© 2020 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen

B978-3-437-56011-8.00009-5

10.1016/B978-3-437-56011-8.00009-5

978-3-437-56011-8

Die Entwicklung der Leber und der Gallenblase. a: In der 4. Woche ist die Ausbildung der Leber so weit erfolgt, dass erste Leberzellbälkchen entstehen. Die Gallenblase ist als Anlage vorhanden. b: In der 6. Woche wächst die Leber nach kaudal in den Bauchraum. Das Mesenchym zwischen Leber und Perikardhöhle verdichtet sich (Septum transversum) und leitet die Entwicklung des Zwerchfells ein. Die Gallenblase ist in Ausbildung begriffen.

Aufbau der Leber. a: Ansicht von ventral. b: Ansicht von dorsal. Ein „H“ teilt die Leber in 4 Lappen auf.

Lage der Leber

Gleitflächen der Leber

Arterielle Versorgung der Leber

Zuflüsse der V. portae hepatis

Verzweigung der Vv. hepaticae und Mündung in die V. cava inferior

Lymphknoten der Leber

Hinweiszeichen auf eine Dysfunktion

Palpation der Leber

Palpation der Leber im Sitzen

Motilität der Leber im Exspir (Horizontalebene)

Mobilität der Leber nach Finet und Williame. a: Frontalebene. b: Sagittalebene.

Mobilität der Leber nach Barral und Mercier. a: Frontalebene. b: Sagittalebene. c: Horizontalebene. d: Resultante der Lebermobilität.

Palpation der Lebermobilität

Test der unteren, oberen und anterioren Leberstrukturen im Sitzen

Mobilitätstest der Leber über die Rippenbewegung

Behandlung der Ligg. triangularia dextrum und sinistrum, des Lig. coronarium und Recoil-Technik

Fasziale Mobilisation der Leber in der Frontalebene

Mobilisation der Leber in der Sagittalebene

Mobilisation der Leber in der Transversalebene

Allgemeine Entspannungstechnik für die Leber

Hebetechnik für die Leber im Liegen

Hebetechnik für die Leber im Sitzen

Kompression der Leber

Induktionsbehandlung der Leber

Ausatmungsdysfunktion

Leber

Therapeut auf den Fotos:

Michel Puylaert

  • 9.1

    Embryologie Herwig Hahn von Dorsche302

  • 9.2

    Anatomie Torsten Liem303

    • 9.2.1

      Funktion303

    • 9.2.2

      Aufbau303

    • 9.2.3

      Topografische Anatomie305

    • 9.2.4

      Gefäßversorgung, Lymphwege, Innervation307

  • 9.3

    Dysfunktionen Torsten Liem (9.3.1, 9.3.3, 9.3.4), Michel Puylaert (9.3.1, 9.3.2)311

    • 9.3.1

      Ursachen311

    • 9.3.2

      Kompensationsme-chanismen312

    • 9.3.3

      Folgen313

    • 9.3.4

      Differenzialdiagnosen313

  • 9.4

    Diagnostik der Dysfunktionen Michel Puylaert313

    • 9.4.1

      Symptome313

    • 9.4.2

      Inspektion314

    • 9.4.3

      Reflexzonen und Hinweiszeichen314

    • 9.4.4

      Perkussion315

    • 9.4.5

      Palpation316

    • 9.4.6

      Motilität317

    • 9.4.7

      Mobilität318

    • 9.4.8

      Tests320

  • 9.5

    Behandlung der Dysfunktionen Torsten Liem (9.5.9), Michel Puylaert (9.5.1–9.5.8)322

    • 9.5.1

      Behandlung der Ligg. triangularia, des Lig. coronarium und Recoil-Technik322

    • 9.5.2

      Fasziale Mobilisation der Leber in 3 Ebenen323

    • 9.5.3

      Allgemeine Entspannungstechnik für die Leber325

    • 9.5.4

      Hebetechnik für die Leber im Liegen325

    • 9.5.5

      Hebetechnik für die Leber im Sitzen326

    • 9.5.6

      Kompression der Leber327

    • 9.5.7

      Induktionsbehandlung der Leber328

    • 9.5.8

      Fasziale Behandlung der Leber (modifiziert nach Finet und Williame)329

    • 9.5.9

      BEFNT-Integration der Leber330

Embryologie

Herwig Hahn von Dorsche
LeberEmbryologie:LeberDie Leber:EmbryologieLeberentwicklung beginnt in der 3. Woche mit einer Ausbuchtung des Entoderms am kaudalen Ende des Vorderdarms (der kaudale Abschnitt reicht von der Lungenknospe bis zur Leberanlage), der LeberbuchtLeberbucht. Diese spaltet sich dann in einen größeren kranialen Abschnitt, aus dem sich das Leberparenchym bildet, und einen kleineren kaudaIen, aus dem die Gallenblase und das Gallengangsystem hervorgehen. In der 4. Woche (Abb. 9.1a) kommt es zur Aussprossung von Leberzellbälkchen Leberzellbälkchenaus der Leberbucht nach ventral in die Nähe des Septum transversum, einer quergestelIten Mesenchymplatte für die Entwicklung des Zwerchfells. Indem die epithelialen Leberzellbälkchen von Sinusoiden aus Dottersackvenen und Nabelvene durchdrungen werden, entsteht das typische LeberparenchymLeberparenchym. Die bindegewebigen Anteile der Leber stammen aus dem Mesoderm des Septum transversum. Der Ductus hepaticus Ductus hepaticus communiscommunis und der anschließende Ductus Ductus choledochuscholedochus gehen aus der Leberbucht durch Abschnürung vom Darmrohr hervor. Aus dem unteren Teil der Leberbucht entstehen die GallenblaseGallenblase und der Ductus Ductus cysticuscysticus (Abb. 9.1b). Erstes Auftreten von Galle in der 13. Woche.
Das schnelle Wachstum der Leber (Blutbildung ab 6. Woche bis zur Geburt) führt dazu, dass sie unter dem Septum Septum transversumtransversum in die Leibeshöhle einwächst. Dadurch entsteht der am Embryo äußerlich sichtbare Leberwulst. Zwischen der ventralen Leibeswand und der Leber wird das Septum transversum zu einer dünnen Membran, dem Lig. falciforme Lig. falciforme hepatishepatis, und zwischen Leber und Vorderdarm (Magen und Duodenum) zum Omentum Omentum minusminus. Im freien Rand des Lig. falciforme hepatis verläuft die V. V. umbilicalisumbilicalis, die nach der Geburt zum Lig. teres Lig. teres hepatishepatis obliteriert. Am freien Rand des Omentum minus verlaufen Ductus choledochus, V. portae und A. hepatica. Durch die Magendrehung (4.1) kommt es zur Verlagerung der Leber in den rechten Oberbauch. Das Mesenchym an der Leberoberfläche wird zum Peritonealüberzug (intraperitoneale Lage) mit Ausnahme der bleibenden Verbindung zum Septum transversum, der späteren Area Area nudanuda der Leber an der Kontaktfläche mit dem Diaphragma.

Anatomie

Torsten Liem

Funktion

  • Kohlenhydratstoffwechsel: Leber:AnatomieAnatomie:LeberAufbau, Funktion:LeberSpeicherung und Wiederabbau von Leber:FunktionenGlykogen, Neusynthese von Glukose aus Laktat und Eiweißabbauprodukten

  • Eiweißstoffwechsel: Aufbau von Plasmaproteinen (mit Ausnahme von Gammaglobulinen) und Enzymen aus Aminosäuren, Abbau von Proteinen zu Aminosäuren unter Bildung von Harnstoff

  • Fettstoffwechsel: Auf- und Abbau von Fettsäuren, Phospholipiden, Cholesterin, Bildung von Galle

  • Inaktivierung und Entgiftung von Hormonen (z. B. Thyroxin, Steroidhormonen) und Fremdstoffen (z. B. Medikamenten, Alkohol, Bilirubin)

  • Produktion von Galle (ca. 1 l/Tag), die aus Gallensäuren (emulgieren Fette im Darm, werden im Ileum rückresorbiert und gelangen über den enterohepatischen Kreislauf wieder zur Leber), Gallenfarbstoffen (v. a. Bilirubin, einem Abbauprodukt des Hämoglobins), Cholesterin, Salzen, Schleim, Stoffwechsel-/Abfallprodukten und Fremdstoffen besteht

  • Speicherung von Vitamin B12, Eisen, Vitamin K

  • Bildung von Blutgerinnungsfaktoren

  • Blutspeicher

  • Blutbildung in der Fetalzeit und bei Ausfall anderer Blutbildungszentren

Aufbau

Aufbau:LeberDie Leber hat ein Gewicht von ca. 2 kg und ist die größte Drüse des menschlichen Körpers. Die Form wird von den Nachbarorganen geprägt. Man unterscheidet bei der Leberoberfläche 2 Hauptflächen (Abb. 9.2), die vorne am Unterrand (Margo inferior) durch eine spitzwinklige Kante getrennt sind und hinten fließend ineinander übergehen:
  • Facies diaphragmatica: konvex, unter der rechten Zwerchfellkuppel gelegen, mit

    • Area nuda: dreieckig, dort ist das Zwerchfell mit der Facies diaphragmatica verwachsen und nicht von Peritoneum überzogen.

    • Lig. Lig. coronariumcoronarium: Grenze der Area Area nudanuda, an der das parietale Peritoneum von der Bauchwand und vom Zwerchfell auf das viszerale Peritoneum der Leber umschlägt; Lig. triangulare Lig. triangulare dextrum/sinistrumdextrum ist der rechte, Lig. triangulare sinistrum und Appendix fibrosa Appendix fibrosa hepatishepatis sind der linke Ausläufer.

    • Lig. falciforme Lig. falciforme hepatishepatis: entsteht durch Vereinigung der beiden Schenkel des Lig. coronarium

  • Facies visceralis: konkav, an Magen und Darm anliegend, wird durch ein „H“ in 4 Felder (= Lappen) aufgeteilt:

    • Fissura ligamenti venosi: Fissura:ligamenti venosiDas Lig. Lig. venosumvenosum ist der verödete Rest des fetalen Ductus venosus, in dem das Blut der V. umbilicalis unter Umgehung des Leberkreislaufs direkt in die V. cava inferior fließt (kranialer Teil des medialen Längsbalkens des „H“).

    • Fissura ligamenti teretis: Fissura:ligamenti teretisDas Lig. teres Lig. teres hepatishepatis ist die zu einem Bindegewebsstrang verödete V. umbilicalis (kaudaler Teil des medialen Längsbalkens des „H“).

    • Sulcus venae Sulcus venae cavaecavae: eine Rinne im dorsalen Bereich der Area nuda, in der die V. cava V. cava inferiorinferior verläuft (kranialer Teil des lateralen Längsbalkens des „H“)

    • Fossa vesicae Fossa vesicae biliarisbiliaris: Einbuchtung für die Gallenblase (kaudaler Teil des lateralen Längsbalkens des „H“)

    • Porta Porta hepatis (Leberpforte)hepatis (Leberpforte): enthält lateral den Ductus hepaticus Ductus hepaticus communiscommunis, in der Mitte hinten die V. portae V. portae hepatishepatis, medial vorne die A. hepatica A. hepatica propriapropria (bildet Querbalken des „H“).

    • Lobus Lobus hepatis (dexter/sinister)hepatis dexter: rechter LeberlappenLeberlappen (lateral des lateralen Längsbalkens des „H“)

    • Lobus hepatis sinister: linker Leberlappen (medial des medialen Längsbalkens des „H“)

    • Lobus Lobus caudatuscaudatus: Schwanzlappen kranial der Leberpforte

    • Lobus Lobus quadratusquadratus: quadratischer Leberlappen kaudal der Leberpforte.

Das Lig. falciforme hepatis wurde früher als Lappengrenze definiert. Wie Studien der Gefäßversorgung zeigen, erfolgt eine Zweiteilung der Leber allerdings besser entlang der lateralen Längsspalte, die auf der Facies diaphragmatica kein Gegenstück hat.
Da das Leberparenchym relativ weich ist, hinterlassen die Leber:Impressionen der NachbarorganeNachbarorgane folgende Abdrücke (Impressionen) auf der Facies visceralis:
  • Impressio suprarenalis: durch rechte Nebenniere

  • Impressio renalis: durch rechte Niere

  • Impressio duodenalis: durch Duodenum 1

  • Impressio colica: durch Flexura coli dextra und Colon transversum

  • Impressio gastrica: durch Magen

  • Impressio oesophagea: durch Ösophagus.

Die Galle fließt über die intrahepatischen Gallenwege letztlich zu den beiden Lebergängen (Ductus hepaticus dexter und sinister) ab, die sich zum Ductus hepaticus Ductus hepaticus communiscommunis vereinigen. Ab der Abzweigung des Ductus cysticus heißt dieser Ductus Ductus choledochuscholedochus (Abb. 9.1).

Topografische Anatomie

Lage (Abb. 9.3)
  • intraperitoneal zu ¾ im rechten, zu ¼ im linken Oberbauch, direkt unter dem Zwerchfell im Schutz des Rippenbogens

  • Lage:LeberLage abhängig Leber:Lagevon Körperlage und Zwerchfellstand

  • atemverschieblich, da Leber den Zwerchfellbewegungen bei der Atmung folgt

  • kranialer Leberrand: anterior 5. ICR rechts und 6. ICR links, posterior zwischen Th8 und Th9 bis zur VIII. Rippe rechts (unterer Teil)

  • kaudaler Leberrand: anterior rechter Rippenbogen, posterior von Th12 (medial) bis zur XI. Rippe rechts (lateral)

Nachbarschaftsbeziehungen (Abb. 9.2, 9.3)
  • kranial: Diaphragma, ein Nachbarschaftsbeziehungen:LeberBereich des rechten Leberlappens liegt diesem direkt ohne peritoneale Bedeckung an (Area nuda); es trennt die Leber rechts von Pleura bzw. rechter Lunge und links von Perikard bzw. rechter Herzkammer

  • ventral: Brustkorb, Rückseite der Bauchwand (Leberfeld, EpigastriumLeberfeld des Epigastriums)

  • kaudal: Gallenblase, Duodenum, Flexura coli dextra, Colon transversum

  • dorsal: rechte Nebenniere lateral der V. cava inferior im Bereich der Area nuda (Impressio suprarenalis), rechte Niere in der Mitte des rechten Leberlappens (Impressio renalis), Flexura coli dextra und Colon transversum nahe am Unterrand des rechten Leberlappens (Impressio colica), Duodenum 1 lateral der Gallenblase (Impressio duodenalis), Gallenblase (Fossa vesicae biliaris), Vorderseite des Magens am gesamten linken Leberlappen und Lobus quadratus (Impressio gastrica), Ösophagus am Oberrand des linken Leberlappens medial der Fissura ligamenti venosi (Impressio oesophagea)

Fixationen (Abb. 9.2, 9.3)
  • Am stärksten wird die Fixationen:LeberLeber durch Lig. coronarium, Ligg. triangularia, Turgoreffekt, thorakalen Sog und abdominalen Druck in ihrer Position gehalten.

  • Area Area nudanuda: dreieckige, bauchfellfreie Verwachsungszone mit dem Diaphragma und der hinteren Bauchwand links und rechts der Mündung der Lebervenen in die V. cava inferior

  • Lig. coronarium: Lig. coronariumUmschlagfalte des Peritoneums an der Area nuda, Anheftung am Zwerchfell

  • Lig. Lig. triangulare dextrum/sinistrumtriangulare dextrum: laterale Fortsetzung des Lig. coronarium, verbindet rechten Leberlappen mit rechter Zwerchfellkuppel

  • Lig. triangulare sinistrum: laterale Fortsetzung des Lig. coronarium, verbindet linken Leberlappen mit linker Zwerchfellkuppel, verhindert, dass sich beim aufrecht stehenden Menschen die Leber vom Zwerchfell löst und Darmteile zwischen Leber und Zwerchfell legen.

  • Lig. Lig. hepatorenalehepatorenale: verbindet Leber mit rechter Niere

  • Lig. falciforme Lig. falciforme hepatishepatis: von der oberen Leberseite zur vorderen Bauchwand und zum Zwerchfell

  • Lig. teres Lig. teres hepatishepatis: von der ventralen Leberseite zu Bauchwand, Nabel

  • Omentum Omentum minusminus: nach Barral als Verlängerung des Lig. coronarium anzusehen, setzt an der Fissura ligamenti venosi an und verbindet die Leber über das

    • Lig. Lig. hepatogastricumhepatogastricum (Pars Pars flaccidaflaccida) mit der Curvatura minor des Magens; ein zartes Band, in dem der Gefäßbogen der Curvatura minor verläuft

    • Lig. hepato(cystico)Lig. hepato(cystico)duodenaleduodenale (Pars Pars vasculosavasculosa) mit dem Duodenum 1, bedeckt den Eingang der Bursa omentalis; darin verlaufen ventral Ductus choledochus, in der Mitte die V. portae hepatis und dorsal die A. hepatica communis

    • Lig. Lig. phrenicogastricumphrenicogastricum (Pars Pars tensatensa) mit Ösophagus (Pars abdominalis) und Kardia

Gleitflächen (Abb. 9.4)
  • direkte Gleitflächen: Gleitflächen:LeberDiaphragma, Magen, Pylorus, Colon transversum, Flexura coli dextra, rechte Niere und Nebenniere, Duodenum 1 und 2, Gallenblase, Ösophagus, V. cava inferior, Aorta abdominalis

  • indirekte Gleitflächen: linkes Perikard und Herz, rechte Pleura und Lunge, Recessus costodiaphragmaticus rechts, rechte Rippen V bis X.

Gefäßversorgung, Lymphwege, Innervation

Arterien, V. portae hepatis
Die Gefäßversorgung:LeberLeber Leber:Gefäßversorgungerhält Blut Arterien:Leberaus 2 Quellen:
  • A. hepatica A. hepatica propriapropria führt sauerstoffreiches Blut zur Versorgung der Leber selbst (Vas privatum).

  • V. portae V. portae hepatishepatis bringt sauerstoffarmes und nährstoffreiches Blut zur Verstoffwechselung in die Leber (Vas publicum).

Aus der Bauchaorta geht der Truncus Truncus coeliacuscoeliacus ab, der neben der A. gastrica sinistra und A. splenica die A. hepatica A. hepatica communiscommunis abgibt. In ca. 25 % der Fälle kann diese allerdings auch aus der A. mesenterica superior abgehen. Nach Abzweigung der A. gastroduodenalis setzt sie sich als A. hepatica propria fort (Abb. 9.5). Bevor sie sich in der Leber aufzweigt, gibt sie noch die A. gastrica dextra und die A. cystica ab. In der Leberpforte teilt sie sich in den Ramus dexter zum rechten Leberlappen und rechten Teil des Lobus caudatus und den Ramus sinister zum linken Leberlappen, Lobus quadratus und linken Teil des Lobus caudatus auf. Anhand des weiteren Verzweigungsmusters können Lebersegmente und -subsegmente abgegrenzt werden.
Die V. portae hepatis entsteht aus der Vereinigung von V. splenica und V. mesenterica superior etwa auf Höhe des 2. Lendenwirbels (Abb. 9.6). Sie verläuft im freien Rand des Omentum minus im Lig. hepatoduodenale links vom Ductus choledochus nach kranial zur Leberpforte. Dort verzweigt sie sich in den Ramus dexter und den Ramus sinister, die sich jeweils weiter teilen, bis sie zu Vv. interlobulares werden.
Äste der A. hepatica propria (kleiner) und V. portae hepatis (größer) verlaufen immer gemeinsam mit den intrahepatischen Gallengängen (Glisson-Glisson-TriasTrias).
Venen
Zentralvenen Venen:Lebervereinigen sich zu Sammel-, Segment- und Lappenvenen, aus denen die Vv. hepaticae Vv. hepaticaeentstehen. Sie verlaufen an den Segmentgrenzen und bilden 3 Gruppen: Vv. hepaticae dextrae, intermediae und sinistrae (Abb. 9.7). Unmittelbar unter dem Foramen venae cavae des Zwerchfells münden die 3 Gruppen im Bereich der Facies diaphragmatica in V. cava inferiordie V. cava inferior.
Die Grenze zwischen Pfortadersystem und direktem Stromgebiet der V. cava ist von großer Bedeutung. Wenn der Abfluss des Blutes über die Leber zum Herzen behindert ist, staut sich das Blut in der Pfortader und der Blutdruck in ihr steigt an (portale Hypertension:portaleHypertension). Das Blut fließt über „Umleitungen“ in die V. cava inferior ab. Die wichtigsten Nahtstellen (portokavale portokavale AnastomosenAnastomosen) sind zwischen
  • Venen an der Curvatura minor des Magens und Ösophagusvenen → bei Stauung ÖsophagusvarizenÖsophagusvarizen

  • V. umbilicalis, Vv. paraumbilicales und Bauchwandhautvenen → bei Stauung „Medusenhaupt“

  • V. rectalis superior und medialis bzw. inferior und Plexus venosus rectalis → bei Stauung HämorrhoidenHämorrhoiden.

Lymphwege
Die Lymphwege:LeberLeber:LymphgefäßeLeberlymphgefäße bilden 2 Netze (Abb. 9.8):
  • Das tiefe Lymphgefäßnetz folgt Ästen von V. portae hepatis und A. hepatica propria zu den regionären Lymphknoten Nll. Nll. hepaticihepatici an der Leberpforte → Nll. coeliaci → Trunci lymphatici intestinales → Cisterna chyli → Ductus thoracicus.

  • Das oberflächliche Lymphgefäßnetz fließt z. T. zur Leberpforte in die Nll. hepatici und Nll. phrenici Nll. phrenici inferioresinferiores (weiter s. o.), z. T. durch das Zwerchfell zu den im Brustraum gelegenen Nll. mediastinales anteriores → Truncus lymphaticus bronchomediastinalis → Ductus thoracicus.

Innervation
Sensible Innervation der Innervation:LeberLeberkapsel Leber:Innervationund des Lig. falciforme erfolgt vom Plexus Plexus hepaticushepaticus zum N. N. phrenicusphrenicus dexter (C3–C5), z. T. auch N. phrenicus sinister (v. a. vom Peritonealüberzug im Bereich der Gallenblasenbucht).

Leberinnervation

Tab. 9.1
InnervationSegment, KerngebieteVerlaufUmschaltung
sympathischTh5–Th9 →→ Grenzstrang (Truncus sympathicus) → N. splanchnicus major, N. splanchnicus minorPlexus coeliacus auf Plexus hepaticus
parasympathischNucleus dorsalis nervi vagiMedulla oblongata → N. vagus (X) → Plexus oesophageus des N. vagus → Truncus vagalis anterior und posteriorPlexus coeliacus (Truncus vagalis anterior), Plexus hepaticus (Truncus vagalis posterior)

Dysfunktionen

Torsten Liem (9.3.1, 9.3.3, 9.3.4), Michel Puylaert (9.3.1, 9.3.2)

Ursachen

Parietale Dysfunktionen
  • Obere HWS (C3–C5) und Leber:DysfunktionenDysfunktionen:LeberSchädelbasis (→ N. vagus)

  • Th6–Th9 (→ Sympathikus)

  • Untere Rippen

  • Abnorme Spannung des Zwerchfells

Viszerale Dysfunktionen
  • Alle Organe in der Umgebung der Leber können über Gleitflächen, ligamentäre und fasziale Verbindungen die Beweglichkeit der Leber einschränken: v. a. pleurodiaphragmaler Bereich, Magen (z. B. bei Hiatushernie oder Ulcus ventriculi → Omentum minus), Flexura coli dextra, Colon ascendens, Colon transversum sowie abnorme Spannungen des Peritoneums, des Weiteren rechte Niere, rechte Nebenniere, Duodenum 1 (und 2), Ösophagus (Pars abdominalis).

  • Missverhältnis zwischen negativem intrathorakalem Druck und positivem intraabdominellem Druck

  • Pleurodiaphragmaler Bereich:

    • Magen: über Omentum minus und die Nähe zum Lobus sinister und Lobus quadratus

    • Niere: über Gleitfläche

    • Colon transversum: über Gleitfläche

    • Duodenum: über Gleitfläche und Omentum minus

    • Ösophagus: über Omentum minus und Gleitfläche

    • Lunge: z. B. bei Emphysem

Ligamente
  • Omentum minus, Lig. coronarium, Ligg. triangularia, Lig. falciforme, Lig. hepatorenale

Nervale Störungen
  • N. vagus: z. B. bei Dysfunktion der oberen HWS, Schädelbasis oder vorderen Halsfaszie

  • Sympathikus auf Höhe von Th6–Th9

  • Plexus coeliacus

  • N. phrenicus (C3–C5)

Störungen des Herz-Kreislauf-Systems
  • StauungsleberStauungsleber: Rechtsherzinsuffizienz

  • Dysfunktion des Truncus coeliacus

  • PfortaderhochdruckPfortaderhochdruck (portale Hypertension)

Endokrine Störungen
  • Diabetes mellitus

  • Schilddrüsendysfunktionen (Hypo-, Hyperthyreose)

  • Hypohysendysfunktionen

  • Nebennierendysfunktionen (z. B. Morbus Cushing)

Psyche
  • Somatoforme Störungen, Somatisierungsstörungen

  • Essstörungen (z. B. Anorexia nervosa, Bulimia nervosa)

Weitere Ursachen
  • Infektionen durch Bakterien, Viren

  • Toxine: Alkohol, Antibiotika, Tetrazykline, Knollenblätterpilz

  • Fettreiche Nahrung

Kompensationsmechanismen

Merke

Ein Großteil der genannten Kompensationsmechanismen:LeberKompensationsmechanismen ist rein hypothetisch und bedarf weiterer Untersuchungen.

  • Stabilisation über die Blätter von Glenard: zuerst über das obere Blatt und bei fortschreitender Dysfunktion über das mittlere und untere Blatt

  • Leichte Haltefunktion durch Zwerchfell und Perikard, durch Lig. coronarium und Lig. triangulare; das linke Lig. triangulare bekommt Unterstützung vom unteren Ösophagussphinkter, dessen muskulärer Tonus durch die Anregung der Nn. splanchnici erhöht wird

  • Reaktion der V. portae hepatis: Steigerung im Druckgefälle des venösen Systems durch Zug oder Druck am Omentum minus

  • Kräftige Haltefunktion durch die V. cava inferior

  • Stützung durch rechte Niere und Flexura coli dextra

  • Metabolische und Spannungsveränderungen von Colon ascendens, Zäkum und Valva ileocaecalis

  • Herstellung des Gleichgewichts durch Ausbildung einer Skoliose (Leberskoliose)

  • Physiologische Selbstregulation in der Leber zwischen arteriellem und venösem Blut

Folgen

  • Anspannung des Omentum minus

  • Abnorme Spannung am Zwerchfell

  • Dysfunktion (mehr rechts als links) C3–C5, Th8 und Th9

  • Schulterdysfunktion rechts

  • Eingeschränkter Leberstoffwechsel

  • Immunschwäche

  • Schlechte und langsame Verdauung

Differenzialdiagnosen

  • Akute, chronische Differenzialdiagnosen:LeberdysfunktionHepatitis

  • Autoimmunhepatitis

  • Fettleber

  • Leberzirrhose

  • Lebermetastasen (primäres Karzinom selten)

  • Leberabszess

  • Portale Hypertension

  • Hepatorenales Syndrom

  • Leberschäden bei Stoffwechselerkrankungen (Mukoviszidose, α1-Antitrypsin-Mangel, Hämochromatose, Hämosiderose, Morbus Wilson, Porphyrie)

Diagnostik der Dysfunktionen

Michel Puylaert

Symptome

Leber:Diagnostik der DysfunktionenEinen IkterusIkterus immer vom Facharzt abklären lassen, da eine schwerwiegende Krankheit Ursache sein kann!

  • Symptome:LeberdysfunktionenMüdigkeit

  • Intrahepatischer Ikterus

  • Aufgehellter Stuhl

  • Immunschwäche

  • Kopfschmerzen, Migräne

  • Depression, nervöse Erschöpfung (nach Barral)

Inspektion

  • Gelbes Hautkolorit: Inspektion:LeberdysfunktionIkterus

  • Rippenbogen in Einatmung: Lebervergrößerung

  • Rippenbogen in Ausatmung: Leberverkleinerung

  • Diastase der Bauchmuskeln: Erhöhung des intraabdominalen Drucks

  • Oberflächliche Venen sichtbar: portale Hypertension

  • Skoliose:LeberdysfunktionSkoliose oder Fehlstellung der mittleren und unteren BWS: Leberdysfunktion (z. B. Vergrößerung oder Verkleinerung)

Reflexzonen und Hinweiszeichen (Abb. 9.9)

Dermatom
  • anterior: C3–C4 rechts, Th6–Th10 rechts Leber:Reflexzonen (am Rippenbogen), Dermatom:LeberMaximalzone: Th8 rechts Reflexzonen:Leberdysfunktion

  • posterior: C3–C4 rechts, Th6–Th10 rechts, Maximalzone über der Spina scapulae rechts

Dermalgiereflexe nach Jarricot
  • anterior: Th8 in der Medianlinie Dermalgiereflexe nach Jarricot:Leber

Neurolymphatische Reflexe nach Chapman
Verlangsamter Leberstoffwechsel
  • anterior: 5. ICR rechts, von der Leberstoffwechsel, verlangsamterLinea mamillaris bis zum Chapman-Reflexe:LeberSternum

  • posterior: rechts zwischen Procc. transversi Th5 und Th6 in der Mitte zwischen Proc. transversus und Proc. spinosus

Leberstauung
  • anterior: 6. ICR rechts, von der LeberstauungLinea mamillaris bis zum Sternum

  • posterior: rechts zwischen Procc. transversi Th6 und Th7 in der Mitte zwischen Proc. transversus und Proc. spinosus

Triggerpunkte
  • Ductus cysticus: Triggerpunkte:Ductus cysticusKreuzungspunkt der Triggerpunkte:LeberLinie zwischen Nabel und Mitte der rechten Klavikula am Rippenbogen (Knorpel der IX. und X. Rippe)

  • Sphincter Oddi: Triggerpunkte:Sphincter Oddiauf einer gedachten Linie vom Nabel zur Mitte der rechten Klavikula etwa 3–4 Fingerbreit oberhalb des Nabels

Periostschmerzpunkte
  • anterior: 9. und 10. Rippe Periostschmerzpunkte:Leberrechts

  • posterior: 8.–10. Rippe rechts, rechter Angulus inferior scapulae

Knap-Punkte
  • anterior: Th9 unter dem rechten Knap-Punkte:LeberRippenbogen nahe dem Sternum

  • posterior: Th9 eine Hand breit rechts lateral des Proc. spinosus im ICR

Muskuläre Hinweiszeichen
  • Hypertonie Hinweiszeichen:Leberdysfunktionvon

    • paravertebraler Muskulatur (v. a. Th7–Th9)

    • Zwerchfell (mit Atemstörungen als Folge)

    • M. rectus abdominis links oberhalb des Nabels

    • M. psoas major

    • Mm. intercostales Th8–Th10

    • M. trapezius

Vertebrale Hinweiszeichen
  • Dysfunktionen Th7–Th10 (viszerosomatischer Reflex), v. a. Th8

  • Dysfunktionen C0–C2 (N. vagus)

  • Dysfunktionen C3–C5 (N. phrenicus → Schulterschmerzen rechts)

Kostale Hinweiszeichen
  • Untere Rippen und Kostovertebralgelenke rechts (mechanische Spannung der Anheftungsregionen der Leber)

Perkussion

Leberperkussion
Begrenzung: nach kranial 5. ICR, nach kaudal rechter Perkussion:LeberRippenbogen
Patient: in Rückenlage
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten
Ausführung: ab dem 3. ICR in der Medioklavikularlinie nach kaudal perkutieren
Bewertung: Auf die Qualität des Klopfschall:LeberKlopfschalls (dumpf) achten, um die Position der Leber zu beurteilen. Der gedämpfte Leberschall hebt sich eindeutig vom sonoren Lungenschall und tympanitischen Klopfschall des Dickdarms ab. Gegenüber der absoluten Herzdämpfung ist die Leber allerdings schwer abzugrenzen.

Palpation

Palpation der Leber (Abb. 9.10, 9.11)
Patient: in Rückenlage, beide Beine Palpation:Leberangestellt
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten, auf Höhe des Beckens
Handposition:
  • Linke Hand posterolateral auf Höhe der Leber positionieren und leichten Druck nach anterior ausüben.

  • Mit den Fingerspitzen der rechten Hand unter dem rechten Rippenbogen palpieren.

Ausführung: Mit der rechten Hand Kontakt mit dem Unterrand der Leber aufnehmen und während der Einatmung nach kaudal palpieren.
Bewertung: Auf Position, Form, Dichte (verhärtet oder weich), Volumen und Beweglichkeit (Motilität und Mobilität) achten.
  • Normalbefund: Der Leberrand ist unauffällig elastisch, weich und glatt und bewegt sich synchron mit der Atmung.

  • Härte, Vergrößerung oder Schmerzempfindlichkeit können auf eine Dysfunktion hinweisen.

Variation
Patient: sitzend
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten, rechtes Knie auf der Bank
Handposition:
  • Beide Hände unter den Achseln durchführen.

  • Die rechte Hand an den rechten, die linke Hand an den linken unteren Leberrand legen.

  • Die Fingerspitzen können sich dabei berühren oder leicht überlappen.

Motilität (Abb. 9.12)

Im Exspir kommt es zu Mobilität:Leberfolgenden Bewegungen (Abb. 9.14a, 9.12) jeweils in der
  • Frontalebene: rechte Lateralflexion um eine horizontale Achse, die durch das Lig. falciforme verläuft.

  • Sagittalebene: leichte Rotation um eine Achse zwischen den beiden Lig. triangularia, dabei geht die anteroinferiore Seite nach kaudal und dorsal,

  • Horizontalebene: Bewegung des lateralen Leberrands von dorsal nach ventral und von rechts nach links.

Palpation der gesamten Lebermotilität
Patient: in Lebermotilität:PalpationRückenlagePalpation:Lebermotilität
Therapeut: sitzend, auf der rechten Seite des Patienten
Handposition:
  • Rechte Hand flach auf den Thorax vom 5. ICR bis zum Rippenbogen legen, die Fingerspitzen sind dabei nach medial gerichtet.

  • Die linke Hand im Doppelkontakt auf die rechte legen.

Bewertung: Amplitude, Kraft, Leichtigkeit und Symmetrie der Leberbewegungen beurteilen.
  • Normalbefund: Die Leber verlagert sich im Exspir zur Medianachse.

  • Eine fehlende Bewegung oder geringe Amplitude deutet auf eine Fixierung der Leber hin.

Merke

Die Bewegungen sind ähnlich wie bei der Mobilität. Rhythmus und Amplitude sind jedoch deutlich geringer.

Palpation der Lebermotilität der einzelnen Ebenen
Patient: in RückenlagePalpation:Lebermotilität
Therapeut: sitzend, auf der rechten Seite des Patienten
Handposition:
  • Die rechte Hand flach auf den Thorax vom 5. ICR bis zum Rippenbogen legen, die Fingerspitzen sind dabei nach medial gerichtet.

  • Die linke Hand im Doppelkontakt auf die rechte legen.

Bewertung: Amplitude, Kraft, Leichtigkeit und Symmetrie der Leberbewegungen beurteilen.
  • Normalbefund: Die Leber bewegt sich harmonisch (etwa alle 10 s) um jede Achse; d. h. in der

    • Horizontalebene verläuft die sagittale Achse durch die Metakarpophalangealgelenke, in der

    • Sagittalebene verläuft die frontale Achse durch die Handmitte und in der

    • Frontalebene verläuft die horizontale Achse durch das 3. Metakarpophalangealgelenk.

  • Eine fehlende Bewegung oder geringe Amplitude einer Bewegung deutet auf eine Fixierung der Leber hin.

Mobilität

Mobilität nach Finet und Williame (Abb. 9.13)
LebermobilitätBei Mobilität nach Finet und Williame:Leberder Einatmung kommt es zu folgenden Bewegungen (Abb. 9.13):
  • Senkung in der frontalen und sagittalen Ebene.

Mobilität nach Barral und Mercier (Abb. 9.14)
Bei Mobilität nach Barral und Mercier:Leberder Einatmung kommt es zu folgenden Bewegungen (Abb. 9.14):
  • Sagittalebene: Senkung, Bewegung der anteroinferioren Seite nach posteroinferior,

  • Frontalebene: Rotation gegen den Uhrzeigersinn,

  • Horizontalebene: leichte Rotation nach links.

Palpation der Lebermobilität (nach Glenard) (Abb. 9.15)
Patient: in Rückenlage, beide Beine Palpation:LebermobilitätLebermobilität:Palpationangestellt
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten, auf Höhe des Beckens
Handposition:
  • Die linke Hand posterior unter den Rippen hinter die Leber legen.

  • Mit dem linken Daumen ventral tief Kontakt mit dem Unterrand der Leber aufnehmen.

  • Die rechte Hand mit der Innenfläche zur Leber gerichtet in die Fossa iliaca sinistra legen.

Ausführung: in 3 Phasen
  • Mit der linken Hand die Rippen nach ventral anheben.

  • Mit der rechten Hand das viszerale Paket in Richtung Leber schieben.

  • Bei der Einatmung den Daumen am Leberrand entlang nach ventral, kranial und lateral bewegen.

Bewertung: Auf Beweglichkeit der Leber und Konsistenz des Unterrands achten.
  • Normalbefund: Der Leberrand ist elastisch, kaum spürbar und schmerzlos.

  • Verhärtungen, Schmerzen oder ein unregelmäßiger Rand deuten auf eine Dysfunktion hin.

Tests

Test der unteren, oberen und anterioren Leberstrukturen im Sitzen (Abb. 9.16)
Patient: sitzend, leicht kyphosiert, an den Therapeuten gelehnt, Beine frei Tests:LeberLeberstrukturen:Testshängend
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten, rechtes Knie auf der Bank
Handposition: Mit den Fingerbeeren oder Handkanten beider Hände einen flächigen Kontakt subkostal mit der Leber aufnehmen und sanft so weit wie möglich unter den zentralen Teil der Leber vordringen.
Ausführung:
  • Die Leber nach kranial und dorsal in Richtung der rechten Schulter anheben und

  • den Zug nach Bewertung der Mobilität wieder loslassen.

  • Mit den Fingerbeeren auf dem posteroinferioren Teil der Leber Druck nach superior ausüben, um eine Kippbewegung nach vorne zu bewirken.

Bewertung: Auf Widerstand achten, sowohl beim Heben als auch beim Rückweg.
  • Normalbefund: Die Leber lässt sich elastisch mobilisieren.

  • Eine erschwerte oder eingeschränkte Beweglichkeit der Leber nach kranial deutet auf eine inferiore Fixierung der Leber hin.

  • Eine eingeschränkte Rückbewegung nach inferior beim Loslassen deutet auf eine superiore Fixierung der Leber hin.

  • Eine Einschränkung der Kippbewegung nach vorne deutet auf eine Fixierung durch anteriore Strukturen hin. Allerdings ist diese Bewegung schwierig auszuführen, da der Therapeut die Finger so weit wie möglich nach posterior bringen sollte.

Merke

Bei der Ausführung kann die Leber etwas nach lateral und medial verschoben werden, um die Spannung der Ligg. Lig. triangulare dextrum/sinistrum:Testtriangulare dextrum und sinistrum zu testen.

Mobilitätstest der Leber über die Rippenbewegung (Abb. 9.17)
Patient: in linker Seitenlage, rechter Arm liegt vor dem Körper auf der Rippenbewegung:LebermobilitätstestLebermobilität:RippenbewegungLiege
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten
Handposition: Mit beiden Händen rechts die VI. bis X. Rippe greifen, die Daumen liegen dabei dorsal, die restlichen Finger ventral, die Fingerspitzen berühren den Unterrand der Leber.
Ausführung: Die Rippen in der frontalen, sagittalen und horizontalen Ebene hin und her mobilisieren.
Bewertung: Auf die gesamte Elastizität achten.
  • Normalbefund: Die Rippen sind elastisch, und die Leber lässt sich darunter in alle Richtungen mobilisieren.

  • Oberflächlicher Widerstand deutet auf eine Rippendysfunktion hin.

  • Tieferer Widerstand (Einschränkung) in einer Richtung deutet auf eine Fixierung der Leber hin.

Merke

Die Untersuchung ist nicht leberspezifisch, da zwangsläufig Rippen, Pleura, rechte Zwerchfellhälfte und Flexura coli dextra mit getestet werden.

Fasziale Diagnostik der Leber: Shift und/oder Induktion
Patient: in Rückenlage, Beine Leber:fasziale Diagnostikausgestreckt
Therapeut: stehend, rechts vom Patienten auf Höhe des Beckens
Handposition:
  • Für die transversale Verschiebung (Shift): Die linke Hand posterior unter die XI. und XII. Rippen und die LWS legen. Die rechte Hand liegt flach auf dem Abdomen, unmittelbar kaudal und parallel zum rechten Rippenbogen.

  • Für die anteroposteriore Induktion gilt dieselbe Handhaltung.

Ausführung:
  • Shift:Leberdiagnostik, faszialeShift: kraniokaudale und kaudokraniale Verschiebung der oberflächlichen Faszien

  • Induktion:Leberdiagnostik, faszialeInduktion: Druck nach posterior ausüben, dann den Druck plötzlich loslassen.

Bewertung der beiden Tests:
  • Normalbefund: Freie Beweglichkeit, die Faszien federn zurück.

  • Zähes oder fehlendes Zurückfedern deutet auf eine Dysfunktion hin.

Behandlung der Dysfunktionen

Torsten Liem ( 9.5.9 ), Michel Puylaert ( 9.5.1–9.5.8 )

Behandlung der Ligg. triangularia, des Lig. coronarium und Recoil-Technik (Abb. 9.18)

Indikation: Verbesserung der Beweglichkeit der Leber:BehandlungLeber, fasziale Entspannung, Stimulation der arteriellen, venösen und lymphatischen Zirkulation bei Hypertension
Patient: sitzend, an den Therapeut gelehnt, Beine frei hängend, rechte Hand auf rechten Oberschenkel gelegt
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten
Handposition:
  • Mit dem rechten Arm die rechte Achsel des Patienten untergreifen,

  • mit dem linken Arm über die linke Schulter greifen.

  • Das linke Knie kann zur Stbilisierung unter der linken Achsel des Patienten positioniert werden.

  • Mit beiden Händen unter dem rechten Rippenbogen (so weit wie möglich dorsal) die Leber greifen.

Ausführung:
  • Während der Ausatmung die Leber sanft nach kraniodorsal anheben.

  • Während der Einatmung den Druck halten, bis sich die Leber nicht weiter anheben lässt.

  • Nach Barral wird lateral begonnen und progressiv nach medial vorgegangen, um alle Leberstrukturen zu erreichen:

    • für das Lig. triangulare Lig. triangulare dextrum/sinistrum:Behandlungdextrum Druck nach rechts kranial und dorsal ausüben,

    • für das Lig. coronarium Druck nach kranial und dorsal in der Mitte der Leber ausüben,

    • für das Lig. triangulare sinistrum Leber mit den Fingern nach links kranial und dorsal schieben.

  • Die Technik ist beendet, wenn sich die Leber nicht weiter anheben lässt.

  • Recoil-Technik:Recoil-Technik:Leberbehandlung Die Leber oder einen Teil davon so weit wie möglich anheben und am Ende plötzlich loslassen.

Fasziale Mobilisation der Leber in 3 Ebenen

Indikation: Verbesserung der Beweglichkeit, z. B. bei Hypotension oder Ptose, Entspannung der faszialen Umgebung, Stimulation der arteriellen, venösen und lymphatischen Zirkulation Mobilisation:LeberLeber:fasziale Mobilisation
Mobilisation in der Frontalebene (Abb. 9.19)
Patient: in Rückenlage
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten, auf Höhe der Schulter
Handposition:
  • Die linke Hand breitflächig auf die linke Schulter und

  • die rechte Hand auf die rechten VII. bis X. Rippen legen, mit den Fingerspitzen am Unterrand der Leber.

Ausführung:
  • Mit der linken Hand die linke Schulter fixieren.

  • Mit der rechten Hand die Rippen rhythmisch (ca. 10×/min) in Richtung Bauchnabel drücken und dann passiv zurückkommen lassen.

  • Nach einigen Mobilisationen kann man zusätzlich mit der linken Hand die Schulter nach kranial drücken oder den Arm nach kranial dehnen, um Zwerchfell und Pleura mitzudehnen.

Mobilisation in der Sagittalebene (Abb. 9.20)
Patient: in linker Seitenlage
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten
Handposition:
  • Die linke Hand posterolateral auf dem rechten Rippenbogen über den dorsokranialen Teil der Leber legen.

  • Die rechte Hand anterolateral unmittelbar auf den ventrokaudalen Teil der Leber legen.

Ausführung:
  • Beide Hände arbeiten zusammen: Eine Hand dient als Fixpunkt, während die andere mobilisiert.

  • Nacheinander mit jeweils einer Hand die Leber nach ventrokaudal mobilisieren, die andere Hand dabei nicht bewegen.

  • Recoil-Recoil-Technik:LeberbehandlungTechnik: Mit einer Hand die Leber nach ventrokaudal mobilisieren und dort am Ende der Bewegung bleiben; mit der anderen Hand die Leber so weit wie möglich nach dorsokranial schieben, dann beide Hände plötzlich loslassen.

Mobilisation in der Transversalebene (Abb. 9.21)
Patient: in linker Seitenlage
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten
Handposition: Beide Hände nebeneinander lateral auf die rechten VI. bis X. Rippen legen, die Daumen auf die Anguli posteriores und die Finger zum Proc. xiphoideus gerichtet.
Ausführung: Die Einheit Rippe-Leber rhythmisch zum Proc. xiphoideus schieben und wieder loslassen.

Allgemeine Entspannungstechnik für die Leber (Abb. 9.22)

Indikation: Entspannung der faszialen Strukturen, Leberstrukturen:EntspannungstechnikStimulation der arteriellen, venösen und lymphatischen Zirkulation bei Hypertension
Patient: in Bauchlage
Therapeut: stehend, auf der linken Seite des Patienten
Handposition: Die Hände flächig auf die Projektionsfläche der Leber auf den unteren Thorax legen, die Handwurzeln befinden sich lateral der Dornfortsätze Th8–Th12, die Finger sind nach lateral gerichtet.
Ausführung: Vibrierenden Druck nach ventral ausüben, bis die Spannung deutlich nachlässt und sich die Zone elastisch anfühlt.

Hebetechnik für die Leber im Liegen (Abb. 9.23)

Indikation: Entspannung der Gewebe um die Leber, Leber:Hebetechnik im LiegenVerbesserung der gesamten Zirkulation, Korrektur der Lebersenkung bei Hypotension oder Ptose
Patient: in rechter Seitenlage, Hüften und Knie 90° gebeugt, rechter Arm liegt vor dem Körper, linker Arm auf dem Thorax
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten auf Höhe des Beckens
Handposition:
  • Die rechte Hand unter die rechte IX. und X. Rippe legen.

  • Mit der linken Handkante in der Fossa iliaca sinistra Kontakt mit der viszeralen Masse aufnehmen, die Handinnenfläche ist dabei zur Leber gerichtet.

Ausführung:
  • Während der Einatmung mit der linken Hand die Spannung der viszeralen Masse aufnehmen und die Unterseite der Leber in Richtung der rechten Schulter schieben.

  • Die linke Hand passt sich dabei der Bauchspannung an, von der die Amplitude der Korrektur abhängig ist.

  • Während der Ausatmung mit beiden Händen das viszerale Paket in Richtung der rechten Schulter schieben und damit die Leber anheben.

  • Den Vorgang 2–3× wiederholen.

Hebetechnik für die Leber im Sitzen (Abb. 9.24)

Indikation: Fixierungen der Leber, Leber:Hebetechnik im SitzenEinschränkung der venösen Blutzirkulation, Hypotension, Ptose
Patient: sitzend, an den Therapeuten gelehnt
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten, nach Bedarf mit Kissen zwischen sich und Patienten
Handposition: Beide Hände wie einen Löffel formen und hauptsächlich rechts unter den Leberrand legen.
Ausführung:
  • Während der Patient einige Mal tief ein- und ausatmet, die Leberbewegung palpieren.

  • Dann bei jeder Ausatmung Druck nach kraniodorsal ausüben, bis das Gewebe deutlich weicher wird.

  • Während der Einatmung die Stellung beibehalten.

  • Eine sanfte, tiefe Vibration kann die Technik verstärken bzw. unterstützen.

Kompression der Leber (Abb. 9.25)

Indikation: Entgiftung, Stimulation des venösen Systems, Hypertension Leber:Kompression
Patient: in Rückenlage, linkes Bein oder beide Beine angestellt
Therapeut: stehend, auf der linken Seite des Patienten
Handposition:
  • Mit der linken Hand den Thorax oberhalb der rechten XII. Rippe untergreifen, die Fingerspitzen sind dabei nach medial gerichtet.

  • Die rechte Hand vorn auf die rechten V. bis VII. Rippen legen, der Handballen liegt neben dem Sternum.

Ausführung:
  • Während der tiefen Einatmung den Thorax nach anterior anheben.

  • Während der Patient kurz die Luft anhält, mit der rechten Hand – gegen den Druck der linken Hand – den Thorax nach lateral drücken und vibrieren.

  • Während der langsamen und tiefen Ausatmung den Thorax wieder zurückführen, ohne den Druckkontakt zwischen den Händen zu verlieren.

  • Am Ende der Ausatmung die Spannung abbauen.

  • Diesen Vorgang 2–3× wiederholen.

Merke

Aufgrund der starken Entgiftung der Leber:EntgiftungLeber sollte der Patient am Tag der Behandlung viel (2–3 Liter) trinken.

Induktionsbehandlung der Leber (Abb. 9.26)

Indikation: Hypertension, Entgiftung, Zustand nach schweren Leber:InduktionsbehandlungKrankheit
Patient: in Rückenlage
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten
Handposition: Die rechte Hand auf den unteren Teil des Brustkorbs legen: den Handballen anterolateral (je nach Hand- oder Lebergröße), die Fingerspitzen so nah wie möglich am Lig. triangulare sinistrum, den Kleinfinger unmittelbar kaudal des Rippenbogens auf das Abdomen.
Ausführung:
  • Die Richtung, die am wenigstens eingeschränkt ist, in Inspir oder Exspir unterstützen.

  • Falls dabei Stillpunkte auftreten, diese respektieren.

Variation 1
  • Die gesamte dreidimensionale Motilitätsbewegung induzieren.

Variation 2
  • Jede einzelne Motilitätsbewegung induzieren (z. B. im Exspir):

    • In der Frontalebene Bewegung gegen den Uhrzeigersinn.

    • In der Transversalebene dreht sich rechte Seite der Leber nach links.

    • In der Sagittalebene bewegt sich der kraniale Teil der Leber nach ventrokaudal.

  • Die Technik wird beendet, sobald Exspir- und Inspirbewegungen harmonisch und uneingeschränkt stattfinden.

Merke

Laut Barral wird zuerst die Bewegung in der Frontalebene induziert, weil sie die wichtigste und einfachste ist. Danach folgt die Induktion der anderen Bewegungen.

Fasziale Behandlung der Leber (modifiziert nach Finet und Williame) (Abb. 9.27)

Ausatmungsdysfunktion
Indikation: fasziale Ausatmungsdysfunktion:Leberbehandlung, faszialeEinschränkung fasziale Behandlung (mod. nach Finet und Williame):Lebernach kaudal, Schmerzen im Epigastrium, Leber:fasziale Behandlung (mod. nach Finet und Williame)Fettunverträglichkeit
Patient: in Rückenlage, Beine ausgestreckt
Therapeut: stehend, rechts vom Patienten auf Höhe des Beckens
Handposition:
  • Die linke Hand posterior unter die XI. und XII. Rippen und die LWS legen.

  • Die rechte Hand liegt flach auf dem Abdomen, unmittelbar kaudal und parallel zum rechten Rippenbogen.

Ausführung:
  • Beide Hände zueinander drücken und nach kaudal ziehen.

  • Die Stellung beibehalten oder diesen Vorgang 2–3× wiederholen, bis es zu einer Spannungslösung kommt.

Variante: Rechten und linken Leberlappen einzeln behandeln.
Einatmungsdysfunktion
Indikation: fasziale Einatmungsdysfunktion:Leberbehandlung, faszialeEinschränkung nach kranial, Schmerzen im Epigastrium, Verdauungsstörungen
Patient: in Rückenlage
Therapeut: stehend, rechts vom Patienten auf Höhe des Beckens
Handposition:
  • Die linke Hand posterior unter die XI. und XII. Rippen und die LWS legen.

  • Die rechte Hand liegt flach auf dem Abdomen, unmittelbar kaudal und parallel zum rechten Rippenbogen.

Ausführung:
  • Beide Hände zueinander drücken und nach kranial ziehen.

  • Die Stellung beibehalten oder diesen Vorgang 2–3× wiederholen, bis es zu einer Spannungslösung kommt.

Variante:
  • Der Therapeut steht am Kopfende des Patienten und positioniert die Hände entsprechend.

  • Rechter und linker Leberlappen werden einzeln behandelt.

BEFNT-Integration der Leber

(2.4.2)
Indikation: Dysfunktion an der Leber:BEFNT-IntegrationBEFNT-Integration:LeberLeber
Patient: in Rückenlage, Beine angestellt
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten, auf Höhe der Hüftgelenke
Handposition:
  • Die linke Hand zwischen Th8 und Th12 auf den Rücken und

  • die rechte Hand ca. 2–3 Querfinger unterhalb des Rippenbogens auf den Bauch legen; die Finger sind nach kranial gerichtet.

  • Finger in den Bauchraum einsinken lassen und langsam nach kranial bewegen, um sanft an den Unterrand der Leber zu gelangen.

  • Die Leber sanft in die Hand kommen lassen.

  • Mit der linken Hand den Rücken etwas anheben, um die rechte Hand dabei zu unterstützen, Kontakt zur Leber zu bekommen.

  • Nun auch die linke Hand auf den Bauch legen und mit beiden Händen die Leber palpieren.

Point of balanced entodermal tension (PBET)
  • Resistenz der entodermalen Struktur auf sanften Druck hin testen und die Dichte der Struktur bewerten: Patient auffordern, tief ein- und auszuatmen.

  • Während der Ausatmung mit den Händen der Leber nach kranial folgen.

  • Während der Einatmung mit den Händen leichten Widerstand nach kranial ausüben, sodass die Leber deutlich in die Handfläche hineingedrückt wird.

  • Der entodermalen Spannung der Leber in die Position bzw. in die Form folgen, in der die Spannung am besten ausgeglichen ist (→ PBET).

  • Dabei die embryonalen Kraftvektoren berücksichtigen.

Neuronale Inhibition
  • Die linke Hand auf verschiedene Ebenen auf den Rücken legen, die rechte Hand im Bereich der Leber liegen lassen.

  • Falls es einen Bereich am Rücken gibt, in dem sich die Leber unter der Hand entspannt bzw. sich ihre Bewegungseinschränkung verbessert, die Hand dort liegen lassen: in der Regel auf Höhe von Th6–Th9 (sympathische Innervation), im kraniozervikalen Übergangsbereich (parasympathische Innervation) oder ventral etwa 3–4 Querfinger oberhalb des Bauchnabels (Ganglion coeliacum).

  • Durch sanften konstanten Druck eine Inhibition im jeweiligen Bereich ausführen.

Point of balanced fascial tension (PBFT)
  • Die fasziale Beweglichkeit passiv oder aktiv atemsynchron oder aktiv unabhängig zur Atemaktivität testen.

  • Spannungsgleichgewicht der faszialen Strukturen der Leber einstellen: versuchen, den therapeutisch induzierten Gleichgewichtszustand der viszerofaszialen Spannung zu erreichen, in dem die faszialen Spannungen gleichmäßig in alle Richtungen ausgeglichen sind.

  • In der Regel wird die Leber in die Position begleitet, in die sie sich leicht bewegen lässt.

  • Um die unterschiedlichen Spannungsmuster der Aufhängungen (und faszialen Gleitflächen) der Leber zu kopieren, die Krafteinwirkung der Hände an sie anpassen bzw. ihnen angleichen:

    • Über die Fixationen: nach kranial zum Zwerchfell (Lig. coronarium, Ligg. triangularia), zur V. cava inferior (Lig. venosum), nach anterior zur Bauchwand bzw. zum Bauchnabel (Lig. falciforme hepatis, Lig. teres hepatis), zur Curvatura minor des Magens (Lig. hepatogastricum), zum Duodenum (Lig. hepato[cystico]duodenale), Ösophagus (Lig. phrenicogastricum), nach inferior zur rechten Niere (Lig. hepatorenale), nach posterior zur V. portae hepatis (mehr über den „Inhalt“ als über die Gefäßwand) sowie zur A. hepatica propria.

    • Über die Gleitflächen: Lobus sinister am Diaphragma (→ Pleura, Lunge, Perikard, Herz, Magen), über Lobus dexter am Colon transversum, an rechter Niere und Nebenniere, Duodenum 1 und 2, über Lobus sinister am Ösophagus (sowie indirekt zu linkem Perikard und Herz, rechter Pleura und Lunge, rechtem Recessus costodiaphragmaticus, rechten V. bis X. Rippen).

  • Dazu eine Hand ggf. von der Leber lösen und z. B. auf Magen, Duodenum oder rechte Niere legen.

  • Einstellung eines PBFT (evtl. mit Unterstützung leichter Kompression) → minimale Bewegungen im faszial-ligamentären-viskoelastischen Umfeld der Leber treten auf → ein neues Gleichgewicht etabliert sich → eine physiologischere Bewegungsamplitude wird palpierbar, evtl. entsteht ein Stillpunkt → die Leber in die Ausgangslage zurückbringen.

Anschließend können Techniken wie balanced dynamic tension und balanced fluid tension (BDT, BFT) angewendet werden. Darauf achten, dass weder Untersuchung noch Behandlung bis an die Bewegungsgrenzen gehen.

Holen Sie sich die neue Medizinwelten-App!

Schließen