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B978-3-437-58621-7.00010-1

10.1016/B978-3-437-58621-7.00010-1

978-3-437-58621-7

Zur Praktikabilität der traditionellen Pflanzenheilkunde

Tab. 10.1
Parameter Bewertung
Wissenschaftlichkeit sehr unterschiedlich, von gering bis sehr gute Evidenz
Therapieeffizienz im Allgemeinen gut
Kombinierbarkeit hervorragend mit allen anderen klassischen Naturheilverfahren, gut zur Unterstützung anderer Therapiemaßnahmen
Nebenwirkungspotenzial unterschiedlich abhängig von Arzneimittel und Dosierung, im Allgemeinen deutlich niedriger als bei konventionellen Arzneimitteln, v. a. auf Allergien achten
Beratungsaufwand eher hoch
Behandlungsaufwand gering, sofern sie nicht in der Praxis durchgeführt wird
Delegierbarkeit entfällt, da Selbstmedikation unter Anleitung gut möglich
Wirtschaftlichkeit sehr gut, da kostengünstig und keine Budgetbelastung
Liquidierbarkeit sehr gering
Ausbildungsaufwand hoch
Investitionsaufwand entfällt
Praxistauglichkeit insgesamt hoch, da vertrauensbildend; fördert Patientenbindung

Zur Praktikabilität der rationalen Phytotherapie

Tab. 10.2
Parameter Bewertung
Wissenschaftlichkeit hoch
Therapieeffizienz bei richtiger Indikationsstellung hohe Therapieeffizienz zu erwarten
Kombinierbarkeit gut kombinierbar z. B. mit mikrobiologischer Therapie, Neuraltherapie, Akupunktur, allen klassischen Naturheilverfahren
Nebenwirkungspotenzial unterschiedlich, abhängig von Arzneimittel und Dosierung, im Allgemeinen deutlich niedriger als bei konventionellen Arzneimitteln, v. a. auf Allergien achten
Beratungsaufwand eher gering v. a. bei Verwendung von Fertigpräparaten
Behandlungsaufwand eher gering
Delegierbarkeit entfällt
Wirtschaftlichkeit unterschiedlich; standardisierte phytotherapeutische Fertigpräparate sind z. T. verhältnismäßig teuer gegenüber chemisch definierten Generika, langfristig aber eher günstig, da auf Dauer teure Arzneimittel vermieden werden können; keine Budgetbelastung, da in der Regel nur private Verordnung möglich; bei den PKK meist erstattungsfähig
Liquidierbarkeit eher gering
Ausbildungsaufwand relativ hoch; gründliche Grundlagenkenntnisse dringend zu empfehlen, aber nicht zwingend
Investitionsaufwand entfällt
Praxistauglichkeit insgesamt hoch, da vertrauensbildend; fördert Patientenbindung

Zur Praktikabilität der Ernährungstherapie

Tab. 10.3
Parameter Bewertung
Wissenschaftlichkeit hoch
Therapieeffizienz sehr gut
Kombinierbarkeit hervorragend mit allen anderen klassischen Naturheilverfahren, gut zur Unterstützung anderer Therapiemaßnahmen insbesondere mit Phytotherapie und mikrobiologischer Therapie
Nebenwirkungspotenzial sehr gering bei Beachtung eventueller Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelintoleranzen; bei Fastenkuren kann es sehr selten zum Auslösen von Depressionen kommen
Beratungsaufwand sehr hoch
Behandlungsaufwand gering
Delegierbarkeit möglich an fachkundiges, ausgebildetes Personal
Wirtschaftlichkeit sehr gut, da kostengünstig und keine Budgetbelastung
Liquidierbarkeit je nach Aufwand gering bis gut
Ausbildungsaufwand hoch
Investitionsaufwand entfällt
Praxistauglichkeit insgesamt hoch, da vertrauensbildend; fördert Patientenbindung v. a. in der Schwerpunktpraxis

Zur Praktikabilität der mikrobiologischen Therapie

Tab. 10.4
Parameter Bewertung
Wissenschaftlichkeit hoch
Therapieeffizienz sehr gut
Kombinierbarkeit gut kombinierbar besonders mit Phytotherapie sowie allen klassischen Naturheilverfahren
Nebenwirkungspotenzial gering
Beratungsaufwand bei Erstkontakt relativ hoch, danach eher gering
Behandlungsaufwand eher gering
Delegierbarkeit entfällt
Wirtschaftlichkeit gut, da auf Dauer teure Arzneimittel vermieden werden können; keine Budgetbelastung, da nur private Verordnung möglich; bei den PKK zumeist erstattungsfähig
Liquidierbarkeit eher gering
Ausbildungsaufwand gering, Grundlagenkenntnisse können in wenigen Seminaren erworben werden, was sehr zu empfehlen ist
Investitionsaufwand entfällt
Praxistauglichkeit insgesamt hoch, da vertrauensbildend; fördert Patientenbindung

Zur Praktikabilität der Ordnungstherapie

Tab. 10.5
Parameter Bewertung
Wissenschaftlichkeit z. T. hoch bei den „westlichen“ Methoden
Therapieeffizienz sehr gut
Kombinierbarkeit gut kombinierbar mit allen anderen klassischen Naturheilverfahren insbesondere z. B. mit Ernährungstherapie/Fasten und Entspannungstherapie
Nebenwirkungspotenzial kein
Beratungsaufwand sehr hoch
Behandlungsaufwand niedrig
Delegierbarkeit nicht delegierbar
Wirtschaftlichkeit sehr hoch
Liquidierbarkeit eher gut
Ausbildungsaufwand hoch
Investitionsaufwand kein
Praxistauglichkeit in der Allgemeinpraxis sehr hoch Grundlage für viele andere; Therapien

Zur Praktikabilität der Klimatherapie

Tab. 10.6
Parameter Bewertung
Wissenschaftlichkeit hoch
Therapieeffizienz sehr gut
Kombinierbarkeit gut kombinierbar mit allen anderen klassischen Naturheilverfahren insbesondere mit Bewegungstherapie
Nebenwirkungspotenzial bei sachgemäßer Anwendung gering
Beratungsaufwand eher hoch
Behandlungsaufwand sehr hoch
Delegierbarkeit gut
Wirtschaftlichkeit hoch
Liquidierbarkeit nicht sicher beurteilbar
Ausbildungsaufwand hoch;
Investitionsaufwand eher gering
Praxistauglichkeit in der Schwerpunktpraxis hoher Stellenwert

Zur Praktikabilität der ab- und ausleitenden Verfahren

Tab. 10.7
Parameter Bewertung
Wissenschaftlichkeit sehr gering, kaum Studien
Therapieeffizienz sehr gut
Kombinierbarkeit sehr gut mit allen anderen klassischen Naturheilverfahren, gut zur Unterstützung anderer Therapiemaßnahmen
Nebenwirkungspotenzial eher gering
  • Schröpfen: Gefahr der Hämatombildung,

  • Blutegel, Baunscheidttherapie: geringe Infektionsgefahr, Narbenbildung, auf Kontraindikationen achten!

Beratungsaufwand mäßig hoch
Behandlungsaufwand gering (Schröpfen, Cantharidenpflaster, Einläufe, Trinkkuren, Schwitzkuren) bis sehr hoch (Blutegel, Baunscheidttherapie)
Delegierbarkeit möglich bei ausgebildetem Personal
Wirtschaftlichkeit sehr gut, da kostengünstig und keine Budgetbelastung
Liquidierbarkeit eher gering, da z. T. hoher Aufwand Zusatzleistungen und Steigerungssatz in der GOÄ verwenden!
Ausbildungsaufwand eher gering
Investitionsaufwand gering
Praxistauglichkeit insgesamt bei Praxisspezialisierung hoch

Zur Praktikabilität der Aderlasstherapie

Tab. 10.8
Parameter Bewertung
Wissenschaftlichkeit hoch
Therapieeffizienz gut
Kombinierbarkeit gut kombinierbar mit, Infusionstherapie und Phytotherapie
Nebenwirkungspotenzial eher gering, bei sachgemäßer Durchführung
Beratungsaufwand eher gering
Behandlungsaufwand eher hoch
Delegierbarkeit ja
Wirtschaftlichkeit gut
Liquidierbarkeit gut
Ausbildungsaufwand gering
Investitionsaufwand gering
Praxistauglichkeit insgesamt bei richtiger Indikationsstellung hoch, da effiziente Therapiemethode geringe Akzeptanz in der Bevölkerung, da wenig bekannt

Zur Praktikabilität der Hydrotherapie

Tab. 10.9
Parameter Bewertung
Wissenschaftlichkeit hoch
Therapieeffizienz sehr gut
Kombinierbarkeit gut kombinierbar mit allen anderen klassischen Naturheilverfahren
Nebenwirkungspotenzial bei sachgemäßer Anwendung eher gering bis auf mögliche Kreislaufstörungen
Beratungsaufwand eher hoch
Behandlungsaufwand zum Teil sehr hoch
Delegierbarkeit gut
Wirtschaftlichkeit hoch
Liquidierbarkeit eher gering
Ausbildungsaufwand relativ hoch; gründliche Grundlagenkenntnisse dringend zu empfehlen
Investitionsaufwand in der Allgemeinpraxis kaum durchführbar
Praxistauglichkeit sehr niedrig, reine Beratungs-/Empfehlungsleistung, eventuell Wickel, Packungen, Peloide, Dampfbäder und Aerosoltherapie in speziell dazu eingerichteten Praxen durchführbar

Zur Praktikabilität der Massagetherapie und manuellen Therapie

Tab. 10.10
Parameter Bewertung
Wissenschaftlichkeit hoch
Therapieeffizienz sehr gut
Kombinierbarkeit gut kombinierbar mit allen anderen klassischen Naturheilverfahren insbesondere mit Neuraltherapie
Nebenwirkungspotenzial bei sachgemäßer Anwendung gering
Beratungsaufwand eher gering
Behandlungsaufwand hoch
Delegierbarkeit gut
Wirtschaftlichkeit hoch
Liquidierbarkeit eher mäßig
Ausbildungsaufwand relativ hoch
Investitionsaufwand eher gering
Praxistauglichkeit in der Allgemeinpraxis eher niedrig, kommt eher in speziell dazu eingerichteten Schwerpunktpraxen infrage z. B. im Zusammenhang mit Schmerztherapie oder Erkrankungen des Bewegungsapparates.

Zur Praktikabilität der Bewegungstherapie und entspannenden Verfahren

Tab. 10.11
Parameter Bewertung
Wissenschaftlichkeit z. T. hoch bei den „westlichen“ Methoden
Therapieeffizienz sehr gut
Kombinierbarkeit gut kombinierbar mit allen anderen klassischen Naturheilverfahren insbesondere z. B. mit Ernährungstherapie/Fasten und Ordnungstherapie
Nebenwirkungspotenzial unter fachkundiger Anleitung gering
Beratungsaufwand eher hoch
Behandlungsaufwand hoch
Delegierbarkeit gut an fachkundiges Personal
Wirtschaftlichkeit sehr hoch
Liquidierbarkeit eher mäßig
Ausbildungsaufwand hoch
Investitionsaufwand eher gering
Praxistauglichkeit in der Allgemeinpraxis hoch, in speziell dazu eingerichteten Schwerpunktpraxen

Zur Praktikabilität der Neuraltherapie

Tab. 10.12
Bewertung Parameter
Wissenschaftlichkeit hoch
Therapieeffizienz sehr gut
Kombinierbarkeit gut kombinierbar mit Phytotherapie, Akupunktur
Nebenwirkungspotenzial gering, Allergie möglich, zuweilen leichte Kreislaufstörungen, ernste Risiken möglich bei unsachgemäßer Durchführung
Beratungsaufwand eher gering
Behandlungsaufwand eher gering
Delegierbarkeit nein
Wirtschaftlichkeit gut
Liquidierbarkeit gut
Ausbildungsaufwand relativ hoch
Investitionsaufwand entfällt
Praxistauglichkeit insgesamt: sehr hoch, da effiziente Therapiemethode mit reproduzierbaren Behandlungsergebnissen, Akzeptanz in der Bevölkerung unterschiedlich, aber bei guten Behandlungserfolgen hoch

Zur Praktikabilität der Elektrotherapie

Tab. 10.13
Parameter Bewertung
Wissenschaftlichkeit hoch
Therapieeffizienz sehr gut
Kombinierbarkeit gut kombinierbar mit allen anderen klassischen Naturheilverfahren v. a. denen zur Schmerztherapie
Nebenwirkungspotenzial bei sachgemäßer Anwendung gering, Kontraindikation z. B. bei Herzschrittmacher-Patienten
Beratungsaufwand eher gering
Behandlungsaufwand mäßig hoch
Delegierbarkeit sehr gut
Wirtschaftlichkeit hoch
Liquidierbarkeit eher mäßig
Ausbildungsaufwand eher gering
Investitionsaufwand relativ hoch
Praxistauglichkeit gut; hohe Akzeptanz bei den Patienten.

Zur Praktikabilität der Fototherapie

Tab. 10.14
Parameter Bewertung
Wissenschaftlichkeit hoch
Therapieeffizienz sehr gut
Kombinierbarkeit gut kombinierbar mit allen anderen klassischen Naturheilverfahren
Nebenwirkungspotenzial bei sachgemäßer Anwendung gering
Beratungsaufwand eher gering
Behandlungsaufwand mäßig hoch
Delegierbarkeit sehr gut
Wirtschaftlichkeit hoch
Liquidierbarkeit eher mäßig
Ausbildungsaufwand eher gering
Investitionsaufwand unterschiedlich je nach Gerät und Verfahren
Praxistauglichkeit in der Allgemeinpraxis gut, gute Akzeptanz bei den Patienten.

Abrechnungsbeispiele Ordnungstherapie

Tab. 10.15
GOÄ-Ziffer Leistungsbeschreibung
1 Beratung
3 A ordnungstherapeutische BeratungZeitdauer mind. 10 Min.analog 3 GOÄ § 6 (2) – eingehende Beratung –
5 symptombezogene Untersuchung
6 eingehende organbezogene Untersuchung, z. B. Bauch-, Brust- und Bewegungsorgane
7 Erhebung des Ganzkörperstatus
29 A umfassende ordnungstherapeutische Untersuchung analog 29 GOÄ § 6 (2)
Gesundheitsuntersuchung zur Früherkennung von Krankheiten
30 A ausführliche ordnungstherapeutische Anamnese und Therapieplanung
Zeitdauer 60 Min.
analog 30 GOÄ § 6 (2) – homöopathische Anamnese
Achtung: nur 1 ×/Jahr abrechenbar
31 A ordnungstherapeutische Anamnese und Therapieplanung
Zeitdauer 30 Min.
analog 31 GOÄ § 6 (2) – homöopathische Folgeanamnese
Achtung: nur 3 × innerhalb von 6 Monaten abrechenbar
33 A Strukturierte Schulung nach ordnungstherapeutischen Gesichtspunkten
analog 33 GOÄ § 6 (2) – strukturierte Schulung einer Einzelperson
Achtung: nur 3 ×/Jahr abrechenbar

Abrechnungsbeispiele für Hydro- und Thermotherapie, Balneo- und Klimatherapie

Tab. 10.16
GOÄ-Ziffer Leistungsbeschreibung
1 Beratung
3 A Beratung unter Gesichtspunkten der Hydro- und Thermotherapie, Balneo- und Klimatherapie
Analogziffer 3 GOÄ § 6 (2) – eingehende Beratung
5 symptombezogene Untersuchung
7 eingehende organbezogene Untersuchung z. B. Bauch-, Brust-, Bewegungsorgane
77 schriftliche Planung und individuelle Leitung einer Kur mit diätetischen balneologischen und/oder klimatherapeutischen Maßnahmen
Achtung: Ziffer ist nur 1 × im Zusammenhang mit der durchgeführten Kur abrechenbar

Abrechnungsbeispiele Bewegungstherapie

Tab. 10.17
GOÄ-Ziffer Leistungsbeschreibung
1 Beratung
3 A Beratung unter bewegungstherapeutischen Gesichtspunkten
Analogziffer 3 GOÄ § 6(2) – eingehende Beratung
7 eingehende organbezogene Untersuchung z. B. Bauch-, Brust-, Bewegungsorgane
842 A Eingangsuntersuchung zur medizinischen Trainingstherapie
Analogziffer 842 GOÄ § 6(2) – apparative Muskelfunktionsdiagnostik

Apparative Bewegungstherapie

Tab. 10.18
GOÄ-Ziffer Leistungsbeschreibung
558 A Gerätesequenztraining
Analogziffer 558 GOÄ § 6(2) – isokinetische Muskelfunktionstherapie
846 A progressiv-dynamisches Muskeltraining mit speziellen Therapiemaschinen (z. B. MedX oder LE-Geräten)
Analogziffer 846 GOÄ § 6(2) – übende Verfahren
506 A begleitende Krankengymnastik bei Muskelfunktionstraining
Analogziffer 506 GOÄ § 6(2) – krankengymnastische Ganzbehandlung

Abrechnungsbeispiele Ernährungstherapie

Tab. 10.19
GOÄ-Ziffer Leistungsbeschreibung
30 A ernährungstherapeutische Anamnese und Diagnostik
Zeitdauer 60 Min.
Analogziffer 30 GOÄ § 6(2) – homöopathische Anamnese
Achtung: nur 1 ×/Jahr abrechenbar
31 A ernährungstherapeutische Anamnese und Diagnostik
Zeitdauer 30 Min.
Analogziffer 31 GOÄ §6(2) – homöopathische Folgeanamnese
Achtung: nur 3 × innerhalb von 6 Monaten abrechenbar
3 A ernährungstherapeutische Beratung
Zeitdauer 10 Min.
Analogziffer 3 GOÄ § 6(2) – eingehende Beratung
33 A strukturierte Schulung nach ernährungstherapeutischen Gesichtspunkten
Zeitdauer 20 Min.
Analogziffer 33 GOÄ § 6(2) – strukturierte Schulung einer Einzelperson
Achtung: nur 3 ×/Jahr abrechenbar
76 schriftlicher Diätplan – individuell für Patienten erstellt
20 Beratungsgespräch in der Gruppe (4–12 Teilnehmer) im Rahmen der Behandlung von chronischen Krankheiten
je Teilnehmer und Sitzung – Zeitdauer 50 Min.

Abrechnungsbeispiele Manuelle Therapie

Tab. 10.24
GOÄ-Ziffer Leistungsbeschreibung
5 A osteopathische symptombezogene Untersuchung einer Körperregion Analogziffer 5 GOÄ § 6(2) – symptombezogene Untersuchung
7 A osteopathische Untersuchung von Brust-, Bauch- oder Bewegungsorganen
Analogziffer 7 GOÄ § 6(2) – eingehende Untersuchung
8 A osteopathischer GanzkörperstatusAnalogziffer 8 GOÄ § 6(2) – Erhebung Ganzkörperstatus
507 A osteopathische Behandlung mit Muskelenergietechniken (eine Körperregion)
Analogziffer 507 GOÄ § 6(2) – krankengymnastische Teilbehandlung
506 A osteopathische Behandlung mit Muskelenergietechniken (mehrere Körperregionen)
Analogziffer 506 GOÄ § 6(2) – krankengymnastische Ganzbehandlung
523 A osteopathische Behandlung unter Anwendung spezieller Weichteiltechniken
Analogziffer 523 GOÄ § 6(2) – Massage im extramuskulärem Bereich
526 A Tenderpoint-Behandlung an der Wirbelsäule und/oder Rumpf
Analogziffer 526 GOÄ § 6(2) – apparative Kompressionstherapie
714 A osteopathische Behandlung Craniosacral im Neurocranium
Analogziffer 714 GOÄ § 6(2) – neurokinesiologische Diagnostik
3306 A osteopathische Wirbelsäulenbehandlung
Analogziffer 3306 GOÄ § 6(2) – chirotherapeutische WS-Behandlung

Abrechnungsbeispiele Neuraltherapie

Tab. 10.25
GOÄ-Ziffer Leistungsbeschreibung
266 intrakutane Reiztherapie (Quaddelbehandlung)
267 medikamentöse Infiltrationsbehandlung einer Körperregion
Hinweis: eignet sich z. B. zur Narbenunterspritzung
268 medikamentöse Infiltrationsbehandlung – mehrere Körperregionen
490 A Infiltrationsbehandlung eines Triggerpunktes oder Analogziffer 490/491 GOÄ § 6(2) – Infiltrationsanästhesie
491 A Hinweis: Beim Anspritzen mehrerer Triggerpunkte mehrfach abrechenbar

Abrechnungsbeispiele Neuraltherapie (in tiefe Körperregionen)

Tab. 10.26
GOÄ-Ziffer Leistungsbeschreibung
31 A ausführliche Anamnese und Therapieplan nach neural-therapeutischen Gesichtspunkten
Analogziffer 31 GOÄ § 6(2) – homöopathische Anamnese
Zeitdauer mindestens 30 Min.
Achtung: nur 3 × innerhalb von 6 Monaten abrechenbar
495 A neuraltherapeutische Infiltration eines Ganglions
Analogziffer 495 GOÄ § 6(2) – Leitungsanästhesie
497 A neuraltherapeutische Infiltration – lumbaler Grenzstrang
Analogziffer 497 GOÄ § 6(2) – Blockade des Truncus sympathicus
498 A neuraltherapeutische Infiltration – thorakaler Grenzstrang
Analogziffer 498 GOÄ § 6(2) – Blockade des Truncus sympathicus

Akupunktur

Tab. 10.27
GOÄ-Ziffer Leistungsbeschreibung
30 A umfassende Anamnese und Therapieplanung nach TCM
Analogziffer 30 GOÄ §6(2)
Zeitdauer 60 Min.
Achtung: nur 1 ×/Jahr abrechenbar
31 A ausführliche Anamnese und Therapieplanung nach TCM
Analogziffer GOÄ § 6(2)
Zeitdauer mindestens 30 Min.
Achtung: nur 3 × innerhalb von 6 Monaten abrechenbar
269 Akupunktur zur Behandlung von Schmerzen je Sitzung
269 A Akupunktur zur Behandlung von Schmerzen
Zeitdauer mindestens 20 Min.

Naturheilverfahren in der Arztpraxis

Integration und Abrechnungsziffern

Klassische Naturheilverfahren in der niedergelassenen Praxis

Hartmut Dorstewitz
Die hausärztlich tätigen Ärzte (Allgemeinärzte, hausärztliche Internisten, Kinder- und Jugendärzte) sind v. a. für die Grundversorgung der Patienten zuständig und deshalb in der Regel auch die ersten ärztlichen Ansprechpartner. Ihre Tätigkeitsbereiche erstrecken sich auf die folgenden Bereiche:
  • Erkennen und Behandeln akuter Erkrankungen

  • Behandeln und die Betreuung chronischer und funktioneller Krankheitsprozesse einschließlich der Rehabilitation

  • Präventivmedizin

Doch die moderne Allgemeinpraxis muss sich zunehmend neuen Herausforderungen stellen. Zum einen werden die wirtschaftlichen Ressourcen knapper, zum anderen steigen die Anforderungen und Erwartungen der Patienten immer weiter. Dazu kommt, dass sich die hausärztlich tätigen Ärzte einer immer stärker werdenden Konkurrenz durch andere akademische und nichtakademische Heilberufe (z. B. Fachärzte, Apotheker, Heilpraktiker, Physiotherapeuten, Osteopathen, Psychotherapeuten) ausgesetzt sehen. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Arztpraxen zunehmend auch den unkonventionellen Heilmethoden öffnen, denn die Nachfrage ist groß. 70–80 % der Patienten erwarten heute von ihren Ärzten Kompetenz auf diesem Gebiet. Dementsprechend unübersehbar ist aber auch das Angebot dieser Heilmethoden. Der „Markt“ dafür ist also da, sodass es sich auch wirtschaftlich durchaus lohnen kann, wenn man die richtige Auswahl trifft und die Praxisorganisation auf die Erfordernisse der speziellen Heilmethoden ausrichtet. Wie aber kommt man zu der richtigen Auswahl und wie erhält das interessierte Klientel Kenntnis vom Angebot professionell ausgeübter Naturheilverfahren?

Integration der Naturheilverfahren

Am Anfang des Entscheidungsprozesses steht die wichtige Frage: Will ich alle oder einzelne Bausteine der Naturheilverfahren als Naturheilverfahren:Integration in PraxisErgänzung in mein allgemein- oder fachärztliches Praxiskonzept integrieren oder will ich eine Schwerpunktpunktpraxis für Naturheilverfahren schaffen? Wie auch immer die Entscheidung ausfällt, sollte man zwei Grundvoraussetzungen beachten:
  • Zum einen ist es empfehlenswert, sich v. a. denjenigen Therapiemethoden zuzuwenden, die auch in der Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer und der Approbationsordnung (Querschnittsfach Q12) zugelassen sind. Dies sind im Wesentlichen die sog. klassischen Naturheilverfahren einschließlich der Verfahren zur Ausleitung und Umstimmung, der Neuraltherapie und mikrobiologischen Therapie.

  • Zum anderen sollte man sich nur dann und nur den Heilmethoden zuwenden, zu denen man auch einen inneren Bezug hat. Heilmethoden anzubieten, nur um sein Praxisimage werbewirksam aufzuwerten, weil sie nun mal gerade im Trend liegen, ohne selbst von ihnen überzeugt zu sein, führen nicht zum erwünschten Erfolg und können den Therapeuten auch nicht befriedigen. Sehr schnell wird man merken, dass die Patienten ein feines Gespür dafür haben, ob es das primäre Anliegen des Arztes ist, „zu helfen, ohne zu schaden“ oder ob das Anliegen darin besteht, möglichst rasch und viel Umsatz zu machen. Oft hört man dann Sätze wie: „Wenn Sie daran glauben, können Sie Ihrem Wunsch entsprechend diese oder jene Medizin einnehmen, aber sie wird Ihnen sicher nicht viel helfen.“ Oder: „Wir können ja mal versuchen, diese oder jene Behandlung durchzuführen aber erwarten Sie keine wesentliche Wirkung davon.“ Man muss selbst von seinem Therapiekonzept überzeugt sein, um überzeugen zu können.

Etablierung der Verfahren in der Praxis

Viele Ärzte, die sich zunächst zögerlich den Naturheilverfahren nähern erfahren mit der Zeit, dass sie immer mehr Zugang zu Naturheilverfahren:Etablierung in Praxisihnen finden und sie mehr und mehr in den Praxisalltag integrieren. Auch stellen sie in der Regel fest, dass häufig ein einzelnes Therapieverfahren allein nicht ausreichend ist, sondern die richtige Kombination erst zielführend wird. Wie von selbst entwickelt sich ein individuelles Praxiskonzept und aus diesem heraus schließlich eine Schwerpunktpraxis, denn man erlebt dann, dass der Bekanntheitsgrad der Praxis zunimmt und damit auch der Einzugsbereich. In der Regel dauert dies etwa zwei Jahre. Sehr sinnvoll ist es dann, für die Ausübung der komplementären Heilmethoden eine Spezialsprechstunde mit eigenen Behandlungszeiten einzuführen.

Merke

Grundlage einer naturheilkundlich ausgerichteten Schwerpunktpraxis sind die Beratungsmaßnahmen und die intensive Gesprächstherapie. Der ganzheitlich denkende Therapeut sieht den kranken Menschen nicht nur organisch in seiner Gesamtheit, sondern auch in seiner seelischen Konzeption, in der Veranlagung seiner Verhaltensweisen, seiner momentanen und generellen seelischen Verfassung und seinem sozialen Umfeld. Ihn interessieren der Lebensstil des Patienten, seine Ernährungsgewohnheiten, sein chronobiologischer Tagesablauf. Er versucht die Stressoren aufzuspüren, die mitverantwortlich für seine Erkrankung sein können.

Um den Bekanntheitsgrad zu steigern, bewährt es sich, gezielte verbale und nonverbale Informationsmaterialien zur Verfügung zu stellen. Diese können u. a. als Informationsveranstaltungen z. B. in der eigenen Praxis oder im Rahmen der Volkshochschule oder lokalen Verbänden durchgeführt werden oder als nonverbale Informationsbeiträge z. B. in örtlichen Zeitungen oder im Internet verfasst werden.
Die Freude an der Ausübung der Naturheilverfahren und die persönliche berufliche Zufriedenheit wachsen mit dem Zuspruch der Patienten und natürlich mit den Erfolgen.
Naturheilkundliche Methodik
„Schulmedizinisches“ Wissen und Handeln sind unverzichtbare Grundlagen einer naturheilkundlich ausgerichteten Praxis. Naturheilkunde und Schulmedizin widersprechen sich keinesfalls, sondern ergänzen sich im Sinne einer integrativen Medizin. Ein wesentlicher Unterschied beider Denkrichtungen besteht allerdings in der grundsätzlichen Betrachtungsweise, die eine unterschiedliche Herangehensweise an die Erkrankung eines Patienten impliziert. Der naturheilkundliche Arzt denkt ganzheitlich. Er sieht nicht nur die Symptome, die es zu beseitigen oder zu unterdrücken gilt. Er sieht auch nicht allein das kranke Organ, sondern stets den erkrankten Menschen in seiner Ganzheit. Sehr wichtig ist ihm, den Patienten zur Eigenverantwortung und Mitarbeit anzuregen. Seine Strategie ist, wo immer es das Krankheitsbild zulässt, nicht supprimierend oder substituierend vorzugehen, sondern die körpereigenen Heilkräfte zu stimulieren und zu modulieren.

Exkurs

Kasuistik: Ein junges Mädchen, 9 Jahre alt, leidet immer wieder an rezidivierenden Infekten. Der Kinderarzt behandelt jeden Infekt von Anfang mit Antibiotika. Die Infekte werden allerdings immer häufiger und heftiger. Die junge Patientin leidet an häufigen Ohrschmerzen, Halsschmerzen, eitrigen Anginen, schließlich stellt sich eine Neigung zu bronchialer Obstruktionen ein. In der Schule kommt es immer mehr zu Fehlzeiten, ansonsten fallen eine permanente Müdigkeit, Leistungsabfall, Unlust und ein Heißhunger auf Süßigkeiten auf. Den Eltern wird schließlich eine Umschulung in eine Sonderschule angeraten, die sich daraufhin zu einer naturheilkundlichen Behandlung entschließen.

Zur Stärkung des Immunsystems werden pflanzliche Immunmodulatoren, zur Bekämpfung eines Infektrezidivs antimikrobiell wirkende pflanzliche Extrakte (sog. Phytobiotika) verabreicht. Bei Fieber führen die Eltern Kneippwickel und Waschungen durch und geben der jungen Patientin diaphoretisch und immunmodulierend wirkende Kräutertees wie z. B. Lindenblütentee zu trinken. Ferner werden bei Otitis media Cantharidenpflaster, angewärmtes Olivenöl und bei Halsschmerzen Quark-/Kamillenwickel und Kamille-/Salbeispülungen eingesetzt. Eine quantitative bakteriologische Stuhluntersuchung erbringt eine schwere Dysbakterie und eine deutlich erhöhte Candidabesiedelung, die zum großen Teil auf die häufigen Antibiotikagaben zurückzuführen sind. Das erklärt auch die Müdigkeit und den Heißhunger auf Süßigkeiten. Eine zusätzliche mikrobiologische Therapie mit schleimhautprotektiven und immunmodulierenden Mikrobiotika behebt nach und nach die Rezidivrate. Antibiotika werden nur noch bei sehr schweren Infektverläufen und immer seltener eingesetzt. Die junge Patientin beginnt wieder „aufzuwachen“ und nimmt aktiv und interessiert am Unterricht teil. Eine Umschulung erübrigt sich. Ein altes Sprichwort hat sich auch hier bewahrheitet: „Man wird nicht krank, weil man sich ansteckt, sondern man steckt sich an, weil man krank ist.“

Chronische Erkrankungen als Schädigung der Grundregulation
Die Naturheilkunde setzt auch bei scheinbar banalen Krankheiten voraus, dass immer der ganze Mensch erkrankt ist und sich die Krankheit durch ihre Symptome nur an einem oder mehreren Organen zu erkennen gibt. So bezieht der naturheilkundlich orientierte Arzt in seinen therapeutischen Maßnahmen auch immer den ganzen Menschen und sein gesamtes Umfeld mit ein. Dabei spielt nicht nur sein körperlicher Zustand, sondern auch seine seelische Verfassung eine wichtige Rolle.

Merke

Eine der wesentlichen Voraussetzung für die Entstehung einer chronischen Erkrankung ist aus Sicht der Naturheilkunde Störungen im „System der Grundregulation“ nach Pischinger (1.3.3, 6.1.1). Das geschieht besonders dann, wenn dieses System z. B. durch ungünstige Lebens- und Ernährungsweise, durch supprimierende Behandlungsmethoden und durch Infektions- oder Stoffwechselkrankheiten belastet wird.

Durch gezielte Ausleitung und Umstimmung können die Naturheilverfahren zu einer Regeneration des Grundsystems beitragen. Zu den Ausleitungsverfahren gehören u. a. die Ernährungsumstellung und das UmstimmungFasten, Phytotherapie, mikrobiologische Therapie (Ausleitung über den Darm), Trinkkuren, pflanzliche Aquaretika (Ausleitung über Niere und Harnwege), Hydrotherapie, Balneotherapie, Kneippgüsse, Schröpfen, Cantharidenpflaster (Ausleitung über Haut), Bewegungstherapie, Atemtherapie (Ausleitung über Lungen), pflanzliche Leber- und Gallenmittel, Leberwickel (Ausleitung über die Leber), Lymphdrainage (Ausleitung über Lymphe). Dazu kommen als Umstimmungsbehandlungen milde Abhärtungsmaßnahmen wie Kneipp-Wasseranwendungen, Sauna, Massagen, Bewegungstherapie, Ernährungsumstellung und Teetrinkkuren.
Naturheilkundliche Anamnese und Diagnostik
Durch eine gründliche und ins Detail gehende naturheilkundliche Anamneseerhebung und Diagnostik bekommt der Arzt entscheidende Hinweise auf die Ursache der Matrixschädigung und kann nun, durch gezieltes Monitoring einer modernen Diagnostik untermauert, sein naturheilkundliches Therapiekonzept erstellen. Dabei interessiert es den Therapeuten, ob z. B. die Beschwerden des Patienten mit einem Störfeld in Verbindung stehen. Das kann eine Narbe, ein chronischer nicht ausgeheilter Entzündungsprozess oder ein kranker Zahn sein. Durch eine therapeutische Lokalanästhesie kann er u. U. das Störfeld löschen und damit die Beschwerden dauerhaft beseitigen.
Eine differenzierte quantitative und qualitative bakteriologische, mykologische Stuhldiagnostik einschließlich diverser entzündlicher, allergischer und Intoleranzparameter kann die Weichen für das Erkennen von Barriereschädigungen Stuhldiagnostik, mykologischeund Matrixstörungen stellen. Daraus ergeben sich die gezielten Behandlungsstrategien.
Therapieziele der Naturheilverfahren
Aus naturheilkundlicher Sicht stehen also im Fokus der angestrebten Therapieziele, natürlich in partizipativer Entscheidungsfindung mit dem Patienten (3.2), die behutsame aber beharrliche und geordnete Anregung der Selbstheilungskräfte des Kranken. Überschießende Reaktionen auf Behandlungsmethoden oder sog. Erstverschlimmerungen werden, wenn irgend möglich, vermieden. Naturheilkunde heißt also einerseits gezielte Reize setzen, um den Körper zu einer Heilreaktion zu bringen, andererseits soll sie aber letztlich auch als wohltuend und angenehm empfunden werden. Die Reizwirkungen können, je nach Erfordernis, systemischer oder lokaler Natur sein. Dabei werden sie immer aus naturgegebenen Quellen bezogen.

Klassische Naturheilverfahren oder komplementäre und alternative Therapieverfahren

Die besonderen Therapierichtungen bieten in ihrer verwirrenden Vielfalt eine Fülle von Möglichkeiten, um entsprechend den eigenen Neigungen und Fähigkeiten ein Praxiskonzept effizient zu gestalten oder zu erweitern. Man kann die zur Frage stehenden Therapiemethoden in zwei große Bereiche gliedern.
  • klassische Naturheilverfahren

  • komplementäre und alternative Therapieverfahren

Klassische Naturheilverfahren
Die modernen klassischen Naturheilverfahren haben sich vielfach aus tradierten Heilmethoden entwickelt. Sie beruhen z. T. auf einem jahrhunderte- bis jahrtausendealten Erfahrungsgut (1.4.1). Heute sind sie wissenschaftsorientiert, es gibt in zahlreichen Studien Hinweise auf die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Verfahren. Sie haben in die Lehrmedizin Eingang gefunden, gehören vielfach zum Therapiestandard in der modernen niedergelassen Praxis und genießen in der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz. Allerdings sind verschiedene dieser Heilverfahren in einer stark frequentierten ärztlichen Praxis nur bedingt wirtschaftlich attraktiv.
Da sie besonders bei chronischen und funktionellen Erkrankungen sowie in der Alters- und Präventivmedizin gute Behandlungsergebnisse zeigen, ist die Allgemeinpraxis aufgrund ihres Tätigkeitsprofils geradezu prädestiniert für die Ausübung dieser Behandlungsmethoden. Sie stellen in der Allgemeinpraxis eine große Bereicherung dar, sind aber leider nur zum Teil wirtschaftlich interessant, sei es weil die GOÄ-Vergütung sehr schlecht ist, sei es aber auch, weil der investive und/oder organisatorische oder räumliche Aufwand zu groß ist, um sie in der eigenen Praxis durchzuführen.
Die Auswahl der klassischen Naturheilverfahren sollte sorgfältig vorgenommen werden und dem Anforderungs- und Darstellungsprofil der jeweiligen Arztpraxis angepasst werden. Dabei ist die Vorstellung, dass eine naturheilkundlich ausgerichtete Praxis nur als Privatpraxis ausgeübt werden könnte, falsch. Viele gesetzlich versicherte Patienten investieren heute ganz selbstverständlich in ihre Gesundheit bzw. in die Gesundwerdung oder in die Krankheitsprophylaxe.
Komplementäre und alternative Therapieverfahren
Die komplementären Heilverfahren erfreuen sich einer großen Beliebtheit in der Bevölkerung, sie liegen jeweils „im Trend“, haben aber zuweilen keine allzu lange „Überlebenszeit“. Sie müssen von den klassischen Naturheilverfahren abgegrenzt werden. Einige von ihnen zählen zu den spekulativen Heilmethoden. Das Fehlen von aussagekräftigen Studien spricht allerdings nicht prinzipiell gegen ihre Wirksamkeit. Sie werden traditionell gerne von Heilpraktikern und von Volksheilkundigen ausgeübt. Viele dieser Heilmethoden sind heute auch fester Bestandteil des Repertoires in den Arztpraxen. Zu den komplementären Heilverfahren zählt man u. a. Astromedizin, Bachblütentherapie, Bioresonanz (syn. Mora-Therapie, biophysikalische Informationstherapie oder Multiresonanztherapie), Elektroakupunktur nach Voll, Eigenbluttherapien, Eigenharntherapien, Einzelmittelhomöopathie, esoterische und paramedizinische Heilverfahren, die traditionelle Ethnomedizinen (Chinesische Medizin, Ayurveda), Haarmineralstoffanalyse, Hildegardmedizin, Chelattherapie, Kinesiologie, Kolon-Hydrotherapie, Iridologie, Pendelverfahren, Wünschelrute. Alle diese Heilmethoden sind explizit nicht in der Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer enthalten.
Die meisten Therapiemethoden der komplementären Medizin werden heute von den gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr erstattet. Sie sind also fast ausnahmslos privatärztliche Leistungen. (Der Begriff „komplementäre MedizinIGeL-Leistungen“ sollte nicht mehr verwendet werden, da er inzwischen sehr negativ besetzt ist und häufig einer „Abzockermentalität“ zugeordnet wird.)
Möglichkeiten der Weiterbildung
Die meisten Ärztinnen und Ärzte, die willens sind, sich den Naturheilverfahren zuzuwenden, tun dies aus dem hippokratischen Anliegen „Primum nihil nocere“ Weiterbildungheraus und suchen sich dementsprechend seriöse Ausbildungsstätten, wie die Kneipp-Ärzteakademie in Bad Wörishofen, in denen sie sehr praxisnah und wissenschaftsorientiert Schulungen im Bereich der klassischen Naturheilverfahren erhalten. Die Schulungen sind konform der Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer und führen zu der Zusatzbezeichnung „Naturheilverfahren“. Diese Zertifizierung ist für den Patienten wichtig, denn sie dokumentiert seinen erwarteten Qualitätsanspruch.

Zur Praktikabilität der Naturheilverfahren

Die folgende Auflistung über die „Praxistauglichkeit“ der Therapieverfahren ist als Orientierungshilfe gedacht. Im Rahmen dieses Naturheilverfahren:PraktikabilitätKursbuchs kann nur auf die klassischen Naturheilverfahren und die in der Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer enthaltenen Therapiemethoden eingegangen werden.
Der eine oder andere Therapeut kann durchaus zu unterschiedlicher Beurteilung der Praxistauglichkeit kommen. Viele Anwendungen der klassischen Naturheilverfahren können, auch wenn sie nicht selbst in der Praxis ausgeübt werden, als Empfehlung zur Selbstanwendung für den Patienten sehr nützlich sein, da sie oft hilfreich sind und zur Kostenersparnis beitragen können.
Vorwiegend beratungsorientierte Therapieverfahren
Traditionelle Pflanzenheilkunde
Die traditionelle Phytotherapie (Tab. 10.1) verordnet bevorzugt zur inneren Anwendung z. B. Tees, Tinkturen sowie zur Phytotherapie:Praktikabilitätäußeren Anwendung Wickel, Umschläge, Inhalationen.
Rationale Phytotherapie
Im Rahmen der rationalen Phytotherapie (Tab. 10.2) werden zur inneren und äußeren Anwendung vorwiegend Phytotherapie:Praktikabilitätphytotherapeutische Fertigarzneimittel verordnet.
Ernährungstherapie
Die Ernährungstherapie (Tab. 10.3) und das Heilfasten gehören zu den klassischen Naturheilverfahren.
Mikrobiologische Therapie
Die mikrobiologische Therapie (Tab. 10.4) zählt zu den erweiterten Naturheilverfahren.Ernährungstherapie:Praktikabilität
Ordnungstherapie
Die Ordnungstherapie (Tab. 10.5) ist eine Domäne der klassischen Naturheilverfahren.Mikrobiologische Therapie:Praktikabilität
Klimatherapie
Ordnungstherapie:PraktikabilitätBei der Klimatherapie (Tab. 10.6) handelt es sich um ortsgebundene Therapiemaßnahmen. Somit ist sie in der „normalen“ Klimatherapie:PraktikabilitätAllgemeinpraxis nicht durchführbar.
Vorwiegend behandlungsorientierte Therapieverfahren
Ab- und ausleitende Verfahren
Zu den ab- und ausleitenden Verfahren (Tab. 10.7) gehören, z. B. Schröpfen (6.1.3), Blutegel (ab- und ausleitende Verfahren:Praktikabilität6.1.2), Cantharidenpflaster (6.1.3), Einläufe (6.1.5), diuretische Verfahren (6.1.5), diaphoretische Verfahren, Baunscheidt-Verfahren (6.1.3), Aderlasstherapie (6.1.2).
Aderlasstherapie (isovolämische Hämodilution)
Der Aderlass (Tab. 10.8) gehört zu den ausleitenden Therapieverfahren und wird zunehmend im Rahmen der rheologischen Aderlasstherapie:PraktikabilitätTherapie als isovolämische Hämodilution angewandt. Er ist auch ein wichtiges gesundheitspräventives Therapieinstrument.
Hydrotherapie
Die Hydrotherapie (Tab. 10.9) umfasst folgende Anwendungen: Waschungen, Güsse, Wickel, Packungen Bäder: medizinische Hydrotherapie:PraktikabilitätVoll-/Teilbäder, Luftbäder, Bewegungsbäder, Dampfbäder und Sauna. Ferner sind die Aerosoltherapie sowie als ortsgebundene Heilmittel die Peloide und Heilwässer Bestandteil der hydrotherapeutischen Anwendungen.
Massagetherapie und Manuelle Therapie
Die Massagetherapie (Tab. 10.10) beinhaltet Massagetherapie:Praktikabilitätauch die Reflexzonentherapie (5.7.3). Die Bewertung bezieht sich Manuelle Therapie:Praktikabilitätauch auf die manuelle Therapie (6.4).
Bewegungstherapie und Entspannungsverfahren
Die Bewertung (Tab. 10.11) bezieht sich Bewegungstherapie:Praktikabilitätauf folgende Maßnahmen: medizinische Trainingslehre (5.6.3), Entspannungsverfahren:PraktikabilitätPhysiotherapie (5.6.4), Terraintraining (5.6.3), Sport-Therapie (5.6.2), Atemtherapie, autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation, Feldenkrais.
Neuraltherapie
Die Neuraltherapie (Tab. 10.12) wird zu den erweiterten Naturheilverfahren gezählt.
Elektrotherapie
Neuraltherapie:PraktikabilitätDie Elektrotherapie (Tab. 10.13) und andere apparative Verfahren, wie z. B. die TENS (6.2.3), Reizstromtherapie, Elektrotherapie:PraktikabilitätMagnetfeldtherapie (6.2.4) und Ultraschalltherapie (6.2.2) zählen zu den erweiterten Naturheilverfahren.
Fototherapie
Die Fototherapie (Tab. 10.14) setzt infrarotes (IR), sichtbares und ultraviolettes (UV) Licht mit künstlichen Strahlern Fototherapie:Praktikabilitätoder Sonnenlicht zur Therapie, Pro- und Metaphylaxe sowie zur Rehabilitation ein.

Zur Abrechenbarkeit naturheilkundlicher Leistungen

Manfred Bocksch
Das Spektrum der naturheilkundlichen Diagnose- und Therapieverfahren ist umfangreich. Es reicht in der erweiterten Betrachtung von z. B. der Akupunktur, über die Homöopathie bis zur Osteopathie. Im Kursbuch Naturheilverfahren werden die nach der derzeit gültigen Weiterbildungsordnung anerkannten klassischen Naturheilverfahren dargestellt. Für alle diese Verfahren, sowohl in der erweiterten als auch in der klassischen Betrachtung, existieren keine entsprechenden Abrechnungsziffern. Lediglich die Abrechnungsziffern für die Akupunktur und die Homöopathie sind hiervon eine Ausnahme. Da aber jede ärztliche Leistung nach der Gebührenordnung für Ärzte – GOÄ – abgerechnet werden muss, bedarf es für den Bereich der Naturheilverfahren einer besonderen Regelung.

GOÄ-Abrechnung – Naturheilverfahren

Da für die Naturheilverfahren keine eigenen Abrechnungsziffern bestehen, greift in diesem Fall der § 6 der GOÄ: > § 6 Gebühren für andere Leistungen – Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)GOÄ-Ziffernund hier besonders der Absatz 2: „Selbstständige ärztliche Leistungen, die nicht in das Gebührenverzeichnis aufgenommen sind, können entsprechend einer nach Art, Kosten und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung des Gebührenverzeichnisses berechnet werden.“
In diesem Absatz verbirgt sich eine der wichtigsten Regelungen der GOÄ, nämlich die Möglichkeit einer analogen Bewertung einer ärztlichen Leistung und somit auch der naturheilkundlichen Leistungen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass bei der Berechnung einer Leistung nach § 6 Absatz 2 die Leistung für den Patienten verständlich beschrieben und mit dem Hinweis – analog durch Angabe der Ziffer A – gekennzeichnet wird. Um Probleme bei der Erstattung zu vermeiden, sollte auch die originäre GOÄ-Ziffer mit entsprechendem Kurztext aufgeführt werden. Diese Ausführungen beziehen sich auf den § 12 Absatz 4 der GOÄ.
Beispiel 30 A: ausführliche ordnungstherapeutische Anamnese und Therapieplanung analog § 6 (2) homöopathische Anamnese, Zeitdauer 60 Min.
Aus diesem Beispiel wird ersichtlich, dass somit jede naturheilkundliche Praxis ihre eigenen analogen Abrechnungsziffern mit entsprechender Leistungsbeschreibung erstellen kann.

IGeL-Leistungen

Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) können die verschiedensten medizinischen Leistungen beinhalten: In den Bereich der IGeL-Leistungen IGeL-Leistungengehören alle Leistungen, die nicht in das Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenversicherungen fallen. IGeL-Leistungen umfassen sowohl diagnostische als auch therapeutische Verfahren der konventionellen Medizin wie auch der Komplementärmedizin, wie z. B. Glaukomfrüherkennung, Lungenfunktionsprüfung im Rahmen der Vorsorge, reisemedizinische Beratung, Allergiebehandlung durch Akupunktur, Aufbaukur mit Vitaminspritzen. Durch die IGeL-Leistungen soll eine Optimierung des gesundheitlichen Wohlbefindens sowohl im Bereich der Prävention als auch der Therapie erzielt werden. Die sehr einengenden Kriterien der medizinischen Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit spielen von daher bei der Erbringung dieser Leistungen keine Rolle. Die IGeL-Leistungen sollten auf freiwillige Nachfrage des Patienten erbracht werden. Die Abrechnung erfolgt nach den Kriterien der GOÄ.
Vor jeder Behandlung sollte mit dem Patienten eine Erklärung und Honorarvereinbarung durchgesprochen werden. Die Erklärung ist vom Patient bei Einwilligung zu unterschreiben.

Abrechnungsbeispiele

Bei den folgenden Abrechnungsbeispielen (Tab. 10.15–10.27) werden die zu dem jeweiligen Verfahren (Kapitel 6 und 7Kapitel 6Kapitel 7 der GOÄ) die möglichen Ziffern aufgelistet. Auf die Nennung der Analogziffer (linke Spalte) folgt die kurze Beschreibung des originären GOÄ-Textes. Den Steigerungsfaktor kann jede Praxis unter der Beachtung der GOÄ-Vorgaben selbst bestimmen. Bei der Kombination der einzelnen Ziffern sind die vorgegebenen Ausschlusskriterien zu beachten.
Für die Abrechnung der aufgeführten Analogziffern ist in der Regel keine spezielle Zusatzbezeichnung erforderlich. Sollte eine private Krankenversicherung bei der Abrechnung der Analogziffern Probleme machen, ist meist eine kurze Begründung und ein Hinweis auf die Zusatzbezeichnung Naturheilverfahren ausreichend. Eine Ausnahme ist die Analogziffer 3306A: Hierfür sollte die Zusatzbezeichnung vorhanden sein.
Ordnungstherapie
Die Ordnungstherapie (Tab. 10.15) beinhaltet den klassischen körperlichen Untersuchungsstatus sowie eine ganzheitliche Ordnungstherapie:Abrechnungsziffernanamnestische Datenerhebung und die daraus resultierende Therapieplanung.
Hydro- und Thermotherapie, Balneo- und Klimatherapie
Im Bereich der Hydro- und Thermotherapie Hydro- und Thermotherapie:Abrechnungsziffern(Tab. 10.16), der Balneo- und Klimatherapie spielt die Balneo- und Klimatherapie:Abrechnungsziffernapparative Ausstattung für die Abrechenbarkeit der Leistungen eine entscheidende Rolle.
Verfügt die Praxis über entsprechende hydro- und balneologische Einrichtungen, können natürlich auch die dafür geeigneten Ziffern abgerechnet werden, z. B. Ziffer 530, 531, 532, 533.
Bewegungstherapie
Für die Bewegungstherapie können sowohl nicht apparative (Tab. 10.17) als auch apparative Verfahren (Tab. 10.18Bewegungstherapie:Abrechnungsziffern) abgerechnet werden.
Bei entsprechender apparativer und personeller Ausstattung können auch die entsprechenden Trainingsziffern abgerechnet werden.
Ernährungstherapie
Die Ernährungstherapie (Tab. 10.19) hat im Rahmen einer komplementären Behandlung einen hohen Stellenwert und Ernährungstherapie:Abrechnungsziffernsollte deshalb bei einer Rechnungsstellung immer berücksichtigt werden.
Fasten

Abrechnungsbeispiele Fasten

Tab. 10.20
GOÄ-Ziffer Leistungsbeschreibung
30 A umfassende Anamnese und Therapieplanung bei Durchführung einer FastenkurZeitdauer 60 Min.
Analogziffer 30 GOÄ § 6(2) – homöopathische Anamnese
Achtung: nur 1 ×/Jahr abrechenbar
31 A Anamnese und Therapieplanung bei Durchführung einer FastenkurZeitdauer 30 Min.
Analogziffer 31 GOÄ § 6(2) – homöopathische Folgeanamnese
Achtung: nur 3 × innerhalb von 6 Monaten abrechenbar
20 A Beratungsgespräch einer Fastengruppe (4–12 Teilnehmer)
je Teilnehmer und Sitzung – Zeitdauer 50 Min.
Analogziffer 20 GOÄ § 6(2) – Beratungsgespräch in der Gruppe
77 A schriftliche, individuelle Planung und Leitung einer Fastenkur
Analogziffer 77 GOÄ §6(2) – Planung und Leitung einer Kur
Mikrobiologische Therapie

Abrechnungsbeispiele mikrobiologische Therapie

Tab. 10.21
GOÄ-Ziffer Leistungsbeschreibung
31 A Anamnese und Planung einer Symbiosebehandlung
Zeitdauer 30 Min.
Analogziffer 31 GOÄ § 6(2) – homöopathische Folgeanamnese
Achtung: nur 3 × innerhalb von 6 Monaten abrechenbar
3 A Beratung bei SymbioselenkungZeitdauer 10 Min.
Analogziffer 3 GOÄ § 6(2) – eingehende Beratung
76 A schriftlicher, individueller Symbioselenkungsplan
Analogziffer 76 GOÄ § 6(2) – schriftlicher Diätplan
Phytotherapie

Abrechnungsbeispiele PhytotherapieFasten:Abrechnungsziffern

Tab. 10.22
GOÄ-Ziffer Leistungsbeschreibung
3 A Beratung bei Durchführung einer phytotherapeutischen BehandlungZeitdauer 10 Min.
Analogziffer 3 GOÄ § 6(2) – eingehende Beratung
76 A schriftlicher, individueller phytotherapeutischer Therapieplan
Analogziffer 76 GOÄ § 6(2) – schriftlicher Diätplan
Ab- und ausleitende Verfahren

Abrechnungsbeispiele ausleitende VerfahrenMikrobiologische Therapie:Abrechnungsziffern

Tab. 10.23
GOÄ-Ziffer Leistungsbeschreibung
285 Aderlass von mindestens 200 ml Blut
523 A Schröpfkopfmassage
Analogziffer 523 GOÄ § 6(2) – Massage im extramuskulären Bereich
Hinweis: Beim blutigen Schröpfen kann noch die Ziffer 250A blutiges Schröpfen – zusätzlich abgerechnet werden
747 Setzen von Schröpfköpfen oder Blutegeln
533 A Colon-Hydro-Therapie
Analogziffer 533 GOÄ § 6(2) – subaquales Darmbad
Manuelle Therapie
Phytotherapie:Abrechnungsziffernab- und ausleitende Verfahren:AbrechnungsziffernIm Bereich der Manuellen Therapie können (Tab. 10.24) verschiedenste Techniken aus der Chirotherapie und der Manuelle Therapie:AbrechnungsziffernOsteopathie kombiniert werden.
Neuraltherapie
Die folgenden Ziffern (Tab. 10.25) eignen sich für den „neuraltherapeutischen Anfänger.“
Infiltrationen in „tiefe Neuraltherapie:AbrechnungsziffernKörperregionen“, an Ganglien oder an den Grenzstrang sollte nur von einem erfahrenen Neuraltherapeuten durchgeführt werden. Folgende Ziffern (Tab. 10.26) können dafür abgerechnet werden.
Akupunktur
In der GOÄ gibt es zwei Ziffern zur Abrechnung einer Akupunkturbehandlung (Tab. 10.27). Die Durchführung einer „Akupunktur:Abrechnungsziffernkonstitutionellen Behandlung nach den Gesichtspunkten der TCM (Traditionelle chinesische Medizin)“ erfordert allerdings auch eine ausführliche Anamnese.
Wird eine nicht schmerztherapeutisch orientierte Akupunkturbehandlung durchgeführt, wie z. B. bei Allergie, Schlafstörungen und anderen Beschwerden, muss analog abgerechnet werden (269 A: Akupunkturbehandlung nach TCM Analogziffer 269a GOÄ § 6(2) – Akupunktur zur Schmerzbehandlung).

Literaturhinweis

[1]

H. Fuchs Rund um die GOÄ. Leitfaden zur Abrechnung von Naturheilverfahren und komplementären Therapieverfahren für Vertragsärzte und Privatärzte 1999 Hippokrates Stuttgart

[2]

P.M. Hermanns G. Filler B. Roscher Alternative Medizin. Abrechnung nach GOÄ und Hinweise zur Abrechnung bei der GKV 3 A. 2008 ecomed Landsberg

[3]

Hufelandgesellschaft für Gesamtmedizin e. V Hufeland-Leistungsverzeichnis für Therapierichtung der Biologischen Medizin 3. A. 2001 Haug Heidelberg

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