© 2020 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen

B978-3-437-56011-8.00011-3

10.1016/B978-3-437-56011-8.00011-3

978-3-437-56011-8

Die Entwicklung der Milz und ihre Lageveränderung.

a: In der 8. Woche befindet sich die Milz zwischen den Blättern des dorsalen Mesogastriums.

b: Durch die Magendrehung verlagert sich die Milz in der 16. Woche in den linken Oberbauch. Sie bleibt intraperitoneal gelegen.

Form und Oberflächengliederung der Milz. a: Ansicht von ventromedial. b: Ansicht von kraniolateral.

Projektion der Milz auf die Bauchwand. a: Ansicht von lateral. b: Ansicht von posterior.

Peritoneale und ligamentäre Beziehungen der Milz (Ansicht von medial)

Lage und Fixation der Milz im linken Oberbauch

Arterielle Versorgung der Milz

Venöser Abfluss der Milz

Hinweiszeichen auf eine Dysfunktion

„Klassische“ Milzpalpation (Variation 1)

„Klassische“ Milzpalpation (Variation 2)

Mobilität der Milz nach Finet und Williame. a: Frontalebene. b: Sagittalebene.

Palpation der Milzmobilität in Rückenlage

Palpation der Milzmobilität in Seitenlage

Palpation der Milzmobilität im Sitzen

Palpation der Milzmobilität

Test des Lig. gastrosplenicum

Test des Lig. phrenicocolicum

Mobilisation der Milz

Mobilisation der Milz im Sitzen

Mobilisation der Milz in Rückenlage

Mobilisation und Hämodynamisierung der Milz

Dehnung des Lig. pancreaticosplenicum

Dehnung des Lig. gastrosplenicum

Dehnung des Lig. phrenicocolicum

Ausatmungsdysfunktion

Reposition der Milz in Rückenlage

Reposition der Milz in Seitenlage

Reposition der Milz in Seitenlage

Vibration am Milzhilum

Drainagetechnik für die Milz in Seitenlage

Milzinnervation

Tab. 11.1
Innervation Segment, Kerngebiete Verlauf Umschaltung
sympathisch Th5–Th9 → → Grenzstrang (Truncus sympathicus) → N. splanchnicus major, N. splanchnicus minor Plexus coeliacus auf Plexus splenicus und z. T. vom Plexus mesentericus superior auf Plexus gastroomentalis
parasympathisch Nucleus dorsalis nervi vagi Medulla oblongata → N. vagus (X) → Plexus coeliacus → zur Milz intramural

Milz

Therapeut auf den Fotos:

Uwe Senger

  • 11.1

    Embryologie Herwig Hahn von Dorsche354

  • 11.2

    Anatomie Torsten Liem355

    • 11.2.1

      Funktion355

    • 11.2.2

      Aufbau355

    • 11.2.3

      Topografische Anatomie355

    • 11.2.4

      Gefäßversorgung, Lymphwege, Innervation359

  • 11.3

    Dysfunktionen Torsten Liem (11.3.1, 11.3.3, 11.3.4), Michel Puylaert (11.3.2)361

    • 11.3.1

      Ursachen361

    • 11.3.2

      Kompensations-mechanismen362

    • 11.3.3

      Folgen362

    • 11.3.4

      Differenzialdiagnosen362

  • 11.4

    Diagnostik der Dysfunktionen Torsten Liem (11.4.1, 11.4.2), Michel Puylaert (11.4.3), Uwe Senger (10.4.4–10.4.810.4.410.4.510.4.610.4.710.4.8)362

    • 11.4.1

      Symptome362

    • 11.4.2

      Inspektion363

    • 11.4.3

      Reflexzonen und Hinweiszeichen363

    • 11.4.4

      Perkussion364

    • 11.4.5

      Palpation364

    • 11.4.6

      Motilität366

    • 11.4.7

      Mobilität366

    • 11.4.8

      Tests371

  • 11.5

    Behandlung der Dysfunktionen Torsten Liem (11.5.8), Uwe Senger (11.5.1–11.5.7)373

    • 11.5.1

      Mobilisation der Milz373

    • 11.5.2

      Mobilisation der Milz im Sitzen373

    • 11.5.3

      Mobilisation der Milz in Rückenlage374

    • 11.5.4

      Mobilisation und Hämodynamisierung der Milz375

    • 11.5.5

      Dehnung des Lig. pancreaticosplenicum376

    • 11.5.6

      Dehnung des Lig. gastrosplenicum377

    • 11.5.7

      Dehnung des Lig. phrenicocolicum378

    • 11.5.8

      Fasziale Behandlung der Milz (modifiziert nach Finet und Williame)378

    • 11.5.9

      BEFNT-Integration der Milz380

  • 11.6

    Milzptose Uwe Senger381

    • 11.6.1

      Ursachen381

    • 11.6.2

      Symptome381

    • 11.6.3

      Osteopathische Diagnostik381

    • 11.6.4

      Osteopathische Behandlung382

  • 11.7

    Splenomegalie Uwe Senger383

    • 11.7.1

      Ursachen383

    • 11.7.2

      Symptome384

    • 11.7.3

      Osteopathische Diagnostik384

    • 11.7.4

      Osteopathische Behandlung384

Embryologie

Herwig Hahn von Dorsche
Die MilzMilz Milz:EmbryologieEmbryologie:Milzentwickelt sich aus dem Mesoderm:MilzentwicklungMesoderm zwischen den beiden Blättern des dorsalen Mesogastriums (Abb. 11.1). Dadurch behält sie ihre intraperitoneale Lage bei.
In der 5. Woche entsteht links hinter dem Magen durch die Vermehrung der Mesenchymzellen des dorsalen Mesogastrium dorsaleMesogastriums die Milzanlage. Aus den Mesenchymzellen werden das bindegewebige Stützgerüst (Parenchym) und die Organkapsel gebildet. Die funktionellen Zellen wandern erst später ein (s. u.).
Im 2. Monat ist die Milz ein länglicher Körper. Von der 8./10. Woche bis in den 5. Monat ist sie an der Blutbildung:MilzBlutbildung beteiligt. Form- und Lageänderung des Magens bewirken die Lageverschiebung der Milz in den linken Oberbauch. Dieser Vorgang ist in der 16. Woche abgeschlossen, und es beginnt das Größenwachstum der Milz.
Die Besiedlung mit Lymphozyten beginnt ab der 15. Woche, erste B-Zell-Regionen sind in der 17., erste T-Zell-Regionen in der 24. Woche nachweisbar. In der 26. Woche ist die Aufteilung der beiden funktionellen Zellregionen in der Milz abgeschlossen.

Anatomie

Torsten Liem

Funktion

  • sekundär lymphatisches Organ: Lymphozytenbildung und Milz:AnatomieImmunabwehr:MilzFunktion:MilzAnatomie:MilzImmunabwehr

  • Blutmauserung (= Erythrozytenabbau) von alten und deformierten Erythrozyten

  • Erythrozytenbildung in der Fetalperiode

  • Thrombozytenspeicherung

  • Blutspeicher (beim Menschen jedoch weniger wichtig als bei manchen Tieren, wie z. B. Hund, Katze)

Aufbau

Aufbau:MilzDie Form wechselt je nach Lage, meist hat die Milz ein kaffeebohnenförmiges Aussehen. Sie ist ca. 4 cm dick, 7 cm breit und 11 cm lang.
Man findet eine (Abb. 11.2):
  • konvexe Facies diaphragmatica unter der linken Zwerchfellkuppel und eine

  • konkave Facies visceralis, die an die benachbarten Eingeweide grenzt, dadurch eingedellt und unterteilt wird in

    • Facies gastrica: vorn oben, grenzt an den Magen,

    • Facies colica: vorn unten, grenzt an die linke Kolonflexur (kann fehlen),

    • Facies renalis: hinten unten, grenzt an die linke Niere.

An der Grenze zwischen Facies gastrica und Facies renalis liegt das MilzhilumMilzhilum (Hilum splenicum), durch das die Gefäße und Nerven ein- und austreten (A. A. splenicasplenica kranial der V. V. splenicasplenica).
Pole und Ränder heißen:
  • Extremitas anterior: vorderer Pol

  • Extremitas posterior: hinterer Pol

  • Margo superior: oberer Rand

  • Margo inferior: unterer Rand

Topografische Anatomie

Lage (Abb. 11.3)
  • macht die Atembewegungen 2–4 cm mit Lage:Milz

  • Längsachse folgt im Liegen der X. Rippe

  • intraperitoneal im linken Oberbauch, bis auf das MilzhilumMilzhilum von Peritoneum umgeben

  • Begrenzung:

    • oben: hinter dem linken Rippenbogen auf Höhe der IX. bis XI. Rippen, Angulus inferior scapulae

    • unten: etwas oberhalb der Spitze der XII. Rippe, auf Höhe von L1

    • vorn lateral: etwa 30° schräg nach vorn hinunter, unterer Pol in Axillarlinie auf Höhe der IX. Rippe

    • hinten medial: etwas lateral vom Angulus costae der X. und XI. Rippen, dem Verlauf der XI. Rippe folgend

Nachbarschaftsbeziehungen (Abb. 11.5)
  • Magen und Dickdarm: Größe der Milz:NachbarorganeAnlagerungsfläche an die Nachbarschaftsbeziehungen:MilzMilz hängt vom Füllungszustand dieser Organe ab.

  • Niere: Lagebeziehung der Milz zur Vorderfläche und zum äußeren Rand der linken Niere wird durch Körperhaltung und Atmung beeinflusst.

  • Zwerchfell: Die Milz liegt ihm direkt an und folgt daher den Zwerchfellbewegungen bei der Atmung.

  • Pankreasschwanz: reicht etwa an die Mitte des Milzhilums heran.

  • Linker Lungenunterlappen: mit Zwerchfell dazwischen.

Fixationen (Abb. 11.4, 11.5)
  • Lig. Lig. splenorenalesplenorenale (= Lig. Lig. phrenicosplenicumphrenicosplenicum): vom Fixationen:MilzMilzhilum zur dorsalen Bauchwand (Peritoneum parietale) im Bereich der linken Niere, zum Zwerchfell und Pankreasschwanz, enthält A. und V. splenica.

  • Lig. Lig. gastrosplenicumgastrosplenicum: vom Magen (Curvatura major) zum Milzhilum, enthält A. und V. gastrica brevis und A. gastroomentalis sinistra; erscheint in vivo zusammen mit dem Lig. pancreaticosplenicum (vom Pankreasschwanz zum Milzhilum) als ein Ligament mit unterschiedlichem Faserverlauf, embryologisch sind die Ligamente aber verschiedenen Ursprungs.

  • Lig. Lig. phrenicocolicumphrenicocolicum: mit dem Lig. Lig. splenocolicumsplenocolicum (zwischen Milz und linker Kolonflexur) und Lig. sustentaculum Lig. sustentaculum splenicumsplenicum (von der Milz zum diaphragmalen Peritoneum auf Höhe der X. Rippe und Colon transversum) in vivo eine Struktur mit unterschiedlicher Faserausrichtung.

  • MilzhilumMilzhilum: Gefäße und hämodynamischer Druck halten als Drucksystem die Milz in ihrer Position.

Merke

Im Präparat stellt man fest, dass fixierende ligamentäre Strukturen zwischen Milz, Pankreas, Magen und Flexura coli sinistra ineinander übergehen.

Gleitflächen
  • direkte Gleitflächen: Gleitflächen:MilzDiaphragma, Curvatura major des Magens

  • indirekte Gleitflächen: Flexura coli sinistra, linke Niere, linke Pleura, Recessus costodiaphragmaticus rechts, rechte IX. bis XI. Rippen, Omentum majus

Gefäßversorgung, Lymphwege, Innervation

Arterien
Gefäßversorgung:MilzVon Milz:GefäßversorgungArterien:Milzder Bauchaorta geht als 1. Aufzweigung unterhalb des Zwerchfells der Truncus Truncus coeliacuscoeliacus ab, der sich in 3 Äste aufteilt:
  • A. splenica

  • A. gastrica sinistra

  • A. hepatica propria

Die A. A. splenicasplenica (Abb. 11.6) verläuft unter bzw. hinter dem Oberrand des Pankreas und teilt sich vor dem Eintritt ins Milzhilum in mehrere Äste auf, die in einer Linie in die Milz eintreten.
Venen
Die V. splenicaV. splenica (Abb. 11.7) läuft parallel Venen:Milzzur A. splenica. Sie nimmt neben zahlreichen Magen- und Pankreasvenen die V. mesenterica inferior auf und vereinigt sich mit der V. mesenterica superior zur V. portae V. portae hepatishepatis.
Lymphwege (Abb. 12.8)
Die Lymphwege:MilzLymphgefäße verlassen die Milz am Milzhilum. Der Lymphabfluss erfolgt zu den regionalen Nll. Nll. splenicisplenici → am Oberrand des Pankreas entlang zu Nll. coeliaci → Trunci lymphatici intestinales → Cisterna chyli → Ductus thoracicus.
Innervation
(Tab. 11.1) Milz:InnervationInnervation:Milz

Dysfunktionen

Torsten Liem (11.3.1, 11.3.3, 11.3.4), Michel Puylaert (11.3.2)

Ursachen

Parietale Dysfunktionen
  • obere HWS und Schädelbasis (→ N. vagus) Milz:DysfunktionenDysfunktionen:Milz

  • Th6–Th9 (→ Sympathikus)

  • VIII. bis XI. Rippen über Gleitfläche oder Lig. sustentaculum splenicum

  • Hyper- oder Hypotonus des Zwerchfells über Gleitfläche, Lig. sustentaculum splenicum oder Lig. phrenicosplenicum

Viszerale Dysfunktionen
  • Alle Organe in der Umgebung der Milz können über Gleitflächen, ligamentäre und fasziale Verbindungen die Beweglichkeit der Milz einschränken oder kompensatorisch ändern:

    • linke Lunge, Pleura (Mobilitätsverlust, Verklebungen, Erguss) über Facies diaphragmatica, Lig. phrenicosplenicum, Lig. sustentaculum splenicum

    • Magen über Gleitfläche, Lig. gastrosplenicum

    • Colon transversum und Flexura coli sinistra über Gleitfläche, viszerotensorische Stützwirkung, Lig. splenocolicum, Lig. sustentaculum splenicum

    • linke Niere über Gleitfläche, viszerotensorische Stützwirkung, Lig. phrenicosplenicum

    • Pankreas über Kontakt zum Milzhilum, Lig. pancreaticosplenicum

  • Mobilitätsverlust von Zäkum und/oder Ileum terminale über Radix mesenterii und Pankreasschwanz

  • Peritoneale Fixierungen, Narben

  • Enteroptose

  • Stützverlust (embryologisch bedingt) durch Flexura coli sinistra oder linke Niere

Ligamente
Viszerale Dysfunktionen.
Nervale Störungen
  • N. vagus: z. B. bei intrakraniellen Prozessen; Dysfunktionen der Schädelbasis, der oberen HWS, der vorderen Halsfaszien, des Mediastinums, des Zwerchfells

  • Sympathikus auf Höhe von Th5–Th9 intraspinal oder paravertebral

  • Plexus coeliacus

Störungen des Herz-Kreislauf-Systems
  • Hypotonie (niedriger Blutdruck)

  • Stauung V. portae, Ösophagusvenen

  • Herzinsuffizienz

  • Anämie

  • Polyglobulie

Weitere Ursachen
  • Schlag oder Fall auf Rücken oder Seite

  • Unfälle

  • Hypotension von linker Kolonflexur oder Dünndarm

  • Infektionen (viral oder bakteriell)

Kompensationsmechanismen

Merke

Ein Großteil der genannten Kompensationsmechanismen:MilzKompensationsmechanismen ist rein hypothetisch und bedarf weiterer Untersuchungen.

  • Selbstregulation: Veränderung der Spannungsverhältnisse innerhalb des ersten Blatts von Glenard

  • Stabilisation durch Magen und Pankreasschwanz

  • Stützfunktion durch Lig. splenocolicum, Lig. phrenicocolicum und Peritoneum parietale

  • Aktivierung verschiedener kompensatorischer Kräfte durch Spannungsänderungen an Colon descendens, linker Niere und Toldt-Faszie

  • Übernahme einer kompensatorischen Funktion durch die linke Zwerchfellhälfte

Folgen

  • Zervikomyalgien, Kopfschmerzen

  • Dysfunktion der Kopfgelenke (okzipito-atlanto-axialer Komplex, OAA)

  • Dysfunktion Th8–Th9 (viszerosomatischer Reflex)

  • Dysfunktion Th9–Th10, IX. und X. Rippe (mechanisch)

  • abnorme Spannung am/an

    • Zwerchfell

    • M. quadratus lumborum links

    • paravertebraler Muskulatur (v. a. Th5–Th9)

  • Dysfunktion in NSR des thorakolumbalen Übergangs (Th11–L1)

Differenzialdiagnosen

  • SplenomegalieSplenomegalie (11.7) Differenzialdiagnosen:Milz

  • Milzruptur

  • Milzstauung

  • Milzinfarkt

  • Morbus Hodgkin

  • Leukämie

Diagnostik der Dysfunktionen

Torsten Liem (11.4.1, 11.4.2), Michel Puylaert (11.4.3), Uwe Senger (10.4.4–10.4.810.4.410.4.510.4.610.4.710.4.8)

Symptome

(11.7.2)
  • keine charakteristischen Symptome:MilzdysfunktionMilz:Diagnostik der DysfunktionenSymptome

  • bei Lageanomalien evtl. uncharakteristische Bauchbeschwerden

  • bei Splenomegalie:SymptomeSplenomegalie evtl. diffuser Schmerz im linken Oberbauch (Kapselspannung), jedoch auch meistens asymptomatisch

Inspektion

  • linker Rippenbogen Inspektion:Milzdysfunktion (Rippen IX bis XI) in Einatmungsposition: Milzvergrößerung

  • linker Rippenbogen (Rippen IX bis XI) in Ausatmungsposition: Milzverkleinerung

Reflexzonen und Hinweiszeichen (Abb. 11.8)

Dermatom
  • anterior: Th7–Th11 Reflexzonen:MilzMilz:ReflexzonenDermatom:Milzlinks

  • posterior: Th7–Th11 links

Dermalgiereflexe nach Jarricot
  • anterior: vom Nabel aus 45° nach links kranial im Dermatom Dermalgiereflexe nach Jarricot:MilzTh9

Neurolymphatische Reflexe nach Chapman
  • anterior: 7. ICR links nahe der knorpeligen Chapman-Reflexe:MilzVerbindung

  • posterior: links zwischen Procc. transversi von Th6 und Th7

Triggerpunkte
nicht Triggerpunkte:Milzbekannt
Periostschmerzpunkte
  • anterior: VII. und VIII. Rippe links in der Periostschmerzpunkte:MilzMedioklavikularlinie

  • posterior: VII. und VIII. Rippe links in der Medioklavikularlinie

Knap-Punkte
  • anterior: 6.–8. ICR (nahe der knorpeligen Verbindung) Knap-Punkte:Milz

  • posterior: Procc. spinosi von Th5 und Th6

Muskuläre Hinweiszeichen
  • subkostales Ziehen Hinweiszeichen:Milzdysfunktionlinks

Vertebrale Hinweiszeichen
  • Dysfunktion Th5–Th10 (N. splanchnicus major)

Perkussion

Milzloge
Begrenzung: MilzlogeMedioaxillarlinie ± 2 Querfinger nach vorne und hinten, kranial VII. bis VIII. Rippe, kaudal X. Perkussion:MilzRippe
Patient: in rechter Seitenlage
Therapeut: stehend, vor oder hinter Patienten
Ausführung:
  • Brustwand in der hinteren Axillarlinie von kranial nach kaudal perkutieren (1).

  • Um die Axillarlinie auf Höhe der VIII. bis X. Rippe von hinten nach vorne perkutieren (2).

  • Den Patienten auffordern, tief einzuatmen, und dabei hinter der Axillarlinie auf Höhe L1 perkutieren (3).

Bewertung: Auf die Qualität des Klopfschalls achten, um die Position und Größe der Milz zu beurteilen.
  • (1) Auf Übergang von sonorem Lungenschall zu gedämpftem Klopfschall:MilzKlopfschall der Milz achten. Splenomegalie verkleinert den Traube-Traube-RaumRaum von und/oder verlagert diesen nach rechts (Abb. 4.14).

  • (2) Nach vorne Milz gegen den tympanitischen Klopfschall des Magens und Dickdarms abgrenzen.

  • (3) Auf Höhe der VII./VIII. Rippe wird durch das Senken der Lunge und die Milzbewegung nach unten der Klopfschall sonor. Bleibend gedämpfter Klopfschall deutet auf Splenomegalie:KlopfschallSplenomegalie (→ Verkleinerung des Traube-Raums, Abb. 4.14) oder allgemeine viszerale Hypertension im Endstadium oder Lungenpathologie hin. Die gesamte Ausdehnung der Milz kann jedoch nicht perkutiert werden, da sie z. T. von der Lunge überlagert wird.

Palpation

„Klassische“ Palpation der Milz (Abb. 11.9)
Patient: in Rückenlage, Beine angestellt Palpation:MilzMilz:Palpation
Variation 1
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten
Handposition:
  • Die linke Hand unter den linken Rippenbogen legen, die Fingerspitzen zeigen dabei nach kranial und etwas lateral; Hautreserve beachten.

  • Den rechten Daumen auf den Rand des linken Rippenbogens, lateral der Medioklavikularlinie, legen.

Ausführung:
  • Mit der rechten Hand die Rippen heben.

  • Während der Einatmung mit den Fingerspitzen der linken Hand am Unterrand der Milz die Abwärtsbewegung tasten; Hautreserve beachten.

Variation 2 (Abb. 11.10)
Therapeut: stehend, am Kopfende des Patienten auf der linken Seite
Handposition:
  • Die linke Hand auf den Rand des linken Rippenbogens, lateral der Medioklavikularlinie, legen.

  • Die rechte Hand unter die letzte Rippe legen, die Fingerspitzen zeigen dabei nach kraniolateral; dabei eine Weichteilreserve behalten.

Ausführung:
  • Mit der linken Hand die Rippen heben.

  • Mit der rechten Hand während der Einatmung die Milz tasten.

Bewertung:
  • Normalbefund: Milz ist nicht tastbar.

  • Kann die Milz als feste Masse unterhalb des linken Rippenbogens auf Höhe der X. Rippe getastet werden, deutet dies auf ein Ptose und/oder Splenomegalie hin.

Merke

Beim Einatmen gleitet die Milz nach kaudal, beim Ausatmen nach kranial.

Motilität

Im Inspir kommt es zu einer internen Rotation und zu folgenden Bewegungen: Motilität:Milz
  • Bewegung nach kranial und lateral,

  • Vertikalisation,

  • leichte Rotation gegen den Uhrzeigersinn.

Palpation der Milzmotilität
  • Nur über den Thorax ohne direkten Kontakt möglich. Palpation:MilzmotilitätMilzmotilität:Palpation

  • Bei Splenomegalie ist ein direkter Kontakt möglich.

Mobilität

Mobilität nach Finet und Williame
Bei der Einatmung kommt es zu folgenden Bewegungen (Abb. 11.11):
  • In Abhängigkeit vom Zwerchfell bewegt sich die Milz nach kaudal.

  • Die rechte, dem Centrum tendineum nahe Seite der Milz vollführte bei 80 % der von Finet und Mobilität nach Finet und Williame:MilzWilliame untersuchten Personen eine leichte, nach medial gerichtete Bewegung.

  • Bei 70 % der untersuchten Personen war eine bis 3,9 mm nach ventral gerichtete Bewegung festzustellen.

Mobilität nach Barral und Mercier
Bei der Einatmung kommt es zu Mobilität nach Barral und Mercier:Milzfolgenden Bewegungen (Abb. 11.9):
  • Milzbewegung hauptsächlich nach kaudal,

  • ein wenig nach rechts,

  • leichte Seitneigung nach rechts.

Palpation

Eine Milz ohne Störungen ist mit direktem Kontakt nicht palpabel. Zur Beurteilung von Quantität und Qualität einer Dysfunktion sind die im Folgenden dargestellten Varianten möglich.

Bei Auffälligkeiten bei der Milzpalpation nach Lymphknotenschwellung suchen, um andere Pathologien auszuschließen: subokzipital, submandibulär, zervikal, sublingual, vor und hinter M. sternocleidomastoideus, retroklavikulär, 1.–4. ICR, Achselhöhle, im Bereich des M. pectoralis minor und im oberen Teil des M. latissimus dorsi.

Lymphknotenschwellungen müssen unverzüglich durch einen Arzt weiter abgeklärt werden. Den Patienten nicht unnötig beunruhigen.

Palpation der Milzmobilität in Rückenlage (Abb. 11.12)
Patient: in Rückenlage, Beine Palpation:MilzmobilitätMilzmobilität:Palpationangestellt
Therapeut: stehend, auf der linken Seite des Patienten
Handposition:
  • Mit der rechten Hand die linken VII. bis X. Rippen von dorsolateral nach medial stützen.

  • Gleichzeitig die Fingerspitzen der linken Hand von anteromedial vorsichtig mit Weichteilreserve von Haut und Bauchmuskulatur unter den linken Rippenbogen in Richtung Milz schieben.

  • Um tief palpieren zu können, beide Hände gut an die Gewebespannung anpassen.

  • Alternativ können auch die Daumen zum Kontakt genutzt werden (nach Glenard).

Ausführung:
  • Während der Einatmung das Absenken der Milz am Unterpol palpieren.

  • Während der anschließenden Ausatmung die qualitative Mobilität der Milz nach oben palpieren (kraniales Weggleiten), Rotation und Seitneigung mit beachten.

Bewertung: Spannung in der Region, Lokalisation von Fixierungen, Beurteilung der Position und Mobilität des Organs.
  • Normalbefund: Die Milz ist nicht palpierbar, die Region ist weich und spannungsfrei.

  • Erhöhte Spannung, veränderte Position oder verringerte Mobilität der Milz deutet auf eine Dysfunktion hin.

Palpation der Milzmobilität in Seitenlage (Abb. 11.13)
Patient: in rechter Seitenlage, Beine Palpation:MilzmobilitätMilzmobilität:Palpationgebeugt
Therapeut: stehend, am Kopfende hinter dem Patienten
Handposition:
  • Mit der rechten Hand die linken VII. bis X. Rippen von dorsolateral nach medial stützen.

  • Gleichzeitig die Fingerspitzen der linken Hand von anteromedial vorsichtig mit Weichteilreserve von Haut und Bauchmuskulatur unter den linken Rippenbogen in Richtung Milz schieben.

  • Um tief palpieren zu können, beide Hände gut an die Gewebespannung anpassen.

Ausführung:
  • Während der Einatmung die Bewegung der Milz nach kaudal und medial palpieren.

  • Während der Ausatmung der Organbewegung nach kranial und lateral so weit wie möglich folgen.

Bewertung: Spannung der Region, Lokalisation von Fixierungen, Beurteilung von Position und Mobilität des Organs.
  • Normalbefund: Die Milz ist nicht palpierbar, die Region ist weich und spannungsfrei.

  • Erhöhte Spannung, veränderte Position oder verringerte Mobilität der Milz deutet auf eine Dysfunktion hin.

Palpation der Milzmobilität im Sitzen (Abb. 11.14)
Patient: sitzend, Hände auf den Oberschenkeln, leicht an den Therapeuten Palpation:MilzmobilitätMilzmobilität:Palpationangelehnt
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten; den Rumpf gut an den Rücken des Patienten anpassen, um ihm eine entspannte und bequeme Position zu ermöglichen.
Handposition:
  • Die Fingerspitzen beider Hände mit Weichteilreserve unter den linken Rippenbogen in Richtung der linken Kolonflexur schieben.

  • Zur Entspannung der Region gleichzeitig mit der linken Hand die Rippen nach anteromedial schieben und über den Rumpf eine Seitneigung nach links ausführen.

Ausführung:
  • Während der Atmung die Milzbewegung nach oben und unten palpieren.

  • Zusätzlich kann man die Milz nach kraniolateral schieben und abrupt loslassen, um dann die Milzbewegung nach kaudal und medial zu palpieren.

Bewertung: Spannung der Region, Lokalisation von Fixierungen, Beurteilung der Position und Mobilität des Organs.
  • Normalbefund: Die Milz ist nicht palpierbar, die Region ist weich und spannungsfrei.

  • Erhöhte Spannung, veränderte Position oder verringerte Mobilität der Milz deutet auf eine Dysfunktion hin.

Merke

Laut Barral ist die Milz sehr schwer zu palpieren. Die Diagnostik basiert eher auf der Palpation von Spannungszuständen und weniger auf der Bewegung. Lässt sich die Milz sehr leicht palpieren, deutet das auf eine Splenomegalie:MilzpalpationSplenomegalie oder Ptose hin.

Palpation der Milzmobilität (Abb. 11.15)
Patient: in Rückenlage, Beine angestellt
Therapeut: stehend, auf der linken Seite des Patienten
Handposition:
  • Mit der linken Handfläche einen tiefen, unterstützenden Kontakt mit den Organen in der rechten Fossa iliaca unterhalb des Zäkums aufnehmen.

  • Mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand von lateral einen kneifzangenartigen Kontakt direkt unter dem linken Rippenbogen mit einer Weichteilreserve aufnehmen.

  • Den rechten Ellenbogen mit der rechten Leiste unterstützen.

Ausführung:
  • Die viszerale Masse global aus der rechten Fossa iliaca in Richtung Milz (nach mediokranial) schieben.

  • Während der Einatmung die mediokaudale Palpation:MilzbewegungMilzbewegung palpieren.

  • Während der Ausatmung qualitative Mobilität der Milz nach oben palpieren (kraniolaterales Weggleiten).

Bewertung: Spannung der Region, Position und Mobilität des Organs beurteilen.
  • Normalbefund: Die Milz ist nicht palpierbar, die Region ist weich und spannungsfrei.

  • Erhöhte Spannung, veränderte Position oder verringerte Mobilität der Milz deutet auf eine Dysfunktion hin.

Merke

Bei dieser Palpation die Bewegung der Milz nicht mit der Bewegung der linken Niere verwechseln. Die Milz bewegt sich während der Einatmung nach kaudal und medial, die Niere nach kaudal und lateral.

Tests

Test des Lig. gastrosplenicum (Abb. 11.16)
Patient: in Rückenlage, Beine angestellt, Kopf auf einem Tests:MilzKissen
Therapeut: stehend, auf der linken Seite des Patienten
Handposition:
  • Mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand von lateral einen kneifzangenartigen Kontakt mit der Facies visceralis der Milz direkt unter dem linken Rippenbogen aufnehmen und dabei eine Weichteilreserve behalten.

  • Den rechten Ellenbogen mit der rechten Leiste unterstützen.

  • Die Fingerspitzen der linken Hand berühren den an die Milz angrenzenden Teil der Curvatura major des Magens.

Ausführung:
  • Mit der rechten Hand die Milz nach kraniolateral drücken und halten.

  • Mit der linken Hand über den Magen das Lig. Lig. gastrosplenicum:Testgastrosplenicum nach medial ziehen.

Bewertung: Das Lig. gastrosplenicum auf Konsistenz und Zug prüfen.
  • Normalbefund: festelastische Gewebekonsistenz.

  • Laxität des Ligaments weist auf eine Änderung der Mobilität und/oder eine Ptose hin.

  • Ein kollagenes Ligament schränkt Mobilität und vaskulären Fluss ein.

Test des Lig. phrenicocolicum (Abb. 11.17)
Patient: in Rückenlage, Beine angestellt, Kopf auf einem Lig. phrenicocolicum:TestKissen
Therapeut: stehend, auf der linken Seite des Patienten
Handposition:
  • Mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand von lateral einen kneifzangenartigen Kontakt mit dem Unterpol der Milz direkt unter dem linken Rippenbogen aufnehmen und dabei eine Weichteilreserve behalten.

  • Den rechten Ellenbogen mit der rechten Leiste unterstützen.

  • Den linken Daumen unterhalb, den rechten Daumen möglichst weit lateral auf das Colon transversum legen.

Ausführung:
  • Mit der rechten Hand die Milz nach kraniolateral drücken und halten.

  • Mit der linken Hand das Lig. phrenicocolicum über das Colon transversum nach unten ziehen.

Bewertung: Das Lig. phrenicocolicum auf Konsistenz und Zug prüfen.
  • Normalbefund: festelastische Gewebekonsistenz.

  • Alle Spannungsänderungen der haltgebenden Ligamente deuten auf eine Dysfunktion der Milz primärer oder kompensatorischer Art hin.

Fasziale Diagnostik der Milz: Shift und/oder Induktion
Patient: in Rückenlage, Beine Milz:fasziale Diagnostikausgestreckt
Therapeut: stehend, rechts vom Patienten auf Höhe des Beckens
Handposition:
  • Für die transversale Verschiebung (Shift):

    • Die linke Hand posterior unter den linken Rippenbogen schieben, sodass der Patient auf dem Unterarm des Therapeuten liegt.

    • Die rechte Hand liegt unmittelbar kaudal vom linken Rippenbogen. Die Radialseite ist parallel zum Rippenbogen ausgerichtet, die Finger zeigen zum Proc. xiphoideus.

  • Für die anteroposteriore Induktion gilt dieselbe Handposition.

Ausführung:
  • Shift:Milzdiagnostik, faszialeShift: kraniokaudale und kaudokraniale Verschiebung der oberflächlichen Faszien

  • Induktion:Milzdiagnostik, faszialeInduktion: Mit der rechten Hand Druck nach posterior ausüben, dann den Druck plötzlich loslassen.

Bewertung beider Tests:
  • Normalbefund: Freie Beweglichkeit, die Faszien federn zurück.

  • Zähes oder fehlendes Zurückfedern deutet auf eine Dysfunktion hin.

Behandlung der Dysfunktionen

Torsten Liem ( 11.5.8 ), Uwe Senger ( 11.5.1–11.5.7 )

Mobilisation der Milz (Abb. 11.18)

Indikation: Mobilitätsverlust der Mobilisation:MilzMilz:MobilisationMilz:BehandlungBehandlung:MilzdysfunktionMilz
Patient: in Rückenlage
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten
Handposition:
  • Mit den Fingerspitzen der linken Hand einen tiefen, globalen Kontakt mit den Organen lateral des rechten M. rectus abdominis aufnehmen.

  • Die Finger der rechten Hand dorsal auf die unteren linken Rippen legen.

Ausführung:
  • Mit den Händen die unteren Rippen und Organe in Richtung Milz ziehen, um eine Weichteilreserve zu schaffen, die zur Kontaktaufnahme der Daumen notwendig ist.

  • Mit nebeneinander liegenden Daumen Kontakt zum unteren Pol der Milz aufnehmen.

  • Während der Einatmung bewegt sich die Milz gegen die Daumen.

  • Während der Ausatmung mit den Daumen die Milz in kranialer und lateraler Richtung mobilisieren.

  • Vorgang während einiger Atemzyklen wiederholen, dann Mobilität der Milz testen und evtl. Mobilisation wiederholen.

Mobilisation der Milz im Sitzen (Abb. 11.19)

Indikation: Mobilitätsverlust der Mobilisation:MilzMilz:MobilisationMilz
Patient: sitzend, Hände im Nacken, die Ellenbogen vor dem Gesicht aneinander gedrückt, leicht an den Therapeuten gelehnt
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten, rechter Fuß auf der Behandlungsliege
Handposition:
  • Mit der rechten Hand die zusammengeführten Ellenbogen umfassen,

  • den rechten Ellenbogen dabei auf das rechte Knie abstützen.

  • Die linke Hand posterolateral auf die linken VII. bis IX. Rippen legen.

Ausführung:
  • Mit der linken Hand die Milz über die Rippen nach anteromedial mobilisieren.

  • Gleichzeitig mit der rechten Hand eine Rumpfrotation nach rechts durchführen,

  • dann den Rumpf in die Ausgangsposition zurückbewegen und den Rippen nach posterolateral folgen.

  • Durch Einhaken der Fingerspitzen unter dem linken Rippenbogen kann die Milz auch nach posterolateral mobilisiert werden.

  • Den Vorgang rhythmisch ca. 10× wiederholen.

Mobilisation der Milz in Rückenlage (Abb. 11.20)

Indikation: Mobilitätsverlust der Mobilisation:MilzMilz:MobilisationMilz
Patient: in Rückenlage, Beine angestellt
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten
Handposition:
  • Mit der linken Hand die Knie umfassen und

  • die rechte Hand von lateral auf die linken VII. bis IX. Rippen legen.

Ausführung:
  • Rippen nach anteromedial ziehen und

  • gleichzeitig die Knie des Patienten nach links in Richtung Behandlungsliege führen.

  • Dabei auf eine Zugwirkung zwischen den in Gegenrichtung mobilisierten Körperteilen achten.

  • Dann Knie und Rippen in die Ausgangsposition zurückführen.

  • Den Vorgang rhythmisch einige Male ausführen, dann Mobilität der Milz testen und evtl. Mobilisation wiederholen.

Mobilisation und Hämodynamisierung der Milz (Abb. 11.21)

Indikation: Verbesserung der Mobilität und Hämodynamik der Mobilisation:MilzMilz:MobilisationMilz:HämodynamisierungMilz
Patient: in rechter Seitenlage, Beine gebeugt
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten auf Höhe der Milz
Handposition:
  • Die rechte Hand lateral auf die VII. bis IX. Rippen legen.

  • Die linken Fingerspitzen von kaudal und medial unter den linken Rippenbogen in Richtung der Milz führen.

Ausführung:
  • Während der Ausatmung die Rippen nach anteromedial und kaudal mobilisieren.

  • Gleichzeitig mit den Fingerspitzen Vibrationen auf dem unteren Pol der Milz ausführen.

  • Während der Einatmung die Rippen in die Gegenrichtung mobilisieren mit den Vibrationen aussetzen.

Dehnung des Lig. pancreaticosplenicum (Abb. 11.22)

Indikation: Verbesserung der Mobilität und Hämodynamik der Milz
Patient: in Rückenlage, Beine angestellt, Kopf auf einem Kissen
Therapeut: stehend, auf der linken Seite des Patienten
Handposition:
  • Mit den Fingern der rechten Hand die unteren linken Rippen auf Höhe der Milz nach medial ziehen.

  • Unmittelbar danach den rechten Daumen langsam tief nach lateral und kranial unter den Rippenbogen führen und vorsichtig die Milz von mediokaudal fixieren.

  • Mit den Fingern der linken Hand die abdominale Masse im Zäkumbereich großflächig umgreifen und zur Milz ziehen.

  • Danach mit dem linken Daumen unmittelbar neben dem rechten Daumen Kontakt zum Pankreasschwanz (Lig. Lig. pancreaticosplenicum:Dehnungpancreaticosplenicum) aufnehmen.

Ausführung:
  • Das Ligament durch Auseinanderführen der Daumen dehnen.

  • Die Dehnung kann auch mit der Ausatmung oder Luftanhalten nach der Ausatmung kombiniert werden, um sich den tonischen Verhältnissen besser anzupassen.

Dehnung des Lig. gastrosplenicum (Abb. 11.23)

Indikation: Mobilitätsverlust, arterielle, venöse oder lymphatische Stauung
Patient: in Rückenlage, Beine angestellt, Kopf auf einem Kissen
Therapeut: stehend, auf der linken Seite des Patienten
Handposition:
  • Mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand von lateral einen kneifzangenartigen Kontakt direkt unter dem linken Rippenbogen mit der Facies visceralis am Milzhilum aufnehmen; dabei eine Weichteilreserve behalten.

  • Den rechten Ellenbogen mit der rechten Leiste unterstützen.

  • Die Fingerspitzen der linken Hand an die Curvatura major des Magens direkt neben der Milz legen.

Ausführung:
  • Mit der rechten Hand die Position der Milz halten.

  • Mit den Fingern der linken Hand den Magen nach medial ziehen und eine Dehnung mit Fokus auf dem Lig. Lig. gastrosplenicum:Dehnunggastrosplenicum ausführen.

  • Die Dehnung kann auch mit der Ausatmung oder Luftanhalten nach der Ausatmung kombiniert werden, um sich den tonischen Verhältnissen besser anzupassen.

Dehnung des Lig. phrenicocolicum (Abb. 11.24)

Indikation: Mobilitätsverlust
Patient: in Rückenlage, Beine angestellt, Kopf auf einem Kissen
Therapeut: stehend, auf der linken Seite des Patienten
Handposition:
  • Mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand von lateral einen kneifzangenartigen Kontakt mit dem Unterpol der Milz direkt unter dem linken Rippenbogen aufnehmen; dabei eine Weichteilreserve behalten.

  • Die Fingerspitzen der linken Hand berühren den an die Milz angrenzenden Teil des Colon transversum.

  • Alternativ kann auch mit dem Daumen gearbeitet werden.

Ausführung:
  • Mit der rechten Hand die Position der Milz halten.

  • Mit den Fingern der linken Hand das Colon transversum nach unten ziehen und eine Dehnung mit Fokus auf dem Lig. Lig. phrenicocolicum:Dehnungphrenicocolicum ausführen.

  • Die Dehnung kann auch mit der Ausatmung oder Luftanhalten nach der Ausatmung kombiniert werden, um sich den tonischen Verhältnissen besser anzupassen.

Fasziale Behandlung der Milz (modifiziert nach Finet und Williame)

Ausatmungsdysfunktion (Abb. 11.25)
Indikation: fasziale Ausatmungsdysfunktion:Milzbehandlung, faszialeEinschränkung fasziale Behandlung (mod. nach Finet und Williame):Milznach kaudal, schwaches Immunsystem, Seitenstechen Milz:fasziale Behandlung (mod. nach Finet und Williame)links
Patient: in Rückenlage, Beine ausgestreckt
Therapeut: stehend, rechts vom Patienten auf Höhe des Beckens
Handposition:
  • Die linke Hand posterior unter den linken Rippenbogen schieben, sodass der Patient auf dem linken Unterarm des Therapeuten liegt.

  • Die rechte Hand liegt unmittelbar kaudal vom linken Rippenbogen. Die radiale Seite ist parallel zum Rippenbogen ausgerichtet, die Finger zeigen zum Proc. xiphoideus.

Ausführung:
  • Beide Hände nach kaudal ziehen und eine Adduktionsbewegung ausüben.

  • Die Stellung beibehalten oder diesen Vorgang 2–3× wiederholen, bis es zu einer Spannungslösung kommt.

Einatmungsdysfunktion
Indikation: fasziale Einschränkung nach kranial, Schmerzen im Epigastrium, Einatmungsdysfunktion:Milzbehandlung, faszialeMalabsorption
Patient: in Rückenlage
Therapeut: stehend, rechts vom Patienten auf Höhe des Beckens
Handposition:
  • Die linke Hand posterior unter den linken Rippenbogen schieben, sodass der Patient auf dem linken Unterarm des Therapeuten liegt.

  • Die rechte Hand liegt unmittelbar kaudal vom linken Rippenbogen. Die radiale Seite ist parallel zum Rippenbogen ausgerichtet, die Finger zeigen zum Proc. xiphoideus.

Ausführung:
  • Beide Hände nach kranial ziehen und eine Abduktionsbewegung ausüben.

  • Die Stellung beibehalten oder diesen Vorgang 2–3× wiederholen, bis es zu einer Spannungslösung kommt.

Anmerkung: Die fasziale Behandlung der Milz ist auch für die linke Niere gültig.

BEFNT-Integration der Milz

(2.4.2)
Indikation: Dysfunktion der Milz:BEFNT-IntegrationBEFNT-Integration:MilzMilz
Patient: in Rückenlage, Beine angestellt
Therapeut: stehend, auf der linken Seite des Patienten
Handposition:
  • Die rechte Hand lateral auf die linken VII. bis IX. Rippen und die linke Hand unter den linken Rippenbogen legen, die Finger sind nach kranial gerichtet.

  • Die linke Hand in den Bauchraum einsinken lassen und langsam nach kranial bewegen, um sanft an den Unterrand der Milz zu gelangen.

  • Die Milz sanft in die Hand kommen lassen.

Point of balanced entodermal tension (PBET)
  • Resistenz der entodermalen Struktur auf sanften Druck hin testen und die Dichte der Struktur bewerten.

  • Den Patienten auffordern, tief ein- und auszuatmen.

  • Während der Ausatmung mit den Händen der Milz nach kranial folgen.

  • Während der Einatmung mit den Händen leichten Widerstand nach kranial ausüben, sodass die Milz deutlich in die Handfläche hineingedrückt wird.

  • Der entodermalen Spannung der Milz in die Position bzw. in die Form folgen, in der sie am besten ausgeglichen ist (→ PBET).

  • Dabei die embryonalen Kraftvektoren berücksichtigen.

Neuronale Inhibition
  • Die rechte Hand auf verschiedene Ebenen des Rückens legen und dabei

  • die linke Hand im Bereich der Milz liegen lassen.

  • Falls es einen Bereich am Rücken gibt, in dem sich Milz unter der Hand entspannt bzw. sich ihre Bewegungseinschränkung verbessert, die Hand dort liegen lassen: in der Regel auf Höhe von Th6–Th9 (sympathische Innervation), im kraniozervikalen Übergangsbereich (parasympathische Innervation) oder ventral etwa 3–4 Querfinger (Ganglion coeliacum) bzw. etwa 2 Querfinger oberhalb des Bauchnabels (Plexus mesentericus superior).

  • Durch sanften konstanten Druck eine Inhibition im jeweiligen Bereich ausführen.

Point of balanced fascial tension (PBFT)
  • Die fasziale Beweglichkeit passiv oder aktiv atemsynchron oder aktiv unabhängig zur Atemaktivität testen.

  • Spannungsgleichgewicht der faszialen Strukturen der Milz einstellen, d. h. versuchen, den therapeutisch induzierten Gleichgewichtszustand der viszerofaszialen Spannung zu erreichen, in dem sie gleichmäßig in allen Richtungen ausgeglichen sind.

  • In der Regel wird die Milz in die Position begleitet, in die sie sich leicht bewegen lässt.

  • Die unterschiedlichen Spannungsmuster der Aufhängungen (und faszialen Gleitflächen) der Milz kopieren, indem die Krafteinwirkung der Hände an sie angepasst bzw. ihnen angeglichen wird:

    • Über die Fixationen: vom Milzhilum zur dorsalen Bauchwand im Bereich der linken Niere, zum Zwerchfell und Pankreassschwanz (Lig. splenorenale = Lig. phrenicosplenicum), vom Milzhilum zur Curvatura major des Magen (Lig. gastrosplenicum), zur linken Kolonflexur, zum diaphragmalen Peritoneum auf Höhe der X. Rippe und Colon transversum (Lig. phrenicocolicum), nach medial zur A. splenica und V. splenica (Lig. splenorenale).

    • Über die Gleitflächen: nach lateral und kranial zum Diaphragma (linke Pleura, Recessus costodiaphragmaticus), nach medial zur Curvatura major des Magens, nach kaudal zur Flexura coli sinistra, nach medioposterior zur linken Niere.

  • Dazu ggf. eine Hand von der Milz lösen und z. B. auf den Magen, die linke X. Rippe, linke Niere oder das Zwerchfell legen.

  • Einstellung eines PBFT (evtl. mit leichter Kompression) → minimale Bewegungen im faszial-ligamentären-viskoelastischen Umfeld der Milz treten auf → ein neues Gleichgewicht etabliert sich → eine physiologischere Bewegungsamplitude wird palpierbar, evtl. entsteht ein Stillpunkt → die Milz in die Ausgangslage zurückbringen.

Anschließend können Techniken wie balanced dynamic tension und balanced fluid tension (BDT, BFT) angewendet werden. Dabei darauf achten, weder bei der Untersuchung noch bei der Behandlung bis an die Bewegungsgrenzen zu gehen.

Milzptose

Uwe Senger
Eine MilzptoseMilzptose ohne individuelle Fixation ist eine kompensatorische, funktionelle Anpassung. Im Gesamtkontext kann eine Mobilisation zur Dynamisierung der Regio hypogastrica notwendig sein. Besteht ein Mobilitätsverlust:MilzptoseMobilitätsverlust (Milzptose mit Fixation = Dysfunktion), zuerst die Dysfunktion und erst danach die Ptose behandeln.

Ursachen

  • Höheres Alter

  • Starke abdominale Hypotension

  • Enteroptose

  • Zustand nach zurückgebildeter Splenomegalie

  • Stützverlust durch Niere, Flexura coli sinistra, Magen, Pankreas

  • Hämodynamischer Druck dauerhaft unzureichend (Anämie, niedriger Blutdruck)

Symptome

Eine Milzptose ist asymptomatisch.

Osteopathische Diagnostik

  • Perkussion (11.4.4) und Palpation (11.4.5) zeigen eine mediokaudale, oberflächliche Lage der Milz.

  • Der palpatorisch zu erfassende Spannungszustand der Milzregion unter dem linken Rippenbogen kann erniedrigt oder erhöht sein (11.4.5).

Osteopathische Behandlung

Reposition der Milz in Rückenlage (nach Glenard) (Abb. 11.26)
Indikation: Milzptose:BehandlungMilzptose mit Milz:RepositionBehandlung:MilzptoseFixation
Patient: in Rückenlage, in negativer Schräglage, Beine angestellt
Therapeut: stehend, auf der linken Seite des Patienten
Handposition:
  • Die linke Hand in die rechte Regio inguinalis zwischen Fossa iliaca und viszerale Masse legen.

  • Mit rechtem Daumen und Zeigefinger im Zangengriff Kontakt zum unteren Milzpol unter dem linken Rippenbogen aufnehmen; bei genügend Weichteilreserve.

  • Den rechten Ellenbogen auf die rechte Leiste stützen.

Ausführung:
  • Während der Einatmung bewegt sich die Milz gegen rechten Daumen und Zeigefinger.

  • Während der Ausatmung mit der linken Hand die viszerale Masse in Richtung Milz und gleichzeitig mit der rechten Hand die Milz nach kraniolateral schieben.

  • Vorgang während einiger Atemzyklen durchführen, dann Mobilität erneut testen und Reposition evtl. wiederholen.

Merke

Bei viszeraler Hypotension:viszeraleHypotension zuerst die allgemeine Tension behandeln (7.5.1).

Am Ende der Behandlung stets die direkten Stützorgane (linke Niere, Flexura coli sinistra und Pankreas) untersuchen und ggf. behandeln, um später dann die Bewegungskoordination mit der Milz abzugleichen.

Diese Technik eignet sich auch für die Reposition einer Splenomegalie (die vergrößerte Milz verschiebt sich nach anteromedial).

Reposition der Milz in Seitenlage (Abb. 11.27)
Indikation: Milzptose mit Milz:RepositionFixation
Patient: in rechter Seitenlage, in negativer Schräglage, Beine gebeugt
Therapeut: stehend, am Kopfende hinter dem Patienten
Handposition:
  • Mit der linken Hand die unteren linken Rippen von dorsal stützen und

  • die Finger der rechten Hand von anterolateral unter den linken Rippenbogen schieben.

Ausführung:
  • Während der Einatmung bewegt sich die Milz gegen die Fingerspitzen der rechten Hand.

  • Während der Ausatmung mit beiden Händen die Milz nach kraniolateral schieben.

  • Vorgang während einiger Atemzyklen durchführen, danach Mobilität erneut testen und Reposition evtl. wiederholen.

Splenomegalie

Uwe Senger
Die Milz ist kranial und posterolateral am Thorax fixiert. Sie weitet sich bei physiologischer oder pathologischer Anpassung nach anteromedial aus (= Splenomegalie). Kommt ein Mobilitätsverlust hinzu, sprechen wir von fixierter SplenomegalieSplenomegalie.

Eine deutliche Splenomegalie ist grundsätzlich leicht diagnostizierbar und muss, falls noch nicht erfolgt, erst vom zuständigen Arzt abgeklärt werden, um schwerwiegende Erkrankungen auszuschließen.

Ursachen

  • Infektionskrankheiten (Mononukleose, Toxoplasmose, Sepsis, Endokarditis, Malaria, Virushepatitis, Tuberkulose, Schistosomiasis, HIV-Infektion, Trypanosomen, Morbus Bang, Leptospirose)

  • Kollagenose

  • Maligne Lymphome

  • Non-Hodgkin-Lymphome

  • Akute Leukämie

  • Myeloproliferative Erkrankung (chronisch myeloische Leukämie, Osteomyelosklerose, Polycythaemia vera)

  • Speicherkrankheiten (z. B. Morbus Gaucher)

  • Milzabszess

  • Milzzysten

  • Kapselhämatom (traumatisch bedingt)

  • Metastasen

  • Pfortaderthrombose oder Leberzirrhose (portale Stauung)

  • Hämolytische Anämien (Kugelzellanämie = Sphärozytose, Thalassämie, Sichelzellanämie)

  • Hämochromatose

  • Viszerale Hypertension:viszerale, SplenomegalieHypertension

Symptome

Eine Splenomegalie ist nicht schmerzhaft. Eine fixierte Splenomegalie ist durch die Kapselspannung empfindlich bis schmerzhaft.

Osteopathische Diagnostik

  • Perkussion (11.4.4) und Palpation (11.4.5) zeigen eine Vergrößerung und festere Konsistenz

  • Mobilitätsverlust bei fixierter Splenomegalie (11.4.7)

Osteopathische Behandlung

Mobilisation und Hämodynamisierung der Milz
Indikation: fixierte Splenomegalie, Verbesserung der Splenomegalie:BehandlungBehandlung:SplenomegalieHämodynamik
Reposition der Milz in Seitenlage (Abb. 11.28)
Indikation: fixierte Milz:RepositionSplenomegalie
Patient: in rechter Seitenlage, in negativer Schräglage, Beine gebeugt
Therapeut: stehend, am Kopfende hinter dem Patienten
Handposition:
  • Mit der linken Hand die unteren Rippen von dorsal stützen.

  • Die Finger der rechten Hand von anteromedial unter den linken Rippenbogen in Richtung Milz schieben.

Ausführung:
  • Während der Einatmung bewegt sich die Milz gegen die Fingerspitzen der rechten Hand.

  • Während der Ausatmung mit beiden Händen die Milz nach kraniolateral schieben.

  • Vorgang während einiger Atemzyklen durchführen, dann Mobilität erneut testen und Reposition evtl. wiederholen.

Dehnung des Lig. gastrosplenicum
Indikation: Verbesserung der Mobilität und Hämodynamik (▸ 10.5.6)
Dehnung des Lig. pancreaticosplenicum
Indikation: Verbesserung der Mobilität und Hämodynamik (10.5.5)
Vibration am Milzhilum (Abb. 11.29)
Indikation: Verbesserung der Milzhilum:VibrationHämodynamik
Patient: in linker Seitenlage, Beine gebeugt
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten
Handposition:
  • Mit der linken Hand (Handrücken auf der Behandlungsliege) die unteren Rippen von posterolateral nach medial stützen.

  • Die Fingerspitzen der rechten Hand unter den linken Rippenbogen lateral der Curvatura major in Richtung des Milzhilums positionieren, dabei Gewebespannung und Weichteilreserve beachten.

Ausführung:
  • Während der Ausatmung mit der linken Hand die Milz nach anteromedial stützen und

  • gleichzeitig mit der rechten Hand schnelle vibrierende Impulse in Richtung Milzhilum geben.

  • Während der Einatmung mit beiden Händen der Milzbewegung ohne Vibrationen folgen.

  • Vorgang 10–20× durchführen.

Drainagetechnik für die Milz in Seitenlage (Abb. 11.30)
Indikation: Verbesserung der Milz:DrainagetechnikHämodynamik:Verbesserung durch MilzdrainageHämodynamik
Patient: in linker Seitenlage
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten
Handposition:
  • Die linke Hand unter die linke Seite, oberhalb der XII. Rippe legen.

  • Die rechte Hand so tief wie möglich unter den linken Rippenbogen legen und so die Milzloge global von anterior, medial und inferior umfassen.

Ausführung:
  • Während der Einatmung beide Hände zueinander drücken, die linke nach anterior und kranial, die rechte nach posterior und kranial; den Druck der Organspannung anpassen.

  • Falls die Organtension zu hoch ist, kann alternativ vibrierender Druck eingesetzt werden: So kann zusätzlich eine Entspannung der umliegenden Gewebe erreicht und die Drainagefunktion häufig noch gesteigert werden.

Drainagetechnik für die Milz in Rückenlage
Indikation: Verbesserung der Hämodynamik
Patient: in Rückenlage, in 30° negativer Schräglage, beide Beine angestellt
Therapeut: stehend, auf der linken Seite des Patienten
Handposition:
  • Mit der rechten Hand die linken unteren Rippen umgreifen, den Daumen unter dem linken Rippenbogen Richtung Milz schieben.

  • Die linke Hand in die rechte Fossa iliaca legen, die Handinnenfläche zeigt Richtung Milz.

Ausführung:
  • Während der Einatmung bewegt sich die Milz nach kaudal, dabei tiefe Vibrationen mit dem rechten Daumen ausüben.

  • Während der Ausatmung die Milz mit beiden Händen nach kranial schieben.

  • Vorgang mehrmals wiederholen.

Drainagetechnik für die Milz:DrainagetechnikMilz in Rückenlage

Holen Sie sich die neue Medizinwelten-App!

Schließen