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B978-3-437-56323-2.00004-8

10.1016/B978-3-437-56323-2.00004-8

978-3-437-56323-2

Abstammung blutbildender Zellen (HämatopoeseHämatopoese)

[V574]

Befund: Lymphozyten-SubpopulationenLymphozyten:Subpopulationen

[V574]

Befund: 3HT-Multi-Memory-3HT-Multi-Memory-Screen®:Befund(interpretation)Screen®

[V573]

Befund: 3HT-Memory-Spot® Immunkompetenz3HT-Memory-Spot®:Immunkompetenz

[V573]

Befund: NK-Zell-Tumor-Killing-Test:Befund(interpretation)Funktion Natürliche Killerzellen:Aktivität

[V573]

Schematische Struktur von Mannosebindendes Lektin:StrukturMBL

[V574]

Effekt von Mikronährstoff-Defiziten im Mikronährstoffe:Defizite und ImmunsystemeffekteImmunsystem

Tab. 4.1
Aminosäuren Vit. A Vit. B6 Vit. B5 Vit. C Folsäure Vit. E Vit. D Cu Mg Fe Se Zn
Phagozytose
Bakterizidie
Komplement
Lymphozytenzahl
T-Lymphozyten
Lymphozyten-Proliferation
Ig-Synthese
Zytokine

Die im 3HT-Memory-Spot® 3HT-Memory-Spot®:ImmunkompetenzImmunkompetenz eingesetzten Pokeweed-MitogenPhytohämagglutinin (PHA)Concanavalin AMitogene

Tab. 4.2
Mitogen Stimulation von
Phytohämagglutinin (PHA) T-Zellen
Concanavalin A (ConA) T-Zellen
Pokeweed-Mitogen (PWM) T- und B-Zellen
Staphylococcus-aureus-Stamm
Cowan I (SAC)
B-Zellen

Normwerte für die IgG-Subklassen nach Alter

Tab. 4.3
Alter IgG1 (g/l) IgG2 (g/l) IgG3 (g/l) IgG4 (g/l)
Bis 1 J. - - - < 0,008
Bis 2 J. 2,2–7,2 0,50–1,8 0,16–0,96 < 0,408
Bis 4 J. 2,7–8,1 0,65–2,2 - -
Bis 6 J. 3,0–8,4 0,70–2,55 0,17–0,97 0,017–1,157
Bis 12 J. 3,7–9,1 0,85–3,30 0,20–1,01 -
Bis 109 J. 2,8–8,0 1,15–5,70 0,24–1,25 2,8–8,0

Immunstörungen und Infektanfälligkeit

Definition

ImmundefekteDie Evolution hat in vielen Mio. Jahren ein hoch differenziertes und anpassungsfähiges Immunsystem, FunktionenImmunsystem hervorgebracht. Es ist eines der größten und komplexesten „Organe“ unseres Organismus und hat die Aufgabe, uns vor Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten), Fremd- und Schadstoffen, Toxinen sowie maligne entarteten Zellen zu schützen. Es kann zwischen „körpereigen“ und „körperfremd“ differenzieren. Die Prozesse, die das Immunsystem davor schützen, eine zerstörerische Selbstreaktivität zu entfalten, werden als ToleranzToleranz bezeichnet.
Die einzelnen Funktionen des Immunsystems lassen sich grob in unspezifische und spezifische Immunantworten einteilen. Das entwicklungsgeschichtlich ältere angeborene Immunsystem wird als unspezifisch bezeichnet, da es unabhängig vom eindringenden Erreger aktiviert wird. Hierzu zählen der Schutz der Haut, das Komplementsystem und weitere unspezifische Mediatoren wie z. B. Interleukine (IL) und Interferone (IFN).
Auf zellulärer Ebene kommen den LymphozytenLymphozyten dabei wichtige Aufgaben im Verlauf der spezifischen und unspezifischen Immunabwehr zu. Granulozyten, Monozyten und NK-Zellen gehören zum unspezifischen Immunsystem, wobei letztere eine Zwischenposition zum spezifischen Immunsystem einnehmen.

GUT ZU WISSEN

Die Antworten des spezifischen adaptiven Immunsystems spiegeln sich in den Reaktionen der T- und B-Lymphozyten. Diese Zellen können hochspezifisch auf Antigene reagieren und klonal expandieren, sodass sehr effektive Antworten und Gedächtnisreaktionen möglich werden. Die Feinjustierung der spezifischen zellulären Immunantwort erfolgt hierbei durch das Zusammenspiel von verschiedenen Zytokinen mit der Aktivität regulatorischer T-Lymphozyten.

Aufgrund ihrer vielfältigen funktionellen Ausprägungen bilden die einzelnen Lymphozyten-Subpopulationen fundamentale Funktionseinheiten der zellulären Immunachse. Störungen in diesem komplexen Zusammenspiel gehen mit einer erhöhten InfektanfälligkeitInfektanfälligkeit einher.

Die Hämatopoese

Sämtliche zellulären Blutkomponenten stammen von pluripotenten hämatopoetischen Zellen des Knochenmarks ab. Diese Stammzellen sind zur ständigen Selbsterneuerung fähig und können zu unterschiedlichen Zelltypen differenzieren.
Aus myeloischen Vorläuferzellen (Progenitorzellen) können folgende Zellen entstehen: Megakaryozyten, die sich weiter zu Thrombozyten entwickeln; Erythroblasten, die weiter zu Erythrozyten differenzieren; Myeloblasten, die sich zu neutrophilen, eosinophilen oder basophilen Granulozyten weiterentwickeln; Monoblasten (monozytäre Vorläufer), die zu Monozyten und dendritischen Zellen differenzieren.
Da Granulozyten, Monozyten und dendritische Zellen die Fähigkeit besitzen, Partikel und Mikroorganismen aufzunehmen, werden sie auch als Phagozyten bezeichnet. Stammzellen können nicht nur in myeloische, sondern auch in lymphatische Progenitorzellen differenzieren. Diese bilden die Vorläufer für sämtliche lymphozytären Zellen und differenzieren weiter zu NK-, B- und T-Zellen sowie deren Subpopulationen (Abb. 4.1).

INFO

Die Abkürzung CD steht für Cluster of Cluster of Differentiation (CD)Differentiation und bezeichnet bestimmte Oberflächenmerkmale von Zellen, die sich nach biochemischen oder funktionellen Kriterien ordnen lassen. Bei den CD-Molekülen handelt es sich meist um membrangebundene Glykoproteine, die teilweise zellspezifisch exprimiert werden und verschiedenste Funktionen haben können: So kann man die Zellen anhand der Expression von CD-Molekülen in verschiedene Subpopulationen einteilen. Einige CD-Moleküle haben Rezeptor- oder Signalfunktion, während für andere eine enzymatische Aktivität nachgewiesen wurde; darüber hinaus wird einigen Clustermolekülen eine zentrale Rolle bei der interzellulären Kommunikation zugeschrieben.

Lymphozyten-Subpopulationen: T-Zellen, B-Zellen und NK-Zellen

T-Lymphozyten (CD3+)
Unter den Lymphozyten des peripheren Blutes stellen T-(Thymus)-Lymphozyten üblicherweise den größten Anteil dar. Sie zeichnen sich durch den T-Zell-Rezeptor und den Oberflächenmarker CD3 aus. Die Vorläuferzellen der T-Lymphozyten stammen aus dem Knochenmark und wandern zur Reifung und Prägung in den Thymus. Dort differenzieren sie zu CD4+- oder CD8+-T-Zellen mit verschiedenen Funktionen und treten ins Lymph- und Blutgefäßsystem ein.
Lymphozyten:SubpopulationenT-Lymphozyten T-Lymphozyten:Funktionenhaben vielfältige Funktionen: Sie sind u. a. in die Immunabwehr gegen Pilzinfektionen, virale Infektionen oder Tumorzellen involviert. Sie werden in CD4+-T-Helferzellen, CD8+-T-Zellen sowie verschiedene Sonderformen unterteilt.
CD4+-T-Helferzellen
Die T-Helferzellen tragen neben dem CD3-Molekül den Oberflächenmarker CD4.CD4+-T-Helferzellen In der zellulären Immunabwehr nehmen sie eine zentrale Stellung ein: Sie erkennen Antigene, die ihnen an der Oberfläche von antigenpräsentierenden Zellen (z. B. Monozyten, Makrophagen und B-Lymphozyten) in Verbindung mit MHC-II-Molekülen (HLA-II) präsentiert werden. Sie unterstützen die Differenzierung und Funktion von suppressorischen und zytotoxischen T-Zellen sowie B-Zellen. Außerdem verstärken Helferzellen die Funktion von NK-Zellen, Monozyten und Granulozyten. Durch die Sekretion verschiedener Zytokine wirken sie auf das Knochenmark und beeinflussen so die Hämatopoese. Abhängig vom gebildeten Zytokinspektrum unterscheidet man:
  • TH1-Zellen,TH1-Zellen die durch die Ausschüttung der Zytokine INF-γ und IL-2 die zelluläre Immunantwort aktivieren

  • TH2-Zellen,TH2-Zellen die Zytokine sezernieren, welche die humorale Immunität modulieren können. Leitzytokine der TH2-Antwort sind IL-4, IL-5 und IL-10.

CD8+-T-Zellen
CD8+-T-Lymphozyten haben die Aufgabe, die Immunantworten zu kontrollieren.CD8+-T-Zellen Nach ihrer Aktivierung erscheinen auf ihrer Zelloberfläche bestimmte Aktivierungsmarker, woraufhin verschiedene Zytokine sezerniert werden. Die T-Lymphozyten reifen dann zu Effektorzellen mit spezifischer zytotoxischer Aktivität oder zu Memory-T-Lymphozyten aus. Sie kontrollieren T- und B-Lymphozyten, indem sie die Immunantwort modulieren. Außerdem hemmen CD8+-T-Lymphozyten die Antikörpersynthese der B-Lymphozyten und regulieren die Interaktion zwischen Helferzellen, Monozyten und B-Lymphozyten. Somit besitzen sie suppressorische Funktion und können vor einer überschießenden Immunreaktion schützen. Zusätzlich verfügen diese Zellen über zytotoxische Eigenschaften, die nach antigenspezifischer Erkennung ggü. virusinfizierten Zellen und Tumorzellen eingesetzt werden.

GUT ZU WISSEN

CD4/CD8-Quotient

CD4/CD8-QuotientFür eine funktionsfähige Immunabwehr ist ein ausgewogenes Verhältnis von CD4+- und CD8+-T-Zellen erforderlich. Der CD4/CD8-Quotient drückt dieses Verhältnis aus. Immundysregulationen können eine unausgeglichene Immunitätslage hervorrufen.
Die CD8+-T-Zellen lassen sich daher funktionell in weitere Populationen unterteilen:
  • Zytotoxische T-Zellen T-Zellen:zytotoxische(CD3+CD8+CD57+): Eine zytolytische Aktivität der CD3+CD8+-T-Zellen ist i. d. R. mit der Coexpression von CD57 gekoppelt. Hierdurch sind sie von den eher regulatorisch/suppressorisch wirkenden CD3+CD8+-T-Zellen, die kein CD57 exprimieren, unterscheidbar. Zytotoxische T-Lymphozyten können sowohl gegen virusinfizierte als auch entartete Zellen agieren. In der Entstehungsphase eines Tumors kann eine Erhöhung dieser Zellpopulation oft noch vor dem Anstieg von Tumormarkern eine Auseinandersetzung mit Tumorzellen signalisieren. Eine Erhöhung der zytotoxischen T-Zellen tritt jedoch auch unter immunstimulierender Therapie auf.

  • Regulatorisch-suppressorische T-Zellen T-Zellen:regulatorisch-suppressorische(CD3+ CD8+ CD57): Aufgabe dieser T-Lymphozyten ist die Kontrolle der Immunantwort durch eine Vielzahl an sezernierten Mediatoren (v. a. Zytokine). Regulatorisch-suppressorische T-Zellen kontrollieren T- und B-Lymphozyten, indem sie einen modulierenden Einfluss auf die Immunantwort ausüben. Welche Immunantwort induziert wird, hängt stark von der jeweiligen Kombination der freigesetzten Zytokine ab.

GUT ZU WISSEN

Quotient aus zytotoxischen und regulatorischen T-Zellen

Dieser Quotient gibt das Verhältnis von CD3+CD8+CD57+- und CD3+CD8+CD57-Zellpopulationen an. Während zytotoxische T-Zellen gegen virusinfizierte Zellen oder entartete Zellen vorgehen, besteht die Aufgabe der regulatorisch/suppressorisch wirkenden T-Zellen in der Kontrolle einer bestehenden Immunantwort. Das Verhältnis beider Populationen ist bei guter Abwehrlage ausgeglichen.
Sonderformen von T-Zellen
CD3+CD8+CD38+-aktivierte T-Zellen bei HIV-InfektionenHIV-Infektion, CD8+CD38+-T-ZellenDa es bei frischen HIV-Infektionen zu einem deutlichen Anstieg der CD8+CD38+-T-Zellen kommt, wird diese Zellpopulation für die Lyse HIV-infizierter Zellen verantwortlich gemacht. Eine Persistenz dieser Subpopulation spiegelt eine fortgeführte Immunantwort gegen das Virus wider. Eine erhöhte CD8+CD38+-T-Zellpopulation gilt als verlässlicher Prognosemarker für den Niedergang der CD4+-T-Zellen und das Fortschreiten der Erkr. Die Expression von CD38 korreliert bei frischen Infektionen mit der Viruslast und ist bei längeren Erkr. mit einer verminderten Überlebensrate assoziiert. Ein therapiebedingter Rückgang der Viruslast drückt sich i. d. R. auch durch einen Rückgang der CD38+CD8+-T-Zellen aus. Die Bestimmung dieser Zellen ist daher für das klin. Monitoring einer antiretroviralen Therapie gut geeignet. Weiterhin gilt die CD38-Expression als neg. prognostischer Faktor, der unabhängig von der Anzahl der CD4+-T-Zellen bestimmt werden kann: je höher der Anteil an CD8+CD38+-T-Zellen, desto schlechter die Prognose. Studien zeigen, dass das Risiko einer 3-Jahres-AIDS-Progression mit der CD38-Expression korreliert.
CD4+CD8+-doppelt positive T-ZellenT-Zellen:doppelt positiveVereinzelte T-Lymphozyten können sowohl CD4 als auch CD8 als Oberflächenmolekül tragen. Daher werden sie als doppelt positiv bezeichnet. Da solche Zellen bei rascher Proliferation gelegentlich vom Thymus aus vorzeitig ins Blut gelangen, werden sie auch als Prä-T-Lymphozyten bezeichnet. Mitunter können solche Zellen auch sekundär im Blut auftreten. Sie können sich dann z. B. aus ursprünglich CD8+-T-Lymphozyten rekrutieren. Insbesondere Virusinfektionen können bei CD8+-Zellen zur Coexpression des CD4-Moleküls führen.
CD4CD8-doppelt negative T-ZellenT-Zellen:doppelt negativeIn sehr frühen Reifestadien können T-Zellen im Thymus auftreten, die weder CD4 noch CD8 exprimieren. Sie gelangen u. U. ins periphere Blut, bevor sie zu CD4+- oder CD8+-T-Zellen differenzieren konnten. CD4CD8-doppelt negative Zellen haben i. d. R. regulatorischen Charakter. Etwa 25 % dieser doppelt negativen T-Zellen tragen den klassischen α-/β-T-Zell-Rezeptor (TZR), während ca. 75 % einen alternativen TZR aus einer γ- und einer δ-Kette aufweisen. Besonders CD4CD8-doppelt negative Zellen mit einem α-/β-TZR können Immunantworten unterbinden, indem sie auf bestimmte Effektor-T-Zellen zytolytisch einwirken.
NK-artige T-Zellen (CD3+CD16+CD56+)T-Zellen:NK-artigeDie Population der NK-artigen T-Zellen besteht aus T-Lymphozyten, die zusätzlich gewisse Eigenschaften von natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) aufweisen. Ihr Hauptmerkmal ist die gleichzeitige Expression von CD3 und CD56. Interessanterweise kann diese Population im Zuge einer Immunseneszenz zunehmen, während die Zellzahlen an NK-Zellen und NKT-Zellen altersbedingt absinken können.
Regulatorische T-Zellen (CD3+CD4+CD25+)Damit eine effektive Immunantwort nicht in eine überschießende und autoaggressive Immunreaktion übergeht, müssen die T-Helferzellen reguliert werden. Solche regulatorischen Funktionen werden von einer Untergruppe der CD4+-T-Zellen wahrgenommen, die als CD3+CD4+CD25+-T-Zellen charakterisierbar sind. Ein Mechanismus zur Unterdrückung einer Autoimmunreaktion ist die Deletion von unreifen T-Zellen im Thymus.
Da CD25 auch als Aktivierungsmarker fungiert, reicht eine Definition regulatorischer T-Zellen allein über diesen Marker nicht immer aus.
Tregs: CD3+CD4+CD25+CD127/dimRegulatorische T-Zellen spielen eine wichtige Rolle in der Steuerung immunologischer Abläufe bei Allergien, Autoimmunerkr. und Transplantationen. Allerdings kann eine phänotypische Charakterisierung dieser Zellen allein über die Expression von CD4 und CD25 nur unzureichend zwischen aktivierten T-Zellen und regulatorischen T-Zellen unterscheiden. Außerdem werden innerhalb der regulatorisch wirkenden T-Zellen natürliche und induzierte Formen unterschieden. Als zusätzlicher Marker für natürliche regulatorische T-Zellen kann CD127, die α-Kette des β-IL-7-Rezeptors (IL-7R), herangezogen werden. Diese Zellen zeichnen sich durch die Expression von CD3, CD4 und CD25 aus, während CD127 deutlich herunterreguliert ist.
NKT-Zellen (CD3+CD56+CD161+[TZR Vα24/TZR Vβ11])NKT-Zellen besitzen gewisse Eigenschaften von NK-Zellen und T-Lymphozyten. Als Untergruppe sind sie vollständig in der Population der NK-artigen T-Zellen enthalten. Sie besitzen ein eingeschränktes TZR-Repertoire, durch das sie eindeutig charakterisiert sind. Sie erkennen keine Peptide, sondern bestimmte Glykolipide, die ihnen durch MHC-ähnliche Moleküle auf den Zielzellen präsentiert werden. Der T-Zell-Rezeptor der NKT-Zellen setzt sich i. d. R. aus den Einzelketten Vα24 und Vβ11 zusammen. Zusätzlich exprimieren die NKT-Zellen an ihrer Zelloberfläche CD161. NKT-Zellen haben eine wichtige Funktion bei der Koordinierung des Übergangs von angeborener und spezifischer Immunität. Im Zuge der adaptiven spezifischen Immunantwort können sie sowohl TH1- als auch TH2-Zellen aktivieren und rekrutieren NK-Zellen zum Ort der Entzündung. Sie spielen bei der Lyse von Tumorzellen ebenfalls eine Rolle. Durch ihre schnelle Zytokinsekretion üben NKT-Zellen wichtige immunregulatorische Funktionen aus.
Aktivierte T-Zellen (HLA-DR+)HLA-DR-Moleküle werden von verschiedenen somatischen Zellen exprimiert. Bei T-Lymphozyten wird dieser Marker allerdings erst nach erfolgter Aktivierung verstärkt an der Zelloberfläche präsentiert. Ein gesteigerter Anteil an HLA-DR+-T-Lymphozyten weist daher auf die Aktivierung hin. HLA-DR gilt als late activation marker und charakterisiert chron. Infektionen, Autoimmunerkr. oder persistierende Infekte.
CD25+-T-ZellenDer IL-2-Rezeptor (CD25) gilt allg. als früher Marker für die Aktivierung von T-Lymphozyten (early activation marker). Das Molekül wird ca. 1–2 Tage nach Aktivierung der T-Zellen auf der Oberfläche exprimiert und zeigt seine höchste Dichte nach etwa 3–4 Tagen bzw. solange lokal IL-2 sezerniert wird. Während einer Infektion steigt die Expression des Markers deutlich an. Als Rezeptor für das Zytokin IL-2 spielt CD25 eine wichtige Rolle bei der Signaltransduktion ins Innere der Zellen, wodurch verschiedenste Reaktionen der Zelle (z. B. verstärkte Proliferation zur klonalen Expansion) ausgelöst werden können.
B-Lymphozyten (CD19+)
Im Gegensatz zu den T-Lymphozyten, die im Thymus heranreifen, findet die Reifung der B-Zellen am Bildungsort im Knochenmark (KM; engl. bone marrow) statt.B-Lymphozyten Diese Lymphozyten werden durch den Oberflächenmarker CD19 charakterisiert. Die wichtigste Aufgabe der B-Lymphozyten besteht in der Bildung von Immunglobulinen (Antikörpern). Die Bildung und Freisetzung von Ak ist die Antwort auf einen Antigenkontakt nach der Differenzierung eines B-Lymphozyten zur Plasmazelle. Die Plasmazellen können Immunglobuline (Ig) aller Klassen (IgA, IgG, IgE, IgM und IgD) bilden. Ein Teil der Plasmazellen wird in Gedächtniszellen umgewandelt, die bei erneutem Antigenkontakt unverzüglich mit der Bildung von Ig beginnen. Spezifische Ak können dann durch Sensibilisierung anderer Zellpopulationen oder durch Aktivierung weiterer Faktoren die Vernichtung des Antigens vermitteln.
Aktivierte B-Zellen (CD19+CD71+)
Als Aktivierungsmarker von B-Lymphozyten B-Lymphozyten:aktiviertegilt die Expression des Transferrin-Rezeptors CD71 auf der Zelloberfläche. Nach antigenabhängiger Stimulation der B-Zelle dauert es etwa 24 h, bis sich die Expression des Aktivierungsmarkers manifestiert. Die Zelle erhält durch den Antigenkontakt ein Signal zur klonalen Expansion und weiteren Ausdifferenzierung zur Ak-produzierenden Plasmazelle.
Ausdifferenzierte Ak-produzierende Plasmazellen (CD19+CD20)
CD20 gilt als allg. B-Zell-Marker und wird auf nahezu allen B-Lymphozyten exprimiert. Lediglich bei der Differenzierung von B-Lymphozyten zu Ak-produzierenden Plasmazellen geht die Expression von CD20 zurück, sodass diese Zellen CD20 sind. Die Plasmazellen können Immunglobuline aller Klassen (IgA, IgG, IgE, IgM und IgD) bilden.
Memory-B-Lymphozyten (CD19+CD27+)
Die Expression von CD27 auf B-Zellen charakterisiert diese als Memory-B-Zellen.Memory-B-Lymphozyten Mit der Bestimmung der CD27+-B-Lymphozyten lässt sich innerhalb der B-Lymphozyten ermitteln, welcher Anteil als Gedächtniszellen vorliegt und bei erneutem Kontakt mit dem Erreger eine potenziell effizientere und schnellere Immunantwort auslösen kann. Bei rezid. Infektionen mit demselben Erreger ist es durchaus möglich, dass Pat. keine Memory-Zellen ausbilden können. Bei älteren Menschen hingegen kann die Akkumulation von weitgehend anergen Memory-Zellen im Blut Ausdruck einer Immunseneszenz sein.
CD5+-B-Lymphozyten: eine pathologische Subpopulation der B-Zellen (CD19+CD5+)
Eine kleine Fraktion der B-Zellen ist durch die Expression des Differenzierungsantigens CD5 charakterisiert. Diese Zellen bilden eine separate Population, die sich während der Ontogenese früh von der Hauptlinie der B-Zellen trennt. CD5+-B-Zellen sind langlebig, selbsterneuerungsfähig und sezernieren niedrig affine, polyreaktive Autoantikörper der IgM-Klasse. Chronisch lymphatische Leukämien sind durch diesen CD5+-B-Zell-Typ gekennzeichnet. Bei Virusinfektionen kann es zu einer vorübergehenden moderaten Hochregulation der CD5-Expression auf B-Lymphozyten kommen.
NK-Zellen (CD3CD16+CD56+)
Ebenso wie die zytotoxischen T-Lymphozyten können NK-Zellen Natürliche Killerzellen:Aufgabeneine durch Zellkontakt vermittelte unspez. Lyse der Zielzellen durchführen. Ihre Hauptfunktion ist die Spontanabwehr virusinfizierter und maligner Zellen. Sie stellen bis zu 15 % der Lymphozyten des peripheren Blutes und üben ihre Funktion antigenunabhängig aus. Die Aktivität der NK-Zellen wird durch ein komplexes System von bestimmten Rezeptoren mit aktivierender und hemmender Funktion reguliert. NK-Zellen bilden zusammen mit den Zellen des unspez. Immunsystems, den Granulozyten und mononukleären Phagozyten, die erste zelluläre Abwehrfront des Immunsystems. NK-Zellen exprimieren an ihrer Zelloberfläche die Markermoleküle CD16 und CD56, während der typische T-Zell-Marker CD3 nicht exprimiert wird.

INFO

Aktivierungsmarker

Im zeitlichen Verlauf einer Aktivierung ist auf T-T-Lymphozyten:AktivierungsmarkerLymphozyten die Expression verschiedener Aktivierungsmarker nachweisbar. Die Bestimmung dieser Aktivierungsmarker gibt Hinweise auf die Aktualität und bisherige Dauer der Aktivierung des Immunsystems. Bei Krankheiten mit chron. Immunstimulation oder einer Pilzinfektion kann sich z. B. eine erhöhte Expression von bestimmten Aktivierungsmarkern finden.

Ursachen

Zelluläre Immundefekte,Immundefekte:Ursachen die angeboren sind oder durch chemo- bzw. strahlentherapeutische Behandlung, Mangelernährung, Stress oder chron. persistierende Infektionen (z. B. HIV) erworben wurden, sind häufig Ursache einer pathologischen Infektanfälligkeit.
Auch eine überproportionale Abnahme der Thymusreserve, also der Neubildung von naiven T-Lymphozyten, kann häufig bei Pat. mit rezid. Infektionen oder unter immunsuppressiver Therapie beobachtet werden. Sowohl quantitative als auch funktionelle Veränderungen der Lymphozyten-Subpopulationen können mit primären oder sekundären Immundysregulationen oder Immundefizienz einhergehen.
Während eine Differenzierung der Lymphozyten-Subpopulation Auskunft über Anzahl und Verteilung der Immunzellen gibt, zeigt die Differenzierung der IgG-Subklassen die Syntheseleistung der B-Zellen an und lässt damit Rückschlüsse auf die qualitative Leistung der Lymphozyten zu. Somit empfiehlt sich zur Beurteilung der humoralen Immunität bei Pat. mit hartnäckig rezid. Infekten die IgG-Subklassendifferenzierung. Die Ergebnisse weisen bei entsprechendem Befund auf eine unzureichende Fähigkeit zur Ig-Synthese hin. Die Betroffenen berichten meist, dass sie bereits in der Kindheit unter häufigen Infekten gelitten haben. Darüber hinaus wird über ständige eitrige Entzündungen und Infektereignisse unterschiedlichster Art geklagt.
Auch ein Mangel an sekretorischem IgA (sIgA) kann mit einer erhöhten Infektanfälligkeit einhergehen und zeigt sich insb. i. S. einer verstärkten Infektbereitschaft bzw. mit hartnäckigen oder chron. rezid. Infektionen im Bereich des Respirationstrakts.sIgA:Mangel Die Betroffenen sind darüber hinaus in besonderem Maße komplikationsgefährdet, was sich z. B. in Form tiefer bronchopulmonaler Infektionen zeigen kann. Es gilt als das bedeutendste Schutzglobulin der Schleimhäute, da es Viren neutralisiert und neben der Keimkolonisation auch die Keimadhärenz verhindert. Während angeborene Ak-Mangelsyndrome aufgrund ihrer eigenständigen Bedeutung hier nicht weiter besprochen werden sollen, kommt den erworbenen Ig-Mangelsyndromen in der täglichen Praxis eine große Bedeutung zu.
Ursächliche Faktoren eines sekundären Ak-Mangels: Antikörper:Mangel, Ursachen
  • Radiatio und Zytostase (erheblich reduzierte sIgA-Spiegel während und bis 2 Mon. nach den Anwendungen zu erwarten)

  • Chron. Stress-Syndrom

  • Immunsuppressive Therapien

  • Stoffwechselerkr. (Diab., Nephropathie etc.)

  • Allergien

  • Unmittelbar zurückliegende Traumen bzw. OPs

  • Virusinfektionen

  • Maligne Erkr.

  • Mikronährstoff-Defizite

  • Aminosäuren-Defizite

GUT ZU WISSEN

Bei Pat. mit auffälliger Anamnese hinsichtlich häufig rezid. Infekte kann eine mangelnde Versorgung an Vitaminen und Mikronährstoffen vorliegen.

Mikronährstoffe sind an sämtlichen Immunreaktionen beteiligt und stehen in ihrer Wirkung miteinander in enger Wechselbeziehung. Ein defizitärer Versorgungsstatus gehört zu den wichtigsten Ursachen einer eingeschränkten Infektbereitschaft. Bereits marginale Mangelerscheinungen führen zu einer Beeinträchtigung der Immunkompetenz. Wie Tab. 4.1 zeigt, sind davon alle Bereiche der zellvermittelten und humoralen Immunantwort betroffen.

Neben den Mikronährstoffen kommt auch der Versorgung mit den Vitaminen B, A, C und D ein hoher Stellenwert zu. Bei Pat. mit chron. bzw. konsumierenden Erkr. können neben der Untersuchung der immunwirksamen Vit. und Spurenelemente auch die Spiegel von Coenzym Q10 sowie diverser Aminosäuren inkl. L-Carnitin auffällig sein.
Bei Pat., die trotz eines unauffälligen Immunstatus und optimaler Mikronährstoffversorgung häufig unter rezid. Infekten bzw. Candidosen leiden, kann eine verminderte Konzentration des mannosebindenden Lektins (MBL) vorliegen.
MBL Mannosebindendes Lektinist ein wichtiger Faktor der angeborenen Immunabwehr und wird lange vor der Bildung spezifischer Ak aktiv („first line defense of infection“). Es wird i. S. eines Akute-Phase-Proteins in den Hepatozyten gebildet. Während einer Akute-Phase-Reaktion können die Serumwerte um das 20-Fache steigen. MBL erkennt die spez. Kohlenhydratmuster auf der Oberfläche einer Vielzahl pathogener Mikroorganismen wie Bakterien, Protozoen, Pilzen und Viren und bindet dort. Dieser als Opsonierung Opsonierungbezeichnete Prozess zieht eine Ak-unabhängige Aktivierung des Komplementsystems nach sich, was zur Lyse und Phagozytose des Erregers führt. Eine MBL-Defizienz beeinträchtigt die Fähigkeit zur Opsonierung und zudem wahrscheinlich die Clearance von Immunkomplexen.Mannosebindendes Lektin:Mangel
Unmittelbar nach der Geburt beginnen die MBL-Plasmaspiegel zu steigen, um innerhalb weniger Wochen einen Höchstwert von 2.500 ng/ml zu erreichen. Im Zuge der Entwicklung der spez. Immunität fallen die Spiegel im Erwachsenenalter ab. Somit spielt das MBL im Säuglings- und Kleinkindalter für den inneren Systemschutz eine besonders wichtige Rolle.

INFO

Eine unzureichende Bildung von MBL ist auf verschiedene Mutationen des MBL-Gens zurückzuführen. Bisher sind drei inaktivierende bzw. hemmende Mutationen bekannt, die einen verminderten MBL-Serumspiegel nach sich ziehen.

Homozygote1

1

Homozygot bedeutet, dass die Mutation auf beiden Allelen vorhanden ist und somit die stärkste Veränderung der Ausprägung des betreffenden Gens mit sich bringt.

Defekte lassen sich bei ca. 0,3 % der Europäer nachweisen, während bei etwa ⅓ der mitteleuropäischen Bevölkerung heterozygote2

2

Heterozygot bedeutet, dass die Mutation nur auf einem Allel vorliegt. Die Stärke der Ausprägung des Merkmals hängt davon ab, ob dieses Merkmal dominant oder rezessiv vererbt wird.

Defekte vorliegen. Träger homozygoter Defekte zeigen bereits im Kindesalter eine hohe Infektneigung sowie komplikationsreiche und verzögerte Krankheitsverläufe. Aber auch bei Kindern

mit heterozygoter Mutation wird neben der allg. höheren Infektbereitschaft ein doppelt so hohes Risiko für infektionsbedingte Krankenhausaufenthalte beschrieben.

So können entsprechende anamnestische Angaben von Erwachsenen hinsichtlich Erkr. in ihrer Kindheit als wichtiger Hinweis auf einen möglichen heterozygoten MBL-Gendefekt gedeutet werden. In späteren Lebensphasen fallen die heterozygoten Genträger eher bei Vorliegen anderweitiger Grunderkr. oder bei Einwirkung immunsuppressiver Stressoren klinisch auf. So kommt es z. B. nach operativen Eingriffen, unter aggressiver onkologischer Therapie oder auch bei chron. manifesten Infektionskrankheiten besonders häufig zu interkurrenten Komplikationen wie rezid. Candidosen, aggressiven bakt. Infekten oder chron. rezid. Infektionen des Respirationstrakts. Von besonderer Bedeutung ist eine MBL-Defizienz für Pat., die gleichzeitig an einem IgG-Subklassen-Mangel leiden.

Symptomatik

Im Zusammenhang mit einer Immunfunktionsstörung auftretende Kardinalsymptome sind:
  • Immundefekte:Symptome Häufige und schwere Infektionen der Schleimhäute von Atemwegen und Darmtrakt, oft mit chron. oder rezid. Verlauf

  • Auftreten von opportunistischen Infektionen

  • Verlängerte Rekonvaleszenz nach akuten Infektionen

  • Wundheilungsstörungen

Diagnostik

Der Immunstatus: Differenzierung der Lymphozyten-Subpopulationen

Bei Untersuchungen der zellulären ImmunlageImmundefekte:DiagnostikImmundefekte:zellulärer ImmunstatusImmunstatus, zellulärer (Syn.: zelluläres Immunprofil, Immunphänotypisierung) Immunphänotypisierungwerden die verschiedenen Lymphozytenpopulationen mittels durchflusszytometrischer Methoden erfasst (s. u.). Diese Untersuchung stellt die immunologische Basisdiagnostik Basisdiagnostik, immunologischedar. Indikationen für die Differenzierung der Lymphozyten-Subpopulationen bestehen bei zahlreichen Erkr., die mit einer primären oder sekundären Immundysregulation oder Immundefizienz einhergehen. Für die Durchflusszytometrie (s. u.) Durchflusszytometriewerden die interessierenden Zelloberflächenantigene mit Ak markiert, die an Fluoreszenzfarbstoffe gekoppelt sind, und zusammen mit der Bestimmung des Differenzialblutbilds erfasst. Die Verteilung der gemessenen Subpopulationen kann u. a. Hinweise auf virale oder bakt. Infektionskrankheiten, Parasitenbefall oder mögliche Allergien geben. Defizite in der Mikronährstoffversorgung können hierdurch aufgezeigt oder Krankheitsverläufe dargestellt werden.

INFO

Der zelluläre Immunstatus gibt die absolute Zellzahl sowie die relative Verteilung einzelner Lymphozytenpopulationen an. Über die funktionellen Aspekte der Immunzellen kann nur eine eingeschränkte Aussage getroffen werden.

So erlaubt die absolute und relative Zahl der NK-Zellen noch keine Aussage über die zytotoxische Aktivität dieser Zellpopulation. Diese ist im NK-Zell-Funktionstest (Tumor-Killing-Test) Tumor-Killing-Testfeststellbar. Optimal ist daher eine Kombination des zellulären Immunstatus mit Funktionstesten (NK-Zell-Funktionstest, Lymphozytenproliferationstest, T-cellspot®, Candida-Killing-Test u. a.), die einen weiterführenden und ergänzenden Einblick in die Immunfunktionen erlauben.
Indikationen für eine Lymphozytentypisierung:
  • Lymphozyten:Typisierung, Indikationenv. a. Immundefizienz mit rezid. oder chron. Infektionen

  • Therapiekontrolle bei Malignompat. (Überwachung des Immunstatus, z. B. bei aggressiven Therapieformen wie Immunsuppressiva, Radiatio etc.)

  • Therapiekontrolle i. R. der Immuntherapie (z. B. Interleukine, pflanzliche Immunstimulanzien)

  • Überwachung des Immunstatus bei Transplantationen

  • DD der exogenen allergischen Alveolitis, der Sarkoidose etc. (Untersuchung der bronchoalveolären Lavage)

  • Diagnose und Verlaufskontrolle von chron. und akuten lymphatischen Leukämien

  • Lymphozytose: Nachweis bzw. Ausschluss einer immunproliferativen Erkr.

  • Lymphozytopenie: Nachweis bzw. Ausschluss eines primären oder sekundären Immundefekts

  • Ursachendiagnostik persistierender Infektionen durch virale, bakt. oder mykologische Erreger

  • Bei Autoimmunerkr.

  • Präventive Indikation, z. B. zum Ausschluss einer Immunseneszenz

INFO

Funktionsprinzip der Durchflusszytometrie

DurchflusszytometrieDas Funktionsprinzip beruht auf dem Durchfluss von Zellen durch eine dünne Messkapillare. Die Zellen passieren einzeln einen Laserstrahl. Dabei streuen sie einen Teil des Lichts, was mittels Detektoren nachgewiesen wird. Die Menge des gestreuten Lichts korreliert mit der Größe der Zelle und mit ihrer Komplexität. So streuen Granulozyten mit einer rauen Oberfläche und vielen Vesikeln in ihrem Innern deutlich mehr Licht als die sehr glatten Lymphozyten. Das Vorwärtsstreulicht (Forward Scatter, FSC) ist ein Maß für die Beugung des Lichts und hängt vom Volumen der Zelle ab. Das Seitwärtsstreulicht (Sideward Scatter, SSC) ist ein Maß für die Granularität der Zelle, die Größe und Struktur ihres Zellkerns und die Menge der Vesikel in der Zelle. Anhand dieser Parameter lassen sich die Leukozyten des Blutes bereits gut unterscheiden.
Die weitere Differenzierung einzelner Lymphozyten-SubpopulationenLymphozyten:Subpopulationen erfolgt durch fluoreszenzmarkierte Ak. Diese sind gegen verschiedene, für die jeweilige Zellpopulation spez. Oberflächenantigene gerichtet. Durch den Einsatz von bis zu fünf Fluoreszenzfarben und verschiedenfarbigen Lasern ist mit einem einzigen Messlauf eine exakte Differenzierung der Subpopulationen anhand der farblich markierten Oberflächenmarker möglich.
Zellulärer Immunstatus: verschiedene Panels
Je nach medizinischer Indikation kommt bestimmten Lymphozytenpopulationen eine besondere Bedeutung zu. Daher bietet die GANZIMMUN Diagnostics AG drei verschieden umfangreiche Panels zum zellulären Immunstatus an (Abb. 4.2). Es kann zwischen dem Immunstatus Basis, Standard und Standard Plus gewählt werden (Näheres zur Bedeutung der verschiedenen Lymphozyten-Subpopulationen 4.1).
  • Kleiner Immunstatus: Immunstatus, zellulärer:kleinerT-Zellen, CD4+-T-Zellen (T-Helferzellen), CD8+-T-Zellen, B-Zellen, NK-Zellen, Quotient CD4/CD8, CD4+CD8+-doppelt positive T-Zellen, CD4CD8-doppelt negative T-Zellen Großer Immunstatus: Immunstatus, zellulärer:großerT-Zellen, CD4+-T-Zellen (T-Helferzellen), CD8+-T-Zellen, B-Zellen, NK-Zellen, CD4/CD8-Quotient, zytotoxische CD8+-T-Zellen, suppressorisch-regulatorische CD8+-T-Zellen, Quotient zytotox./regulat. CD8+-T-Zellen, HLA-DR-aktivierte T-Zellen (late activation marker), CD25-aktivierte T-Zellen (early activation marker), NK-artige T-Zellen, CD4+CD8+-doppelt positive T-Zellen, CD4CD8-doppelt negative T-Zellen. Mögliche Erweiterung: Thymusreserve (CD31)

  • Tumorimmunität: T-Zellen, CD4+-T-Zellen (T-Helferzellen), CD8+-T-Zellen, B-Zellen, NK-Zellen, CD4/CD8-Quotient, aktivierte T-Zellen (HLA-DR), aktiv. NK-Zellen, CD31+-Thymusreserve, reg. T-Zellen, CD28-Status, CD45RA/RO-Quotient

  • Immunstatus nach der Mikroimmuntherapie: T-Zellen, CD4+-T-Zellen (T-Helferzellen), CD8+-T-Zellen, B-Zellen, NK-Zellen, Suppressorzellen, zytotoxische T-Zellen, aktivierte T-Zellen, CD25+-T-Helferzellen, NK-artige T-Zellen, CD8+/57+-NK-Zellen, CD5+-B-Zellen

Präanalytik
Probenmaterial: 2 EDTA
Besonderheiten: Keine
Lagerung & Transport: Lagerung bei RT
Versand im mitgelieferten Umröhrchen auf dem Postweg möglich
Befundinterpretation
Die analysierten Zellpopulationen werden als grauer Balken dargestellt, der die Abweichung vom Normwert anzeigt. Endet der Balken innerhalb des blauen Bereichs, gilt die Population als normwertig. Endet der graue Balken darüber bzw. darunter, so gilt die Population als erhöht bzw. vermindert.
Die Ergebnisse des zellulären Immunstatus werden als absolute (z. B. Zellen/μl Blut) und relative (z. B. % der Lymphozyten) Werte ermittelt. Neben der Angabe dieser Werte werden die einzelnen Lymphozyten-Subpopulationen in einer Balkengrafik gemeinsam dargestellt. Dies ermöglicht eine Befundauswertung auf einen Blick und einen direkten Vergleich der einzelnen Zellpopulationen. Typische Konstellationen können sich anhand wiederkehrender Muster in der grafischen Darstellung zeigen und ermöglichen eine schnelle Bewertung.
Verminderte T-, B- und/oder NK-GesamtzellzahlenDie Verminderung einer oder mehrerer dieser Lymphozytenpopulationen spricht für eine immunitäre Hypoaktivität. Das Risiko einer Infektanfälligkeit ist erhöht.
Erhöhte T-, B- und/oder NK-GesamtzellzahlenDie Erhöhung einer oder mehrerer dieser Lymphozytenpopulationen spricht für eine immunitäre Hyperaktivität. Dies kann auf einen aktuellen Infekt deuten.
Beurteilung der Subpopulationen
Verminderte CD4+-T-LymphozytenzahlenJe nach Stärkegrad der Verminderung der CD4+-T-Lymphozytenzahl kann ein Befund auf eine Immundysregulation oder sogar einen zellulären Immundefekt hindeuten.Lymphozyten:Subpopulationen
Erhöhte CD4+- und/oder CD8+-T-ZellzahlenEine Erhöhung der CD4+-Lymphozytenpopulation deutet auf einen Infekt hin. Eine Erhöhung der CD8+-Zellzahl kann einen Hinweis auf einen Infekt, ein entzündliches Geschehen (CD4+/CD8+-Quotient normwertig) oder eine Dysregulation des zellulären Immunsystems darstellen (CD4+/CD8+-Quotient vermindert).
Erhöhte CD4+CD8+-ZellzahlenVirale Infekte können bei T-Zellen zur verstärkten Coexpression von CD4 und CD8 führen.
Erhöhte Werte für zytotoxische und/oder suppressive CD8+-T-ZellenErhöhte Zellzahlen von zytotoxischen T-Zellen oder ein erhöhter Quotient der zytotoxischen zu suppressiven T-Zellen können auf eine virale Infektion hindeuten. Die parallele Erhöhung von zytotoxischen und suppressiven CD8+-T-Zellen kann sowohl Ausdruck eines Infekts als auch eines entzündlichen Geschehens sein. Eine isolierte Erhöhung der Suppressorzellen deutet hingegen auf eine suppressive Immunitätslage hin und kann zur Verschiebung der Zytokinbalance führen.
Verminderte Werte für zytotoxische und/oder suppressive CD8+-T-ZellenNiedrige Zellzahlen von zytotoxischen T-Zellen oder ein verminderter Quotient der zytotoxischen zu suppressiven T-Zellen können zu einer erhöhten Infektanfälligkeit führen. Eine Verminderung der Suppressorzellen kann aufgrund niedriger Zytokinproduktion Hinweise auf eine gestörte Kommunikation zwischen den einzelnen Lymphozytenpopulationen geben.
Normwertige HLA-DR-, CD25CD4- und CD24CD8-T-ZellzahlenEs liegt keine Aktivierung der T-Lymphozyten vor.
Erhöhte HLA-DR-, CD25CD4- und/oder CD24CD8-T-ZellzahlenKann eine der oben genannten Subpopulationen in erhöhten Mengen nachgewiesen werden, liegt eine Aktivierung der T-Lymphozyten vor. Dies deutet auf eine Infektion oder ein entzündliches Geschehen hin.
Aktivierte CD25+-T-Lymphozyten werden bereits kurz nach erfolgter Infektion gebildet (early activation marker), während DR+-T-Zellen als late activation marker gelten und auf eine chron. Infektion, Autoimmunerkr. oder einen persistierenden Infekt hindeuten.
Erhöhte CD5+-B-ZellzahlenEine leichte Zunahme ist i. d. R. auf einen viralen Infekt zurückzuführen. Starke Zunahmen können entweder ebenfalls auf einen viralen Infekt oder aber auf eine leukämische Veränderung hinweisen.
Medikation/Therapie
Die Zusammenstellung der nachstehend aufgeführten Präparate zur naturheilkundlichen Behandlung einer Lymphozyten-Dysbalance ist als Anregung zu verstehen und stellt kein aufeinander abgestimmtes Therapiekonzept dar. Bei der individuellen Auswahl der Präparate für den Pat. sind ggf. vorhandene Kontraindikationen zu berücksichtigen (s. Beipackzettel des jeweiligen Herstellers).
Indikationen, Zusammensetzung, Dosierungs- und Anwendungsempfehlungen s. Anhang Tab. A–Z.

THERAPIEEMPFEHLUNGEN

  • Lymphozyten:Dysbalancemucozink®mucozink®:Indikationen (nutrimmun)

  • probiotik® pur (nutrimmun) probiotik® pur:Indikationen

  • nutriglucan® (nutrimmun) nutriglucan®:Indikationen

Nachweis eines allgemeinen zellulären Immundefekts: 3HT-Memory-Spot® Immunkompetenz

Der 3HT-Memory-Spot® Immunkompetenz erlaubt die Messung der allg. Funktionsfähigkeit von Lymphozyten und damit den Nachweis eines zellulären Immundefekts Immundefekte:zelluläre3HT-Memory-Spot®:Immunkompetenzdurch Stimulierung der Lymphozyten des Pat. mit Mitogenen. Mitogene Mitogenesind Proteine, die T-Zellen und/oder B-Zellen unabhängig von ihrer Antigenspezifität polyklonal stimulieren und somit unspezifisch die Proliferation der Zellen induzieren. Eine wichtige Gruppe von Mitogenen sind die pflanzlichen Lektine, Lektinedie durch ihre Bindung an Glykoproteine auf der Oberfläche der Lymphozyten die Aktivierung der Zellen zur Folge haben. Im 3HT-Memory-Spot® Immunkompetenz werden verschiedene Lektine verwendet, die selektiv B- oder T-Zellen stimulieren oder die eine Proliferation beider Lymphozytenpopulationen induzieren (Tab. 4.2). Als weiteres Mitogen, das in erster Linie die Proliferation von B-Zellen herbeiführt, wird ein Zellwandprotein aus Staphylococcus aureus eingesetzt. Durch die Kombination der verschiedenen Mitogene im 3HT-Memory-Spot® Immunkompetenz kann eingegrenzt werden, welche Lymphozyten-Subpopulation von einer gestörten Funktion und damit von einem möglichen Immundefekt betroffen ist (Abb. 4.4).
Zum Testprinzip des 3HT-Memory-Spot® siehe Info-Kasten.
Indikation für den 3HT-Memory-Spot® Immunkompetenz (Abb. 4.3)3HT-Memory-Spot®:Immunkompetenz
  • V. a. angeborene zelluläre Immundefekte

  • V. a. erworbene zelluläre Immundefekte

  • Gehäufte virale Infektionen

  • (Chron.) bakt. Infektionen

  • Pilzinfektionen

  • Verlaufskontrolle der zellulären Immunität i. R. immunstimulierender oder suppressiver Therapien

INFO

Exkurs: 3HT-Memory-Spot®

Dem 3HT-Memory-3HT-Memory-Spot®:TestprinzipSpot® liegt das Prinzip des Lymphozytentransformationstest (LTT)Lymphozytentransformationstests (LTT) zugrunde, der zum Nachweis potenziell reaktiver Lymphozyten dient. Dieses in den letzten Jahren weiterentwickelte und verbesserte Verfahren ist mittlerweile fester Bestandteil der zellulären Funktionsdiagnostik und wird von der Kommission „Methoden und Qualitätssicherung in der Umweltmedizin“ am Robert Koch-Institut (RKI) für eine Reihe von Indikationen empfohlen.
Der Test beruht darauf, dass Lymphozyten nach dem Kontakt mit einem Mitogen oder einem spezifischen Antigen/Allergen aktiviert werden und sich teilen. Dieser auch als Proliferation bezeichnete Vorgang geht mit der Verdoppelung des Erbmaterials und damit der Synthese neuer DNA-Stränge einher. Als Maß für die Zellvermehrung wird im 3HT-Memory-Spot® der Einbau von radioaktiv markiertem Thymidin, radioaktiv markiertesThymidin (3H-Thymidin), einem Grundbaustein der DNA, herangezogen. Die Menge des von den Zellen inkorporierten 3H-Thymidins ist demnach proportional zur Höhe der Zellproliferation und somit auch zur Reaktivität der Zellen auf den gegebenen Stimulus. Bei der Untersuchung auf eine antigen- oder aller genspezifische Sensibilisierung hängt die Stärke der Zell proliferation entscheidend davon ab, ob zuvor schon eine Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Antigen/Allergen und infolgedessen eine Stimulation und Expansion von Lymphozyten im Körper stattgefunden hat. Im Zuge der Differenzierung der spezifischen T-Lymphozyten während dieser primären Immunantwort bilden sich u. a. Gedächtnis-T-Zellen, die bei einem erneuten Kontakt des Organismus mit dem Antigen/Allergen sehr rasch und effektiv reagieren und die sekundäre Immunantwort initiieren. Mit dem 3HT-Memory-Spot® kann die antigenspezifische zelluläre Gedächtnisfunktion in vitro überprüft und eine Sensibilisierung des Pat. nachgewiesen werden. Gemessen wird die Proliferation dieser Zellen nach Inkubation mit dem Allergen im Vergleich zum spontanen Proliferationsverhalten in der Negativkontrolle (ohne Allergen).
Weitere wichtige Anwendungsfelder des 3HT-Memory-3HT-Memory-Spot®:IndikationenSpots® sind die Detektion von Sensibilisierungen gegen Metalle oder Medikamente, die sich symptomatisch als Kontaktallergie (Kontaktekzem) oder verzögerte Arzneimittelunverträglichkeit äußern. Eine spezielle Anwendung stellt die Testung von Nahrungsmittel-Antigenen zur Diagnostik von Typ-IV-Sensibilisierungen dar.
Präanalytik
Probenmaterial: 3 × Heparin-Blut
Besonderheiten: Kortikosteroide oder NSAR mind. 24 h vor der Blutentnahme absetzen
Lagerung & Transport: Lagerung bei RT
Expressversand: Blutprobe sollte binnen 24 h im Labor eintreffen; bitte Probenabholung im Labor anfordern
Befundinterpretation
Zur Beurteilung der Lymphozytenreaktion wird als Bezugsgröße der Messwert für die Proliferation unstimulierter Zellen gleich 1,0 gesetzt (Negativkontrolle). Der Messwert für die Proliferation stimulierter Zellen wird dazu ins Verhältnis gesetzt (Stimulationsindex). Die maximale Aktivierbarkeit der Lymphozyten wird durch Stimulation mit einem Mitogen überprüft (Positivkontrolle). Eine positive Reaktion der Lymphozyten auf eines der getesteten Antigene liegt vor (und damit ein Hinweis auf eine ausreichende Immunkompetenz), wenn der Index den angegebenen Referenzwert erreicht oder überschreitet.
PHA- und/oder ConA-Index < 5Ist der Index für PHA oder ConA vermindert, liegt möglicherweise ein Proliferationsdefekt der T-Zellen vor. Das Ergebnis ist nicht eindeutig. Ist hingegen der Stimulationsindex für beide Mitogene vermindert, kann von einem Proliferationsdefekt ausgegangen werden.
PWM-Index < 5Das Ergebnis spricht für einen Defekt in der Zellkommunikations- und Proliferationsfähigkeit beider Lymphozytenpopulationen (B- und T-Zellen).
SAC-Index < 5Das Ergebnis spricht für einen Proliferationsdefekt der B-Lymphozyten.
Weiterführende Diagnostik bei unzureichender Reaktionsbereitschaft:
  • Immunstatus (4.4.1)

  • Vitamine und Mikronährstoffe (4.5)

  • Fettsäure-Profil

  • Aminosäure-Profil

Medikation/Therapie
Die Zusammenstellung der nachstehend aufgeführten Präparate zur naturheilkundlichen Behandlung von zellulären Immundefekten ist als Anregung zu verstehen und stellt kein aufeinander abgestimmtes Therapiekonzept dar. Bei der individuellen Auswahl der Präparate für den Pat. sind ggf. vorhandene Kontraindikationen zu berücksichtigen (s. Beipackzettel des jeweiligen Herstellers).
Indikationen, Zusammensetzung, Dosierungs- und Anwendungsempfehlungen s. Anhang Tab. A–Z.

THERAPIEEMPFEHLUNGEN

  • mucozink®mucozink®:Indikationen (nutrimmun)

  • probiotik® pur (nutrimmun) probiotik® pur:Indikationen

  • nutriglucan® (nutrimmun) nutriglucan®:Indikationen

Nachweis eines Defekts der immunologischen Gedächtnisfunktion: 3HT-Multi-Memory-Screen®

Für die einfache funktionelle Testung der Immunabwehr eines Pat. wurde bislang routinemäßig ein standardisierter Intrakutantest (Multitest Merieux®) eingesetzt, der allerdings vom Markt genommen wurde. Als Alternative wurde der 3HT-Multi-Memory-Screen® Immundefekte:defiziente immunologische Gedächtnisfunktion3HT-Multi-Memory-Screen®entwickelt (Abb. 4.4), mit dem die Immunkompetenz von Gedächtnis-Lymphozyten in Gedächtnis-Lymphozyten, Prüfung der Immunkompetenzvitro einfach und sicher überprüft werden kann. In Anlehnung an den Intrakutantest nach Merieux wird dazu in vitro die proliferative Antwort von Lymphozyten auf die Stimulation mit insgesamt 8 verschiedenen Recall-Ag bestimmt. Diese aus verschiedenen Bakterien, Viren und Pilzen gewonnenen Ag zeichnen sich dadurch aus, dass das Immunsystem mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits zu einem früheren Zeitpunkt mit ihnen in Kontakt gekommen ist, weil entweder ein weit verbreiteter Impfschutz gegen die Mikroorganismen besteht (Diphtherie-Toxoid, Tetanus-Toxoid, Tuberkulin) oder praktisch jedes Individuum einer natürlichen Exposition ausgesetzt war (Candida, Proteus, Staphylococcus aureus, Influenzavirus, Trichophyton).
Indikationen für den 3HT-Multi-Memory-Screen®:
  • V.3HT-Multi-Memory-Screen®:Indikationen a. zelluläre Immundefekte (z. B. bei rezid. Infektionen)

  • Nachweis einer zellulären Immunität ggü. einem bestimmten spezifischen Ag (z. B. zum Nachweis eines Impferfolgs)

  • V. a. Immunseneszenz

Präanalytik
Probenmaterial: 3 × Heparin-Blut
Besonderheiten: Kortikosteroide oder NSAR mind. 24 h vor der Blutentnahme absetzen
Lagerung & Transport: Lagerung bei RT
Expressversand: Die Blutprobe sollte binnen 24 h im Labor eintreffen, bitte Probenabholung im Labor anfordern
Befundinterpretation
Die Darstellung der Testergebnisse erfolgt als Stimulationsindex. Ein hoher Stimulationsindex ist Ausdruck einer starken Antigenstimulation und belegt das Vorhandensein spezifischer Gedächtniszellen aus zurückliegenden Infektionen oder Vakzinationen.
Zur 3HT-Multi-Memory-Screen®:Befund(interpretation)Beurteilung der Lymphozytenreaktion wird als Bezugsgröße der Messwert für die Proliferation unstimulierter Zellen gleich 1,0 gesetzt (Negativkontrolle). Der Messwert für die Proliferation stimulierter Zellen wird dazu ins Verhältnis gesetzt (Stimulationsindex). Im 3HT-Multi-Memory-Screen® eingeschlossen ist eine Positivkontrolle, die die Maximalreaktion der Lymphozyten durch Stimulation mit einem potenten Mitogen bestimmt.

Cave

Nur wenn der für diese Positivkontrolle berechnete SI eine deutliche Proliferationsfähigkeit der Zellen anzeigt, kann der Test valide ausgewertet werden.

Interpretation der Einzelwerte
< 3Negativ
3–4Grenzwertig
> 4Positiv (Vorhandensein von spez. Gedächtniszellen)
Gesamtinterpretation (Index)
> 5Die antigenspezifische Reaktionsbereitschaft des Antigenpräsentations- und T-Lymphozytensystems ist als ausreichend (normoerg) zu beurteilen. Werte > 6 können als gut beurteilt werden.
< 5Die antigenspezifische Reaktionsbereitschaft des Antigenpräsentations- und T-Lymphozytensystems ist als reduziert zu beurteilen. Es liegt eine hypoerge Reaktionslage vor. Eine Kontrolluntersuchung nach 3–6 Mon. ist sinnvoll.
Bei gesunden Probanden mit normaler Immunfunktion müssen mehrere der Recall-Ag eine positive Reaktion der Lymphozyten im 3HT-Multi-Memory-Screen® hervorrufen. Ist gegen einzelne Recall-Ag keine positive Antwort nachweisbar, so kann dies in einem fehlenden Impfschutz begründet liegen oder in dem Umstand, dass bislang keine Infektion stattgefunden hat. Wenn für mehrere oder alle Recall-Ag ein negatives Resultat im 3HT-Multi-Memory-Screen® bestimmt wurde, ist von einem Defekt in der Differenzierung von Gedächtniszellen auszugehen. Zudem kann mit zunehmendem Alter eine Immunseneszenz eintreten, dieImmunseneszenz u. a. bewirkt, dass Gedächtnis-T-Zellen älterer Menschen ebenfalls eine verminderte Fähigkeit zur Proliferation aufweisen.
Weiterführende Diagnostik bei unzureichender Reaktionsbereitschaft oder Werten im unteren Normbereich:
  • Vitamine und Mikronährstoffe (4.5)

  • Fettsäure-Profil

  • Aminosäure-Profil

Medikation/Therapie
Nachstehend ist ein Therapeutikum zur naturheilkundlichen Behandlung von Defekten des immunologischen Gedächtnisses aufgeführt. Dabei sind ggf. vorhandene Kontraindikationen zu berücksichtigen (s. Beipackzettel des jeweiligen Herstellers).
Indikationen, Zusammensetzung, Dosierungs- und Anwendungsempfehlungen Tab. A–Z.

THERAPIEEMPFEHLUNGEN

Immunologisches Gedächtnis, Defekte:Therapieempfehlungenmucozink®mucozink®:Indikationen (nutrimmun)

Bestimmung der Thymusreserve: CD31+-Helferzellen als Marker der Thymusfunktion

Die altersbedingte Thymusinvolution führt zu einer sukzessiven Ersetzung der Thymusdrüse durch Fettgewebe. Hieraus resultiert im Verlauf eines Lebens eine kontinuierliche Abnahme der Thymusreserve, also der Neubildung von naiven T-Lymphozyten.
Die BestimmungImmundefekte:Thymusreserve der Thymusreserve im Blut erfolgt über die Expression des Markers CD31 auf der Zelloberfläche naiver T-Helferzellen. Das Glykoprotein CD31 wird von Zellen exprimiert, die die Thymusdrüse kürzlich verlassen haben. Diese Zellen werden als recent thymic emigrants (RTE) bezeichnet.
Recent Thymic Emigrants (RTE)Indikation für Bestimmung der Thymusreserve: Thymusreserve:Bestimmung
  • Abklärung persistierender Lymphozytopenien mit der Frage, ob es sich um eine verminderte Neubildung von T-Zellen handelt

  • Therapiemarker zur Indikationsstellung einer Behandlung mit Thymuspeptiden

  • Untersuchung vor immunologisch belastenden Therapien (Operation, Chemo- oder Strahlentherapie) zur Abschätzung der individuellen Thymus-Regenerationsfähigkeit

  • Komplementärer Marker i. R. der Immunfunktionsanalytik v. a. bei chron. Infektionen oder Immunfunktionsstörungen

INFO

Wissenschaftlicher Hintergrund

Thymusreserve:BestimmungBeim Glykoprotein Glykoprotein CD31CD31 handelt es sich um ein Adhäsionsmolekül, das auch unter seinem älteren Namen PECAM-PECAM-11 (platelet endothelial cell adhesion molecule-1) bekannt ist. Es ist nicht nur an Aktivierungsprozessen von Zellen beteiligt, sondern besitzt zudem eine wichtige Funktion bei der Interaktion von Lymphozyten mit Endothelzellen. Die Expression von CD31 auf der Zelloberfläche von naiven, kürzlich aus dem Thymus emigrierten T-Helferzellen (RTE) wird zur phänotypischen Charakterisierung von Lymphozyten eingesetzt, in dem eine Vierfachfärbung der Patientenzellen mit den Oberflächenmarkern CD3, CD4, CD31 sowie CD45RA, der dabei als Marker für naive T-Zellen dient, durchgeführt wird.
Zur Ermittlung dieser Zellpopulationen wird eine durchflusszytometrische Untersuchung herangezogen, und die Tatsache, dass CD31 ausschließlich auf den RTE exprimiert ist, wird genutzt, um eine Unterscheidung zu den im Blut zirkulierenden naiven T-Zellen zu erreichen. Diese vermehren sich durch postthymische Selektion, und ihr Anteil am Gesamtpool der peripheren naiven T-Zellen erhöht sich mit steigendem Alter.
Präanalytik
Probenmaterial: 2 EDTA
Besonderheiten: Keine
Lagerung & Transport: Lagerung bei RT
Versand im mitgelieferten Umröhrchen auf dem Postweg möglich
Befundinterpretation
Normwerte für naive T-Helfer-Zellen in %
Bis 20 J. > 69
Bis 40 J. > 54
Bis 60 J. > 41
Bis 109 J. > 33
Bei Kleinkindern tragen noch 90 % der naiven T-Helferzellen das CD31-Glykoprotein. Im Verlauf des Lebens erfolgt eine kontinuierliche Abnahme „jugendlicher“ Helferzellen. Die CD31-Reserve stellt einen Biomarker gesunden Alterns dar.
Verminderte Zellzahlen von naiven T-HelferzellenEin verminderter Anteil von naiven T-Helferzellen an der Gesamtpopulation der T-Helferzellen ist häufig auf eine Reifung zu aktivierten T-Effektorzellen zurückzuführen, wie es nach Antigenkontakt bei Infektionen der Fall ist. Bei akuten, kürzlich zurückliegenden oder auch rezid. Infektionen ist deshalb häufig gleichzeitig eine prozentuale Erhöhung der aktivierten T-Zellen an der Gesamt-T-Zellzahl im Immunstatus messbar. Solange der Anteil an RTE-Zellen normwertig ist, kann jedoch von einer ausreichenden Neubildung naiver T-Helferzellen ausgegangen werden. Es liegt kein Hinweis auf eine Störung der Thymusfunktion vor.Thymusreserve:Bestimmung
Verminderte CD31-ReserveZellzahlen von RTE-Zellen (Thymuszellen)Ein verminderter Anteil von RTE-Zellen an der Gesamtpopulation von naiven T-Helferzellen spricht für eine Abnahme der Thymusreserve. Eine überproportionale Abnahme der Thymusreserve findet sich häufiger bei Pat. mit rezid. Infektionen oder unter immunsuppressiver Behandlung (z. B. Chemo- oder Strahlentherapie). Die Folge sind persistierende Lymphozytopenien jeglicher Konsequenzen.
Medikation/Therapie
Nachstehend ist ein Therapeutikum zur naturheilkundlichen Behandlung einer abnehmenden Thymusreserve aufgeführt. Dabei sind ggf. vorhandene Kontraindikationen zu berücksichtigen (s. Beipackzettel des jeweiligen Herstellers).
Indikationen, Zusammensetzung, Dosierungs- und Anwendungsempfehlungen Tab. A–Z.

THERAPIEEMPFEHLUNGEN

  • Thymusreserve:Therapieempfehlungen bei Abnahmemucozink®mucozink®:Indikationen (nutrimmun)

Tumor-Killing-Test (NK-Zell-Funktionstest): Abwehr virusinfizierter und entarteter Zellen

Als eigenständige Lymphozytenpopulation sind natürliche Killerzellen (NK-Zellen) in die Natürliche Killerzellen:FunktionstestNatürliche Killerzellen:AufgabenErkennung und Abwehr von virusinfizierten oder entarteten Zellen involviert und besitzen eine starke zytotoxische Aktivität. Im Gegensatz zu T-Lymphozyten, die ihre Zielstrukturen sehr spezifisch über den T-Zell-Rezeptor erkennen, ist die Erkennung durch NK-Zellen unspezifisch. Sie wird nicht durch ein Antigen vermittelt. Somit müssen nach Kontakt mit einer Zielzelle keine neuen spezifischen Effektorzellen gebildet werden. Die Antwort basiert auf der Reaktivität der vorhandenen NK-Zellen und erlaubt so eine schnelle unspez. Reaktion. NK-Zellen exprimieren an ihrer Zelloberfläche die Markermoleküle CD16 und CD56, während der typische T-Zell-Marker CD3 nicht exprimiert wird. Die Funktion dieser Zellen wird durch verschiedene Rezeptoren reguliert, wobei ihre Aktivität durch immunmodulierende Substanzen gesteigert werden kann. Diesen Effekt kann man in In-vitro-Experimenten nutzen, um den für einen Pat. potenziell geeigneten Immunmodulator zu ermitteln.

INFO

Die NK-Zell-Aktivität: ein Biomarker gesunden Alterns

Natürliche Killerzellen:AktivitätAltersbedingt kann die Zahl und Funktion der NK-Zellen abnehmen, wobei der natürliche Schutz vor viralen Infekten oder Tumorzellen schwinden kann. Dieses Phänomen trägt in beachtlichem Maße zur sog. ImmunseneszenzImmunseneszenz bei, einer allg. altersbedingten Abnahme der Immunfunktionen. Menschen mit einer generell gesteigerten NK-Zell-Aktivität zeigen einen stärker autonomen Lebensstil auch im steigenden Alter. Studien mit älteren Pat. zeigen, dass eine niedrigere NK-Zell-Aktivität mit der Mortalität nach Infektionen korreliert (Ogata 1997).
Die Aktivität von NK-Zellen kann sowohl in vivo als auch in vitro beeinflusst sein. So nimmt z. B. die NK-Zell-Aktivität durch das Tumorgeschehen im Krankheitsverlauf von Krebspat. nachweisbar ab. Zudem konnte gezeigt werden, dass Pat. mit einer hohen NK-Zell-Aktivität eine signifikant längere metastasenfreie Überlebenszeit aufweisen als Pat. mit einer niedrigen NK-Zell-Aktivität.
Während durch die Untersuchung der Lymphozyten-Subpopulationen eine quantitative Bestimmung der NK-Zellen erfolgen kann, ermöglicht der Tumor-Killing-Test Natürliche Killerzellen:Aktivitäteine Tumor-Killing-Test:PrinzipFunktionsüberprüfung dieser Zellpopulation. Hierbei wird die Fähigkeit der NK-Zellen zur Lyse von Tumorzellen bestimmt und als NK-Grundaktivität angegeben. Dazu werden die Lymphozyten aus dem Patientenblut isoliert und mit einer humanen Tumorzelllinie in definierter Zellzahl und über eine vordefinierte Inkubationszeit kokultiviert. Anschließend wird der Anteil der im Inkubationsverlauf abgetöteten Tumorzellen bestimmt. Hierdurch lässt sich die Funktionsfähigkeit der NK-Zellen des Pat. ermitteln. Zusätzlich zur Bestimmung der Grundaktivität besteht die Möglichkeit, einzelne Immunmodulatoren auf eine etwaige In-vitro-Aktivitätssteigerung der NK-Zellen zu testen (Abb. 4.5). Eine solche Wirkung wurde bisher für Substanzen verschiedenster Stoffgruppen nachgewiesen (z. B. Mistellektine, Vit. C u. a.).

GUT ZU WISSEN

Wir empfehlen, den Tumor-Killing-Test vor Beginn einer Zytostatika-Therapie durchzuführen, da anhand der in takten NK-Zellen das immunmodulierende Potenzial der verschiedenen Präparate deutlicher hervortritt als unter Therapie. Darüber hinaus kann der Pat. davon profitieren, wenn das potenteste Präparat gleich zu Beginn der Zytostatika-Therapie begleitend eingesetzt wird.

Präanalytik
Probenmaterial: 3 × Heparin-Blut
Besonderheiten: Kortikosteroide oder NSAR mind. 24 h vor der Blutentnahme absetzen
Lagerung & Transport: Lagerung bei RT
Expressversand: Die Blutprobe sollte binnen 24 h im Labor eintreffen; bitte Probenabholung im Labor anfordern
Befundinterpretation
NK-Zell-GrundaktivitätEine Grundaktivität < 10 % ist als NK-Zell-Grundaktivität mit einer reduzierten Tumor-Killing-Rate zu werten.
StimulationskontrolleAls Stimulationskontrolle wird die Wirkung von IL-2 (Proleukin) herangezogen. Dieses Zytokin zeigt eine stimulierende Wirkung auf alle Lymphozyten und wird auch als T-Zell-Wachstumsfaktor bezeichnet.
Therapeutisch kommt IL-2 als begleitende Maßnahme in der Tumortherapie, v. a. bei immunogenen Tumoren, zum Einsatz.
Wirkung verschiedener Testsubstanzen auf die Grundaktivität der NK-ZellenEine Erhöhung der Grundaktivität um mind. 10 % (hier: 5,5 % + 0,55 % = mind. 6,05 %) kann als positive, stimulierende Wirkung gewertet werden. In Abb. 4.5 trifft das für folgende Immunmodulatoren zu:
  • Isorel A

  • Tumor-Killing-Test:ImmunmodulatorenImmunmodulatoren, Tumor-Killing-TestIsorel M

  • Isorel P

  • Assalix

  • Factor AF2

  • Polyerga

Innerhalb der individuell getesteten Immunmodulatoren kann im obigen Beispiel die höchste Steigerung der NK-Zell-Aktivität durch den Einsatz von Polyerga erzielt werden.
Medikation/Therapie
Neben individuell getesteten Therapeutika können alternativ oder zusätzlich Therapeutika eingesetzt werden, von denen bekannt ist, dass sie im Allg. die NK-Zellfunktion stimulieren können. Bei der Auswahl der Präparate für den Pat. sind ggf. vorhandene Kontraindikationen zu berücksichtigen (s. Beipackzettel des jeweiligen Herstellers).
Indikationen, Zusammensetzung, Dosierungs- und Anwendungsempfehlungen s. Anhang Tab. A–Z.

THERAPIEEMPFEHLUNGEN

  • Natürliche Killerzellen:Aktivitätnutriglucan® (nutrimmun) nutriglucan®:Indikationen

Beurteilung der Antikörper-Syntheseleistung

Differenzierung der IgG-Subklassen
Die Differenzierung der IgG-Subklassen zeigt die Syntheseleistung der B-Zellen an und lässt damit Rückschlüsse auf die qualitative Leistung der Lymphozyten zu.
Das IgG wird in vier Immundefekte:Antikörper-SyntheseleistungSubklassen unterteilt (Normwerte Tab. 4.3), denen jeweils unterschiedliche Funktionen zugeordnet werden können. Eine Erhöhung der IgG-Subklassen ist bei Pat. mit chron. Antigenbelastung zu beobachten. Während z. B. bei HIV-Pat. eine IgG1- und IgG4-Erhöhung zu verzeichnen ist, findet sich bei Pat. mit allergischer Alveolitis ein massiver IgG2-Anstieg. Allergiker weisen ansonsten eine Vermehrung von IgG4 auf.
Präanalytik
Probenmaterial: Serum
Besonderheiten: Keine
Lagerung & Transport: Lagerung bei RT
Bei Lagerung über Nacht wird die Kühlung der Probe empfohlen (2–8 °C)
Versand im mitgelieferten Umröhrchen auf dem Postweg möglich
Befundinterpretation
IgG1-MangelAus einem Mangel an IgG1 resultieren rezid. virale und bakt. Infekte. Oftmals liegt ein gleichzeitiger Mangel an IgG2 und IgG3 vor. Dies kann zu besonders schwerwiegenden Krankheitsverläufen führen.
IgG2-MangelAus einem IgG-Subklassen, Befund(interpretation)IgG2-Mangel resultieren häufige Infekte der oberen und unteren Atemwege. Es besteht eine erhöhte Infektanfälligkeit ggü. Staphylococcus pneumoniae und Haemophilus influenza. Häufig in Komb. mit einem IgG4- und IgA-Mangel. Auch Autoimmunerkr. sind im Zusammenhang mit einem IgG2-Mangel zu beobachten.
IgG3-MangelBei einem IgG3-Mangel treten rezid. Atemwegsinfekte, Sinusitiden, Otitiden, häufige Diarrhöen und/oder Asthma bronchiale auf. Bei Komb. mit einem IgG1-Mangel kommt es zu besonders schweren Verläufen.
IgG4-MangelIgG4 wird bei chron. Antigenstimulation gebildet und ist die Grundlage der Hyposensibilisierung. Es blockiert die IgE-Antwort. Die Bedeutung eines isolierten IgG4-Mangels ist heute umstritten. Ein entsprechendes Phänomen ist bei fast 6 % asymptomatischer Pat. zu beobachten. Einige Autoren beschreiben bei einem IgG4-Mangel bronchopulmonale Erkr., Bronchiektasien und rezid. Otitiden. In Komb. mit einem anderen IgG-Subklassenmangel sind Störungen der Infektabwehr zu erwarten.
Weiterführende Diagnostik bei unzureichender Anktikörper-Synthese
  • Immunstatus (4.4.1)

  • Vitamine und Mikronährstoffe (4.5)

  • Fettsäure-Profil

  • Aminosäure-Profil

Medikation/Therapie
Nachstehend ist ein Therapeutikum zur naturheilkundlichen Behandlung eines IgG-Ak-Mangels aufgeführt. Dabei sind ggf. vorhandene Kontraindikationen zu berücksichtigen (s. Beipackzettel des jeweiligen Herstellers).
Indikationen, Zusammensetzung, Dosierungs- und Anwendungsempfehlungen s. Anhang Tab. A–Z.

THERAPIEEMPFEHLUNGEN

  • IgG-Antikörper-Mangel, Therapieempfehlungenmucozink®mucozink®:Indikationen (nutrimmun)

Risiko sIgA-Mangel
Das sekretorische IgA (sIgA) wird über Bindungen an sIgA:BefundinterpretationImmundefekte:Antikörper-SyntheseleistungCysteinreste des Mukus zum festen Bestandteil der „unstirred layer3

3

Lagerung Unstirred layer: Flüssigkeitsschicht, die die Oberfläche des Darmepithels bedeckt und eine Barriere für die Diffusion bildet.

“ der Schleimhaut. sIgA trägt durch komplexe immunbiologische Funktionen entscheidend zum „antiseptic paint4

4

Antiseptic painting: desinfizierender „Anstrich“.

“ bei, weshalb es als bedeutendes Schutzglobulin der Schleimhäute gilt. Es leistet einen entscheidenden Beitrag zur Neutralisierung von Viren und verhindert neben der Keimkolonisation die Keimadhärenz.
Präanalytik
Probenmaterial: Speichel oder Stuhl
Besonderheiten: Keine
& Transport: Lagerung bei RT
Bei Lagerung über Nacht wird die Kühlung der Probe empfohlen (2–8 °C)
Versand im mitgelieferten Umröhrchen auf dem Postweg möglich
Befundinterpretation
Normwerte im Speichel: 102–478 μg/ml
Befundbeispiele und Interpretationen des sIgA aus Stuhlproben ▸ 1.4.
Erhöhte WerteEin erhöhtes sIgA im Speichel spricht mit hoher Wahrscheinlichkeit für eine akute oder chron. Affektion der humoralen Immunabwehr der Schleimhäute.
  • Weiterführende Diagnostik: je nach Beschwerdebild Ausschluss von Infektion, Allergie (ggf. Autoimmunerkr.).

Verminderte WerteEin erniedrigtes sIgA im Speichel spricht für einen IgA-Mangel. Kontrollen aus Stuhlproben oder nach 3 Mon. erneut aus einer Speichelprobe zur Bestätigung wird empfohlen.
Weiterführende Diagnostik: Bestimmung der IgA-Subklassen (i. d. R. beide Subklassen vermindert, fehlende terminale Differenzierung)
Medikation/Therapie
Die Zusammenstellung der nachstehend aufgeführten Präparate zur naturheilkundlichen Behandlung einer verminderten Antikörper-Syntheseleistung ist als Anregung zu verstehen und stellt kein aufeinander abgestimmtes Therapiekonzept dar. Bei der individuellen Auswahl der Präparate für den Pat. sind ggf. vorhandene Kontraindikationen zu berücksichtigen (s. Beipackzettel des jeweiligen Herstellers).
Indikationen, Zusammensetzung, Dosierungs- und Anwendungsempfehlungen s. Anhang Tab. A–Z.

THERAPIEEMPFEHLUNGEN

  • Antikörper:verminderte Synthesemucozink®mucozink®:Indikationen (nutrimmun)

  • probiotik® pur (nutrimmun) probiotik® pur:Indikationen

  • nutriglucan® (nutrimmun) nutriglucan®:Indikationen

Immundefizit durch Mangel an mannosebindendem Lektin (MBL)

Mannose ist ein aus sechs Kohlenstoffatomen aufgebauter Aldehydzucker, der als Pflanzeninhaltsstoff sowie auf der Oberfläche zahlreicher Mikroben vorkommt (Abb. 4.6). MBL ist ein wichtiger Faktor der angeborenen Immunabwehr und wird lange vor der Bildung spezifischer Ak aktiv („first line defense of infection“). MBL erkennt die spezifischen Kohlenhydratmuster auf der Oberfläche einer Vielzahl pathogener Mikroorganismen und initiiert eine Ak-unabhängige Aktivierung des Komplementsystems, die zu einer Lyse und Phagozytose des Erregers führt.
Eine besonders wichtige Mannosebindendes LektinImmundefekte:MBL-MangelIndikation für die MBL-Bestimmung stellen onkologische Erkr. dar. Tumorpat. unter aggressiver Therapie sind bei MBL-Defizienz in besonderem Maße komplikationsgefährdet, sodass möglichst früh ein weit reichender und konsequenter Infektionsschutz zu betreiben ist.
Präanalytik
Probenmaterial: Serum
Besonderheiten: Keine
Lagerung & Transport: keine Besonderheiten
Befundinterpretation
Normwerte: 100 g/ml
Klinische Relevanz niedriger MBL-Spiegel
  • Erhöhte Infektbereitschaft

  • Rezidivierende Mannosebindendes Lektin:erniedrigte Werte, RelevanzPilzinfektionen

  • Erhöhte Komplikationsrisiken bei Infektionen

  • Verlängerter Krankheitsverlauf

  • Langwierige fieberhafte Reaktionen bei Tumorpatienten unter Chemotherapie

  • Schnellere Progredienz von HIV

  • Erhöhtes Risiko für wiederholte Aborte (intrauterine Infektionen?)

  • Erhöhtes Risiko für Autoimmunerkr. wie SLE oder RA

Eine unzureichende Bildung von MBL ist auf verschiedene Mutationen des MBL-Gens zurückzuführen (4.2). MBL-Spiegel < 100 ng/ml sprechen für eine heterozygote Mutation, während Werte < 50 ng/ml auf eine homozygote Mutation hinweisen.
Medikation/Therapie
Bei sich anbahnenden Infektionen sollte die Indikation für eine antibiotische bzw. antimykotische Therapie großzügiger als sonst üblich gestellt werden.

Immunogene Mikronährstoffe

Mikronährstoffe sind an vielen Mikronährstoffe:immunogeneImmundefekte:MikronährstoffmangelImmunreaktionen beteiligt. Ein defizitärer Versorgungsstatus gehört zu den wichtigsten Ursachen immunologischer Schwächen. Eine Therapie mit Mikronährstoffen kann daher als zwingend notwendige Basismaßnahme bezeichnet werden. Substrate wie Vit. A, C, D, E, Pyridoxin (Vit. B6), Pantothensäure (Vit. B5), Folsäure, Eisen, Kupfer, Magnesium, Selen und Zink sind hier besonders hervorzuheben.
Zur Beurteilung der Mikronährstoffversorgung haben sich Untersuchungen bewährt, bei denen mehrere Mikronährstoffe gleichzeitig analysiert werden. Als kostengünstiges Basisprofil zur präventiven Diagnostik bietet sich das Mikronährstoff-Profil an, mit dem die Elemente Mikronährstoff-Profil:IndikationKalzium, Eisen, Kalium, Kupfer, Magnesium, Selen, Zink sowie Vit. B6 untersucht werden. Da die Elemente im Vollblut untersucht werden, wird zur korrekten Interpretation der Ergebnisse ein rotes Blutbild benötigt.
Hintergrund
Die Konzentrationen der überwiegend intrazellulär gebundenen Elemente stehen in direktem Zusammenhang mit der erythrozytären Zellmasse, sodass eine anämische Situation defizitäre Mikronährstoffspiegel vortäuschen und im Umkehrschluss eine Polyglobulie-Tendenz als Überversorgung erscheinen würde. Bei Pat. mit auffälliger Anamnese hinsichtlich häufig rezid. Infekte sollten weitere Vitamine analysiert werden. Die Untersuchung von Vit. A, C, D und E stellt den ersten Schritt einer sinnvollen Erweiterung des Basisprofils dar.
Bei Pat. mit chron. bzw. konsumierenden Erkr. sollten neben der Untersuchung der immunwirksamen Vitamine und Spurenelemente auch das Coenzym Q10 sowie ein Aminosäure-Profil inkl. L-Carnitin erfasst werden. Hinsichtlich der Aminosäuren spielen Glutamin, Glutathion sowie Arginin für die Immunfunktionen eine besondere Rolle. Während Glutamin einen Anstieg der T-GlutaminLymphozyten bewirkt, stimuliert Arginin die Aktivität und den ArgininReifungsprozess von T-Zellen, was ebenfalls zu einem Anstieg der T-Zell-Populationen führt. Durch kombinierte Gabe von Arginin und Lysin wird dieser Effekt verstärkt.Lysin
Darüber hinaus wirkt sich eine Ernährungsweise mit einem hohen Linolsäureanteil (Omega-6-Fettsäuren) stets negativ auf die Immunleistung aus. Während Omega-6-Fettsäuren immunsuppressive und Omega-6-Fettsäurenentzündungsfördernde Eigenschaften aufweisen, verbessern Omega-3-Fettsäuren die Immunantwort und wirken gleichsam entzündungshemmend.
Wie eine Reihe von epidemiologischen Untersuchungen zeigt, ist die Mikronährstoffversorgung der Allgemeinbevölkerung insg. unbefriedigend. Hiervon am stärksten betroffen sind Kinder, jüngere Frauen, ältere Menschen, Heimbewohner und chronisch Kranke.
Präanalytik
Probenmaterial:
  • Mikronährstoff-Profil inkl. B6, Folsäure, Glutathion, Omega-3-Index1 × Heparin, 2 × EDTA

  • Vit. A, B5, D (25-OH), E, Carnitin-Profil, Q101 × Serum

  • Vitamin C1 × Vit.-C-Spezialröhrchen

  • Aminosäuren im Serum1 × Aminosäuren-Spezialröhrchen

Besonderheiten:
Die Blutabnahme sollte nüchtern erfolgen.
Testset mit Anleitung für Aminosäuren im Serum:
  • Zentrifuge in der Praxis vorhanden:Monovetten oder Vacutainer-System: 1 × Serum mit Stabilisator oder gefroren

    • Gewinnung des Serums durch Zentrifugation

    • 1,6 ml Serum aspirieren und in das dem Testset beigelegte Röhrchen mit Stabilisator umfüllen.

    • Deckel schließen und die Probe durch kräftiges Schütteln sorgfältig mischen.

    • Alternativ kann das abpipettierte Serum auch in ein neutrales Serum-Röhrchen umgefüllt, eingefroren (mind. 4–5 h bei –20 °C) und mit Kühlbox per Express versandt werden.

  • Keine Zentrifuge in der Praxis vorhanden:

Vacutainer: 3 × Heparin-Plasma mit Stabilisator
Monovetten: nicht möglich, alternativ 3 × Vacutainer-Heparin mithilfe eines Adapters gewinnen:
    • Damit sich die zellulären Bestandteile absetzen können, die Heparin-Röhrchen 1 h senkrecht aufstellen.

    • Aus bis zu 3 Heparin-Röhrchen insg. 1, 6 ml Serum aspirieren und in das dem Testset beigelegte Röhrchen mit Stabilisator umfüllen.

    • Deckel schließen und die Probe durch kräftiges Schütteln sorgfältig mischen.

Lagerung & Transport:
  • Lagerung aller Proben bei RT

  • Bei Lagerung über Nacht wird die Kühlung des Serums empfohlen (2–8 °C)

  • Versand aller Blutröhrchen in den mitgelieferten Umröhrchen auf dem Postweg möglich.

  • Ausnahme: Tiefgefrorene Serum-Proben (Aminosäuren) sollten in einer Kühlbox per Express versandt werden. Bitte Kühlelemente und Fahrdienst im Labor anfordern.

  • Zentrifugiertes Serum mit Stabilisator bei RT aufbewahren und über den Postweg versenden.

Befundinterpretation
Der Optimierung des Versorgungsstatus kommt bereits bei der Infektprävention eine hohe Bedeutung zu. Gesichert ist ein solches Mikronährstoff-Profil:Befund(interpretation)Vorgehen für Vit. A, C, D, E, Pyridoxin (Vit. B6), Pantothensäure (Vit. B5), Folsäure, Eisen, Kupfer, Magnesium, Selen und Zink (zur Bedeutung eines Defizits der genannten Nährstoffe auf das Immunsystem Tab. 4.1).
Auch hinsichtlich der Komplikationsrisiken bei bereits Erkrankten sowie deren Rekonvaleszenz sind entsprechende Zusammenhänge zu berücksichtigen. Eine akute Infektion hat beträchtliche nutritive Folgen und kann eine Malnutrition in erheblichem Umfang verstärken oder induzieren. Die Situation ist als besonders kritisch anzusehen, wenn bereits vor der Infektion eine defizitäre Situation bestanden hat.
ZielwerteFür eine effektive Prävention sollten Werte im oberen Normbereich bzw. bei Hk-korrelierten Ergebnissen Werte angestrebt werden, die ca. 10 % über dem Median liegen.
Medikation/Therapie
Die Zusammenstellung der nachstehend aufgeführten Präparate zur naturheilkundlichen Behandlung mit immunogenen Mikronährstoffen ist als Anregung zu verstehen und stellt kein aufeinander abgestimmtes Therapiekonzept dar. Bei der individuellen Auswahl der Präparate für den Pat. sind ggf. vorhandene Kontraindikationen zu berücksichtigen (s. Beipackzettel des jeweiligen Herstellers).
Indikationen, Zusammensetzung, Dosierungs- und Anwendungsempfehlungen s. Anhang Tab. A–Z.

THERAPIEEMPFEHLUNGEN

  • Mikronährstoff-Therapie, komplementäre:Immunstörungenmucozink®mucozink®:Indikationen (nutrimmun)

  • PASCORBIN® 7,5 gPASCORBIN® 7,5<2009>g:Indikationen (PASCOE)

Allgemeine Empfehlungen zur Medikation/Therapie

Die Zusammenstellung der nachstehend aufgeführten Präparate zur naturheilkundlichen Behandlung von Immunstörungen und Infektanfälligkeit ist als Anregung zu verstehen und stellt kein aufeinander abgestimmtes Therapiekonzept dar. Bei der individuellen Auswahl der Präparate für den Pat. sind ggf. vorhandene Kontraindikationen zu berücksichtigen (s. Beipackzettel des jeweiligen Herstellers).
Indikationen, Zusammensetzung, Dosierungs- und Anwendungsempfehlungen s. Anhang Tab. A–Z.

THERAPIEEMPFEHLUNGEN

  • Infektanfälligkeit:TherapieempfehlungenImmundefekte:TherapieempfehlungenMutaflor® Suspension (Ardeypharm) Mutaflor® Suspension:Indikationen

  • Zinkcitrat 30Zinkcitrat 30:Indikation (NICApur)

  • Ester-C® Ester-C® 240:Indikation240 (NICApur)

  • ColostrumColostrumKolostrum:Indikationen (Biogena)

  • ImmunoMyk®:IndikationImmunoMyk® (Biogena)

  • Coriolus & Coriolus & C:IndikationC (Biogena)

  • PhytoBiotika®PhytoBiotika®:Indikationen (Biogena)

  • mucozink®mucozink®:Indikationen (nutrimmun)

  • PASCORBIN® 7,5 gPASCORBIN® 7,5<2009>g:Indikationen (PASCOE)

  • LYMPHDIARAL® Basistropfen LYMPHDIARAL® Basistropfen SL:IndikationSL (PASCOE)

  • PASCOLEUCYN® N PASCOLEUCYN® N Tropfen:IndikationTropfen (PASCOE)

Komplementäre Mikronährstoff-Therapie
  • Mikronährstoffe zur Immunstimulation:Zink zeigt Studien zufolge einen Zink:ImmunstimulationMikronährstoff-Therapie, komplementäre:ImmunstörungenImmundefekte:Mikronährstoff-Therapie, komplementäredirekten Einfluss auf das Erkrankungsrisiko bzw. die Dauer und Intensität von Erkr. Eine mangelhafte Zinkversorgung beeinträchtigt insb. die Bildung und Aktivität von Phagozyten und NK-Zellen. Zudem wird vermutet, dass Zink die Bildung entzündungsfördernder Zytokine hemmt und dadurch auf das Infektionsgeschehen direkten Einfluss nimmt (Tagesdosis kurzfristig 60–90 mg.). Bei Erkältungen kann eine rechtzeitige und ausreichend hohe Vit.-C-Supplementierung (1–5 g/Tag) die Krankheitsdauer bei Erw. und Kindern signifikant verbessern. Durch hoch dosierte Gaben von Vit. C lässt sich ein Abfall der Vit.-C-Konzentration in den Leukozyten verhindern und ihre Phagozytose-Aktivität dadurch steigern.

  • Unterstützung mit bovinen Antikörpern:Bovines Kolostrum ist fast identisch mit Kolostrum:bovinesmenschlichem Kolostrum. Die Erstmilch zeichnet sich durch spezielle Inhaltsstoffe aus (u. a. IgG, IgA, IgM, Glykoproteine wie Laktoferrin und prolinreiche PRP), deren Wirkungsspektrum v. a. in der Breitband-Immunmodulation liegt.

  • Immunstimulation mit Biological Response Immunstimulation durch Biological Response ModifiersModifiers:Beta-Glukan ist ein Biological Response Modifiersnatürliches Polysaccharid, welches das Immunsystem durch vermehrte Bildung von Zytokinen wie TNF-α und IL-1β anregt, die wiederum an die Glukan-Rezeptoren der Makrophagen und Beta-GlukanNeutrophilen binden können. Zudem unterdrückt Beta-Glukan das Entstehen von Superoxid-Anionen und Hydrogenperoxid, die durch ihre Wirkung als freie Radikale die Immunzellen schwächen können. Nachweislich verbessert es zudem die Aktivität der natürlichen und lymphokinaktivierten Killerzellen. Beta-Glukan wird aus Hefezellen gewonnen, natürliche Quellen sind aber auch die in der TCM häufig eingesetzten Medizinalpilze Reishi und Shiitake.Shiitake enthält Lentinian, die Shiitakebioaktive Beta-Glukan-LentinianFraktion. Es verbessert die Ausschüttung von IgA auf den Schleimhautoberflächen, erhöht die Bildung monozytenspezifischer T-Zellen und intensiviert die zytotoxische Wirkung der Makrophagen ggü. Bakterien und Viren. Zudem werden vermehrt spezielle Antikörper gebildet (IgG2- und IgM-heterophile Ak), wodurch sich ein zusätzlicher spez. immunologischer Schutz aufbauen kann.Reishi enthält das spezielle ReishiProteoglykan GLIS, das v. a. die B-Lymphozyten aktiviert. In Studien wurden eine Stimulierung der Immunzellenbildung in der Milz sowie eine Beeinflussung der Bildung immunrelevanter Gewebshormone durch Reishi-Sporen gezeigt.Der Vitalpilz Coriolus enthält als biologische CoriolusLeitsubstanz die beiden proteingebundenen Polysaccharide PSP und PSK. Neben immunmodulierenden Effekten sind auch tumorhemmende und antivirale Wirkungen für Coriolus in Studien beschrieben.

  • Traditionelle Pflanzenextrakte zur Stärkung der Immunabwehr:Pflanzenextrakte zur ImmunabwehrPflanzenextrakte können über verschiedene Mechanismen Einfluss auf die Leistung des menschlichen Immunsystems nehmen. Zum einen existieren sog. Immunstimulanzien, welche die Aktivitäten des unspez. Immunsystems fördern, zum anderen haben viele Pflanzenstoffe eine direkte antibakt. und antivirale Wirkung auf die Antigene.Cat's Claw (Uncaria tomentosa) ist eineCat's Claw Lianenart, deren Uncaria tomentosaWurzelextrakt in der südamerikanischen Kräuterheilkunde traditionell bei chron. Entzündungen, Infektionen, Tumoren und Magengeschwüren eingesetzt wird.Astragalus membranaceus ist ein wichtiges Heilkraut in der TCM. Für die nachgewiesenen Astragalus membranaceusimmunstimulierenden Effekte scheinen spez. Polysaccharid-Fraktionen verantwortlich zu sein, die sowohl Makrophagen als auch B-Zellen aktivieren können. Zudem reguliert es die Proliferation von Monozyten, verbessert die Wirkung von T-Lymphozyten ggü. Tumorzellen durch gezielte Förderung der Phagozytosetätigkeit und erhöht die Zytokinin-Produktion (TNF-α und IL-6). Neben den positiven Effekten auf das Immunsystem scheint Astragalus membranaceus auch für einen adjuvanten Einsatz bei Chemotherapie geeignet zu sein. Als begleitendes Therapeutikum erhöht es die Effektivität der Chemotherapie und vermindert vermutlich die toxischen Begleiterscheinungen.Neem (Azadirachta indica) gehört zuNeem den Azadirachta indicaPhytotherapeutika des indischen Kulturraums mit stark antibakt. Eigenschaften. Bestimmte Inhaltsstoffe der Pflanze hemmen die Vermehrungsfähigkeit der Bakterien, indem sie den Aufbau der Bakterienmembranen stören. Der Extrakt scheint auch gegen einige Bakterienstämme aktiv zu sein, die bereits eine Antibiotikaresistenz entwickelt haben. Auch antivirale Eigenschaften, v. a. bei Retroviren, sind belegt.

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