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B978-3-437-56103-0.10030-5

10.1016/B978-3-437-56103-0.10030-5

978-3-437-56103-0

Augenerkrankungen

Brigitte Schüler

Ren Woytinas

  • 30.1

    Stellenwert naturheilkundlicher Therapien604

  • 30.2

    Altersabhängige Makuladegeneration (AMD)604

  • 30.3

    Sicca-Syndrom608

  • 30.4

    Chronische Blepharitis610

  • 30.5

    Hordeolum611

  • 30.6

    Iritis/Uveitis612

  • 30.7

    Allergische Konjunktivitis612

  • 30.8

    Rezidivierende Erosio corneae613

  • 30.9

    Glaukom614

  • 30.10

    Refraktionsanomalien615

    • 30.10.1

      Myopie im Kindes- und Jugendalter bis frühes Erwachsenenalter616

    • 30.10.2

      Presbyopie616

    • 30.10.3

      Asthenopische Beschwerden616

Stellenwert naturheilkundlicher Therapien

Augenerkrankungen"\r"Augen Auswahl und Zeitpunkt der naturheilkundlichen Therapien sind bei Augenerkrankungen sehr gewissenhaft zu wählen – bevorzugt ausschließlich durch ganzheitlich arbeitende Fachärzte für Augenheilkunde oder in enger Absprache mit solchen.
Der Grund hierfür liegt in einer sehr effektiven inflammatorischen Reaktionsfähigkeit der Gewebestrukturen des Augeninneren (Kammerwasser-Iris-Aderhautsystem). Das Auge hat ein so genanntes immunologisches Privileg, d. h. ein vom üblichen immunologischen Geschehen abweichendes Reaktionsmuster. Da immunsystemanregende Methoden im Auge schnell zu Defektheilungen führen können, dürfen solche Methoden nur im entzündungsfreien Intervall angewendet werden (Beispiel: Iritis/Uveitis). Zudem können falsch ausgewählte Therapieverfahren Glaukomanfälle bzw. Verschlimmerungen einer Makuladegenerationen auslösen und bleibende Einschränkungen der Sehschärfe provozieren.

Altersabhängige Makuladegeneration (AMD)

Makuladegeneration, altersabhängige (AMD) Die AMD ist aus ganzheitlicher Sicht als Verschlackungserkrankung mit inflammatorischer Komponente anzusehen. Wichtige Anteile der überwiegend systemischen Therapie sind Entschlackung, Toxinausleitung, Stoffwechsel- und Durchblutungsförderung. Unmittelbar vor Therapiebeginn sollte eine Differenzierung zwischen trockener und feuchter Form mittels Optischer Kohärenztomografie (OCT) und Fluoreszenzangiografie erfolgen, bzw. andere Ursachen (Medikamente, Myopie, Dystrophie usw.) ausgeschlossen werden.
Die naturheilkundlichen Methoden greifen optimal im Zustand der trockenen AMD und können zu einer bemerkenswerten Verbesserung des Krankheitsbildes führen. Viele Patienten wenden sich jedoch erst in späteren Erkrankungsstadien der Naturheilkunde zu. Liegt bereits eine feuchte Makuladegeneration vor, sollte die durchblutungsfördernde Therapie in den Hintergrund treten, da hierdurch die Exsudation von Blut und Gewebeflüssigkeit in die Retina gefördert werden kann.
Ernährungstherapie
Säuren-Basen-Haushalt
Säuren-Basen-Haushalt:RezepturenEin wichtiger Teil der Entschlackungstherapie der meist älteren und in vielen Fällen bindegeweblich übersäuerten AMD-Patienten ist die Regulation des Säure-Basen-Haushalts. Eine Ernährungsweise mit einem möglichst hohen Anteil an basischen Nahrungsmitteln ist die Grundlage der Ernährungstherapie, unterstützend kann Basenpulver eingenommen werden.

Praxistipp

Zur Regulation des Säure-Basen-Säure-Basen-Haushalt:RezepturHaushalts eignen sich folgende Therapiemaßnahmen:

  • Rp Basenmischung nach Basenmischung nach OettingerOettinger:

    • Natriumbicarbonat 450 mg

    • Calcium citricum 30 g

    • Magnesium citricum 10 g

    • Calcium phosphoricum D12 10 g

  • Ganzkörper-Säure-Basen-Haushalt:BasenbäderBasenbäder: unterstützend (Einwirkzeit 25–30 min., z. B. Basosyx Basenbad), falls seitens des Kreislaufs möglich

  • Voraussetzung für eine effektive Entsäuerung ist eine ausreichende Trinkmenge (2–3 l täglich, überwiegend Mineralwasser oder Kräutertees) sowie die Reduktion von Genussmitteln wie Kaffee, schwarzer Tee und Alkohol.

Omega-3-Fettsäuren
Omega-3-FettsäurenFleischmahlzeiten sollten reduziert (Verminderung des Anteils der proinflammatorisch wirksamen Arachidonsäure), Kaltwasserfische wie Hering, Lachs, Makrele in Kombination mit hochwertigen Pflanzenölen wie Leinsamen-, Hanf-, Raps- und Olivenöl bevorzugt zugeführt werden, um den Anteil von hochwertigen antiinflammatorisch wirkenden Omega-3-Fettsäuren zu erhöhen. Diese liegen in der gesunden Makula in sehr hoher Konzentration vor.
Phytotherapie
Phytotherapeutika werden eingesetzt, um die Ausscheidungsfunktionen von Leber, Galle und Niere zur Ausleitung von Allopathika, Alkohol und Umweltgiften (überwiegend organische Chlorverbindungen, Pestizide, Phthalate, Schwermetalle) zu unterstützen und die Durchblutung zu fördern.
  • Förderung der Ausscheidungsfunktion (Fertigarzneimittel) :

    • Leber: Mariendistel (Hepatos Dragees, Carduus marianus Urtinktur von Ceres)

    • Galle: Löwenzahn (Löwenzahn-Tee Bombastus Werke, Taraxacum Urtinktur von Ceres, Löwenzahn Kapseln Vital Nutrition)

    • Niere:

      • Brennnessel (florabio Brennessel Pressaft Duopharm)

      • Bärlauch (Bärlau Extrakt Kapseln Nestmann, Bärlauch Kapseln Vital Nutrition)

      • Goldrute (Solidago Tabletten, Solidagoren N Tropfen; Solidago comp.)

      • Birkenblätter (Betula folium Urtinktur Fa. Ceres, als Tee)

  • Durchblutungsförderung:

    • Ginkgo (Tebonin, Gingio intens, Buchweizenkraut (Fagorutin-Buchweizentee von GlaxoSmithKline), Knoblauch (naturreiner Knoblauchsaft Duopharm, Knoblauch Kapseln von Allpharm)

    • proteinspaltende Enzyme wie Bromelain (aus Ananas) und Papain (aus Papaya): sind auch wirksam in der Behandlung von Makulaödemen und Reduktion der Exsudation unterhalb von Pigmentepithelabhebungen bei fortgeschrittener FSMD

Bewegungstherapie
Zur Steigerung der Durchblutung und des Lymphabflusses können Augenübungen nach Bates mit der BMS-Methode (28.8) kombiniert werden (nicht bei akuter Blutung). Neben dem allgemeinen Effekt einer klassischen Massage wirkt diese Behandlung beruhigend und entspannend und unterstützt damit das Therapieziel.
Viel Bewegung an der frischen Luft sowie moderate, dem Gesundheitszustand des Patienten angemessene, sportliche Betätigung ist zu empfehlen.
Hydro- und Thermotherapie
  • regelmäßiges Saunabaden zur Entsäuerung und Durchblutungsregulation (nicht bei frischer feuchter Makuladegeneration)

  • Kneipp-Leberwickel oder Feuchter Leberwickel als lokale Anwendung zur Unterstützung der Leberentgiftung

  • Infrarotkabine zur Entgiftung, ist auch möglich, falls klassische Sauna kontraindiziert ist

Ordnungstherapie
  • Eine Nikotinentwöhnung wird zwingend angeraten. Das durch Tabakkonsum im Körper akkumulierende Kadmium schädigt nachweislich das Pigmentepithel. Etwa jede zweite FSMD findet sich beim Raucher!

  • Moderate sportliche Aktivität bzw. regelmäßige Bewegung an der frischen Luft – je nach Belastbarkeit im meist höheren Erkrankungsalter – wirken ebenso wie Stressreduktion und ausreichend Schlaf entsäuernd, stoffwechsel- und durchblutungsfördernd.

  • Gebrauch von Sonnenbrillen von ausreichender Größe, um auch die seitlich einfallende UV-Strahlung einzudämmen. Wichtig ist die Qualität der Gläser hinsichtlich der Filterung des schädigenden energiereichen blauen UV-Lichts. Das Filterspektrum bereits vorhandener Gläser kann vom Optiker nachgemessen werden.

  • Da psychische Störungen und die Krankheitsbewältigung ein Problem von Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter sind, sollte man einen Psychotherapeuten hinzuziehen, der über Erfahrungen in Geriopsychotherapie verfügt. Bei Betroffenen bestehen oft andere Sichtweisen auf das Leben und seine Probleme. Weitere Möglichkeiten: Affirmationen; Imaginationen.

Phytotherapie
Bei Augenerkrankungen mit psychischer Komponente sind bevorzugt Zubereitungen aus folgenden Pflanzen einzusetzen: Birke, Efeu, Gundelrebe, Melisse und Johanniskraut.
Erweiterte Naturheilverfahren
  • Neuraltherapie: Injektionen an Ganglion ciliare und Ganglion stellatum

  • Mikrobiologische Therapie: Aus naturheilkundlicher Sicht spielt die mikrobiologische Therapie (Darmsanierung) bei der AMD eine große Rolle, da pathogene Darmflora und Pilzinfektion über eine Stoffwechselbelastung sowie über die Bildung proinflammatorischer Substanzen und Fehllenkung des darmassoziierten Immunsystems die Makulasituation verschlechtern.

    • probiotische Präparate: Prosymbioflor, Symbioflor I und II von Symbiopharm, Probioccult lactosefrei von Syxyl, Omniflora Novartis, Mutaflor Ardeypharm

    • kohlenhydratreduzierte Kost: z. B. Verzicht auf Weißmehlprodukte, Süßigkeiten, Zucker

    • Kapuzinerkresse (Tropaeolum maius, spagyrische Aufbereitung von Ceres) bei Neigung zu Candidiasis

Komplementärmedizinische Therapieverfahren
  • Akupunktur:

    • Akupunktur, Augenakupunktur nach Boel sowie Ohrakupunktur sind in jedem Stadium der Makuladegeneration hervorragende zusätzliche Therapien. Unbedingte Voraussetzung für den therapeutischen Erfolg ist das vorherige Überprüfen bzw. Wiederherstellen der körperlichen Regulationsfähigkeit (Entsäuerung, Umweltgiftausleitung, Entschlackung).Cave: bei feuchter AMD auf durchblutungsfördernde Techniken verzichten.

    • Laserinfusionstherapie: verschiedenfarbige (rot, grün, blau) Akupunkturlaser werden intravasal appliziert. Die Wirkung ist vermutlich vergleichbar zur HOT.

  • Homöopathie:

    • klassische Homöopathie: durch die Wahl des passenden Einzelmittels können Ausleitung, Durchblutungsförderung, Organotherapie und psychische Stabilisierung (drohende Erblindung!) beim regulationsfähigen Organismus unterstützt werden

    • Komplexmittel-Homöopathie: Sumbulus N Oligoplex, Lobelia Oligoplex, Hypericum Oligoplex und Carbonicum Oligoplex von Madaus; Calcium phosphoricum Similiaplex, Neuropas balance und Pasconal Nerventropfenvon Pascoe; Neurexan von Heel; Mischinjektionen von Infi-China-Injektion N, Infi-Damiana-Injektion N und Infidys-Injektion

  • Mikronährstoffmedizin: Klinische Studien belegen die Verzögerung der Progression der Erkrankung unter Supplementierung, v. a. von Antioxidanzien. Die bekannte ARED–Studie (age related eye desease-study) belegt eine positive Wirkung unter Langzeitgabe von Vitamin C (500 mg), Vitamin E (400 i.E.), Beta-Carotin (15 mg) und Zink (80 mg).Aus Sicht der Orthomolekularmedizin ist eine umfangreichere Empfehlung für die tägliche Einnahme auszusprechen. Bei Bedarf sind Omega-3-Fettsäuren in Kapselform sinnvoll. Auf belastungsfreie Präparate achten (Cave: Toxinbelastung von Seefisch und Antibiotikabelastung von Zuchtlachs). Es soll ein möglichst hoher Anteil an Docosahexaensäure (DHA) erzielt werden.Präparate: Omacor kohlpharma, Omega-3-loges, MAX-DHA von ProV Nutraceutical.

Die Gabe von Vitamin Vitamin AA bei der geografischen Atrophie wird kontrovers diskutiert, da das im Vitamin-A-Stoffwechsel sich anhäufende Lipofuscin (als Endprodukt des Vitamin-A-Stoffwechsels) immunologische Reaktionen hervorruft, die zum Absterben der Pigmentepithelzellen führen. Eine zusätzliche Supplementierung mit Vitamin A ist daher bei dieser speziellen Form der Makuladegeneration zu überdenken.

Praxistipp

Die bei der AMD empfohlenen Mikronährstoffe (s. oben) lassen sich heute durch Auslaugung der Böden nur noch teilweise durch Obst und Gemüse decken. Der möglichst naturbelassene Ursprung ist zu bevorzugen, weswegen die folgenden Obst- und Gemüsesorten auf dem Speiseplan eines AMD-Erkrankten bevorzugt erscheinen sollten.

Folgende Gemüse- und Obstsorten sind reich an Lutein, Carotinoiden und Vitamin C.

  • Carotinoide: Spinat, Brokkoli, Salat, Karotten, Tomaten, Bohnen, Orangen, Paprika

  • Lutein: Grünkohl, Rucola, Mangold, Kresse, Petersilie, Spinat, Erbsen, Brokkoli

  • Vitamin C: Acerolakirsche, Kiwi, Zitrusfrüchte, Paprika, Sanddorn

  • Große Eigenbluttherapien (UVB, HOT und Ozontherapie): v. a. die HOT bessert Symptome bei altersabhängiger Makuladegeneration (Reduktion von Drusen, Steigerung der Durchblutung, Verbesserung der Sehschärfe); bei frischer feuchter Form der AMD wird HOT kontrovers diskutiert.Cave: am Tag der HOT keine Antioxidantien einnehmen, Kontraindikationen der HOT beachten!

Sicca-Syndrom

Sicca-Syndrom\rSicca Der Tränenfilm zeichnet sich durch äußerst komplexe Eigenschaften aus. Minimale Störungen der Zusammensetzung haben die typischen Symptome des trockenen Auges zur Folge. Lokale naturheilkundliche Maßnahmen sind besonders wirksam bei der chronischen Blepharitis und dem Hordeolum, wohingegen das typische Sicca-Syndrom ohne systemische Maßnahmen selten lokal befriedigend beeinflussbar ist.

Jede länger dauernde oberflächliche Augenproblematik (gerötete, gereizte, schmerzende Augen, Fremdkörpergefühl, Tränen, Sehstörungen) müssen durch einen Facharzt für Augenheilkunde gegen andere Erkrankungen (Herpes corneae, Glaukomanfall, Iritis, Netzhauterkrankung usw.) abgegrenzt werden.

Ernährungstherapie
Viele Patienten leiden an gastrointestinalen Beschwerden wie Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder dem Reizdarmsyndrom (22.9) – bei weiterer naturheilkundlicher Differenzierung handelt es sich meist um ein leaky-gut-Syndrom: Die Zusammenhänge zwischen darmassoziiertem Immunsystem (mucosa associated lymphatic tissue – MALT) und augen- oder conjunctivaassoziiertem Immunsystem (eye/conjunctiva associated lymphatic tissue EALT oder CALT) stellen die Ernährungstherapie in den Mittelpunkt der naturheilkundlichen Behandlung.
Zu empfehlen ist eine basenreiche vollwertige Grunddiät (7.2) mit folgenden Empfehlungen:
  • ballaststoffreich, möglichst naturbelassen und zusatzstoffarm

  • hoher Anteil an Omega-3-Fettsäuren: Kaltwasserfische und hochwertige Pflanzenöle wie Leinsamenöl oder Hanföl

  • Reduktion und Meiden von arachidonsäurehaltigen, proinflammatorisch wirkenden Nahrungsmitteln (tierische Produkte)

  • ggf. laborchemische Kontrolle des Omega-3/Omega-6 Verhältnisses

Phytotherapie
  • Ausleitung von Schadstoffen über Leber (lipohile Organochlorverbindungen) und Niere (Schwermetallbelastungen). Fertigarzneimittel 30.2

  • lokale Therapie mit Euphrasia-Augentropfen (Wala): hornhautregenerierend und v. a. geeignet bei Beschwerden, die mit vermehrten Tränenfluss bei Einwirkung von Wind einhergehen

Hydro- und Thermotherapie
Zur Anwendung kommen warme und kalte Kompressen mit Augentrost, Fenchel (frisch gemörserte Früchte), Rosenblättern. Die Tinkturen (Kasten) können auch für warme oder kalte Augenbäder nach Kneipp oder Dampfanwendungen eingesetzt werden.

Praxistipp

10 g getrocknete dunkelrote Rosenblätter, 10 g frisch gemörserte Fenchelfrüchte, 10 g getrockneter Augentrost; Zutaten mischen, mit kochendem Wasser aufgießen, 10 min. ziehen lassen, abseihen und auf die gewünschte Anwendungstemperatur abkühlen lassen.

Tinkturen mit Zusätzen von Kamille (zunehmende Allergisierung) oder schwarzem Tee (Austrocknung der Lidhaut) sind zu meiden.

  • warme Applikationen: bevorzugt bei Insuffizienz der Meibomdrüsen, da das Sekret verflüssigt und der Sekretfluss angeregt wird

  • kalter Gesichtsguss nach Kneipp (möglichst nicht anwenden bei Glaukom, Trigeminusneuralgie, akuten Entzündungen im Augen- bzw. Kopfbereich, da Auslösen eines Glaukomanfalls und Exazerbation möglich)

  • zur Unterstützung der Entgiftung über die Leber: Kneipp-Leberwickel

  • feuchter Leberwickel

Bewegungstherapie/physikalische Therapie
Die BMS – Biomechanische Muskelstimulation (28.8) ist bei allen Formen des Sicca-Syndroms eine hilfreiche Unterstützung. Die Therapie wird als erfrischend und sofort lindernd empfunden.
Ordnungstherapie
  • moderate sportliche Aktivität bzw. regelmäßige Bewegung an der frischen Luft: wirkt entsäuernd, stoffwechsel- und durchblutungsfördernd, Ausmaß der Bewegungstherapie an Belastbarkeit im meist höheren Alter anpassen

  • Stressreduktion und ausreichend Schlaf

  • Nikotinverzicht

  • tägliche Trinkmenge überprüfen, Alkohol und Koffein reduzieren, reine Mineralwässer und Kräutertees bevorzugen

  • Luftbefeuchtungsmaßnahmen bei trockener UmgebungsluftCave: Verpilzung der Befeuchtungsanlagen

  • Gesprächstherapie: Leistungsdruck am Arbeitsplatz oder in der Schule häufig Mitauslöser oder Verstärker der Beschwerden

  • Entspannungsverfahren, wie die Muskelrelaxation nach Jacobson, Autogenes Training, Imaginationen zur besseren Benetzung

Praxistipp

Extensive Bildschirmarbeit verschlechtert das Beschwerdebild. Regelmäßige kurze Pausen im Stundenrhythmus (Tipp: Eieruhr) verbunden mit leichter Augenmassage oder Akupressur im Augenbereich sind angezeigt.

Erweiterte Naturheilverfahren
  • Neuraltherapie: Injektionen an das Ganglion ciliare. Zu Therapiebeginn immer Untersuchung auf Störfelder wie Narben oder Zähne (obere 3-er) durchführen. Entstören mit Procaininjektion oder Störfeldakupunktur.

  • Mikrobiologische Therapie: Eine Darmsanierung mit antimykotischer Therapie, Symbioselenkung und vorheriger Diagnostik von Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist unumgänglich. Besonders wirkungsvoll ist eine vorgeschaltete Fastenkur mit anschließendem individuellem Kostaufbau. Bemerkenswert ist hierbei die komplette Symptomfreiheit während der Fastenzeit (Antigenpause).

Komplementärmedizinische Therapieverfahren
  • Akupunktur: Körperakupunktur, Ohrakupunktur und Augenakupunktur nach Boel sind als adjuvante Therapien bei regulationsfähigem Organismus geeignet.

  • Homöopathie: klassische Homöopathie mit Einzelmittelgabe

  • Anthroposophische Medizin:

    • Augentropfen, z. B. Euphrasia-Augentropfen (Wala/Weleda) bei Müdigkeitsgefühl und vermehrtem Tränenfluss

    • Mercurialis-Augentropfen (Wala/Weleda) bei Meibominsuffizienz

    • Chelidonium comp. Augentropfen (Wala/Weleda) bei trockener Bindehautreizung und Müdigkeitsgefühl

    • Gencydo Augentropfen 0,1 % (Weleda) bei allergischer Mitbeteiligung

  • Schüssler-Salze: entsprechend des körperlichen und seelischen Zustands auswählen; bewährte Salze: 1,4, 8, und 11; können in Wasser gelöst und als Dampfanwendung, zur Luftbefeuchtung oder als warme oder kalte Kompresse benutzt werden

Chronische Blepharitis

Blepharitis, chronischeZur Anwendung kommen folgende lokale Maßnahmen zur langfristigen Besserung der chronischen Lidrandentzündung. Zu weiteren Therapiemaßnahmen 30.3.
Ordnungstherapie
  • regelmäßige Lidrandhygiene (1–2 tgl.) mit reinigenden und lidrandpflegenden Gelen, z. B. Blephagel, Blephasol (beide Thea Pharma), Blephacura (Optima Pharm GmbH)

  • Psychotherapie: Verdrängungsprozesse beachten und thematisieren

Phytotherapie
  • Euphrasia AS (Weleda) zur Nacht. Cave: durch Anregung der Meibomaktivität Erstverschlechterung möglich, diese ist abzugrenzen von einer allergischen Reaktion (Allergie gegen Korbblütler, Salbe enthält neben Euphrasia u. a. Echinacin und Calendula)

  • Bei akutem Schub sind Umschläge mit schwarzem Tee, Calendula Augensalbe oder Kamille Augentropfen lindernd. Bei Kamille-Augentropfen auf Allergie achten.

Hydro- und Thermotherapie
Warme lokale Anwendungen in Form von Dampfanwendungen, Kompressen, Augenbädern sind zu bevorzugen.
Komplementärmedizinische Therapieverfahren
  • Ursachenabklärung: z. B. mit biometrischen Messverfahren wie der EAV (Nahrungsmittelallergien, Miasmen, Belastungen mit Organochlorverbindungen, subklinische Infektionen)

  • Mikronährstoffmedizin: Omega-3-Fettsäuren in der oralen Langzeitanwendung verflüssigen neben ihrer antiinflammatorischen Wirkung das Meibomsekret und führen zur langfristigen Verbesserung (Effekt erst nach circa 6 Wochen eintretend).

  • Eigenblutbehandlung direkt oder als homöopathische Aufbereitung; Autovakzinetherapie

Hordeolum

HordeolumIm Gegensatz zur konventionellen Therapie (Antibiotikabehandlung, Kühlung) liegt der Schwerpunkt der naturheilkundlichen Therapie in der Provokation des Prozesses.
Ordnungstherapie
  • Subakutes Stadium: vorsichtige Lidrandhygiene (1–2 tgl.) mit reinigenden und lidrandpflegenden Gelen, z. B., Blephagel, Blephasol (beide Thea Pharma), Blephacura (Optima Pharm GmbH)

  • Rezidivierende Hordeola: psychische Aspekte bedenken, da bevorzugt bei Menschen, die Ärger in sich hineinfressen oder Wut nicht heraus lassen können, ein Hordeolum auftritt

    • Kinder: Pulsatilla D12

    • Erwachsene: Psychotherapie bzw. psychosomatisch und lokal wirksame Akupunktur

Phytotherapie
Geeignet zur topischen Anwendung sind Euphrasia AS (Weleda) zur Nacht.

Durch Anregung der Meibomaktivität kann eine Erstverschlechterung auftreten, diese ist abzugrenzen von einer allergischen Reaktion (Allergie gegen Korbblütler, Salbe enthält neben Euphrasia u. a. Echinacin und Calendula).

Hydro- und Thermotherapie
Warme lokale Anwendungen in Form von Dampfanwendungen, Kompressen, Augenbädern ( oben) sind zu bevorzugen. Erfolgreich ist auch lokale Rotlichtbestrahlung für tgl. 2 10 min. auf die geschlossenen Augen.
Komplementärmedizinische Therapieverfahren
  • Homöopathie:

    • Apis bei starken Schwellungen

    • Arnica zur Beruhigung

    • Myristica sebifera oder Sepia bei fehlender Tendenz zur Eröffnung

  • Anthroposophische Medizin: Echinacea Quarz Comp Augentropfen bei Kindern oft schnell wirksam

  • Rezidivierenden Hordeola (zur Unterstützung des Immunsystems):

    • UVB/HOT; Therapie im MALT (30.3, z. B. Symbioselenkung, Vermeiden von Nahrungsmittelallergien; Schwermetallausleitung)

    • Körper- und Ohrakupunktur

Iritis/Uveitis

UveitisIritisDie naturheilkundliche Therapie dieses Symptomenkomplexes sollte in augenärztlicher Hand bleiben, da es im Therapieverlauf zur Exazerbation mit Defektheilungen kommen kann. Zudem ist eine beginnende Iritis oder eine Uveitis möglicherweise anfangs nur mit geringen unspezifischen Symptomatiken (leichte Rötung des Auges, Druckgefühl, Blendungsempfindlichkeit, Schleiersehen) verbunden und kann so zunächst für Nicht-Ophthalmologen unbemerkt bleiben.
Eine naturheilkundliche ursächliche Therapie darf nur im entzündungsfreien Stadium einsetzen und setzt eine umfassende Abklärung von Einflussfaktoren (z. B. infektiöse Diagnostik, Abklärung rheumatischer Genese, Umweltgiftbelastung, Stoffwechsel, Mangelzustände, Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten, Darmdysbiosen) voraus.
Das Therapiekonzept sollte eine Kombination verschiedener Maßnahmen und Behandlungsziele sein: Reduzieren proinflammatorisch wirkender Faktoren, Substitution von Mikronährstoffen bei spezifischen Mangelzuständen (Mikronährstoffmedizin) sowie eine kausale Therapie (z. B. Nosodon, Autovakzine, Eigenblutbehandlung). Es sollte immer abgeklärt werden, ob Störfelder vorliegen. Regelmäßig findet man mit bioenergetischen Messmethoden subklinische Virusinfektionen, die laborchemisch kaum auffällig sind.
Hinweise auf einzelne zu empfehlende Therapieweisen sind aufgrund der Komplexität und der Individualität des Krankheitsbildes schwierig.
Ordnungstherapie
Bei schwerem chronischen Verlauf besteht das Behandlungsziel in der Krankheitsbewältigung durch Stressmanagement und Entspannungsverfahren. Krankheitsauslösend sind oft Phasen mit Distress.
Hydro- und Thermotherapie
Bei subakuter Uveitis anterior erfolgt eine milde Rotlichtbestrahlung.
Komplementärmedizinische Therapieverfahren
  • Akupunktur: Körper- und Ohrakupunktur im akuten und subakuten Verlauf

  • Mikronährstoffmedizin: Vitamin C, Zink, Selen und Vitamin E je nach Schweregrad und Verlauf der Erkrankung

Allergische Konjunktivitis

Konjunktivitis, allergischeDas Beschwerdebild ist gekennzeichnet durch eine heftige plötzliche massive Reaktion der Konjunktiva, aber auch ein chronischer, teilweise schleichender Verlauf ist möglich. Auslöser können sowohl lokale als auch systemische Allergene (Nahrungsmittelallergien) sein. Eine lokale Therapie kann nur symptomatisch sein, eine ursächliche Behandlung muss auf die Wiederherstellung der normalen Regulationsfähigkeit des Immunsystems gerichtet sein.
Ordnungstherapie
  • Allergenvermeidung, insbesondere bei Therapiebeginn

  • Wohnraumsanierung zur Verminderung von Umwelttoxinen, Schimmelpilzbelastung, wenn möglich auch am Arbeitsplatz

Ernährungstherapie
Sinnvoll sind eine Ernährungsumstellung als Antigenpause und in Vorbereitung der mikrobiologischen Therapie sowie Maßnahmen zur Verringerung der Säurebelastung des Körpers (30.2).
Hydro- und Thermotherapie
Bei akuten Beschwerden sind Kneipp-Gesichtsgüsse, v. a. auf den Akupunkturpunkt PaM 3 angezeigt.
Phytotherapie
Phytotherapeutisch gibt es drei Ansatzpunkte zur Behandlung der allergischen Konjunktivitis:
  • Ausleitungstherapie von Toxinen: Urtica Sambucus comp (Ceres)

  • lokale Therapie: Gencydo AT, tgl. 2 eintropfen; Conisan B-Augentropfen; Mucokehl AT

  • systemische Therapie: durch homöopathische Antiallergika (Sanum), z. B. Utilin N, Recarcin-N-Tropfen, Rebas D4

Erweiterte Naturheilverfahren und komplementärmedizinische Therapieverfahren
  • Neuraltherapie: zur Störfeldtherapie

  • Mikrobiologische Therapie: wichtiger Teil der Therapie bei Allergien, da pathogene Darmflora und Pilzinfektion über eine Stoffwechselbelastung sowie durch Bildung proinflammatorischer Substanzen und Fehllenkung des darmassoziierten Immunsystems die Situation verschlechtern

  • Akupunktur: während der Akutphase und im freien Intervall

  • Mikronährstoffmedizin: Vitamin C (im Akutfall bis zu 3 g/d in 3 Einzeldosen) dann 1 g/d; Zink 40 mg in der Anfangsphase (Erhaltungsdosis je nach Bedarf niedriger wählen); Selen 100 g/d; Vitamin E 400 IE

  • Eigenblutbehandlung

Rezidivierende Erosio corneae

Erosio corneae, rezidivierendeVor Therapiebeginn der schlecht verheilenden und immer wieder aufbrechenden Primärverletzung des Hornhautepithels muss eine chronische Blepharitis ausgeschlossen werden (30.4).
Ordnungstherapie
Die Maßnahmen entsprechen denen des Sicca-Syndroms (30.3). Besonders intensive IT-Nutzung führt zur Verschlechterung der Beschwerden. Regelmäßig findet man chronische Überlastungsfolgen und Mobbing in der Anamnese. Daraus ergeben sich die entsprechenden Therapieoptionen.
Erweiterte Naturheilverfahren und komplementärmedizinische Therapieverfahren
  • Neuraltherapie: Störfelddiagnostik und Therapie

  • Akupunktur: Strategie vergleichbar zur Behandlung einer Trigeminusneuralgie:

    • Körperakupunktur: lokale Punkte, wie Bl 1, Bl 2; Ma 1, Ma 2, Ma 36: Di 4; Gb 1, Gb 15; PaM 3; 3E 23

    • Ohrpunkte: Shenmen; Trigeminuszone, Halsganglien, Auge, Polster, Leber, Niere und psychovegetativ wirksame Punkte nach RAC

  • Homöopathie – Komplexmittelhomöopathie: unterstützende Therapie mit homöopathischen und pflanzlichen Mitteln z. B.

    • Melisse und Johanniskraut; Hypericum Oligoplex und Carbonicum Oligoplex (Madaus)

    • Calcium phosphoricum Similiaplex, Neuropas balance (Pascoe); Neurexan (Heel)

    • Mischinjektionen von Infi-China-Injektion N, Infi-Damiana-Injektion N und Infidys-Injektion

Glaukom

Wurden über lange Zeit rein mechanische Ursachen für eine Schädigung des Sehnervs als führend betrachtet, fand ein Umdenken mit Einbeziehung vaskulärer und nutritiver Störungen des Sehnerven statt. In der konventionellen Medizin erfolgt die Behandlung dennoch hauptsächlich über eine medikamentöse oder operative Regulation des Augendrucks. Trotz guter Augendruckregulation schreitet die Erkrankung bei vielen Patienten weiter fort.
Ziel einer ganzheitlichen Therapie ist es, neben der Drucksenkung vor allem die vaskulären und nutritiven Aspekte bezogen auf den N. opticus zu optimieren. Wichtige negative Einflussfaktoren sind hier Bindegewebsverschlackung, Umwelttoxine, vaskuläre Dysregulation, oxidativer Stress und chronische Infektionen, aber auch Dauertherapie mit Kortikoiden oder Verletzungen. Dauerhafter Distress hat bewiesenermaßen einen negativen Einfluss auf den Sehnerven. Die Therapie erfolgt entsprechend den Maßnahmen bei anderen neurodegenerativen Erkrankungen und sollte insbesondere Regulationsblockaden beheben.
Ernährungstherapie
Zu bevorzugen ist die vollwertige Grunddiät (7.2). Zudem sind folgende Empfehlungen zur Entschlackungstherapie und antioxidativen Ernährung zu berücksichtigen:
  • Regulation des Säure-Basen-Haushalts (19.3) als wichtiger Teil der Entschlackungstherapie

  • antioxidative Ernährung (30.2): wichtig ist die optimale Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren

  • Übereiweißung (Milieudiagnostik mit Dunkelfeldmikroskopie): liegt bei bestimmten Glaukomformen (PEX) vor; Fleischmahlzeiten sollten reduziert werden

  • hydrogenierte Pflanzenöle meiden

Ordnungstherapie
  • Eine Nikotinentwöhnung wird zwingend angeraten. Das durch Tabakkonsum im Körper akkumulierende Kadmium schädigt die Myelinscheiden, er stört nachweislich die Mikrozirkulation.

  • Moderate sportliche Aktivität bzw. regelmäßige Bewegung an der frischen Luft (je nach Belastbarkeit im meist höheren Alter der Erkrankung) wirken ebenso wie Stressreduktion und ausreichend Schlaf insgesamt entsäuernd, stoffwechsel- und durchblutungsfördernd.

  • Stressmanagement: Autogenes Training und andere Entspannungsmethoden [6–9]

Phytotherapie
Phytotherapeutika werden verabreicht, um neurotoxische Stoffe auszuleiten (30.2).
Erweiterte Naturheilverfahren und komplementärmedizinische Therapieverfahren
  • Neuraltherapie: Ganglion ciliare und Ganglion stellatum

  • Akupunktur: Körperakupunktur und Ohrakupunktur

  • Homöopathie: z. B. Hypericum Oligoplex und Carbonicum Oligoplex von Madaus; Neuropas balance und Pasconal Nerventropfen von Pascoe; Neurexan von Heel; Mischinjektionen von Infi-China-Injektion N, Infi-Damiana-Injektion N und Infidys-Injektion

  • Mikronährstoffmedizin:

    • Vitamin C (500–1.000 mg/d); Thiamin als Benfotiamin 300 mg/d (milgamma protekt von Wörwag); Vitamin E (natürliche Tocopherole) 400 IE/d

    • Zink 40 mg/d bei Mangel; Ubichinon (Q10) 300 mg bei Pulverform, entsprechend weniger in flüssiger Darreichung

    • -Alpha-Liponsäure 300–600 mg/d (Thiogamma 300/600 oral Wörwag); Phosphatidylcholin; Cystein (cave Nierensteine) immer in Kombination mit Vitamin C + E als Sojalezithin 1–3 g/d Lecithin von Switamin

  • Organpräparate: z. B. Nervus opticus von Heel, Wala oder Dyckerhoff Pharma; cAMD D8; Thalamus comp. Von Heel, Wala oder Dyckerhoff Pharma; Arteria Ophthalmi GI D 8 bevorzugt s.c. oder i.v.

  • Große Eigenbluttherapie und vergleichbare Verfahren (HOT, UVB, Laserinfusionstherapie)

Zudem eignen sich die Magnetfeldtherapie und Maßnahmen der Osteopathie.

Refraktionsanomalien

Refraktionsanomalien sind oft durch Störungen, Fehlregulationen und eine relative Insuffizienz des beteiligten Muskelapparates gekennzeichnet. Ziel der Therapie ist die Verbesserung der Leistung der beteiligten Augenmuskeln und der neuronalen Steuerung. Trainingsverfahren wie die BMS (Biomechanische Muskelstimulation 28.8) stehen im Mittelpunkt der Behandlung.

Myopie im Kindes- und Jugendalter bis frühes Erwachsenenalter

MyopieZunächst erfolgt die Abklärung über den Gebrauch von modernen Informationstechnologien und vergleichbaren Medien zum Ausschluss eines Medienabusus. Abklärung einer Angststörung durch Leistungsdruck z. B. in der Schule oder Arbeit. Genetische Disposition durch Eltern ist kein Behandlungshindernis! Ausschluss eines Keratokonus und eines Marfan-Syndroms.
Folgende Therapiemaßnahmen sind angezeigt:
  • physikalische Therapie: Biomechanische Muskelstimulation (28.8) als wichtigste Therapie

  • Ordnungstherapie:

    • moderater Medienkonsum, ausreichender Lese- und Schreibabstand

    • Lichtverhältnisse am Arbeits- und Leseplatz optimieren (Cave: Energiesparlampen in Kopfnähe)

    • extensiver Umgang mit IT-Technik verschlechtert regelmäßig die Myopie

    • regelmäßige kurze Pausen im Stundenrhythmus (Tipp: Eieruhr) verbunden mit leichter Augenmassage

    • Palmieren oder Akupressur im Augenbereich sind angezeigt

Bei psychosomatischem Hintergrund: Leitthema bei Myopie ist die Angst, insbesondere die Angst vor der Zukunft. Daraus leiten sich die therapeutischen Optionen ab. Ergänzend Phytotherapie und Homöopathie einsetzen.

Presbyopie

PresbyopieDie Presbyopie ist eine alterskorrelierte Sehschwäche in der Nähe ab Mitte des 4. Lebensjahrzehnts, für die es aus schulmedizinischer Sicht keine sinnvolle Behandlungsoption gibt außer der Ordination einer Lesebrille.
Vor Therapiebeginn mit folgenden Maßnahmen ist eine degenerative Linsenveränderung auszuschließen.
  • physikalische Therapie: Biomechanische Muskelstimulation (28.8) als wichtigste Therapie

  • Ernährungstherapie: Säure-Basen-Haushalt optimieren

  • Mikronährstoffmedizin: v. a. Antioxidanzien supplementieren

  • Ordnungstherapie:

    • v. a. bei Computerarbeitsplatz ausreichender aktive Erholungsphasen, möglichst stündlich für eine Minute Augengymnastik

    • Entspannungstechniken; Stressmanagement

Asthenopische Beschwerden

AsthenopieIn Folge der zunehmenden Ausstattung der Arbeitsplätze mit PC-Technik hat dieser Beschwerdekreis massiv zugenommen. Der Therapiebeginn setzt voraus, dass die optischen Hilfsmittel wie Brille oder Kontaktlinse optimal angepasst sind:
  • physikalische Therapie: Biomechanische Muskelstimulation (30.3)

  • Ordnungstherapie: Entspannungsverfahren, moderater Medienkonsum, Autogenes Training

  • weitere Therapieoptionen: Entgiftung, Akupunktur, Osteopathie, Neuraltherapie (Injektionen an das Ganglion ciliare und Ganglion stellatum)

Literatur

[1]

K.U. Marx Komplementäre Augenheilkunde 2005 Hippokrates Stuttgart

[2]

B. Schüler Altersabhängige Makuladegeneration 2009 KVC-Verlag Essen

[3]

B. Schüler Augentraining bremst Altersweitsichtigkeit aus In: Naturarzt 5 2010 25 26

[4]

B. Schüler Selbsthilfe bei trockenen Augen 2008 KVC-Verlag Essen

[5]

W. Schultz-Zehden Das Auge – Spiegel der Seele. Neue Wege zur Ganzheitstherapie 1995 dtv München

[6]

I. Strempel Autogenes Training und andere Entspannungsmethoden in der Augenheilkunde dargestellt am Beispiel des Glaukoms m Audio CD 2006 Kaden Heidelberg

[7]

I. Strempel Das andere Augenbuch 2004 KVC-Verlag Essen

[8]

I. Strempel Glaukom – mehr als ein Augenleiden 2.A. 2009 Verlag im Kilian Marburg

[9]

I. Strempel Keine Angst vor Grünem Star 2009 KVC-Verlag Essen

[10]

R. Woytinas Muskelstimulation für scharfe Sicht In: Naturarzt 5 2010 14 16

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