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B978-3-437-56011-8.00005-8

10.1016/B978-3-437-56011-8.00005-8

978-3-437-56011-8

Entwicklung des Duodenums: Gastrointestinaltrakt in der 4. und 5. Woche. Der Endabschnitt des Vorderdarms reicht von der Lungenknospe bis zur Leberanlage. Der Mitteldarm liegt zwischen vorderer und hinterer Darmpforte.

Entwicklung von Jejunum und Ileum. a: Nabelschleife vor der Drehung mit der A. mesenterica superior als Achse. Der Pfeil zeigt die Drehung gegen den Uhrzeigersinn. b: Nabelschleife nach ihrer Drehung um 180° gegen den Uhrzeigersinn. c: Lage der Darmschlingen nach der Drehung um 270°. Jejunum und Ileum bilden eine große Anzahl von Schlingen. Der Dickdarm wächst zwar in der Länge, beteiligt sich aber nicht an der Schlingenbildung. d: Endgültige Lage der Darmschlingen.

Gliederung des Duodenums (Ansicht von ventral)

Lage des Duodenums

Lage von Jejunum und Ileum (Omentum majus und Colon transversum nach kranial gezogen)

Fixationen des Dünndarms. Ansicht von ventral. Teile des Magens sowie Jejunum, Ileum, Colon transversum und Colon sigmoideum sind entfernt.

Arterielle Versorgung des Duodenums

Arterielle Versorgung von Jejunum und Ileum

Lymphgefäße und Lymphknoten des Duodenums

Lymphgefäße und Lymphknoten von Jejunum und Ileum

Hinweiszeichen auf eine Dysfunktion

Palpation des Duodenums 1

Palpation des Duodenums Duodenum 2:Palpation2

Palpation des Sphincter Oddi

Palpation der Flexura duodenujejunalis

Palpation der Radix mesenterii

Motilität des Duodenums im Exspir

Motilität von Jejunum und Ileum im Exspir

Palpation der Duodenummotilität

Palpation der Dünndarmmotilität

Allgemeiner Mobilitätstest des Dünndarms

Mobilitätstest des Duodenums 2

Fächertest für Jejunum und Ileum

Dehnung der Radix mesenterii

Mobilisation des Duodenums 1

Mobilisation des Duodenums 2

Drucktechnik für den Sphincter Oddi

Drucktechnik für die Flexura duodenojejunalis

Ausatmungsdysfunktion

Allgemeine Mobilisation des Dünndarms

Dreidimensionale Mobilisation des Dünndarms

Mobilisation der Radix mesenterii

Allgemeine Verbesserung der Motilität des Dünndarms

Ausatmungsdysfunktion

Verbesserung der Motilität von Jejunum und Ileum

Dünndarm

Therapeut auf den Fotos:

Michel Puylaert

  • 5.1

    Embryologie Herwig Hahn von Dorsche158

    • 5.1.1

      Duodenum158

    • 5.1.2

      Jejunum und Ileum158

  • 5.2

    Anatomie Torsten Liem160

    • 5.2.1

      Funktion160

    • 5.2.2

      Aufbau160

    • 5.2.3

      Topografische Anatomie162

    • 5.2.4

      Gefäßversorgung, Lymphwege, Innervation166

  • 5.3

    Dysfunktionen Torsten Liem (5.3.1, 5.3.3, 5.3.4), Michel Puylaert (5.3.1–5.3.3)170

    • 5.3.1

      Ursachen170

    • 5.3.2

      Kompensations-mechanismen171

    • 5.3.3

      Folgen172

    • 5.3.4

      Differenzialdiagnosen172

  • 5.4

    Diagnostik der Dysfunktionen Torsten Liem (5.4.1, 5.4.2), Michel Puylaert (5.4.3–5.4.8)173

    • 5.4.1

      Symptome173

    • 5.4.2

      Inspektion173

    • 5.4.3

      Reflexzonen und Hinweiszeichen173

    • 5.4.4

      Perkussion175

    • 5.4.5

      Palpation175

    • 5.4.6

      Motilität179

    • 5.4.7

      Mobilität181

    • 5.4.8

      Tests182

  • 5.5

    Behandlung der Dysfunktionen Torsten Liem (5.5.10–5.5.13), Michel Puylaert (5.5.1–5.5.11)185

    • 5.5.1

      Mobilisation des Duodenums 1185

    • 5.5.2

      Mobilisation des Duodenums 2186

    • 5.5.3

      Drucktechnik für den Sphincter Oddi187

    • 5.5.4

      Drucktechnik für die Flexura duodenojejunalis188

    • 5.5.5

      Fasziale Behandlung des Duodenums (modifiziert nach Finet und Williame)189

    • 5.5.6

      Allgemeine Mobilisation des Dünndarms190

    • 5.5.7

      Dreidimensionale Mobili-sation des Dünndarms191

    • 5.5.8

      Mobilisation der Radix mesenterii191

    • 5.5.9

      Allgemeine Verbesserung der Motilität des Dünndarms192

    • 5.5.10

      Fasziale Behandlung des Dünndarms (modifiziert nach Finet und Williame)193

    • 5.5.11

      Verbesserung der Motilität von Jejunum und Ileum194

    • 5.5.12

      BEFNT-Integration des Duodenums195

    • 5.5.13

      BEFNT-Integration von Jejunum und Ileum197

Embryologie

Herwig Hahn von Dorsche

Duodenum

Das Embryologie:DuodenumEmbryologie:DünndarmDuodenumDuodenum DünndarmDünndarm:Embryologiewird aus dem Endabschnitt des VorderdarmVorderdarms und dem oberen Abschnitt des MitteldarmMitteldarms gebildet. Die Grenze zwischen beiden Darmabschnitten befindet sich unterhalb des Abgangs der Leberknospe (Abb. 5.1).
Während sich der Magen durch schnelles Wachstum nach dorsal wölbt (▸ 3.1.1), weicht das Duodenum nach ventral aus und bildet durch Längenzunahme eine C-förmige C-förmige Schlinge, duodenaleSchlinge („duodenales C“). Da sich der Magen um die Längsachse nach links dreht, muss sich das Duodenum nach rechts drehen. Dadurch gelangt es an die dorsale Rumpfwand. Durch die Verschmelzung des dorsalen Mesoduodenums mit dem Peritoneum parietale gelangt das Duodenum in seine sekundär retroperitoneale Lage. Dieser Vorgang ist ungefähr am 37. Tag (6. Woche) abgeschlossen.
Im 2. Monat kommt es zu einer vorübergehenden Obliteration des Duodenallumens. Die Rekanalisierung ist jedoch gegen Ende der Fetalperiode erfolgt. Duodenaldrüsen (Glandulae duodenales)Duodenaldrüsen (Glandulae duodenales) beginnen sich im 4. Monat auszubilden und im 5. Monat Verdauungssaft zu sezernieren.

Jejunum und Ileum

Diese beiden Embryologie:JejunumDünndarmabschnitte Embryologie:Ileumentwickeln sich aus dem Mitteldarm. Durch rasches Längenwachstum bildet dieser ungefähr am 32. Tag der Entwicklung die NabelschleifeNabelschleife aus. Sie schließt sich unmittelbar ans Duodenum an (Abb. 5.2a). Die von dorsal einwachsende A. mesenterica superior bildet die Achse der Schleife. An der Spitze bleibt die Nabelschleife über den Dottergang (Ductus Ductus omphaloentericusomphaloentericus) mit dem DottergangDottergang verbunden. Beim Erwachsenen kann ein Rest des Dottergangs als Meckel-Meckel-DivertikelDivertikel zurückbleiben, in dem sich oft Schleimhautentzündungen oder Dünndarmgeschwüre ansiedeln.
Der kraniale Schenkel der Nabelschleife bildet den unteren Anteil des Duodenums, das Jejunum Jejunumund einen Teil vom Ileum, Ileumder kaudale Schenkel den unteren Abschnitt des Ileums, das Zäkum mit der Appendix, das Colon ascendens und die rechten ⅔ des Colon transversum.
Die Nabelschleife – insbesondere der kraniale Schenkel – wächst nun sehr schnell in Länge und Umfang. Der Grund für die Dickenzunahme ist die Ausbildung der Schleimhaut. Etwa am 44. Tag (8. Woche) ist bereits eine starke Schlängelung des kranialen Schenkels durch die Ausbildung der Dünndarmschlingen eingetreten. Das rasche Längenwachstum bei gleichzeitiger Vergrößerung der Leber führt dazu, dass aus Platzmangel teilweise Darmschlingen aus dem Bauchraum heraus verlagert werden, was als physiologischer Nabelbruch, physiologischerNabelbruch bezeichnet wird. Am Ende des 3. Monats gelangen die Darmschlingen wieder in die Leibeshöhle zurück.
Während des physiologischen Nabelbruchs und ihres Längenwachstums sowie bei ihrer Rückkehr in die Leibeshöhle dreht sich die Nabelschleife um ca. 270° gegen den Uhrzeigersinn um ihre Längsachse, wobei die A. mesenterica superior als Achse fungiert: DarmdrehungDarmdrehung (Abb. 5.2b, c).

Anatomie

Torsten Liem

Funktion

  • Durchmischung des Nahrungsbreis und Funktion:DünndarmDünndarm:AnatomieAnatomie:DünndarmWeitertransport

  • Aufspaltung der Nahrung in resorbierbare Bestandteile durch Enzyme der Dünndarmwand, aus Pankreas und Leber: Eiweiße zu Aminosäuren, Kohlenhydrate zu Monosacchariden, Neutralfette zu freien Fettsäuren und Monoglyzeriden

  • Resorption der resorbierbaren Stoffe und deren Transport (Fette auf dem Lymphweg zum Ductus thoracicus, alle übrigen auf dem Blutweg zur Leber)

  • Weitertransport von nichtresorbierbaren Stoffen und Wasser zum Dickdarm

  • Immunabwehr durch darmassoziiertes lymphatisches Gewebe (GALT = gut associated lymphatic tissue) und Peyer-Plaques

Aufbau

Duodenum
Das Aufbau:DünndarmDuodenum Aufbau:Duodenumist ca. 25–30 cm lang und verläuft C-förmig vom Pylorus des Magens bis zur Flexura Flexura duodenojejunalisduodenojejunalis, wo es ins Jejunum übergeht. Es Duodenum:Anatomiewird in 4 Abschnitte unterteilt (Abb. 5.3):
  • Pars Pars superior duodenisuperior (Duodenum Duodenum 11): vom Pylorus bis zur Flexura duodeni superior, beginnt mit einer Auftreibung, der Ampulla Ampulla duodeniduodeni (klinisch: Bulbus Bulbus duodeniduodeni)

  • Pars Pars descendens duodenidescendens (Duodenum Duodenum 22): zwischen Flexura duodeni superior und Flexura duodeni inferior; in der Plica longitudinalis duodeni liegen

    • Papilla duodeni Papilla duodeni majormajor (Papilla Papilla VateriVateri): Mündungsstelle von Ductus choledochus und Ductus pancreaticus mit dem Schließmuskel M. sphincter ampullae M. sphincter ampullae hepatopancreaticaehepatopancreaticae (= Sphincter Sphincter OddiOddi) und

    • Papilla duodeni Papilla duodeni minorminor: als mögliche Mündungsstelle des Ductus pancreaticus accessorius.

  • Pars Pars horizontalis duodenihorizontalis (Duodenum Duodenum 33): ab der Flexura duodeni inferior, mündet ohne scharfe Grenze in der Pars ascendens

  • Pars Pars ascendens duodeniascendens (Duodenum Duodenum 44): in fließendem Übergang aus Pars horizontalis hervorgehend; reicht bis zur Flexura duodenojejunalis, die über den M. suspensorius M. suspensorius duodeniduodeni (Treitz-Treitz-MuskelMuskel) mit dem Stamm der A. mesenterica superior verbunden ist und ins Jejunum übergeht.

Jejunum und Ileum
Sie reichen Aufbau:Jejunumvon der Aufbau:IleumFlexura duodenojejunalis bis zur Valva ileocaecalis (Bauhin-Bauhin-KlappeKlappe), wo sie ins Zäkum übergehen. Das Jejunum geht ohne besondere Grenze ins Ileum über. Per definitionem gehören
  • zum Jejunum die Jejunum:Anatomieoralen ⅖ der Dünndarmschlingen distal des Duodenums, sie liegen eher links der Wirbelsäule und oben, und

  • zum Ileum die aboralen ⅗, die Ileum:Anatomieeher rechts der Wirbelsäule und unten liegen.

Jejunum und Ileum sind über das MesenteriumMesenterium (GekröseGekröse) bzw. die Radix Radix mesenteriimesenterii (GekrösewurzelGekrösewurzel) fest mit der hinteren Bauchwand verbunden.
Das Ileum mündet an der Valva Valva ileocaecalisileocaecalis (Bauhin-Bauhin-KlappeKlappe) ins Kolon.

Topografische Anatomie

Lage
Duodenum (Abb. 5.4)
  • Sekundär retroperitoneale Lage Lage:Dünndarmim Lage:DuodenumOberbauch Duodenum:Anatomie (außer der intraperitonealen Ampulla duodeni), oberhalb des Bauchnabels, im Alter durch Enteroptose:DuodenumEnteroptose auch unterhalb

  • Duodenum 1: rechts der Mittellinie auf Höhe von L1, verläuft nach kranial, posterior und rechts

  • Duodenum 2: rechts und anterior der Wirbelkörper von L1 bis auf Höhe von L3/L4 absteigend

  • Duodenum 3: verläuft horizontal auf Höhe des Wirbelkörpers L3/L4 von rechts nach links über die Wirbelsäule

  • Duodenum 4: steigt von L3/L4 schräg nach links oben bis L1/L2 auf und vollendet damit die C-Form

  • Flexura duodenojejunalis: links am Wirbelkörper von L2, etwa 3–4 Querfinger oberhalb des Nabels, ab dort liegt der Dünndarm wieder intraperitoneal

  • Papilla duodeni major (Vateri): in der mediodorsalen Wand des unteren Drittels von Duodenum 2, auf einer Linie vom Nabel zur Mitte der rechten Klavikula etwa 3–4 Querfinger oberhalb des Nabels

  • Papilla duodeni minor: im oberen Drittel von Duodenum 2 etwa 3 cm kranial der Papilla duodeni major (wenn vorhanden)

Jejunum und Ileum (Abb. 5.5)
  • Intraperitoneale Lage, Jejunum:Anatomiegeschlängelt Lage:Jejunum und Ileumim Unterbauch (Regio umbilicalis, Ileum:AnatomieRegio lateralis sinistra und dextra, Regio pubica)

  • Radix mesenterii: beginnt links vom Wirbelkörper L2 ca. 3–4 cm links der Medianlinie, kreuzt Duodenum 3, zieht über den rechten Ureter, die A. und V. testicularis/ovarica und den M. psoas major in die rechte Fossa iliaca bis etwa zur Teilungsstelle der rechten A. iliaca communis auf Höhe des Promontoriums, ventral der Art. sacroiliaca.

  • Valva ileocaecalis: rechts vom M. psoas major im Bereich der Fossa iliaca dextra

Nachbarschaftsbeziehungen (Abb. 5.4, 5.5)
  • Duodenum 1: anterior an Nachbarschaftsbeziehungen:DünndarmLeber (Lobus quadratus, Lobus dexter), Gallenblasenhals, posterior an Corpus pancreatis, A. gastroduodenalis, V. cava inferior, V. portae, Ductus choledochus, kranial an Foramen omentale, kaudal an Caput pancreatis

  • Duodenum 2: anterior an Nachbarschaftsbeziehungen:DuodenumColon transversum, Mesocolon transversum (verläuft über das Duodenum 2 und unterteilt es in einen oberen und unteren Teil) und Peritoneum, posterior an rechte Niere (anteromedialer Teil), rechte Nebenniere, V. cava inferior, Ureter sowie A. und V. testicularis bzw. ovarica, links an Caput pancreatis, Ductus pancreaticus, Ductus pancreaticus accessorius und Ductus choledochus, rechts kranial an Leber (Lobus dexter), rechts kaudal an Colon ascendens, Flexura coli dextra

  • Duodenum 3: anterior an Colon transversum, Radix mesenterii, A. und V. mesenterica superior und Dünndarm, posterior an M. psoas (über Treitz-Faszie), V. cava inferior und Aorta abdominalis, kranial an Caput pancreatis, kaudal an Dünndarm

  • Duodenum 4: anterior an Curvatura major des Magens, A. und V. mesenterica superior, Mesocolon transversum und Dünndarm, posterior an M. psoas, A. und V. renalis sinistra, rechts an Aorta und Mesenterium, links an linke Niere

  • Flexura duodenojejunalis: anterior Nachbarschaftsbeziehungen:Flexura duodenojejunalisan Pylorus oder Corpus gastricum, posterior an linke Niere, kranial an Mesocolon transversum und M. suspensorius duodeni (Treitz-Muskel), rechts an Wirbelkörper L2, links an Flexura coli sinistra

  • Jejunum und Ileum: eingerahmt vom Nachbarschaftsbeziehungen:Jejunum und IleumKolon, posterior an hintere Bauchwand, Colon sigmoideum, oberen Teil von Duodenum 2, Nieren, Ureteren und Colon descendens, anterior an Omentum majus und Rückseite der vorderen Bauchwand, kranial an Colon transversum und Mesocolon transversum, kaudal an Harnblase, rechts an Colon ascendens, links an Colon descendens

  • MesenteriumMesenterium: posterior als Radix Radix mesenteriimesenterii (15–18 cm lange parietale Anheftung) an die hintere Bauchwand, anterior als viszeraler Rand an den Dünndarm und den medialen Rand von Duodenum 4

Fixationen (Abb. 5.6, 5.3)
Das Duodenum Fixationen:Dünndarminsgesamt ist kaum beweglich. Da das Duodenum 1 völlig von Peritoneum umgeben ist, ist es der beweglichste Abschnitt. Nach Barral werden Jejunum und Ileum am stärksten durch den Turgoreffekt und abdominalen Druck in ihrer Position gehalten.
  • Omentum Omentum minusminus: vom Duodenum 1 zur Leberpforte als Lig. Lig. hepatoduodenalehepatoduodenale, in dem vorne der Ductus choledochus, in der Mitte die A. hepatica propria und dorsal die V. portae hepatis verlaufen (geringe Haltefunktion)

  • M. suspensorius M. suspensorius duodeniduodeni (Treitz-Treitz-MuskelMuskel): von Duodenum 4 und Flexura duodenojejunalis zum rechten Zwerchfellschenkel und Stamm der A. mesenterica superior; fixiert die Flexura duodenojejunalis

  • Mesenterium: von Jejunum und Ileum zur hinteren Bauchwand

Gleitflächen
Duodenum 1
  • direkte Gleitflächen: Leber, Gleitflächen:DünndarmCaput pancreatis, Gallenblase, Ductus choledochus, Omentum minus, Peritoneum

  • indirekte Gleitflächen: rechte Niere, V. cava inferior

Duodenum 2
  • direkte Gleitflächen: Peritoneum parietale posterius, Gleitflächen:DuodenumCaput pancreatis, Ductus choledochus

  • indirekte Gleitflächen: Colon transversum, rechte Niere, V. cava inferior, Ureter, rechte A. und V. testicularis bzw. ovarica, Lobus dexter der Leber, Colon ascendens, M. psoas major

Duodenum 3
  • direkte Gleitflächen: Peritoneum, A. und V. mesenterica superior

  • indirekte Gleitflächen: Dünndarm, M. psoas major, V. cava inferior, Aorta abdominalis, Proc. uncinatus pancreatis

Duodenum 4
  • direkte Gleitflächen: Peritoneum, Corpus pancreatis, Radix mesenterii, V. mesenterica inferior

  • indirekte Gleitflächen: Curvatura major des Magens, Colon transversum, Jejunum, linker M. psoas major, A. und V. renalis sinistra, Aorta abdominalis, Mesenterium, linke Niere, linker Ureter

Jejunum und Ileum
  • direkte Gleitflächen: Colon Gleitflächen:Ileumtransversum, Gleitflächen:JejunumZäkum, Colon sigmoideum, Magen, Omentum majus

  • indirekte Gleitflächen: Duodenum, Nieren, Ureteren, Colon descendens, Colon ascendens, Harnblase, Uterus, M. psoas major, V. cava inferior, Aorta abdominalis

Gefäßversorgung, Lymphwege, Innervation

Arterien
Aus Gefäßversorgung:Dünndarmder Arterien:DünndarmA. hepatica communis, einem Ast des Truncus Truncus coeliacuscoeliacus, entspringt die A. A. gastroduodenalisgastroduodenalis. Ihre Äste, die A. pancreaticoduodenalis superior A. pancreaticoduodenalis superior:posteriorposterior und A. pancreaticoduodenalis superior A. pancreaticoduodenalis superior:anterioranterior (Abb. 5.7), versorgen Duodenum 1 und 2.
Die A. mesenterica A. mesenterica superiorsuperior gibt die A. pancreaticoduodenalis A. pancreaticoduodenalis inferior:R. anterior/posteriorinferior ab, deren R. anterior und R. posterior (Abb. 5.7) jeweils mit der A. pancreaticoduodenalis superior anterior bzw. A. pancreaticoduodenalis superior posterior anastomosieren und einen hinteren und vorderen Arterienbogen bilden. Diese beiden Rami versorgen Duodenum 2 und 3.
Das Duodenum 4 wird von der obersten A. jejunalis versorgt, die aus der A. mesenterica superior hervorgeht.
Jejunum und Ileum werden von insgesamt 10–15 Aa. Aa. jejunalesjejunales und Aa. Aa. ilealesileales (Abb. 5.8) versorgt, die der A. mesenterica superior entspringen. Diese Gefäße ziehen im Mesenterium zum Darm. Jede Arterie teilt sich in 2 Äste, die sich mit den entsprechenden Ästen der Nachbargefäße vereinen. Aus diesen Bögen (Arkaden 1. Ordnung) entspringen Gefäße, die Arkaden 2. Ordnung bilden usw. Im Bereich des Jejunums findet man meistens Arkaden bis 2. Ordnung, im Bereich des Ileums bis 5. Ordnung.
Die A. A. ileocolicaileocolica aus der A. mesenterica superior versorgt das terminale Ileum.
Venen (Abb. 11.7)
Vv. pancreaticoduodenalesVv. pancreaticoduodenales münden Venen:Dünndarmdirekt oder über die V. mesenterica V. mesenterica superiorsuperior in die V. portae.
Vv. Vv. jejunalesjejunales, Vv. Vv. ilealesileales und V. V. ileocolicaileocolica münden über die V. mesenterica superior in die V. portae.
Lymphwege (Abb. 5.9, 5.10)
Die Lymphgefäße Lymphwege:Dünndarmentspringen in den Lymphkapillaren der Darmzotten und folgen weitgehend dem Verlauf der Arterien. Der Lymphabfluss erfolgt zu folgenden regionalen Lymphknoten
  • aus Duodenum1 und 2 (obere Hälfte): zu Nll. Nll. coeliacicoeliaci, Nll. mesenterici superiores →

  • aus Duodenum 2 (untere Hälfte), Duodenum 3 und 4: Nll. pancreaticoduodenales Nll. pancreaticoduodenales:inferioresinferiores, Nll. pancreatici Nll. pancreatici:inferioresinferiores, Nll. mesenterici:superioresNll. mesenterici superiores

  • aus Jejunum und Ileum: Nll. Nll. mesentericimesenterici (im Mesenterium gelegen), Nll. Nll. ileocoliciileocolici → Nll. mesenterici superiores →

→ Nll. coeliaci → Trunci lymphatici intestinales → Cisterna chyli → Ductus thoracicus.
Innervation
Der Sympathikus hemmt die Darmperistaltik Innervation:Dünndarmund die in der Wand liegenden Plexus, der Parasympathikus aktiviert die Muskeln und Drüsen des Dünndarms. Beide Systeme arbeiten allerdings zusammen und ergänzen einander.
Die intramuralen (oder enterischen) Nervengeflechte:enterischeNervengeflechte Plexus Plexus myentericusmyentericus (Innervation der Muskelwand des Darms) und Plexus Plexus submucosussubmucosus (Innervation der Schleimhaut und Drüsen) können auch unabhängig vom Sympathikus und Parasympathikus arbeiten, werden aber über das vegetative System moduliert, z. B. laufen darüber intestinointestinale Reflexe:intestinointestinaleReflexe ab: Dehnung der Darmwand → Kontraktion der Muskelwand.

Dünndarminnervation

Tab. 5.1
InnervationSegment, KerngebietVerlaufUmschaltung
sympathischTh5–Th11 →→ Grenzstrang (Truncus sympathicus)
→ N. splanchnicus major, N. splanchnicus minor
Plexus coeliacus auf
Plexus mesentericus superior
parasympathischNucl. dorsalis nervi vagiMedulla oblongata → N. vagus (X) → Plexus oesophageus → Truncus vagalis posteriorintramural (Plexus myentericus, Plexus submucosus)

Dysfunktionen

Torsten Liem (5.3.1, 5.3.3, 5.3.4), Michel Puylaert (5.3.1–5.3.3)

Ursachen

Parietale Dysfunktionen
  • Obere HWS und Schädelbasis (→ N. vagus)

  • Th9–Th11 (→ Sympathikus)

  • Dysfunktion bzw. Fehlspannung des Zwerchfells (über Treitz-Muskel)

  • Obere LWS (über Mesenterium)

Viszerale Dysfunktionen
  • Alle Organe Dysfunktionen:Dünndarmin der Umgebung des Dünndarm:DysfunktionenDünndarms können über Gleitflächen, ligamentäre und fasziale Verbindungen die Beweglichkeit des Dünndarms einschränken: Magen, Leber, Gallenblase, Niere, Colon ascendens, Colon transversum, Colon descendens, Ureter, Harnblase

  • Peritoneum parietale posterius

  • Crus dextrum diaphragmatis mit Treitz-Faszie

  • Fehlspannung des Mesenteriums

  • Missverhältnis zwischen negativem intrathorakalem Druck und positivem intraabdominellem Druck

Ligamente
  • Treitz-Treitz-FaszieFaszie (bzw. -Lig.)

Nervale Störungen
  • N. vagus: bei Dysfunktion der oberen HWS, der Schädelbasis und der vorderen Halsfaszie

  • Sympathikus auf Höhe von Th9–Th11

  • Ganglion coeliacum, Plexus mesentericus superior

  • Enterisches (intramurales) Nervensystem (Plexus myentericus, Plexus submucosus) reagiert als Erstes auf lokale schädliche Einflüsse.

Störungen des Herz-Kreislauf-Systems
  • Stauung der V. portae

  • Störung im Bereich des Truncus coeliacus, der A. mesenterica superior (z. B. Arteriosklerose, Panarteriitis nodosa)

Endokrine Störungen
  • Gastrin im Magen: Stimulation der Magensaftsekretion

  • Sekretin im Duodenum: Hemmung der Gastrinsekretion (u. a.)

  • GIP (gastric inhibitory peptide): Hemmung der Magensaftsekretion

  • Cholezystokinin (CCK) im Duodenum: Relaxation des Sphincter Oddi

Psyche
  • Stress kann zum Reizdarm führen.

  • Durch eine sympathische Überreizung kann sich der Sphincter Oddi verspannen.

Weitere Ursachen
  • Eine Ptose des Dünndarms begünstigen Faktoren wie:

    • Alter und Bindegewebsschwäche

    • Operationen (und Narben) im Abdominal- oder Urogenitalbereich, z. B. Hysterektomie

    • Retroversio uteri

  • Fehlernährung: Kohlenhydrate oder Süßspeisen im Übermaß begünstigen eine Dysbakterie oder Mykose.

Kompensationsmechanismen

Merke

Ein Großteil der genannten Kompensationsmechanismen:DünndarmKompensationsmechanismen ist rein hypothetisch und bedarf weiterer Untersuchungen.

Duodenum
  • Selbstregulation: Kompensationsmechanismen:DuodenumSpannungsänderungen im Oberbauch werden im Unterbauch ausgeglichen.

  • Duodenum 2 stützt sich auf der rechten Niere und Duodenum 4 auf der linken Niere ab.

  • Stützfunktion im Bereich von Duodenum 4 übernehmen L2 und die Treitz-Faszie

  • Spannungsumverteilung im vaskulären Winkel von Treitz

  • Antrum und Pylorus reagieren auf Spannungsänderungen im Duodenum: Stimulation der Gastrinproduktion, Verringerung des pH-Werts und Veränderung des Säure-Basen-Gleichgewichts

  • Änderung des Blutzuflusses über die V. portae hepatis durch Kompensation des Omentum minus (insbesondere Lig. hepatoduodenale)

  • Erschwerung des Galleabflusses durch den Ductus choledochus

  • Kompensation durch die schrägen/diagonalen myofaszialen Ketten des parietalen Systems, Auftreten einer Lordose oder Kyphose

  • Kompensation über die duodenalen Gefäße: Allerdings gibt es kaum Lageänderungen des Duodenums und daher auch weniger Druck bzw. Zug auf diese Gefäße bei Dysfunktionen des Duodenums.

Jejunum und Ileum
  • Kompensation Kompensationsmechanismen:Jejunum und Ileumder Dünndarmbefestigung (mittleres Blatt) durch das obere und/oder untere Glenard-Faszienblatt

  • Fixierung des Dünndarms an der Radix mesenterii und am Peritoneum parietale bei fortgeschrittenen Dysfunktionen (mit totalem Elastizitätsverlust)

  • Stützfunktion des Zwerchfells, das Zug nach kranial ausübt

  • Ausgleich einer Dünndarmdysfunktion durch Spannungsänderungen im kleinen Becken und Beckenboden, solange die Dysfunktion nicht zu stark ist (z. B. durch Ptose)

  • Kompensation (funktionell) durch Elastizität des Mesenteriums

  • Dickdarm- wirkt der Dünndarmspannung entgegen

  • Inflare- oder Outflare-Bewegungen des Beckens, um Halt zu geben

  • Stützfunktion der schrägen myofaszialen Ketten des parietalen Systems:

    • Bei Hypertension (zentrifugale Kräfte) spannen sich die posterioren Ketten an.

    • Bei Hypotension (zentripetale Kräfte) spannen sich die anterioren Ketten an.

  • Kompensatorische Stabilisation bei Zug oder Druck auf die Dünndarmgefäße: Wenn sich der Dünndarm senkt, könnten Aa. jejunales, Aa. ileales, A. ileocolica und A. mesenterica superior über ihren Wandtonus und den lokalen Gefäßdruck als zugfeste Stützstrukturen:zugfesteStützstrukturen wirken, vorstellbar ist auch, dass die Gefäßarkaden als biegefeste Stützstrukturen:biegefesteStützstrukturen fungieren.

  • Vielleicht ist über den venösen Abfluss auch eine indirekte Stützfunktion der Leber (über den Durchfluss der V. portae hepatis) möglich.

Folgen

  • Thorakolumbale Dysfunktion bei Zug des Mesenteriums

  • Dysfunktion oder Schmerzen im rechten Iliosakralgelenk durch Dysfunktion der Valva ileocaecalis

  • Dysfunktion von Th9–Th11, oberer HWS und Schädelbasis (viszerosomatischer Reflex)

Differenzialdiagnosen

  • Differenzialdiagnosen:DünndarmdysfunktionEnteritis

  • Ulcus duodeni

  • Meckel-Meckel-DivertikelDivertikel

  • Malassimilationssyndrom

  • Zöliakie, einheimische Sprue

  • Laktoseintoleranz(syndrom)

  • Ileus

  • Morbus Crohn

  • Mesenterialinfarkt

Diagnostik der Dysfunktionen

Torsten Liem (5.4.1, 5.4.2), Michel Puylaert (5.4.3–5.4.8)

Symptome

  • Fettstuhl, vermehrter Fettgehalt im Stuhl Symptome:Dünndarmdysfunktion Dünndarm:Diagnostik der Dysfunktionen

  • Resorptionsstörung von Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten: Maldigestion

  • Anämie wegen Mangel an fettlöslichen Vitaminen und Eisen

  • Abmagerung

  • Diarrhö, Reizdarmsyndrom

  • Spannungsgefühl unterhalb des Nabels 3–4 Std. nach dem Essen

  • Spannungsgefühl in der Harnblase oder Harndrang nach dem Essen

  • Evtl. Atemschwierigkeiten bei längerem Stehen

  • Anschwellen des Abdomens

  • Beengtheitsgefühl durch Gürtel

Inspektion

Im Stehen
  • Kontinuierliche Bauchkonvexität Inspektion:Dünndarmdysfunktionfehlt oder ist unterhalb des Nabels nach inferolateral verlagert: bei Ptose oder Ptoseneigung.

  • Thoraxbewegungen bei der Atmung verringert, dadurch Mobilitätseinschränkung der Viszera

  • Anteversion des Beckens und lumbale Hyperlordose: bei abdominaler Hypertension:abdominaleHypertension

  • Retroversion und lumbale Kyphose: bei abdominaler Hypotension:abdominaleHypotension

  • Störung des venösen Rückflusses, Zirkulationsstörungen in den unteren Extremitäten

Im Liegen
  • Symmetrische Bewegung des Abdomens

  • Konkave Form bei nicht übergewichtigen Patienten

Reflexzonen und Hinweiszeichen (Abb. 5.11)

Dermatom
  • anterior: Th8–Th10 rechts (Maximalzone: Th9 rechts) Reflexzonen:DünndarmdysfunktionDermatom:Dünndarm

  • posterior: L1–L2 rechts

Dermalgiereflexe nach Jarricot
  • anterior:

    • Duodenum: Th9 rechts, rundliche Zone rechts vom Bauchnabel Dermalgiereflexe nach Jarricot:Dünndarm

    • Jejunum: Th9, bogenförmige Zone links oberhalb des Nabels

    • Ileum: Th10, bogenförmige Zone links unterhalb des Nabels

Neurolymphatische Reflexe nach Chapman
  • anterior: 8.–10. ICR bilateral, nahe dem Chapman-Reflexe:DünndarmRippenknorpel

  • posterior: beidseits in der Mitte zwischen den Procc. transversi und Procc. spinosi von Th8–Th11

Triggerpunkte
  • Sphincter Oddi: Triggerpunkte:Sphincter Oddiauf Triggerpunkte:Dünndarmder Verbindungslinie vom Nabel zur rechten Schulter, 3 Querfinger oberhalb des Nabels

  • Flexura duodenojejunalis: Triggerpunkte:Flexura duodenojejunalisauf der Verbindungslinie vom Nabel zur linken Schulter, 3 Querfinger oberhalb des Nabels

  • Valva ileocaecalis: 2 cm kranial Triggerpunkte:Valva ileocaecalisder Grenze zwischen lateralem und mittlerem Drittel der Verbindungslinie rechte SIAS – Nabel

Periostschmerzpunkte
  • anterior: beide Periostschmerzpunkte:DünndarmSIAS

  • posterior: rechte Procc. transversi von Th12–L5, Os sacrum

Knap-Punkte
  • posterior: zwischen Knap-Punkte:Dünndarmden Procc. transversi von L5 und S1, auf der Crista iliaca, am unteren Rand des Petit-Petit-DreieckDreiecks (zwischen M. obliquus externus abdominis und M. latissimus dorsi)

  • anterior: keine

Muskuläre Hinweiszeichen
  • Hypertonie Hinweiszeichen:Dünndarmdysfunktionvon

    • paravertebraler Muskulatur (v. a. Th8–Th11)

    • Zwerchfell (Treitz-Faszie)

    • M. obliquus internus und M. obliquus externus

    • M. psoas major im Bereich des Nabels

    • Mm. intercostales (Th7–Th12)

    • M. levator ani (Beckenbodenmuskulatur)

Vertebrale Hinweiszeichen
  • Duodenum: Dysfunktion Th12–L1 (Truncus coeliacus, A. mesenterica superior), L1–L3 (anatomisch)

  • Jejunum, Ileum: Dysfunktion Th10–L2 (nach Barral), Th9–Th11 (viszerosomatischer Reflex)

  • Dysfunktion C0–C2 (über N. vagus)

Perkussion

Das Duodenum kann nicht perkutiert werden.
Perkussion von Jejunum und Ileum
Patient: liegend
Therapeut: stehend, seitlich des Patienten
Ausführung: Auf Höhe der Flexura duodenojejunalis beginnen und im Uhrzeigersinn über den ganzen Dünndarm Perkussion:Dünndarmbis zum Zäkum perkutieren.Perkussion:Jejunum und Ileum
Bewertung: Auf die Qualität des Klopfschall:Dünndarm (Hyper-/Hypotonie)Klopfschalls (sonor) achten. Gedämpfter oder hypersonorer Schall weist auf Hypotonie bzw. Hypertonie des Dünndarms hin.

Palpation

Jejunum und Ileum können Palpation:Dünndarmaufgrund ihrer starken Verschieblichkeit kaum palpiert werden.
Palpation des Duodenums 1 (Abb. 5.12)
Patient: sitzend, nach vorne gebeugt, Duodenum 1:Palpationgegen den Therapeuten Palpation:Duodenum 1gelehnt
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten
Handposition: Die Fingerbeeren beider Hände rechts der Mittellinie unterhalb der Leber und außerhalb des M. rectus abdominis aufsetzen.
Ausführung:
  • In posterosuperiorer Richtung mit den Fingerbeeren in die Tiefe tasten und den Patienten leicht nach links beugen.

  • Dabei ist das Duodenum 1 evtl. als tubuläre Struktur spürbar.

Bewertung: Schwierig; nur die Festigkeit lässt sich bewerten.
  • Normalbefund: elastischer Widerstand

  • Fester Widerstand oder Verhärtungen weisen auf eine Fixierung (im Bereich des Duodenum 1) hin.

Palpation des Duodenums 2 (Abb. 5.13)
Patient: in Rückenlage, beide Beine Palpation:Duodenum 2angestellt
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten
Handposition:
  • Die linke Hand liegt lateral des rechten M. rectus abdominis, der Daumen nach medial und die restlichen Finger nach kranial gerichtet.

  • Die rechte Hand liegt in der Fossa iliaca sinistra und nimmt mit der Bauchmasse Kontakt auf.

Ausführung:
  • Mit dem linken Daumen in der „Rinne“ zwischen M. rectus abdominis und Colon ascendens nach dorso-medial zum lateralen Rand von Duodenum 2 in den Bauch eindringen.

  • Mit der rechten Hand die Bauchmasse in Richtung des linken Daumens schieben, um das Gewebe im Duodenalbereich zu entspannen.

  • Den Daumen am Duodenum 2 entlang bewegen, um das gesamte Organ zu palpieren.

Bewertung: Auf den Gewebewiderstand am linken Daumen achten.
  • Normalbefund: elastischer Widerstand.

  • Fester Widerstand und Flüssigkeitsbewegungen weisen auf Verspannungen oder Verklebungen hin.

Palpation des Sphincter Oddi (Abb. 5.14)
Patient: in Rückenlage, beide Beine Sphincter Oddi:PalpationPalpation:Sphincter Oddiangestellt
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten
Handposition: Auf einer Linie von der Mitte der rechten Klavikula zum Bauchnabel die Finger im Doppelkontakt 2–3 Querfinger oberhalb des Bauchnabels auflegen.
Ausführung: Mit den Fingerspitzen an der lateralen Seite des M. rectus abdominis in einem Winkel von 45° nach dorsal in den Bauch eindringen.
Bewertung: Die Festigkeit der Struktur bewerten.
  • Normalbefund: elastischer Widerstand.

  • Punktförmiger Schmerz weist auf eine Dysfunktion hin.

Palpation der Flexura duodenojejunalis (Abb. 5.15)
Patient: in Rückenlage, beide Beine Palpation:Flexura duodenojejunalisFlexura duodenojejunalis:Palpationangestellt
Therapeut: stehend, auf der linken Seite des Patienten
Handposition: Auf einer Linie von der Mitte der linken Klavikula zum Bauchnabel die Finger im Doppelkontakt 2–3 Querfinger oberhalb des Bauchnabels auflegen.
Ausführung: Mit den Fingerspitzen an der lateralen Seite des M. rectus abdominis in einem Winkel von 45° nach dorsal in den Bauch eindringen.
Bewertung: Die Festigkeit der Struktur bewerten.
  • Normalbefund: elastischer Widerstand.

  • Punktförmiger Schmerz weist auf eine Dysfunktion hin.

Palpation der Radix mesenterii (Abb. 5.16)
Patient: in Rückenlage, beide Beine Radix mesenterii:PalpationPalpation:Radix mesenteriiangestellt
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten, auf Höhe des Thorax
Handposition: Die Finger entlang/unterhalb einer Linie von der Flexura duodenojejunalis (3 Querfinger links laterokranial vom Bauchnabel) zur Ileozäkalklappe (3 Querfinger medial der SIAS, unterhalb der Linie zwischen beiden SIAS und oberhalb des Lig. inguinale) auflegen.
Ausführung:
  • Zunächst Druck nach dorsal bis zum Peritoneum parietale posterius aufbauen.

  • Dann Zug nach kranial ausüben, bis eine dünne, feste Struktur spürbar wird.

Bewertung: Die Festigkeit der Struktur bewerten.
  • Normalbefund: elastischer Widerstand.

  • Fester Widerstand, Schmerzen bei der Palpation oder Verspannungen können auf eine Dysfunktion hinweisen.

Motilität

Im Exspir kommt es zu folgenden Bewegungen Motilität:Duodenumvon Duodenum:MotilitätDuodenum (Abb. 5.17, 5.18) und Dünndarm: Motilität:DünndarmDünndarmmotilität
  • Bewegung im Uhrzeigersinn mit

  • Annäherung an die Medianachse und damit an die Wirbelsäule.

Palpation der Duodenummotilität (Abb. 5.19)
Patient: in Palpation:DuodenummotilitätRückenlage
Therapeut: stehend oder sitzend, rechts vom Patienten
Handposition: Die palpierende Hand flach auf den Bauch legen; der Daumen liegt auf dem Sphincter Oddi (ca. 4–6 cm kraniolateral des Nabels) und die Fingerspitzen sind zum X. Rippenknorpel (links) gerichtet.
Bewertung: Amplitude, Kraft und Symmetrie der Duodenumbewegung beurteilen.
  • Normalbefund: Im Exspir dreht sich das Duodenum im Uhrzeigersinn.

  • Eine andere Bewegung kann auf eine Dysfunktion hinweisen.

Palpation der Dünndarmmotilität (Abb. 5.20)
Patient: in Palpation:DünndarmmotilitätRückenlage
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten, auf Beckenhöhe
Handposition:
  • Die linke Hand liegt breitflächig auf dem horizontalen Teil des Dünndarms, links vom Bauchnabel.

  • Die rechte Hand liegt auf dem vertikalen Teil des Dünndarms, unterhalb des Bauchnabels, sodass die Finger nach kranial zeigen.

Bewertung: Amplitude, Kraft und Symmetrie der Bewegung beurteilen.
  • Normalbefund: Im Exspir bewegt sich die linke Hand kaudal-medial und die rechte Hand kranial-lateral, beide Hände konvergieren zum Nabel.

  • Eine andere Bewegung kann auf eine Dysfunktion hinweisen.

Mobilität

Mobilität nach Finet und Williame
Bei der Einatmung kommt es zu folgenden Bewegungen (Abb. 5.17): Mobilität nach Finet und Williame:Dünndarm
  • Duodenum 1, 2: Bewegung nach links

  • Duodenum 4, Flexura duodenojejunalis: Bewegung nach rechts

  • Duodenum gesamt:

    • Senkung

    • Bewegung nach anterior

    • Neigung nach anterior

    • Seitneigung nach links

    • Schließen der Duodenalschlinge

  • Duodenum 3 stellt eine Art Gelenk für diese Bewegung dar.

  • Jejunum, Ileum: Ausbreitung nach lateral und kaudal.

Mobilität nach Barral und Mercier
Bei der Einatmung kommt es zu folgenden Bewegungen (Abb. 5.17): Mobilität nach Barral und Mercier:Dünndarm
  • Duodenum 1 und 2 vollführen die größte Bewegung.

  • Flexura duodenojejunalis: geringe Bewegung der in kraniokaudaler Richtung

  • Aufrollen des Duodenums und Schließen seiner Flexurae

  • Übergangsbereich vom Pylorus zum Duodenum senkt sich um eine halbe Wirbelhöhe.

Palpation
Palpation der Dünndarmmobilität
Patient: in Rückenlage, Knie auf einer Palpation:DünndarmmobilitätKnierolle
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten
Handposition: Beide Hände liegen breitflächig auf der Bauchdecke.
Bewertung: Amplitude, Kraft, Leichtigkeit und Symmetrie der Dünndarmbewegungen beurteilen.
  • Normalbefund: Bei der Einatmung wölbt sich der Bauch und bewegt sich nach kaudal, bei der Ausatmung ist es umgekehrt.

  • Schmerzen, Verspannungen oder eine andere Bewegungsrichtung können auf eine Dysfunktion hinweisen.

Tests

Allgemeiner Mobilitätstest des Dünndarms (Abb. 5.21)
Patient: in Rückenlage, beide Beinen Tests:DünndarmMobilitätstest:Dünndarmangestellt
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Dünndarm:MobilitätstestPatienten
Handposition:
  • Beide Hände breitflächig nebeneinander auf den Dünndarm legen und damit einen Fächer bilden:

  • Der rechte kleine Finger liegt auf der Ileozäkalklappe (3 Querfinger medial der SIAS, unterhalb der Linie zwischen beiden SIAS und oberhalb des Lig. inguinale).

  • Der linke kleine Finger liegt auf der Flexura duodenojejunalis (auf einer Linie von der Mitte der Klavikula zum Bauchnabel, 2–3 Querfinger oberhalb des Bauchnabels.

  • Die restlichen Finger sind nach kaudal gerichtet.

Ausführung:
  • Durch leichten Druck nach posterior Kontakt mit dem Dünndarm aufnehmen.

  • Das Organ nach mediokranial in Richtung des Bauchnabels ziehen.

Bewertung: Die Elastizität des Gewebes beurteilen.
  • Normalbefund: kein Widerstand.

  • Widerstand oder Schmerzen können auf eine Dysfunktion hinweisen.

Mobilitätstest des Duodenums 2 (Abb. 5.22)
Patient: in rechter Seitenlage, beide Beine Mobilitätstest:Duodenum 2Duodenum 2:Mobilitätstestangezogen
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten
Handposition:
  • Die Handgelenke auf der Bank abstützen, um ein Fulcrum zu bilden.

  • Mit den Fingern beider Hände an der Außenseite des M. rectus abdominis in die Vertiefung zwischen Colon ascendens und Duodenum 2 nach dorsal eindringen.

  • Leichten Druck nach medial in Richtung Wirbelsäule aufbauen, um den lateralen Rand des Duodenums 2 zu berühren.

Ausführung: In den Atemphasen die Wahrnehmung auf die Bewegung des Duodenums 2 richten.
Bewertung: Amplitude, Kraft, Leichtigkeit und Symmetrie der Bewegungen beurteilen.
  • Normalbefund: Beim Einatmen bewegt sich das Duodenum 2 nach kaudal, beim Ausatmen nach kranial.

  • Bewegungseinschränkungen oder eine andere Bewegungsrichtung können auf eine Dysfunktion hinweisen.

Fächertest für Jejunum und Ileum (Abb. 5.23)
Patient: in Rückenlage, Knie auf einer Knierolle
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten
Handposition: Die Finger beider Hände fächerförmig an der inferioren Seite der Radix mesenterii entlang auflegen.
Ausführung:
  • Vom Nabel aus die Dünndarmschlingen in Richtung der linken Niere, des Colon sigmoideum, der Blase und des Zäkums schieben.Fächertest (Jejunum und Ileum)

  • Alternativ kann ein Rebound-Rebound-Test:DünndarmTest ausgeführt werden: Das Gewebe bis zur Bewegungsgrenze der Dysfunktion bewegen und dann plötzlich loslassen.

Bewertung: Auf die Elastizität des Gewebes achten.
  • Normalbefund: Alle Teile sind frei verschieblich und federn beim Rebound-Test elastisch zurück.

  • Teilverspannungen und Schmerzen können auf eine Dysfunktion hinweisen.

Dehnung der Radix mesenterii (Abb. 5.24)
Patient: in linker Radix mesenterii:DehnungstechnikSeitenlage
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten
Handposition: Die Fingerbeeren beider Hände an einer Linie von der Flexura duodenojejunalis (links auf einer Linie von der Mitte der Klavikula zum Bauchnabel, 2–3 Querfinger oberhalb des Bauchnabels) zur Ileozäkalklappe (3 Querfinger medial der SIAS unterhalb der Verbindungslinie beider SIAS und oberhalb des Lig. inguinale) entlang aufsetzen.
Ausführung:
  • Druck nach dorsal aufbauen.

  • Dann die Hände etwas voneinander entfernen und sie nach rechts und kranial ziehen.

Bewertung: Auf die Elastizität des Gewebes achten.
  • Normalbefund: Die Radix mesenterii gibt elastisch nach.

  • Eine eingeschränkte Elastizität einzelner Teilbereiche der Radix mesenterii kann auf eine Dysfunktion hinweisen.

Fasziale Diagnostik des Dünndarms: Shift und/oder Induktion
Patient: in Rückenlage, Beine Dünndarm:fasziale Diagnostikausgestreckt
Therapeut: stehend, links vom Patienten auf Höhe des Beckens
Handposition:
  • Für die transversale Verschiebung (Shift): Die rechte Hand liegt posterior auf der LWS und die linke Hand quer in Höhe des Nabels (Duodenum) bzw. unmittelbar kaudal des Nabels (Jejunum und Ileum).

  • Für die anteroposteriore Induktion: Die Fingerbeeren liegen übereinander auf Höhe des Nabels.

Ausführung:
  • Shift:DünndarmfaszienShift: transversale Verschiebung der oberflächlichen Faszien.

  • Variante: kraniokaudale Verschiebung.

  • Induktion:DünndarmfaszienInduktion: Druck nach posterior ausüben, dann plötzlich loslassen.

Bewertung der beiden Tests:
  • Normalbefund: Freie Beweglichkeit, die Faszien federn zurück.

  • Zähes oder fehlendes Zurückfedern deutet auf eine Dysfunktion hin.

Behandlung der Dysfunktionen

Torsten Liem ( 5.5.10–5.5.13 ), Michel Puylaert ( 5.5.1–5.5.11 )

Mobilisation des Duodenum 1 (Abb. 5.25)

Indikation: Behandlung:DünndarmdysfunktionVerspannung, VerdauungsproblemeMobilisation:Duodenum 1Duodenum 1:MobilisationDünndarm:BehandlungVerdauungsprobleme
Patient: sitzend, nach vorne gebeugt, gegen den Therapeuten gelehnt
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten
Handposition: Beide Hände liegen neben einer gedachten Linie vom Proc. xiphoideus zum Nabel unterhalb der Leber und außerhalb des M. rectus abdominis.
Ausführung:
  • Mit den Fingerspitzen in posterosuperiorer Richtung in die Tiefe gehen.

  • Den Patienten vorsichtig – unterhalb der Schmerzgrenze – in eine Extension führen, um das Duodenum 1 zu dehnen.

  • Nach effektiver Anwendung der Technik besteht kein Dehnschmerz mehr.

Mobilisation des Duodenums 2 (Abb. 5.26)

Indikation: Mobilisation:Duodenum 2GallenabflussstörungenGallenabflussstörungen, VerdauungsproblemeDuodenum 2:MobilisationVerdauungsprobleme, Schmerzen im Epigastrium
Patient: in rechter Seitenlage, beide Arme vor sich auf der Liege, Knie und Hüften leicht gebeugt
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten, auf Höhe des thorakolumbalen Übergangs
Handposition:
  • Handgelenke auf der Bank abstützen, um ein Fulcrum zu bilden.

  • Mit den Fingern beider Hände an der Außenseite des M. rectus abdominis in die Vertiefung zwischen Colon ascendens und Duodenum 2 nach dorsal eindringen.

  • Leichten Druck nach medial in Richtung Wirbelsäule aufbauen, um den lateralen Rand des Duodenums 2 zu berühren.

Ausführung: Bei einer Ausatmungsdysfunktion (5.4.8):
  • Zur direkten Behandlung das Duodenum 2 bei der Einatmung nach kaudal ziehen und dort halten, bis die Spannung nachgelassen hat.

  • Um es indirekt zu behandeln, das Duodenum 2 bei der Ausatmung nach kranial begleiten und dort halten, bis kein Widerstand mehr spürbar oder ein deutlicher Druck nach kaudal bemerkbar ist; dieser Bewegung nach kaudal folgen.

  • Anschließend erneut testen.

Variation
Handposition: Mit den Fingerspitzen beider Hände Kontakt mit dem Duodenum 2 aufnehmen.
Ausführung: Duodenum 2 nach kranial, medial und links mobilisieren.

Merke

Die anderen Abschnitte des Duodenums (1, 3 und 4) werden zwangsläufig mit mobilisiert.

Bei einer Einatmungsdysfunktion die Technik in gegenläufiger Richtung ausführen.

Um die Handgelenke zu schonen, auf den Bankkontakt verzichten.

Drucktechnik für den Sphincter Oddi (Abb. 5.27)

Indikation: Triggerpunktspannung (5.4.3) Sphincter Oddi:DrucktechnikDrucktechnik:Sphincter Oddi
Patient: in Rückenlage, Kopf auf einem Kissen
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten
Handposition:
  • Die rechte Hand flach auf den Bauch legen, sodass die Fingerbeeren die Projektionsfläche des Sphincter Oddi (rechts auf einer Linie von der Mitte der Klavikula zum Bauchnabel, 2–3 Querfinger oberhalb des Bauchnabels) bedecken.

  • Die linke Hand liegt unter dem Thorax der rechten Hand gegenüber.

Ausführung:
  • Druck von anterior nach posterior ausüben, bis eine Vorspannung erreicht ist.

  • Dann eine Rotation im und gegen den Uhrzeigersinn (direkte oder indirekte Technik) ausführen, bis sich die Region entspannt.

Drucktechnik für die Flexura duodenojejunalis (Abb. 5.28)

Indikation: Triggerpunktspannung (5.4.3) Flexura duodenojejunalis:DrucktechnikDrucktechnik:Flexura duodenojejunalis
Patient: in Rückenlage, Kopf auf einem Kissen
Therapeut: stehend, auf der linken Seite des Patienten
Handposition:
  • Die linke Hand flach auf den Bauch legen, sodass die Fingerbeeren die Projektionsfläche der Flexura duodenojejunalis (links auf einer Linie von der Mitte der Klavikula zum Bauchnabel, 2–3 Querfinger oberhalb des Bauchnabels) bedecken.

  • Die rechte Hand liegt unter dem Thorax der linken Hand gegenüber.

Ausführung:
  • Druck von anterior nach posterior ausüben, bis eine Vorspannung erreicht ist.

  • Dann eine Rotation im und gegen den Uhrzeigersinn (direkte oder indirekte Technik) ausführen, bis sich die Region entspannt.

Fasziale Behandlung des Duodenums (modifiziert nach Finet und Williame)

Ausatmungsdysfunktion (Abb. 5.29)
Indikation: fasziale Duodenum:fasziale Behandlung (mod. nach Finet und Williame)Bewegungseinschränkung nach kaudal, Schmerzen im Ausatmungsdysfunktion:Duodenumbehandlung, faszialeEpigastrium, fasziale Behandlung (mod. nach Finet und Williame):DuodenumMagenbrennen
Patient: in Rückenlage, Beine ausgestreckt
Therapeut: stehend, links vom Patienten auf Höhe des Beckens
Handposition:
  • Beide Hände liegen flach auf der Projektionsfläche des Duodenums auf dem Bauch, die Finger sind nach kranial gerichtet.

  • Die linke Hand liegt unmittelbar kaudal des Rippenbogens und rechts von der Linea alba.

  • Die rechte Hand liegt in Nabelhöhe links von der Linea alba.

Ausführung:
  • Druck nach posterior ausüben, um die fasziale Ebene zu erreichen, dann Zug nach kaudal ausüben.

  • Beide Hände im Uhrzeigersinn drehen und nach medial ziehen.

  • Die Stellung beibehalten oder diesen Vorgang 2–3× wiederholen, bis es zu einer Spannungslösung kommt.

Einatmungsdysfunktion
Indikation: fasziale Bewegungseinschränkung nach Einatmungsdysfunktion:Duodenumbehandlung, faszialekranial, Schmerzen im Epigastrium, VerdauungsproblemeVerdauungsprobleme
Patient: in Rückenlage
Therapeut: stehend, links vom Patienten auf Höhe des Beckens
Handposition:
  • Beide Hände liegen flach auf der Projektionsfläche des Duodenums auf dem Bauch, die Finger sind nach kranial gerichtet.

  • Die linke Hand liegt unmittelbar kaudal des Rippenbogens und rechts von der Linea alba.

  • Die rechte Hand liegt in Nabelhöhe links von der Linea alba.

Ausführung:
  • Druck nach posterior ausüben, um die fasziale Ebene zu erreichen, dann Zug nach kranial ausüben.

  • Beide Hände gegen den Uhrzeigersinn drehen und in gegenläufiger Richtung nach lateral ziehen.

  • Die Stellung beibehalten oder diesen Vorgang 2–3× wiederholen, bis es zu einer Spannungslösung kommt.

Variante: Der Therapeut steht am Kopfende des Patienten und positioniert die Hände entsprechend.

Allgemeine Mobilisation des Dünndarms (Abb. 5.30)

Indikation: Verdauungsprobleme, Spasmen, postoperative Beschwerden, Mobilisation:DünndarmPtoseDünndarm:Mobilisation
Patient: in Rückenlage, Beine angestellt, das Kopfende der Behandlungsliege 30° nach unten gesenkt
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten
Handposition: Beide Hände sind nach kaudal gerichtet und bilden im Bereich von der Flexura duodenojejunalis (links auf einer Linie von der Mitte der Klavikula bis zum Bauchnabel, 2–3 Querfinger oberhalb des Bauchnabels) bis zur Ileozäkalklappe (3 Querfinger medial der SIAS, unterhalb der Verbindungslinie beider SIAS und oberhalb des Lig. inguinale) einen Halbkreis, dessen Zentrum der Nabel ist.
Ausführung: Den Dünndarm mit Vibrationen wiederholt in Richtung Nabel ziehen, bis ein weich-elastischer Widerstand zu spüren ist.

Dreidimensionale Mobilisation des Dünndarms (Abb. 5.31)

Indikation: Verdauungsprobleme, Spasmen, RückenbeschwerdenRückenbeschwerden, Mobilisation:DünndarmPtoseDünndarm:Mobilisation
Patient: in linker Seitenlage, Rücken am Rand der Liege, über den der rechte Fuß gestreckt hinaushängt, das linke Bein leicht gebeugt
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten, den Patienten mit dem Oberkörper stützend
Handposition:
  • Der kleine Finger der rechten Hand liegt auf Höhe der Fossa iliaca sinistra.

  • Die linke Hand liegt unterhalb des Rippenbogens, wobei die Finger nach kaudal gerichtet sind.

  • Mit beiden Händen den Dünndarm so umgreifen, dass er zum Großteil in den Handinnenflächen liegt.

Ausführung: Den Dünndarm mit beiden Händen anheben und in alle Richtungen mobilisieren, bis ein weich-elastischer Widerstand zu spüren ist.

Mobilisation der Radix mesenterii (Abb. 5.32)

Indikation: Verdauungsprobleme, Mobilisation:Radix mesenteriiMissempfindungen um den Nabel, Durchblutungsstörungen:untere ExtremitätenDurchblutungsstörungen der unteren Radix mesenterii:MobilisationExtremitäten
Patient: in Rückenlage
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten
Handposition: Beide Daumen oder das Os pisiforme beider Hände etwas kranial über die Mitte einer Linie zwischen rechter SIAS und Nabel legen.
Ausführung:
  • Durch Druck nach posterior eine Vorspannung aufbauen.

  • Dann langsam Druck nach kaudal und medial auf die Radix mesenterii in Richtung der Symphyse ausüben und wieder loslassen.

  • Das Ganze mehrmals wiederholen, bis ein weich-elastischer Widerstand zu spüren ist.

Variante: Die gleiche Technik ist auch mit Recoil sehr effektiv.

Allgemeine Verbesserung der Motilität des Dünndarms (Abb. 5.33)

Indikation: Verdauungsprobleme, Spasmen, Durchblutungsstörungen:untere ExtremitätenDünndarmmotilität:VerbesserungDurchblutungsstörungen der unteren Extremitäten
Patient: in Rückenlage, linkes Bein angestellt
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten, auf Beckenhöhe
Handposition:
  • Die Hände übereinander auf den Bauch parallel zur Radix mesenterii legen.

  • Die Fingerspitzen zeigen in Richtung der Flexura duodenojejunalis (links auf einer Linie von der Mitte der Klavikula zum Bauchnabel, 2–3 Querfinger oberhalb des Bauchnabels).

  • Die Handwurzeln liegen auf Höhe der Ileozäkalklappe (3 Querfinger medial der SIAS, unterhalb der Linie zwischen beiden SIAS und oberhalb des Lig. inguinale).

Ausführung:
  • Auf die Rotationsbewegungen der Dünndarmmotilität im und gegen den Uhrzeigersinn achten.

  • Die leichtere Rotationsbewegung verstärken, bis eine deutliche Entspannung spürbar wird.

Fasziale Behandlung des Dünndarms (modifiziert nach Finet und Williame)

Ausatmungsdysfunktion (Abb. 5.34)
Indikation: fasziale Dünndarm:fasziale Behandlung (mod. nach Finet und Williame)Bewegungseinschränkung nach kaudal, Schmerzen im Ausatmungsdysfunktion:Dünndarmbehandlung, faszialeEpigastrium, fasziale Behandlung (mod. nach Finet und Williame):DünndarmMagenbrennen
Patient: in Rückenlage, Beine ausgestreckt
Therapeut: stehend, links vom Patienten auf Höhe des Beckens
Handposition:
  • Beide Hände liegen um den Bauchnabel, die eine nach kranial, die andere nach kaudal gerichtet.

Ausführung:
  • Beide Hände üben einen Zug nach kaudal aus und öffnen sich nach kranial. Sie bilden ein V, dessen Spitze nach kaudal gerichtet ist.

Einatmungsdysfunktion
Indikation: fasziale Bewegungseinschränkung nach Einatmungsdysfunktion:Dünndarmbehandlung, faszialekranial, Schmerzen im Epigastrium, VerdauungsproblemeVerdauungsprobleme
Patient: in Rückenlage
Therapeut: stehend, links vom Patienten auf Höhe des Beckens
Handposition:
  • Beide Hände liegen um den Bauchnabel, die eine nach kranial, die andere nach kaudal gerichtet.

Ausführung:
  • Beide Hände üben einen Zug nach kranial und medial aus.

  • Die Stellung beibehalten oder diesen Vorgang 2–3× wiederholen, bis es zu einer Spannungslösung kommt.

Verbesserung der Motilität von Jejunum und Ileum (Abb. 5.35)

Indikation: Verklebungen, Jejunummotilität:VerbesserungIleummotilität:VerbesserungSpasmen
Patient: in Rückenlage
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten
Handposition:
  • Die linke Hand liegt breitflächig auf dem horizontalen Teil des Dünndarms links vom Bauchnabel.

  • Die rechte Hand liegt auf dem vertikalen Teil des Dünndarms unterhalb des Bauchnabels, wobei die Finger nach kranial zeigen.

Ausführung: Den Eigenbewegungen des Dünndarms bis zur Entspannung folgen.

BEFNT-Integration des Duodenums

Indikation: Dysfunktion am BEFNT-Integration:DuodenumDuodenum
Patient: in Rückenlage, Beine angestellt
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten, auf Höhe der Hüftgelenke
Handposition: Finger nacheinander auf die einzelnen Abschnitte des Duodenums legen (Duo 1–4):
  • Duo 1: Fingerbeeren rechts der Mittellinie unterhalb der Leber (etwa auf Höhe von L1) und außerhalb des M. rectus abdominis in posterosuperiorer Richtung auflegen.

  • Duo 2: Finger rechts in die „Rinne“ zwischen M. rectus abdominis und Colon ascendens legen, sodass sie nach mediodorsal zum lateralen Rand des Duo 2 gerichtet sind, anterior der Wirbelkörper von L1–L3/L4.

  • Duo 3: Finger unterhalb des Nabels horizontal in Höhe der Wirbelkörper L3/L4 auflegen.

  • Duo 4: Finger so auflegen, dass sie von L3/L4 nach schräg links oben zur Flexura duodenojejunalis zeigen, d. h. sich auf einer Linie von der Mitte der linken Klavikula zum Bauchnabel, 2–3 Querfinger oberhalb des Bauchnabels, befinden.

Point of balanced entodermal tension (PBET)
  • Resistenz der entodermalen Struktur auf sanften Druck hin testen und die Dichte der Struktur bewerten.

  • Der entodermalen Wandspannung des Duodenums in die Position bzw. in die Form folgen, in der die Spannung am besten ausgeglichen ist (= PBET).

  • Dabei die embryonalen Kraftvektoren berücksichtigen.

Neuronale Inhibition
  • Die linke Hand in verschiedenen Ebenen auf den Rücken legen und die rechte Hand im jeweiligen Bereich des Duodenums liegen lassen.

  • Falls es einen Bereich am Rücken gibt, in dem sich das Duodenum unter der Hand entspannt bzw. seine Bewegungseinschränkung sich verbessert, die Hand dort liegen lassen: in der Regel auf Höhe von Th9–Th11 (sympathische Innervation), im Bereich des kraniozervikalen Übergangs (parasympathische Innervation) oder ventral ca. 3–4 Querfinger oberhalb des Bauchnabels (Ganglion coeliacum) und ca. 2 Querfinger oberhalb des Bauchnabels (Plexus mesentericus superior).

  • Durch sanften konstanten Druck eine Inhibition im jeweiligen Bereich ausführen.

Point of balanced fascial tension (PBFT)
  • Die fasziale Beweglichkeit passiv oder aktiv atemsynchron oder aktiv unabhängig zur Atemaktivität testen.

  • Spannungsgleichgewicht der faszialen Strukturen des jeweiligen (Duodenum-)Abschnitts einstellen: versuchen, den therapeutisch induzierten Gleichgewichtszustand der viszerofaszialen Spannungen zu erreichen, in dem sie gleichmäßig in allen Richtungen ausgeglichen sind.

  • In der Regel wird der (Duodenum-)Abschnitt in die Position begleitet, in die er sich leicht bewegen lässt.

  • Um die unterschiedlichen Spannungsmuster der Aufhängungen (und faszialen Gleitflächen) des (Duodnum-)Abschnitts zu kopieren, die Krafteinwirkung der Hände an sie anpassen bzw. ihnen angleichen:

    • Über die Fixationen: nach rechts kranial zur Leber (Duo 1) und zum rechten Zwerchfellschenkel (Duo 4), über die A. gastroduodenalis und ihre Äste aus dem Truncus coeliacus (Duo 1 und 2), über die A. pancreaticoduodenalis inferior aus der A. mesenterica superior und deren Äste (Duo 2–3) und über die oberste A. jejunalis aus der A. mesenterica superior (Duo 4).

    • Über die Gleitflächen von Duo 1: nach rechts kranial zur Leber und Gallenblase, nach posterior zum Caput pancreatis, indirekt nach lateroposterior zur rechten Niere und posterior zur V. cava inferior.

    • Über die Gleitflächen von Duo 2: nach posterior zum Peritoneum parietale posterius, Caput pancreatis, Ductus choledochus, indirekt nach anterior zum Colon transversum, nach posterolateral zur rechten Niere, nach posteromedial zur V. cava inferior, nach posterokaudal zum Ureter, zur rechten A. und V. testicularis bzw. ovarica, nach kranial zum Lobus dexter der Leber, nach anterior zum Colon ascendens, nach posterior zum M. psoas major.

    • Über die Gleitflächen von Duo 3: zum Peritoneum, nach anterior zur A. und V. mesenterica superior, indirekt nach anterokaudal zum Dünndarm, nach posterior zum M. psoas major, zur V. cava inferior, Aorta abdominalis, nach superior zum Proc. uncinatus pancreatis.

    • Über die Gleitflächen von Duo 4: zum Peritoneum, nach posterokranial zum Corpus pancreatis, nach anterior zur Radix mesenterii, nach lateroposterior zur V. mesenterica inferior, indirekt nach superior zur Curvatura major des Magens, nach anterior zum Colon transversum, Jejunum, Mesenterium, nach posterior zu linkem M. psoas major, zur A. und V. renalis sinistra, nach posteromedial zur Aorta abdominalis, nach posterolateral zur linken Niere und zum linken Ureter.

  • Dabei ggf. eine Hand vom Duodenum lösen und z. B. auf die Leber oder den Magen legen.

  • Einstellung eines PBFT (evtl. mit leichter Kompression): Minimale Bewegungen im faszial-ligamentären viskoelastischen Umfeld des Duodenums treten auf → ein neues Gleichgewicht etabliert sich → eine physiologischere Bewegungsamplitude wird palpierbar, evtl. entsteht ein Stillpunkt. Danach das Duodenum in die Ausgangslage zurückbringen.

Anschließend können Techniken wie balanced dynamic tension und balanced fluid tension (BDT, BFT) angewendet werden. Dabei darauf achten, weder bei der Untersuchung noch bei der Behandlung bis an die Bewegungsgrenzen zu gehen.

BEFNT-Integration von Jejunum und Ileum

(2.4.2)
Indikation: Dysfunktion von Jejunum und BEFNT-Integration:Jejunum und IleumIleum
Patient: in Rückenlage, Beine angestellt
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten, auf Höhe des Zwerchfells
Handposition:
  • Beide Hände liegen breitflächig nebeneinander auf dem Dünndarm.

  • Der rechte kleine Finger befindet sich auf der Valva ileocaecalis etwa in Höhe des McBurney-McBurney-PunktPunkts (in der Mitte einer gedachten Linie von der SIAS zum Nabel auf Höhe von L4).

  • Der linke kleine Finger befindet sich auf dem duodenojejunalen Übergang (2–3 Querfinger oberhalb des Bauchnabels, auf einer Linie von der Mitte der linken Klavikula zum Bauchnabel).

  • Die übrigen Finger sind nach kaudal gerichtet und ineinander verhakt.

Point of balanced entodermal tension (PBET)
  • Resistenz der entodermalen Struktur auf sanften Druck hin testen und die Dichte der Struktur bewerten.

  • Der entodermalen Spannung der Dünndarmwand in die Position bzw. in die Form folgen, in der sie am besten ausgeglichen ist (= PBET).

  • Dabei die embryonalen Kraftvektoren berücksichtigen.

Neuronale Inhibition
  • Die linke Hand in verschiedenen Ebenen auf den Rücken legen, die rechte Hand dabei im Bereich des Dünndarms liegen lassen.

  • Falls es einen Bereich am Rücken gibt, in dem sich Jejunum und Ileum unter der Hand entspannen bzw. ihre Bewegungseinschränkung sich verbessert, die Hand dort liegen lassen: iin der Regel auf Höhe von Th9–Th11 (sympathische Innervation), im Bereich des kraniozervikalen Übergangs (parasympathische Innervation) oder ventral ca. 2 Querfinger oberhalb des Nabels (Plexus mesentericus superior).

  • Durch sanften konstanten Druck eine Inhibition im jeweiligen Bereich ausführen.

Point of balanced fascial tension (PBFT)
  • Die fasziale Beweglichkeit passiv oder aktiv atemsynchron oder aktiv unabhängig zur Atemaktivität testen.

  • Das Spannungsgleichgewicht der faszialen Dünndarmstrukturen insgesamt oder jeweils im Jejunum- bzw. Ileumbereich (dazu ggf. die Hände anders positionieren) einstellen: d. h. versuchen, den therapeutisch induzierten Gleichgewichtszustand der viszerofaszialen Spannungen zu erreichen, in dem sie gleichmäßig in allen Richtungen ausgeglichen sind.

  • In der Regel wird das Jejunum bzw. Ileum in die Position begleitet, in die es sich leicht bewegen lässt.

  • Um die unterschiedlichen Spannungsmuster der Aufhängungen (und faszialen Gleitflächen) von Jejunum bzw. Ileum zu kopieren, die Krafteinwirkung der Hände an sie anpassen bzw. ihnen angleichen:

    • Über die Fixationen: zur hinteren Bauchwand und zum Stamm der A. mesenterica superior (und deren Äste), von der Flexura duodenojejunalis zum rechten Zwerchfellschenkel.

    • Über die Gleitflächen: Colon transversum, Zäkum, Colon sigmoideum, Magen, Omentum majus und indirekt zum Duodenum, zu den Nieren, Ureteren, zum Colon descendens, Colon ascendens, zur Harnblase, zum Uterus, M. psoas major, zur V. cava inferior und Aorta abdominalis.

  • Dazu ggf. eine Hand vom Jejunum/Ileum lösen und z. B. auf das Zwerchfell oder den Dickdarm legen.

  • Einstellung eines PBFT (evtl. mit leichter Kompression): Es treten minimale Bewegungen im faszial-ligamentären viskoelastischen Umfeld des Jejunums bzw. Ileums auf → ein neues Gleichgewicht etabliert sich → eine physiologischere Bewegungsamplitude wird palpierbar, evtl. entsteht ein Stillpunkt. Danach das Jejunum bzw. Ileum in die Ausgangslage zurückbringen.

Anschließend können Techniken wie balanced dynamic tension und balanced fluid tension (BDT, BFT) angewendet werden. Darauf achten, weder bei der Untersuchung noch bei der Behandlung bis an die Bewegungsgrenzen zu gehen.

Merke

Insbesondere auf das Mesenterium und die Radix mesenterii achten. Sie sind nicht selten an Fixierungen des Dünndarms (mit)beteiligt, und zwar häufiger, wenn die zug- bzw. biegungsfeste A. mesenterica superior in diesen Strukturen verläuft.

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