. Es wird von einer Steigerung der Milchmenge und Erleichterung des Milchflusses berichtet. Aktuelle Untersuchungen existieren nicht. Es wird in Dosierungen von 30–40 mg eines standardisierten Extrakts verabreicht.
Die in der Volksheilkunde überlieferte, milchbildende Wirkung der Apiaceen, wie Fenchel-, Anis- und Kümmelfrüchte, konnte trotz neuerer Untersuchungen nicht bestätigt werden. Eine Stimulierung der Prolaktinsekretion, ein für die Laktation wesentlicher Schritt, besteht nicht. Inwieweit östrogenartige Wirkungen, zumindest bei Anis- und Fenchelfrüchten, ein Rolle spielen, muss noch geklärt werden.
Abstillen
Wird das allmähliche Abstillen gewünscht, kommen Zubereitungen aus Salbei infrage. Salbei soll bei innerer Anwendung die Milchbildung unterbinden. Dazu werden 1–2 Tr. Salbeiöl – nicht mehr, aufgrund des Thujongehalts – auf die Brustwarze gegeben. In der AbstillenVolksheilkunde werden Erfolge beschrieben; wissenschaftliche Belege liegen jedoch nicht vor.
Ergänzende Maßnahmen
Anregung der Milchbildung
  • Um einen möglichst guten Milchfluss zu gewährleisten, ist die wichtigste Maßnahme, den Säugling möglichst früh und häufig nach der Entbindung anzulegen. Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr der Mutter ist zu achten.

  • Warme Milchbildung:AnregungQuarkauflagen, versetzt mit einigen Tropfen Karottensamenöl (Primaveralife), können zur Förderung der Milchmenge auf die Brüste appliziert werden. Versuchsweise können Einreibungen mit Fenchel-, Anis- und Kümmelöl durchgeführt werden (s. o.).

Abstillen
  • Ätherisches Öl aus Salbei, Lemongras oder Pfefferminze kann in Quark eingearbeitet werden und so als Quarkauflage zum Abstillen verwendet werden.

Tinkturrezepturen:LaktationshemmungB978-3-437-57273-9.00012-1#idx143 Tinkturrezepturen:LaktationsförderungB978-3-437-57273-9.00012-1#idx142 Teerezepturen:LaktationshemmungB978-3-437-57273-9.00012-1#idx133 Teerezepturen:LaktationsförderungB978-3-437-57273-9.00012-1#idx132 Milchbildung:HemmungB978-3-437-57273-9.00012-1#idx135 Milchbildung:AnregungB978-3-437-57273-9.00012-1#idx134 Laktationshemmung:TinkturrezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx141 Laktationshemmung:TeerezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx131 Laktationshemmung:ExtraktrezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx137 Laktationsförderung:TinkturrezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx140 Laktationsförderung:TeerezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx130 Laktationsförderung:ExtraktrezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx136 Laktationsförderung:EinreibungenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx145 Extraktrezepturen:LaktationshemmungB978-3-437-57273-9.00012-1#idx139 Extraktrezepturen:LaktationsförderungB978-3-437-57273-9.00012-1#idx138 Einreibungen:LaktationsförderungB978-3-437-57273-9.00012-1#idx144

Teerezepturen zur Laktationsförderung und -hemmung
Anregung der Milchbildung
G 30.
Rp. Brennnesselblätter 20.0 Urticae fol.
Fenchelfrüchte angest. 20.0 Foeniculi fruct. cont.
Anisfrüchte angest. 10.0 Anisi fruct. cont.
Dillfrüchte angest. 10.0 Anethi fruct. cont.
Kümmelfrüchte angest. 10.0 Carvi fruct. cont.
D. S. 1 geh.TL auf 1 Tasse Wasser, kochend übergießen und 10–15min ziehen lassen. Bis zu 5 Tassen tgl.
Laktationshemmende Wirkung
G 31.
Rp. Salbeiblätter 40.0 Saviae fol.
Holunderblüten 20.0 Sambuci flos
Lindenblüten 20.0 Tiliae flos
D. S. 1 geh.TL auf 1 Tasse Wasser, kochend übergießen und 10–15min ziehen lassen. Bis zu 5 Tassen tgl.
Tinktur- und Extraktrezepturen zur Laktationsförderung und -hemmung
Anregung der Milchsekretion
G VIII.
Rp. Melissenblätterfluidextrakt 25.0 Melissae extract. fluid.
Frauenmantekrautlfluidextrakt Alchemillae extract. fluid.
Fenchelfrüchtefluidextrakt aa 30.0 Foeniculi extract. fluid.
Kümmelfrüchtefluidextrakt 15.0 Carvi extract. fluid.
D. S. 3-maltgl. 20–40Tr.
Hemmung der Milchsekretion
G IX.
Rp. Hopfenblütentinktur Humuli lup. tinct.
Salbeiblättertinktur aa 25.0 Salviae tinct.
Gänsefingerkrauttinktur Anserinae tinct.
Walnussblätterfluidextrakt 30.0 Juglandis fol. extract. fluid.
D. S. 3-maltgl. 25–35Tr.
Rezeptur für Einreibungenzur Laktationsförderung
Milchbildungsöl
G XVII.
Rp. Mandelöl 50.0 Amygdalae oleum
Fenchelöl 10Tr. Foeniculum aeth.
Karottensamenöl 10 Daucas carotae oleum
Anisöl 5Tr. Anisi aeth.
Korianderöl 5Tr. Coriandri aeth.
Lavendelöl 3Tr. Lavandulae aeth.
Rosenöl 3Tr. Rosae aeth.
D. S. Vor dem Stillen die Brust in den ersten Tagen nach der Geburt bzw. bis ausreichende Milch gegeben wird von außen in Richtung Brustwarze, die ausgespart bleibt, mit 2–3Tr. massieren.

Emesis gravidarum

Ursachen und Symptome
Schwangerschaftserbrechen tritt bei etwa 20–35 % der Schwangeren zu Beginn der Schwangerschaft (Beginn: 2.–4. Woche post conceptionem) auf und klingt normalerweise in der 12.–16. Emesis gravidarumSchwangerschaftswoche wieder ab. Zumeist kommt es zum Schwangerschaftserbrechen\t \"Siehe Emesis gravidarumErbrechen nüchtern in den Morgenstunden. Bei ungeklärter Ursache wird ein Zusammenhang mit dem erhöhten HCG-Spiegel vermutet.

Cave

Während der Schwangerschaft dürfen folgende Pflanzen nicht eingesetzt werden:
  • Keuschlammfrüchte

  • Chinarinde

  • Purpurfarbener Sonnenhut (parenteral)

  • Aloe-Extrakt

  • Huflattichblätter

  • Faulbaumrinde

  • Wacholderbeeren

  • Süßholzwurzel

  • Petersilienkraut/-wurzel

  • Kava-Kava-Wurzelstock

  • Rhabarberwurzel

  • Sennesblätter

  • Bärentraubenblätter

Einzusetzende Heilpflanzen
Der Einsatz von Medikamenten im Allgemeinen ist besonders im 1. Trimenon der Schwangerschaft sehr problematisch aufgrund der hohen Sensibilität des Föten. Die mögliche Auswahl ist sehr gering und vielfach immer noch mit einem RestrisikoEmesis gravidarum:Heilpflanzen verbunden. Auch die Verabreichung von Phytotherapeutika wird mit Vorsicht betrachtet, im Allgemeinen aus dem Grund einer fehlenden Datenlage zur Medikamentensicherheit.
Trotz ausreichender Studienlage hinsichtlich der Unbedenklichkeit während der Schwangerschaft, dürfte Ingwerwurzel das potenteste Antiemetikum der Phytotherapie darstellen. In der traditionellen chinesischen Medizin ist die Droge bereits seit Jahrhunderten als bedeutendes Heilmittel bei Emesis gravidarum tradiert. Als möglicher Wirkmechanismus wird ein Serotoninantagonismus mit Dämpfung zentraler autonomer Zentren, angenommen. Aufgrund der noch fehlenden eindeutigen Sicherheit wird die Nutzung der Ingwerwurzel als Antiemetikum vorsichtig gehandhabt. Jedoch ist ein Therapieversuch mit frisch geriebener Ingwerwurzel (1 Messerspitze), z. B. in Karottensuppe, durchaus gerechtfertigt. Möglich ist auch die Einnahme von 1 TL Schoenenberger Ingwer Pflanzentrunk.
Für Schwangerschaftserbrechen kann eine Teerezeptur zu gleichen Teilen aus Kamille, Melisse und Pfefferminze empfohlen werden. Hilfreich sollen auch die Blätter der Himbeere und der Brombeere sein.
Ergänzende Maßnahmen
  • In der Aromatherapie werden zur Behandlung der Übelkeit Ingwer, Koriander und Kardamom sowie Grapefruit, Neroli und Rosmarin eingesetzt. Mischungen mit 0,5–1 %, eingearbeitet in geeignete Trägeröle wie Johanniskrautöl, Emesis gravidarum:ergänzende Maßnahmenwerden für Einreibungen verwendet.

  • Ergänzend kommen feucht-warme Leberwickel zur Anwendung.

Einzusetzende Heilpflanzen bei Emesis gravidarum

Innere Anwendung

  • (Brombeere, Rubus fructicosus)

  • (Himbeere, Rubus idaeus)

  • Ingwer, Zingiber officinalis

  • (Kamille, Matricaria recutita)

  • (Melisse, Melissa officinalis)

  • (Pfefferminze, Mentha piperita)

Ergänzende Maßnahmen

  • feucht-warmer Leberwickel

  • Aromatherapie (Kardamom-, Rosmarin-, Grapefruitöl etc.)

Teerezepturen:Emesis gravidarumB978-3-437-57273-9.00012-1#idx152 Emesis gravidarum:TeerezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx151

Teerezeptur bei Schwangerschaftsbeschwerden
Schwangerschaftserbrechen
G 26.
Rp. Kamillenblüten Matricariae flos
Melissenblätter Melissae fol.
Pfefferminzblätter aa 20.0 Menthae pip. fol.
D. S. 1 geh.TL auf 150 ml Wasser, kochend übergießen und
10–15min ziehen lassen. Tgl. bis zu 5 Tassen.

Maßnahmen der Geburtshilfe

Um einer möglichen Rigidität des Muttermunds vorzubeugen, sind Teezubereitungen aus Himbeerblättern, 3–4 Tassen tgl. ab der 34. Emesis gravidarum:HeilpflanzenSchwangerschaftswoche zu empfehlen. Ergänzend werden Sitzbäder durchgeführt. Zudem kann tgl. 1 EL geschroteter Leinsamen (Linusit Gold) mit reichlich GeburtshilfeFlüssigkeit (ca. 300 ml) eingenommen werden. Wichtige Allgemeinmaßnahmen sind Atemtraining und Entspannungsübungen. Die regelmäßige Durchführung einer Schwangerschaftsgymnastik hat sich bewährt. Zur Linderung während der Geburt auftretender Beschwerden können bestimmte in der Aromatherapie genutzte ätherische Öle hilfreich sein. Weihrauch erweist sich als wirksam bei Schmerzen, Rose gegen Angstzustände und Pfefferminze gegen Übelkeit. Unter den geeigneten ätherischen Ölen kann ggf. die Analgetikadosis reduziert werden. Weitere nützliche Öle sind Mandarine, Jasmin, Bergamotte, Benzoe, Neroli, Rosenholz und Lavendel; sie wirken entspannend und anxiolytisch.
Häufig muss zur Erleichterung der Geburt bzw. zur Vermeidung eines Dammrisses eine Episotomie, ein Dammschnitt, durchgeführt werden. Sitzbäder mit Kamille und Hamamelis unterstützen den Heilungsprozesses: Kamillenblüten wirken wundheilungsfördernd, antiphlogistisch und antibakteriell, Hamamelis zusätzlich hämostyptisch und mild oberflächenanästhesierend. Bestehen stark nässende Wundverhältnisse, sind adstringierende Eichenrindezubereitungen sinnvoll.
In der Aromatherapie existieren verschiedene Rezepturen ätherischer Öle, die sich zur Behandlung im Anschluss an eine Episotomie (Lavendel sowie Schafgarbe, Rosengeranie, Manuka, Teebaum und Immortelle) bewährt haben. Zumeist werden sie Sitzbädern zugegeben, die nur kurz (max. 10 min), um kein Aufweichen der Naht zu bewirken, aber dafür 2- bis 3-mal tgl., durchgeführt werden. Möglich ist auch die prophylaktische Applikation eines Damm-Massageöls, um das Gewebe geschmeidig zu machen und einen möglichen Riß bzw. Schnitt vorzubeugen (u. a. Jasmin, Bergamotte, Rose, Rosenholz, Lavendel, Muskatellersalbei). Ein mögliche Rezeptur zur Dammmassage sind Bergamotte 3 Tr. + Rose 1 Tr. + Muskatellersalbei 2 Tr. + Rosenholz 2 Tr. + Lavendel 2 Tr. in 50 ml Mandelöl. Hilfreich zur Geburtvorbereitung und Förderung der Wehentätigkeit ist Muskatellersalbei.

Teerezepturen:SchwangerschaftsbeschwerdenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx155Sitzbäder:GeburtshilfeB978-3-437-57273-9.00012-1#idx157Schwangerschaftsbeschwerden:TeerezepturenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx154Geburtshilfe:SitzbäderB978-3-437-57273-9.00012-1#idx156Geburtshilfe:EinreibungenB978-3-437-57273-9.00012-1#idx159Einreibungen:GeburtshilfeB978-3-437-57273-9.00012-1#idx158

Teerezepturen bei Schwangerschaftsbeschwerden
Geburtserleichterung (aus der Erfahrungsheilkunde)
G 28.
Rp. Melissenblätter 20.0Melissae folium
Frauenmantelkraut 20.0Alchemillae herba
Himbeerblätter 20.0Rubi fructiosi fol.
Dillfrüchte angest. 10.0Anethi fructus cont.
Fenchelfrüchte angest. 10.0Foeniculi fructus cont.
D. S. 1 geh.TL auf 1 Tasse Wasser, kochend übergießen und
10–15min ziehen lassen. Bis zu 5 Tassen. tgl.
G 29.
Rp. Frauenmantelkraut 40.0Alchemillae herba
Gänsefingerkraut 20.0Potentillae ans. Herba
Fenchelfrüchte angest. 10.0Foeniculi fructus cont.
Dillfrüchte 10.0Anethi cont. fruct.
Melissenblätter 20.0Melissae folium
D. S. 1EL auf 150 ml Wasser, kochend übergießen und 10min ziehen lassen. Bis zu 5 Tassen tgl.

Geburtsvorbereitung
G 30.
Rp. Himbeerblätter 40.0Rubi fructiosi folium
Scharfgarbenkraut 20.0Milefolii herba
Melissenblätter 20.0Melissae folium
Brennesselkraut 20.0Urticae herba
D. S. 1 geh.TL auf 1 Tasse Wasser, kochend übergießen und 5–10min ziehen lassen. 2–3 Tassen. tgl. ab der 34. SSW

Rezeptur für Sitzbäder
Eichenrindensitzbad zur Behandlung eines Dammschnitts
G 37.
Rp. Eichenrinde 50.0Quercus cortex
Zauberstrauchrinde 30.0Hamamelidis cortex
Ringelblumenblüten 10.0Calendulae flos
Stiefmütterchenkraut 10.0Violae tricol. herb.
D. S. 2EL mit 500 ml Wasser 15min köcheln lassen. Dem Sitzbad zugeben. 2-maltgl. 1 Sitzbad.

Sitzbad zur Erweichung des Muttermunds (aus der Erfahrungsheilkunde)
G 38.
Rp. Taubnesselblüten weiße 50.0Lamii albi flos
Frauenmantelkraut 30.0Alchemillae herba
D. S. 2EL mit 200 ml Wasser kochend übergießen und 10 min ziehen lassen. Dem Sitzbad zugeben. 1- bis 2-maltgl. durchführen.

Einreibungen bei Maßnahmen der Geburtshilfe
Damm-Massageöle
G XIV.
Rp. Johanniskrautöl 50.0Hyperici oleum
Weizenkeimöl 50.0Tritici aestivi aeth.
Muskatellersalbeiöl 30Tr.Salviae sclareae aeth.
Rosenöl 10Tr.Rosae aeth.
D. S. 1-maltgl. mit 2–3Tr. den Damm massieren, um diesen geschmeidig zu halten und die Episotomie zu vermeiden.
G XV.
Rp. Johanniskrautöl 40.0Hyperici oleum
Weizenkeimöl 30.0Tritici aestivi aeth.
Nachtkerzenöl 30.0Oenotherae oleum
Muskatellersalbeiöl 20 gtt.Salviae sclareae aeth.
Rosenöl 5 gtt.Rosae aeth.
Lavendelöl 20 gtt.Lavandulae aeth.
D. S. Nach Dammschnitt oder -riss die Narbe 1-maltgl. mit 2–3Tr. massieren.

Wunde Brustwarzen
G XVI.
Rp. Kamillenöl ätherisch 1.0Matricariae aeth.
Panthenol 2.0Panthenol
Vitamin-A-Palmitat 200.000 IEVitamin A-Palmitat
Echinacea homöop. UrtinkturEchinaceae
Wasserhaltige Salbe 50.0Ungt. Emulsificans aquosum
D. S. 1- bis 2-maltgl. auftragen.
Milchbildungsöl
G XVII.
Rp. Mandelöl 50.0Amygdalae oleum
Fenchelöl 10Tr.Foeniculum aeth.
Karottensamenöl (Primaveralife) 10Daucas carotae oleum
Anisöl 5Tr.Anisi aeth.
Korianderöl 5Tr.Coriandri aeth.
Lavendelöl 3Tr.Lavandulae aeth.
Rosenöl 3Tr.Rosae aeth.
D. S. Vor dem Stillen die Brust in den ersten Tagen nach der Geburt bzw. bis ausreichende Milch gegeben wird von außen in Richtung Brustwarze, die ausgespart bleibt, mit 2–3Tr. massieren.

Äußere Anwendungen

Spülungen

Das Einsatzgebiet für Spülungen sind Vulvitiden, Kolpitiden und Fluor albus ( Rezepturen). Neben den auch bei Sitzbädern verwendeten Drogen, wie Weiße Taubnesselblüten, gynäkologische Erkrankungen:äußere AnwendungenKamillenblüten und Eichenrinde, werden noch Malvenblätter, Salbeiblätter, gynäkologische Erkrankungen:SpülungenFrauenmantelkraut, Quendelkraut und Lavendelblüten eingesetzt. Je nach Droge zeigen sich verstärkt adstringierende, entzündungshemmende oder auch kombinierte Wirkungen. Durch Quendel oder Lavendel kann noch eine aromatische Komponente hinzugefügt werden.

Wickel

Feucht-heiße Auflagen und Dampfkompressen mit Kamille oder Schafgarbe bewirken eine Hyperämisierung und Stoffwechselaktivierung sowie Entkrampfung und Entspannung. Vermittelt über Wickel:gynäkologische Erkrankungenkutiviszerale Reflexe werden die weiblichen Geschlechtsorgane beeinflusst. gynäkologische Erkrankungen:WickelWickel und Auflagen sind bei funktionellen Störungen, v. a. bei Menstruationsstörungen geeignet. Auch während der Schwangerschaft ist eine Anwendung, wenn als wohltuend und lindernd empfunden, möglich. Eine Anwendung im lumbosakralen Bereich wird meist einer Anwendung in der Bauchgegend vorgezogen.
Eine Kälteanwendung ist bei akuten entzündlichen Prozessen angezeigt, z. B. bei Mastitis. Hier werden v. a. Auflagen mit Quark verwendet. Auch Kohl-Auflagen können eingesetzt werden.
Feucht-heiße Bauchwickel
Indikationen und Wirkungen: Zur Anwendung kommen die Bauchwickel bei Dysmenorrhö und auch bei Gebärmutterrückbildungsbeschwerden nach der Geburt (hier v. a. mit Kamillenzusätzen). Zusätze mit Bauchwickel:gynäkologische ErkrankungenSchafgarbekraut oder Kamillenblüten sind sinnvoll. Auch Patientinnen mit Wickel:BauchBauchoperationen, die unter starken Blähungen und Krämpfen leiden, ist Linderung zu verschaffen.
Anwendung:
  • Teezubereitung: 6 EL der jeweiligen Droge mit l kochendem Wasser übergießen und 5 min ziehen lassen. Zu dieser Abkochung 1 l kochendes Wasser hinzu geben.

  • Ein Innentuch (z. B. Mull) mehrfach auf die Größe des betroffenen Areals falten, mit sehr warmem, jedoch für den Patienten verträglich temperiertem Wasser tränken und auf den Bauch legen.

  • Den gesamten Leib mit einem Außentuch umhüllen.

  • Zur Intensivierung eine heiße, flach gefüllte Wärmflasche auf das Außentuch aufgelegt werden.

Anwendungsdauer und -häufigkeit: 1-mal tgl. für ca. 5–15 min über mehrere Tage oder kurmäßig für 2–3 Wochen.
Unterbauchwickel mit ätherischem Öl
Indikationen und Wirkungen: Dysmenorrhö bzw. prämenstruelles Syndrom. Zusätze mit entsprechenden ätherischen Ölen, z. B. Kamille, Schafgarbe.
Anwendung: Das verdünnte ätherische Öl wird auf ein Unterbauchwickel:gynäkologische Erkrankungendoppelt gefaltetes Baumwolltuch geträufelt, in einem Plastikbeutel gegeben Wickel:Unterbauchund so zwischen 2 warmen Wärmeflaschen (ca. 60C) erwärmt. Anschließend legt man es direkt auf die betreffende Körperstelle, bedeckt es zügig mit einem angewärmten Frotteetuch und fixiert das Ganze mit einem Außentuch.
Anwendungsdauer und -häufigkeit: 1-mal tgl. für ca. h über mehrere Tage.
Dampfkompressen
Indikationen und Wirkungen: Dysmenorrhö. Zusätze mit Kamille oder Schafgarbe ( feucht-heiße Bauchwickel) sind sinnvoll. Dampfkompressen haben eine intensive Tiefenwirkung.
Anwendung: Eine feucht-Dampfkompressen:gynäkologische Erkrankungenheiße Auflage, z. B. ein Handtuch in entsprechender Größe falten. In Kompressen:Dampfein vorgewärmtes (z. B. zwischen 2 Wärmflaschen) Flanelltuch oder dünnen Molton einhüllen und auf den Bauch auflegen. Die heiße Nässe durchströmt so als Dampf die trockene Tuchschicht. Um die Kompresse zu erwärmen, diese in sehr heißes Wasser tauchen, anschließend zwischen 2 Deckeln ausdrücken.
Anwendungsdauer und -häufigkeit: 1-mal tgl. für 5–15 min über mehrere Tage.
Kirschkernsäckchen
Indikationen und Wirkungen: Kirschkerne haben ein gutes Wärmespeichervermögen. Die trockene Wärme lindert Beschwerden bei Dysmenorrhö oder führt zur Entkrampfung
unter der Geburt. Mit dem vorgewärmten Kirschkernsäckchen können auch Nacken oder Rücken,Kirschkernsäckchen: gynäkologische Erkrankungen z. B. zwischen den Wehen, massiert werden.
Anwendung: Leinensäckchen (ca. 20 25 cm) etwa zur Hälfte mit gut gewaschenen Kirschkernen füllen. Dieses im Backofen, in der Mikrowelle oder auf dem Heizkörper erwärmen.
Anwendungsdauer und -häufigkeit: nach Belieben.
Heilerde-Auflagen
Indikationen und Wirkungen: entzündliche Prozesse, v. a. bei Mastitis und wunden Brustwarzen. Aufgrund der Austrocknung der Haut kann etwas Pflanzenöl mit untergemischt Heilerde-Auflagen:gynäkologische ErkrankungenAuflagen:HeilerdeAuflagen:gynäkologische Erkrankungenoder die Haut anschließend eingeölt werden. Der Brei kann auch mit Kamillentee gynäkologische Erkrankungen:Auflagenzubereitet werden.
Anwendung: Heilerde mit wenig Wasser – evtl. 1 EL Essig hinzugeben; hält die Kompresse länger kühl und mildert Juckreiz – zu einem Brei verrühren. cm dick direkt auf das Hautareal auftragen und mit einem dünnen Tuch bedecken. So lange auf der Haut belassen, bis die Heilerde abgetrocknet ist und abbröckelt (ca. 1–2 h). Anschließend Haut abwaschen.
Anwendungsdauer und -häufigkeit: im akuten Fall 1-mal tgl., bei chronischen Beschwerden 2- bis 3-mal wöchentlich.
Johanniskrautöl-Auflagen
Indikationen und Wirkungen: empfohlen wird die Auflage bei wunden Brustwarzen. Ölige Zubereitungsformen des Johanniskrauts wirken wundheilungsfördernd, antiphlogistisch undAuflagen:Johanniskrautöl antibakteriell.
Anwendung: feuchtes Tuch mit 40–50 Tr. Johanniskrautöl-Auflagen:gynäkologische ErkrankungenJohanniskrautöl beträufeln. Auflegen und fixieren, nach 8–10 h Ölverband wechseln.
Anwendungsdauer und -häufigkeit: 1- bis 3-mal tgl.
Kohl-Auflagen
Indikationen und Wirkungen: Bei Mastitis oder Mastodynie sowie wunden Brustwarzen können zur Kühlung und Entzündungshemmung Kohlauflagen eingesetzt werden.
Anwendung: Dunkle, äußere Blätter vom Wirsing Auflagen:Kohloder Weißkohl so lange quetschen, bis Kohl-Auflagen:gynäkologische Erkrankungender Saft austritt. Blätter dachziegelartig auf die Brust auflegen. Kompresse darüber legen, mit dem BH oder einer Binde fixieren. Danach Haut mit lauwarmem Wasser abwaschen, abtrocknen und bei empfindlicher Haut mit Olivenöl einreiben.
Anwendungsdauer und -häufigkeit: 1–12 h, 1- bis 2-mal tgl.
Quark-Auflagen
Indikationen und Wirkungen: wunde Brustwarzen und Mastodynie. Anwendungen bei Milcheiweiß-Kontaktallergie und offenen Wunden sind zu vermeiden.
Anwendung: Speisequark ca. 1 cm dick auf eine Kompresse Auflagen:Quarkoder ein Baumwolltuch auftragen. Baumwolltuch nachQuark-Auflagen:gynäkologische Erkrankungen Umschlagen der Ränder als Päckchen auflegen und mit einer Binde fixieren. Zirka 20 min auf der Stelle belassen.
Anwendungsdauer und -häufigkeit: 1- bis mehrmals tgl., bei akuten Zuständen anfangs in kurzen Abständen, bei Besserung nur 1- bis 2-mal tgl.

Bäder

Bei gynäkologischen Erkrankungen kommen in der Regel Teil-, genauer Sitzbäder zur Anwendung. Sie haben sich v. a. bei entzündlichen und ekzematösen Erkrankungen des äußeren Genitals, Bäder:gynäkologische ErkrankungenMenstruationstörungen bzw. ovarieller Dysfunktion, neurovegetativen Störungen desgynäkologische Erkrankungen:Wickel kleinen Beckens, z. B. Parametropathie, sowie benignen chronischen Erkrankungen bewährt.
Eichenrinde-Bäder
Indikationen und Wirkungen: Aufgrund ihrer adstringierenden Wirkung finden Eichenrinde-Sitzbäder bei Vulvitis und Kolpitis Anwendung. Eichenrinde-Bäder sind nur im sauren Milieu wirksam, Bäder:Eichenrindealso auf Schleimhäuten und entzündeten Hautstellen. Sie Eichenrinde-Bäder:gynäkologische Erkrankungenwirken stark austrocknend, juckreizstillend und antiseptisch.
  • Dosierung: Zirka 50 g Droge mit l Wasser ansetzen, aufkochen und 15–20 min ziehen lassen. Dem Badewasser zugeben. Alternativ Quercusessenz äußerlich Tinktur 20–30 ml bzw. Silvapin Eichenrinde-Extrakt Bad 20–30 ml zugeben.

  • Badetemperatur: 32–35 C

  • Badedauer: 10–15 min; ca. 1-mal/Woche.

Hamamelis-Bäder
Indikationen und Wirkungen: Vulvitis und Kolpitis sowie post partum zur Dammschnittpflege. Gerbstoffe und Flavonoide wirken adstringierend, antiphlogistisch und auch lokal mild Bäder:Hamamelisoberflächenanästhesierend. Pruritus wird gemildert.
  • Dosierung: Hamamelis-Bäder:gynäkologische ErkrankungenZirka 50 g Droge mit l heißem Wasser übergießen und 10 min ziehen lassen. Dem Badewasser zugeben. Alternativ können dem Badewasser 20 ml eines entsprechenden Extrakts, z. B. Hametum Extrakt Flüssigkeit, zugegeben werden.

  • Badetemperatur: 32–35 C

  • Badedauer: 10–15 min; alle 2 Tage.

Kamillen-Bäder
Indikationen und Wirkungen: Bei entzündlichen Erkrankungen im Genitalbereich sowie bei Dysmenorrhö. Kamille wirkt reizlindernd, antiphlogistisch und spasmolytisch. Bei Läsionen im Genitalbereich hat sie Bäder:Kamillewundheilungsfördernde Effekte. Bisabolol wirkt Kamillen-Bäder:gynäkologische Erkrankungenzudem antibakteriell und antimykotisch.
  • Dosierung: 2 EL Kamillenblüten mit kochendem Wasser übergießen und 10 min ziehen lassen. Zugabe eines ethanolisch-wässrigen Extrakts, ca. 10–30 ml, zur Wirkungsverstärkung. Im Allgemeinen werden mindestens 0,8 g Kamillenblütenextrakt mit mindestens 0,4 mg ätherischem Öl pro l Wasser dosiert.

  • Badetemperatur: 35–37 C

  • Badedauer: 10–20 min; 3-mal tgl.

Schafgarbe-Bäder
Indikationen und Wirkungen: Aufgrund der spasmolytischen und tonisierenden Wirkung sind Schafgarbe-Bäder bei Dysmenorrhö und Parametropathia spastica sowie Vulvitis angezeigt. In der Volksmedizin Bäder:Schafgarbekommt Schafgarbe auch bei uterinen Blutungen zur Schafgarbe-Bäder:gynäkologische ErkrankungenAnwendung.
  • Dosierung: 100 g Schafgarbenkraut bzw. 50 g Blüten zu 20 l Badewasser geben. Vom Extrakt mindestens 0,5 g, vom ätherischen Öl mindestens 0,4 mg pro l Wasser geben.

  • Badetemperatur: 35–37 C

  • Badedauer: 10–20 min

Taubnessel-Sitzbäder
Indikationen und Wirkungen: Taubnessel wirkt adstringierend und antiphlogistisch. Sie wird eingesetzt bei Fluor albus. Es wird mehrmals tgl. ein Bad genommen.
  • Dosierung: 50 g Droge mit 500 ml Bäder:Taubnesselheißem Wasser übergießen und 10 min ziehen lassen. Den Taubnessel-Bäder:gynäkologische ErkrankungenAufguss in ein warmes Sitzbad (ca. 20 l) geben.

  • Badetemperatur: 35–37 C

  • Badedauer: 10–20 min

Weitere Bäder
Bituminosulfonat-Bäder (Ichthyol-Bäder)
Indikationen und Wirkungen: Ichthyol-Bäder wirken juckreizstillend, bakteriostatisch und peripher durchblutungsfördernd sowie antiphlogistisch. Sie können zur akuten Behandlung und v. aBäder:Bituminosulfonat. zur Nachbehandlung von chronischen Adnexitiden sowie Bituminosulfonat-Bäder:gynäkologische Erkrankungenbei Dysmenorrhö, Pelvipathie und chronischen Schmerzen im Bereich des weiblichen Genitals angewendet werden.
  • Dosierung: mindestens 0,05 g Bituminosulfat pro Liter Badewasser

  • Badetemperatur: 35–37 C

  • Badedauer: 10–20 min

Huminsäure-Bäder (Moorlauge-, Moorextrakt-Bäder)
Indikationen und Wirkungen: In der Erfahrungsmedizin werden Huminsäure-Bäder bei entzündlichen gynäkologischen Erkrankungen, z. B. chronischer Adnexitis, Endometritis Moorlauge-Bäder:gynäkologische ErkrankungenHuminsäure-Bäder:gynäkologische ErkrankungenBäder:MoorlaugeBäder:Huminsäureoder Parametritis Bäder:Moorextraktsowie funktionellen Zyklusstörungen, jugendlichen Moorextrakt-Bäder:gynäkologische ErkrankungenZyklusstörungen und präklimakterischen Beschwerden eingesetzt. Weitere Indikationen sind gynäkologisch bedingte Kreuzschmerzen, Dysmenorrhö und Amenorrhö.
Es zeigt sich ein signifikanter Anstieg der Gonadotropine FSH und LH, der vermutlich zur Stimulierung von Reifungsvorgängen der Ovarialfollikel führt. Die gonadotrope Wirkung ist durch die wiederholten Hyperämien im Verlauf der Anwendungen erklärbar. Ferner dienen Huminsäure-Bäder der Vorbeugung von Verklebungen der Eileiter mit tubulärer Sterilität nach chirurgischen Eingriffen. Huminsäure wirkt antimikrobiell sowie deutlich antiviral auf Herpes-simplex-Viren Typ 1 und 2.
  • Dosierung: mindestens 0,1 g Huminsäure pro Liter Wasser

  • Badetemperatur: 38–40 C Vollbäder: 42 C Teilbäder

  • Badedauer: 10 min

Peloid-Bäder (Moorbrei-Bäder)
Indikationen: unterstützende Behandlung der Sterilität der Frau sowie sekundäre Amenorrhö und Oligomenorrhö. Für bestimmte Torffraktionen ist eine kontraktile Aktivität Bäder:PeloidaufPeloid-Bäder:gynäkologische Erkrankungen die glatte Muskulatur Bäder:Moorbreinachgewiesen. Es ergibt sich daraus ein positiver Moorbrei-Bäder:gynäkologische ErkrankungenEffekt auf den Tonus der Beckenbodenmuskulatur. Die Besonderheit von Moorbrei-Bädern (10.4.2) liegt in ihrer großen Kapazität der Wärmespeicherung und Wärmeleitung (konvektionslos gebundenes Wasser). Wärme wird nur langsam abgegeben. Je nach Entnahmeort varieren die Inhaltsstoffe. Torfinhaltsstoffe besitzen zusätzlich antibakterielle, antivirale und antiphlogistische Effekte.
  • Dosierung: Verwendung als breiförmige Bäder

  • Badetemperatur: Vor Anwendung auf eine Anfangstemperatur von ca. 40 C erwärmen.

  • Badedauer: 20–30 min

Pflanzliche Zubereitungen

Diptam, Dictamnus albus

Evtl. menstruationsregulierend – evtl. harntreibend – karminativ – vermutlich spasmolytisch – vermutlich sekretolytisch – vermutlich tonisierend

Tee: 1,5 g Blattdroge mit l Wasser übergießen und 10 min ziehen lassen; 2–3 Tassen tgl. Von der Wurzel wird 1 TL Droge für eine Tasse genommen, 2-mal tgl. eine Tasse.
Frauenmantel, Alchemilla vulgaris
gynäkologische Erkrankungen:pflanzliche Zubereitungen Diptam:gynäkologische Erkrankungen

Adstringierend – leicht spasmolytisch – antioxidativ – antidiarrhoisch – antibakteriell

Tee: 2 TL (1 TL etwa 0,9 g) derDictamnus albus"\t""Siehe Diptam zerkleinerten Droge mit l heißem Wasser übergießen und 10 min ziehen lassen; alternativ auch ein Ansetzen mit kaltem Wasser mit Frauenmantel:gynäkologische Erkrankungenanschließendem mehrstündigem Stehenlassen bei Raumtemperatur. 1–3 Alchemilla vulgaris"\t""Siehe FrauenmantelTassen tgl.
Waschungen, Spülungen: Die dafür notwendige Teezubereitung nach oben genannter Anweisung erstellen.
Tinktur, Extrakt: Tinktur 3-mal tgl. 20–40 Tr., Fluidextrakt 3-mal tgl. 15–25 Tr. in etwas Wasser einnehmen.
Fertigarzneimittel (Monopräparate): Frauenmantel Diamant Natuur Tropfen (Alchemilla vulgaris ), Ceres Alchemilla Urtinktur Tropfen
Gänsefingerkraut, Potentilla anserina

Adstringierend – antidiarrhoisch – gering spasmolytisch – antiviral

Tee: 2 geh. TL (1 TL etwa 0,7 g) der fein zerschnittenen Droge mit l kochendem Wasser übergießen und 10 min ziehen lassen. 2–3 Tassen tgl.
Tinktur, Extrakt: Tinktur 3Gänsefingerkraut:gynäkologische Erkrankungen-mal tgl. 20–25 Tr., Fluidextrakt 3-mal tgl. Potentilla anserina"\t""Siehe Gänsefingerkraut15–25 Tr. tgl. in etwas Wasser einnehmen.
Fertigarzneimittel (Monopräparate): Florafem 300 mg Gänsefingerkraut Tabletten
Gottesgnadenkraut, Gratiola officinalis

Emmenagog – abführend – positiv-inotrop und chronotrop – Erhöhung des Koronardurchflusses

Tee: 1 TL (0,3 g) getrocknetes Kraut mit 1 Tasse Wasser kochend übergießen und 5–10 min ziehen lassen. Tgl. morgens und abends 1 Tasse.
Hirtentäschel, Capsella bursa-pastoris
Gottesgnadenkraut:gynäkologische Erkrankungen

Hämostyptisch – antiexsudativ – Steigerung der Uteruskontraktion und Tonus – diuretisch – vermutlich antimikrobiell

Tee: 2–3 TL (1 TL etwa 1,5 g) der fein Gratiola officinalis"\t""Siehe Gottesgnadenkrautzerschnittenen Droge mit 150 ml kochendem Wasser übergießen und 10–15 min ziehen lassen. Bis zu 4 Tassen tgl.
Tinktur, Extrakt: Hirtentäschel:gynäkologische ErkrankungenTinktur 3- bis 4-mal tgl. 20–40 Tr., Capsella bursa-pastoris"\t""Siehe HirtentäschelFluidextrakt 3- bis 4-mal tgl. 20–30 Tr. in etwas Wasser verdünnt einnehmen.
Umschläge: 2 EL (ca. 10 g) der fein zerschnittenen Droge mit 100 ml Wasser siedend übergießen und nach 10–15 min abseihen. Eine Kompresse mit dem Aufguss tränken und nach Abkühlung als feuchtkalten Umschlag auflegen. Auch Tinktur und Fluidextrakt können mit etwas Wasser verdünnt für Umschläge verwendet werden.

Hirtentäschelkrautwein
Rp. Hirtentäschelkraut 250.0Bursae pastoris herba
Weißwein 1000.0Vini albi
D. S. Den Ansatz 10 Tage stehen lassen, filtrieren. 2- bis 3-mal tgl. 1 EL voll einnehmen.

Fertigarzneimittel (Monopräparate): Styptysat Bürger Dragees bzw. Lösung, Ceres Bursa pastoris Urtinktur
Johanniskraut, Hypericum perforatum

Antidepressiv – mild sedierend – anxiolytisch – evtl. Hemmung der lokomotorischen Aktivität – antioxidativ – antiinflammatorisch – antibakteriell – antifungal – antiulzerös Öliger Auszug: wundheilungsfördernd – antiphlogistisch – durchblutungsfördernd – antibakteriell – antiviral – adstringierend

Tee: 2 TL (1 TL etwa 1,8 g) der fein zerschnittenen Droge mit 1 Tasse Wasser kochend übergießen und 10 min ziehen lassen. Morgens und abends 1–2 Tassen.
Tinktur, Extrakt:Johanniskraut:gynäkologische Erkrankungen Tinktur 3-mal tgl. 20–30 Tr., Fluidextrakt 3-mal tgl. Hypericum perforatum"\t""Siehe Johanniskraut20–25 Tr. in etwas Wasser einnehmen. Extrakte sollten in Mengen von 300–900 mg tgl., je nach Ausprägung der Depression, verabreicht werden.
Darreichungsform: Johanniskrautöl 2- bis 3-mal tgl. 1 TL einnehmen.
Fertigarzneimittel:
  • Monopräparate: D Asco Johanniskraut überzogene Tabletten, Aristo Kapseln, Aristoforat Kapseln, Cesradyston 425 mg Kapseln, Esbericum 250 mg Filmtabletten bzw. Kapseln, Felis 425 Kapseln bzw. 650 Tabletten, Herbaneurin 250 mg Kapseln, Hypericum Stada 425 mg Kapseln, Johanniskraut Schoenenberger Presssaft, Helarium 425 überzogene Tabletten bzw. Forte 600 mg Filmtabletten, Hewepsychon uno 425 Dragees bzw. Tropfen, Hyperforat 250 mg Filmtabletten, Dragees, Tropfen bzw. Injektionslösung, Hypericum STADA 250 mg bzw. 425 mg, Jarsin 300 mg Tabletten, 450 mg bzw. 750 mg Filmtabletten, Johanniskraut AL Kapseln, Johanniskraut CT Hartkapseln, Johanniskraut Dragees H, Johanniskraut Dragees SN Dragees, Johanniskraut dura 425 mg Kapseln, Johanniskrautöl-Kapseln, Johanniskraut-ratiopharm Tropfen bzw. 425 Kapseln, Kneipp Johanniskraut Dragees, Johanniskraut 650 1 A Pharma Filmtabletten, Johanniskraut Sandoz 425 mg Kapseln, Jo Sabona Forte 425 Kapseln, Jukunda Rotöl zum Einnehmen oder Einreiben, Kira 300 mg Dragees, Kneipp Johanniskraut-Öl N, Laif 450 Tabletten, 600 Tabletten, 750 Tabletten bzw. 900 Tabletten, Laif 612 Filmtabletten, Libertin Dragees, Lomahypericum Tabletten, Nervei Kapseln, Neuroplant bzw. 300 mg Novo Filmtabletten, Neurovegetalin 425 Kapseln, Psychotonin 300 Kapseln, Phytowell Kapseln, SE Hypericum Tabletten, Spilan 425 mg Kapseln, Texx 300 FilmtablettenCH Arkokaps 185 mg Johanniskrautkapseln, Deprivita 900 mg Tabletten, Hypericum-Mepha 500 Dragees, Hyperforce Tabletten, HyperiMed Tabletten, Hyperiplant Rx Filmtabletten, Hyperval 500 Dragees, Rebalance 250 bzw. 500 Dragees, Lucilium 425 bzw. 600 Kapseln, Remotiv 250 bzw. 500 Dragees, Sanalum 425 Kapseln, Solevita forte 612 mg Filmtabletten

  • Kombinationspräparate: D Cefakliman N Mischung (Cimicifuga , Sanguinaria canadensis D3, Lachesis muta D8), Hyperesa Kapseln (Baldrianwurzel), Neurapas balance Filmtabletten (Baldrianwurzel, Passionsblumenkraut), Remifemin plus Dragees (Traubensilberkerze), Psychotonin-sed. Kapseln (Baldrianwurzel), Sedariston Konzentrat Kapseln (Baldrianwurzel), Sedariston Tropfen plus Flüssigkeit (Baldrianwurzel, Melissenblätter)CH Hyperiforce comp. Tropfen (Johanniskrauttinktur, Melissenblätter-, Hopfenzapfenflüssigextrakt)

Kamille, Matricaria recutita

Antiphlogistisch – spasmolytisch – antioxidativ – karminativ – ulkusprotektiv – reizlindernd – immunstimulierend – antimikrobiell – leicht sedierend – anxiolytisch

Tee: 2–3 TL (1 TL etwa 1 g; 1 EL etwa 2,5 g) mit 1 Glas heißem Wasser übergießen und 5–10 min ziehen lassen. 3- bis 4-mal tgl. 1 Tasse.
Tinktur, Extrakt: Tinktur Kamille:gynäkologische Erkrankungenmehrmals tgl. 20–30 Tr., Fluidextrakt 20 Tr. mit etwas Wasser Matricaria recutita\t \"Siehe Kamilleverdünnt einnehmen.
Spülungen und Sitzbäder: 100 g Droge mit 1 l kochendem Wasser übergießen und 5–10 min ziehen lassen. Dem Bad zugeben, mindestens 3-mal tgl.
Fertigarzneimittel:
  • Monopräparate: D Chamo S Bürger Lösung, Chinomille Medica Mill Liquidum, Kamillan supra Auszug, Kamille Madaus Tinktur, Kamille Spitzner N Lösung, Kamillen-Bad N Ritsert flüssiger Badezusatz, Kamillin Konzentrat, Extern-Robugen Lösung, Kamillosan Konzentrat Lösung, Kamillosan Wund- und Heilbad, Salus Kamille-TropfenCH Kamillex Flüssigextrakt, Kamillin Medipharm Bad, Kamillofluid Flüssigextrakt, Kamillosan Luiquidum

  • Kombinationspräparate: Kamillan plus (Schafgarbe)

Kamilletinktur bei Dysmenorrhö
Rp. Kamillenblüten 20.0Matricariae flos
Weingeist 70 % 100.0Aethanoli 70 %
D. S. Ansatz 10 Tage stehen lassen, filtrieren. Mehrmals tgl. 20–30Tr. mit etwas Wasser verdünnt einnehmen.

Kreuzkraut, Senecio nemorensis

Hämostyptisch

Tee: 1 TL der fein zerschnittenen Droge mit kochendem Wasser übergießen und 5–10 min ziehen lassen.
Malve, Malva sylvestris

Reizlindernd – leicht adstringierend

Tee: 2–3 TL Blätter (1 TL etwa 1,8 g) oderKreuzkraut:gynäkologische Erkrankungen Blüten (1 TL etwa 0,5 g) mit l siedenden Wasser übergießenSenecio nemorensis\t \"Siehe Kreuzkraut und 10–15 min ziehen lassen oder über mindestens 2 h unter Malve:gynäkologische Erkrankungengelegentlichem Rühren kalt ansetzen und kurz aufkochen. Mehrmals tgl. Malva sylvestris\t \"Siehe Malveund abends vor dem Schlafengehen 1 Tasse, evtl. mit Honig gesüßt.
Mönchspfeffer, Vitex agnus-castus

Dopaminartige Wirkung – Hemmung der Prolaktinsekretion – vermutlich antiosteoporotisch – Affinität zu Opioid-Rezeptoren

Darreichungsform: Eingesetzt werden im Allgemeinen wässrig-alkoholische Extrakte in Form von Fertigarzneien in einer Tagesdosierung von 30–40 mg Droge.
Extrakt: Mönchspfeffer:gynäkologische ErkrankungenFluidextrakt 2- bis 3-mal tgl. 10–15 Tr. einnehmen.
Vitex agnus-castus\t \"Siehe Mönchspfeffer Fertigarzneimittel:
  • Monopräparate: D Agnolyt Kapseln bzw. Lösung, Agno Sabona Kapseln, Agnus castus AL Filmtabletten, Agnus castus 1A Filmtabletten, Agnucaston Filmtabletten bzw. Lösung, Agnufemil Kapseln, Biofem Tabletten, Dr. Böhm Mönchspfeffer 4 mg Filmtabletten, Castufemin Kapseln, Cefanorm Kapseln bzw. Lösung, Femicur N Kapseln, Feminon A Hartkapseln, Femisana mens Filmtabletten, Gynocastus Lösung, Hevertogyn Filmtabletten, Sarai Hartkapseln, Strotan FilmtablettenCH Agnus castus Mepha Filmtabletten, Opran Filmtabletten, PreMens Filmtabletten, Emoton alpha Agnus castus Filmtabletten

  • Kombinationspräparate: Bromaklim Complex Tropfen (Agnus castus , Cimicifuga , Lilium tigrinum D2, Platinum metallicum), Mastodyn Tabletten bzw. Tropfen (Caulophyllum thalictroides, Cyclamen, Ignatia, Iris, Lilium tigrium)

Mutterkorn, Secale cornutum

Gefäßkontrahierend – uteruskontrahierend

Homöopathische Zubereitung: 5 Tr. oder 1 Globuli oder 1 Messerspitze Verreibung, in akuten Fällen alle 30–60 min, sonst 1- bis 3-mal tgl. einnehmen. Parenteral 1–2 ml s. c. 1-mal tgl., inMutterkorn akuten Fällen 3-mal tgl.
Mutterkraut, Tanacetum parthenium
Secale cornutum\t \"Siehe Mutterkorn

Antiinflammatorisch – antipyretisch – analgetisch – antisekretorisch – spasmolytisch – serotoninantagonistisch – antimikrobiell – antithrombotisch – diuretisch

Tee: ca. 150 mg gepulverte Droge mit 1 Tasse Wasser kochend übergießen und 10 min unter gelegentlichem Umrühren ziehen lassen. Es werden 2–3 Tassen tgl. getrunken.
Mutterkraut:gynäkologische ErkrankungenFertigarzneimittel (Monopräparate): D Nemogran Tropfen
CH Tanacetum parthenium\t \"Siehe MutterkrautArkocaps Mutterkraut Kapseln
Rhapontik-Rhabarber, Rheum rhaponticum

Selektiv östrogenartig

Als durchschnittliche Tagesdosis für Rhaponicin wird 10 mg, aufgeteilt in 2 Einzelgaben, angesehen.
Fertigarzneimittel (Monopräparate) (nur als Nahrungsergänzungsmittel):Rhapontik-Rhabarber:gynäkologische Erkrankungen Menoflavon Balance Tabletten
Kombinationspräparate: Rheum rhaponticum\t \"Siehe Rhapontik-RhabarberIsoflavon 90 mg Dr. Böhm Dragees (Soja-Extrakt, Nachtkerzenöl)
Rotklee, Trifolium pratense

Östrogenartig (intrinsische Aktivität an Östrogenrezeptoren) – antioxidativ – leicht lipidsenkend – evtl. antikanzerogen

Tee: 4–6 getrocknete Blütenstände (4 g Droge) mit l Wasser kochend übergießen und 15 min ziehen lassen. 2–3 Tassen tgl.
Extrakt: Fluidextrakt 3-mal tgl. 1,5–3 ml, Rotklee:gynäkologische ErkrankungenExtrakt 2-mal 40 mg einnehmen.
Fertigarzneimittel:
  • Trifolium pratense\t \"Siehe RotkleeMonopräparate: Menoflavon Kapseln bzw. forte Kapseln

  • Kombinationspräparate: Menoflavon Balance Tabletten (Kalzium, Vitamin D3)

Schafgarbe, Achillea millefolium

Amara aromaticum – sekretionsfördernd/appetitanregend – choleretisch – spasmolytisch – karminativ – antiphlogistisch/antiödematös – antioxidativ – antihepatotoxisch – gastroprotektiv/antiulzerös – antimikrobiell – tonisierend – antidyskratisch – evtl. blutstillend

Tee: 2 geh. TL (1 TL etwa 1,5 g) der fein geschnittenen Droge mit l kochendem Wasser übergießen und 15 min ziehen lassen. Über längere Zeit mäßig warm 2–3 Tassen tgl.
Schafgarbe:gynäkologische ErkrankungenTinktur, Extrakt: Tinktur 3-mal tgl. 20–30 Tr., FluidextraktAchillea millefolium\t \"Siehe Schafgarbe 3-mal 15–25 Tr. in etwas Flüssigkeit einnehmen.
Frischpflanzensaft: 3-mal tgl. 1 EL einnehmen.
Vollbad: 100 g Millefolii herba (oder auch 50 g Millefolii flos) zu 20 l Badewasser geben.
Fertigarzneimittel:
  • Monopräparate: Salus Schafgarben-Tropfen, Schoenenberger naturreiner Heilpflanzensaft Schoenenberger, Allpharm Schafgarbe Pflanzensaft, Schafgarbe-Tropfen BIO-DIÄT Tinktur

  • Kombinationspräparate: Kamillan Auszug (Kamillenblüten)

Schneeballbaum, Viburnum prunifolium

Spasmolytisch – analgetisch

Tee: 1 TL (1 TL etwa 1,2 g) der fein geschnittenen Droge mit kochendem Wasser übergießen und 10 min ziehen lassen. 2- bis 3-mal tgl. 1 Tasse.
Extrakt: Fluidextrakt 3-Schneeballbaum:gynäkologische Erkrankungenmal tgl. 20–30 Tr. in etwas Wasser einnehmen.
Sternwurzel, Aletris farinosa
Viburnum prunifolium\t \"Siehe Schneeballbaum

Tonisierend – motilitätssteigernd

Tee: ca. 1,5 g Droge mit 100 ml Wasser kochend übergießen. 3-mal tgl. 1 Tasse.
Fertigarzneimittel (Monopräparate): Aletris Farinosa Urtinktur DHU Dilution
Storchschnabel, Blutroter: Geranium sanquineum
Sternwurzel:gynäkologische Erkrankungen Storchschnabel:Blutroter

Adstringierend – antidiarrhoisch – lokal hämostyptisch – leicht antibakteriell – antifungal – antiviral – evtl. immunmodulierend

Tee: 1 TL der geschnittenen Aletris farinosa\t \"Siehe SternwurzelDroge mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen und 10 min ziehen lassen. 2- bis 3-mal tgl. 1 Tasse.
Storchschnabel, Stinkender: Geranium robertianum
Storchschnabel:Stinkender

Leicht adstringierend – antimikrobiell – antidiarrhoisch – antioxidativ

Tee: 2 TL der Droge mit l kochendem Geranium sanquineum\t \"Siehe Storchschnabel, BlutroterWasser übergießen und 5 min ziehen lassen. 2-mal tgl. 1 Tasse. Bei Verwendung der Wurzel 15 min ziehen lassen.
Fertigarzneimittel (Monopräparate): Ceres Geranium robertianumGeranium robertianum\t \"Siehe Storchschnabel, Stinkender Urtinktur
Taubennessel, Weiße: Lamium album

Adstringierend – leicht antiphlogistisch – gewebeabdichtend/kapillarpermeabilitätshemmend – mild oberflächenanästhesierend – juckreizlindernd – expektorierend

Taubennessel:Weiße
Tee: 2 TL (1 TL etwa 0,5 g) der fein geschnittenen Droge mit kochendem Wasser übergießen und 5 min ziehen lassen. 2–3 Tassen tgl.
Tinktur: Tinktur 20–25 Tr. in 1 Glas Wasser einnehmen. Lamii alb. 3- bis 4-mal tgl. 30 Tr., bei Lamium album\t \"Siehe Taubennessel, Weißeakuten Beschwerden halbstündlich 30 Tr., einnehmen.
Spülungen, Sitzbäder: Für Spülungen und Sitzbäder 50 g Droge mit 500 ml heißem Wasser übergießen und 10 min ziehen gelassen. Anschließend ca. 20 l warmes Wasser dazugeben. Mehrmals tgl. ein Sitzbad nehmen.
Fertigarzneimittel (Monopräparate): Lamium album Urtinktur DHU Dilution
Tollkirsche, Atropa belladonna

Parasympathikolytisch/anticholinerg – spasmolytisch – antiemetisch – sekretionshemmend – Verwendung eingestellter Drogen

Tinktur, Extrakt: Belladonnatinktur 3-mal tgl. 5–8 Tr. einnehmen. Die maximale Tagesdosis vom Belladonna-Fluidextrakt, Belladonnae extract. siccum normatum DAB, liegt bei 0Tollkirsche:gynäkologische Erkrankungen,15 g, entsprechend 2,2 mg Gesamtalkaloide, berechnet Atropa belladonna\t \"Siehe Tollkirscheals L-Hyoscyamin; die mittlere Einzeldosis bei 0,01 g; die maximale Einzeldosis bei 0,05 g, entsprechend 0,73 mg.
Droge: Von der Belladonnawurzel, Belladonnae radix, als mittlere Tagesdosis 0,05 g, als maximale Tagesdosis 0,1 g, entsprechend 0,5 mg Gesamtalkaloide, berechnet als L-Hyoscyamin, einnehmen. Die maximale Tagesdosis liegt bei 0,3 g.
Pulver: bei Belladonnae pulvis normatus liegt die mittlere Einzeldosis bei 0,05–0,1 g, die maximale Einzeldosis bei 0,2 g, entsprechend 0,6 mg Gesamtalkaloide, berechnet als L-Hyoscyamin. Die maximale Tagesdosis liegt bei 0,6 g, entsprechend 1,8 mg Gesamtalkaloide.
Traubensilberkerze, Cimicifuga racemosa

Östrogenähnlich – selektive Östrogenrezeptor – dopaminerg/serotonerg – osteoprotektiv/antiosteoporotisch – 2-sympathikomimetisch – hypotensiv – hypoglykämisch – antiphlogistisch – antioxidativ – antitumoral/antiproliferativ

Tee: 1 TL der geschnittenen Droge mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen und 10 min ziehen lassen. 2- bis 3-mal tgl. 1 Tasse.
Tinktur, Extrakt: Tinktur 3-mal tgl. 10 Tr. Traubensilberkerze:gynäkologische Erkrankungenauf ein Stück Zucker einnehmen.
Cimicifuga racemosa\t \"Siehe Traubensilberkerze Fertigarzneimittel:
  • Monopräparate: D Cefakliman mono Kapseln bzw. Lösung, Cimicifuga AL Tabletten, Cimicifuga Stada Filmtabletten, Cimisan Tabletten, Femilla Tinktur, Feminon C Hartkapseln, Femisana gyn Tabletten, Galafem 6,5 mg Filmtabletten, Jinda Tabletten, Klimadynon Tabletten, Lösung bzw. Uno Tabletten, Klimagut Kapseln, KoFEMIN Klimakterium Tabletten bzw. Klimakterium Tropfen, Natu-fem Hartkapseln, Remifemin Tabletten bzw. Lösung, Sinei Hartkapseln, Solcosplen C Cimicifuga HartkapselnCH Cimifemin Tabletten, neo Filmtabletten, Uno Filmtabletten bzw. forte, Climavita Filmtabletten bzw. forte Filmtabletten, Klimadynon Filmtabletten, Emoton beta Cimicifuga Filmtabletten, Femicin Menopause One Filmtabletten, Feminelle Filmtabletten, Valverde Prämenstruelle Beschwerden 4 mg Kapseln

  • Kombinationspräparate: D Bromaklim Complex Tropfen (Vitex agnus-castus , Lilium tigrinum D2, Platinum, metallicum), Cefakliman N Mischung (Hypericum , Sanguinaria canadensis D3, Lachesis muta D8), Femisana H Wechseljahrestropfen (Agnus castus ), Remifemin plus Dragees (Johanniskraut), Femisana H Wechseljahrstropfen (zusammen mit Cimicifuga ), Mastodynon Tabletten (Vitex agnus-castus , Caulophyllum, Cyclamen, Ignatia, Iris, Lilium tigrinum homöop. Tinkturen), Mastodynon Mischung (Caulophyllum thalictroides, Cyclamen, Ignatia, Iris, Lilium tigrinum)CH Sanquicimin Tropfen (Cimicifuga racemosa , Sanguinaria canadensis , Sepia gruneris D2)

Wasserpfeffer, Polygonum hydropiper

Adstringierend – hämostyptisch – evtl. antiphlogistisch – antimikrobiell

Tee: 2 TL der Droge mit 1 Tasse Wasser kochend übergießen und 10 min ziehen lassen. Mehrmals tgl. 1 Tasse.
Fertigarzneimittel (Monopräparate): Hydropiper D1 DHU Dilution
Weinraute, Ruta graveolans
Wasserpfeffer:gynäkologische Erkrankungen

Antiexsudativ – antimikrobiell – spasmolytisch – antiphlogistisch – fertilitätshemmend – evtl. narkotisch

Tee: 1 geh. TL der Polygonum hydropiper\t \"Siehe WasserpfefferDroge mit l kochendem Wasser übergießen und 5 min ziehen lassen. Zwei Tassen tgl. sind ausreichend und führen nicht zu einer Überdosierung.
Tinktur: Weinraute:gynäkologische ErkrankungenExtrakt: keine Empfehlung.
Fertigarzneimittel (Monopräparate): Ruta graveolans\t \"Siehe WeinrauteRuta Urtinktur DHU Dilution, Ruta Urtinktur Hanosan Dilution
Wolfstrapp, Lycopus europaeus

Antigonadotrop – prolaktinhemmend – antithyreotrop – antihypertensiv – sedierend – leicht negativ-chronotrop – Down-Regulation der -Rezeptoren

Tee: 1 EL der geschnittenen Droge mit l kochendem Wasser übergießen und 10–20 min ziehen lassen. Mehrmals tgl. 1 Tasse. Die Tagesdosis liegt bei 1–2 g Droge und wässrig-Wolfstrapp:gynäkologische Erkrankungenethanolischer Extrakt entsprechend 20 mg Droge.
Tinktur, Lycopus europaeus\t \"Siehe WolfstrappExtrakt: Tinktur 3-mal tgl. 15–25 Tr., Fluidextrakt 3-mal tgl. 10–20 Tr. einnehmen.
Fertigarzneimittel (Monopräparate): Thyreogutt mono Tabletten bzw. Tropfen, Thyreo-loges N Tabletten, Lycopus europaeus Urtinktur DHU Dilution, Ceres Lycopus europaeus Urtinktur Tropfen, Lycopus Urtinktur Anthroposan Dilution, Lycopus virginicus Urtinktur Dilution

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