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B978-3-437-56011-8.00004-6

10.1016/B978-3-437-56011-8.00004-6

978-3-437-56011-8

Entwicklung des Magens und seine Lageveränderungen. a: Spindelförmige Erweiterung des Vorderdarms in der 5. Woche. b, c: Drehung des Magens um seine Längsachse durch ungleiches Wachstum (Ausbildung von Vorder- und Hinterwand, 1. Magendrehung) und Ausbildung der großen und kleinen Kurvatur. Die Pfeile geben die Drehrichtung an. d, e: Während des weiteren Wachstums findet die 2. Magendrehung um die Sagittalachse statt.

Form und Gliederung des Magens (Ansicht von ventral)

Lage des Magens in Bezug zur Wirbelsäule

Lage der Sphinkteren

Nachbarschaftsbeziehungen des Magens (Magenkontur = farbige Linie)

Fixationen des Magens

Hiatus oesophageus mit Rouget- und Juvara-Muskeln sowie Treitz-Laimer-Faserzügen

Kontaktflächen (Berührungsfelder, BF) des Magens. a: Ansicht von ventral. b: Ansicht von dorsal.

Arterielle Versorgung des Magens

Venöser Abfluss des Magens

Lymphgefäße und Lymphknoten des Magens

Parasympathische Innervation des Magens

Hinweiszeichen auf eine Dysfunktion

Perkussion des Traube-Raums

Perkussion des Labbé-Dreiecks

Palpation des Magens und seiner Umgebung im Sitzen

Palpation des Magens im Liegen (Variante I)

Palpation des Magens im Liegen (Variante II)

Palpation der unteren Magengrenze im Liegen

Palpation der Magenmotilität

Mobilität des Magens nach Finet und Williame. a: Frontalebene. b: Sagittalebene.

Mobilität des Magens nach Barral und Mercier. a: Frontalebene. b: Sagittalebene. c: Horizontalebene.

Palpation der Magenmobilität im Sitzen

Allgemeiner Sukkussionstest

Lokaler Sukkussionstest

Sukkussionstest mit starkem Impuls

Plätschergeräusche nach Mayr

Borborygmustest

Differenzialdiagnostik Magen-/Leberschmerz im epigastrischen Winkel

Test einer superioren Fixation

Test einer posterioren Fixation

Test des Lig. gastrosplenicum (a) und des Lig. gastrophrenicum (b). Um die rechte Handposition besser sehen zu können, wurde die linke Hand nicht abgebildet.

Test des Omentum minus

Omentum-minus-Technik. a: Lig. gastrohepaticum. b: Lig. hepatoduodenale.

Technik für das Lig. gastrophrenicum (Variation 1)

Technik für das Lig. gastrophrenicum (Variation 2)

Pumptechnik für den Magen

Technik bei Luft im Magen (Variation 1)

Technik bei Luft im Magen (Variation 2)

Technik für den Pylorus (Variation 1)

Technik für den Pylorus (Variation 2)

Technik bei Invaginatio gastroduodenalis

Mobilisation des Magens in der Frontalebene

Mobilisation des Magens in der Sagittalebene

Mobilisation des Magens in der Horizontalebene

Strain-Counterstrain für den Magen

Entspannung des Plexus coeliacus

Induktion des Magens

Test 2 bei Hiatushernie

Test 3 bei Hiatushernie

Test 4 bei Hiatushernie

Manson-Zeichen

Entspannung der Kardia

Behandlung einer Hiatushernie

Hiatushernien-Technik (nach Barral). Ausgangsstellung

Hiatushernien-Technik (nach Barral). Endstellung

Test einer Magenptose

Test einer fixierten Magenptose

Heben des Magens im Sitzen (Variation 1)

Heben des Magens im Sitzen (Variation 2)

Heben des Magens Magen:Hebetechnikin Rückenschräglage (Variation 1)

Heben des Magens in Rückenschräglage (Variation 2)

Heben des Magens in Rückenschräglage (Variation 3)

Heben des Magens in Seitenlage (Variation 1)

Heben des Magens in Seitenlage (Variation 2)

Magen

Therapeut auf den Fotos:

Torsten Liem

  • 4.1

    Embryologie Herwig Hahn von Dorsche92

  • 4.2

    Anatomie Torsten Liem93

    • 4.2.1

      Funktion93

    • 4.2.2

      Aufbau93

    • 4.2.3

      Topografische Anatomie94

    • 4.2.4

      Gefäßversorgung, Lymphwege, Innervation99

  • 4.3

    Dysfunktionen Torsten Liem102

    • 4.3.1

      Ursachen102

    • 4.3.2

      Kompensationsme-chanismen103

    • 4.3.3

      Folgen104

    • 4.3.4

      Differenzialdiagnosen104

  • 4.4

    Diagnostik der Dysfunktionen Torsten Liem104

    • 4.4.1

      Symptome104

    • 4.4.2

      Inspektion105

    • 4.4.3

      Reflexzonen und Hinweiszeichen106

    • 4.4.4

      Perkussion107

    • 4.4.5

      Palpation109

    • 4.4.6

      Motilität113

    • 4.4.7

      Mobilität114

    • 4.4.8

      Tests117

  • 4.5

    Behandlung der Dysfunktionen Torsten Liem127

    • 4.5.1

      Omentum-minus-Technik127

    • 4.5.2

      Omentum-majus-Technik129

    • 4.5.3

      Technik für das Lig. gastrophrenicum129

    • 4.5.4

      Pumptechnik für den Magen131

    • 4.5.5

      Technik bei Luft im Magen131

    • 4.5.6

      Technik für den Pylorus132

    • 4.5.7

      Technik bei Invaginatio gastroduodenalis (nach Weischenck)134

    • 4.5.8

      Mobilisation des Magens in den 3 Ebenen135

    • 4.5.9

      Fasziale Behandlung (modifiziert nach Finet und Williame) Michel Puylaert137

    • 4.5.10

      Strain-Counterstrain für den Magen137

    • 4.5.11

      Entspannung des Plexus coeliacus (nach Fulford)138

    • 4.5.12

      Induktion des Magens139

    • 4.5.13

      BEFNT-Integration des Magens140

  • 4.6

    Hiatushernie (axiale Gleithernie) Torsten Liem141

    • 4.6.1

      Ursachen141

    • 4.6.2

      Symptome142

    • 4.6.3

      Osteopathische Diagnostik142

    • 4.6.4

      Osteopathische Behandlung145

  • 4.7

    Magenptose Torsten Liem148

    • 4.7.1

      Ursachen148

    • 4.7.2

      Symptome149

    • 4.7.3

      Osteopathische Diagnostik149

    • 4.7.4

      Osteopathische Behandlung150

  • 4.8

    Magenulkus Torsten Liem156

Embryologie

Herwig Hahn von Dorsche
MagenMagen:EmbryologieEmbryologie:MagenBereits um den 28. Tag beginnt die Magenentwicklung mit einer spindelförmigen Erweiterung des VorderdarmVorderdarms (Abb. 4.1a). Bis zum 51. Tag macht die Magenanlage neben dem Organwachstum auch eine beträchtliche Lageveränderung durch. Sie besteht in einem Deszensus von C7/Th4 nach L2. Das entspricht der Lage des Magens beim Erwachsenen.
Durch diese Abwärtsbewegung wird die MagendrehungMagendrehung eingeleitet. Es kommt zur 1. Magendrehung um die Längsachse um 90° im Uhrzeigersinn, sodass die linke Seite nach vorne (Vorderwand) und die rechte nach hinten (Hinterwand) verlagert wird (Abb. 4.1b, c). Beim Erwachsenen sind diese Lageveränderungen noch an der parasympathischen Innervation nachzuweisen: Der linke N. vagus innerviert die Vorderwand, der rechte die Hinterwand.
Der hinten gelegene Magenteil wächst schneller, sodass die nach unten weisende (konvexe) große Kurvatur (Curvatura Curvatura gastrica majormajor) entsteht, während der vorne gelegene langsamer wächst und zur Ausbildung der nach oben weisenden (konkaven) kleinen Kurvatur (Curvatura Curvatura gastrica minorminor) führt.
Die 2. Magendrehung erfolgt um die Sagittalachse um 30°. Der Mageneingang (Kardia)Mageneingang (Kardia) wird dadurch gesenkt und liegt links, der Magenausgang (Pylorus)Magenausgang (Pylorus) angehoben und liegt rechts. Der Magen insgesamt wird nach links verlagert (Abb. 4.1d, e).
Infolge der Form- und Lageveränderungen des Magens werden die Leber in den rechten und die Milz in den linken Oberbauch verlagert.

Anatomie

Torsten Liem

Funktion

  • Vorübergehender Magen:AnatomieFunktion:MagenAnatomie:MagenNahrungsspeicher

  • MagensaftMagensaft: Umwandlung der Nahrung in Speisebrei (= Chymus), der fraktioniert an den Dünndarm abgegeben wird

  • Bildung von Salzsäure (= HCl), deren saurer pH-Wert Bakterien in der Nahrung abtötet und proteolytische Enzyme aktiviert

  • Beginn der Verdauung: Abbau von Proteinen mittels Verdauungsenzymen und Verflüssigung von Fetten durch Hydrolyse

  • Bildung von Intrinsic-Faktor, der für die Resorption von Vitamin B12 im Ileum notwendig ist

Aufbau

Der Aufbau:MagenMagen ist ein gekrümmter Schlauch. Die konkave Seite weist nach rechts (Curvatura gastrica Curvatura gastrica minorminor, kleine Magenkrümmung:große/kleineMagenkrümmung), die konvexe nach links (Curvatura gastrica Curvatura gastrica majormajor, große Magenkrümmung).
Die Magenform variiert stark von Individuum zu Individuum und ist außerdem abhängig vom Füllungszustand, vom Raumbedarf der Nachbarorgane und von der Körperhaltung. Im Unterschied zum übrigen Darmrohr besitzt der Magen eine dreischichtige Muskelwand.
Der Magen wird traditionell in vier Abschnitte gegliedert, deren Übergänge nicht scharf abgegrenzt werden können (Abb. 4.2):
  • Pars Pars cardiacacardiaca (Mageneingang, Mageneingang (Kardia)KardiaKardia): Einmündung des Ösophagus in den Magen; mit Ostium Ostium cardiacumcardiacum (oberem Magenmund)

  • Fundus Fundus gastricusgastricus (MagenkuppelMagenkuppel): Incisura Incisura cardiacacardiaca (His-His-WinkelWinkel) setzt diese Ausbuchtung oberhalb des Mageneingangs scharf vom Mageneingang ab; enthält in aufrechter Körperhaltung meist eine große Luftblase (= Magenblase, Traube-Traube-RaumRaum)

  • Corpus Corpus gastricumgastricum (Magenkörper (Corpus gastricum)Magenkörper): Hauptteil des Magens; an der Grenze zum Pförtnerabschnitt scharfer Einschnitt (Incisura Incisura angularisangularis) in der kleinen Magenkrümmung

  • Pars Pars pyloricapylorica (Magenausgang (Pylorus)Magenausgang, Pförtnerabschitt, PylorusPylorus): durch starke Ringmuskulatur gekennzeichnet; Antrum Antrum pyloricumpyloricum setzt sich in 2–3 cm langen Canalis Canalis pyloricuspyloricus fort, der mit dem Pylorus endet, der das Ostium Ostium pyloricumpyloricum (unteren Magenmund) verschließt.

Zwischen oberem und unterem Magenabschnitt besteht eine deutliche Polarität. Im Gegensatz zum unteren Magenabschnitt entwickeln Corpus und Fundus z. B. keine „echte“ Peristaltik.

Topografische Anatomie

Lage (Abb. 4.3, 4.4, 4.5, 4.6)
  • Lage:MagenLage von Kardia und Pylorus relativ konstant, Lage der übrigen Abschnitte variabel

  • Intraperitoneal im linken Oberbauch, fast vollständig vom Peritoneum umgeben (bauchfellfrei nur Hinterseite der Kardia)

  • Kardia: posterior Th11/Th12; anterior chondrokostaler Übergang (VII. Rippe), 2 cm links der Medianlinie am Rippenbogen

  • Fundus: 5. und 6. ICR

  • Corpus: Mitte ca. 10. ICR; Magenknie in der Mitte zwischen Proc. xiphoideus und Nabel, bei starker Füllung bis unter L4 (Nabel)

  • Antrum: links von L2/L3, evtl. bis L4 (sehr variabel; stärkere Absenkung z. B. bei Ptose)

  • Pylorus: L1/L2, in Rückenlage Th12/L1, bei leerem Magen etwa 6–7 cm oberhalb des Nabels

  • Curvatura minor: posterior Th10 bis L1 (L2); anterior chondrokostaler Übergang (VII. Rippe) bis etwa linker Rand von L1 (sehr variabel)

Nachbarschaftsbeziehungen (Abb. 4.5)
  • Kardia: anterior an Nachbarschaftsbeziehungen:MagenLeber (Lobus sinister), posterior an Aorta, Diaphragma (Crus sinistrum), Th11

  • Fundus: kranial an Pars costalis des Diaphragmas (→ Pleura, Lunge), anterior an Recessus costodiaphragmaticus und Leber (Lobus sinister), posterolateral an Milz

  • Corpus: anterior an Diaphragma (→ Pleura, Lunge, V. bis VIII. Rippen, IX. Rippenknorpel), Leber (Lobus sinister), Bauchwand, posterior an Bursa omentalis (trennt Magen vom Pankreasschwanz), linke Niere (→ Mesogastrium posterius), linke Nebenniere, A. und V. lienalis, A. und V. mesenterica superior, lateral an Milz, kaudal an Colon transversum

  • Curvatura major: zum Diaphragma über Lig. gastrophrenicum, zum Colon transversum über Lig. gastrocolicum, Omentum majus, A. und V. gastroomentalis (gastroepiploica), Nll. gastroomentales, posterolateral an Milz

  • Curvatura minor: Aorta, Truncus coeliacus, Plexus coeliacus, Leber (Lobus caudatus)

  • Pylorus: anterior an Leber (Lobus quadratus), posterior an Bursa omentalis (trennt Magen vom Pankreaskörper), V. portae, A. hepatica communis, kaudal an A. gastroomentalis (gastroepiploica) dextra, Colon transversum, kranial an Omentum minus, A. pylorica.

Fixationen (Abb. 4.6, 4.7)
  • Omentum Omentum minusminus: von der Fixationen:MagenCurvatura minor als Lig. Lig. hepatogastricumhepatogastricum zum Leberhilum; es verläuft in der Tiefe nach rechts oben.

  • Omentum Omentum majusmajus: von der Curvatura major als Lig. Lig. gastrocolicumgastrocolicum nach anterior lateral zum Colon transversum (und auf Höhe der Flexura coli sinistra über Lig. Lig. phrenicocolicumphrenicocolicum zum Diaphragma)

  • Lig. Lig. gastrophrenicumgastrophrenicum: nach posterior medial zum Zwerchfell (ein sehr kräftiges Band, Verdickung vom posterioren und anterioren Mesogastrium)

  • Lig. Lig. gastrosplenicumgastrosplenicum (Lig. gastrolienalegastrolienale): als Verdickung des posterioren Mesogastriums nach lateral zur Milz (hat keine Fixationsfunktion)

  • Kranial: Ösophagus, am ösophagokardialen Übergang befindet sich eine Appendix fibrosa, die aus den Rouget- und Juvara-Muskeln und einem bindegewebigen Anteil, den Treitz-Laimer-Treitz-Laimer-FaserzügeFaserzügen, besteht (→ Diaphragma). Diese Faserzüge:von Treitz und LaimerFaserzüge von Treitz und Laimer-FaserzügeLaimer verbinden zwei fibröse Kegel, deren Spitzen nach kranial und kaudal ausfasern. Der obere Kegel ist am unteren Ösophagus 3 cm oberhalb des Zwerchfells angeheftet, er verläuft unterhalb des Hiatus Hiatus oesophageusoesophageus und der Zwerchfellfasern nach lateral und wird durch den Juvara-Juvara-MuskelMuskel verstärkt. Der untere Kegel ist um die Kardia fixiert und über den Rouget-Rouget-MuskelMuskel mit dem Hiatus oesophageus verbunden (Abb. 4.7).

  • Kaudal: Duodenum

  • Indirekte Fixation über den Ösophagus an der Synostosis sphenobasilaris (SSB) und am zervikothorakalen Übergang.

Gleitflächen (Abb. 4.8)
  • Direkte Gleitflächen:MagenGleitflächen: Lobus sinister der Leber

  • Indirekte Gleitflächen: über das Diaphragma zu Perikard, Herz, linker Pleura, Lunge

  • Teils direkte, teils indirekte Gleitflächen: Flexura coli sinistra, Milz, Pankreas, Colon transversum und Mesocolon transversum, Pars ascendens des Duodenums, linke Niere, linke Nebenniere.

Gefäßversorgung, Lymphwege, Innervation

Arterien
MagenarterienMagenarterien Gefäßversorgung:Magenentspringen aus Arterien:MagenÄsten des Truncus coeliacus (Abb. 4.9). Von der Bauchaorta geht der Truncus Truncus coeliacuscoeliacus ab, der sich in seine 3 Äste aufteilt, die sich alle an der Blutversorgung des Magens beteiligen: A. gastrica sinistra, A. splenica und A. hepatica communis.
  • A. gastrica A. gastrica (dextra/sinistra)sinistra: zieht direkt zum oberen Teil der Curvatura minor und an dieser entlang

  • A. A. splenicasplenica: gibt Aa. gastricae Aa. gastricae brevesbreves zum Fundus und die A. A. gastroomentalis (gastroepiploica) dextra/sinistragastroomentalis (gastroepiploica) sinistra zur Curvatura major ab

  • A. hepatica communis: A. hepatica communisteilt sich in A. hepatica A. hepatica propriapropria und A. A. gastroduodenalisgastroduodenalis; von der A. hepatica propria geht die A. gastrica dextra A. gastrica (dextra/sinistra)zur Curvatura minor, von der A. gastroduodenalis die A. gastroomentalis (gastroepiploica) dextra A. gastroomentalis (gastroepiploica) dextra/sinistrazur Curvatura major ab.

Damit entstehen 2 Arterienbögen: an der
  • Curvatura minor zwischen A. gastrica sinistra und A. gastrica dextra; er verläuft im Omentum minus

  • Curvatura major zwischen A. gastroomentalis sinistra und A. gastroomentalis dextra; er verläuft im Omentum majus und Lig. gastrosplenicum.

Venen
Den Venen:MagenArterienbögen entsprechen 2 Venenbögen (Abb. 4.10), die parallel zu den Arterien verlaufen. Der Gefäßbogen an der Curvatura minor wird häufig als V. coronaria V. coronaria ventriculiventriculi bezeichnet.
An der Curvatura minor
  • V. V. gastrica dextra/sinistragastrica sinistra → V. portae

  • V. gastrica dextra → V. portae.

An der Curvatura major
  • V. V. gastroomentalis dextra/sinistragastroomentalis sinistra → V. splenica → V. portae

  • V. gastroomentalis dextra → V. mesenterica superior → V. portae

  • Vv. gastricae Vv. gastricae brevesbreves → V. splenica → V. portae.

Die V. portae mündet in die V. cava inferior.
Die Venen der Kardia bilden mit denen des Ösophagus (Vv. Vv. oesophagealesoesophageales) eine portokavale portokavale AnastomosenAnastomose und stehen darüber mit der V. azygos bzw. der V. hemiazygos in Verbindung. Bei Strömungshindernissen in der V. portae kann das Blut vom Magen über die Vv. oesophageales zur V. cava superior fließen. Diese erweitern sich dann stark (ÖsophagusvarizenÖsophagusvarizen) und bluten leicht.
Lymphwege
Der Lymphabfluss aus dem Magen Lymphwege:Magenerfolgt aus folgenden Bereichen zu regionalen Lymphknoten (Abb. 4.11):
  • Curvatura minor: entlang A. gastrica sinistra und dextra zu Nll. Nll. gastrici dextri/sinistrigastrici sinistri und dextri → Nll. Nll. coeliacicoeliaci →

  • Fundus, milznaher Bereich: entlang A. splenica zu Nll. Nll. splenicisplenici → Nll. coeliaci →

  • Curvatura major: an der Wurzel des Omentum majus zu

    • Nll. Nll. gastroomentales dextri/sinistrigastroomentales sinistri → Nll. Nll. pancreaticipancreatici → Nll. coeliaci →

    • Nll. gastroomentales dextri → teils Nll. mesenterici Nll. mesenterici superioressuperiores, teils Nll. Nll. hepaticihepatici (→ Nll. mediastinales Nll. mediastinales anterioresanteriores) → Nll. coeliaci →

  • Pylorus: zu Nll. Nll. pyloricipylorici → teils Nll. mesenterici superiores, teils Nll. hepatici (→ Nll. mediastinales anteriores) → Nll. coeliaci →

→ Trunci lymphatici intestinales → Cisterna chyli → Ductus thoracicus.
Innervation
Der Sympathikus Innervation:Magen (sensorische und motorische Faserqualitäten) bewirkt eine
  • Vasokonstriktion

  • Aktivierung des Pförtnermuskels (Schließmuskel)

  • Hemmung der peristaltischen Bewegungen des Magens.

Der Parasympathikus (N. vagus) (Abb. 4.12) bewirkt eine
  • Vasodilatation

  • Erhöhung der Magenmotorik

  • Erhöhung der Sekretion von HCl, Magensaft und Gastrinabgabe der G-Zellen.

Nach F. Willard ist eine klare Differenzierung der Innervation durch den rechten oder linken Vagusast nach Zwerchfelldurchtritt nicht mehr möglich, da die beiden Äste ein dichtes Geflecht bilden.

MageninnervationMagen:Innervation

Tab. 4.1
InnervationSegment, KerngebietVerlaufUmschaltung
sympathischTh6–Th9 →→ Grenzstrang (Truncus sympathicus) → N. splanchnicus major, N. splanchnicus minorPlexus coeliacus
parasympathischNucl. dorsalis nervi vagiMedulla oblongata → N. vagus (X)
→ Plexus coeliacus →linker N. vagus als Truncus vagalis anterior auf Magenvorderseite → Rr. gastrici anteriores,rechter N. vagus als Truncus vagalis posterior auf Magenhinterseite → Rr. gastrici posteriores (Abb. 4.11)
intramural (Plexus submucosus, Plexus myentericus)

Dysfunktionen

Torsten Liem

Ursachen

Parietale Dysfunktionen
  • Obere HWS und Schädelbasis (→ N. vagus)

  • Dysfunktionen Th6–Th9 (→ Sympathikus)

  • Dysfunktion bzw. Fehlspannung des ZwerchfellsZwerchfell:Dysfunktionen: über Treitz-Laimer-Fasern sowie Rouget- und Juvara-Muskelfasern

Viszerale Dysfunktionen
  • Alle Organe Dysfunktionen:Magenin der Umgebung des Magen:DysfunktionenMagens können über Gleitflächen, ligamentäre und fasziale Verbindungen die Beweglichkeit des Magens einschränken: Lobus sinister der Leber, Flexura coli sinistra, Milz, Pankreas, Colon transversum und Mesocolon transversum, Teil des Duodenum ascendens, Nieren, Nebennieren, Ösophagus.

  • Missverhältnis zwischen negativem intrathorakalem Druck und positivem intraabdominellem Druck

  • Leberdysfunktion: über Omentum minus oder Nähe zum Lobus sinister und Lobus quadratus; bei Leber-/Gallenblasenstörungen ist das Omentum minus häufig angespannt.

  • Milzdysfunktion: über Lig. gastrosplenicum, Gleitfläche

  • Dysfunktion von Dickdarm, Lig. gastrocolicum, Omentum majus: Bei Einschränkung der Beweglichkeit wird das Antrum nach unten gezogen.

  • Lungendysfunktion: z. B. beim Emphysem

Ligamente
  • Lig. gastrophrenicum, Lig. gastrolienale, Lig. gastrocolicum, Omentum majus und Omentum minus

Nervale Störungen
  • N. vagus: bei Dysfunktionen der oberen HWS, der Schädelbasis, vorderen Halsfaszie

  • Sympathikus auf Höhe von Th6–Th9

  • Ganglion coeliacum

Störungen des Herz-Kreislauf-Systems
  • Stauung der V. portae, Ösophagusvenen

  • Rechtsherzinsuffizienz

Endokrine Störungen
  • Erhöhter Kortisolspiegel kann zu übermäßiger Magensaftausschüttung führen, den Magenschleim vermindern und in seiner Zusammensetzung verändern.

Psyche
  • Stress (→ Kortisolanstieg)

Weitere Ursachen
  • Zu heiße, kalte oder scharfe Speisen/Getränke

  • Medikamentenmissbrauch

  • Alkoholmissbrauch

Kompensationsmechanismen

Merke

Ein Großteil der genannten Kompensationsmechanismen:MagenKompensationsmechanismen ist rein hypothetisch und bedarf weiterer Untersuchungen.

  • Selbstregulation: Eine Spannungsänderung des oberen Anteils kann durch den unteren Anteil ausgeglichen werden und umgekehrt, auch die Motilität des Magens wirkt homöostatisch.

  • Stabilisation über Zug auf die Magengefäße

  • Aufrechterhaltung eines Gleichgewichts durch kraniale Zugkräfte, die auf den oberen Magenanteil einwirken, bzw. durch kaudale Zugkräfte, die auf den unteren Teil einwirken, solange der Magen nicht zu stark ptosiert ist.

  • Übernahme einer Stützfunktion durch die Kardiaregion über Treitz-Laimer-Fasern sowie Rouget- und Juvara-Muskeln und durch das Zwerchfell

  • Stützung durch mittleres und unteres Blatt von Glenard-FaszienblätterGlenard

  • Aktivierung verschiedener kompensatorischer Kräfte durch Zug am Omentum minus:

    • Zunächst Unterstützung durch das Omentum minus

    • Reaktion der Magengefäße an der Curvatura minor über Zug an der Pars flaccida

    • Bei stärkeren Zugkräften Übernahme einer Haltefunktion durch die Leber über das Omentum minus

    • Haltefunktion des Ösophagus über die Pars condensa

    • Beeinflussung des venösen Blutflusses durch Zug an der Pars vasculosa

  • Übernahme mehr oder weniger kompensatorischer Funktionen von allen Organen in der Umgebung des Magens: Colon transversum, linker Niere, Milz, Pankreas

  • Kompensation einer Gastroptose durch kranialen Zug am Magen über eine

    • Extension im Bereich von C6–Th4 → Mesoösophagus

    • Streckung der oberen HWS → Pharynx → Ösophagus

  • Kompensatorische Stabilisation bei Zug und Druck auf die Magengefäße: Bei einer Senkung des Magens wäre es vorstellbar, dass die A. gastrica sinistra als zugfeste und die A. gastrica dextra als biegungsfeste Stützstrukturen:zugfesteStützstrukturen:biegungsfesteStützstruktur über den Wandtonus und den lokalen Gefäßdruck kompensatorisch wirken; entsprechend könnte es sich mit der Gefäßarkade an der Curvatura major im Omentum majus verhalten (zugfeste Wirkung der A. gastroomentalis sinistra und biegungsfeste Wirkung der A. gastroomentalis dextra).

Folgen

  • Schulter-, Armschmerzen links (über linken N. phrenicus)

  • Zervikale Myalgien (→ evtl. Kopfschmerzen)

  • Verspannung/anormale Spannung am/an

    • Zwerchfell (mit der Folge von Atemstörungen)

    • M. rectus abdominis links

    • M. trapezius

    • paravertebraler Muskulatur (v. a. Th6–Th9)

  • Dysfunktionen Th11–L2 (über Crus sinistrum des Zwerchfells), evtl. NSR links Th11–L1

  • Dysfunktion Th6 (viszerosomatischer Reflex)

  • Beeinträchtigung der Verdauung im Dünndarm

Differenzialdiagnosen

  • HiatushernieDifferenzialdiagnosen:MagendysfunktionHiatushernie

  • Gastritis

  • Ulcus Ulcus ventriculiventriculi

  • Infektion mit Helicobacter pylori

  • Magenkarzinom

  • PseudomagenschmerzPseudomagenschmerz bei Entzündung des Colon transversum: Druckschmerz oder spontan auftretender Schmerz bei Kontraktion des entzündeten Colon transversum, ähnlich wie Magendruckgefühl, Übelkeit, Globusgefühl (seltener Schlundkrämpfe), Beklemmungsgefühl auf der Brust.

Diagnostik der Dysfunktionen

Torsten Liem

Symptome

(4.6.2, 4.7.2)
  • Symptome:MagendysfunktionMagen:Diagnostik der DysfunktionenVöllegefühl

  • Übelkeit

  • Erbrechen

  • SchluckaufSchluckauf

  • Retrosternaler Schmerz

  • Epigastrischer Schmerz

  • AerophagieAerophagie

  • Saures Aufstoßen

  • Druckgefühl beim Tragen enger Kleidung

  • Anämie (Eisenmangel, Vitamin-B12-Mangel)

  • Evtl. Herzklopfen

Inspektion

  • Narben, Inspektion:Magendysfunktionzahlreiche dilatierte Venen → Hinweis auf Leberzirrhose oder Verlegung der V. cava inferior

  • BWS-Extension, verstärkte Thoraxvorwölbung, Zwerchfellhochstand, Vorwölbung des Oberbauchs, Rückverlagerung des Beckens, Senkung des Beckenbodens, eher thorakale Atmung → chronische Verdauungsstörung mit stärker gefülltem Magen-Darm-Trakt bei muskelkräftigen Menschen.

  • Im Gegensatz dazu: flektierte BWS, eingefallener Thorax, extendierte HWS → chronische Erschlaffung des Darmes mit stärker gefülltem Darminhalt bei muskelschwachen Menschen mit straffer Bauchdecke.

  • MagenbuckelMagenbuckel nach Rauch und Kojer: im 2.–4. ICR links → Magenstörung, im 2.–4. ICR rechts → Duodenumstörung, chronische Magenbeschwerden

  • Einziehungen der Bauchwand → Kompensationen des Muskelskelettsystems

  • Vorwölbung in der Medianlinie zwischen Proc. xiphoideus und Nabel → epigastrische Hernie (Defekt der Linea alba) oder Rektusdiastase (Vorwölbung bei Rektusdiastase tritt im Liegen während Kopf- und Schulteranhebung auf)

  • Pulsation der Aorta im Epigastrium → verstärkt bei Aortenaneurysma oder erhöhtem Pulsdruck

  • Atembewegungsamplitude: Bei normaler Atmung zeigt sich keine große Atembewegung im Thorax und Abdomen, bei Magenstörungen verminderte Bauchatmung.

  • Blässe um Nase und Mund → Erregungsstadium einer akuten Magenentzündung

  • Rötung um Nase und Mund → Hinweis auf chronische Magenentzündung

  • Augen, Wangen und/oder Schläfen eingefallen: → herabgesetzter Allgemein- und Ernährungszustand, Magen-Darm-Erkrankung, Malabsorption

  • Kachexiegesicht → Karzinom

  • Bräunliche Augenhöfe → Störung des Verdauungstrakts, des Urat- oder Elektrolytstoffwechsels

  • Tiefe Nasolabialfalte, über die Mundwinkel hinabreichend → chronische Störung des Verdauungstrakts

  • Zunge weißlich belegt → Gastroduodenitis, weißlich-gelblich belegt → Gastritis

  • Lingua plicata (Faltenzunge), Lingua scrotalis → Verdauungsstörungen mit enzymatischer Regulationsstörung

  • Stippchenzunge → Wurmerkrankung

  • Haarzunge (schwarz) → Pilzbefall bei Kachexie oder Antibiotikabehandlung

Reflexzonen und Hinweiszeichen (Abb. 4.13)

Dermatom
  • anterior: C3–C4 links, Th5–Th9, Dermatom:MagenMaximalzone: Reflexzonen:MagendysfunktionTh8–Th9 auf der Mittellinie zwischen Proc. xiphoideus und Nabel und am linken Rippenbogen

  • posterior: Th5–Th9 links, Th7–Th8, Maximalzone: C7 links über Spina scapulae und am Angulus inferior scapulae

Dermalgiereflexe nach Jarricot
  • anterior:

    • Kardia: Th5, runde Zone Dermalgiereflexe nach Jarricot:Magenunmittelbar oberhalb des Proc. xiphoideus

    • Fundus, Corpus: Th9, unteres Drittel der Xiphoid-Nabel-Linie

    • Pylorus: unmittelbar oberhalb des Nabels

Neurolymphatische Reflexe nach Chapman
Hyperazidität
  • anterior: 5. ICR links Hyperaziditätvon der Mamillarlinie bis zum Chapman-Reflexe:MagenSternum

  • posterior: links zwischen den Procc. transversi von Th5 und Th6

Verlangsamte Magenbewegung mit Stauung an der Magenwand
  • anterior: 6. ICR links von der Mamillarlinie bis zum Sternum

Pylorusstenose
  • anterior: Corpus Pylorusstenosesterni und Proc. xiphoideus

  • posterior: X. Rippe rechts auf Höhe der Verbindung mit Th10

Triggerpunkte
  • Plexus solaris: Triggerpunkte:Magenin der oberen Triggerpunkte:Plexus solarisHälfte zwischen Nabel und Proc. xiphoideus

  • Pylorus: eine Triggerpunkte:PylorusHandbreit unterhalb des Proc. xiphoideus, 2–3 cm rechts der Mittellinie

Periostschmerzpunkte
Hyperazidität
  • anterior: HyperaziditätRippenbogen Periostschmerzpunkte:Magenlinks, links der Medianlinie bis etwa Medioklavikularlinie

  • posterior: Procc. transversi von Th9 und Th10 links

Hypoazidität
  • anterior: Rippenbogen Hypoaziditätlinks und rechts, lateral der Medianlinie bis etwa Medioklavikularlinie

  • posterior: IX. und X. Rippe links

Knap-Punkte
  • anterior: 5.–12. ICR links am Knap-Punkte:MagenRippenbogen und nahe dem Sternum

  • posterior: auf den Procc. spinosi von Th9 bis Th12

Muskuläre Hinweiszeichen
  • Hypertonie Hinweiszeichen:Magendysfunktionvon

    • paravertebraler Muskulatur (v. a. Th6–Th9)

    • Zwerchfell (mit der Folge von Atemstörungen)

    • M. rectus abdominis links, oberhalb des Nabels

    • M. trapezius

Vertebrale Hinweiszeichen
  • Dysfunktion Th11–L2 (über Crus sinistrum des Zwerchfells)

  • Evtl. NSR links Th11–L1

  • Dysfunktion Th6 (viszerosomatischer Reflex)

Perkussion

Eine Perkussion:MagenAtonie des MagenatonieMagens und des Dünndarms begünstigt Gärungsprozesse, sodass der Gasgehalt des Magens zunimmt. Nach Mayr kann der atonische Magen den aufblähenden Gasen wenig Widerstand entgegensetzen, sodass der Perkussionsschall tief ist, während der Perkussionsschall über dem normalen Magen hoch ist.
Traube-Raum (Fundusregion) (Abb. 4.14)
Begrenzung: kranial V. bis VI. Rippe, kaudal linker Rippenbogen, lateral Medioklavikularlinie, medial Sternum
Patient: in Rückenlage
Therapeut: seitlich vom Patienten auf Höhe des Magens
Ausführung: von unterhalb des Rippenbogens nach kranial perkutieren
Bewertung: Auf die Qualität des Klopfschall:MagenperkussionKlopfschalls (tympanisch) achten, um die Position des Magens zu beurteilen. Eine Vergrößerung der Leber wird die rechte Begrenzung, eine Milzvergrößerung die linke Begrenzung des Perkussion:Traube-RaumTraube-Traube-Raum:PerkussionRaums einschränken. Bei fortgeschrittener Magenptose kann in seltenen Fällen u. U. auch die Fundusregion nach kaudal gesunken sein.
Labbé-Dreieck (Abb. 4.15)
Begrenzung: Labbé-Dreieck:Perkussionrechts von der IX. Rippe am Rippenbogen, links vom kostochondralen Übergang der VIII. und IX. Rippen am unteren Rippenbogen, unten durch eine Linie zwischen den kostochondralen Übergängen der beiden IX. Rippen
Patient: in Rückenlage
Therapeut: seitlich vom Patienten auf Höhe des Magens
Ausführung: von unterhalb des Rippenbogens nach kranial perkutieren
Bewertung: Auf die Perkussion:Labbé-DreieckQualität des Klopfschalls (matt) achten, um die Position des Magens zu beurteilen.

Palpation

Merke

Den Magen:PalpationMagen im Sitzen Palpation:Magenund Liegen palpieren, da der intraabdominale Druck im Sitzen und Liegen unterschiedlich ist. Im Sitzen ist der Zug auf die ligamentären Aufhängungen des Magens stärker und dadurch eine Fixierung dieser Strukturen deutlicher wahrnehmbar.

Der normale Magen:StierhornformMagen besitzt eine Stierhornform. Die untere Grenze befindet sich in der Medianlinie etwa in der Mitte zwischen Nabel und Proc. xiphoideus. Der Hauptteil des Magens liegt in der linken Zwerchfellkuppel. Nimmt der Tonus des Magens ab, entsteht ein Knick im Bereich der Curvatura minor, während sich die Curvatura major gegen den Nabel hin ausbuchtet → HakenmagenHakenmagen. Der in der linken Zwerchfellkuppel liegende Magen verschmälert sich. Je stärker die Magenatonie, desto tiefer sinken die Curvatura major und der unter der linken Zwerchfellkuppel liegende Magen unter die weiche Bauchdecke.
Palpation des Magens und seiner Umgebung im Sitzen (Abb. 4.16)
Patient: sitzend
Therapeut: hinter dem Patienten, diesen mit seinem Körper abstützend
Handposition:
  • Arme unter den Achseln durchführen und die Hände mit ihrer ulnaren Seite etwa einen Querfinger unter den linken Rippenbogen legen.

  • Patient nach vorne beugen, damit die Ulnarseiten der Hände sanft in den Bauch eintauchen können; der Patient wird sozusagen „über die Hände gerollt“.

  • Von dieser Ausgangsposition die Hände sanft der zu untersuchenden Struktur annähern und den Magen in die Hände kommen lassen.

Ausführung: mit allen Fingerbeeren von links nach rechts palpieren:
  • Unter dem linken Rippenbogen so weit wie möglich links superior beginnen, sanft die linke Kolonflexur und das Lig. phrenicocolicum palpieren.

  • Anschließend hinter dem Colon transversum das Mesocolon erfühlen und nach einer Rinne die Curvatura major palpieren.

  • Rechts davon sind die Leber und das Lig. triangulare sinistrum zu ertasten; es folgt die Aorta.

  • Lateral davon nach einer feinen Rinne die Curvatura minor palpieren, dieser nach kranial zur Kardia folgen.

  • Zwischen Magen und Leber das Omentum minus ertasten.

  • Etwa 6–7 cm oberhalb des Nabels kann der Pylorus bei leerem Magen palpiert werden, der etwas fester als seine Umgebung ist.

Bewertung: Auf Position, Form, Dichte (verhärtet oder weich), Volumen und Beweglichkeit (Motilität und Mobilität) achten. Die Strukturen sind weich, kaum zu palpieren und kaum voneinander zu differenzieren.
Palpation des Magens im Liegen (Variante I) (Abb. 4.17)
Patient: in Rückenlage, Beine angestellt
Therapeut: auf der rechten Seite des Patienten, auf Höhe der Hüftgelenke
Handposition:
  • Um die Haut in der Magengegend zu entspannen, mit der linken Hand das untere Drittel des Brustkorbs umgreifen und diesen leicht nach anterior anheben.

  • Die rechte Hand auf den Magen legen, die Finger sind nach kranial gerichtet.

  • Dann die linke Hand wieder entfernen.

Ausführung: Mit der rechten Hand sanft die verschiedenen Bereiche des Magens palpieren.
Bewertung: Auf Position, Form, Dichte (verhärtet oder weich), Volumen und Beweglichkeit (Motilität und Mobilität) achten.
Palpation des Magens im Liegen (Variante II) (Abb. 4.18)
Patient: in Rückenlage, Beine angestellt
Therapeut: auf der rechten Seite des Patienten, auf Höhe der Hüftgelenke
Handposition:
  • Die rechte Hand auf den Magen legen, die Finger sind nach kranial gerichtet, der Daumen ist abgewinkelt und liegt auf dem Pylorus.

  • Mit den Fingern den Magen umfassen, sodass der Magen in der Handfläche liegt; die Handwurzel liegt auf der unteren Magengrenze.

Ausführung:
  • Den Patienten auffordern, tief ein- und auszuatmen.

  • Während der Ausatmung mit den Händen dem Magen nach kranial folgen.

  • Während der Einatmung mit den Händen leichten Widerstand nach kranial ausüben, sodass der Magen in die Handfläche hineingedrückt wird.

Bewertung: Auf Position, Form, Dichte (verhärtet oder weich), Volumen und Beweglichkeit (Motilität und Mobilität) achten.
Palpation der unteren Magengrenze im Liegen (Abb. 4.19)
Patient: in Rückenlage, Beine Palpation:Magengrenze, untereangestellt
Therapeut: auf der rechten Seite des Patienten, auf Höhe des Magens
Handposition:
  • Mit beiden Händen links von der Mittellinie auf Höhe des Nabels beginnen, durch die Muskulatur hindurch die untere Magengrenze aufzuspüren.

  • Die Hände in Richtung des Rippenbogens bewegen, um sie so dem Magen anzunähern.

Ausführung:
  • Den Patienten auffordern, tief ein- und auszuatmen.

  • Während der Ausatmung mit den Händen dem Magen nach kranial folgen.

  • Während der Einatmung mit den Händen leichten Widerstand nach kranial ausüben, sodass der Magen in die Handfläche hineingedrückt und die untere Magengrenze deutlich wahrnehmbar wird.

Bewertung: Auf Bewegungseinschränkungen und Zugspannungen achten.

Motilität

Im Exspir kommt es nach Motilität:MagenBarral zu folgenden Bewegungen (Abb. 4.22a, b):
  • Seitneigung nach links: Kippbewegung im Uhrzeigersinn (Curvatura major und Kardia nach links unten, Pylorus nach rechts oben) um eine anteroposteriore Achse in der Frontalebene

  • leichte Verkürzung in Längsrichtung

  • Rotation nach rechts um eine Längsachse (Curvatura major nach anterior, Curvatura minor nach posterior) in der Horizontalebene

  • Der obere Teil des Magens bewegt sich nach anterior, der untere Teil nach posterior in der Sagittalebene.

Gegenwärtig ist völlig ungeklärt, welche Motilitätsbewegungen tatsächlich existieren. Auch über die Ätiologie dieser angenommenen Bewegungen gibt es nur Vermutungen. Nach einer Hypothese handelt es sich um eine Wiederholung embryologischer Bewegungen. Sollte die Motilität tatsächlich die embryologische Bewegung des Organs im Raum widerspiegeln, käme es zu Abweichungen gegenüber der Beschreibung von Barral. In der Inspirationsphase würde demnach (embryologisch) eine Bewegung des oberen Magenteils nach posterior, lateral und links und des unteren Magenanteils nach inferior, anterior und rechts stattfinden.
Palpation
Palpation der Magenmotilität (nach Barral) (Abb. 4.20)
Patient: in Palpation:MagenmotilitätRückenlage
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten, auf Höhe des Magens
Handposition:
  • Die rechte Hand flach auf den Bauch legen: Der kleine Finger und die ulnare Handkante liegen dabei der Curvatura major an, das Os pisiforme befindet sich etwa auf Höhe des Pylorus, der Daumen ist zum Duodenum gerichtet, der Zeigefinger folgt der Curvatura major.

  • Die rechte Hand liegt also in einer von rechts inferior nach links superior verlaufenden Achse.

Ausführung: Palpation der Exspirbewegung des Magens durch das Colon transversum hindurch:
  • In der Frontalebene lässt sich eine Rotation des Magens im Uhrzeigersinn palpieren: Die anteroposteriore Achse verläuft etwa in Höhe des Metakarpophalangealgelenks, die Ulnarseite der Hand kippt mit der Curvatura major nach inferior und links, der Daumen hebt sich leicht nach superior und rechts. Damit einhergehend ist ein Verkürzung des Magens wahrzunehmen.

  • In der Horizontalebene bewegen sich die Ulnarseite der Hand, der kleine Finger, Ring- und Mittelfinger nach anterior sowie der Daumen nach posterior um eine Längsachse, die etwa im Zeigefinger verläuft.

  • In der Sagittalebene bewegen sich die Fingerspitzen nach posterior und die Handfläche nach posterior.

Bewertung: Amplitude, Kraft, Leichtigkeit und Symmetrie der Magenbewegungen beurteilen.
Anmerkung: Während der Inspir- und Exspirbewegung treten u. U. noch andere Arten von Magenbewegungen auf, die einen Hinweis auf weitere Dysfunktionen des Magens geben.

Merke

Wird bei der Palpation eine Bewegungseinschränkung entdeckt, kann man einen Impuls in die eingeschränkte Bewegungsrichtung induzieren, wodurch die Einschränkung deutlicher wird. Der Therapeut kann somit leichter fühlen, von welcher Struktur die Bewegungseinschränkung ausgeht.

Mobilität

Mobilität nach Finet und Williame (Abb. 4.21)
Bei der Einatmung kommt es zu folgenden Mobilität nach Finet und Williame:MagenBewegungen:
  • Fundus:

    • Senkung

    • Bewegung nach anterior

    • Seitneigung nach links

    • Neigung nach posterior

  • Corpus:

    • Senkung (aber weniger als der Fundus)

    • Seitneigung nach rechts

  • Pylorus:

    • Senkung (aber weniger als der Fundus)

    • Bewegung nach anterior

    • Seitneigung nach rechts

    • Neigung nach anterior

Anmerkungen:
  • Deutlichere Senkung des Fundus als des Pylorus und Corpus gastricum → Einfaltung bzw. Zusammenziehen des Magens

  • Horizontalisierung des Magens insgesamt

  • Seitneigung von Fundus und Corpus in entgegengesetzter Richtung → eine Art Torsion im Magen

  • Erklärung der Bewegungen: Senkung des Zwerchfells → Anhebung der Kolonflexuren und des Colon transversum

Mobilität nach Barral und Mercier (Abb. 4.22)
Bei der Einatmung kommt Mobilität nach Barral und Mercier:Magenes zu folgenden Bewegungen:
  • Senkung

  • Seitneigung nach links

  • Kippbewegung nach anterior (Fundus nach anterior, Antrum nach posterior)

  • Rotation nach rechts

  • Annäherung von Curvatura major und Curvatura minor

Palpation
Palpation der Magenmobilität im Sitzen (Abb. 4.23)
Patient: Palpation:Magenmobilitätsitzend
Therapeut: sitzend, hinter dem Patienten, diesen mit seinem Körper abstützend
Handposition:
  • Den rechten Arm über die rechte Schulter des Patienten legen, den linken Arm unter der linken Achsel durchführen.

  • Beide Hände mit der Ulnarseite etwa einen Querfinger unter den linken Rippenbogen und etwa 3–4 cm unter den Proc. xiphoideus legen.

  • Den Patienten nach vorne beugen, damit die Ulnarseiten der Hände sanft in den Bauch eintauchen können; der Patient wird sozusagen „über die Hände gerollt“.

  • Hände löffelförmig beugen und so drehen, dass die Finger sanft in die Tiefe eindringen, um mit der unteren Magengrenze in Kontakt zu treten.

Ausführung:
  • Die Hände sanft nach posterior und kranial in Richtung linke Schulter bewegen, um den Magen zu umfassen.

  • Ist der Magen nur schlecht spürbar, können die Hände ihm während der Ausatmung nach kranial folgen und während der Einatmung leichten Widerstand nach kranial ausüben, sodass der Magen beim Absenken deutlich in die Hände gedrückt wird.

  • Wenn der Magen deutlich spürbar ist, kann man den Magenbewegungen während der Ein- und Ausatmung folgen.

Bewertung: Amplitude, Kraft, Leichtigkeit und Symmetrie der Magenbewegungen beurteilen, dabei auf Bewegungseinschränkungen und Zugspannungen achten. Auch die Bewegung zwischen oberem und unterem Magenanteil berücksichtigen.
  • Normalbefund: Der Magen sollte sich in Reaktion auf die Zwerchfellatmung harmonisch und ohne Restriktion bewegen.

  • Eine Beeinträchtigung der Qualität und der Bewegungsachsen kann auf eine verminderte Mobilität hinweisen, z. B. aufgrund von Fixierungen der ligamentären Aufhängungen, Verklebungen der Gleitflächen oder einer kompensatorischen Beanspruchung in Wechselbeziehung zu anderen Organen.

  • Während der Ein- und Ausatmung treten u. U. noch andere Arten von Magenbewegungen auf, die einen Hinweis auf weitere Dysfunktionen des Magens geben können.

Merke

Wird bei der Palpation:MagenmobilitätPalpation eine Bewegungseinschränkung entdeckt, kann man einen Impuls in die eingeschränkte Bewegungsrichtung induzieren, damit die Einschränkung deutlicher wird. Der Therapeut kann somit leichter fühlen, von welcher Struktur die Bewegungseinschränkung ausgeht.

Auch eine leicht betonte Atmung oder tiefe Atmung kann die Palpation der Magenmobilität unterstützen: Lösen sich Restriktionen dadurch auf, sind diese weniger stark. Bleiben sie bestehen, deutet dies auf eine stärkere Beeinträchtigung der Mobilität hin.

Tests

Mögliche spontan auftretende Magengeräusche (nach Weischenck)
  • AufstoßenAufstoßen: Tests:MagenMagengeräuschekann nicht willkürlich vom Therapeuten ausgelöst werden.

    • Unwillkürliches Aufstoßen ist ein Frühsymptom bei mäßiger Magenspannung.

    • Willkürlich vom Patienten auslösbares Aufstoßen deutet auf einen fortgeschrittenen Prozess mit übermäßiger Magenspannung hin.

    • Kein oder kaum Aufstoßen ist bei Überdehnung des Magens, Hypotonie des Magens, Magenatonie oder Gastroptose möglich.

  • Wässrige PlätschergeräuschePlätschergeräusche: im Epigastrium hörbar, unter Umständen auch durch eine plötzliche Rumpfbewegung auslösbar

  • Borborygmus am Magen, Magenknurren, gluckernde Geräusche: unwillkürlich auftretende Geräusche

Allgemeiner Sukkussionstest (Abb. 4.24)
Patient: in Rückenlage, Beine Sukkussionstest:allgemeinerangestellt
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten, auf Höhe des Magens
Handposition: Hände beidseitig lateral posterior unterhalb des Thorax auflegen.
Ausführung:
  • Mit beiden Händen den Bauch nach anterior heben und anterior halten.

  • Einen plötzlichen schnellen schüttelartigen Impuls nach medial und etwas nach anterior ausüben.

Bewertung: Auf Plätschergeräusche:MagendysfunktionPlätschergeräusche achten.
  • Positiver Test: Ist ein Gluckern oder Plätschern provozierbar, befindet sich Flüssigkeit im Magen, was auf eine Dysfunktion des Magens hinweist. Mögliche Ursachen sind Atonie der Magenwand oder ein Hypertonus des Pylorus:HypertonusPylorus (bei Hyperazidität, erhöhtem Sympathikotonus oder hypotonem Magen mit kompensatorischer Stützfunktion des Pylorus).

Lokaler Sukkussionstest (Abb. 4.25)
Patient: in Rückenlage, Beine Sukkussionstest:lokalerangestellt
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten, auf Höhe des Magens
Handposition:
  • Hände beidseitig lateral vom M. rectus abdominis in Höhe des Magens auflegen.

  • Den Magen seitlich an der Curvatura major und der Curvatur minor umgreifen.

  • Die Daumen befinden sich anterior auf dem Magen.

Ausführung:
  • Hände der Spannung am Magen anpassen.

  • Während der Ausatmung mit den Daumen plötzliche schüttelnde Impulse auf die Magenwand vom Antrum in Richtung Kardia ausüben.

Bewertung: Auf Plätschergeräusche:MagendysfunktionPlätschergeräusche achten.
  • Positiver Test: Ist ein Gluckern oder Plätschern provozierbar, befindet sich Flüssigkeit im Magen, was auf eine Magendysfunktion hinweist. Mögliche Ursachen sind eine Atonie der Magenwand oder ein Hypertonus des Pylorus:HypertonusPylorus (bei Hyperazidität, erhöhtem Sympathikotonus oder hypotonem Magen mit kompensatorischer Stützfunktion des Pylorus).

Sukkussionstest mit starkem Impuls (Abb. 4.26)
Patient: in Rückenlage, Beine Sukkussionstest:mit starkem Impulsangestellt
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten, auf Höhe des Magens
Handposition: Hände im Epigastrium auf der Magengegend übereinander legen
Ausführung: Am Ende der Ausatmung und zu Beginn der Einatmung mit den Handflächen schnelle schüttelartige Impulse auf die Magenwand von der Kardia in Richtung Antrum ausüben.
Bewertung: Auf Plätschergeräusche achten.
  • Positiver Test: Ist ein Gluckern oder Plätschern provozierbar, befindet sich Flüssigkeit im Magen, was auf eine Dysfunktion des Magens hinweist. Mögliche Ursachen sind eine Atonie der Magenwand oder ein Hypertonus des Pylorus (bei Hyperazidität, erhöhtem Sympathikotonus oder hypotonem Magen mit kompensatorischer Stützfunktion des Pylorus).

Plätschergeräusche nach Mayr (Abb. 4.27)
Patient: in Rückenlage, Beine Plätschergeräusche:Test nach Mayrangestellt
Therapeut: stehend, auf der linken Seite des Patienten, auf Höhe des Magens
Handposition: Finger beider Hände nahe der unteren Magengrenze auflegen
Ausführung: v. a. nach Nahrungsaufnahme rasch aufeinanderfolgende Stöße nahe der unteren Magengrenze ausführen.
Bewertung: Auf Plätschergeräusche achten.
  • Positiver Test: Wenn an den Fingerkuppen die Empfindung eines halb mit Wasser und halb mit Luft gefüllten schlaffen Kautschukbeutels spürbar ist, deutet dies auf eine Magenatonie hin. Eine Besserung, d. h. eine Tonuszunahme des Magens, geht eher mit einem glucksenden Geräusch einher, so als würde man eine Wasserflasche schütteln.

Borborygmustest (Abb. 4.28)
Patient: in Rückenlage, Beine Borborygmustestangestellt
Therapeut: stehend, auf der linken Seite des Patienten, auf Höhe des Magens
Handposition:
  • Mit der linken Hand das untere rechte Thoraxdrittel seitlich umgreifen.

  • Die Radialseite der rechten Hand an die Curvatura major anlegen.

Ausführung: Am Ende der Ausatmung und während der Einatmung mit der radialen Handseite Druck in Richtung Pylorus ausüben.
Bewertung: Auf Plätschergeräusche achten.
  • Positiver Test: Ist ein Magenknurren provozierbar, deutet dies nach Weischenck auf eine gestörte Magenspannung hin.

Merke

Dieser Test ist besonders sinnvoll, wenn sich der Magen während der Einatmung nur wenig horizontalisiert.

Der Borborygmustest unterstützt zugleich die Entleerung der Flüssigkeit aus dem Magen ins Duodenum.

Differenzialdiagnostik Magen-/Leberschmerz im epigastrischen Winkel (Abb. 4.29)
Patient: in Rückenlage
Therapeut: stehend, seitlich vom Patienten auf Höhe des Magens
Handposition und Ausführung:
  • Test 1: Mit dem Mittelfinger in der Mitte des Epigastriums schräg nach oben in die Tiefe drücken.

  • Test 2: Mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger im Epigastrium schräg nach oben in die Tiefe drücken.

  • Test 3: Diese 3 Finger weiterhin in die Tiefe drücken und den Patienten auffordern, tief einzuatmen.

  • Test 4: Mit der anderen Hand zusätzlich die Leber palpieren.

Bewertung: Der Test dient zur Differenzierung zwischen Magen- und Leberschmerz. Leberschmerz
  • Normalbefund: Der Patient gibt keine Schmerzen an.

  • Bei Schmerzauslösung durch Test 1 ist entweder der Magenschmerzen:Differenzialdiagostik im epigastrischen WinkelMagen oder die Leber hyperaktiv.

  • Wenn sich das Schmerzempfinden durch Test 2 vermindert, ist der Magen für den Schmerz verantwortlich, wenn es sich verstärkt, die Leber. Die Erklärung ist, dass ein Finger tiefer eindringt als drei Finger. So reagiert auf den Druck eines Fingers eher der tief liegende Magen und auf den Druck der drei Finger eher die oberflächlich liegende Leber.

  • Das Schmerzmuster in Test 2 kann zusätzlich bestätigt werden, wenn zunehmende Schmerzen bei Test 3 auftreten, da die Leber durch die tiefe Einatmung noch mehr gegen die Finger gedrückt wird. Auch die Palpation der Leber dient hier als Bestätigung, da eine normale Organstruktur kaum zu spüren wäre.

  • Eine weitere Bestätigung für das Ergebnis von Test 2 liefert die Schmerzauslösung bei Test 4.

Test einer inferioren Fixation
Patient: Magen:Test einer inferioren FixationsitzendTests:Magenfixation
Therapeut: sitzend, hinter dem Patienten, diesen mit seinem Körper abstützend
Handposition:
  • Den rechten Arm über die rechte Schulter legen, den linken Arm unter der linken Achsel durchführen.

  • Hände mit der Ulnarseite etwa einen Querfinger unter den linken Rippenbogen und etwa 3–4 cm unter den Proc. xiphoideus legen.

  • Den Patienten nach vorne beugen, damit die Ulnarseiten der Hände sanft in den Bauch eintauchen können; der Patient wird „über die Hände gerollt“.

  • Hände löffelförmig beugen und so drehen, dass die Finger sanft in die Tiefe eindringen können, um mit der unteren Magengrenze in Kontakt zu treten.

Ausführung:
  • Während der Patient tief ausatmet, der Magenbewegung nach kranial folgen.

  • Aufmerksamkeit auf die Magenbewegung richten, um wahrzunehmen, ob und wo sie eingeschränkt ist.

  • Um eine inferiore Fixation (Bewegungsverlust) zu verdeutlichen, kann der Patient entweder beim Ausatmen die Luft anhalten oder über einige Atemzyklen eine leichte Einatmung mit tiefer Ausatmung ausführen.

Bewertung: Auf die Beweglichkeit des Magens achten.
  • Normalbefund: freie Beweglichkeit des Magens nach kranial während der Ausatmung.

  • Ist die Beweglichkeit nach kranial erschwert oder eingeschränkt, besteht eine inferiore Fixation des Magens, z. B. aufgrund einer abnormen Spannung des Omentum majus.

Bei Fixation: Mobilisation:MagenMobilisation des Magens:
  • Während der Ausatmung bzw. wenn der Patient die Luft anhält, den Magen sanft nach oben in Richtung der linken Schulter heben.

  • Dann den Patienten zusätzlich in eine Extension in Richtung der linken Schulter bringen.

Test einer superioren Fixation (Abb. 4.30)
Patient: Magen:Test einer superioren FixationsitzendTests:Magenfixation
Therapeut: sitzend, hinter dem Patienten, diesen mit seinem Körper abstützend
Handposition:
  • Den rechten Arm unter der rechten Achsel, den linken Arm unter der linken Achsel durchführen.

  • Die Hände mit der Ulnarseite etwa einen Querfinger unter den linken Rippenbogen und etwa 3–4 cm unter den Proc. xiphoideus legen.

  • Den Patienten nach vorne beugen, damit die Ulnarseiten der Hände sanft in den Bauch eintauchen können; der Patient wird „über die Hände gerollt“.

  • Beide Hände löffelförmig beugen und so drehen, dass die Finger sanft in die Tiefe eindringen können, um mit der unteren Magengrenze in Kontakt zu treten.

Ausführung:
Variation 1
  • Während der Patient tief einatmet, der Magenbewegung nach kaudal folgen.

  • Aufmerksamkeit auf die Magenbewegung richten, um wahrzunehmen, ob und wo sie eingeschränkt ist.

  • Um eine superiore Fixation (Bewegungsverlust) zu verdeutlichen, kann der Patient entweder beim Einatmen die Luft anhalten oder über einige Atemzyklen eine leichte Ausatmung mit tiefer Einatmung ausführen.

Variation 2
  • Den Magen mit den Händen sanft fixieren.

  • Mit den Armen und dem Körper eine sanfte Kompression des Brustkorbs und einen vertikalen Zug ausüben.

  • Während der Brustkorb in verschiedene Richtungen angehoben wird, wahrnehmen, ob Bewegungseinschränkungen vorliegen und diese lokalisieren.

Variation 3 (Recoil)
  • Der Magenbewegung Recoil:MagenMagen:Recoilwährend der Ausatmung sanft nach kranial folgen.

  • Während der Einatmung den Magen in dieser Position anhalten und der Bewegung nach kaudal Widerstand leisten.

  • Bei der erneuten Ausatmung dem Magen wieder nach kranial folgen.

  • Dies für einige Zyklen fortsetzen.

  • Zu Beginn der Einatmung den Magen plötzlich loslassen und seiner Bewegung nach kaudal folgen.

  • Der Magen kann auch zusätzlich zur Atembewegung oder unabhängig von dieser nach kranial gehoben und der Druck nach kranial dann plötzlich gelöst werden.

Bewertung: Auf die Beweglichkeit des Magens achten.
  • Normalbefund: Freie Beweglichkeit des Magens nach kaudal während der Einatmung.

  • Wenn die Beweglichkeit des Magens nach kaudal verlangsamt, erschwert oder eingeschränkt ist, besteht eine superiore Fixation des Magens, z. B. aufgrund einer abnormen Spannung des Omentum minus, des Lig. gastrophrenicum, des Diaphragmas oder der Leber oder eine fortgeschrittene Gastroptose, sodass sich der Magen aufgrund seiner kaudalen Lage kaum noch weiter kaudal bewegen kann.

Bei Fixation: Mobilisation des Brustkorbs:
  • Den Brustkorb des Patienten vorne mit den Händen umfassen und hinten mit dem Körper fixieren.

  • Während der Einatmungsphase bzw. wenn der Patient die Luft anhält, den Magen sanft nach unten in Richtung des rechten Iliosakralgelenks bewegen.

Test einer posterioren Fixation (Abb. 4.31)
Patient: in rechter Magen:Test einer posterioren FixationSeitenlageTests:Magenfixation
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten, diesen mit seinem Körper abstützend
Handposition:
  • Beide Hände etwa 3 Querfinger unter den ventralen Rippenbogen und parallel zu diesem auflegen.

  • Hände löffelförmig beugen.

Ausführung:
  • Während der tiefen Ausatmung dem Magen mit den Fingern nach posterior und kranial in Richtung der linken Schulter folgen.

  • Während der leichten Einatmung den Magen in dieser Position halten.

  • Bei erneuter tiefer Ausatmung dem Magen wiederum mit den Fingern nach posterior und kranial in Richtung der linken Schulter folgen.

  • Während der Ausatmung plötzlich loslassen und der Magenbewegung nach anterior folgen.

  • Der Magen kann auch zusätzlich zur Atembewegung oder unabhängig von dieser nach posterior und kranial in Richtung der linken Schulter gehoben werden, um den Druck dann plötzlich zu lösen.

Bewertung: Auf die Beweglichkeit des Magens achten.
  • Normalbefund: Freie Beweglichkeit des Magens nach anterior während der Ausatmung.

  • Wenn die Beweglichkeit des Magens nach anterior erschwert oder eingeschränkt ist, besteht eine posteriore Fixation des Magens, z. B. zur Niere oder zum Dünndarm hin.

Test des Lig. gastrosplenicum und Lig. gastrophrenicum (Abb. 4.32)
Patient: in Lig. gastrosplenicum:TestLig. gastrophrenicum:TestRückenlage
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten, auf Höhe des Magens
Handposition:
  • Um Haut und Gewebe in der Magengegend zu entspannen, mit der linken Hand das untere Drittel des linken Brustkorbs umgreifen und diesen leicht nach anterior anheben.

  • Die Radialseite des rechten Zeigefingers links ventral auf und parallel zum Rippenbogen legen.

Ausführung:
  • Mit dem rechten Zeigefinger beginnen, in der Tiefe sanft den Magen (Fundus) zu palpieren.

  • Zum Testen des Lig. gastrosplenicum mit der rechten Hand Zug am Magen in Richtung der rechten Hüfte ausführen.

  • Zum Testen des Lig. gastrophrenicum mit der rechten Hand Zug am Magen nach kaudal in Richtung des Os pubis ausführen.

Bewertung: Auf die Beweglichkeit des Magens achten.
  • Normalbefund: Magen frei beweglich in Richtung der rechten Hüfte (Lig. gastrosplenicum) und in Richtung Os pubis (Lig. gastrophrenicum).

  • Wenn die Beweglichkeit des Magens in Richtung der rechten Hüfte eingeschränkt ist, besteht eine Dysfunktion des Lig. gastrosplenicum, bei Beweglichkeitseinschränkung in Richtung des Os pubis besteht eine Dysfunktion des Lig. gastrophrenicum.

Test des Omentum minus (Abb. 4.33)
Patient: Omentum minus:Testsitzend
Therapeut: sitzend, hinter dem Patienten, diesen mit seinem Körper abstützend
Handposition:
  • Den rechten Arm unter der rechten Schulter, den linken Arm unter der linken Achsel durchführen.

  • Mit der linken Hand die Curvatura minor palpieren und sie mit den Fingern umgreifen (als Lokalisationshilfe dient unmittelbar daneben eine Rinne); der linke Daumen liegt dabei passiv auf dem Thorax.

  • Mit der rechten Hand den unteren Leberrand und den unteren rechten Rippenbogen umgreifen; der rechte Daumen liegt dabei passiv auf dem Thorax.

Ausführung:
  • Mit der linken Hand die Curvatura minor fixieren und mit der rechten Hand einen Zug nach rechts oben an der Leber ausüben, um so das Omentum minus unter Spannung zu bringen.

  • Anschließend mit der rechten Hand die Leber fixieren und mit der linken Hand einen Zug nach links oben an der Curvatura minor ausüben, um so das Omentum minus unter Spannung zu bringen.

  • Mit beiden Händen gleichzeitig einen Zug ausüben.

Bewertung: Elastizität und Leichtigkeit der Bewegung sowie die Zeitdauer bis zur Bewegung der Struktur beurteilen. Eine Bewegungseinschränkung bei
  • Zug an der Leber weist auf eine Dysfunktion der Curvatura minor, bei

  • Zug an der Curvatura minor auf eine Dysfunktion der Leber oder von Strukturen unterhalb der Leber bzw. bei

  • Zug an der Leber und an der Curvatura minor auf eine Dysfunktion des Omentum minus hin.

Fasziale Diagnostik: Shift und/oder Induktion
Patient: in Rückenlage, Magen:fasziale DiagnostikBeine ausgestreckt
Therapeut: stehend, links vom Patienten auf Höhe des Beckens
Handposition:
  • Für die transversale Verschiebung (Shift): Die rechte Hand liegt posterior auf der LWS und die linke Hand vorn auf dem Epigastrium.

  • Für die anteroposteriore Induktion: Die Fingerbeeren beider Hände übereinander auf dem Epigastrium aufsetzen, leicht links.

Ausführung:
  • Shift:MagenfaszienShift: transversale Verschiebung der oberflächlichen Faszien; als Variante: kraniokaudale Verschiebung

  • Induktion:MagenfaszienInduktion: Druck nach posterior ausüben, dann den Druck plötzlich loslassen.

Bewertung der beiden Tests:
  • Normalbefund: Freie Beweglichkeit, die Faszien federn zurück.

  • Zähes oder fehlendes Zurückfedern deutet auf eine Dysfunktion hin.

Behandlung der Dysfunktionen

Torsten Liem

Omentum-minus-Technik (Abb. 4.34)

Indikation: Test Behandlung:Magendysfunktiondes Magen:BehandlungOmentum Omentum-minus-Technikminus positiv, Stimulation der neurovaskulären Strukturen im Omentum minus
Patient: in linker Seitenlage
Therapeut: hinter dem Patienten
Handposition:
  • Die rechte Hand auf den Magen legen, die Finger sind dabei nach kranial gerichtet, der Daumen ist abgewinkelt und liegt auf dem Pylorus.

  • Mit den Fingern den Magen umfassen, sodass dieser in der Handfläche und die Handwurzel auf der unteren Magengrenze liegt.

  • Den Patienten auffordern, tief ein- und auszuatmen:

    • Während der Ausatmung mit der Hand dem Magen nach kranial folgen.

    • Während der Einatmung mit der Hand leichten Widerstand nach kranial ausüben, sodass der Magen deutlich in die Handfläche hineingedrückt wird.

  • Die linke Hand löffelförmig beugen und den unteren Leberrand und rechten Rippenbogen umgreifen.

  • Der rechte Daumen bleibt passiv.

Ausführung:
  • Während der Einatmung mit der rechten Hand dem Magen nach kaudal folgen und ihn während der Ausatmung kaudal halten.

  • Während der folgenden Ausatmung mit der linken Hand der Leber nach kranial folgen und sie während der Einatmung kranial halten.

  • Den Patienten auffordern, nach der folgenden Einatmung den Atem anzuhalten:

    • Während der Patient die Luft anhält, mit dem rechten Daumen Druck nach posterior und inferior auf das Lig. gastrohepaticum ausüben (der Daumen befindet sich auf dem Lig. Lig. gastrohepaticumgastrohepaticum zwischen Leber und Magen).

    • Während der Patient die Luft anhält, gleichzeitig mit dem rechten Daumen von der Leber aus Druck in Richtung Duodenum nach posterior und inferior auf das Lig. Lig. hepatoduodenalehepatoduodenale ausüben (der Daumen befindet sich auf dem Lig. hepatoduodenale zwischen Leber und Duodenum).

Omentum-majus-Technik

Indikation: Verklebungen des Omentum majus, insbesondere Omentum-majus-Technikim inferioren, posterioren Anteil
Patient: im Vierfüßlerstand
Therapeut: seitlich des Patienten auf Höhe der Hüftgelenke
Handposition: Mit den Händen die gesamte abdominale Masse umgreifen.
Ausführung: Zug nach anterior und kranial ausüben.

Technik für das Lig. gastrophrenicum

Patient: in rechter Seitenlage mit leichtem Rundrücken, Beine Lig. gastrophrenicum:Behandlungstechnikgebeugt
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten, auf Höhe der mittleren BWS
Variation 1 (Abb. 4.35)
Indikation: positiver Test des Lig. gastrophrenicum
Handposition: Mit den Händen den Unterrand des Magens etwa auf Höhe des Bauchnabels umgreifen.
Ausführung:
  • Während der Ausatmungsphase mit den Händen weiter in die Tiefe eindringen und den Magen nach kranial und posterior begleiten.

  • Während der leichten Einatmung den Magen in dieser Position halten.

  • In der erneuten Ausatmungsphase dem Magen wieder mit den Händen nach kranial und posterior folgen, bis sie schließlich unter den linken Rippenbogen gelangen.

  • Diesen Vorgang 2–3× wiederholen.

  • Anschließend zu Beginn der Einatmung die Hände plötzlich entspannen.

Variation 2 (Abb. 4.36)
Indikation: zu große Spannung im vorderen Epigastrium und am Diaphragma, die ein tieferes Eindringen in den Bauchraum verhindert
Handposition:
  • Den unteren linken Brustkorb mit beiden Händen umfassen.

  • Die Finger zeigen zueinander, die Daumen befinden sich lateral.

Ausführung:
  • Während der Ausatmungsphase den linken Brustkorb nach anterior begleiten und ihn während der leichten Einatmung in dieser Position halten.

  • In der erneuten Ausatmungsphase dem linken Brustkorb weiter nach vorne folgen.

  • Gleichzeitig dem Magen wieder mit den Händen nach kranial und posterior folgen, bis sie schließlich unter den linken Rippenbogen gelangen.

  • Diesen Vorgang etwa 2–3× wiederholen, bis sich der Brustkorb während der Ausatmungsphase nicht mehr weiter nach anterior bewegt.

  • Anschließend zu Beginn der Einatmung die Hände plötzlich entspannen.

Pumptechnik für den Magen (Abb. 4.37)

Indikation: Mobilisationseinschränkung Magen:Pumptechnikdes Pumptechnik:MagenMagens (z. B. positiver Test des Lig. gastrophrenicum, 3.4.8)
Patient: sitzend
Therapeut: sitzend, auf der rechten Seite des Patienten
Handposition: Den unteren linken Brustkorb mit beiden Händen umgreifen, die Finger ineinander verhaken.
Ausführung:
  • Während der Ausatmungsphase eine Pumpbewegung nach unten, medial und anterior ausüben, wodurch das Lig. gastrophrenicum gedehnt wird.

  • Während der Einatmung die Hände entspannen.

Technik bei Luft im Magen

Indikation: Morbus Morbus RoemheldRoemheld, Magen:Behandlungstechnik bei LuftLuft im Magen:BehandlungstechnikAerophagieAerophagie
Patient: in Rückenlage, Beine angestellt
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten, auf Höhe der Hüftgelenke
Variation 1 (Abb. 4.38)
Handposition: Hände etwa über dem Magenfundus überkreuzen.
Ausführung:
  • Mit der unten liegenden Hand Kontakt zum Magen herstellen.

  • Mit der oberen Hand (auf der unten liegenden Hand) eine Rotationsbewegung des Magenanteils nach inferior in Richtung Kardia ausüben.

Variation 2 (Abb. 4.39)
Handposition: Die rechte Hand auf den Magenfundus und die linke Hand auf den Pylorus legen.
Ausführung:
  • Mit der linken Hand auf dem Pylorus einen Zug nach lateral rechts ausüben.

  • Mit der rechten Hand eine Rotationsbewegung nach inferior in Richtung der Kardia ausführen.

Technik für den Pylorus

Indikation: Hypertonus des Pylorus:HypertonusPylorus:BehandlungstechnikPylorus. Ein Hypertonus des Pylorus kann folgende Ursachen haben:
  • neurovegetativ: erhöhter Sympathikotonus → hypertoner Sphinkter

  • mechanisch: hypotoner oder atonischer Magen, der zunächst Halt über den Pylorus sucht und zur Spannungszunahme am Pylorus führt.

  • Stoffwechsel: Alle Faktoren, die eine erhöhte HCl-Produktion im Magen verursachen, führen zu einer Zunahme der Pylorusspannung.

Patient: in Rückenlage, Beine angestellt, Kopf erhöht
Therapeut: stehend, auf der linken Seite des Patienten
Handposition:
  • Die linke Hand unterhalb der linken X. bis XII. Rippen auflegen.

  • Die vier Finger der rechten Hand sind in einem Winkel von 45° zum Pylorus gerichtet und zeigen zur VIII. rechten Rippe.

Variation 1 (Abb. 4.40)
Ausführung:
  • Mit der linken Hand die Rippen heben.

  • Mit den Fingern der rechten Hand einen sanft vibrierenden Druck in Richtung der rechten Schulter des Patienten ausüben.

Variation 2 (Abb. 4.41)
Ausführung:
  • Mit den Fingern der rechten Hand zusätzlich eine Rotation nach rechts ausüben (Abb. 4.41, Pfeil a).

  • Den Druck 5–7 Sekunden lang halten.

  • Bei der Einatmung loslassen und mit den Fingern am Pylorus eine Rotation nach links beginnen (Abb. 4.41, Pfeil b).

  • Der Patient spürt, dass der Schmerz nachlässt.

Merke

Bei einem Pylorushypertonus die Ursachen berücksichtigen. Dient er als Kompensation für einen atonischen Magen, den Hypertonus nicht lösen, sondern den Magen behandeln.

Technik bei Invaginatio gastroduodenalis (nach Weischenck) (Abb. 4.42)

Indikation: Entspannung und Beseitigung der Invaginatio gastroduodenalis:BehandlungstechnikInvagination
Patient: sitzend, Beine leicht gespreizt; beide Hände liegen auf der Behandlungsliege, die rechte hinter dem Körper, die linke zwischen den Beinen
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten, linkes Knie auf der Bank
Handposition: Die linke Hand über den Magen und die rechte Hand unterhalb der Leber auf die Pars superior des Duodenums (rechts auf der Höhe von L1) legen.
Ausführung:
  • Mit der linken Hand einen Zug zur linken Fossa iliaca ausüben und den Patienten nach rechts drehen, um beide Hände voneinander zu entfernen, bis die Spannungsgrenze spürbar wird.

  • Den Patienten auffordern, einzuatmen und dabei den Bauch kräftig einzuziehen.

  • Die Manipulation 2–3× wiederholen, bis eine deutliche Entspannung des Gewebes zu spüren ist.

Mobilisation des Magens in den 3 Ebenen

Indikation: Spannungslösung Mobilisation:Magender bindegewebigen Umgebung des Magen:MobilisationMagens, Verbesserung der Magenbeweglichkeit
Patient: in rechter Seitenlage, Kopf auf einem Kissen, während die Arme in Schulterhöhe entspannt auf der Behandlungsliege liegen
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten
Mobilisation in der Frontalebene (Abb. 4.43)
Handposition:
  • Beide Hände ab der V. Rippe abwärts auf den linken Thorax legen.

  • In Verlängerung der Arme sind die Hände zum Nabel gerichtet.

Ausführung:
  • In Richtung Nabel auf den Thorax drücken.

  • Dann die Rippen wieder zu sich hinziehen.

  • Dabei versuchen, in der Frontalebene zu bleiben.

Mobilisation in der Sagittalebene (Abb. 4.44)
Handposition:
  • Die linke Hand auf die posteriore Seite des linken Thorax unterhalb der IV. Rippe legen, die Finger zeigen nach kaudal.

  • Die rechte Hand auf die anteriore Seite des linken Thorax unterhalb der IV. Rippe legen, die Finger zeigen dabei nach kaudal.

Ausführung: Mit beiden Händen eine gegenläufige Bewegung in der Sagittalebene ausführen.
Mobilisation in der Horizontalebene (Abb. 4.45)
Handposition:
  • Finger beider Hände in Höhe der V. Rippe vorn auf den linken Thorax legen.

  • Daumen liegen auf der Rückseite, sodass der linke untere Thorax umfasst wird.

  • Arme strecken und zum Proc. xiphoideus richten.

Ausführung:
  • Die Rippen nach medial zum Proc. xiphoideus drücken und wieder loslassen.

  • Den Vorgang wiederholen, bis ein elastisches Federn stattfindet.

Fasziale Behandlung (modifiziert nach Finet und Williame)

Michel Puylaert
Ausatmungsdysfunktion
Indikation: fasziale Behandlung (mod. nach Finet und Williame):Magenfasziale Einschränkung Magen:fasziale Behandlung (mod. nach Finet und Williame)nach kaudal, Ausatmungsdysfunktion:Magenbehandlung, faszialeHiatushernie, Schmerzen im Epigastrium
Patient: in Rückenlage, Beine ausgestreckt
Therapeut: stehend, links vom Patienten auf Höhe des Beckens
Handposition:
  • Beide Hände liegen flach auf dem Epigastrium, die Finger sind nach kranial gerichtet.

  • Die linke Hand liegt unmittelbar kaudal des Rippenbogens, links der Linea alba, und die rechte Hand auf Höhe des Pylorus, rechts der Linea alba.

Ausführung:
  • Nach posterior drücken, um die fasziale Ebene zu erreichen; anschließend Zug nach kaudal ausüben.

  • Die rechte Hand im Uhrzeigersinn und die linke Hand gegen den Uhrzeigersinn drehen.

  • Die Stellung beibehalten oder diesen Vorgang 2–3× wiederholen, bis es zu einer Spannungslösung kommt.

Einatmungsdysfunktion
Indikation: fasziale Einschränkung Einatmungsdysfunktion:Magenbehandlung, faszialenach kranial, Ptose, Schmerzen im Epigastrium, Verdauungsstörungen
Patient: in Rückenlage
Therapeut: stehend, links vom Patienten auf Höhe des Beckens
Handposition:
  • Beide Hände liegen flach auf dem Epigastrium, die Finger sind nach kranial gerichtet.

  • Die linke Hand liegt unmittelbar kaudal des Rippenbogens, links der Linea alba, und die rechte Hand auf Höhe des Pylorus, rechts der Linea alba.

Ausführung:
  • Nach posterior drücken, um die fasziale Ebene zu erreichen; anschließend Zug nach kranial ausüben.

  • Die rechte Hand gegen den Uhrzeigersinn und die linke Hand im Uhrzeigersinn drehen.

  • Die Stellung beibehalten oder diesen Vorgang 2–3× wiederholen, bis es zu einer Spannungslösung kommt.

Variante: Der Therapeut steht am Kopfende des Patienten und positioniert die Hände entsprechend.

Strain-Counterstrain für den Magen (Abb. 4.46)

Indikation: funktionelle Magenstörungen, Magen:Strain-CounterstrainMagendysfunktionen Strain-Counterstrain:Magen (z. B. hyperspastischer Magen), schmerzhafter Tenderpoint an der Spitze des Proc. xiphoideus, etwa 1–1,5 cm superior und leicht links am Übergang zwischen Magen und Kardia
Patient: sitzend
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten
Handposition: Mit dem linken Zeige- oder Mittelfinger auf den Tenderpoint gehen.
Ausführung:
  • Die BWS des Patienten in eine Flexionsstellung von 60° (bis zur Höhe des Magenhiatus) bringen.

  • Eine thorakale Wirbelsäulenrotation von 35° nach links in Richtung des Tenderpoints hinzufügen.

  • Eine Seitneigung der BWS von 20–30° nach rechts weg vom Tenderpoint ergänzen.

  • Diese Stellung etwa 90 Sekunden lang halten, dann den Patienten passiv zur Ausgangsstellung zurückbringen.

Entspannung des Plexus coeliacus (nach Fulford) (Abb. 4.47)

Indikation: Lösung von Plexus coeliacus:EntspannungstechnikSpannungen am Ganglion Ganglion coeliacum:Entspannungstechnikcoeliacum bzw. Plexus Plexus solaris:Entspannungstechniksolaris, emotionale Traumata, Dysfunktion des Zwerchfells
Patient: in Rückenlage
Therapeut: stehend, seitlich vom Patienten auf Höhe des Plexus solaris
Handposition: Eine Hand (oder beide Hände übereinander) auf den Plexus solaris legen, etwa in der Mitte zwischen Bauchnabel und Proc. xiphoideus.
Ausführung:
  • Sanften Druck nach posterior oder sanfte Vibrationen ausüben und

  • Gewebespannungen folgen, bis eine deutliche Aufweichung des Gewebes spürbar ist.

Merke

Für Robert Fulford ist der Plexus Plexus solarissolaris als emotionales Gedächtnis des Körpers anzusehen. Emotionale emotionale TraumataTraumata werden dort im vegetativen Nervensystem gespeichert. Für einen Behandlungserfolg ist es unumgänglich, Spannungen auf Höhe des Plexus solaris zu lösen. Diese Technik hat ähnlich tiefgreifende Wirkungen wie eine Kompression des IV. Ventrikels (CV4).

Induktion des Magens (Abb. 4.48)

Indikation: zum Abschluss einer Magen:InduktionInduktionstechnik:MagenMagenbehandlung
Patient: in Rückenlage, Beine angestellt
Therapeut: auf der rechten Seite des Patienten, auf Höhe der Hüftgelenke
Handposition:
  • Die rechte Hand auf den Magen legen, wobei die Finger nach kranial gerichtet sind und der abgewinkelte Daumen auf dem Pylorus liegt.

  • Mit den Fingern den Magen umfassen, sodass der Magen in der Handfläche liegt und die Handwurzel die untere Magengrenze markiert.

Ausführung:
  • Den Patienten auffordern, tief ein- und auszuatmen:

    • Während der Ausatmung dem Magen mit der Hand nach kranial folgen.

    • Während der Einatmung leichten Widerstand nach kranial ausüben, sodass der Magen deutlich in die Handfläche hineingedrückt wird.

  • Mit der Hand der Motilitätsbewegung des Magens folgen.

  • Zusätzlich kann die vorherrschende Bewegung unterstützt und der gegensinnigen Bewegung passiv gefolgt werden.

  • Dies ausführen, bis es zur Entspannung und Angleichung der Bewegungen kommt.

Anmerkungen:
  • Im Verlauf dieser Technik kann ein Stillpunkt auftreten.

  • Auf diese Weise können auch einzelne Magenbereiche behandelt werden: Dazu die Finger auf den jeweiligen Anteil des Magens legen und der inhärenten Gewebebewegung folgen.

BEFNT-Integration des Magens

(2.4.2)
Indikation: Dysfunktion des Magen:BEFNT-IntegrationBEFNT-Integration:MagenMagens
Patient: in Rückenlage, Beine angestellt
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten, auf Höhe der Hüftgelenke
Handposition:
  • Die rechte Hand flach auf den Bauch legen. Der kleine Finger und die ulnare Handkante liegen dabei der Curvatura major an, das Os pisiforme befindet sich etwa auf Höhe des Pylorus (In Höhe Th12/L1, bei leerem Magen etwa 6–7 cm oberhalb des Nabels), der Daumen zeigt zum Duodenum, der Zeigefinger folgt der Curvatura major.

  • Die rechte Hand liegt damit in einer von rechts inferior nach links superior verlaufenden Achse, die Finger sind nach kranial gerichtet.

  • Mit den übrigen Fingern den Magen umfassen, sodass er in der Handfläche liegt.

  • Die Handwurzel markiert die untere Magengrenze.

Point of balanced entodermal tension (PBET)
  • Resistenz der entodermalen Struktur auf sanften Druck hin testen und die Dichte der Struktur bewerten.

  • Den Patienten auffordern, tief ein- und auszuatmen:

    • Während der Ausatmung mit den Händen dem Magen nach kranial folgen.

    • Während der Einatmung mit den Händen leichten Widerstand nach kranial ausüben, sodass der Magen deutlich in die Handfläche hineingedrückt wird.

  • Der entodermalen Spannung der Magenwand in die Position bzw. in die Form folgen, in der die Spannung am besten ausgeglichen ist (PBET).

  • Dabei die embryonalen Kraftvektoren berücksichtigen.

Neuronale Inhibition
  • Die linke Hand auf verschiedenen Ebenen auf den Rücken legen und die rechte Hand im Bereich des Magens liegen lassen.

  • Falls es einen Bereich am Rücken gibt, in dem sich der Magen unter der Hand spürbar entspannt bzw. die Bewegungseinschränkung sich verbessert, die Hand dort liegen lassen: in der Regel auf Höhe Th6–Th9 (sympathische Innervation), im Bereich des kraniozervikalen Übergangs (parasympathische Innervation) oder ca. 3–4 Querfinger oberhalb des Bauchnabels (Ganglion coeliacum).

  • Durch sanften konstanten Druck eine Inhibition im jeweiligen Bereich ausführen.

Point of balanced fascial tension (PBFT)
  • Fasziale Beweglichkeit passiv oder aktiv atemsynchron oder aktiv unabhängig von der Atemaktivität testen.

  • Das Spannungsgleichgewicht der faszialen Strukturen des Magens einstellen: versuchen, den therapeutisch induzierten Gleichgewichtszustand der viszerofaszialen Spannungen zu erreichen, in dem sie gleichmäßig in allen Richtungen ausgeglichen sind.

  • In der Regel wird der Magen in die Position begleitet, in die er sich leicht bewegen lässt.

  • Um die unterschiedlichen Spannungsmuster der Aufhängungen (und faszialen Gleitflächen) des Magens zu kopieren, die Krafteinwirkung der Hände an sie anpassen bzw. ihnen angleichen:

    • Über die Fixationen: nach rechts kranial zur Leber, nach kranial zur A. gastrica sinistra an der Curvatura minor, zur A. gastroomentalis sinistra an der Curvatura major und zum Ösophagus, nach anterolateral zum Colon transversum, nach posteromedial zum Diaphragma, nach lateral zur Milz, nach kaudal zum Duodenum (nach kaudal könnte die A. gastrica dextra an der Curvatura minor gemeinsam mit der an der Curvatura major befindlichen A. gastroomentalis dextra als biegungsfeste Stützstruktur wirken).

    • Über die Gleitflächen, z. B. des Corpus gastricum: nach anterior zum Diaphragma, nach lateral zum Lobus sinister der Leber und zur Bauchwand, nach posterior zur Bursa omentalis (Pankreasschwanz), zur linken Niere (→ Mesogastrium posterius), zur linken Nebenniere, A. und V. lienalis, A. und V. mesenterica superior und zur Milz, nach kaudal zum Colon transversum.

  • Dazu eine Hand ggf. vom Magen lösen und z. B. auf die Leber oder die Milz legen.

  • Einstellung eines PBFT (evtl. mit leichter Kompression): → minimale Bewegungen im faszial-ligamentären viskoelastischen Umfeld des Magens treten auf → ein neues Gleichgewicht etabliert sich → eine physiologischere Bewegungsamplitude wird palpierbar, evtl. entsteht ein Stillpunkt. Danach den Magen in die Ausgangslage zurückbringen.

Anschließend können Techniken wie balanced dynamic tension und balanced fluid tension (BDT, BFT) angewendet werden. Darauf achten, weder bei der Untersuchung noch bei der Behandlung bis an die Bewegungsgrenzen zu gehen.

Hiatushernie (axiale Gleithernie)

Torsten Liem

Ursachen

  • Epidemiologie: Alter Hiatushernie (Erkrankungsalter meist über 50 Jahre), Frauen häufiger als Männer Gleithernie, axialebetroffen

  • Lockerung der elastischen Kardiaaufhängung durch Mesenchymschwäche

  • Abdominale Hypertension (Adipositas, Aszites, Schwangerschaft, übermäßiges Pressen beim Stuhlgang)

  • Emphysembronchitis mit Zwerchfelltiefstand

  • Körperbau (pyknischer Typ)

  • Schwangerschaft/Menopause: durch Überschuss an Östrogenen oder Verminderung von Progesteron Gewebelockerung auch im Bereich des Hiatus oesophageus

  • Plötzlicher Druck, z. B. durch Tritt in den Bauch

  • Chronische Überstreckung der BWS

  • Alle Faktoren, die eine Verkürzung oder einen nach kranial gerichteten Zug des Ösophagus, eine Senkung des Diaphragmas oder eine Lockerung des Hiatus Hiatus oesophageusoesophageus begünstigen und eine Verlagerung des Zentrums des Hiatus oesophageus induzieren, prädisponieren zur Entstehung einer Hiatushernie.

Symptome

  • 70–90 % Symptome:HiatushernieHiatushernie:Symptomeasymptomatisch

  • Retrosternalschmerz oder retrosternales Druckgefühl

  • Schmerzen in Höhe von Th11, die sich beim Atmen verstärken

  • Sodbrennen

  • Aufstoßen und vermehrte Luft im Magen

  • Schluckbeschwerden, atypische Halsschmerzen

  • Regurgitation von Nahrungsresten

  • Schmerzen im Epigastrium, linken Oberbauch und linken Thorax

  • Verstärkung der Beschwerden beim Bücken, Pressen und im Liegen

  • Stenokardische Beschwerden

  • Stirnkopfschmerzen

  • Schulter-, Armschmerzen links

  • Beschwerden der mittleren oder unteren BWS

  • Verstärkung bzw. Auslösung der Beschwerden bei Anheben des Magens

Osteopathische Diagnostik

Test 1: Inspektion bei Hiatushernie
Patient: sitzend, Rücken leicht Tests:HiatushernieHiatushernie:Testsgebeugt
Therapeut: hinter dem Patienten, diesen mit seinem Körper abstützend
Ausführung: Patienten auffordern, tief einzuatmen
Bewertung: Auf Äußerungen des Patienten achten.
  • Normalbefund: keine Beschwerden

  • Wenn beim tiefen Einatmen ein Spannungsgefühl in der Kardiaregion oder ein Brennen hinter dem Sternum auftritt bzw. die Beschwerden zunehmen, deutet dies auf eine Hiatushernie hin.

Test 2 bei Hiatushernie (Abb. 4.49)
Patient: sitzend, Rücken leicht gebeugt
Therapeut: hinter dem Patienten, diesen mit seinem Körper abstützend
Handposition: Beide Hände übereinander legen und die untere Magengrenze umfassen.
Ausführung:
  • Patienten auffordern, leicht ein- und tief auszuatmen.

  • Mit den Händen dem Magen bei der Ausatmung nach kranial folgen und ihn während der leichten Einatmung in dieser Position halten.

  • Bei erneuter tiefer Ausatmung dem Magen mit den Fingern wieder nach kranial folgen.

  • Diesen Vorgang 2–3× wiederholen.

Bewertung: Auf Äußerungen des Patienten achten.
  • Normalbefund: keine Beschwerden

  • Wenn beim tiefen Ausatmen Sodbrennen oder ein Brennen hinter dem Sternum auftritt bzw. die Beschwerden zunehmen, deutet dies auf eine Hiatushernie hin.

Merke

Der Test ist spezifischer, wenn er mit den Fingern beider Hände an der Kardia durchgeführt wird. Die Hände befinden sich dabei am chondrokostalen Übergang der VII. Rippen, 2 cm links der Medianlinie am Rippenbogen. Der Test kann wiederholt werden, wenn sich der Patient zusätzlich nach vorne beugt. Fällt der Test ohne Vorbeugen negativ aus, kann er beim Vorbeugen positiv werden.

Test 3 bei Hiatushernie (Abb. 4.50)
Patient: sitzend, Rücken leicht Tests:HiatushernieHiatushernie:Testsgebeugt
Therapeut: hinter dem Patienten, diesen mit seinem Körper abstützend
Handposition: Mit den Fingern beider Hände die Curvatura minor nahe der Kardia am chondrokostalen Übergang der VII. Rippen, 2 cm links der Medianlinie am Rippenbogen palpieren.
Ausführung:
  • Den Patienten auffordern, leicht ein- und tief auszuatmen.

  • Während der Ausatmung mit den Fingern der Curvatura minor in Richtung Kardia folgen und diese Position während der leichten Einatmung beibehalten.

  • Bei erneuter tiefer Ausatmung mit den Fingern der Curvatura minor wieder nach kranial folgen.

  • Diesen Vorgang 2–3× wiederholen.

Bewertung: Auf Äußerungen des Patienten achten.
  • Normalbefund: keine Beschwerden

  • Wenn beim tiefen Ausatmen Sodbrennen oder ein Brennen hinter dem Sternum auftritt bzw. die Beschwerden zunehmen, deutet dies auf eine Hiatushernie hin.

Merke

Bei unklaren Testergebnissen kann die Curvatura minor während der Ausatmung auch aktiv sanft nach kranial gehoben werden.

Test 4 bei Hiatushernie (Abb. 4.51)
Patient: sitzend, Rücken leicht gebeugt
Therapeut: hinter dem Patienten, diesen mit seinem Körper abstützend
Handposition: Zeige-, Mittel- und Ringfinger beider Hände liegen ventral an der Curvatura minor vom chondrokostalen Übergang der VII. Rippen bis zum linken Rand von L1.
Ausführung:
  • Den Patienten auffordern, leicht aus- und tief einzuatmen.

  • Während der Einatmung mit den Fingern der Curvatura minor in Richtung des linken Iliosakralgelenks folgen und den Magen während der leichten Ausatmung in dieser Position halten.

  • Bei erneuter tiefer Einatmung mit den Fingern der Curvatura minor wieder in Richtung des linken Iliosakralgelenks folgen.

  • Diesen Vorgang 2–3× wiederholen

Bewertung: Auf Äußerungen des Patienten achten.
  • Normalbefund: keine Beschwerden

  • Bessern sich die Beschwerden durch den Test, deutet dies auf eine Hiatushernie hin.

Merke

Bei unklaren Testergebnissen kann der Magen während der Einatmung auch aktiv sanft nach kaudal bewegt werden.

Manson-Zeichen (Abb. 4.52)
Patient: in Manson-ZeichenRückenlage, Beine Hiatushernie:Manson-Zeichenangestellt
Therapeut: auf der rechten Seite des Patienten
Handposition: Die Finger beider Hände liegen unterhalb des chondrokostalen Übergangs der VII. Rippen, ca. 2 cm links von der Mittellinie.
Ausführung:
  • Sanften Druck nach medial und kranial ausüben.

  • Den Patienten auffordern, einzuatmen.

Bewertung: Bohrender Schmerz deutet dabei auf eine Hiatushernie hin.

Osteopathische Behandlung

Entspannung der Kardia (Abb. 4.53)
Indikation: erhöhte Spannung in der Kardia:EntspannungstechnikKardiaregion
Patient: sitzend, die Beine von der Untersuchungsliege herabhängend
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten, linkes Knie auf der Bank
Handposition:
  • Die Fingerspitzen zunächst rechts und links von der Verbindungslinie zwischen Proc. xiphoideus und Nabel unterhalb der Leber aufsetzen.

  • Von dort die Finger so nah wie möglich an den Proc. xiphoideus legen.

Ausführung:
  • Den Patienten auffordern, tief auszuatmen.

  • Mit beiden Händen einen Zug nach kaudal und links in Richtung SIAS ausüben.

  • Während der Patienten 3–4× ein- und tief ausatmet und dann die Luft anhält, den Zug aufrechterhalten.

  • Beim Einatmen den Zug langsam nachlassen.

  • Wenn nötig, Vorgang 2–3× wiederholen, bis eine Entspannung in der Kardiaregion eintritt.

Behandlung einer Hiatushernie (Abb. 4.54)
Indikation: Hiatushernie Hiatushernie:Behandlungaufgrund einer abdominalen oder thorakalen Zugeinwirkung auf Magen und Zwerchfell, gastroösophagealer Reflux, Test auf Hiatushernie positiv
Patient: in Rückenlage, Beine angestellt
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten, auf Höhe des Magens
Vorbereitung: Inhibition der Kardia und des Zwerchfells, indem mit beiden Händen sanfter Druck in der Kardiaregion ausgeübt und gleichzeitig den Gewebespannungen sanft gefolgt wird.
Handposition: Fingerbeeren der rechten Hand sanft auf die Kardia setzen.
Ausführung: Sanften Druck nach posterior ausüben.
Hiatushernien-Technik (adaptiert nach Barral) (Abb. 4.55a, 4.55b)
Indikation: Test auf Hiatushernie Hiatushernien-Technik (nach Barral)positiv
Patient: sitzend, Rücken leicht gebeugt
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten, diesen mit seinem Körper abstützend, linkes Knie auf der Bank
Handposition:
  • Arme unter den Achseln durchführen und die Finger beider Hände mit der Ulnarseite beidseitig 1–2 Querfinger unter den Proc. xiphoideus legen.

  • Den Patienten nach vorne beugen, damit die Ulnarseiten der Hände sanft in den Bauch eintauchen können; der Patient wird sozusagen „über die Hände gerollt“.

  • Mit den Daumen- oder Fingerspitzen die Curvatura minor palpieren und sich von dort sanft der Kardia annähern, um diese, wenn möglich, zu palpieren.

Ausführung:
  • Während der Einatmung mit den Händen der Kardia nach kaudal folgen, dabei kann zusätzlich sanfter Zug nach kaudal ausgeübt werden.

  • Während der Ausatmung die Kardia kaudal halten und der Bewegung nach kranial Widerstand entgegensetzen.

  • Bei erneuter Einatmung mit den Händen der Kardia wieder nach kaudal folgen.

  • Diesen Vorgang 2–3× wiederholen bzw. solange weitermachen, bis sich die Kardia nicht noch weiter nach kranial bewegt.

  • Die Finger werden dabei immer höher (nach superior) an die Kardia gelegt.

  • Das Brustbein nach anterior schieben und dadurch den Patienten zusätzlich in Extension bringen.

  • Den Patienten auffordern, mit seiner rechten Hand den Nacken zu umgreifen.

  • Mit dem linken Daumen weiterhin die Kardia kaudal halten.

  • Gleichzeitig mit der rechten Hand den rechten Arm umgreifen und ihn nach hinten ziehen, damit der Patient in eine Seitneigung nach links und eine Rotation nach rechts gebracht wird.

  • Zur Unterstützung kann der Patient seinen Kopf zusätzlich nach rechts drehen.

  • Dabei mit dem linken Daumen die Kardia fixieren.

  • Diese Position halten, bis eine Entspannung der Kardiaregion eintritt.

Merke

Die erste Behandlung ist für den Patienten meist schmerzhaft. Bei Anwendung dieser Technik in den nachfolgenden Behandlungssitzungen sinkt die Schmerzhaftigkeit. Meist muss die Behandlung 2–3× wiederholt werden.

Magenptose

Torsten Liem

Ursachen

  • Höheres MagenptoseAlter

  • (Erbliche) Veranlagung zu Bindegewebsschwäche und schwachem Muskeltonus

  • Fehlernährung, z. B. regelmäßig zu üppige Nahrungsaufnahme

  • Abdominale Hypotension

  • Tonusverlust und Absenkung des Diaphragma pelvis und v. a. des Diaphragma urogenitale, z. B. nach zahlreichen Geburten

  • Übermäßige Kyphose der BWS

  • Regelmäßiges Arbeiten mit über den Kopf erhobenen Armen

Symptome

  • Schweregefühl im Symptome:MagenptoseMagenptose:SymptomeBauch

  • Druckgefühl im Bauch beim Tragen enger Kleidung

  • Häufig schnell eintretende Sättigung

  • Blässe (durch Anämie)

  • Kopfschmerzen am Ende der Nahrungsaufnahme

Osteopathische Diagnostik

  • Je stärker sich eine Hypotonie des Magens in Richtung Atonie entwickelt, desto deutlicher wird sich eine Magensenkung ausbilden. Im Gegensatz zum normalen Magen, der seine Form stets beibehält, ist der atonische Magen vergrößert. Seine Form ist von den angrenzenden Organen abhängig. In der Regel schmiegt sich die Curvatura major nach unten dem Colon transversum an.

  • Der atonische Magen kann nach Mayr den aufblähenden Gasen wenig Widerstand entgegensetzen, sodass der Perkussionsschall tief ist, während er über dem normalen Magen hoch ist.

  • Zur Senkung kommt es aufgrund der erschlafften glatten Muskelfasern, sodass die Aufhängungen nicht tiefer treten. Die Kardia wird vom Ösophagus und Zwerchfell fixiert. Die Lage des Pylorus ist vom Zustand des Duodenums abhängig. Bei atonischem Duodenum wird sich auch der Pylorus senken und von der Wirbelsäule nach links verlagern. Die Folge ist, dass sich der Magen noch weiter nach links verschiebt.

  • Bei extremer Erweiterung des Magens kann der Pylorus wieder vor der Wirbelsäule oder sogar rechts von ihr liegen. Die Curvatura major wird dabei knapp oberhalb des Os pubis zu palpieren sein und der größte Teil des Magens wird sich unterhalb des Nabels befinden.

Test einer Magenptose (Abb. 4.56)
Patient: sitzend, Rücken leicht Tests:MagenptoseMagenptose:Testgebeugt
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten, diesen mit seinem Körper abstützend, linkes Knie auf der Bank
Handposition:
  • Mit den löffelförmig gebogenen Fingern beider Hände das Corpus gastricum palpieren.

  • Dabei versuchen, möglichst viel vom Magen mit den Fingern zu greifen.

Ausführung:
  • Während der Ausatmung dem Magen nach kranial folgen und ihn während der leichten Einatmung in dieser Position halten.

  • Bei erneuter Ausatmung mit den Händen dem Magen wieder nach kranial folgen.

  • Diesen Vorgang 2–3× wiederholen.

Bewertung: Auf Äußerungen des Patienten achten.
  • Bessert sich das Schweregefühl im Bauch, deutet dies auf eine Magenptose hin.

Merke

Bei unklaren Testergebnissen kann der Magen während der Ausatmung auch aktiv nach kranial in Richtung der linken Schulter gehoben werden.

Test einer fixierten Magenptose (Abb. 4.57)
Patient: sitzend, die Hände umgreifen Magenptose:fixierte, Testden Tests:MagenptoseNacken
Therapeut: stehend, rechts seitlich hinter dem Patienten
Handposition:
  • Mit dem rechten Arm beide Ellenbogen umgreifen.

  • Die linke Hand etwa auf Höhe der mittleren BWS auf den Rücken legen, die Finger nach kaudal gerichtet.

Ausführung: Thorax in Extension bringen.
Bewertung: Auf Äußerungen des Patienten achten.
  • Spürt der Patient eine zunehmende Spannung in der Abdominalregion, deutet dies auf eine fixierte Magenptose hin.

  • Spürt der Patient eine zunehmende Spannung unter dem rechten Rippenbogen in der rechten Medioklavikularlinie, deutet dies auf einen Spasmus der Pars descendens des Duodenums (häufig kombiniert mit einem Spasmus des Sphincter Oddi) hin.

Osteopathische Behandlung

Heben des Magens im Sitzen (nach Barral)
Indikation: Magenptose, Magenptose:BehandlungVerbesserung der Behandlung:MagenptoseBeweglichkeit des MagensMagen:Hebetechnik (keine Positionsveränderung des Magens) und der Magenpassage
Patient: sitzend, Rücken leicht gebeugt
Therapeut: sitzend, hinter dem Patienten
Variation 1 (Abb. 4.58)
Handposition:
  • Den rechten Arm über die rechte Schulter legen, den linken Arm unter der linken Achsel durchführen.

  • Beide Hände mit der Ulnarseite unter den Rippenrand auf eine gedachte Linie zwischen linker Mamille und Nabel legen und den oberen Magenanteil kontaktieren.

  • Den Patienten nach vorne beugen, damit die Ulnarseiten der Hände sanft in den Bauch eintauchen können; der Patient wird sozusagen „über die Hände gerollt“.

  • Anschließend die Hände so drehen, dass nicht mehr die Ulnarseiten, sondern die Finger den oberen Magenanteil berühren.

Ausführung:
  • Während einer leicht betonten Einatmung des Patienten schmiegen sich die Fundusregion und der obere Anteil der Curvatura major noch deutlicher in die Finger des Therapeuten.

  • Während der Ausatmung diesen Handkontakt beibehalten.

  • Den Patienten auffordern, leicht ein- und tief auszuatmen.

  • Während der Ausatmung mit den Händen dem Magen nach kranial folgen und ihn während der leichten Einatmung in dieser Position halten.

  • Bei erneuter Ausatmung mit den Händen dem Magen wieder nach kranial folgen.

  • Im Laufe der Behandlung die Rückenrundung zunehmend verstärken, damit die Finger dem Magen möglichst weit nach kranial folgen können.

  • Diesen Vorgang wiederholen, bis sich der Magen nicht mehr weiter nach kranial bewegt.

  • Dann, ohne die Hände vom Magen zu lösen, mit Hilfe des Körpers und der Arme den Thorax des Patienten zusätzlich in eine Rotation nach links bringen, damit sich der Fundus-Pylorus-Abstand vergrößert.

  • Am Ende dieses Manövers den Patienten sanft aufrichten oder sogar in eine leichte Extension bringen, um die Pylorusregion zusätzlich zu heben.

  • Dabei können die Finger den Magen auch aktiv sanft nach kranial und in Richtung der linken Schulter mobilisieren.

Merke

Nach Barral konnte bei radiologischen Kontrolluntersuchungen dieser Technik eine kraniale Verschiebung der Pylorusregion um 5 cm festgestellt werden.

Variation 2 (Abb. 4.59)
Handposition:
  • Den rechten Arm Magen:Hebetechniküber die rechte Schulter legen, den linken Arm unter der linken Achsel durchführen.

  • Die Ulnarseite der rechten Hand unter den linken Rippenrand auf eine gedachte Linie zwischen linker Mamille und Nabel legen und den oberen Magenanteil kontaktieren (Fundusregion und oberen Anteil der Curvatura major).

  • Mit der Ulnarseite der linken Hand den unteren Rand des Magens etwa auf Höhe des Nabels links von der Mittellinie kontaktieren (unterer Anteil der Curvatura major und Pylorus).

  • Den Patienten nach vorne beugen, damit die Ulnarseiten der Hände sanft in den Bauch eintauchen können; der Patient wird sozusagen „über die Hände gerollt“.

  • Dabei die rechte Hand so drehen, dass die Finger Kontakt zum oberen Magenanteil bekommen.

Ausführung:
  • Während einer leicht betonten Einatmung des Patienten schmiegen sich die Magenanteile noch deutlicher in die Hände des Therapeuten.

  • Während der Ausatmung den Handkontakt beibehalten, um wahrzunehmen, welcher Magenanteil (oberer oder unterer) stärker durch die Ruheatmung mobilisiert wird; dort mit der Behandlung beginnen.

  • Den Patienten auffordern, leicht aus- und tief einzuatmen.

  • Während der Einatmung mit den Händen dem betreffenden Magenanteil nach kaudal folgen und den Magen während der leichten Ausatmung in dieser Position halten.

  • Bei erneuter Einatmung mit den Händen dem Magen wieder nach kaudal folgen.

  • Indem der Magen immer weiter in die Ptose gebracht wird, verstärkt sich zunehmend die Wandspannung.

  • Ab einem bestimmten Moment beginnt auch der andere Magenanteil, sich wieder atemsynchron zu bewegen. Auch diesem während der Einatmung nach kaudal folgen und die Position während der Ausatmung beibehalten.

  • Dabei nimmt auch die innere Torsion zwischen oberem und unteren Magenanteil zu; die Magenwandspannung erhöht sich (nach Helsmoortel, Hirth & Wührl 2002).

  • Diesen Vorgang wiederholen, bis sich die Magenanteile nicht mehr weiter nach kaudal bewegen.

Merke

Helsmoortel, Hirth und Wührl vermuten, dass sich durch die Zunahme der inneren Magentorsion, innereMagentorsion die Magenwandspannung/-tonusMagenwandspannung erhöht und die Schrittmacherzellen des Magens stimuliert werden. Das hat eine Verbesserung des Magenwandtonus zur Folge.

Heben des Magens in Rückenschräglage (nach Barral)
Indikation: Magenptose:BehandlungMagenptose, Adhäsionen in der Magengegend, insbesondere im Bereich des linken Rippenbogens, Atembeschwerden, Verbesserung der Magenbeweglichkeit (keine Positionsänderung des Magens), Entspannung im Oberbauch
Patient: in Rückenlage und negativer Schräglage (Kopf liegt tiefer als die Beine), Beine angestellt
Variation 1 (Abb. 4.60)
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten, auf Höhe der Hüftgelenke
Handposition:
  • Beide Hände übereinander und einige Querfinger unter den linken Rippenbogen legen.

  • Die nach kranial gerichteten Finger sanft in den Bauch einsinken lassen.

  • Die Hände sanft nach kranial unmittelbar unter den Rippenbogen schieben, bis sie sich auf dem Magenfundus befinden.

Variation 2 (Abb. 4.61)
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten, auf Höhe der Hüftgelenke
Handposition:
  • Die Finger der linken Hand seitlich an den unteren linken Thorax und den Daumen unter den linken Rippenrand auf den Magenfundus legen.

  • Mit der rechten Hand von unten den unteren Anteil der Curvatura major und die Pylorusregion umfassen.

Variation 3 (Abb. 4.62)
Therapeut: stehend, seitlich des Patienten am Kopfende
Handposition:
  • Die Finger der rechten Hand unter den Rippenbogen auf den Magenfundus legen.

  • Mit der linken Hand von unten den unteren Anteil der Curvatura major und die Pylorusregion umfassen.

Ausführung:
  • Während einer leicht betonten Einatmung des Patienten schmiegt sich der Magen in die Hände des Therapeuten. Während der Ausatmung diesen Kontakt beibehalten.

  • Den Patienten auffordern, leicht ein- und tief auszuatmen.

  • Während der Ausatmung den Magen nach posterior und kranial begleiten und ihn während der leichten Einatmung in dieser Position halten.

  • Bei erneuter Ausatmung mit den Händen dem Magen wieder nach kranial folgen.

  • Diesen Vorgang 2–3× wiederholen bzw. solange fortfahren, bis sich der Magen nicht mehr weiter nach kranial bewegt.

  • Wenn sich bei der Ausführung ein starker Gewebewiderstand zeigt oder kaum noch Wegstrecke nach kranial gewonnen oder keine weitere Verbesserung der Symptomatik erzielt werden kann, ist es sinnvoll, den Magen zusätzlich zu mobilisieren: Dazu während der Ausatmung den Magen aktiv nach posterior und kranial in Richtung der linken Schulter bewegen.

Merke

Vor Anwendung dieser Technik stets erst eine erhöhte Spannung des Omentum majus behandeln.

Da sich die Diaphragmen gegenseitig beeinflussen, sollte auch eine abnorme Spannung oder Ptose des Beckenbodens behandelt werden.

Bei erschlafften Bauchmuskeln ist es zudem sinnvoll, dass der Patient regelmäßig (Kräftigungs-)Übungen durchführt.

Heben des Magens in Seitenlage
Indikation: Mobilisation des Magen:HebetechnikMagens und seiner faszialen Strukturen, Verbesserung der Trophik, Magenptose, Verbesserung der Magenbeweglichkeit (keine Positionsänderung des Magens)
Patient: in rechter Seitenlage, Hüfte und Knie 90° gebeugt; die linke Hand liegt vor dem Körper flach auf der Behandlungsliege.
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten; die linke Hüfte berührt das Becken des Patienten.
Variation 1 (Abb. 4.63)
Handposition:
  • Den rechten Unterarm unter den linken Arm des Patienten legen.

  • Mit beiden Händen unterhalb des linken Rippenbogens Kontakt mit dem Magen aufnehmen.

Ausführung:
  • Während der Ausatmung Druck mit beiden Händen auf den Magen in Richtung der linken Schulter ausüben und ihn während der Einatmung beibehalten.

  • Diesen Vorgang 2–3× wiederholen, bis es zu einer Spannungslösung kommt

Variation 2 (Abb. 4.64)
Handposition:
  • Mit der linken Hand ventral Kontakt mit dem Magen aufnehmen.

  • Die rechte Hand liegt auf der rechten Thoraxseite (IX. bis XI Rippe) und die Finger zeigen nach kranial.

Ausführung:
  • Mit der rechten Hand die viszerale Masse nach ventral anheben.

  • Während der Ausatmung mit der linken Hand Druck auf den Magen in Richtung der linken Schulter ausüben.

Magenulkus

Torsten Liem
Indikationen und Ziele einer begleitenden osteopathischen Behandlung
  • Stauungen im Dünndarm auflösen, da diese die Magenentleerung Magenulkusverlangsamen und eine Schleimhaut schädigende chemische Reizung (mit)verursachen.

  • Überdehnung des Magens durch persistierende Gasbildung verhindern.

  • Venösen Blutstau im Magen beheben oder mindern, indem die Magenbeweglichkeit bzw. Kontraktion gefördert und der venöse Abfluss im Bereich der Leber verbessert wird.

  • Spasmen der Magenmuskulatur entspannen, damit die Schleimhaut wieder besser durchblutet wird.

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