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B978-3-437-56323-2.00013-9

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978-3-437-56323-2

Befund: Hormondiagnostik bei Haarausfall:HormondiagnostikHaarausfall

[V573]

Wachstumsphasen des Haar:WachstumsphasenHaars

Tab. 13.1
Phasenfolge Nomenklatur Phasenzustand Phasendauer Anteil am Gesamthaar
1. Phase anagen Wachstumsphase 2–6 J. bis 90 %
2. Phase katagen Übergangsphase 2 Wo. bis 3 %
3. Phase telogen Ruhephase 2–4 Mon. bis 18 %

Relevanz verschiedener Mikronährstoffe für die Haargesundheit

Tab. 13.2
Mineralstoffe/
Spurenelemente
Wirkungen
Kalzium Trockene Haut, brüchige Haare, brüchige Fingernägel und Haarausfall können die Folge eines erniedrigten Kalzium-Spiegels sein.
Magnesium Ein Magnesiummangel kann die Durchblutung im Bereich der Haarwurzel beeinträchtigen und somit zu vermindertem Haarwachstum und Haarausfall führen.
Zink Dieses Spurenelement ist an der Bildung des Eiweißstoffs Keratin, dem Hauptbestandteil von Haaren, Haut und Nägeln, sowie von Kollagen beteiligt. Zink fördert das Haarwachstum, schützt die Haarwurzel vor Entzündungen und sorgt für eine gesunde Kopfhaut. Vor allem bei kreisrundem Haarausfall ist eine Anregung des Haarwachstums durch eine orale Zinkgabe zu beobachten.
Kupfer Reguliert Stoffwechselprozesse im Organismus, insb. in den Haarzellen. Ein Kupfermangel äußert sich in Haarstrukturstörungen (dünnes, brüchiges Haar), Haarausfall und Pigmentierungsstörungen von Haut und Haaren.
Jod Jodmangel führt zu Funktionsstörungen der Schilddrüse, in deren Folge neben Vitalitätsverlust, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche eine raue Haut, sprödes und trockenes Haar sowie Haarausfall auftreten.
Eisen Eisenmangel führt zu spröder und trockener Haut, brüchigen Haaren und Nägeln und ist häufige Ursache von diffusem Haarausfall bei Frauen.
! Der üblicherweise zur Beurteilung der Eisenversorgung herangezogene Ferritin-Wert sollte nicht nur aus hämatologischer Sicht interpretiert werden.
Ferritin-Werte > 40 ng/ml sind bereits von einem telogenen Effluvium begleitet. Selbst bei Ferritin-Spiegeln zwischen 40 und 70 ng/ml sind deutliche Haarverluste zu beobachten. Erst bei einem Serum-Ferritin > 70 ng/ml ist gesundes Haarwachstum zu erwarten. Somit sind Ferritin-Spiegel, die aus hämatologischer Sicht als unauffällig eingestuft werden, für ein volles Haarwachstum nicht ausreichend.
Vitamine
Vit.-B-Komplex Darunter werden Thiamin (B1), Riboflavin (B2), Nicotinamid (B3), Pyridoxin-Komplex (B6), Pantothensäure (B5), Biotin und Cyanocobalamin (B12) verstanden. Alle Vit. des B-Komplexes stärken Haut und Haare, regulieren die Talgproduktion und aktivieren wichtige Stoffwechselvorgänge in den Haarwurzeln. Sie beugen Entzündungen vor und sorgen für eine gesunde Kopfhaut.
Biotin ! Von besonderer Bedeutung für das Haarwachstum; notwendiger Cofaktor von Enzymen, die für das Zell- und somit auch für das Haarwachstum benötigt werden. Es bewirkt einen engen Zusammenschluss der Schüppchen am Haarschaft, wodurch das Haar stark wird und glänzt. Biotin hält die Haut geschmeidig und verhindert Entzündungen, u. a. der Haarwurzeln. Ein Biotin-Mangel (meist durch Reduktionsdiäten, chron. Erkr. und Antibiotika) kann somit zu trockener, schuppiger Haut, brüchigen Nägeln sowie Haarausfall und Glatzenbildung führen.
Vit. E Das fettlösliche Vit. schützt vor vorzeitigem Alterungsprozess der Haut. Es sorgt zudem für ausreichende Feuchtigkeit der Haut und unterstützt die Wundheilung.
Aminosäuren
Cystein Wie Methionin und Taurin eine schwefelhaltige Aminosäure, die im Körper aus Methionin synthetisiert werden kann; ist für das Wachstum von Haut und Haaren notwendig. Wichtigster Eiweißbestandteil des Keratins, aus dem die Hornschicht der Haut und die Fasern im Kern der Haare bestehen.
Methionin Diese essenzielle Aminosäure ist Substrat für die Synthese von Cystein, das beim Haaraufbau für die Keratinbildung benötigt wird. Da Methionin für die Synthese zahlreicher körpereigener Stoffe als Schwefel- und Methylgruppen-Lieferant fungiert, kann eine unzureichende Versorgung zu diversen Stoffwechselstörungen, insb. auch zu Haut- und Haarwuchsstörungen führen.
Tyrosin Diese Aminosäure ist am Aufbau von Melanin, dem farbgebenden Pigment von Haut und Haaren, beteiligt. Tyrosin wird im Körper auch für die Funktion von Nebennieren, Schild- und Hirnanhangsdrüse sowie zur Erythro- und Leukopoese benötigt. Es entsteht beim Umbau der essenziellen Aminosäure Phenylalanin. Ein Typrosin-Mangel kann durch die Gabe von Phenylalanin gedeckt werden.
Glutathion Wird intrazellulär aus den Aminosäuren Glyzin, Cystein und Glutamat synthetisiert. Seine Funktionen im Körper sind äußerst vielfältig. Der Glutathion-Stoffwechsel spielt bei den biochemischen Prozessen der körpereigenen Entgiftung eine herausragende Rolle und ist entscheidend an der Aufnahme von Aminosäuren in die Zellen beteiligt.
Thiole Antioxidatives Schutzsystem des Körpers gegen freie Radikale und reaktive Sauerstoffspezies. Da Thiole durch schwefelhaltige Aminosäuren charakterisiert sind, kann hinsichtlich der Versorgung mit entsprechenden Aminosäuren die Thiol-Bestimmung i. S. eines „Summenparameters“ eingesetzt werden.

Haarausfall

Definition

Der Begriff Haarausfall (Effluvium Effluvium capillorum\t \"Siehe Haarausfallcapillorum) beschreibt das gesteigerte, krankhafte Ausfallen von Haarausfall:DefinitionHaaren, während der daraus resultierende Endzustand als verminderte Haardichte oder Alopezie bezeichnet wird. Somit kann eine AlopezieAlopezie auch ohne ein nennenswertes, das normale Maß überschreitendes Effluvium auftreten, nämlich dann, wenn das Nachwachsen des Haars reduziert oder eingestellt ist.

INFO

Haare erneuern sich unter gewöhnlichen Umständen regelmäßig, sodass ein täglicher Haarausfall von 80–100 Haaren normal ist. Ein relevanter Haarausfall liegt vor, wenn über einen längeren Zeitraum täglich mehr als 100 Haare verloren gehen.

Das Haar und sein Aufbau

Etwa 5 Mio. Haarwurzeln produzieren je nach genetischen Vorgaben das kräftige Terminalhaar (Kopf-, Bart-, Augenbrauen-, Wimpern-, Achsel- und Schamhaar) oder das feine, oftmals kaum sichtbare Flaumhaar (Velushaar) am restlichen Körper. Nur die Hautareale im Bereich von Lippen, Handflächen und Fußsohlen weisen keine Haarfollikel auf, die in den übrigen Hautarealen als schlauchartige Einstülpungen der Oberhaut imponieren.Haar:Aufbau
Das Haar setzt sich aus zwei Abschnitten zusammen: dem sichtbaren Haarschaft und der Haarwurzel unter der Kopfhaut. Das untere verdickte Ende der Haarwurzel, die Haarzwiebel (Bulbus), enthält die aus Bindegewebe, feinsten Blutgefäßen und Nervenfasern aufgebaute Haarpapille, die wichtige Aufgaben bei der Ernährung des Haars wahrnimmt. Die unmittelbar an die Papille grenzende, kappenförmig aufsitzende Zellschicht wird als Haarmatrix bezeichnet. Sie stellt die eigentliche zellbildende Schicht dar, welche die neue Haarsubstanz produziert. Wie durch ein Rohr wird diese Haarsubstanz von unten nach oben geschoben, um dann als Haarschaft aus der Kopfhaut herauszutreten.

INFO

Medizinisch gesehen sind aus der Haut herausgewachsene Haare tote Hornfäden, die aus verhornten Zellschichten der Haut bestehen. Ebenso wie die Nägel gehören sie zu den Hautanhangsgebilden.

Unter dem Elektronenmikroskop zeigt der Haarschaft verschiedene Schichten, die jeweils aus unterschiedlichen Zelltypen aufgebaut sind: In seinem Innern befinden sich die oft schwammig wirkenden Markzellen (Medulla). Um die Medulla herum liegt spindelförmig eine Schicht verhornter Faserzellen, die Rindenzone (Kortex). Der Kortex ist der Hauptbestandteil des Haars und für dessen Stärke, Elastizität und Reißfestigkeit verantwortlich. Die hier eingelagerten Pigmente bestimmen die individuelle Haarfarbe.
Die Faserschicht wiederum wird durch die umhüllende Schuppenschicht (Cuticula) geschützt, die mit der inneren Wurzelscheide eng verzahnt ist und zu hoher mechanischer Belastbarkeit beiträgt, da sie dem Haar eine feste Struktur verleiht und es vor äußeren Einflüssen schützt.
Haare sind hydrophil, können also Wasser aufnehmen und speichern, was einen großen Einfluss auf die Elastizität, Frisierbarkeit und Schönheit des Haars nimmt. Anders als beim Schwamm werden Wassermoleküle nach der Aufnahme nicht nur physikalisch gespeichert, sondern auch chemisch über schwache Bindungen im Haar festgehalten. Durch den spez. Aufbau des Haars wird eine beeindruckende Dehnbarkeit erreicht. Selbst trockenes Haar, das eine Restfeuchte von nur noch 15 % enthält, lässt sich bis zu 50 % dehnen, bevor es bricht.

GUT ZU WISSEN

Haarausfall im Rhythmus der Jahreszeiten

Im Gegensatz zu vielen Säugetieren durchläuft der Mensch keinen wirklichen „Fellwechsel“, obwohl sich von der Jahreszeit abhängig stärkere und schwächere Tendenzen im Haarwachstum feststellen lassen.
Im Herbst jedoch weist auch der Mensch eine dem Fellwechsel ähnliche Phase auf, in der die Haare langsamer wachsen und zahlreicher ausfallen. Ein Verlust der doppelten Haarmenge wie im Sommer kann im Herbst normal sein. Dieser Zustand dauert i. d. R. nur einige Wochen an und kann als Umstellung des Körpers auf die Winterzeit verstanden werden.

Das Haar und seine Wachstumsphasen

Der dreiphasige Wachstumszyklus des menschlichen Kopfhaars ist Haar:Wachstumsphasenasynchron: Jeder Haarfollikel folgt einem eigenen Rhythmus. Teilungsaktivität und Dauer der Wachstumszyklen sind hormonell beeinflusst. Ein Haarfollikel kann etwa 10- bis 12-mal ein Haar bilden, wobei die einzelnen Wachstumsphasen des Haars bis zu 6 J. andauern können (Tab. 13.1).
Wachstumsphase (anagene Phase)
Die für die Produktion von Haarfasern zuständigen Papillen steuern das Haarwachstum. Sie liegen ca. 3–4 mm tief in der Kopfhaut und versorgen den gesamten Haarfollikel mit Blut und allen Nährstoffen, die für das Haarwachstum benötigt werden. Die Zellen der Haarmatrix teilen sich etwa 5-mal so schnell wie normale Hautzellen. Das durchschnittliche Wachstum eines Anagenhaars beträgt im Durchschnitt etwa 1 cm/Mon. Wie alle proliferierenden Zellen sind auch die Zellen der Haarmatrix sehr empfindlich ggü. Stoffwechselstörungen aller Art (z. B. durch suboptimale Ernährung, Medikamente o. Ä.) und reagieren hierauf mit verminderter Zellteilungsgeschwindigkeit und somit verlangsamtem Wachstum.
Übergangsphase (katagene Phase)
Nach der Wachstumsphase schließt sich eine mehrwöchige Übergangsphase an, in der die Nährstoffversorgung durch die Gefäße der Haarpapillen allmählich eingestellt wird. Hierdurch verlangsamt sich die Zellteilung, bevor sie gänzlich stoppt. Die Haarwurzel beginnt zu verhornen.
Ruhephase (telogene Phase)
Die Ruhephase beginnt mit der Verdickung der Haarzwiebel; so entsteht das Kolbenhaar, das noch im Haarbalg steckt. Nach ca. 2–4 Mon. bildet sich die Haarpapille auf ihr normales Maß zurück und nimmt ihre Funktion wieder auf: Es bildet sich ein neuer Haarkeim. Beim natürlichen Haarwechsel wird das nur noch locker in der Kopfhaut sitzende Kolbenhaar durch mechanische Einflüsse wie Kämmen oder Waschen, aber auch durch den Schub des nachwachsenden Haars von der Haarpapille gelöst. Das nachwachsende neue Haar durchläuft wieder alle drei Wachstumsphasen.

INFO

Das TrichogrammTrichogramm, der klassische HaarwurzelstatusHaarwurzelstatus, ist eine standardisierte lichtmikroskopische Untersuchung der Wurzeln epilierter (ausgezupfter) Haare. Es gibt Auskunft über das zahlenmäßige Verhältnis von Anagen-, Telogen- und Katagenhaaren. Damit lässt sich die Stärke des Haarausfalls zum Zeitpunkt der Untersuchung feststellen. Darüber hinaus können dystrophische Haare identifiziert werden, die durch eine Beeinträchtigung der Wachstumsphase entstehen (z. B. infolge von Infekten, Organerkr. oder durch Einnahme bestimmter Medikamente).

Ursachen

Ein gestörter Haarwuchs und der dadurch bedingte Haarausfall können unterschiedliche Gründe haben. Eine suboptimale Versorgung mit Mikronährstoffen kann ebenso Ursache des Haarausfalls sein wie hormonelle Veränderungen, akute Stress-Situationen, die Einnahme bestimmter Medikamente oder eine Intoxikation mit Schwermetallen.

Suboptimale Mikronährstoffversorgung

Wie jedes Körpergewebe benötigt auch das Haar für ein gesundes Haarwachstum spezifische Aminosäuren und Mikronährstoffe. Haarausfall:UrsachenDie Anagenphase, die sich durch eine hohe proliferative und metabolische Aktivität auszeichnet, reagiert äußerst sensibel auf eine Reduktion des Angebots von Nährstoffen, die für die Keratin-Synthese notwendig sind. Ein unzureichender Versorgungsstatus ist gerade bei Frauen häufig die Ursache für ein diffuses Effluvium. Für gesundes Haarwachstum sind insb. Eisen, Kupfer, Zink und Jod wichtig. Darüber hinaus werden weitere Mikronährstoffe für das Haarwachstum benötigt, die z. B. als Bestandteil von Enzymen die Zellteilung und den Strukturaufbau gewährleisten. Bei den Aminosäuren spielt CystinCystin (Disulfid aus L-Cystein) eine besonders wichtige Rolle.
Die Beurteilung der Mikronährstoffversorgung bzw. der Ausschluss von spez. Defiziten sollte deshalb der erste diagnostische Schritt zur Abklärung von Haarausfall sein.

INFO

Aminosäuren sind in besonderer Weise am Aufbau der Haare beteiligt. Die von ihnen ausgebildeten Tertiärstrukturen sorgen dafür, dass das Haar hart und gleichzeitig elastisch – also fest und dennoch formbar – bleibt.

Latente Azidose

Der als latente Azidose Haarausfall:Ursachenoder chronische Gewebsübersäuerung bezeichnete Zustand bezieht sich nicht auf den pH-Wert des Blutes, dessen Veränderung prinzipiell ernsthafte Komplikationen nach sich zieht, sondern vielmehr auf die Verminderung der Gesamtpufferkapazität durch vermehrte Inanspruchnahme der Basenreserven. Auch eine latente Azidose kann Ursache von Haarausfall sein und sollte deshalb labordiagnostisch ausgeschlossen werden.

Hormonelle Störungen

Der Behaarungstyp eines jeden Menschen ist genetisch festgelegt und kommt erst im Laufe des Lebens durch hormonellen Einfluss (insb. durch Geschlechtshormone) zum Ausdruck. Unphysiologische Veränderungen des Hormonspiegels, z. B. durch eine beeinträchtigte Schilddrüsenfunktion, können daher Störungen des Haarwachstums bzw. vermehrten Haarausfall nach sich ziehen. Aber auch physiologische Veränderungen des Hormonspiegels (z. B. während Schwangerschaft und Stillzeit) können zu vermehrtem Haarausfall führen. Haarausfall:Ursachen
Alopecia androgenetica
Die Alopecia Alopecia:androgeneticaandrogenetica ist ein weit verbreitetes Phänomen ohne Krankheitsaspekt. Sie beruht auf einer polygen verursachten erhöhten Empfindlichkeit der Haarfollikel auf Androgene bzw. auf einer erhöhten Menge an freiem Testosteron im Blut.
Interessanterweise kommt es bei Pat. mit Hormonmangel nicht zur Glatzenbildung. Diese Beobachtung wurde schon in der Antike bei Eunuchen gemacht.
Hormonell bedingter Haarausfall bei Männern
Der Grund für den charakteristischen kranzförmigen Haarausfall ist bisher ungeklärt. Vermutlich reagieren die Haarfollikel in den Seitenbereichen des Schädels weniger empfindlich auf das männliche Sexualhormon Dihydrotestosteron (DHT). Die Alopecia androgenetica wird polygen vererbt. Deshalb ist es nahezu unmöglich, den Verlauf des vererbten Haarausfalls vorherzusagen.
Zur Symptomlinderung hat sich die operative Haarverpflanzung bewährt. Hierbei werden von einer beharrten Körperstelle Haarfollikel in die Kopfhaut transplantiert.
Hormonell bedingter Haarausfall bei Frauen
Generell verringert sich die Haarmenge bei Frauen zwischen dem 50. und 70. Lj. um ca. 20 %. Der Vorgang ist vollkommen normal und kein Grund zur Beunruhigung. Bei Frauen, die zu viel Testosteron bilden, führt dessen Abbauprodukt zu einem hormonell bedingten Haarausfall.
Die Überproduktion kann erblich bedingt sein, tritt aber auch während der Wechseljahre auf, in denen der Anteil weiblicher Hormone als Gegenspieler des Testosterons rückläufig ist (Alopecia Alopecia:climacteriaclimacteria).

GUT ZU WISSEN

Beruflich erfolgreiche Frauen produzieren aufgrund von Stress vermehrt Testosteron. Bewusste Entspannung und Ruhephasen sind sinnvolle Strategien, die dem so bedingten Haarausfall gut entgegenwirken können.

Alopecia postpartualis
Nach einer Schwangerschaft und während der Stillzeit kann es zu vermehrtem Haarverlust (postpartales Effluvium) kommen, der zunächst nicht besorgniserregend ist. Die während der Schwangerschaft auftretenden hormonellen Veränderungen werden maßgeblich durch die erhöhten Mengen an Estrogenen bestimmt. Estrogen stimuliert 9 Mon. lang hauptsächlich die Wachstumsphase des Haars, sodass dessen Lebenszyklus verlängert wird. Somit sind die verschiedenen Phasen, die beim normalen Haarwachstum ablaufen, in der Schwangerschaft durch den Einfluss des Estrogens deutlich länger. Die Haare fallen deshalb trotz Erreichen ihres eigentlichen Lebensalters nicht aus, sondern wachsen weiter. In dieser Zeit, insb. kurz vor der Entbindung, haben Frauen meist volles und schönes Haar. Mit der Geburt sinkt der Estrogen-Spiegel stark ab, und das Haar geht nach der Ruhephase in die Telogenphase über. Sie kann zu verschiedenen Zeitpunkten einsetzen und individuell unterschiedlich lang andauern. Oft wird das Haar erst 2–3 Mon., manchmal erst 6 Mon. nach der Entbindung lichter.Alopecia:postpartualis

INFO

Da jede Schwangerschaft sowie die Stillzeit mit einem erheblichen Anstieg des Mikronährstoffbedarfs einhergehen, empfiehlt es sich auch i. R. der Schwangerschaftsprävention, die Mikronährstoffversorgung der werdenden Mutter zu überwachen. So kann der Schwangerschaftsverlauf nicht nur optimal begleitet, sondern einem nutritiven Haarausfall auch rechtzeitig vorgebeugt werden.

Schilddrüsenstörungen
Haarausfall kann sowohl Folge einer Hypo- oder Hyperthyreose sein. Die Intensität entsprechender Beschwerden korreliert jedoch nicht mit dem Grad der Schilddrüsenstörung. Es können sowohl schwere Schilddrüsenfunktionsstörungen ohne nennenswerte Veränderungen im Bereich der Haare auftreten als auch leichte Funktionsstörungen, die bereits zu deutlichen Veränderungen des Haarkleids führen.

Fibrosierende (narbige) Alopezie

Wenn durch Entzündungen, Autoimmunerkrankungen, tiefe Infektionen oder Traumata wie z. B. Verbrennungen die Haarfollikel vollständig zerstört wurden, kommt es zu einem irreversiblen Haarausfall. Eine therapeutische Beeinflussung ist hier nicht mehr möglich.Alopezie:fibrosierende (narbige)

Alopecia areata

Bis heute sind die Ursachen der Alopecia Alopecia:areataareata ungeklärt. Aktuelle Forschungsergebnisse lassen einen Autoimmunprozess vermuten, bei dem Autoantikörper gegen Haarwurzeln gebildet werden. Bioptische Untersuchungen oder die Auswertung von Trichogrammen zeigen meist eine kolbenförmig verformte Haarwurzel (Kolbenhaar) und einen deutlich verdünnten Haarschaft.
Auch wenn die Ätiologie noch weitgehend unklar ist, hat sich die Optimierung der haarspezifischen Mikronährstoffversorgung bewährt. Zu ihrer Beurteilung empfiehlt sich eine Analyse der haarrelevanten Mikronährstoffe.

Toxisch bedingter Haarausfall

Alopecia medicamentosa
Als typisches Beispiel des medikamentenbedingten Alopecia:medicamentosaHaarausfallsHaarausfall:Ursachen ist die Chemotherapie zu nennen. ZytostatikaZytostatika, Haarausfall führen zu einer Hemmung der Zellteilung auch in der Haarwurzel, woraus sich ein symptomatisches diffuses Effluvium vom dystrophischen Typ entwickelt.

INFO

Auch Medikamente können eine diffuse Alopezie:diffuseAlopezie auslösen, wobei das Kopfhaar häufiger betroffen ist als Achsel- und Schambehaarung. Neben den bekannten Nebenwirkungen der Zytostatika können gängige Medikamente wie Antikoagulanzien, Betablocker, Lipidsenker, Retinoide, Thyreostatika und orale Kontrazeptiva mit androgener Partialwirkung zu Haarausfall führen. Es kann medikationsbedingt z. B. zu Störungen des Verhornungsprozesses kommen, zur Beeinflussung des Blutflusses im Papillarlager, zu Komplexbildungen zwischen essenziellen Spurenelementen und Medikament, sodass diese dann dem Haar nicht mehr zur Verfügung stehen.

Unter dem Stichwort Haarausfall ist in der Arznei-Telegramm-Publikation „Vom Verdacht zur Diagnose“ eine Vielzahl von Medikamenten aus fast allen Bereichen der Medizin aufgeführt. In unklaren Situationen sollte stets die Medikation des Pat. auf ein entsprechendes Nebenwirkungspotenzial überprüft werden: Unter www.arzneitelegramm.de http://www.arznei-telegramm.dekann auf einfachem und schnellem Wege eine Recherche durchgeführt werden.

Schwermetallvergiftung
Auch die Vergiftung mit Thallium, HaarausfallThallium, Blei:HaarausfallBlei, Kadmium:HaarausfallKadmium oder Quecksilber:HaarausfallQuecksilber zieht eine Störung des Haarzyklus in der Anagenphase nach sich. Schwermetallbelastungen:HaarausfallSchwermetalle zirkulieren nur relativ kurzfristig im Blut und entziehen sich somit insb. bei chron. Exposition der DiagnostikHaarausfall:Ursachen. Eine ausschließliche Bestimmung der Metalle im Vollblut oder Urin ist nur bei akuten Vergiftungen sinnvoll. Zur Beurteilung einer etwaigen Schwermetallbelastung sind daher eine Urin-Porphyrindiagnostik oder ein sog. Mobilisationstest heranzuziehen, der durch eine medikamentöse Mobilisation der Schwermetalldepots zu einer messbar erhöhten Ausscheidung diverser Metalle führt (z. B. DMPS-Mobilisationstest; Näheres zur Diagnostik von Schwermetallbelastungen 9.4).
Haarausfall durch Umwelteinflüsse?
Die Bedeutung umwelttoxikologischer Einflüsse ist seit Jahrzehnten Gegenstand intensiver, nicht selten sehr emotional geführter DiskussionenHaarausfall:Ursachen. Allerdings ist eine Objektivierung des Themas trotz der erheblich verbesserten analytischen Möglichkeiten nach wie vor äußerst schwierig. Häufig bringen Pat., die über vermehrten Haarausfall klagen, ihr Leiden mit Umweltbelastungen in Verbindung. Die derzeitige Datenlage lässt es allerdings als unwahrscheinlich erscheinen, dass die xenobiotischen Belastungen, die durch allg. Umwelteinflüsse zu erwarten sind, explizit zu vermehrtem Haarverlust führen. Hier wären i. d. R. Giftkonzentrationen zu erwarten, wie sie bei „toxischen Verletzungen“ (z. B. industrielle Exposition) üblich sind. Allerdings ist zu bedenken, dass die korrekte Einschätzung der klin. Relevanz einer nachgewiesenen Xenobiotika-Belastung ohne Berücksichtigung der biochemischen Individualität des Pat. unzureichend ist.

GUT ZU WISSEN

Die Fähigkeit des Organismus, Toxine zu metabolisieren, hängt maßgeblich von seiner genetischen Ausstattung ab. So können zwei Menschen, die in gleicher Art und Weise toxisch belastet wurden, völlig unterschiedlich auf dieses Ereignis reagieren: Der eine erleidet toxische Schäden, der andere bleibt gesund. Damit stellt sich natürlich die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Grenzwertdiskussion, ist es doch nicht allein das toxische Substrat, das es zu beurteilen gilt. Mindestens genauso bedeutsam sind die individuellen biochemischen Reaktionsmuster, die in die Beurteilung einbezogen werden müssen.

Hinsichtlich der Giftwirkung kommt es somit nicht nur darauf an, in welcher Konzentration und wie lange ein Gift einwirkt. Ebenso große Bedeutung kommt der Fähigkeit des Organismus zu, toxische Stoffe zu metabolisieren und ausscheidungsfähig zu machen sowie körpereigene Strukturen vor Giften und ihren Metaboliten zu schützen.

INFO

Um die individuelle biochemische Entgiftungsleistung zu beurteilen und ggf. ein gezieltes Therapieregime einzuleiten, kann mithilfe moderner Laborparameter ein aussagekräftiges Screening durchgeführt werden (9).

Stress

Stress:HaarausfallStress kann eine Kaskade von lokalen molekularen Ereignissen auslösen, die Entzündungen am Haarfollikel nach sich ziehen und so zum Haarausfall führen. Dank der Erkenntnisse aus der Psychoneuroendokrinologie konnten die Auswirkungen von negativem Stress am Haarfollikel inzwischen am Tiermodell nachgewiesen Haarausfall:Stresswerden.
Jeder Haarfollikel wird von einem dichten Nervenfasernetzwerk umgeben, das hohe Konzentrationen neuronaler Botenstoffe enthält. Disstress verändert Anzahl und Aktivität dieser Nervenfasernetzwerke. Tritt eine Veränderung der Aktivität während des Übergangs der Haarfollikel aus der anagenen in die katagene Phase auf, so kommt es zur Aktivierung ortsansässiger Mastzellen, lokaler neurogener Entzündung, Apoptose im Haarfollikelepithel und letztlich zum vorzeitigen Stopp des Haarwachstums.
Über die Bestimmung von Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin und Serotonin lassen sich dekompensierte Stress- und Belastungssituationen objektivieren.
Die gleichzeitige Bestimmung von Kortisol und DHEA ermöglicht die Beurteilung des Kortisol-DHEA-Kortisol-DHEA-QuotientQuotienten als aussagekräftigem Stress:IndikatorenStressindikator: Unter Stresszuständen fällt der DHEA-Spiegel ab, während der Kortisol-Spiegel ansteigt.
Der Neurotransmitter-Stoffwechsel ist empfindlicher von der Nährstoffversorgung abhängig, wobei hier interessanterweise auch diejenigen Nährstoffe involviert sind, die ebenfalls für ein gesundes Haarwachstum essenziell sind (B-Vit., Vit. C und D, Eisen, Zink, aber auch Magnesium sowie die Aminosäuren Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan).

Anderweitige körperliche Veränderungen oder Einflüsse

Unabhängig von den hier dargestellten nutritiven oder hormonellen Gründen gibt es weitere Ursachen, die zu einem meist vorübergehenden Haarausfall führen können. Dabei handelt es sich um Einflüsse, die die telogene Phase des Haarwachstums verlängern oder auch eine Veränderung der Anagenphase nach sich ziehen können. Auslösend wirken hohes Fieber, Lebererkr., konsumierende Erkr., plötzliche Hungerphasen (auch sehr restriktive Diäten), Unfall- oder Operationstraumen oder schwerer emotionaler Stress.
Besteht der Haarverlust seit weniger als 6 Mon., ist von „akutem diffusem Haarausfall“ auszugehen, dessen Ursachen entsprechend den eben aufgeführten Ereignissen ca. 3–4 Mon. zurückliegen. Bei länger bestehendem Haarausfall sind allgemeinmedizinische Störungen, wie oben aufgeführt, zu vermuten. Zur ersten Orientierung empfehlen sich die gängigen klin.-chemischen Parameter.

Symptomatik

Aus biologischer Sicht stellen Haare für den Menschen nur noch eine rudimentäre Struktur dar, da das Haarkleid z. B. als Wärmeisolierung oder Schutz vor Sonneneinstrahlung heute eine untergeordnete Rolle spielt. Doch in fast allen Kulturen kommt den Haaren eine große ästhetische Bedeutung zu. „Schöne“ Haare zu haben bedeutet gesund, gepflegt und attraktiv zu sein. So hat der für den Organismus an sich harmlose Haarausfall für Selbstwahrnehmung und emotionale Stabilität einen überproportionalen Stellenwert, was nicht selten zu psychischen Störungen führen kann.
Vor diesem Hintergrund scheuen viele Pat. im Kampf gegen den vermehrten Haarausfall weder Kosten noch Mühen. Überwiegend wird in hochpreisige Produkte für äußerliche Anwendungen und Kosmetika investiert, obwohl der Haarausfall vielfach durch nutritive Dysbalancen und hormonelle Störungen verursacht wird, die sich labordiagnostisch einfach nachweisen lassen.
Je nach zugrunde liegender Ursache kann der Haarausfall:ErscheinungsformenHaarausfall unterschiedliche Erscheinungsformen annehmen:
  • Mikronährstoffmangel und Medikamenteneinnahme können zu diffuser Alopezie:diffuseAlopezie führen.

  • Als Ausdruck einer gesellschaftlichen Normvariante sind 60–80 % der europäischen Männer von der Alopecia Alopecia:androgeneticaandrogenetica betroffen:

    • 80 % weisen „Geheimratsecken“, Tonsuren (das Haar am Hinterkopf lichtet sich kranzförmig) bis hin zur Glatze auf.

    • 20 % zeigen ein Mittelscheitel-Lichtungsmuster bei sonst normaler Haardichte im Schläfen- und Hinterkopfbereich.

  • Bei Frauen ist ein Mittelscheitel-Lichtungsmuster durchaus typisch. Der Haarausfall beginnt als Ausdünnung von der Scheitellinie aus, die sich in den Stirn- und Seitenbereich erstrecken kann. Im Extremfall kann es sogar zur Glatzenbildung kommen.

  • Sowohl Hyper- als auch Hypothyreosen können ein beschleunigtes Haarwachstum provozieren. Dies führt dazu, dass das Haar dünn und brüchig, oft auch matt und stumpf wird. Die Haare erreichen nur eine geringe Länge, da sie früher in die Ruhephase eintreten. Hierdurch kann es zu verstärktem Haarausfall kommen, der sich nicht nur auf das Kopfhaar beschränkt, sondern auch Augenbrauen und Körperbehaarung betrifft.

  • Der kreisrunde Haarausfall (Alopecia Alopecia:areataareata) ist mit einem gesellschaftlichen Gesamtvorkommen von 1 % eine häufige Erscheinung. Der Haarverlust ist nicht altersspezifisch, tritt aber mit einer relativen Häufung zwischen dem 20. und 30. Lj. auf. Die Alopecia areata zeigt sich mit münzgroßen, typischerweise kreisrunden kahlen Stellen. Bei genauerer Betrachtung der betroffenen Hautstelle sind die Haarwurzelkanäle als winzige Pünktchen sichtbar. Im Randgebiet sind abgebrochene Haarstümpfe („Ausrufezeichen“-Haare) zu erkennen.

Diagnostik

Mikronährstoffe Haar

Um einen durch Mikronährstoffmangel bedingten Mikronährstoff-Profil:HaarausfallHaarausfallHaarausfall:Diagnostik auszuschließen, sollten verschiedene haarrelevante Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine überprüft werden. Eine hämatokritkorrelierte Vollblutdiagnostik der zumeist intrazellulär vorliegenden Mineralstoffe und Spurenelemente ist einer Serumanalyse vorzuziehen. Optimal ist eine Ergänzung der Diagnostik durch Erhebung des Aminosäure-Status, um die ausreichende Versorgung insb. mit schwefelhaltigen Aminosäuren zu überprüfen.
Präanalytik
Probenmaterial:
  • Mikronährstoff-Profil inkl. B6, Folsäure, Glutathion: 1 × Heparin, 2 × EDTA

  • Vit. B12, Vit. E, Biotin: 1 × Serum

  • Aminosäuren im Serum: 1 × Aminosäuren-Spezialröhrchen

Besonderheiten:
Die Blutabnahme sollte nüchtern erfolgen.
  • Zentrifuge in der Praxis vorhanden: Monovetten oder Vacutainer-System: 1 × Serum mit Stabilisator oder gefroren

    • Gewinnung des Serums durch Zentrifugation.

    • 1, 6 ml Serum aspirieren und in das dem Testset beigelegte Röhrchen mit Stabilisator umfüllen.

    • Deckel schließen und die Probe durch kräftiges Schütteln sorgfältig mischen.

    • Alternativ kann das abpipettierte Serum auch in ein neutrales Serum-Röhrchen umgefüllt und eingefroren (mind. 4–5 h bei –20 °C) und mit Kühlbox per Express versandt werden.

  • Keine Zentrifuge in der Praxis vorhanden: Vacutainer: 3 × Heparin-Plasma mit StabilisatorMonovetten: nicht möglich, alternativ 3 × Vacutainer-Heparin mithilfe eines Adapters gewinnen

    • Damit sich die zellulären Bestandteile absetzen können, Heparin-Röhrchen 1 h senkrecht aufstellen.

    • Aus bis zu 3 Heparin-Röhrchen insgesamt 1, 6 ml Serum aspirieren und in das dem Testset beigelegte Röhrchen mit Stabilisator umfüllen.

    • Deckel schließen und die Probe durch kräftiges Schütteln sorgfältig mischen.

Lagerung & Transport:
  • Lagerung aller Proben bei RT

  • Bei Lagerung über Nacht wird die Kühlung des Serums empfohlen (2–8 °C).

  • Versand aller Blutröhrchen in den mitgelieferten Umröhrchen auf dem Postweg möglich.

  • Ausnahme: Tiefgefrorene Serum-Proben (Aminosäuren) sollten in einer Kühlbox per Express versandt werden.

  • Zentrifugiertes Serum mit Stabilisator kann bei RT aufbewahrt und über den Postweg versandt werden.

Befundinterpretation
Die Bedeutung eines Defizits der verschiedenen haarrelevanten Nährstoffe ist Tab. 13.2 zu entnehmen.

Hormone Haar

Zum Ausschluss hormonell bedingten Haarausfalls wird die Überprüfung der Schilddrüsen-, Sexual- und Stresshormone Hormone HaarempfohlenHaarausfall:Diagnostik.
Präanalytik
Probenmaterial: Serum
Besonderheiten: Keine
Lagerung & Transport: Lagerung bei RT
Bei Lagerung über Nacht wird die Kühlung des Serums empfohlen (2–8 °C)
Versand im mitgelieferten Umröhrchen auf dem Postweg möglich
Befundinterpretation
Ein Überschuss an den männlichen Sexualhormonen Dihydrotestosteron Dihydrotestosteronund Testosteron Testosteronweist auf eine Alopecia androgenetica hin (Abb. 13.1), die typischerweise mit einem charakteristischen kranzförmigen Haarausfall einhergeht. Diese Art des Haarausfalls ist i. d. R. polygen vererbt. Therapeutisch hat sich eine operative Haartransplantation bewährt.

Medikation/Therapie

Die Zusammenstellung der nachstehend aufgeführten Präparate zur naturheilkundlichen Prävention und Therapie von Haarausfall ist als Anregung zu verstehen und stellt kein aufeinander abgestimmtes Therapiekonzept dar. Bei der individuellen Auswahl der Präparate für den Pat. sind ggf. vorhandene Kontraindikationen zu berücksichtigen (s. Beipackzettel des jeweiligen Herstellers).
Indikationen, Zusammensetzung, Dosierungs- und Anwendungsempfehlungen s. Anhang Tab. A–Z.

THERAPIEEMPFEHLUNGEN

  • Haarausfall:TherapieempfehlungenPanto-H-Panto-H-Gena:IndikationGena (Biogena)

  • Coralicea®:IndikationCoralicea® (Biogena)

  • D-Biotin D-Biotin Formula:IndikationFormula (Biogena)

  • L-Methionin L-Methionin 375:Indikation375 (Biogena)

  • ZinkcitratZinkcitrat:Indikationen (Biogena)

Wichtige Informationen zum Weiterbetrieb der Medizinwelt