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B978-3-437-56474-1.00005-2

10.1016/B978-3-437-56474-1.00005-2

978-3-437-56474-1

Direkte Thrust-Technik bei einer Läsion der Hüfte in Flexion.

Postisometrische Relaxierungstechnik bei einer Läsion der Hüfte in Flexion.

Thrust-Technik bei einer Läsion der Hüfte in Extension.

Postisometrische Relaxierungstechnik bei einer Läsion der Hüfte in Extension.

Thrust bei einer Läsion der gestreckten Hüfte in Adduktion.

Thrust bei einer Läsion der gestreckten Hüfte in Adduktion in Seitenlage.

Thrust bei einer Läsion der gestreckten Hüfte in Adduktion in Seitenlage mit günstiger Hebelarmsituation.

Postisometrische Relaxierungstechnik bei einer Läsion der gestreckten Hüfte in Adduktion.

Thrust bei einer Läsion der gebeugten Hüfte in Außenrotation.

Thrust bei einer Läsion der gestreckten Hüfte in Abduktion.

Thrust bei einer Läsion der gestreckten Hüfte in Abduktion mit günstiger Hebelarmsituation.

Postisometrische Relaxierungstechnik bei einer Läsion der gestreckten Hüfte in Abduktion.

Thrust bei einer Läsion der gebeugten Hüfte in Innenrotation.

Thrust bei einer Läsion der gestreckten Hüfte in Außenrotation in Rückenlage.

Thrust bei einer Läsion der gestreckten Hüfte in Außenrotation in Bauchlage.

Thrust bei einer Läsion der gebeugten Hüfte in Abduktion.

Thrust bei einer Läsion der gestreckten Hüfte in Innenrotation in Rückenlage.

Thrust bei einer Läsion der gestreckten Hüfte in Innenrotation in Bauchlage.

Thrust bei einer Läsion der gebeugten Hüfte in Adduktion.

Dekoaptation bei einer Läsion der Hüfte nach kranial.

Muskel-Energie-Technik bei einer Ilium-IS-anterior-Läsion in Rückenlage.

Muskel-Energie-Technik bei einer Ilium-IS-anterior-Läsion in Seitenlage.

Mobilisation mit Long Lever in Rückenlage bei einer Ilium-IS-anterior-Läsion.

Mobilisation mit Long Lever in Bauchlage bei einer Ilium-IS-anterior-Läsion.

Long-Lever-Thrust bei einer Ilium-IS-anterior-Läsion (Chicago-Technik).

Alternativer Thrust in Rückenlage bei einer Ilium-IS-anterior-Läsion.

Thrust in Seitenlage bei einer Ilium-IS-anterior-Läsion.

Thrust in Seitenlage mit „Radgriff“ bei einer Ilium-IS-anterior-Läsion.

Muskel-Energie-Technik in Rückenlage bei einer Ilium-IS-posterior-Läsion.

Mobilisation mit Long Lever in Rückenlage bei einer Ilium-IS-posterior-Läsion.

Mobilisation mit Long Lever in Bauchlage bei einer Ilium-IS-posterior-Läsion.

Thrust in Seitenlage bei einer Ilium-IS-posterior-Läsion.

Mobilisation mit Long Lever und Muskelenergie in Seitenlage bei einer Ilium-IS-Läsion in Outflare (Variante 1).

Mobilisation mit Long Lever und Muskelenergie in Seitenlage bei einer Ilium-IS-Läsion in Outflare (Variante 2).

Mobilisation mit Short Lever und Muskelenergie in Bauchlage bei einer Ilium-IS-Läsion in Outflare.

Mobilisation mit Long Lever und Muskelenergie in Seitenlage bei einer Ilium-IS-Läsion in Inflare.

Mobilisation mit Short Lever in Bauchlage bei einer Ilium-IS-Läsion in Inflare rechts.

Postisometrische Relaxierungstechnik in Seitenlage bei einer Ilium-IS-Läsion in Inflare rechts.

Tug mit Short Lever in Seitenlage bei einer Ilium-Up-Slip-Läsion rechts.

Tug mit Long Lever in Rückenlage bei einer Ilium-Up-Slip-Läsion li.

Tug mit Long Lever in Bauchlage bei einer Ilium-Up-Slip-Läsion re.

Thrust oder Mobilisation mit Short Lever in Seitenlage bei einer Ilium-Down-Slip-Läsion rechts.

Mobilisation in Rückenlage bei einer Iliumläsion in Außenrotation in der Symphysis pubica und im ISG links.

Mobilisation in Rückenlage bei einer Iliumläsion in Innenrotation in der Symphysis pubica und im ISG rechts.

Mobilisation in Rückenlage bei einer Pubis-inferior-Läsion links.

Recoil-Technik in Rückenlage bei einer Pubis-inferior-Läsion links.

Mobilisation in Rückenlage bei einer Pubis-Läsion in Inflare links.

Mobilisation in Rückenlage bei einer Pubis-Läsion in Outflare.

Dekoaptation der Symphysis pubica bei allgemeiner Unbeweglichkeit der Symphysis pubica.

Mobilisation in Bauchlage bei einer bilateralen Sakrum-anterior-SI-Läsion und Depressed Sacrum.

Mobilisation im Sitzen bei einer bilateralen Sakrum-anterior-SI-Läsion und Depressed Sacrum.

Sutherland-Technik bei einem Depressed Sacrum. a: Phase 1. b: Phase 2.

Mobilisation in Bauchlage bei einer bilateralen Sakrum-posterior-SI-Läsion.

Mobilisation im Sitzen bei einer bilateralen Sakrum-posterior-SI-Läsion.

Mobilisation in Bauchlage bei einer unilateralen Sakrum-anterior-SI-Läsion rechts.

Mobilisation in Bauchlage bei einer unilateralen Sakrum-posterior-SI-Läsion rechts.

Mobilisation in Bauchlage bei einer Sakrum-L/L-Läsion. Ansicht von kranial. LSA = linke schräge Achse.

Mobilisation in Bauchlage bei einer Sakrum-L/L-Läsion. Ansicht von lateral. LSA = linke schräge Achse.

Mobilisation in Bauchlage bei einer Sakrum-L/L-Läsion. Alternative Ausgangsposition mit Kissen unter dem rechten Oberschenkel und der linken Spina iliaca anterior superior. LSA = linke schräge Achse.

Muskelenergie in Seitenlage bei einer Sakrum-L/L-Läsion.

Mobilisation in Bauchlage bei Sakrum-L/R-Läsion. LSA = linke schräge Achse.

Mobilisation in Bauchlage bei Sakrum-L/R-Läsion. Alternative Ausgangsposition mit Kissen unter dem rechten Oberschenkel und der linken SIAS. LSA = linke schräge Achse.

Muskelenergie in Seitenlage bei Sakrum-L/R-Läsion.

Thrust in Seitenlage bei Sakrumläsion in Seitneigung nach links.

Thrust in Bauchlage bei Sakrumläsion in Rotation nach links. VA = vertikale Achse.

Thrust in Seitenlage bei Sakrumläsion in Rotation nach links.

Mobilisation in Bauchlage mit Short Lever bei Sakrum-SI-Up-Slip-Läsion rechts.

Mobilisation in Bauchlage mit Short Lever bei Sakrum-SI-Down-Slip-Läsion rechts.

Faszialer Ausgleich des Sakrums in Rückenlage. a: Sakrum posteriorisieren. b: Sakrum anteriorisieren. c: Sakrumseitneigung nach rechts. d: Sakrumseitneigung nach links. e: Sakrumrotation nach links um die vertikale Achse. f: Sakrumrotation nach rechts um die vertikale Achse.

Lumbar Roll bei einer Läsion L5 in NS(links)R(rechts).

Lumbar Roll bei einer Läsion L5 in FR(rechts)S(rechts).

Lumbar Roll bei einer Läsion L5 in ER(rechts)S(rechts).

Position der anteriorenTenderpoints (TP)anteriorePosition Tenderpoints des Beckens.

Position der posteriorenTenderpoints (TP)posteriorePosition Tenderpoints des Beckens.

Behandlung vom Tenderpoint des M. iliopsoas.

Behandlung von ISID (Inferior-SI-Dysfunktion): Tenderpoint bei „Low-ilium flare-out Disease“.

Behandlung von ING: Tenderpoint des Lig. inguinale.

Behandlung vom anterioren TenderpointSymphysis pubicaTenderpoint, anteriorer, Behandlung der Symphysis pubica AL5.

Behandlung vom TenderpointLumbosakraler ÜbergangTenderpoint, posteriorer, Behandlung des lumbosakralen Übergangs: posteriorer Tenderpoint von L5/inferiorer Punkt 2.

Behandlung vom posterioren Tenderpoint von L5/superiorer Punkt.

Behandlung vom Tenderpoint bei „High Ilium Sacroiliac Disease“.

Behandlung vom posterioren Tenderpoint von L5/inferiorer Punkt 1.

Behandlung vom Tenderpoint bei „High Flare-Out Sacroiliac Disease“.

Behandlung vom Tenderpoint bei „Midpole Sacroiliac Disease“.

Behandlung vom Tenderpoint des M. piriformis.

Längentest des M. iliopsoas links.

Dehnung des M. iliopsoas links.

Mobilisation der Gleitschichten des M. iliopsoas rechts.

Indirekte Behandlungstechnik des M. iliopsoas links.

Behandlung der Gleitflächen der Fascia thoracolumbalis, Fascia glutaea und Fascia lata.

Behandlung der Gleitflächen des Stratum subgluteale und Faszien des M. gluteus minimus und M. piriformis.

Behandlung der kraniokaudalen Gleitbeweglichkeit des N. ischiadicus.

Behandlung der laterolateralen Gleitbeweglichkeit des N. ischiadicus.

Thrust-Techniken: KontraindikationenNerven(wurzel)läsionenThrust-Techniken, KontraindikationenBindegewebsnekrosen, Thrust-Techniken, KontraindikationenWhiplash-Verletzungen, Thrust-Techniken, KontraindikationenDemyelinisierung, Thrust-Techniken, KontraindikationenDown-Syndrom, Thrust-Techniken, KontraindikationenBandscheibenprolaps, Thrust-Techniken, KontraindikationenGicht, Thrust-Techniken, KontraindikationenArthritis, rheumatoide, Thrust-Techniken, KontraindikationenSpondylitis ankylopoetica, Thrust-Techniken, KontraindikationenArteriosklerose, Thrust-Techniken, KontraindikationenIntrauterinpessar (IUP)Thrust-Techniken, KontraindikationenNierensteine, Thrust-Techniken, Kontraindikationen,Knorpelinfektionen, Thrust-Techniken, KontraindikationenOsteochondrosis, Thrust-Techniken, KontraindikationenSchwangerschaftThrust-Techniken, Kontraindikationen

Tab. 5.1
Bereich Kontraindikationen Hinweise
Knochen Schwächung z. B. durch
  • Osteoporose

  • Osteophyten

  • Frakturen

  • Neubildungen (benigne und maligne Tumoren)

  • Tuberkulose

  • Osteomyelitis

  • Abklärung durch Röntgenaufnahmen und umfangreiches Screening

  • bei unüblichen Zeichen, wie z. B. akute, starke Schmerzen ohne klinisches Korrelat oder ohne Dysfunktion, vor der Behandlung erst vorsichtig das Testverfahren erneut durchlaufen und evaluieren

Nervenstrukturen Anzeichen für zentrale Nervenläsionen oder Demyelinisierung (z. B. bei multipler Sklerose) absolute Kontraindikation für Thrust-Techniken
Blutgefäße
  • Kalkablagerungen bzw. Arteriosklerose

  • vor allem vertebrobasiläres Syndrom der HWS

vertebrobasiläres Syndrom der HWS:
  • Symptome: Schwindel, Nackenkopfschmerz sowie Kleinhirn- und Hirnnervensymptome

  • Ursache: Mangeldurchblutung der A. basilaris, z. B. bei Thrombose und Arteriosklerose

Bandstrukturen
  • Bindegewebsnekrosen der vertebralen Bandstrukturen bei rheumatoider Arthritis, insbesondere der HWS

  • geschwächte oder hypermobile Bänder (Whiplash-Verletzungen, Down-Syndrom)

Verzicht auf Anwendung von Thrust-Techniken und fest mobilisierenden Techniken
Bandscheiben Nervenwurzelreizung durch Verschiebung von Sequester eines Anulus fibrosus oder Nucleus pulposus in den Spinalkanal oder ins Foramen intervertebrale Risiko, Nervenstrukturen durch Thrust-Techniken zu verletzen
Synovialmembran und Gelenkkapsel
  • akute Entzündungen von Gelenk oder Kapsel

  • rheumatoide Arthritis

  • Gicht

  • Spondylitis ankylopoetica

absolute Kontraindikationen für Thrust-Techniken
innere Organe Verletzungsrisiko durch z. B.
  • ein Intrauterinpessar

  • Nierensteine

  • Schwangerschaft

Bei Infektionen und Blutungen darf grundsätzlich nur sehr vorsichtig oder gar nicht behandelt werden.
Knorpel akute Knorpelinfektionen, z. B. bei
  • Gicht

  • Osteochondrosis

Verzicht auf Anwendung von Thrust-Techniken
Faszien und Haut alle Infektionen Ausbreitungsgefahr
symptomatische Reaktionen Patient reagiert auf die Behandlung mit
  • heftigen Schmerzen

  • starken Spannungen

  • starkem Widerstand

Vor Behandlungsbeginn muss erst die Ursache genauer diagnostiziert werden.
Medikamente Kortikosteroide, Tranquilizer oder Antikoagulanzien können z. B. bei häufigem Gebrauch die Bänder schwächen. genaue Befragung des Patienten, um Hinweise auf mögliche Nebenwirkungen der Medikamente zu erhalten
fehlende Diagnose Ohne vorhergehende diagnostische Untersuchung sollte man einen Patienten nie behandeln.
persönliche Unsicherheit Bei Unsicherheit oder mangelnder Erfahrung sollte man besser keine Thrust-Techniken anwenden.

Becken-Behandlungstechniken

Einteilung

Direkte Techniken

Prinzip: Die KorrekturBeckenBehandlungstechniken erfolgt gegen den Widerstand einer pathologischen Veränderung.
High Velocity Low Amplitude (HVLA) Thrust

Thrust ist eineHVLA-ThrustThrust Korrekturtechnik, die mit einem schnellen Stoß von kleiner Amplitude und mit minimalem Kraftaufwand arbeitet.

  • Short Lever Thrust: Bei Short Lever Thrustdieser Technik mit kleinem Hebelarm wird unmittelbar auf den Knochen, z. B. den Proc. spinosus, eingewirkt.

  • Long Lever Thrust: DieseLong Lever Thrust Technik mit langem Hebelarm wird z. B. bei Seitenlage des Patienten angewendet, um die ganze Wirbelsäule „aufzurollen“.

Tug ist Tugeine Korrekturtechnik, die mit schnellem, ruckartigem Zug von kleiner Amplitude und mit minimalem Kraftaufwand arbeitet.

Nach Greenman [60] helfen diese Techniken, eine schmerzlose und geräuschlose Wiederherstellung der optimalen Gelenkfunktion zu erreichen. Für eine gute Korrektur muss es folglich nicht unbedingt im Gelenk „knacken“.
Wichtige Methoden bei Thrust-Techniken sind:
  • Joint Gapping: HierbeiJoint Gapping werden in der LWS z. B. meist Rotationstechniken angewandt, um die Gelenkflächen senkrecht voneinander zu separieren.

  • Joint Distraction: HierbeiJoint Distraction werden in der LWS z. B. meist Sidebending-Techniken eingesetzt, um die Gelenkflächen parallel aufeinandergleiten zu lassen.

Wie bei allen osteopathischen Techniken liegt die Kunst in der schnellen und vor allem „sanften“ Ausführung.
Low Velocity Stress Techniques
Bei diesen TechnikenLow Velocity Stress Techniques zur Gelenkmobilisation stehen Abbau von Stress im Gelenk – auch der viszeralen „Gelenke“ – und Entspannung im Vordergrund. Neben sanften passiven Mobilisationen können auch Muskel-Energie-, kraniosakrale und viszerale Techniken, wie z. B. das Listening, dazu gerechnet werden.
Muskel-Energie-Technik (MET)
Bei dieser TechnikMuskel-Energie-Techniken (MET) nach F. L. Mitchell sen. werden die Gelenke unter aktiven Muskelkontraktionen des Patienten mobilisiert. Zuerst bringt der Osteopath das Gelenk in Gegenrichtung zur Läsion („Anti-Läsionsrichtung“) möglichst nahe an die Stelle mit der motorischen Barriere heran. Anschließend lässt er den Patienten in Läsionsrichtung isometrische Kontraktionen mit geringem Kraftaufwand durchführen und leistet dabei sanft Widerstand. Nach jeder Kontraktion mit einer Dauer von 3–5 Sekunden folgt eine Entspannungsphase, bevor das Gelenk wieder passiv an seine motorische Barriere herangeführt wird. Der Vorgang wird 3- bis 5-mal oder häufiger wiederholt. Die Bezeichnung Muskel-Energie-Technik leitet sich davon her, dass durch die Eigenaktivität bzw. Energie der Muskeln bei den isometrischen Kontraktionen bereits entsprechende Korrekturen stattfinden.
Im englischen Sprachraum spricht man oft auch von Hold-Relax Techniques, während sich im deutschen und belgischen Sprachraum Begriffe wie postisometrische Normalisierungen oder myotensive Techniken eingebürgert haben.
Mitchell selbst sagt: „Zur Gelenkmobilisation sind maximale isometrische Kontraktionen nicht erwünscht, denn sie lassen die Gelenke straff und steif werden. Geringe Kontraktionen sind deshalb besser zur Gelenkmobilisation geeignet. Wenn aber ein Muskel oder eine Faszie gedehnt werden soll, sind kräftige isometrische Kontraktionen nützlich“[109].

Indirekte Techniken

Prinzip: Die KorrekturIndirekte Technik wird in die Richtung mit der wenigsten Spannung ausgeführt.
Recoil oder Rebound Thrust
Manchmal wird versucht, Recoil (Rebound) ThrustRecoil-Technikstatt der pathologischen die normale physiologische Barriere in entgegengesetzter Richtung zur Läsion zu finden und sie zu „thrusten“. Unmittelbar nach der Krafteinwirkung (Thrust) werden die Hände zurückgezogen, um die Rückstellkraft (Recoil) des Gewebes zur Korrektur zu nutzen.
Funktionelle Techniken
Sie werden zu den indirektenFunktionelle Techniken Techniken gezählt, weil es nicht darum geht, eine Restriktion direkt aufzusuchen und zu durchbrechen. Im Gegenteil, man lenkt den Patienten passiv in Richtung eines Punkts, an dem Spannung bzw. Widerstand am geringsten sind. Dabei sind Faktoren wie minimale fasziale Spannung oder eine während der Behandlung auftretende Schmerzlinderung von Bedeutung.
Strain-Counterstrain
Diese Technik nachStrain-CounterstrainSpontaneous Release by Positioning dem amerikanischen Osteopathen Lawrence Jones wird im deutschen Sprachraum manchmal auch als Spontaneous Release by Positioning bzw. spontane Befreiung durch Positionierung genannt (Kap. 5.7).
Ihr Prinzip besteht darin, Spannungen aus der Muskulatur nicht gewaltsam abzubauen, sondern das Gelenk in eine Position mit geringstmöglicher Spannung zu bringen und vom Patienten mindestens 90 Sekunden lang so halten zu lassen. Um eine weitere Entspannung von verkrampften Muskeln (Strain: Zugspannung) zu erreichen, wird anschließend noch ein leichter Gegenzug (Counterstrain) auf ihre Antagonisten ausgeübt. Zusätzlich helfen Tenderpoints (TP), Strain-CounterstrainTenderpointsTenderpoints (TP)Strain-Counterstrainderen Empfindlichkeit beim Anwenden der Technik abnehmen sollte, die Diagnose zu überprüfen (Kap. 5.7.1).
Die Strain-Counterstrain-Methode stellt in der Schmerztherapie eine echte Alternative zu Thrust-Techniken dar. Sie eignet sich insbesondere für ängstliche und verspannte Patienten oder bei Kontraindikationen für härtere Techniken.

Kontraindikationen für Thrust-Techniken

ObwohlThrust-Techniken, Kontraindikationen osteopathische Thrust-Techniken äußerst sicher und ungefährlich sind, da sie mit hoher Geschwindigkeit (High Velocity), geringem Bewegungsausmaß (Low Amplitude) und minimaler Kraft (Minimal Force) angewandt werden, ist es trotzdem ratsam, mögliche Kontraindikationen vorher abzuklären (Tab. 5.1).

Behandlungstechniken für Läsionen des Coxofemoralgelenks

In diesem KapitelCoxofemoralgelenk (CFG)Behandlungstechniken werden folgende Abkürzungen verwendet: CF = coxofemoral, IS = iliosakral und SI = sakroiliakal.
Da es sich meist um minimale endgradige, d. h. am Ende der passiven Beweglichkeit auftretende Bewegungseinschränkungen handelt (Kap. 1.5.3), werden diese Läsionen leider oft übersehen.

Läsion der Hüfte in Flexion oder Ilium-anterior-CF-Läsion in sagittaler Ebene

Einige Kennzeichen dieserHüfte/HüftgelenkFlexionsläsionensagittale EbeneFlexionsläsionenHüfte Hüftläsionin FlexionLäsionIlium-anterior-CF-Läsion, in sagittaler Ebene sind:
  • Verlust der endgradigen Posteriorbeweglichkeit des Iliums auf dem Femurkopf, weil es coxofemoral nach anterior gekippt ist

  • Verlust der endgradigen Extensionsbeweglichkeit der Hüfte durch coxofemorale Flexionsstellung des Femurs

  • Eingeschränktes coxofemorales Gelenkspiel (Gleitbewegung) des Caput femoris nach ventral

  • Überprogrammierung des M. rectus femoris und des M. sartorius

  • Überprogrammierung des M. erector spinae

  • Coxofemoral, iliosakral, lumbosakral und symphyseal auftretender Stress

Direkte Thrust-Technik: HVLA
Patient: in HVLA-ThrustIlium-anterior-CF-LäsionHüfte/HüftgelenkFlexionsläsionenHVLA-ThrustBauchlage
Therapeut: heterolateral (gegenüber der Läsion) neben dem Patienten stehend
Handposition:
  • Das Bein auf der Läsionsseite mit der kaudalen Hand proximal der Patella umgreifen; das Kniegelenk kann gestreckt oder gebeugt sein.

  • Die kraniale Hand auf das Coxofemoralgelenk in Höhe des Trochanter major legen.

Ausführung (Abb. 5.1):
  • Das Bein in Extension bis an die Restriktion anheben.

  • Gleichzeitig mit der kranialen Hand auf der Rückseite des Trochanter major nach ventral, d. h. zur Liege hin, drücken.

Ziel:
  • Das Bein in Extension etwas weiter anzuheben und gleichzeitig mit der kranialen Hand auf dem Trochanter einen minimalen, sehr schnellen Thrust nach ventrokranial auszuüben.

  • Die Technik kann auch ohne Thrust einfach zur Mobilisation angewandt werden.

Direkte muskuläre Technik: postisometrische Relaxierung
Patient: in Bauchlage, Relaxierung, postisometrischeIlium-anterior-CF-LäsionHüfte/HüftgelenkFlexionsläsionenpostisometrische Relaxierungdas freie (heterolaterale) Bein neben der Liege mit dem Fuß am Boden abstützend
Therapeut: heterolateral neben dem Patienten stehend
Handposition:
  • Das Bein auf der Läsionsseite mit der kaudalen Hand im Kniebereich umgreifen und es im Kniegelenk vorsichtig bis zur (muskulären) Restriktion beugen.

  • Mit der kranialen Hand den Trochanter major des Patienten auf der Liege fixieren.

Ausführung (Abb. 5.2):
  • Den Patienten bitten, das Knie in Extension und/oder die Hüfte in Flexion zu drücken.

  • Selbst dagegenhalten und keine Bewegung zulassen, damit der Patient eine isometrische Kontraktion von 5–10 Sekunden Dauer gegen den Widerstand ausführt.

  • In der Entspannungsphase das Knie beugen und die Hüftextension postisometrisch etwas verstärken.

  • Technik 3- bis 4-mal wiederholen, dann testen, ob sich das Gelenkspiel verbessert hat.

Läsion der Hüfte in Extension oder Ilium-CF-posterior-Läsion in sagittaler Ebene

Einige Kennzeichen dieserHüfte/HüftgelenkExtensionsläsionensagittale EbeneExtensionsläsionenHüfteHüftläsionin Extension Ilium-CF-posterior-Läsion, in sagittaler EbeneLäsion sind:
  • Verlust der endgradigen Anteriorbeweglichkeit des Iliums auf dem Femurkopf, weil es coxofemoral nach posterior gekippt ist

  • Verlust der endgradigen Flexionsbeweglichkeit der Hüfte durch Extensionsstellung des Femurs

  • Coxofemoral eingeschränktes Gelenkspiel (Gleitbewegung) des Caput femoris nach dorsal

  • Überprogrammierung der Mm. ischiocrurales und Mm. glutei

  • Überprogrammierung der Bauchmuskeln

  • Coxofemoral, iliosakral, lumbosakral und symphyseal auftretender Stress

Direkte Technik: HVLA-Thrust
Patient: in HVLA-ThrustIlium-CF-posterior-LäsionHüfte/HüftgelenkExtensionsläsionenHVLA-ThrustRückenlage
Therapeut: homolateral neben dem Patienten stehend oder sitzend
Handposition:
  • Auf der Läsionsseite das Bein des Patienten in Hüfte und Knie beugen.

  • Das Patientenknie gegen den eigenen Oberkörper stützen.

  • Mit beiden Händen den Oberschenkel unmittelbar distal des CFG umgreifen.

Ausführung (Abb. 5.3):
  • Hüftflexion bis zur Restriktion

  • Anschließend sehr schneller und extrem kurzer Thrust des Femurs nach dorsal

  • Darauf achten, keinen Schmerz auszulösen

Direkte muskuläre Technik: postisometrische Relaxierung
Patient: in Relaxierung, postisometrischeIlium-CF-posterior-LäsionHüfte/HüftgelenkExtensionsläsionenpostisometrische RelaxierungRückenlage
Therapeut: heterolateral neben dem Patienten stehend
Handposition:
  • Auf der Läsionsseite das Bein mit der kranialen Hand in Hüfte und Knie beugen.

  • Das andere Bein des Patienten mit der kaudalen Hand auf der Liege fixieren

Ausführung (Abb. 5.4):
  • Hüftflexion bis zur Restriktion, zur Verstärkung gleichzeitig die Hüfte leicht adduzieren und nach innen rotieren.

  • Den Patienten bitten, das Bein auszustrecken.

  • Selbst dagegenhalten und keine Bewegung zulassen, damit der Patient eine isometrische Kontraktion von 5–10 Sekunden Dauer gegen den Widerstand ausführt.

  • In der postisometrischen Entspannungsphase die Hüfte etwas weiter beugen.

  • Technik 3- bis 4-mal wiederholen, dann testen, ob sich das Gelenkspiel verbessert hat.

Adduktionsläsion bei gestreckter Hüfte oder Ilium-CF-Inflare-Läsion in frontaler Ebene

Einige Kennzeichen dieserHüfte/HüftgelenkAdduktionsläsionenfrontale EbeneAdduktionsläsionen, HüfteIlium-CF-Inflare-Läsion, in frontaler Ebene Läsion sind:
  • Verlust der endgradigen Outflare-Beweglichkeit des Iliums auf dem Femurkopf, weil es coxofemoral in Inflare-Stellung gekippt ist

  • Verlust der endgradigen Abduktionsbeweglichkeit der Hüfte durch Adduktionsstellung des Femurs

  • Coxofemoral eingeschränktes Gelenkspiel (Gleitbewegung) des Caput femoris nach kaudal

  • Überprogrammierung der Adduktoren

  • Überprogrammierung der Bauchmuskeln und des M. iliacus

  • Coxofemoral, iliosakral, lumbosakral und symphyseal auftretender Stress

Direkte Technik: HVLA-Thrust
Patient: in stabiler SeitenlageHVLA-ThrustIlium-CF-Inflare-LäsionHüfte/HüftgelenkAdduktionsläsionenHVLA-Thrust mit gebeugtem unterem (heterolateralem) Bein
Therapeut: hinter dem Patienten stehend, eventuell mit einem Knie auf der Liege, um Position und Becken des Patienten zu stabilisieren
Handposition:
  • Mit dem distalen Arm das obere Bein des Patienten umgreifen und in Abduktion bis an die Restriktion anheben.

  • Der Handballen der kranialen Hand liegt auf der kranialen Fläche des Trochanter major, der während der Abduktionsbewegung als eine Art Hypomochlion fungiert.

Ausführung (Abb. 5.5): Der Thrust besteht aus einer sehr schnellen Kombination von kurzer kaudaler Traktion, Abduktion und Druck mit der kranialen Hand nach kaudal in Richtung des gebeugten Knies.
Alternative 1
Je nach Körpergröße des Therapeuten kann es ratsam sein, die Liege sehr niedrig einzustellen, um das Bein in Abduktion halten und eine kurze Traktion (zum Testen und Behandeln) ausführen zu können (Abb. 5.6).
Alternative 2
  • Den eigenen kaudalen Fuß auf die Liege stellen und mit dem eigenen Knie das Bein des Patienten unterstützen (Abb. 5.7).

  • Das Bein des Patienten beugen und am Knie umfassen, um die Hebelarmwirkung zu verbessern.

  • Eventuell zusätzlich durch Verlagerung des eigenen Gewichts nach kaudal den eigenen Kraftaufwand verringern.

Direkte muskuläre Technik: postisometrische Relaxierung
Patient: in Relaxierung, postisometrischeIlium-CF-Inflare-LäsionHüfte/HüftgelenkAdduktionsläsionenpostisometrische RelaxierungRückenlage
Therapeut: homolateral neben dem Patienten stehend
Handposition:
  • Auf der Läsionsseite mit der kaudalen Hand das Bein des Patienten umgreifen.

  • Die kraniale Hand auf den Hüftbereich des Patienten legen.

Ausführung (Abb. 5.8):
  • Sich zwischen die Beine des Patienten stellen.

  • Das betroffene Bein bis an die restriktive Barriere in Abduktion führen.

  • Mit der kranialen Hand das andere Bein im Hüftbereich fixieren.

  • Den Patienten das Bein adduzieren lassen.

  • Dagegenhalten und keine Bewegung zulassen, damit der Patient eine isometrische Kontraktion von 5–10 Sekunden Dauer gegen den Widerstand ausführt.

  • In der postisometrischen Entspannungsphase die Hüfte etwas weiter abduzieren.

  • Technik 3- bis 4-mal wiederholen, dann testen, ob sich das Gelenkspiel verbessert hat.

Außenrotationsläsion bei gebeugter Hüfte in frontaler Ebene

Kennzeichen: Hier fehlt dasHüfte/HüftgelenkAußenrotationsläsionenfrontale EbeneAußenrotationsläsion, Hüftegebeugte Gelenkspiel nach kaudal. Die Innenrotation bei gebeugter Hüfte ist eingeschränkt.
Direkte Technik: HVLA-Thrust
Patient: in Hüfte/HüftgelenkAußenrotationsläsionenHVLA-ThrustHVLA-ThrustHüfte, gebeugteRückenlage
Therapeut: homolateral neben dem Patienten stehend oder sitzend
Handposition:
  • Auf der Läsionsseite das Bein des Patienten in Hüfte und Knie beugen.

  • Das Patientenknie gegen den eigenen Oberkörper stützen.

  • Mit beiden Händen den Oberschenkel unmittelbar distal des CFG umgreifen.

Ausführung (Abb. 5.9):
  • Innenrotation der Hüfte bis zur Restriktion, dann sehr schneller, ganz kurzer Thrust des Femurs nach kaudal.

  • Darauf achten, dass es nicht schmerzhaft ist.

Abduktionsläsion bei gestreckter Hüfte oder Ilium-CF-Outflare-Läsion in frontaler Ebene

Einige Kennzeichen dieserHüfte/HüftgelenkAbduktionsläsionenfrontale EbeneAbduktionsläsionen, HüftegestreckteIlium-CF-Outflare-Läsion, in frontaler Ebene Läsion sind:
  • Verlust der endgradigen Inflare-Beweglichkeit des Iliums auf dem Femurkopf, weil es coxofemoral in Outflare-Stellung gekippt ist

  • Verlust der endgradigen Adduktionsbeweglichkeit der Hüfte durch Abduktionsstellung des Femurs

  • Coxofemoral eingeschränktes Gelenkspiel (Gleitbewegung) des Caput femoris nach kranial

  • Überprogrammierung der Abduktoren

  • Überprogrammierung der Beckenbodenmuskeln

  • Coxofemoral, iliosakral, lumbosakral und symphyseal auftretender Stress

Direkte Technik: HVLA-Thrust
Patient: in Hüfte/HüftgelenkAbduktionsläsionenHVLA-ThrustHVLA-ThrustIlium-CF-Outflare-Läsionhomolateraler Seitenlage; das um etwa 90° gebeugte obere Bein liegt mit Knie und Unterschenkel vor dem Knie des unteren Beins, um eine stabile Seitenlage zu gewährleisten.
Therapeut: hinter dem Patienten stehend
Handposition:
  • Mit der distalen Hand das untere Bein des Patienten umgreifen und in Adduktion bis zur Restriktion anheben.

  • Mit der ulnaren oder radialen Kante der kranialen Hand so nah wie möglich am Femurkopf in der Leiste, der während der Adduktionsbewegung als eine Art Hypomochlion fungiert.

Ausführung (Abb. 5.10):
  • Darauf achten, keine Gefäße oder Nerven in diesem Bereich extrem zu komprimieren.

  • Durch eine Kombination aus Adduktion und Druck der kranialen Hand nach kranial einen kurzen, sehr schnellen Thrust ausführen.

Alternative
Patient: in heterolateraler Seitenlage; das untere Bein ist um etwa 90° gebeugt, um eine stabile Seitenlage zu gewährleisten
Therapeut: hinter dem Patienten stehend
Ausführung (Abb. 5.11):
  • Auf der Läsionsseite das Bein des Patienten zuerst abduzieren, dann mit dem Oberschenkel auf den eigenen Oberschenkel legen.

  • Sich mit einem Bein auf die Liege knien, der eigene Oberschenkel fungiert so als eine Art Hypomochlion.

  • Mit der kaudalen Hand das Bein des Patienten im Kniebereich in Adduktion drücken, während die kraniale Hand den Oberschenkel des Patienten kranialwärts, d. h. in Richtung Decke, hebelt; dadurch wird zusätzlich zur Adduktion eine Dekoaptation des CFG erreicht.

Direkte muskuläre Technik: postisometrische Relaxierung
Patient: liegt in Hüfte/HüftgelenkAbduktionsläsionenpostisometrische RelaxierungRelaxierung, postisometrischeIlium-CF-Outflare-LäsionRückenlage
Therapeut: am Fußende stehend
Ausführung (Abb. 5.12):
  • Das heterolaterale Bein des Patienten über das Knie des anderen Beins beugen und den Fuß abstellen.

  • Das gebeugte heterolaterale Bein fixieren und mit der anderen Hand das zu behandelnde Bein in Adduktion hebeln.

  • Den Patienten dann das Bein abduzieren lassen.

  • Dagegenhalten und keine Bewegung zulassen, damit der Patient eine isometrische Kontraktion von 5–10 Sekunden Dauer gegen den Widerstand ausführt.

  • In der postisometrischen Entspannungsphase die Hüfte etwas weiter adduzieren.

  • Technik 3- bis 4-mal wiederholen, dann testen, ob sich das Gelenkspiel verbessert hat.

Innenrotationsläsion bei gebeugter Hüfte in frontaler Ebene

Kennzeichen: HierHüfte/HüftgelenkInnenrotationsläsionenfrontale EbeneInnenrotationsläsionen, Hüftegebeugte InnenrotationHüfte, gebeugtefehlt das Gelenkspiel nach kranial und die Außenrotation der gebeugten Hüfte ist eingeschränkt.
Direkte Technik: HVLA-Thrust
Patient: in Hüfte/HüftgelenkInnenrotationsläsionenHVLA-ThrustHVLA-ThrustHüfte, gebeugtefrontale EbeneRückenlage
Therapeut: homolateral neben dem Patienten stehend oder sitzend
Handposition:
  • Auf der Läsionsseite das Bein in Hüfte und Knie beugen.

  • Das Patientenknie gegen den eigenen Oberkörper stützen.

  • Mit der kaudalen Hand den Oberschenkel unmittelbar distal vom CFG umgreifen.

  • Die kraniale Hand auf die Crista iliaca legen.

Ausführung (Abb. 5.13):
  • Die Hüfte in Außenrotation bis zur Restriktion bewegen.

  • Anschließend sehr schneller, extrem kurzer Thrust des Iliums nach kaudal bei gleichzeitiger Außenrotation des Femurs mit der kaudalen Hand.

  • Darauf achten, dass es nicht schmerzhaft ist.

Außenrotationsläsion bei gestreckter Hüfte oder Ilium-CF-Innenrotations-Läsion in transversaler Ebene

Einige Kennzeichen dieserHüfte/HüftgelenkAußenrotationsläsionentransversale EbeneAußenrotationsläsion, Hüftegestreckte AußenrotationHüftegestreckteIlium-CF-Innenrotations-Läsion, in transversaler EbeneLäsion sind:
  • Verlust der endgradigen Außenrotationsbeweglichkeit des Iliums auf dem Femurkopf, weil es coxofemoral nach innen gedreht ist

  • Verlust der endgradigen Innenrotationsbeweglichkeit der Hüfte durch die Außenrotationsstellung des Femurs

  • Coxofemoral eingeschränktes Gelenkspiel (Gleitbewegung) des Caput femoris nach lateral

  • Überprogrammierung der Innenrotatoren der Hüfte

  • Coxofemoral, iliosakral, lumbosakral und symphyseal auftretender Stress

Direkte Technik: HVLA-Thrust in Rückenlage
Patient: in Hüfte/HüftgelenkAußenrotationsläsionenHVLA-ThrustHVLA-Thrustin RückenlageIlium-CF-InnenrotationsläsionRückenlage
Therapeut: am Fußende stehend, mit Blick zum Kopfteil der Liege
Handposition: Mit beiden Händen das betroffene Bein des Patienten genau oberhalb des Sprunggelenks umgreifen.
Ausführung (Abb. 5.14):
  • Das Bein zuerst etwas in Flexion, Abduktion und Außenrotation bringen.

  • Danach das Bein rhythmisch in Flexion, Adduktion und Innenrotation und wieder zurückführen, sich dabei immer mehr der Restriktion bei der Innenrotation annähern.

  • Dann plötzlich einen sehr kurzen und schnellen Thrust in Innenrotation auszuführen, außerdem eine leichte Traktion in der Flexion-Adduktion-Innenrotations-Phase.

Direkte Technik: HVLA-Thrust in Bauchlage
Patient: in HVLA-Thrustin BauchlageIlium-CF-InnenrotationsläsionBauchlage
Therapeut: heterolateral neben dem Patienten stehend
Handposition:
  • Das Knie des Patienten mit der kaudalen Hand um 90° beugen.

  • Mit dem Handballen der kranialen Hand die hintere Fläche des Trochanter major berühren.

Ausführung (Abb. 5.15):
  • Mit der kaudalen Hand das Bein bis an die Restriktion nach innen rotieren, begleitet von nach ventral gerichtetem Druck auf den Trochanter major mit der kranialen Hand.

  • Einen kurzen, schnellen Thrust nach ventrolateral auf dem Trochanter major ausführen.

Direkte muskuläre Technik: postisometrische Relaxierung
Patient: in Hüfte/HüftgelenkAußenrotationsläsionenpostisometrische RelaxierungRelaxierung, postisometrischeIlium-CF-InnenrotationsläsionBauchlage
Therapeut: heterolateral neben dem Patienten stehend
Handposition:
  • Das Knie des Patienten mit der kaudalen Hand um 90° beugen.

  • Mit dem Handballen der kranialen Hand die hintere Fläche des Trochanter major berühren.

Ausführung:
  • Mit der kaudalen Hand das Bein bis an die Restriktion nach innen rotieren, begleitet von nach ventral gerichtetem Druck auf den Trochanter major mit der kranialen Hand.

  • Den Patienten auffordern, das Bein nach außen zu rotieren.

  • Dagegenhalten und keine Bewegung zulassen, damit der Patient eine isometrische Kontraktion von 5–10 Sekunden Dauer gegen den Widerstand ausführt.

  • In der postisometrischen Entspannungsphase die Hüfte etwas weiter nach innen rotieren.

  • Technik 3- bis 4-mal wiederholen, dann testen, ob sich das Gelenkspiel verbessert hat.

Abduktionsläsion bei gebeugter Hüfte in transversaler Ebene

Kennzeichen: Hier fehltHüfte/HüftgelenkAbduktionsläsionentransversale EbeneAbduktionsläsionen, Hüftegebeugte das Gelenkspiel nach dorsal und die Adduktion der gebeugten Hüfte ist eingeschränkt.
Direkte Technik: HVLA-Thrust
Anmerkung: Diese TechnikHüfte/HüftgelenkAbduktionsläsionenHVLA-ThrustHVLA-ThrustHüfte, gebeugtetransversale Ebene erfordert einige Übung.
Patient: in Rückenlage. Zur Schonung des ISG schiebt er seine homolaterale Hand unter die SIPS, um das Ilium zu fixieren.
Therapeut: homolateral neben dem Patienten stehend, ein Knie auf der Liege
Handposition: Auf der Läsionsseite die kaudale Hand auf den Kniebereich und die kraniale Hand auf die heterolaterale SIAS legen.
Ausführung (Abb. 5.16):
  • Mit der kaudalen Hand das Bein des Patienten in der Hüfte um 90° beugen und die Hüfte in Adduktion bis an die Restriktion führen.

  • Dann mit der kaudalen Hand äußerst vorsichtig einen Thrust auf das Knie des Patienten in Längsachse des Femurs ausüben, durch einen ganz kurzen, schnellen und sanften Stoß nach dorsal.

  • Zusätzlich mit der kranialen Hand an der SIAS das heterolaterale Ilium kontrollieren, um die Kraftanwendung der anderen Hand drosseln und genau in das CFG richten zu können.

  • Darauf achten, dass keine Schmerzen ausgelöst werden.

Achtung

Diese Technik ist unbedingt auf das coxofemorale Gelenkspiel zu begrenzen!

Innenrotationsläsion bei gestreckter Hüfte oder Ilium-CF-Außenrotations-Läsion in transversaler Ebene

Einige Kennzeichen dieserHüfte/HüftgelenkInnenrotationsläsionentransversale EbeneInnenrotationsläsionen, HüfteIlium-CF-Außenrotations-Läsion, in transversaler Ebene Läsion sind:
  • Verlust der endgradigen Innenrotationsbeweglichkeit des Iliums auf dem Femurkopf, weil es coxofemoral nach außen gedreht ist

  • Verlust der endgradigen Außenrotationsbeweglichkeit der Hüfte durch die Innenrotationsstellung des Femurs

  • Coxofemoral eingeschränktes Gelenkspiel (Gleitbewegung) des Caput femoris nach medial

  • Überprogrammierung der Außenrotatoren der Hüfte

  • Coxofemoral, iliosakral, lumbosakral und symphyseal auftretender Stress

Direkte Technik: HVLA-Thrust in Rückenlage
Patient: in Hüfte/HüftgelenkInnenrotationsläsionenHVLA-ThrustHVLA-Thrustin RückenlageIlium-CF-AußenrotationsläsionRückenlage
Therapeut: am Fußende stehend, mit Blick zum Kopfteil der Liege
Handposition: Mit beiden Händen das Bein des Patienten auf der Läsionsseite genau oberhalb des Sprunggelenks umgreifen.
Ausführung (Abb. 5.17):
  • Das Bein zuerst etwas in Flexion, Adduktion und Innenrotation bringen.

  • Danach das Bein rhythmisch in Flexion, Abduktion und Außenrotation und wieder zurückführen, sich dabei immer mehr der Restriktion in Außenrotation annähern.

  • Dann plötzlich einen sehr kurzen und schnellen Thrust in Außenrotation auszuführen.

Direkte Technik: HVLA-Thrust in Bauchlage
Patient: in HVLA-Thrustin BauchlageIlium-CF-AußenrotationsläsionBauchlage
Therapeut: heterolateral neben dem Patienten stehend
Handposition:
  • Mit der kaudalen Hand das Knie des Patienten um 90° beugen.

  • Mit der ganzen Handfläche der kranialen Hand die Außenfläche des Iliums und die SIPS berühren.

Ausführung (Abb. 5.18):
  • Mit der kaudalen Hand das Bein in Außenrotation bis an die Restriktion führen.

  • Mit der kranialen Hand einen kurzen und schnellen Thrust auf das Ilium nach ventral und lateral ausführen.

Direkte muskuläre Technik: postisometrische Relaxierung
Patient: in Hüfte/HüftgelenkInnenrotationsläsionenpostisometrische RelaxierungRelaxierung, postisometrischeIlium-CF-AußenrotationsläsionBauchlage
Therapeut: heterolateral neben dem Patienten stehend
Handposition:
  • Mit der kaudalen Hand das Knie des Patienten um 90° beugen.

  • Mit der ganzen Handfläche der kranialen Hand die Außenfläche des Iliums und die SIPS berühren.

Ausführung:
  • Mit der kaudalen Hand das Bein in Außenrotation bis an die Restriktion führen.

  • Dann den Patienten das Bein nach innen rotieren lassen.

  • Dagegenhalten und keine Bewegung zulassen, damit der Patient eine isometrische Kontraktion von 5–10 Sekunden Dauer gegen den Widerstand ausführt.

  • In der postisometrischen Entspannungsphase die Hüfte etwas weiter nach außen rotieren.

  • Technik 3- bis 4-mal wiederholen, dann testen, ob sich das Gelenkspiel verbessert hat.

Adduktionsläsion bei gebeugter Hüfte in transversaler Ebene

Kennzeichen: Hier fehltHüfte/HüftgelenkAdduktionsläsionentransversale EbeneAdduktionsläsionen, Hüfte das Gelenkspiel nach ventral und die Abduktion der gebeugten Hüfte ist eingeschränkt.
Direkte Technik: HVLA-Thrust
Patient: in HVLA-ThrustHüfte, gebeugtetransversale EbeneHüfte/HüftgelenkAdduktionsläsionenHVLA-ThrustRückenlage
Therapeut: homolateral neben dem Patienten stehend, mit einem Knie auf der Liege nahe am Becken des Patienten
Ausführung (Abb. 5.19):
  • Das Bein des Patienten in der Hüfte um etwa 90° beugen.

  • Mit der kaudalen Hand den Oberschenkel bis an die Restriktion in Abduktion führen, dabei den eigenen Oberschenkel als Hebelarm benutzen.

  • Mit der kranialen Hand Thrust des Femurs nach ventral durchführen, gleichzeitig mit dem Unterarm sanft das Becken des Patienten fixieren.

Dekoaptation bei allgemeiner Bewegungseinschränkung der Hüfte

Unter DekoaptationDekoaptationHüfteHüfte/HüftgelenkDekoaptation versteht man eine senkrechte Separation der Gelenkflächen, ein Joint Gapping. Diese Technik lässt sich sowohl als Test als auch zur Behandlung einsetzen.

Die Dekoaptation wird vor allem zur Behandlung von Läsionen in Adduktion und Extension angewandt, kann aber eigentlich als globale Behandlung des Hüftgelenks und der Kapsel aufgefasst werden.
Patient: in Rückenlage mit leicht gespreizten Beinen, die Füße ragen etwas über das Ende der Liege hinaus.
Therapeut: am Fußende stehend; stützt eventuell mit dem eigenen Oberschenkel den Fuß des Patienten auf der Läsionsseite ab
Handposition: Mit beiden Händen das betroffene Bein des Patienten genau oberhalb des Sprunggelenks umfassen.
Ausführung (Abb. 5.20):
  • Das gestreckte Bein des Patienten in ungefähr 30°-Flexion, 30°-Abduktion und 15°-Außenrotation anheben.

  • Eine langsam gesteigerte Traktion in Längsrichtung des Beins ausführen.

  • Schließlich einen ganz kurzen Zug (Tug) in der Längsachse des Körpers ausüben. Bei gut ausgeführter Technik spürt man ein leichtes „Auskugeln“ und Zurückfedern des Hüftkopfes.

Behandlungstechniken für Läsionen des Iliosakralgelenks

Ilium-anterior-IS-Läsion

Anmerkung: SofernIlium-anterior-IS-Läsion nichtIliosakralgelenk (ISG)Behandlungstechniken anders angegeben, beziehen sich die Beispiele auf eine Läsion des linken Iliums.
Direkte muskuläre Techniken
Muskel-Energie-Technik in Rückenlage
Patient: in RückenlageMuskel-Energie-Techniken (MET)in RückenlageIlium-anterior-IS-LäsionIlium-anterior-IS-LäsionMuskel-Energie-Technikin Rückenlage, nahe am Rand der Behandlungsliege
Therapeut: homolateral (links) neben dem Patienten stehend
Handposition:
  • Das homolaterale (linke) Bein des Patienten mit der kaudalen (linken) Hand im Kniebereich umfassen und Hüfte und Knie um etwa 90° beugen.

  • Die Finger der kranialen (rechten) Hand zum Tasten in den Iliosakralsulkus legen, um anhand seiner Tiefe die coxofemorale und iliosakrale Beweglichkeit zu beurteilen.

  • Gleichzeitig mit den Fingerspitzen das Sakrum fixieren.

Ausführung (Abb. 5.21):
  • Das Bein des Patienten vorsichtig weiter beugen, bis an die Restriktion der iliosakralen Beweglichkeit.

  • Mit dem kaudalen Arm das homolaterale (linke) Knie umgreifen.

  • Den Patienten die Hüfte strecken lassen.

  • Dagegenhalten und keine Bewegung zulassen, damit der Patient eine isometrische Kontraktion von 5–10 Sekunden Dauer gegen den Widerstand ausführt; dabei wird die Iliumstellung bereits durch Kontraktion des M. gluteus maximus ein wenig nach posterior korrigiert.

  • In der postisometrischen Entspannungsphase das Ilium etwas weiter nach posterior rotieren.

  • Diesen Vorgang 3- bis 4-mal wiederholen, dann testen, ob sich das Gelenkspiel verbessert hat.

Muskel-Energie-Technik in Seitenlage
Patient: in heterolateralerMuskel-Energie-Techniken (MET)in SeitenlageIlium-anterior-IS-LäsionIlium-anterior-IS-LäsionMuskel-Energie-Technikin Seitenlage (rechter) Seitenlage
Therapeut: vor dem Patienten stehend oder sitzend
Handposition:
  • Mit der kranialen Hand das obere (linke) Bein des Patienten im Knie- und Hüftbereich um etwa 90° flektieren und den Fuß des Patienten am eigenen Becken abstützen.

  • Die Fingerspitzen der kaudalen Hand zum Tasten in den Iliosakralsulkus und auf das Sakrum legen.

Ausführung (Abb. 5.22):
  • Mit der kaudalen (linken) Hand das homolaterale (linke) Knie des Patienten stützen.

  • Mit den Fingern der kranialen (rechten) Hand das ISG palpieren.

  • Das homolaterale (linke) Bein des Patienten weiter beugen, bis an die iliosakrale Restriktion.

  • Den Patienten die Hüfte strecken lassen.

  • Dagegenhalten und keine Bewegung zulassen, damit der Patient eine isometrische Kontraktion von 5–10 Sekunden gegen den Widerstand ausführt; dabei bewirkt allein die Muskelanspannung bereits eine Korrektur.

  • In der postisometrischen Entspannungsphase passiv das Ilium weiter in Korrekturrichtung nach posterior bringen.

Direkte Techniken
Mobilisation mit Long Lever in Rückenlage
Anmerkung: DieseLong Leverin RückenlageIlium-anterior-IS-LäsionIlium-anterior-IS-LäsionLong Leverin Rückenlage Technik eignet sich auch zur Mobilisation nach Inflare bei einer Ilium-IS-Outflare-Läsion.
Patient: in Rückenlage
Therapeut: homolateral (links) neben dem Patienten auf der Behandlungsliege sitzend
Handposition:
  • Mit der einen (linken) Hand das homolaterale (linke) Bein umgreifen und es in Hüfte und Knie beugen.

  • Die Finger der anderen (rechten) Hand in den Iliosakralsulkus legen und das Sakrum fixieren.

Ausführung (Abb. 5.23): Durch Adduktion-Flexion-Innenrotation der homolateralen (linken) Hüfte das Ilium nach posterior mobilisieren.
Mobilisation mit Long Lever in Bauchlage
Anmerkung: Diese TechnikLong Leverin BauchlageIlium-anterior-IS-LäsionIlium-anterior-IS-LäsionLong Leverin Bauchlage kann sowohl diagnostisch als auch therapeutisch angewendet werden. Das Beispiel hier bezieht sich auf die Behandlung eines rechten Iliums anterior IS (Abb. 5.24).
Patient: in Bauchlage
Therapeut: heterolateral (links) neben dem Patienten stehend
Handposition:
  • Mit der kaudalen (rechten) Hand den Unterschenkel des Patienten umgreifen und das Bein im Knie beugen.

  • Mit der kranialen (linken) Hand das Sakrum fixieren.

Ausführung (Abb. 5.24):
  • Mit der kranialen (linken) Hand das Sakrum leicht nach ventral drücken und von sich wegschieben.

  • Mit der kaudalen (rechten) Hand die Hüfte in allmählich größer werdenden Zirkumduktionsbewegungen nach außen rotieren und dadurch das Ilium nach posterior mobilisieren.

  • Gleichzeitig die Bewegungen im betroffenen ISG lokalisieren.

Long Lever in Rückenlage mit HVLA-Thrust
Anmerkung: Diese TechnikLong Levermit HVLA-Thrust in RückenlageIlium-anterior-IS-LäsionIlium-anterior-IS-LäsionLong Levermit HVLA-Thrust in RückenlageChicago-Technik wird nach ihrem Entstehungsort als Chicago-Technik bezeichnet (Abb. 5.25).
Patient: in Rückenlage, Arme vor der Brust gekreuzt oder Hände im Nacken
Therapeut: heterolateral (rechts) neben dem Patienten stehend
Vorbereitung:
  • Heterolateraler Sideshift des Beckens: Der Therapeut zieht es zu sich (nach rechts) hin, um die Wirbelsäule in eine Seitneigung nach links hinüber (homolaterales Sidebending) zu bringen.

  • Homolaterales (linkes) Bein über das andere Bein legen.

Handposition:
  • Mit der kaudalen (rechten) Hand die homolaterale (linke) SIAS nach dorsolateral fixieren.

  • Mit der kranialen (linken) Hand den Rumpf des Patienten in Höhe der homolateralen (linken) Schulter umgreifen.

Ausführung (Abb. 5.25):
  • Mit der kranialen (linken) Hand den Rumpf in eine heterolaterale Rotation (nach rechts) bringen.

  • Um dabei die Seitneigung des Rumpfes (nach links) aufrechtzuerhalten, ist es notwendig, sich mit dem ganzen eigenen Gewicht auf die kaudale (rechte) Hand zu stützen.

  • Aus dem kaudalen (rechten) Arm heraus wird ein Thrust ausgeführt, dessen Richtung von Patient zu Patient variieren kann und entsprechend der Gelenkebenen des ISG angepasst werden sollte.

  • Mit der kranialen (linken) Hand den Patienten lediglich stabilisieren.

Hinweis

  • Wird der Druck auf die homolaterale (linke) SIAS nach dorsomedian gerichtet, entsteht im homolateralen (linken) ISG eher eine Joint Distraction (Parallelverschiebung der Gelenkflächen).

Wird der Druck dagegen mehr nach dorsolateral gerichtet, führt das eher zu einem Joint Gapping (senkrechte Separation der Gelenkflächen).

HVLA-Thrust in Rückenlage
Anmerkung: DiesesHVLA-Thrustin RückenlageIlium-anterior-IS-LäsionIlium-anterior-IS-LäsionHVLA-Thrust Beispiel bezieht sich auf ein rechtes Ilium anterior IS (Abb. 5.26).
Patient: in Rückenlage
Therapeut: homolateral (rechts) neben dem Patienten stehend
Vorbereitung: Das Bein des Patienten anwinkeln, den Unterschenkel gegen den eigenen Bauch stützen und es dann abduzieren.
Handposition:
  • Den kranialen (linken) Unterarm an die Oberschenkelinnenseite des Patienten legen, notfalls das Bein weiter abspreizen.

  • Mit der kranialen (linken) Hand die homolaterale (rechte) SIAS umgreifen, eventuell mit einem Handtuch anteriorisieren.

  • Mit der kaudalen (rechten) Hand das homolaterale (rechte) Tuber ischiadicum umgreifen.

Ausführung (Abb. 5.26):
  • Mit der kranialen (linken) Hand die homolaterale (rechte) SIAS nach dorsal drücken.

  • Mit der kaudalen (rechten) Hand das homolaterale (rechte) Tuber ischiadicum nach ventral ziehen.

  • Das Ilium auf diese Weise iliosakral bis an seine Restriktion nach posterior rollen.

  • Eine Vorspannung aufbauen, dann mit beiden Händen gleichzeitig einen Thrust des Iliums in Rotation nach posterior ausführen.

HVLA-Thrust in Seitenlage
Anmerkung: DiesesHVLA-Thrustin SeitenlageIlium-anterior-IS-LäsionIlium-anterior-IS-LäsionHVLA-Thrust Beispiel bezieht sich auf ein rechtes Ilium anterior IS (Abb. 5.27).
Patient: in heterolateraler (linker) Seitenlage
Therapeut: seitlich neben dem Patienten stehend
Vorbereitung:
  • Das zu behandelnde (rechte) obere Bein in Hüfte und Knie beugen.

  • Den Oberkörper des Patienten in Bauchlage drehen.

  • Das obere Bein des Patienten mit dem eigenen Oberschenkel abstützen.

Handposition: Mit der kaudalen (linken) Hand das Os ischii umgreifen, die kraniale (rechte) Hand auf die SIAS legen.
Ausführung (Abb. 5.27):
  • Optimale Vorspannung aufbauen, dann das Ilium in Posterior-Rotation an die Restriktion heranführen.

  • Mit beiden Händen einen ganz kurzen, schnellen Thrust in Posterior-Rotation ausführen.

Alternative:
  • Mit beiden Händen zusammen die Crista iliaca umgreifen und die Finger ineinander haken (Abb. 5.28a).

  • Das Becken mit beiden Unterarmen und Händen umschließen und das Ilium wie ein Rad drehen, dann einen sehr kurzen, schnellen Thrust in Posterior-Rotation ausführen (Abb. 5.28b).

Ilium-posterior-IS-Läsion

Sofern nicht andersIlium-posterior-IS-Läsion angegeben, beziehen sich die Beispiele auf die Behandlung des linken Iliums.
Direkte muskuläre Technik
Muskel-Energie-Technik in Rückenlage
Patient: in Rückenlage, sodassMuskel-Energie-Techniken (MET)in RückenlageIlium-posterior-IS-LäsionIlium-posterior-IS-LäsionMuskel-Energie-Technik, in Rückenlage beide Beine über das Ende der Behandlungsliege hinausragen
Therapeut: am Fußende stehend
Vorbereitung: Das (rechte) Bein, das nicht behandelt wird, anwinkeln und am Fuß mit der eigenen Brust abstützen.
Handposition:
  • Die kaudale (rechte) Hand führt das Bein auf der Läsionsseite, das über den Rand hängt.

  • Die Finger der kranialen (linken) Hand palpieren den Iliosakralsulkus.

Ausführung (Abb. 5.29):
  • Das Bein auf der Läsionsseite coxofemoral in Extension bringen und iliosakral bis an seine Restriktion heranführen.

  • Den Patienten die homolaterale (linke) Hüfte beugen lassen.

  • Mit der kaudalen Hand dagegenhalten und keine Bewegung zulassen, damit der Patient eine isometrische Kontraktion von 5–10 Sekunden Dauer gegen den Widerstand ausführt; dabei wird die Iliumstellung bereits durch Kontraktion des M. iliacus etwas nach anterior korrigiert.

  • In der postisometrischen Entspannungsphase versuchen, die iliosakrale Beweglichkeit des Iliums nach anterior zu verbessern.

  • Diesen Vorgang 3- bis 5-mal wiederholen.

Direkte Techniken
Mobilisation mit Long Lever in Rückenlage
Anmerkung: DieseLong Leverin RückenlageIlium-posterior-IS-LäsionIlium-posterior-IS-LäsionLong Lever, in Bauch-/Rückenlage Technik eignet sich auch zur Mobilisation des Iliums nach Outflare bei einer IS-Inflare-Läsion.
Patient: in Rückenlage
Therapeut: homolateral (links) neben dem Patienten auf der Behandlungsliege sitzend
Handposition:
  • Mit der einen Hand das homolaterale (linke) Bein umgreifen, Hüfte und Knie beugen.

  • Mit den Fingern der anderen Hand den homolateralen (linken) Iliosakralsulkus palpieren.

Ausführung (Abb. 5.30): Durch rhythmische Abduktion-Außenrotation der homolateralen (linken) Hüfte und leichte Extension mit Traktion nach kaudal das Ilium nach anterior mobilisieren. Die Traktion wird nicht in Längsrichtung des Oberschenkels ausgeübt, denn dies würde das Ilium eher nach posterior bewegen.
Mobilisation mit Long Lever in Bauchlage
Anmerkung: DieseLong Leverin BauchlageIlium-posterior-IS-LäsionIlium-posterior-IS-LäsionLong Lever, in Bauch-/Rückenlage Technik kann diagnostisch und therapeutisch eingesetzt werden. Dieses Beispiel bezieht sich auf die Behandlung eines rechten Iliums posterior IS (Abb. 5.31).
Patient: in Bauchlage
Therapeut: heterolateral (links) neben dem Patienten stehend
Handposition:
  • Mit der kaudalen (rechten) Hand den Unterschenkel des Patienten umfassen und das Bein im Knie beugen.

  • Mit der kranialen (linken) Hand das Sakrum umfassen und es zu sich hinziehen.

Ausführung (Abb. 5.31):
  • Mit der kaudalen (rechten) Hand die Hüfte in allmählich größer werdenden Zirkumduktionsbewegungen nach innen rotieren, bis sich schließlich auch das Ilium iliosakral spürbar nach anterior bewegt.

  • Das Sakrum dabei gut fixieren und durch eine Traktion zu sich hin das ISG öffnen.

HVLA-Thrust in Seitenlage
Patient: in heterolateralerHVLA-Thrustin SeitenlageIlium-posterior-IS-LäsionIlium-posterior-IS-LäsionHVLA-Thrust (rechter) Seitenlage, die Beine in Hüfte und Knie gebeugt
Therapeut: vor dem Patienten stehend
Ausführung (Abb. 5.32):
  • Mit der kranialen (linken) Hand den unteren Arm des Patienten umgreifen und ihn langsam zu sich hinziehen; dadurch dreht sich der Rumpf des Patienten um die Körperlängsachse, bis der Rücken mit der Unterlage in Kontakt kommt.

  • Die Wirbelsäule des Patienten drehen, bis die Bewegung lumbosakral spürbar ist.

  • Beide Hände des Patienten zusammen auf die obere Flanke legen.

  • Mit dem kranialen (linken) Arm unter den Armen des Patienten durchgreifen und mit dem Unterarm die Oberkörperdrehung des Patienten fixieren, während die Finger das Sakrum an der Crista sacralis mediana fixieren.

  • Anschließend mit dem kaudalen (rechten) Unterarm oder dem Handballen die SIPS des oben liegenden Iliums berühren.

  • Durch einen ganz kurzen, schnellen Thrust nach ventral, kranial und lateral auf die SIPS eine Anteriorisierung des Iliums bewirken.

HVLA-Thrust in Bauchlage
Anmerkung: DiesesHVLA-Thrustin BauchlageIlium-posterior-IS-LäsionIlium-posterior-IS-LäsionHVLA-Thrust Beispiel bezieht sich auf ein rechtes Ilium posterior IS.
Patient: in Bauchlage. Das heterolaterale (linke) Bein kann sich neben dem Liegenrand auf dem Boden abstützen.
Therapeut: heterolateral (links) neben dem Patienten stehend
Ausführung:
  • Mit der kaudalen (linken) Hand das zu behandelnde (rechte) Bein des Patienten vorsichtig anheben und in coxofemoraler Extension, Adduktion und Innenrotation iliosakral bis an die Restriktion heranführen.

  • Durch einen kurzen, schnellen Thrust nach ventrolateral auf die SIPS lässt sich das Ilium iliosakral anteriorisieren.

Achtung

Bei lumbosakraler oder lumbaler Instabilität sollte das heterolaterale Bein des Patienten auf jeden Fall Bodenkontakt haben.

Iliosakrale Outflare-Läsion des Iliums

Da Flare-LäsionenIlium-IS-Läsion in Outflare durch einen Muskelhypertonus ausgelöst werden und oft die reflektorische Antwort auf eine viszerale Störung darstellen, spielt bei der Korrektur von Outflare-Läsionen die viszerale Behandlung eine sehr wichtige Rolle (Kap. 3.3.2.1). Die parietale Behandlung umfasst in diesem Fall eher Mobilisierungs- als Thrust-Techniken. Allerdings wäre eine rein parietale Behandlung kaum sinnvoll. Sie muss auf jeden Fall mit einer Behandlung der ursächlichen viszeralen Restriktionen kombiniert werden.
Durch Flare-Läsionen wird die Beweglichkeit des Sakrums stark eingeschränkt. Sie bewirken, dass sich das Sakrum um schräge Achsen bewegt, was oft sakrale Läsionen nach sich zieht.
Einige Kennzeichen von IS-Outflare-Läsionen des Iliums sind:
  • Viszerale Probleme, insbesondere Spannungen und Verklebungen im Bereich des kleinen Beckens und des Beckenbodens

  • Oft kombiniert mit Ilium-anterior-IS-Läsionen

  • Überprogrammierung von Muskeln wie M. sartorius, Mm. glutei, Beckenbodenmuskulatur, M. tensor fasciae latae, M. erector spinae

  • Coxofemoral, iliosakral, lumbosakral und symphyseal auftretender Stress

Der Autor sieht in dieser Läsion weniger eine echte artikuläre Blockierung, sondern eher ein Problem auf der Ebene der Force Closure (Kap. 2.3.3.1). Sie manifestiert sich letztendlich durch zu viel Reibung im Gelenk. Bildlich gesprochen ist es wie eine klemmende Schublade.

Direkte Techniken
Anmerkung: Alle Techniken werden am Beispiel einer Outflare-Läsion des rechten Iliums dargestellt.
Mobilisation mit Long Lever und Muskelenergie in Seitenlage (Variante 1)
Ziel: dient zurLong Leverund Muskelenergie, in SeitenlageIlium-IS-Läsion in OutflareIlium-IS-Läsion in OutflareLong Lever und Muskelenergie, in RückenlageMuskel-Energie-Techniken (MET)in SeitenlageIlium-IS-Läsion in Outflare Reprogrammierung des M. sartorius und der Mm. glutei (Abb. 5.33)
Patient: in Seitenlage auf der heterolateralen (linken) Seite; das oben liegende (rechte) Bein um 90° in Hüfte und Knie gebeugt, das untere (linke) Bein gestreckt
Therapeut: auf der Liege zwischen den Beinen des Patienten sitzend und sein rechtes Bein abstützend
Handposition:
  • Die Finger der kranialen (linken) Hand auf der Läsionsseite (rechts) in den Iliosakralsulkus legen.

  • Mit der kaudalen (rechten) Hand das oben liegende Bein oberhalb des Sprunggelenks umfassen.

Ausführung (Abb. 5.33):
  • Das oben liegende (rechte) Bein mit der kaudalen Hand nach innen rotieren, bis mit der kranialen (linken) Hand das Erreichen der Restriktion zu spüren ist.

  • In dieser Haltung die kraniale (linke) Hand auf die homolaterale (rechte) Ala ossis ilii des Patienten legen und kontinuierlich Druck nach median ausüben.

  • Mit der anderen Hand das Bein des Patienten in Innenrotation fixieren.

  • Den Patienten Fuß und Bein gegen den Widerstand nach unten in Außenrotation drücken lassen.

  • Dagegenhalten und keine Bewegung zulassen, damit der Patient eine isometrische Kontraktion von 5–10 Sekunden Dauer gegen den Widerstand ausführt; dabei wird die Korrektur des Iliums nach Inflare automatisch durch die Muskelenergie (Muscle Energy) des M. iliacus und der Adduktoren unterstützt.

  • In der postisometrischen Entspannungsphase die Hüfte etwas mehr nach innen rotieren, um das Ilium so passiv in die Inflare-Stellung zu hebeln.

  • Diesen Vorgang 3- bis 4-mal wiederholen, danach testen, ob sich das Gelenkspiel verbessert hat.

Mobilisation mit Long Lever und Muskelenergie in Seitenlage (Variante 2)
Anmerkung: Die Long Leverund Muskelenergie, in SeitenlageIlium-IS-Läsion in OutflareIlium-IS-Läsion in OutflareLong Lever und Muskelenergie, in Rückenlagebeschriebene Technik kann auch leicht modifiziert angewandt werden (Abb. 5.34).
Patient: in Seitenlage auf der heterolateralen (linken) Seite
Therapeut: dorsal neben dem Patienten stehend, eventuell das kaudale (rechte) Knie auf der Liege abgestützt
Handposition:
  • Die Fingerspitzen der kranialen (linken) Hand in den homolateralen Iliosakralsulkus legen.

  • Mit der kaudalen (rechten) Hand unter das obere Bein greifen

Ausführung:
  • Mit den Fingerspitzen der kranialen (linken) Hand den Iliosakralsulkus palpieren, um die richtige Ausgangsposition für die Bewegungen zu finden.

  • Dann mit der kaudalen (rechten) Hand das Bein des Patienten bis zur Restriktion im ISG abduzieren.

  • Den Patienten das Bein gegen den Widerstand nach unten in Adduktion drücken lassen.

  • Dagegenhalten und keine Bewegung zulassen, damit der Patient eine isometrische Kontraktion von 5–10 Sekunden Dauer gegen den Widerstand ausführt; dabei wird die Korrektur des Iliums nach Inflare automatisch durch die Muskelenergie der Adduktoren unterstützt.

  • In der postisometrischen Entspannungsphase die Hüfte etwas weiter abduzieren, um das Ilium so passiv in die Inflare-Stellung zu hebeln.

  • Diesen Vorgang 3- bis 4-mal wiederholen, danach testen, ob sich das Gelenkspiel verbessert hat.

Mobilisation mit Short Lever in Bauchlage = Mobilisation über den Beckenboden
Patient: in Bauchlage. Bei dünnerenShort Leverin BauchlageIlium-IS-Läsion in OutflareIlium-IS-Läsion in OutflareShort Lever, in BauchlageBeckenbodenIlium-IS-Läsion in Outflare Patienten kann ein unter den Bauch gelegtes Kissen sinnvoll sein.
Therapeut: neben dem Patienten stehend, den Blick zur Kopfseite gerichtet
Vorbereitung:
  • Zunächst die Fingerspitzen der kranialen (linken) Hand in den homolateralen Iliosakralsulkus legen.

  • Das homolaterale (rechte) Bein mit der kaudalen (rechten) Hand abduzieren, bis die Bewegung im Iliosakralsulkus zu spüren ist.

Handposition:
  • Die Unterarme überkreuzen.

  • Eine Hand auf die Innenseite des homolateralen (rechten) Tuber ischiadicum legen.

  • Die andere Hand auf den homolateralen (rechten) AIL des Sakrums legen.

Ausführung (Abb. 5.35):
  • Mit der Hand auf dem Tuber ischiadicum Druck nach lateral und mit der Hand auf dem AIL des Sakrums Druck nach medial ausüben.

  • Während der Ausatmung die Position des Iliums weiter nach Inflare korrigieren und es bei der Einatmung Inflare fixieren.

  • Eventuell den Patienten auffordern, tiefer ein- und auszuatmen.

  • Manchmal kann es sinnvoll sein, bei dieser Technik kleine vibrierende Stöße anzuwenden.

Zusätzliche Korrekturen des Beckenbodens
Diese Techniken werden in Kap. 6.1.3.4 besprochen.

Iliosakrale Inflare-Läsion des Iliums

Für Inflare-Läsionen des IliumsIlium-IS-Läsion in Inflare spielen auch viszerale Spannungen eine ursächliche Rolle (Kap. 3.3.2.2).
Einige Kennzeichen von IS-Inflare-Läsionen des Iliums sind:
  • Viszerale Störungen, insbesondere Spannungen und Verklebungen im Beckeneingangs- und unteren Peritonealbereich.

  • Inflare-Läsionen sind oft mit Ilium-posterior-IS-Läsionen kombiniert.

  • Überprogrammierung von Muskeln (z. B. Bauchmuskeln, M. iliacus, Adduktoren und M. quadratus femoris).

  • Coxofemoral, iliosakral, lumbosakral und symphyseal auftretender Stress.

Direkte Techniken
Anmerkung: Alle Techniken werden am Beispiel einer Inflare-Läsion des rechten Iliums dargestellt.
Mobilisation mit Long Lever und Muskelenergie in Seitenlage
Patient: in SeitenlageLong Leverund Muskelenergie, in SeitenlageIlium-IS-Läsion in InflareIlium-IS-Läsion in InflareLong Lever und Muskelenergie, in Seitenlage auf der heterolateralen (linken) Seite, das obere (rechte) Bein in Hüfte und Knie um 90° gebeugt, das untere (linke) Bein gestreckt
Therapeut: zwischen den Beinen des Patienten sitzend, stützt das oben liegende Bein des Patienten mit dem eigenen Oberschenkel ab
Handposition:
  • Die Finger der kranialen (linken) Hand auf der Läsionsseite in den Iliosakralsulkus legen.

  • Mit der kaudalen (rechten) Hand das obere Bein oberhalb des Sprunggelenks umfassen.

Ausführung (Abb. 5.36):
  • Das oben liegende (rechte) Bein des Patienten nach außen rotieren, bis mit der kranialen (linken) Hand das Erreichen der Restriktion spürbar ist.

  • Mit dem eigenen kaudalen Unterschenkel den Fuß des Patienten in dieser Haltung fixieren, um beide Hände frei zu haben und gleichzeitig Widerstand ausüben zu können.

  • Die kraniale (linke) Hand in die homolaterale (rechte) Crista iliaca des Patienten einhaken und sie kontinuierlich nach lateral ziehen.

  • Mit der anderen Hand das Bein des Patienten in korrekter Außenrotationsposition justieren.

  • Um die Hüfte in Innenrotation zu bringen, soll der Patient den Fuß gegen den Widerstand nach oben in Innenrotation drücken.

  • Dagegenhalten und keine Bewegung zulassen, damit der Patient eine isometrische Kontraktion von 5–10 Sekunden Dauer gegen den Widerstand ausführt; dabei wird die Korrektur des Iliums nach Outflare durch die Muskelenergie des M. tensor fasciae latae unterstützt.

  • In der postisometrischen Entspannungsphase die Hüfte etwas weiter nach außen rotieren, um das Ilium passiv in die Outflare-Stellung zu hebeln.

  • Diesen Vorgang 3- bis 4-mal wiederholen, danach testen, ob sich das Gelenkspiel verbessert hat.

Mobilisation mit Short Lever in Bauchlage
Patient: in Short Leverin BauchlageIlium-IS-Läsion in InflareIlium-IS-Läsion in InflareShort Lever, in BauchlageBauchlage
Therapeut: neben dem Patienten stehend, mit Blick zur Kopfseite
Vorbereitung:
  • Die Finger der einen (linken) Hand auf der Läsionsseite in den Iliosakralsulkus legen.

  • Das rechte Bein mit der anderen (rechten) Hand so weit adduzieren, bis die Bewegung im rechten ISG spürbar ist.

Handposition:
  • Die eine (linke) Hand auf den heterolateralen (linken) AIL des Sakrums legen.

  • Die andere (rechte) Hand lateral auf das homolaterale (rechte) Tuber ischiadicum legen.

Ausführung (Abb. 5.37):
  • Mit der Hand auf der Außenseite des Tuber ischiadicum und mit der Hand auf dem AIL des Sakrums Druck nach ventromedial (zueinander) ausüben.

  • Bei der Einatmung die Position des Iliums weiter in Outflare korrigieren und es während der Ausatmung in dieser Position fixieren.

  • Den Patienten eventuell auffordern, tiefer ein- und auszuatmen.

  • Manchmal kann es sinnvoll sein, kleine vibrierende Stöße auszuführen.

Direkte muskuläre Techniken
Mobilisation und postisometrische Relaxierung in Seitenlage
Patient: in heterolateralerRelaxierung, postisometrischeIlium-IS-Läsion in InflareIlium-IS-Läsion in Inflarepostisometrische Relaxierung, in Seitenlage (linker) Seitenlage, das untere (linke) Bein gebeugt
Therapeut: am Fußende stehend, den Unterschenkel des Patienten am betroffenen (rechten) Bein zwischen die eigenen Beine geklemmt
Handposition: Die Fingerspitzen liegen auf der Läsionsseite im (rechten) Iliosakralsulkus.
Ausführung (Abb. 5.38):
  • Mit den eigenen Beinen vorsichtig eine stärker werdende Traktion auf das oben liegende Bein des Patienten ausüben, bis sie im ISG ankommt und mit den Fingerspitzen im Iliosakralsulkus zu spüren ist.

  • Anschließend mit beiden Händen den Beckenkamm umgreifen.

  • Den Patienten das Bein gestreckt gegen den Widerstand am Beckenkamm anziehen lassen.

  • Dagegenhalten und keine Bewegung zulassen, damit der Patient eine isometrische Kontraktion von 5–10 Sekunden Dauer gegen den Widerstand ausführt.

  • In der postisometrischen Entspannungsphase das Bein etwas mehr in die Länge ziehen, um so das Ilium passiv in Outflare-Stellung zu hebeln; dabei wird gleichzeitig der M. quadratus lumborum leicht gedehnt.

  • Diesen Vorgang 3- bis 4-mal wiederholen, danach testen, ob sich das Gelenkspiel verbessert hat.

Mobilisation über den M. iliopsoas
Diese Techniken werden in Kap. 5.8 besprochen.

Iliosakrale Up-Slip-Läsion des Iliums

Diese auchIliumUp-Slip-Läsion, iliosakraleUp-Slip-Läsioniliosakrale als „Superior Innominate Shear“ (Kap. 3.5.1) bezeichnete Läsion kann man als artikuläre und muskuläre Blockierung auffassen, bei der das ganze System blockiert ist. Manche Therapeuten sprechen sogar von einer Subluxation.

Nach Meinung des Autors ist ein Up-Slip des Iliums identisch mit einem Down-Slip (Inferior Sacral Shear) des Sakrums. Entsprechend können zur Behandlung der Läsion die gleichen Techniken wie beim Inferior Sacral Shear angewandt werden (Kap. 5.5.10).

Direkte Techniken
Tug mit Short Lever in Seitenlage
Anmerkung: Das BeispielTugmit Short Lever, Ilium-Up-Slip-Läsion bezieht sich auf eine Up-Slip-Läsion des rechten Iliums (Abb. 5.39).
Patient: in heterolateraler (linker) Seitenlage, das unten liegende (linke) Bein in Hüfte und Knie gebeugt, das obere (rechte) Bein gestreckt oder leicht gebeugt
Therapeut: hinter dem Patienten stehend
Handposition:
  • Mit der einen Hand das (rechte) Ilium auf der Läsionsseite umgreifen und die Finger auf die Crista iliaca legen.

  • Mit der anderen Hand unter dem oberen (rechten) Bein des Patienten durchgreifen und die Crista iliaca mit den Fingern umgreifen.

Ausführung (Abb. 5.39):
  • Das obere Bein etwas abduzieren und das Ilium gleichzeitig nach inferior ziehen.

  • Beim Ausatmen durch einen sehr kurzen, schnellen Tug (Zug) nach inferior das Ilium in die Ursprungslage zurückzuführen.

Tug mit Long Lever in Rückenlage
Anmerkung: Das BeispielTugmit Long LeverIlium-Up-Slip-Läsion bezieht sich auf eine Up-Slip-Läsion des linken Iliums (Abb. 5.40).
Patient: in Rückenlage mit leicht gespreizten Beinen, die Füße etwas über das Ende der Liege hinausragend
Therapeut: am Fußende stehend, das heterolaterale (rechte) Bein des Patienten mit dem Fuß fest gegen seinen Oberschenkel gestemmt
Ausführung (Abb. 5.40):
  • Das gestreckte Bein des Patienten in etwas Flexion, Adduktion und Innenrotation anheben.

  • Eine langsam zunehmende Traktion in Längsrichtung des Beins ausüben und am Ende das Ilium durch einen sehr kurzen, schnellen Tug (Zug) nach inferior in der Längsachse des Körpers repositionieren.

Tug mit Long Lever in Bauchlage
Anmerkung: Das Beispiel bezieht sich auf eine Up-Slip-Läsion des rechten Iliums (Abb. 5.41).
Patient: in Bauchlage mit leicht gespreizten Beinen, die Füße ragen etwas über das Ende der Liege hinaus
Therapeut: am Fußende stehend
Handposition: Mit beiden Händen das homolaterale (rechte) Bein des Patienten oberhalb des Sprunggelenks umgreifen.
Ausführung (Abb. 5.41):
  • Mit dem eigenen Fuß auf dem homolateralen (rechten) AIL das Sakrum fixieren.

  • Das Bein leicht adduzieren und nach innen rotieren, um so eine Vorspannung aufzubauen.

  • Wenn der Patient einzuatmen beginnt, einen kurzen und schnellen Tug in Längsrichtung des Beins ausüben; bei fixiertem Sakrum bewegt sich das Ilium dabei mit nach kaudal.

IS-Down-Slip-Läsion des Iliums

Diese seltenIliumDown-Slip-Läsion, iliosakraleDown-Slip-Läsioniliosakrale vorkommende, auch als „Inferior Innominate Shear“ (Kap. 3.5.1) bezeichnete Läsion ist als artikuläre und muskuläre Blockierung zu sehen, bei der das ganze System festgefahren ist. Manche Therapeuten sprechen sogar von einer Subluxation.

Nach Meinung des Autors entspricht ein Down-Slip des Iliums einem Up-Slip (Superior Sacral Shear) des Sakrums. Entsprechend können zur Behandlung der Läsion die gleichen Techniken wie beim Superior Sacral Shear angewandt werden (Kap. 5.5.9).

Direkte Technik
Thrust oder Mobilisation mit Short Lever in Seitenlage
Anmerkung: Das BeispielThrustIlium-Down-Slip-LäsionShort LeverIlium-Down-Slip-Läsion bezieht sich auf eine Down-Slip-Läsion des rechten Iliums (Abb. 5.42).
Patient: in heterolateraler (linker) Seitenlage, das unten liegende (linke) Bein in Hüfte und Knie gebeugt, das oben liegende (rechte) Bein gestreckt oder leicht gebeugt
Therapeut: hinter dem Patienten stehend
Handposition:
  • Mit der kranialen (linken) Hand das betroffene (rechte) Ilium von dorsal umgreifen; der Daumen liegt unterhalb des Tuber ischiadicum und die Finger zeigen in Richtung der homolateralen SIPS.

  • Mit der kaudalen (rechten) Hand das betroffene (rechte) Ilium von ventral umgreifen; die Finger liegen unterhalb des Tuber ischiadicum, der Daumen auf dem Ramus inferior ossis pubis.

Ausführung (Abb. 5.42):
  • Mit beiden Händen gemeinsam das Ilium in Richtung Decke anheben und es unter Beibehaltung dieser Traktion in kraniale Richtung führen.

  • Den Patienten auffordern, tiefer ein- und auszuatmen.

  • Während der Ausatmung entweder einen kurzen, schnellen Thrust des Iliums nach kranial ausführen oder es nach superior mobilisieren.

Weitere Techniken
Sie werden wegen der Übereinstimmung mit einer Superior-Sacral-Shear-Läsion in Kap. 5.5.9 besprochen.
Die Behandlung von Iliumläsionen in der horizontalen Ebene ist in Kap. 5.4 dargestellt.

Behandlungstechniken für Läsionen an der Symphysis pubica

Die Symphysis pubica lässtSymphysis pubicaBehandlungstechniken sich nur schwer getrennt vom ISG abhandeln. Deshalb sind die Behandlungstechniken hier nur aus didaktischen Gründen separat aufgeführt (Anatomie Kap. 2.3.3.2).

Außenrotation des Iliums an der Symphysis pubica und im ISG

Direkte Technik
Mobilisation
Anmerkung: Das BeispielAußenrotationIlium bezieht sich auf eine Läsion in horizontaler Ebene auf der linken Seite (Abb. 5.43).
Patient: in Rückenlage, nahe am Rand der Behandlungsliege
Therapeut: homolateral (links) stehend oder sitzend, nach kranial gerichtet
Handposition:
  • Mit der kaudalen (linken) Hand das homolaterale (linke) Bein des Patienten umgreifen.

  • Die kraniale Hand auf die homolaterale SIPS und die Finger zum Palpieren direkt in den Iliosakralsulkus legen.

Ausführung (Abb. 5.43):
  • Das homolaterale (linke) Bein in Flexion adduzieren und die Bewegung mit dem eigenen Oberkörper unterstützen.

  • Mit der kranialen (rechten) Hand die homolaterale SIPS ununterbrochen nach lateral ziehen.

  • Zum Abduzieren der Hüfte den Patienten auffordern, das Bein gegen Widerstand nach außen zu drücken.

  • Dagegenhalten und keine Bewegung zulassen, damit der Patient eine isometrische Kontraktion von 5–10 Sekunden Dauer gegen den Widerstand ausführen kann.

  • Dabei mit der kranialen Hand die homolaterale SIPS kontinuierlich weiter nach lateral ziehen.

  • In der postisometrischen Entspannungsphase die Hüfte etwas weiter adduzieren, um so das Ilium passiv in Innenrotation zu hebeln.

  • Diesen Vorgang 3- bis 4-mal wiederholen, dann testen, ob sich das Gelenkspiel verbessert hat.

  • Zum Abschluss den Patienten mit adduziertem und nach innen rotiertem Bein einige Zeit ausruhen lassen.

Innenrotation des Iliums an der Symphysis pubica und im ISG

Direkte Technik
Mobilisation
Anmerkung: Das Beispiel beziehtInnenrotationIlium sich auf eine Läsion in horizontaler Ebene auf der rechten Seite (Abb. 5.44).
Patient: in Rückenlage
Therapeut: homolateral (rechts) neben dem Patienten stehend, nach kaudal gerichtet
Handposition:
  • Mit der kaudalen (rechten) Hand das homolaterale (rechte) Bein des Patienten am distalen Ende des Unterschenkels umgreifen.

  • Mit der kranialen Hand die heterolaterale (linke) SIAS des Patienten fixieren.

Ausführung (Abb. 5.44):
  • Das homolaterale (rechte) Bein des Patienten im Knie beugen und den Fuß am anderen Knie abstützen.

  • Den eigenen Ellenbogen auf der Innenseite des Patientenknies abstützen und das Bein in Abduktion bringen.

  • Zum Adduzieren der Hüfte den Patienten auffordern, das Bein gegen Widerstand nach innen zu drücken.

  • Dagegenhalten und keine Bewegung zulassen, damit der Patient eine isometrische Kontraktion von 5–10 Sekunden Dauer gegen den Widerstand ausführen kann.

  • In der postisometrischen Entspannungsphase die Hüfte etwas weiter abduzieren, um das Ilium so passiv in Außenrotation zu hebeln.

  • Diesen Vorgang 3- bis 4-mal wiederholen, danach testen, ob sich das Gelenkspiel verbessert hat.

  • zum Abschluss den Patienten mit abduziertem und nach außen rotiertem Bein etwas ausruhen lassen.

Pubis-inferior-Läsion

Diese Läsion ist oft mit einerPubis-inferior-Läsion Anterior-IS-Läsion des Iliums auf der gleichen Seite kombiniert.
Direkte Technik
Mobilisation mit Muskelenergie in Rückenlage
Anmerkung: Das BeispielPubis-inferior-LäsionMobilisation, in Rückenlage bezieht sich auf eine Pubis-inferior-Läsion links (Abb. 5.45). Die Technik ist die gleiche wie bei einer Ilium-anterior-IS-Läsion (Kap. 5.3.1).
Patient: in Rückenlage, nahe am Rand der Behandlungsliege
Therapeut: homolateral (links) neben dem Patienten stehend
Handposition:
  • Mit der kranialen (rechten) Hand das homolaterale (linke) Bein des Patienten im Kniebereich umfassen und leicht in Hüfte und Knie beugen.

  • Die Finger der kaudalen (linken) Hand über die Symphysis pubica legen.

Ausführung (Abb. 5.45):
  • Mit der kranialen (rechten) Hand das Bein weiter in Flexion bringen, bis die Bewegung in der Symphysis pubica zu spüren ist.

  • Mit den Fingerspitzen der kaudalen (linken) Hand den heterolateralen (linken) Ramus superior ossis pubis nach inferior fixieren.

  • Den Patienten auffordern, die Hüfte zu strecken.

  • Dagegenhalten und keine Bewegung zulassen, damit der Patient eine isometrische Kontraktion von 5–10 Sekunden Dauer gegen den Widerstand ausführen kann; dabei wird das Ilium bereits durch die Kontraktion des M. gluteus maximus ein wenig nach posterior korrigiert.

  • In der postisometrischen Entspannungsphase das Ilium noch etwas weiter nach posterior drehen.

  • Diesen Vorgang 3- bis 4-mal wiederholen, dann testen, ob sich das Gelenkspiel verbessert hat.

Indirekte Technik
Recoil-Technik in Rückenlage
Anmerkung: Das BeispielPubis-inferior-LäsionRecoil-Technik, in RückenlageRecoil-TechnikPubis-inferior-Läsion bezieht sich auf eine Läsion in sagittaler Ebene links (Abb. 5.46). Diese interessante Technik ist sehr sanft und kann sowohl bei Pubis-inferior- (Ilium anterior IS) als auch bei Pubis-superior-Läsionen (Ilium posterior IS) angewandt werden.
Patient: in Rückenlage
Therapeut: homolateral (links) neben dem Patienten stehend
Handposition:
  • Die kraniale (rechte) Hand schiebt von kranial das Tuberculum pubicum des (linken) Iliums mit Anterior-Läsion nach kaudal.

  • Die kaudale (linke) Hand schiebt von kaudal das Tuberculum pubicum des (rechten) Iliums mit Posterior-Läsion nach kranial, sodass sich beide Hände überkreuzen.

Ausführung (Abb. 5.46): Beide Ilia gleichzeitig ganz kurz und schnell in Läsionsrichtung bringen und dann schnell wieder loslassen; das Zurückfedern der Ilia dient dabei als Korrektur.

Pubis-superior-Läsion

Diese Läsion in sagittalerPubis-superior-Läsion Ebene ist oft mit einer Ilium-posterior-IS-Läsion auf der gleichen Seite kombiniert.
Direkte Techniken
Mobilisation mit Muskelenergie in Rückenlage
Die Technik ist die gleiche wie bei einer Ilium-posterior-IS-Läsion (Kap. 5.3.2, Abb. 5.29).
Tug mit Long Lever in Rückenlage
Anmerkung: Das BeispielPubis-superior-LäsionTug mit Long Lever, in RücklageTugmit Long LeverPubis-superior-Läsion bezieht sich auf eine Läsion links.
Patient: in Rückenlage, die Füße hängen über den Rand der Liege
Therapeut: am Fußende der Liege stehend, den Fuß des Patienten gegen seinen eigenen Oberschenkel gestemmt
Alternative: Wenn der Patient eine Hand in die heterolaterale (rechte) Leiste auf den Ramus inferior ossis pubis legt, kann der Therapeut neben ihm stehend einen Fuß auf die Hand in der rechten Leiste stellen, um so das heterolaterale (rechte) Ilium zu fixieren.
Handposition: Mit beiden Händen den homolateralen (linken) Unterschenkel des Patienten genau oberhalb der Knöchel umgreifen.
Ausführung:
  • Das gestreckte Bein des Patienten in Innenrotation, Flexion und in leichte Adduktion bringen.

  • Eine Vorspannung aufbauen und dann durch kurzen, schnellen Zug (Tug) das Ilium nach anterior korrigieren.

Pubis-Inflare-Läsion

Diese Läsion in sagittalerPubis-Inflare-Läsion Ebene kommt oft zusammen mit einer IS-Inflare-Läsion des Iliums auf der gleichen Seite vor. Entsprechend kann die Technik auch zur Behandlung einer IS-Inflare-Läsion des Iliums angewandt werden.
Direkte Technik
Mobilisation in Rückenlage
Anmerkung: Das BeispielPubis-Inflare-LäsionMobilisation, in Rückenlage bezieht sich auf eine Läsion links (Abb. 5.47).
Patient: in Rückenlage
Therapeut: homolateral (links) neben dem Patienten stehend oder auf der Liege sitzend
Handposition:
  • Mit der einen (rechten) Hand das homolaterale (linke) Bein umgreifen.

  • Die andere (linke) Hand auf Symphyse und Ramus superior ossis pubis legen.

Ausführung (Abb. 5.47):
  • Das um 90° in der Hüfte gebeugte homolaterale (linke) Bein des Patienten mit der kaudalen (rechten) Hand in Außenrotation bis an die Grenze des pubischen Gelenkspiels (Outflare des Iliums) führen, um die Symphyse kranial zu öffnen.

  • Mit den Fingerspitzen der kranialen (linken) Hand die Symphysenbeweglichkeit ertasten und den heterolateralen (rechten) Ramus superior ossis pubis fixieren.

  • Dann den Patienten die homolaterale (linke) Hüfte nach innen rotieren lassen.

  • Dagegenhalten und keine Bewegung zulassen, damit der Patient eine isometrische Kontraktion von 5–10 Sekunden Dauer gegen den Widerstand ausführen kann.

  • In der postisometrischen Entspannungsphase durch weitere Außenrotation der Hüfte die pubische Mobilität des Iliums nach Outflare verbessern.

  • Diesen Vorgang 3- bis 5-mal wiederholen.

Pubis-Outflare-Läsion

Diese Läsion in sagittalerPubis-Outflare-Läsion Ebene kommt oft zusammen mit einer IS-Outflare-Läsion des Iliums auf der gleichen Seite vor. Entsprechend kann die Technik auch zur Behandlung einer IS-Outflare-Läsion des Iliums angewandt werden.
Direkte Technik
Mobilisation in Rückenlage
Anmerkung: Das BeispielPubis-Outflare-LäsionMobilisation, in Rückenlage bezieht sich auf eine Läsion links (Abb. 5.48).
Patient: in Rückenlage
Therapeut: homolateral (links) neben dem Patienten stehend oder sitzend
Handposition:
  • Mit der kaudalen (rechten) Hand das homolaterale (linke) Bein umgreifen.

  • Die kraniale (linke) Hand auf Symphyse und Ramus superior ossis pubis legen.

Ausführung (Abb. 5.48):
  • Das um 90° in der Hüfte gebeugte homolaterale (linke) Bein des Patienten mit der kaudalen (rechten) Hand in Innenrotation bis an die Grenze des pubischen Gelenkspiels (Inflare des Iliums) führen, um die Symphyse kranial zu öffnen.

  • Mit den Fingerspitzen der kranialen (linken) Hand die Beweglichkeit der Symphyse ertasten und den heterolateralen (rechten) Ramus superior ossis pubis fixieren.

  • Dann den Patienten die homolaterale (linke) Hüfte nach außen rotieren lassen.

  • Dagegenhalten und keine Bewegung zulassen, damit der Patient eine isometrische Kontraktion von 5–10 Sekunden Dauer gegen den Widerstand ausführen kann.

  • In der postisometrischen Entspannungsphase durch weitere Innenrotation der Hüfte die pubische Mobilität des Iliums nach Inflare verbessern.

  • Diesen Vorgang 3- bis 5-mal wiederholen.

Allgemeine Unbeweglichkeit der Symphysis pubica

Direkte Technik
Dekoaptation der Symphysis pubica

Achtung

Die meisten Probleme der Symphysis pubicaUnbeweglichkeit, allgemeineSymphysis pubica beruhen auf Hypermobilität des Gelenks, bei der diese Technik jedoch kontraindiziert ist. Vor Anwendung der Technik ist daher eine intensive Diagnostik unerlässlich.

Patient: in Rückenlage, beideSymphysis pubicaDekoaptationDekoaptationSymphysis pubica Knie und Hüften gebeugt, die Füße zusammen
Therapeut: neben dem Patienten stehend
Handposition: Beide Hände mit überkreuzten Unterarmen auf die Innenseiten der Patientenknie legen.
Ausführung (Abb. 5.49):
  • Den Patienten bitten, die Knie zusammenzupressen.

  • Einige Male wiederholen lassen, um das Vertrauen des Patienten zu gewinnen.

  • Wenn der Patient dann erneut die Knie kräftig zusammenpresst, dagegenhalten, um durch das plötzliche, kräftige isometrische Anspannen der Adduktoren eine Dekoaptation der Symphyse zu erreichen.

  • Falls kein „Gapping“ der Symphyse zu spüren ist, kann bilateral sehr kurz ein Thrust nach lateral in Abduktion durchgeführt werden.

Wirkungsvoll an dieser Technik ist das plötzliche Nachlassen des Drucks, bevor er sofort wieder hergestellt wird.
Alternative: Abduktion gegen Widerstand ausführen lassen

Hinweis

Bei der Dekoaptation kann ein lautes physiologisches Knacken auftreten. Den Patienten dann bitte sofort beruhigen.

Behandlungstechniken für Läsionen am Sakroiliakalgelenk

Die Läsionen amSakroiliakalgelenk (SIG)Behandlungstechniken Sakroiliakalgelenk (SIG) können nach ihren Achsen unterteilt werden.
Läsionen um die transversale Achse:
  • Bilaterale Anterior-Läsion des Sakrums und Depressed Sacrum

  • Bilaterale Posterior-Läsion des Sakrums

  • Unilaterale Anterior-Läsion des Sakrums

  • Unilaterale Posterior-Läsion des Sakrums

Anterior- oder Posterior-Läsionen um eine schräge Achse: Seitneigung nach links um die dorsoventrale Achse führt zu einer dominanten linken und Seitneigung nach rechts um die dorsoventrale Achse zu einer dominanten rechten schrägen Achse.
  • L/L- oder R/R-Läsion des Sakrums

  • L/R- oder R/L-Läsion des Sakrums

Läsionen um die vertikale Achse:
  • Rotation des Sakrums nach links

  • Rotation des Sakrums nach rechts

Läsionen außerhalb des physiologischen Bewegungsausmaßes:
  • Superior Sacral Shear

  • Inferior Sacral Shear

Komplexe Läsionen: Störung des faszialen Gleichgewichts im Becken

Bilaterale Sakrum-anterior-SI-Läsion und Depressed Sacrum

Ein Depressed Sacrum entsprichtDepressed SacrumSakrum-anterior-SI-Läsion, bilateraleSakrum-anterior-SI-Läsionbilaterale und Depressed Sacrum der Extremform eines bilateralen Sakrums anterior SI. Theorie Kap. 3.4.2.1
Direkte Techniken
Mobilisation in Bauchlage
Patient: in Bauchlage, Sakrum-anterior-SI-Läsionbilaterale und Depressed SacrumMobilisationein Kissen oder die Hände unter den Bauch geschoben, Kopf in neutraler Lage
Therapeut: seitlich neben dem Patienten stehend
Vorbereitung:
  • Handposition: Die Fingerspitzen der einen Hand in den entsprechenden Iliosakralsulkus legen.

  • Mit der anderen Hand die Beine des Patienten nacheinander in Adduktion und Innenrotation bringen, bis die Fingerspitzen im Iliosakralsulkus die Bewegung des jeweiligen Iliums wahrnehmen.

  • Diese Beinposition beibehalten.

Handposition:
  • Thenar und Hypothenar der kaudalen Hand auf die beiden AIL des Sakrums legen.

  • Sich mit der kranialen Hand auf die kaudale Hand stützen.

Variante: Sich mit beiden Händen bilateral auf den rechten und linken AIL des Sakrums stützen.
Ausführung (Abb. 5.50):
  • Wenn der Patient einatmet, beide AIL des Sakrums nach kranioventral drücken, um das Sakrum zu posteriorisieren. Dabei auf einen symmetrischen Druck auf beide AIL achten.

  • Beim Ausatmen den Druck beibehalten.

  • Diesen Vorgang einige Male wiederholen.

  • Den Patienten nach dem Einatmen eventuell die Luft anhalten lassen.

  • Dann den Druck auf die beiden AIL des Sakrums nach kranioventral erhöhen und das Sakrum in dieser Position fixieren.

Hinweis

Manchmal, insbesondere bei chronischen Beschwerden, kann es sinnvoll sein, während des Einatmens oder Luftanhaltens rhythmisch pumpende Bewegungen auf die AIL des Sakrums nach kranioventral auszuführen.

Mobilisation im Sitzen
Patient: auf der Liege sitzend, Sakrum-anterior-SI-Läsionbilaterale und Depressed SacrumMobilisationdie Beine schulterbreit auseinander und in Außenrotation, die Füße auf den Boden aufgestellt
Therapeut: ventral vor dem Patienten sitzend, kniend oder hockend
Handposition: Mit beiden Händen das Becken umgreifen.
Ausführung (Abb. 5.51):
  • Die Fingerspitzen der Hände medial neben beide SIPS legen, um das Becken in Anteversion und die LWS in Lordose zu bringen.

  • Beide SIPS bzw. beide paravertebralen Muskelstränge fixieren und kontinuierlich auseinanderziehen.

  • Dann den Patienten eine Kyphosierung der LWS und eine Retroversion des Beckens ausführen lassen.

  • Dagegenhalten und gleichzeitig weiter an den beiden SIPS ziehen.

  • Diese Bewegung einige Male wiederholen.

Sutherland-Technik im Sitzen beim Depressed Sacrum
Kennzeichen: Diese TechnikSutherland-Technik im Sitzen, Depressed SacrumDepressed SacrumSutherland-Technik im Sitzen dient in erster Linie dazu, dass Sakrum aus seiner extremen anterioren und inferioren Position zu heben und nicht so sehr zur Posteriorisierung.
Patient: sitzend, beide Hände im Nacken, die Füße auf den Boden gestellt
Therapeut: dorsal vom Patienten sitzend
Phase 1
Handposition: Mit den Händen beide SIAS des Patienten umgreifen.
Ausführung (Abb. 5.52a):
  • Das Becken in Retroversion bringen.

  • Diese Beckenposition beibehalten und den Patienten dann auffordern, sich langsam vornüber zu beugen und tief auszuatmen.

Phase 2
Handposition: Am Ende der Flexionsbewegung des Patienten die eigenen Daumen unter beide SIPS legen.
Ausführung (Abb. 5.52b):
  • Das Becken mit dem Daumen bilateral in Anteversion drücken und in dieser Position festhalten.

  • Den Patienten dann auffordern, sich aufzurichten, tief einzuatmen und sich in Richtung Decke zu strecken.

  • Während dieser Extensionsbewegung beide Ilia ventral halten, damit sich durch die Aufrichtung des Rumpfes das Sakrum zwischen ihnen aufrichten kann.

Merke

Bitte beachten: Die Mm. erector spinae anteriorisieren das Sakrum eher und somit ist diese Technik bei einem leichten bilateralen Sakrum SI anterior nicht geeignet.

Anmerkung: Unmittelbar danach ist es notwendig, noch einmal die direkte Mobilisation in Bauchlage auszuführen (Abb. 5.50), um die eventuelle negative (anteriorisierende) Wirkung der Mm. erector spinae auszugleichen und das Sakrum zu posteriorisieren.

Bilaterale Sakrum-posterior-SI-Läsion

TheorieSakrum-posterior-SI-Läsionbilaterale Kap. 3.4.2.2
Direkte Techniken
Mobilisation in Bauchlage
Patient: in BauchlageSakrum-posterior-SI-LäsionbilateraleMobilisation, die Arme in Elevation, den Kopf in neutraler Position
Therapeut: neben dem Patienten stehend
Vorbereitung:
  • Die Finger der einen Hand bilateral in den entsprechenden Iliosakralsulkus legen.

  • Mit der anderen Hand nacheinander die Beine in die richtige Position bringen, d. h. so weit abduzieren und nach außen rotieren, bis die Fingerspitzen der anderen Hand die Bewegung des jeweiligen Iliums im Iliosakralsulkus wahrnehmen können.

  • Diese Beinposition beibehalten.

Handposition: Beide Handballen nebeneinander auf die Basis des Sakrums legen.
Variante: Die Finger der einen Hand V-förmig gespreizt auf die Basis des Sakrums legen und mit der anderen Hand den Druck verstärken.
Ausführung (Abb. 5.53):
  • Wenn der Patient ausatmet, die Sakrumbasis nach ventrokaudal drücken.

  • Während der Einatmung Anterior-Rotation des Sakrums aufrechterhalten.

  • Diesen Vorgang einige Male wiederholen.

  • Den Patienten eventuell ausatmen und eine Atempause machen lassen.

  • Dann den ventrokaudalen Druck auf das Sakrum erhöhen und es in dieser Position fixieren.

Hinweis

Manchmal, insbesondere bei chronischen Beschwerden, kann es sinnvoll sein, während des Ausatmens oder der Atempause rhythmisch pumpende Bewegungen des Sakrums nach ventrokaudal auszuführen.

Mobilisation im Sitzen
Patient: am EndeSakrum-posterior-SI-LäsionbilateraleMobilisation der Liege sitzend, die Beine schulterbreit auseinander und in Innenrotation, die Füße auf den Boden gestellt
Therapeut: dorsal vom Patienten sitzend
Handposition: Mit beiden Händen das Becken des Patienten umgreifen und die Fingerspitzen medial der beiden SIAS auflegen.
Ausführung (Abb. 5.54):
  • Das Becken in Retroversion und die LWS in Kyphose bringen.

  • Das Becken an den SIAS in Retroversion halten und den Patienten eine Lordosierung der LWS ausführen lassen.

  • Diesen Vorgang einige Male wiederholen.

Unilaterale Sakrum-anterior-SI-Läsion

Anmerkung: Das Beispiel bezieht sich auf eine Läsion rechts (Abb. 5.55). Theorie Kap. 3.4.2.1
Direkte Technik
Mobilisation
Patient: in Bauchlage, einSakrum-anterior-SI-Läsionunilaterale, Mobilisation Kissen oder die Hände unter dem Bauch, den Kopf zur Seite der Läsion (nach rechts) gedreht
Therapeut: heterolateral (links) neben dem Patienten stehend
Vorbereitung:
  • Finger der einen Hand in den rechten Iliosakralsulkus legen.

  • Mit der anderen Hand das betroffene (rechte) Bein umgreifen und es so weit in Adduktion und Innenrotation bringen, bis die Fingerspitzen der anderen Hand im Iliosakralsulkus die Bewegung des rechten Iliums wahrnehmen, diese Beinposition beibehalten.

Handposition:
  • Die kraniale (linke) Hand auf die homolaterale (rechte) SIPS legen.

  • Die kaudale (rechte) Hand auf den homolateralen (rechten) AIL legen.

Ausführung (Abb. 5.55):
  • Mit der kranialen (linken) Hand die SIPS nach ventral und lateral fixieren. Wenn der Patient einatmet, mit der kaudalen (rechten) Hand den AIL nach kranioventral drücken.

  • Während der Ausatmung den Druck beibehalten und ihn beim darauffolgenden Einatmen etwas verstärken.

  • Den Patienten nach dem Einatmen die Luft anhalten lassen.

  • Während des Einatmens oder Luftanhaltens rhythmische Pumpbewegungen ausführen, um den Knochen intraossär anzuregen.

  • Diesen Vorgang 3- bis 4-mal wiederholen.

Unilaterale Sakrum-posterior-SI-Läsion

Anmerkung: Das Beispiel bezieht sich auf eine Läsion rechts (Abb. 5.56). Theorie Kap. 3.4.2.1
Direkte Technik
Mobilisation
Patient: in Bauchlage, denSakrum-posterior-SI-Läsionunilaterale, Mobilisation Kopf nach heterolateral (links) gedreht
Therapeut: heterolateral (links) neben dem Patienten stehend
Vorbereitung:
  • Finger der einen Hand in den rechten Iliosakralsulkus legen.

  • Mit der anderen Hand das betroffene (rechte) Bein umgreifen und in Abduktion und Außenrotation bringen, bis die Fingerspitzen der anderen Hand im Iliosakralsulkus die Bewegung des rechten Iliums wahrnehmen.

  • Diese Beinposition beibehalten.

Handposition:
  • Die kraniale (linke) Hand so auf das Sakrum legen, dass sie mit dem Os pisiforme die homolaterale (rechte) BOS berührt.

  • Mit der kaudalen (rechten) Hand die homolaterale (rechte) SIAS umgreifen.

Ausführung (Abb. 5.56):
  • Mit dem Os pisiforme der kranialen (linken) Hand die BOS nach ventrokaudal drücken.

  • Mit der kaudalen (rechten) Hand das Ilium fixieren.

Variante: Mit der kranialen (linken) Hand das Sakrum nach anterior drücken und mit der kaudalen (rechten) Hand das homolaterale (rechte) Tuber ischiadicum fixieren.

Anterior-Läsion des Sakrums um eine schräge Achse mit L/L- oder R/R-Torsionsstellung

Anmerkung: Das Beispiel beziehtSakrum-anterior-SI-Läsionum eine schräge Achse sich auf eine Torsion um die linke schräge Achse in Links-Rotation nach links (L/L-Läsion). Bei R/R-Läsion sind die Techniken die gleichen, nur die Seiten müssen gewechselt werden. Theorie Kap. 3.4.2.3
Direkte Techniken
Mobilisation in Bauchlage
Patient: in Bauchlage, eventuellSakrum-anterior-SI-Läsionum eine schräge AchseMobilisation ein Kissen oder die Hände unter den Bauch geschoben, den Kopf nach rechts gedreht
Therapeut: links neben dem Patienten stehend
Vorbereitung:
  • Die Finger der einen Hand in den entsprechenden Iliosakralsulkus legen.

  • Mit der anderen Hand die Beine nacheinander umgreifen und in die richtige Position bringen.

  • Zuerst das linke Bein abduzieren und nach außen rotieren, bis die Fingerspitzen der anderen Hand die Inflare-Bewegung des linken Iliums im linken Iliosakralsulkus wahrnehmen.

  • Dann das rechte Bein des Patienten adduzieren und nach innen rotieren, bis die Fingerspitzen der anderen Hand die Outflare-Bewegung des rechten Iliums im rechten Iliosakralsulkus wahrnehmen.

  • Diese Beinpositionen beibehalten.

Durch die unterschiedlichen Beinpositionen wird eine linke schräge Achse eingestellt. Bei passiven Bewegungen bewegt sich das Sakrum dann eher um die linke schräge Achse als um die transversale Achse.

Handposition:
  • Die kraniale (linke) Hand in Höhe der linken BOS so auf das Sakrum legen, dass sich der Daumen auf der linken schrägen Achse befindet (schräge Linie in Abb. 5.57).

  • Den Handballen der kaudalen (rechten) Hand auf den linken AIL und die Fingerspitzen über den Daumen der kranialen Hand legen (Abb. 5.58).

Ausführung:
  • Mit der kranialen (linken) Hand das Sakrum so fixieren, dass sich bei der Korrektur nur die rechte BOS, aber nicht die linke BOS mitbewegen kann.

  • Mit der kaudalen (rechten) Hand den linken AIL beim Einatmen nach kranioventral drücken.

  • Bei stärker fixiertem Sakrum den Patienten eventuell die Luft nach dem Einatmen anhalten lassen und währenddessen durch rhythmische Pumpbewegungen des linken AIL nach kranioventral einen zusätzlichen intraossären Reiz setzen.

  • Den Druck beim Ausatmen beibehalten und dann beim nächsten Einatmen das Sakrum weiter wie oben beschrieben korrigieren.

Alternative
Patient: in Bauchlage, den Kopf nach rechts gedreht. Um eine linke schräge Achse für das Sakrum zu installieren, werden zwei kleine Kissen unter den Körper geschoben: das eine zur Posteriorisierung des linken Iliums unter die linke SIAS und das andere zur Anteriorisierung des rechten Iliums unter den rechten Oberschenkel (Abb. 5.59).
Therapeut: links neben dem Patienten stehend
Ausführung: Die Beine des Patienten bleiben jetzt in neutraler Position, während genau wie oben beschrieben weiter vorgegangen wird.
Muskelenergie in Seitenlage
Patient: in Bauchlage, denSakrum-anterior-SI-Läsionum eine schräge AchseMuskelenergie in Seitenlage Kopf nach rechts gedreht
Therapeut: zunächst rechts neben dem Patienten stehend
Vorbereitung:
  • Mit der kaudalen Hand die Fersen und mit der kranialen Hand beide Knie umfassen.

  • Beide Hüften und Knie um etwa 90° beugen, dann Beine und Becken nach rechts hinüberdrehen, sodass nur noch der linke Oberschenkel mit seiner Außenseite die Unterlage berührt.

  • Beine zusammenhalten und im Oberschenkelbereich auf der Unterlage abstützen.

  • Jetzt setzt sich der Therapeut ans Fußende der Liege.

Handposition:
  • Die Finger der kranialen (linken) Hand in den rechten Iliosakralsulkus legen.

  • Mit der kaudalen Hand beide Beine im Unterschenkelbereich umgreifen.

Ausführung (Abb. 5.60):
  • Die Hüften vorsichtig weiter beugen, bis die Fingerspitzen der kranialen (linken) Hand die Bewegung im rechten Iliosakralsulkus spüren, und in dieser Stellung halten.

  • Dann mit der kaudalen (rechten) Hand beide Füße nach unten drücken, bis iliosakral rechts eine Bewegung spürbar ist, und auch diese Stellung beibehalten.

  • Den Patienten tief durchatmen lassen; beim Einatmen soll er versuchen, die Füße gegen den Widerstand in Richtung Decke und damit nach rechts zu drehen und gleichzeitig das linke Knie zu beugen.

  • Diese Bewegung verhindern.

  • Den Patienten eventuell zusätzlich die rechte Schulter nach ventral, d. h. Richtung Boden, drücken lassen; dabei wird das Sakrum durch die Aktivität (Muskelenergie) der linken Mm. ischiocrurales und die Erhöhung des Abdominaldrucks nach posterior um die linke schräge Achse gezogen.

  • Während sich der Patient in der Exspirationsphase entspannt, Druck auf seine Füße und die rechte Schulter ausüben, bei Bedarf sogar etwas mehr in Richtung Boden.

  • Diesen Vorgang 3- bis 4-mal wiederholen.

Hinweis

Wichtig ist, die Effektivität der Technik aufmerksam zu kontrollieren und die Position des Patienten entsprechend anzupassen.

Darauf achten, dass die Beine des Patienten zum Abschluss wieder passiv in die neutrale Haltung zurückgebracht werden.

Posterior-Läsion des Sakrums um eine schräge Achse mit L/R- oder R/L-Torsionsstellung

Anmerkung: Das Beispiel bezieht sichSakrum-posterior-SI-Läsionschräge Achse mit L/R-/R/L-Torsionsstellung auf eine Torsion um die linke schräge Achse mit Rotation nach rechts (L/R-Läsion). Bei R/L-Läsion sind die Techniken die gleichen, nur die Seiten müssen gewechselt werden. Theorie Kap. 3.4.2.4
Direkte Techniken
Mobilisation in Bauchlage
Patient: in Bauchlage den KopfSakrum-posterior-SI-Läsionum eine schräge AchseMobilisation nach links gedreht und die Arme in Elevation
Therapeut: rechts neben dem Patienten stehend
Vorbereitung:
  • Die Finger der einen Hand in den entsprechenden Iliosakralsulkus legen.

  • Mit der anderen Hand nacheinander die Beine umgreifen und in die richtige Position bringen.

  • Zuerst das linke Bein abduzieren und nach innen rotieren, bis die Fingerspitzen der anderen Hand die Inflare-Bewegung des linken Iliums im linken Iliosakralsulkus wahrnehmen.

  • Dann das rechte Bein adduzieren und nach außen rotieren, bis die Fingerspitzen der anderen Hand die Outflare-Bewegung des rechten Iliums im rechten Iliosakralsulkus spüren.

  • Beide Beine in ihrer Position halten.

Durch die unterschiedliche Position der Beine wird eine linke schräge Achse installiert. Bei passiven Bewegungen bewegt sich das Sakrum dann eher um diese linke schräge Achse als um die transversale Achse.

Handposition:
  • Die kaudale (linke) Hand so auf den rechten AIL legen, dass sich der Daumen auf der linken schrägen Achse befindet (schräge Linie in Abb. 5.61)

  • den Handballen der kranialen (rechten) Hand auf die rechte BOS und die Fingerspitzen über den Daumen der kaudalen Hand legen

Ausführung (Abb. 5.61):
  • Mit der kaudalen (linken) Hand das Sakrum am rechten AIL fixieren, damit sich bei der Korrektur nur der linke AIL mit der rechten BOS mitbewegen kann.

  • Mit der kranialen (rechte) Hand die rechte BOS beim Einatmen nach ventrokaudal drücken.

  • Bei stärker fixiertem Sakrum den Patienten eventuell zusätzlich tief ausatmen und den Atem dann anhalten lassen.

  • Währenddessen durch rhythmische ventrokaudale Pumpbewegungen der rechten BOS einen zusätzlichen intraossären Reiz für das Sakrum setzen.

  • Den Druck beim Einatmen beibehalten und dann beim nächsten Ausatmen das Sakrum weiter wie oben beschrieben korrigieren.

Alternative
Patient: in Bauchlage, den Kopf nach links gedreht. Um eine linke schräge Achse für das Sakrum zu installieren, werden zwei kleine Kissen unter den Körper geschoben: das eine zur Posteriorisierung des linken Iliums unter die linke SIAS und das andere zur Anteriorisierung des rechten Iliums unter den rechten Oberschenkel (Abb. 5.62).
Therapeut: links neben dem Patienten stehend
Ausführung: Die Beine des Patienten bleiben jetzt in einer neutralen Position, während so wie oben beschrieben weiter vorgegangen wird.
Muskelenergie in Seitenlage
Patient: in linkerSakrum-posterior-SI-Läsionum eine schräge AchseMuskelenergie in Seitenlage Seitenlage
Therapeut: ventral vom Patienten stehend
Vorbereitung:
  • Die Finger der kaudalen (linken) Hand in den rechten Iliosakralsulkus legen.

  • Mit der kranialen (rechten) Hand den linken Oberarm des Patienten umgreifen und die linke Schulter zu sich hinziehen, sodass der Rumpf nach rechts gedreht wird.

  • Mit den Fingerspitzen im rechten Iliosakralsulkus wahrnehmen, wann die Bewegung iliosakral ankommt.

  • Die entsprechende Stellung beibehalten.

  • Dann das linke Bein strecken, bis die Bewegung iliosakral rechts zu spüren ist, während das rechte Bein leicht nach vorn gebeugt über den Rand der Liege hängt.

Ausführung (Abb. 5.63):
  • Nun die Handposition wechseln und mit der kranialen (rechten) Hand den rechten Iliosakralsulkus palpieren und mit dem Unterarm die rechte Vorderseite von Rumpf und eventuell Schulter des Patienten nach dorsal auf die Liege drücken.

  • Mit der kaudalen (linken) Hand das rechte Bein des Patienten an der Außenseite stützen und es in Adduktion leicht nach unten über den Rand der Liege drücken.

  • Den Patienten tief einatmen und gleichzeitig das rechte Bein in Hüftextension nach dorsal strecken lassen; dabei wird das Sakrum durch den homolateralen (rechten) M. gluteus maximus und M. erector truncae um die linke schräge Achse anteriorisiert.

  • Um die Korrektur zu erleichtern, kann sich der Patient mit der rechten Hand an der Liege fixieren.

  • Während sich der Patient bei der Ausatmung entspannt, kann das rechte Bein notfalls noch etwas weiter in Adduktion gedrückt werden.

  • Diesen Vorgang 3- bis 4-mal wiederholen.

Hinweis

Wichtig ist, die Effektivität der Technik aufmerksam zu kontrollieren und die Position des Patienten entsprechend anzupassen. Rechte Schulter und Rumpf dienen dabei nur als Fixpunkte.

Darauf achten, dass die Beine des Patienten zum Abschluss wieder passiv in die neutrale Haltung zurückgebracht werden.

Sakrumläsion mit einer dominanten schrägen Achse bzw. Seitneigung nach links oder rechts

Theorie Kap. 3.4.1. DieseSakrumläsionmit dominanter schräger Achse/Seitneigung Läsion kann Folge eines Traumas oder einer Torsion der beiden Ilia sein. Daher ist es wichtig, immer beide Ilia zu untersuchen bzw. zu behandeln.
Liegt z. B. eine Läsion mit einer dominanten linken schrägen Achse vor, ist das Sakrum in einer Seitneigung nach links um die dorsoventrale Achse zwischen den beiden Ilia eingeklemmt. In dieser Position kann es sich nur um die linke schräge Achse nach posterior und anterior bewegen. Bei einer dominanten rechten schrägen Achse ist die Technik die gleiche, nur die Seiten müssen gewechselt werden.
Direkte Technik
Thrust in Seitenlage
Patient: in heterolateralerThrustin SeitenlageSakrumläsion (rechter) Seitenlage
Therapeut: ventral vor dem Patienten stehend
Vorbereitung:
  • Die Finger der kaudalen (rechten) Hand in den homolateralen (linken) Iliosakralsulkus legen.

  • Mit der kranialen (linken) Hand den rechten Oberarm des Patienten umgreifen und die rechte Schulter zu sich hinziehen, sodass der Rumpf nach links gedreht wird.

  • Mit den Fingerspitzen im Iliosakralsulkus wahrnehmen, wann die Bewegung iliosakral ankommt.

  • Die entsprechende Stellung beibehalten.

  • Das unten liegende rechte Bein leicht strecken und das obere (linke) Bein beugen, bis die Bewegung im Iliosakralsulkus zu spüren ist.

Ausführung (Abb. 5.64):
  • Nun die Handposition wechseln und die kraniale (linke) Hand auf die homolaterale (linke) Crista iliaca und die kaudale (rechte) Hand auf den homolateralen (linken) AIL des Sakrums legen.

  • Während der Patient ausatmet, mit beiden Händen gleichzeitig einen Thrust (Body Drop) ausführen (Pfeilrichtungen Abb. 5.64); dabei stößt die kraniale (linke) Hand die Crista iliaca nach inferior und die kaudale (rechte) Hand den linken AIL nach superior.

Hinweis

Es empfiehlt sich, im Anschluss an diese Technik eine fasziale Ausgleichsbehandlung des Sakrums (Kap. 5.5.11) durchzuführen, um zu testen, ob sich das Sakrum wieder um alle Achsen frei bewegen kann.

Sakrumläsion mit Rotation um die vertikale Achse

TheorieSakrumläsionmit Rotation um vertikale Achse Kap. 3.4.4
Direkte Techniken
Anmerkung: Das Beispiel bezieht sich auf eine Rotation nach links.
Mobilisation in Bauchlage mit Long Lever
Patient: in BauchlageLong Leverin BauchlageSakrumläsion mit Rotation um vertikale Achse, den Kopf nach rechts gedreht
Therapeut: homolateral (links) neben dem Patienten stehend
Handposition:
  • Mit der kaudalen (rechten) Hand beide Unterschenkel des Patienten im Knöchelbereich umgreifen.

  • Die kraniale (linke) Hand flach auf das Sakrum, mit den Fingerspitzen in kaudaler Richtung, legen.

Ausführung (Abb. 5.65):
  • Beide Knie des Patienten um etwa 90° beugen.

  • Mit der kranialen (linken) Hand das Sakrum etwas nach ventral drücken und in eine Rechtsdrehung um eine vertikale Achse bringen.

  • Mit der kaudalen (rechten) Hand die Beine des Patienten von sich wegführen; dies entspricht einer Außenrotation der homolateralen (linken) Hüfte und einer Innenrotation der heterolateralen (rechten) Hüfte, während sich beide Ilia nach links drehen und das Sakrum nach rechts.

  • In dieser Haltung soll der Patient tief durchatmen.

  • Nach einigen Atemzyklen vorsichtig zur Ausgangsposition zurückkehren.

Thrust in Seitenlage
Patient: inThrustin SeitenlageSakrumläsion mit Rotation um vertikale Achse homolateraler (linker) Seitenlage
Therapeut: ventral vor dem Patienten stehend
Vorbereitung:
  • Die Finger der kaudalen (linken) Hand in den oben befindlichen (rechten) Iliosakralsulkus legen.

  • Mit der kranialen (rechten) Hand den linken Oberarm des Patienten umgreifen und die linke Schulter zu sich hinziehen, sodass der Rumpf nach rechts gedreht wird.

  • Mit den Fingerspitzen im rechten Iliosakralsulkus spüren, wann die Bewegung dort ankommt.

  • Die entsprechende Stellung beibehalten.

  • Das unten liegende linke Bein leicht strecken, während das obere (rechte) Bein leicht gebeugt und adduziert wird, bis die Bewegung im rechten Iliosakralsulkus zu spüren ist.

Handposition: Nun die Handposition wechseln:
  • Die kraniale (rechte) Hand im Bereich der SIPS auf die Crista iliaca legen.

  • Die kaudale (linke) Hand auf die unten befindliche (linke) Hälfte des Sakrums legen.

Ausführung (Abb. 5.66): Während der Patient ausatmet, mit beiden Händen einen Thrust ausführen, d. h. mit der kaudalen (linken) Hand die unten befindliche Sakrumhälfte nach ventral und gleichzeitig mit der kranialen (rechten) Hand die SIPS nach median stoßen; dadurch klafft das obere ISG etwas auseinander und bietet Platz für die oben befindliche (rechte) Sakrumhälfte, die sich um die vertikale Achse posteriorisiert.

Hinweis

Es empfiehlt sich, im Anschluss an diese Technik eine fasziale Ausgleichsbehandlung des Sakrums (Kap. 5.5.11) durchzuführen, um zu testen, ob sich das Sakrum wieder um alle Achsen frei bewegen kann.

Sakroiliakale (SI) Up-Slip-Läsion des Sakrums oder Superior Sacral Shear

Theorie Kap. 3.5.1. DieseSacral Shear, Inferior/SuperiorSakrumUp-Slip-Läsion, sakroiliakale Läsion ist identisch mit einer Down-Slip-Läsion des Iliums. Daher können dieselben Techniken wie bei Down-Slip des Iliums beschrieben angewandt werden (Kap. 5.3.6). Das Beispiel hier bezieht sich auf eine Läsion rechts.
Direkte Technik
Mobilisation in Bauchlage mit Short Lever
Patient: in Bauchlage, den KopfUp-Slip-Läsionsakroiliakale, Short Lever, in Bauchlage nach homolateral (rechts) gedreht
Therapeut: heterolateral (links) neben dem Patienten stehend
Vorbereitung:
  • Die Finger der kranialen (linken) Hand in den rechten Iliosakralsulkus legen.

  • Mit der kaudalen (rechten) Hand das betroffene (rechte) Bein umgreifen und so weit adduzieren, bis die Bewegung des rechten Iliums im rechten Iliosakralsulkus mit den Fingerspitzen der anderen Hand wahrnehmbar ist.

  • Diese Beinposition beibehalten.

Handposition:
  • Die kaudale (rechte) Hand auf das homolaterale (rechte) Tuber ischiadicum legen.

  • Die kraniale (linke) Hand auf die homolaterale (rechte) BOS legen.

Ausführung (Abb. 5.67):
  • Mit der kaudalen (rechten) Hand das Tuber ischiadicum nach kranial fixieren (bzw. „thrusten“).

  • Mit der kranialen (linken) Hand die BOS während des Ausatmens ruckartig nach kaudal stoßen („thrusten“) bzw. nur fixieren.

Sakroiliakale (SI) Down-Slip-Läsion des Sakrums bzw. Inferior Sacral Shear

Theorie Kap. 3.5.1. DieseDown-Slip-LäsionsakroiliakaleSakrumDown-Slip-Läsion, sakroiliakale Sacral Shear, Inferior/SuperiorLäsion ist identisch mit einer Up-Slip-Läsion des Iliums. Daher können dieselben Techniken wie bei Up-Slip des Iliums beschrieben angewandt werden (Kap. 5.3.5). Das Beispiel hier bezieht sich auf eine Läsion rechts.
Direkte Technik
Mobilisation in Bauchlage mit Short Lever
Patient: in Bauchlage, denDown-Slip-LäsionsakroiliakaleShort Lever, in Bauchlage Kopf nach heterolateral (links) gedreht
Therapeut: heterolateral (links) neben dem Patienten stehend
Vorbereitung:
  • Die Finger der kranialen (linken) Hand in den rechten Iliosakralsulkus legen.

  • Mit der kaudalen (rechten) Hand das betroffene (rechte) Bein umgreifen und so weit abduzieren, bis die Bewegung des rechten Iliums im rechten Iliosakralsulkus mit den Fingerspitzen der anderen Hand wahrnehmbar ist.

  • Diese Beinposition beibehalten.

Handposition:
  • Die kraniale (linke) Hand auf die homolaterale (rechte) SIPS und Crista iliaca legen.

  • Die kaudale (rechte) Hand auf den homolateralen (rechten) AIL des Sakrums legen.

Ausführung (Abb. 5.68):
  • Mit der kranialen (linken) Hand die SIPS und Crista iliaca fixieren bzw. während des Ausatmens ruckartig nach kaudal stoßen („thrusten“).

  • Mit der kaudalen (rechten) Hand den AIL des Sakrums während des Einatmens ruckartig nach kranial stoßen („thrusten“) bzw. nur fixieren.

Faszialer Ausgleich des Sakrums

Behandlungsprinzip
Patient: in Sakrumfaszialer AusgleichFaszialer AusgleichBehandlungsprinzipRückenlage
Therapeut: neben dem Patienten sitzend
Handposition:
  • Den Handballen der kaudalen Hand unter das Sakrum legen, Zeige- und Ringfinger bilateral in den Iliosakralsulkus.

  • Den kranialen Unterarm im Beckenbereich ventral auf die beiden SIAS des Patienten legen.

Ausführung: Beide SIAS leicht zusammendrücken, um die beiden ISG vom Druck zu entlasten (dekomprimieren), damit sich das Sakrum „frei“ zwischen den beiden Ilia bewegen kann. Dabei mit der kaudalen Hand die Beweglichkeit des Sakrums beurteilen.

Unterschied zwischen direkter und indirekter Technik

Indirekte Technik: HierIndirekte Technik folgt man den Bewegungen des Sakrums in die Richtung, in die es sich am besten bewegen kann. Gleichzeitig werden die beiden Ilia mit dem kranialen Unterarm in eine Position mit geringstmöglicher Spannung geführt. Diese Bewegung wiederholen bzw. die Endposition halten, bis die Spannung „weggeschmolzen“ ist.
Direkte Technik: HierDirekte Technik wird das Sakrum dagegen genau in die Richtung mobilisiert, in der es am wenigsten beweglich ist. Die beiden Ilia werden gleichzeitig mit dem kranialen Unterarm in eine Stellung gebracht, in der sie sich am wenigsten bewegen. Auch in diesem Fall wird die Bewegung so lange ausgeführt bzw. die Endposition gehalten, bis die Spannung „weggeschmolzen“ ist.
Systematisches Vorgehen
  • 1.

    Beide SIAS leichtFaszialer AusgleichVorgehen, systematisches zusammendrücken, um die „freie“ Beweglichkeit des Sakrums nach dorsal zwischen den beiden Ilia zu beurteilen (Abb. 5.69a).

  • 2.

    Beide SIAS leicht auseinanderdrücken, um die Beweglichkeit des Sakrums nach ventral zwischen den beiden Ilia zu beurteilen (Abb. 5.69b).

  • 3.

    Die linke SIAS leicht nach kaudal (Ilium anterior CF) und die rechte SIAS nach kranial (Ilium posterior CF) drücken, um zu testen, ob das Sakrum eine Seitneigung nach rechts machen kann (Abb. 5.69c).

  • 4.

    Die linke SIAS leicht nach kranial (Ilium posterior CF) und die rechte SIAS nach kaudal (Ilium anterior CF) drücken, um zu testen, ob das Sakrum eine Seitneigung nach links machen kann (Abb. 5.69d).

  • 5.

    Beide SIAS nach rechts drücken, um zu testen, ob sich das Sakrum um die vertikale Achse nach links drehen kann (Abb. 5.69e).

  • 6.

    Beide SIAS nach links drücken, um zu testen, ob sich das Sakrum um die vertikale Achse nach rechts drehen kann (Abb. 5.69f).

Behandlung von Läsionen am lumbosakralen Übergang durch Lumbar Roll

Da es nicht möglich ist, Lumbosakraler ÜbergangLumbar RollLumbar Rolllumbosakraler Übergang, Läsiondas Sakrum zu anteriorisieren oder zu posteriorisieren, ohne dabei auch den lumbosakralen Übergang (L5–S1) mitzubewegen, erfolgt die Untersuchung und Behandlung seiner Beweglichkeit zusammen mit der des Sakrums.
Für die Behandlung von Läsionen am lumbosakralen Übergang eignen sich LWS-Techniken. In diesem Kapitel wird als direkte Technik der Lumbar Roll vorgestellt, ohne näher auf die LWS einzugehen (auch Kap. 2.3.3.4, Kap. 3.7).

L5 in NS(x)R(y)

Solche Läsionen sind eher myofaszial bedingt und werden mit postisometrischen Mobilisationen behandelt. Theorie Kap. 3.7.1
Anmerkung: Hier wird der Lumbar Roll am Beispiel von L5 in NS(links)R(rechts) dargestellt (Abb. 5.70).
Patient: in Seitenlage entsprechend der Rotationsrichtung (rechts), beide Beine zur Stabilisierung der Position gebeugt
Therapeut: ventral vom Patienten stehend
Handposition:
  • Die Finger der kaudalen (rechten) Hand in die interspinalen Zwischenräume und die Fingerspitzen in den lumbosakralen Übergang legen.

  • Mit der kranialen (linken) Hand den unten liegenden (rechten) Arm des Patienten umgreifen.

Ausführung (Abb. 5.70):
  • Den Patienten vorsichtig zu sich hinziehen, sodass sein Rumpf nach links gedreht wird.

  • Mit der kaudalen (rechten) Hand kontrollieren, wann die Rotation der Wirbelsäule den lumbosakralen Übergang erreicht und die Drehbewegung genau dann stoppen.

  • Nun mit der kranialen (linken) Hand die Palpation von L5–S1 übernehmen.

  • Unter Beibehaltung der Rumpfdrehung das untere (rechte) Bein des Patienten mit der kaudalen (rechten) Hand etwas strecken, ohne die neutrale Position der LWS zu verändern.

  • Dann auch das obere (linke) Bein des Patienten mit der kaudalen (rechten) Hand etwas beugen, ohne dass die LWS ihre neutrale Position verliert.

  • Sich unter Beibehaltung dieser langsam aufgebauten Position mit dem kranialen (linken) Unterarm auf den Thorax und mit dem kaudalen (rechten) Unterarm auf das Becken des Patienten stützen.

  • Mit den Fingerspitzen beider Hände eine Seitneigung nach rechts und eine Rotation nach links herbeiführen; die Kraft dabei zum lumbosakralen Übergang (L5–S1) richten, der dadurch in NS(rechts)R(links) mobilisiert wird.

  • Zur Verstärkung der Korrektur könnte der Patient zusätzlich versuchen, sich behutsam zurückzudrehen, während der Therapeut dagegenhält und ihn in der postisometrischen Entspannungsphase weiter mobilisiert.

L5 in FR(x)S(x)

Diese Läsionen sind eher artikulär bedingt und oft mit stärkeren und schmerzhafteren Symptomen verbunden als andere Läsionen. Zur Behandlung werden meistens Thrust-Techniken eingesetzt. Theorie Kap. 3.7.2
Anmerkung: Hier wird der Lumbar Roll am Beispiel einer L5-Läsion in FR(rechts)S(rechts) dargestellt (Abb. 5.71).
Patient: in Seitenlage entsprechend der Rotationsrichtung (rechts), beide Beine zur Stabilisierung der Position gebeugt
Therapeut: ventral vom Patienten stehend
Handposition:
  • Die Finger der kaudalen (rechten) Hand in die interspinalen Zwischenräume und die Fingerspitzen in den lumbosakralen Übergang legen.

  • Mit der kranialen (linken Hand) den unten liegenden (rechten) Arm des Patienten umgreifen.

Ausführung (Abb. 5.71):
  • Den Arm des Patienten leicht nach kranial und vorsichtig zu sich hinziehen, damit sein Rumpf nach links gedreht wird und sich eine geringe Extension in Höhe von L5–S1 einstellt.

  • Mit der kaudalen (rechten) Hand kontrollieren, wann die Rotation der Wirbelsäule den lumbosakralen Übergang erreicht, um die Drehbewegung genau dann zu stoppen.

  • Die LWS zur Feineinstellung der Extension vorsichtig zu sich hinschieben, bis die Extension lumbosakral zu spüren ist.

  • Dann mit der kranialen (linken) Hand die Palpation von L5–S1 übernehmen.

  • Unter Beibehaltung der Rumpfdrehung das untere (rechte) Bein des Patienten mit der kaudalen (rechten) Hand etwas strecken, ohne dabei die Extension in der LWS zu verändern.

  • Anschließend das obere (linke) Bein des Patienten mit der kaudalen (rechten) Hand etwas beugen, bis die kraniale (linke) Hand die Bewegung im lumbosakralen Übergang spürt.

  • Auch hierbei darauf achten, dass die lokale Extension nicht verloren geht.

  • Sich unter Beibehaltung dieser langsam aufgebauten Position mit dem kranialen (linken) Unterarm auf den Thorax und mit dem kaudalen (rechten) Unterarm auf das Becken des Patienten stützen.

  • Mit den Fingerspitzen beider Hände eine Seitneigung und Rotation nach links herbeiführen und dabei die Kraft zum lumbosakralen Übergang lenken.

  • Mit einem kurzen Body Drop das Gelenk in ER(links)S(links) „thrusten“.

L5 in ER(x)S(x)

Diese Läsionsart ist eher artikulär bedingt und oft mit einer umfangreicheren, stärkeren und schmerzhafteren Symptomatik verbunden als andere Läsionen. Zur Behandlung werden meist Thrust-Techniken eingesetzt. Theorie Kap. 3.7.2
Anmerkung: Hier wird der Lumbar Roll am Beispiel einer L5-Läsion in ER(rechts)S(rechts) dargestellt (Abb. 5.72).
Patient: in Seitenlage entsprechend der Rotationsrichtung (rechts), beide Beine zur Stabilisierung der Position gebeugt
Therapeut: ventral vom Patienten stehend
Handposition:
  • Die Finger der kaudalen (rechten) Hand in die interspinalen Zwischenräume und die Fingerspitzen in den lumbosakralen Übergang (L5–S1) legen.

  • Mit der kranialen (linken Hand) den unten liegenden (rechten) Arm des Patienten umgreifen.

Ausführung (Abb. 5.72):
  • Den Arm leicht nach kaudal und vorsichtig zu sich hinziehen, damit der Rumpf nach links gedreht wird und sich eine geringe Flexion in Höhe von L5–S1 einstellt.

  • Mit der kaudalen (rechten) Hand kontrollieren, wann die Rotation der Wirbelsäule den lumbosakralen Übergang erreicht, um die Rotationsbewegung genau dann zu stoppen.

  • Die LWS zur Feineinstellung der Flexion vorsichtig von sich wegschieben, bis die Extension lumbosakral zu spüren ist.

  • Nun mit der kranialen (linken) Hand die Palpation von L5–S1 übernehmen.

  • Unter Beibehaltung der Rumpfdrehung das untere (rechte) Bein des Patienten mit der kaudalen (rechten) Hand etwas strecken, ohne dabei die Flexion in der LWS zu verändern.

  • Anschließend das obere (linke) Bein des Patienten mit der kaudalen (rechten) Hand etwas beugen, bis mit der kranialen (linken) Hand die Bewegung im lumbosakralen Übergang zu spüren ist.

  • Auch hierbei darauf achten, dass die lokale Flexion nicht verloren geht.

  • Sich unter Beibehaltung der langsam aufgebauten Position des Patienten mit dem kranialen Unterarm auf den Thorax und mit dem kaudalen Unterarm auf das Becken des Patienten stützen.

  • Mit den Fingerspitzen beider Hände eine Seitneigung und Rotation nach links herbeiführen und dabei die Kraft zum lumbosakralen Übergang lenken.

  • Mit einem kurzen Body Drop das Gelenk in FR(links)S(links) „thrusten“.

Untersuchung und Behandlung mit dem „Spontaneous Release by Positioning“

Einführung und Begriffsklärung

Der kanadischeSpontaneous Release by PositioningBegriffserklärungSpontaneous Release by PositioningUntersuchung/Behandlung Osteopath Lawrence H. Jones hat eine sehr sanfte Methode zur Korrektur von osteopathischen Läsionen entwickelt, die als Strain and Counterstrain Strain-CounterstrainBegriffserklärungoder Spontaneous Release by Positioning bezeichnet wird [78]. In Weiterentwicklung dieser Techniken hat Arthur Lincoln Pauls als eigene MethodeOrtho-Bionomy die Ortho-Bionomy begründet [183].
Im Unterschied zu den direkten Techniken, bei denen das Gelenk in Richtung seiner restriktiven Barriere, d. h. in die Richtung, in der es sich schlechter bewegen kann, mobilisiert wird, wählt Jones die Richtung, in der sich das Gelenk gut bewegen kann (indirekte Technik). Es wird eine Position aufgesucht, die für den Patienten möglichst schmerzfrei bzw. in der am wenigsten Spannung spürbar ist. Diese Position wird völlig passiv eingenommen und mindestens 90 Sekunden lang gehalten. Danach wird der Patient wieder passiv sehr langsam und vorsichtig in die neutrale Haltung zurückbewegt. Um die verkrampften agonistischen Muskeln (Strain = Zugspannung) noch mehr zu entspannen, wird anschließend ein leichter Gegenzug (Counterstrain) Counterstrainauf ihre Antagonisten ausgeübt.
Jones hat im myofaszialen Gewebe typische druckschmerzhafte und trophisch veränderte Punkte gefunden, Tenderpoints (TP)die Tenderpoints (TP). Sie können zusätzlich zur Diagnosestellung herangezogen werden. Jones benutzt sie auch eher diagnostisch als therapeutisch (keine Akupressur). Diese Punkte befinden sich nicht in der Haut, sondern in Muskeln, Sehnen, Bändern und Faszien. Sie haben einen sehr empfindlichen Kern von etwa 3 mm Durchmesser bei einem Gesamtdurchmesser von ungefähr 1 cm und können bei der Positionierung als Kontrolle dienen. Ihre Empfindlichkeit sollte sich bei richtig angewandter Technik im subjektiven Empfinden des Patienten um mindestens zwei Drittel reduzieren.
Als neurologische Erklärung für parietale osteopathische Läsionen nimmt man eine erhöhte Aktivität der Gamma-Neurone Gamma-Neurone, Aktivität, erhöhtean. Unter ihrem Einfluss könnten sich intrafusale Muskelfasern (Fasern in den Muskelspindeln) verspannen, wodurch eine erhöhte Spannung im Muskel selbst aufrechterhalten wird. Bei der Strain-Counterstrain-Behandlung werden Muskeln mit irritierten Muskelspindeln in eine Position gebracht, in der sie sich passiv verkürzen und entspannen, um so die Aktivität der Propriozeptoren zu bremsen. Über diese Golgi-Rezeptoren werden dann auch die Gamma-Neurone inhibiert.
Während Thrust-Techniken den Versuch darstellen, die Muskelspindeln sozusagen schneller zu dehnen als die Reaktionen des ZNS und sie damit zu „normalisieren“, versuchen indirekte Techniken eher, die Sensibilität der Muskelspindeln „behutsam und einladend“ herunterzufahren. Durch weitgehenden Ausschluss von Schmerz und Bewegung wird den proprio- und nozizeptiven Regelsystemen Zeit gegeben, sich zu reorganisieren.
Die Kunst liegt aber in der praktischen Umsetzung. Um in verschiedenen Ebenen die „Kraft“ im Tenderpoint zentrieren zu können, ist praktische Erfahrung und Anleitung wichtig. Es sind die kleinen Dinge, die den Unterschied bei den Jones-Techniken ausmachen.
Die Methode nach Jones kann sehr gut bei verspannten und ängstlichen Patienten und in der Schmerztherapie Schmerztherapie, Jones-Technikenangewandt werden. Bei Verschlackungen oder Übersäuerung ist sie oft weniger erfolgreich. Unterstützende Maßnahmen wie eine langfristige Ernährungsumstellung, das Lösen von faszialen Verklebungen oder eine Ausleitungstherapie sind in diesen Fällen sehr sinnvoll. Auch bei viszeralen und kraniosakralen Störungen sind zusätzlich viszerale und kraniosakrale Behandlungen notwendig.

Prinzipien der Jones-Techniken

  • 1.

    PalpationJones-Techniken, Prinzipien der Tenderpoints (TP) hinsichtlich ihrer Druckempfindlichkeit dient als Test für die Spannung des umgebenden Gewebes.

  • 2.

    Sanft und langsam die Position in den drei räumlichen Ebenen aufsuchen, bei der am wenigsten Spannung und Schmerzen vorliegen. Der Patient wird sozusagen passiv um den TP herum „gefaltet“, ohne ihn zu drücken. Die eingenommene Haltung ist nur richtig, wenn der TP bei Druckkontrolle nicht mehr oder weniger schmerzhaft ist.

  • 3.

    Anteriore TP werden meist in Flexion behandelt, seitliche TP in Seitneigung meist zur entgegengesetzten und Rotation zur gleichen Seite, posteriore TP meist in Extension.

  • 4.

    Je weiter die TP von der Medianlinie entfernt liegen, desto größer ist die Seitneigung und desto kleiner die Flexion bzw. Extension, mit der sie behandelt werden.

  • 5.

    Je näher sie an der Medianlinie liegen, um so größer ist die Flexion bei den anterioren bzw. die Extension bei den posterioren TP und desto kleiner die Seitneigung, mit der sie behandelt werden.

  • 6.

    Die Behandlungsposition wird mindestens 90 Sekunden lang beibehalten.

  • 7.

    Sehr langsam passiv zur neutralen Haltung zurückkehren und den TP erneut auf seine Druckschmerzhaftigkeit testen. Wenn der TP in neutraler Haltung nicht mehr schmerzhaft ist, war die Behandlung korrekt und erfolgreich.

Da Test und Behandlung bei den Jones-Techniken ineinander übergehen, werden sie hier auch gemeinsam beschrieben. Bei akuten Beschwerden lässt sich eine passive Bewegungsuntersuchung der Gelenke oft nur schwierig durchführen. In diesem Fall eignen sich die Tenderpoints hervorragend als alternatives Diagnosemittel.

Die Namensgebung der Tenderpoints ist leider eher verwirrend. Das soll aber nicht den Verdienst von Jones schmälern. Vielleicht sind manche Triggerpunkte, Chapman- oder Akupunkturpunkte ebenso gut für die Behandlung geeignet. Der Unterschied besteht allerdings darin, dass Triggerpunkte ausstrahlen und sich hart anfühlen, während Tenderpoints nicht ausstrahlen und weich sind. Auch Lage und Beschaffenheit der diagnostischen und Behandlungspunkte unterscheiden sich bei den einzelnen Systemen.

Praktisch geht es bei den Jones-Techniken nach Meinung des Autors darum, schmerzhafte Punkte diagnostisch zu nutzen und dabei das Passive und „Zarte“ in den Vordergrund zu stellen, um die positive Grundeinstellung des Patienten zu fördern.

Wichtiger als die Position der Punkte selbst sind gutes Palpationsvermögen und die Fähigkeit, die Haltung so zu steuern, dass die Spannung ab nimmt. Deshalb sollte das Zentrieren der Hebelarme im Tenderpoint und das Ertasten dieses individuell unterschiedlichen Punkts intensiv erlernt und eingeübt werden.

Ohne die Arbeit von Jones infrage stellen zu wollen oder anmaßend zu erscheinen, sei es dem Autor gestattet, durch seine persönliche Interpretation der Tenderpoints eine gewisse Logik in den Aufbau und Ablauf der Techniken zu bringen.

Anteriore Tenderpoints (Abb. 5.73), Tenderpoints (TP)anterioredie jeweils links und rechts im Becken liegen, sind nach der typischen Nomenklatur von Jones [78]:
  • PSOAS – TP des M. iliopsoas: zwei Finger oberhalb und medial der SIAS

  • ISID – TP bei der hier als Inferior-SI-Dysfunktion (im Hinblick auf Posterior- und Inflare-Läsionen des Iliums) bezeichnetenLow Ilium Flare-Out Disease „Low Ilium Flare-Out Disease“ [78]: genau unterhalb und medial der SIAS

  • ING – TP des Lig. inguinale: im oberen Drittel des Lig. inguinale zwischen SIAS und Tuberculum pubicum

  • AL5 – anteriorer TP von L5: etwa 1 cm lateral auf der Facies anterior der Symphysis pubica

Posteriore Tenderpoints (Abb. 5.74), dieTenderpoints (TP)posteriore jeweils links und rechts im Becken liegen, sind nach der typischen Nomenklatur von Jones [78]:
  • PL5-SUP – posteriorer TP von L5 superior: etwas medial oder lateral genau oberhalb der SIPS

  • PL5-INF1 – posteriorer TP von L5, inferiorer Punkt 1: etwas medial oder lateral genau unterhalb der SIPS

  • PL5-INF2 – posteriorer TP von L5, inferiorer Punkt 2: interspinal in Höhe des lumbosakralen Übergangs

  • SSID – TP bei der hier als Superior-SI-Dysfunktion (im Hinblick auf Anterior- und Up-Slip-Läsionen des Iliums) bezeichneten „High Ilium Sacroiliac Disease“: 3 cm lateral der SIPS

  • OFSID – TP bei der hier als Outflare-SI-Dysfunktion (im Hinblick auf Outflare-Läsionen des Iliums) bezeichneten „High Flare-Out Sacroiliac Disease“ [78]: etwa 10 cm unterhalb und etwas median der SIPS

  • MSID – TP bei der hier als mittlere SI-Dysfunktion (im Hinblick auf Läsionen des Sakrums) bezeichneten „Midpole Sacroiliac Disease“ [78]: etwa 10 cm unterhalb und etwas lateral der SIPS

  • PIR – TP des M. piriformis: etwa 8 cm medial vom Ansatz des M. piriformis am Trochanter major

Behandlung schmerzhafter anteriorer Tenderpoints

Hier werden nachTenderpoints (TP)anterioreschmerzhafte, Behandlung eigener Erfahrung wirksame Bein- und Beckenhaltungen vorgestellt, die teilweise von den von Jones beschriebenen Haltungen abweichen [78].
Als Gedankenstütze sollte man sich merken, dass bei weiter kranial liegenden Punkten eine größere Hüftflexion nötig ist, während lateralere Punkte eine stärkere Seitneigung zur entgegengesetzten und Rotation zur gleichen Seite erfordern. Das Wichtigste sind gutes Tastvermögen und die Fähigkeit, sich die zum Zentrum des TP gerichteten Hebelarme zu visualisieren und einzustellen.
Am bequemsten für eine derartige Behandlung ist die Rücken- oder Seitenlage, aber auch eine Behandlung im Sitzen ist möglich.
Vorgehensweise
Anmerkung: Das Beispiel bezieht sich auf empfindliche Tenderpoints auf der rechten Seite.
Patient: in Rückenlage
Therapeut: auf der homolateralen (rechten) Seite des schmerzhaften TP stehend, den homolateralen (rechten) Fuß auf die Liege gestellt
Ausführung:
  • Zunächst mit beiden Händen die überkreuzten Füße des Patienten so auf den eigenen Oberschenkel legen, dass die Hüften um etwa 60° und die Knie um etwa 90° gebeugt sind.

  • Dann mit der kaudalen (rechten) Hand und dem Unterarm die Beinposition des Patienten verändern.

  • Mit einem Finger der kranialen (linken) Hand den betreffenden TP berühren.

  • Nicht die gesamte Zeit Druck ausüben, sondern nur zur Kontrolle bei der Lagerung des Patienten, sozusagen als Feedback-Medium.

  • Ist die richtige Haltung, die als angenehm und am wenigsten schmerzhaft empfunden wird, gefunden, muss sie für mindestens 90 Sekunden beibehalten werden.

  • Anschließend ganz langsam und behutsam zur neutralen Haltung zurückkehren.

  • Die Druckschmerzhaftigkeit des TP erneut testen.

Behandlung von PSOAS
Lage: Der TP des M. iliopsoasPSOAS (Tenderpoint des M. iliopsoas), Behandlung liegt zwei Finger oberhalb und medial der SIAS.
Beinposition: rechte Hüfte in etwa 120°-Flexion, etwa 20°-Abduktion und 20°-Außenrotation
Behandlung von ISID (Inferior-SI-Dysfunktion)
Lage: Der TP beiInferior-SI-Dysfunktion (ISID), Behandlung „Low Ilium Flare-Out Disease“ [78] liegt genau unterhalb und medial der SIAS.
Beinposition: Hüftflexion von etwa 110°, beide Knie etwas nach rechts, durch Rotation nach rechts um etwa 15°, und beide Füße etwas nach links gerichtet, durch Seitneigung nach links um etwa 15°
Behandlung von ING
Lage: Der TP ING (Tenderpoint des Lig. inguinale), Behandlungdes Lig. inguinale befindet sich im oberen Drittel des Lig. inguinale zwischen SIAS und Tuberculum pubicum.
Beinposition: Hüftflexion von etwa 90°, beide Knie etwas nach rechts, durch Rotation nach rechts um etwa 10°, und beide Füße etwas nach links gerichtet, durch Seitneigung nach links um etwa 10°
Behandlung des rechten AL5
Lage: Der anteriore TP von L5 befindet sich ungefähr 1 cm rechts auf der Facies anterior der Symphysis pubica.
Beinposition: Hüftflexion von etwa 90°, d. h. Flexion im lumbosakralen Übergang; beide Knie etwas nach rechts, durch Rotation nach rechts des lumbosakralen Übergangs um etwa 5°, und beide Füße etwas nach links gerichtet, durch Seitneigung links des lumbosakralen Übergangs um etwa 5°

Behandlung schmerzhafter posteriorer Tenderpoints

Auch hier werden teilweiseTenderpoints (TP)posterioreschmerzhafte, Behandlung andere als die von Jones beschriebenen [78] Bein- und Beckenhaltungen, die nach eigener Erfahrung wirksam sind, vorgestellt.

Merke

Die Behandlung erfordert

  • bei weiter kranial von der SIPS liegenden TP eine Hüftextension,

  • bei kaudal von der SIPS liegenden TP eine größere Hüftflexion,

  • bei weiter lateral liegenden TP eine stärkere Adduktion und bei mehr medial liegenden TP eine stärkere Abduktion der Hüfte,

  • zusätzliche Rotation zur Feineinstellung.

Das Wichtigste sind jedoch hierbei ein gutes Tastvermögen und die entsprechende Fähigkeit, sich die zum Zentrum des TP gerichteten Hebelarme zu visualisieren. Die Palpation und die Visualisierung zielen auf eine Entspannung im Zentrum des TP ab.

Am bequemsten für eine derartige Behandlung ist die Bauch- oder Seitenlage, aber auch eine Behandlung im Sitzen ist möglich.
Vorgehensweise
Anmerkung: Das Beispiel bezieht sich auf empfindliche Tenderpoints auf der rechten Seite.
Patient: in Bauchlage, das betroffene (rechte) Bein nahe am Rand der Liege
Therapeut: auf der homolateralen (rechten) Seite des schmerzhaften TP stehend
Handposition: Mit der kaudalen (linken) Hand den homolateralen (rechten) Unterschenkel umgreifen, mit der kranialen (rechten) Hand den entsprechenden TP lokalisieren.
Ausführung:
  • Das homolaterale (rechte) Bein mit der kaudalen (linken) Hand in Extension oder Flexion, Adduktion oder Abduktion, Innen- oder Außenrotation führen (Merke-Kasten).

  • Mit einem Finger der kranialen (rechten) Hand den betreffenden TP berühren.

  • Nicht die gesamte Zeit Druck ausüben, sondern nur zur Kontrolle bei der Lagerung des Patienten, sozusagen als Feedback-Medium.

  • Ist die richtige Haltung, die als angenehm und am wenigsten schmerzhaft empfunden wird, gefunden, muss sie für mindestens 90 Sekunden beibehalten werden.

  • Anschließend ganz langsam und behutsam zur neutralen Haltung zurückkehren.

  • die Druckschmerzhaftigkeit des TP erneut testen.

Behandlung von PL5-INF2
Lage: Beim posterioren TP von L5 befindet sich der inferiore Punkt 2 interspinal in Höhe des lumbosakralen Übergangs.
Beinposition: neutral in Extension (etwa 10°) halten, ohne Adduktion oder Außenrotation
Behandlung von PL5-SUP
Lage: Beim posterioren TP von L5 befindet sich der superiore Punkt genau oberhalb der SIPS, etwas medial oder lateral.
Therapeut: hier am besten heterolateral stehend
Beinposition: in Extension (etwa 10°), Adduktion (etwa 5°) und Außenrotation (etwa 5°) halten
Behandlung von SSID (Superior-SI-Dysfunktion)
Lage: Dieser TP beiSuperior-SI-Dysfunktion (SSID), Behandlung der „High Ilium Sacroiliac Disease“ [78] befindet sich 3 cm lateral der SIPS.
Beinposition: in Extension (etwa 5–10°), Abduktion (etwa 5°) und Außenrotation (etwa 5°) halten
Behandlung von PL5-INF 1
Lage: Beim posterioren TP von L5 befindet sich der inferiore Punkt 1 genau unterhalb der SIPS, etwas medial oder lateral.
Beinposition: in Flexion (etwa 20°) und Abduktion (etwa 10°) halten, ohne Rotation (oder leichte Innenrotation)
Behandlung von OFSID (Outflare-SI-Dysfunktion)
Lage: Dieser TP beiOutflare-SI-Dysfunktion (OFSID), Behandlung der „High Flare-Out Sacroiliac Disease“ [78] befindet sich etwa 10 cm unterhalb und etwas median der SIPS.
Beinposition: in Flexion (etwa 90°), Abduktion (etwa 5°) und Innenrotation (etwa 10°) halten
Behandlung von MSID (Mittlere-SI-Dysfunktion)
Lage: Dieser TP beiMittlere-SI-Dysfunktion (MSID), Behandlung der „Midpole Sacroiliac Disease“ [78] befindet sich etwa 10 cm unterhalb und etwas lateral der SIPS.
Beinposition: Bein in Flexion (etwa 20°) und Abduktion (etwa 10°) halten, ohne Rotation (oder leichte Innenrotation)
Behandlung von PIR
Lage: Der TP desMusculus(-i)piriformisTenderpoint M. piriformisPIR (Tenderpoint des M. piriformis), Behandlung befindet sich etwa 8 cm medial vom Ansatz des M. piriformis am Trochanter major.
Beinposition: Bein in Flexion (etwa 90–120°) und Abduktion (etwa 10°) halten, ohne Rotation (oder leichte Außenrotation)

Untersuchung und Behandlung des M. iliopsoas

In Kap. 3.8.6 und Kap. 3.10 werdenMusculus(-i)iliopsoasUntersuchung/Behandlung die anatomischen Grundlagen sowie die sehr breit gefächerte Symptomatik und vielschichtige Ätiologie des Iliopsoas-Syndroms besprochen.

Achtung

Liegen organische Ursachen wie z. B. eine Nieren- oder Darmerkrankung vor, müssen sie zunächst (klassisch-)medizinisch behandelt werden. Sekundär kann dann die osteopathische Behandlung des M. iliopsoas erfolgen.

Schnelltest

Längentest des M. iliopsoas
Dieser Test Längentest, M. iliopsoaswird in Kap. 4.6.2.6 beschriebenMusculus(-i)iliopsoasLängentest, daher wird hier zusätzlich nur der Schnelltest vorgestellt (Abb. 5.86).
Patient: in Rückenlage
Ausführung:
  • Das heterolaterale Bein des Patienten maximal in der Hüfte beugen.

  • Beobachten, ob das andere Bein auf der Liege bleibt.

Bewertung: Hebt sich das andere Bein von der Liege ab, spricht dies für eine Verkürzung des M. iliopsoas auf dieser Seite.

Behandlung

Direkte Techniken
Dehnung
Patient: in RückenlageMusculus(-i)iliopsoasDehnung, ein Bein frei in Extension über das Ende der Liege hängend, das andere Bein maximal gebeugt, mit den Händen umfasst zur Brust gezogen, den Fuß an der Brust des Therapeuten abgestützt
Therapeut: neben dem Patienten stehend
Handposition:
  • Mit der kranialen Hand den Kniebereich des gebeugten Beins umgreifen.

  • Mit der kaudalen Hand das hängende Bein führen.

Ausführung (Abb. 5.87):
  • Den Patienten die Hüfte beugen lassen.

  • Dagegenhalten und keine Bewegung zulassen, damit der Patient eine isometrische Kontraktion von 5–10 Sekunden Dauer ausführen kann.

  • In der Entspannungsphase versuchen, den Oberschenkel des Patienten nach unten zu drücken, um die Hüfte weiter zu strecken und dadurch den M. iliopsoas zu dehnen.

  • Diesen Vorgang 3- bis 5-mal wiederholen.

Mobilisation der Gleitschichten des M. iliopsoas
Patient: in Rückenlage
Therapeut: neben demMusculus(-i)iliopsoasGleitschichten, Mobilisation Patienten stehend, einen Fuß auf die Behandlungsliege gestellt
Vorbereitung: Die gebeugten Beine des Patienten mit beiden Händen auf den eigenen Oberschenkel legen.
Ausführung (Abb. 5.88):
  • Mit den auf- und nebeneinander liegenden Fingerspitzen beider Hände etwas oberhalb und medial der SIAS sanft, langsam und vorsichtig in den Bauch eindringen und die Darmschlingen zur Seite schieben.

  • Den Patienten das betreffende Bein anheben lassen, um die Anspannung des Muskels leichter zu spüren und die Palpation gezielter durchführen zu können.

  • Nach Lokalisation des M. iliopsoas seine Faszie in kraniokaudaler und laterolateraler Richtung verschieben.

  • In einer zweiten Phase den Patienten bitten, tief ein- und auszuatmen.

  • Die Finger dabei nicht bewegen und spüren, wie sich die Gleitschichten unter ihnen durch die Zwerchfellatmung bewegen.

  • Diesen Vorgang wiederholen, dabei die Finger auf dem Muskelbauch des M. iliopsoas stufenartig immer mehr nach kranial versetzen.

Bewertung: Das Eindringen der Finger vermittelt schon einen ersten Eindruck von der Mobilität des Darms.

Achtung

  • Schwierigkeiten beim Eindringen der Finger in den Bauch deuten auf eine eingeschränkte Darmbeweglichkeit hin. Erst wenn dies abgeklärt und eventuell behandelt worden ist, darf die Behandlung des M. iliopsoas fortgesetzt werden.

  • Im Nabelbereich wird auch die Niere zur Seite geschoben. Treten dabei Schmerzen auf, muss die Intensität des Drucks verringert werden. Kann die Technik trotzdem nicht schmerzfrei angewandt werden, muss zunächst geklärt werden, woher der Schmerz kommt.

  • Unebenheiten und Verhärtungen sollten zur Vorsicht mahnen, im Zweifelsfall ist der Patient zum Arzt zu überweisen.

  • Wichtig ist vor allem aus Sicht des Patienten, sich viel Zeit für diese Technik zu nehmen. Der Patient muss diese Einwirkung „verdauen“ können. Wegen der engen faszialen Verbindungen des M. iliopsoas zum Truncus sympathicus wie auch zu den Becken- und Zwerchfellfaszien hat diese Technik sehr tiefgehende vegetative und emotionale Auswirkungen.

Indirekte Technik
Anmerkung: Diese eigens für eine akute Iliopsoas-ProblematikMusculus(-i)iliopsoasindirekte Behandlungstechnik entwickelte Technik wird oft mit guten Ergebnissen eingesetzt.
Patient: in Rückenlage, das homolaterale Bein gebeugt und den Fuß auf der Liege abgestützt
Therapeut: homolateral neben dem Patienten sitzend, das homolaterale gebeugte Knie des Patienten gegen den eigenen Oberkörper abgestützt
Handposition:
  • Die kaudale Hand flach auf den Bauch legen.

  • Mit der kranialen Hand unter den Rücken des Patienten greifen und die Fingerspitzen sanft an die Dornfortsätze (Procc. spinosi) der Wirbel Th12–L4 einhaken.

Ausführung (Abb. 5.89):
  • Die Procc. spinosi behutsam zu sich hinziehen, dabei mit dem Thenar der kranialen Hand die homolateralen Procc. transversi nach ventral drücken.

  • Mit der Innenseite der flachen kaudalen Hand das abdominale Paket ganz weich nach kraniodorsal schieben.

  • Diese Position beibehalten, bis das Gewebe unter den Händen „weich“ wird und sich entspannt.

  • Bei diesem Entspannungsprozess wird oft intensive Wärme freigesetzt.

Tenderpoint-Behandlung
Bei einem akutenMusculus(-i)iliopsoasTenderpoint-BehandlungTenderpoints (TP)M. iliopsoas Iliopsoas-Syndrom kann es sinnvoll sein, zuerst den anterior liegenden TP Psoas des M. iliopsoas mit der in Kap. 5.7.3 beschriebenen Technik zu behandeln.

Behandlung von Gleitflächen in der Regio glutealis

Die Faszien der Beckenregion werdenRegio glutealisGleitflächen, Behandlung ausführlich in Kap. 2.6 und die Faszien der Regio glutealis in Kap. 2.6.3.4 besprochen.
Eine Behandlung der Gleitflächen dient u. a. zur Verbesserung
  • der Beweglichkeit der Ilia und des Sakrums,

  • der Gefäßversorgung durch die Aa. und Vv. glutei inferiores und superiores,

  • der Beweglichkeit der Gleitschichten der Nn. glutei superiores und inferiores,

  • der Beweglichkeit der Gleitschichten des N. ischiadicus und des N. cutaneus femoris posterior.

Eine myofasziale Behandlung kann sehr breit gefächert sein. Hier werden nur einige der infrage kommenden Griffe wiedergegeben. Beschrieben werden auch nur Techniken zur Behandlung der dorsalen Beckenfaszien, da die ventralen Faszien bei den Beckenorganen in Kap. 6.1 und Kap. 6.2 berücksichtigt werden.

Fascia thoracolumbalis, Fascia glutea und Fascia lata

Patient: in Bauchlage, dasFasciathoracolumbalisBehandlungFasciagluteaBehandlungFascialataBehandlung homolaterale Bein über den seitlichen Liegenrand hängend
Therapeut: homolateral neben dem Patienten stehend, den homolateralen Fuß des Patienten auf dem eigenen Oberschenkel abgestützt
Handposition: Die kraniale Hand flach auf die Fascia thoracolumbalis (FTL) legen, mit der kaudalen Hand das homolaterale Bein des Patienten im Kniebereich umfassen.
Ausführung:
  • Die FTL homolateral mit der kranialen Hand nach kraniokaudal schieben und mit der kaudalen Hand gleichzeitig das homolaterale Knie des Patienten so führen, dass die Hüfte adduziert und gebeugt wird (Abb. 5.90a).

  • Dann die FTL homolateral mit der kranialen Hand nach laterolateral schieben und mit der anderen Hand wieder das homolaterale Knie des Patienten so führen, dass die Hüfte adduziert und gebeugt wird (Abb. 5.90a).

  • Anschließend die beiden Vorgänge heterolateral wiederholen.

  • Nun die FTL homolateral mit der kranialen Hand nach kraniokranial schieben und gleichzeitig mit der anderen Hand das homolaterale Knie des Patienten so führen, dass die Hüfte abduziert und gestreckt wird (Abb. 5.90b).

  • Dann die FTL homolateral mit der kranialen Hand nach laterolateral verschieben und gleichzeitig mit der anderen Hand das homolaterale Knie des Patienten wieder so führen, dass die Hüfte abduziert und gestreckt wird (Abb. 5.90b).

  • Anschließend die beiden Vorgänge heterolateral wiederholen.

Subgluteale Gleitflächen und Faszien des M. gluteus minimus und des M. piriformis

Patient: in Musculus(-i)gluteus minimusGleitflächen/Faszien, subgluteale, BehandlungMusculus(-i)piriformisGleitflächen/Faszien, subgluteale, BehandlungBauchlage
Therapeut: hetero- oder homolateral neben dem Patienten stehend
Handposition:
  • Die kraniale Hand homolateral flach auf die gluteale Fläche legen.

  • Mit der kaudalen Hand das homolaterale Bein des Patienten umfassen.

Ausführung (Abb. 5.91):
  • Um auf den tieferen Faszien arbeiten zu können, mit der kranialen Hand einen gewissen Druck nach ventromedian ausüben.

  • Die Faszien dann mit der kranialen Hand nach kraniokaudal und laterolateral verschieben.

  • Gleichzeitig mit der kaudalen Hand das homolaterale Knie des Patienten beugen und die Hüfte rhythmisch in Innenrotation führen.

Gleitflächen des N. ischiadicus

(auch Kap. 2.5.3.1)
Patient: in Nervus(-i)ischiadicusGleitflächen, BehandlungRückenlage
Therapeut: homolateral neben dem Patienten sitzend, das homolaterale Bein des Patienten auf die heterolaterale eigene Schulter gelegt
Kraniokaudale Gleitbeweglichkeit verbessern
Handposition: Zwischen Tuber ischiadicum und Trochanter major den N. ischiadicus palpieren und beide Daumen drauflegen.
Ausführung (Abb. 5.92):
  • Den eigenen Rumpf zurück- bzw. vorlehnen, um eine Hüftextension bzw. -flexion beim Patienten zu bewirken, und die faszialen Strukturen des N. ischiadicus nach kranial bzw. kaudal schieben.

  • Anschließend die Daumen etwas mehr kaudal auf den N. ischiadicus legen und den Vorgang wiederholen.

  • Auf diese Weise den gesamten N. ischiadicus Stück für Stück bis zur Kniekehle behandeln.

Laterolaterale Gleitbeweglichkeit verbessern
Handposition:
  • Mit der kaudalen (linken) Hand das Knie des Patienten umfassen.

  • Den Daumen der kranialen (rechten) Hand auf den N. ischiadicus legen.

Ausführung (Abb. 5.93):
  • Mit der kaudalen (linken) Hand das Knie des Patienten in Abduktion führen und mit dem Daumen der anderen Hand den N. ischiadicus von lateral nach median schieben.

  • Dann das Knie des Patienten adduzieren und mit dem Daumen der anderen Hand den N. ischiadicus von median nach lateral ziehen.

  • Durch Zurücklehnen des eigenen Rumpfes noch feinere Gleitbewegungen hervorrufen.

  • Anschließend den Daumen etwas mehr kaudal auf den N. ischiadicus legen und den Vorgang wiederholen.

  • Auf diese Weise den gesamten N. ischiadicus Stück für Stück bis zur Kniekehle behandeln.

Behandlung des sakrokokzygealen Übergangs

Hier wird auf die Untersuchung und Behandlung des Os coccygis in Kap. 4.6.12 und die Darstellung der Theorie in Kap. 2.3.3.3 verwiesen.

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