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B978-3-437-56011-8.00008-3

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978-3-437-56011-8

Transversalschnitt durch den Retroperitonealraum (Ansicht von kaudal)

Retroperitonealraum nach weitgehender Entfernung des Peritoneum parietale (Ansicht von ventral)

Nierenhüllen: Capsula fibrosa, Capsula adiposa und Fascia renalis

Ausdehnung des Retroperitonealraums (Frontalschnitt)

Ausdehnung der Fascia renalis, die auf der Faszie des M. psoas major bis zum Trochanter minor reicht (Sagittalschnitt, Ansicht von rechts).

Lage und Verschieblichkeit der Nieren

Kontaktflächen der Nieren zu benachbarten Organen und Anlagerungsflächen des Kolons zum Retroperitonealraum

Lagevariationen (a, b, c) der rechten Niere zum Colon ascendens bzw. zur Flexura coli dextra

Lagevariationen (a, b, c) der linken Niere zum Colon descendens bzw. zur Flexura coli sinistra

Retroperitonealsitus mit Aorta abdominalis und V. cava inferior

Lymphbahnen im Retroperitonealraum

Plexus lumbalis mit Ästen. Auf der linken Seite M. psoas major, M. pectineus und M. adductor longus entfernt

Ganglien und Plexus des Sympathikus im Retroperitonealraum

Behandlung von Aorta thoracica und Aorta abdominalis

Behandlung der Aorta abdominalis in Lateralität

Behandlung des Truncus coeliacus: A. hepatica

Behandlung des Truncus coeliacus: A. splenica

Behandlung des Truncus coeliacus: A. gastrica sinistra

Behandlung der A. renalis dextra

Behandlung der A. renalis sinistra

Retroperitoneum (Spatium retroperitoneale)

Therapeut auf den Fotos:

Michel Puylaert

  • 8.1

    Embryologie Rainer Breul276

  • 8.2

    Anatomie Rainer Breul276

    • 8.2.1

      Funktion276

    • 8.2.2

      Aufbau276

    • 8.2.3

      Topografische Anatomie280

    • 8.2.4

      Passage von Leitungsbahnen285

  • 8.3

    Dysfunktionen Michel Puylaert289

  • 8.4

    Diagnostik der Dysfunktionen Michel Puylaert289

  • 8.5

    Behandlung der Dysfunktionen Michel Puylaert289

    • 8.5.1

      Behandlung von Aorta thoracica und Aorta abdominalis289

    • 8.5.2

      Behandlung des Truncus coeliacus291

    • 8.5.3

      Behandlung der A. renalis292

  • 8.6

    Funktionelle Aspekte und Entwicklungsdynamik Patrick van den Heede293

    • 8.6.1

      Fasziale Ebenen und Räume293

    • 8.6.2

      Entwicklungsdynamische Prozesse294

    • 8.6.3

      Die fasziale Umgebung der Niere297

    • 8.6.4

      Nierendynamik298

    • 8.6.5

      Osteopathische Behandlung des Retroperitoneums299

Embryologie

Rainer Breul
Retroperitoneum:EmbryologieEmbryologie:RetroperitoneumNach Abtrennung der Peritonealhöhle von der Pleurahöhle durch das Einwachsen des Zwerchfells (7.1) verbleibt dorsal vom Peritoneum parietale das Spatium Spatium retroperitoneale“\t“Siehe Retroperitoneum/RetroperitonealraumSpatium retroperitonealeretroperitoneale. Hier befindet sich das Bindegewebslager des Bauchraums, das sich im hinteren Mediastinalraum fortsetzt. Die hier entstehenden Organe, z. B. die Nieren, liegen somit primär retroperitoneal. Nach der 5. Embryonalwoche wird aus der paarig angelegten Aorta dorsalis dextra und sinistra eine einzige Aorta abdominalis. Aus der Aorta abdominalis sprossen nach ventral Äste aus, die im Bindegewebe des Mesenterium dorsale zum Darmrohr verlaufen.

Anatomie

Rainer Breul

Funktion

Funktion:RetroperitoneumAnatomie:RetroperitoneumDer Retroperitoneum:AnatomieRetroperitonealraum bildet die Durchgangs- und Verzweigungsregion der axial verlaufenden Blut-, Lymphgefäße und Nerven.

Aufbau

Aufbau:RetroperitonealraumDer Retroperitonealraum:AufbauRetroperitonealraum (Abb. 8.1, 8.2) ist ein mit Bindegewebe gefüllter Spaltraum und beherbergt primär retroperitoneal angelegte Organe wie Nebennieren, Nieren, Ureter sowie sekundär retroperitoneale retroperitoneale OrganeOrgane wie Pankreas, Colon ascendens, Colon descendens und Duodenum. Hinzu kommen Aorta abdominalis, V. cava inferior, Nierengefäße, A. und V. ovarica bzw. A. und V. testicularis, die Cisterna chyli als Anfangsteil des Ductus thoracicus, Lymphbahnen, regionale Lymphknoten sowie autonome Nervengeflechte.
Fossae lumbales
Fossae lumbales Innerhalb des Retroperitonealraums befinden sich beiderseits der Wirbelsäule zwei tiefe Rinnen, die Fossae lumbales, die sich von der XII. Rippe bis zur Crista iliaca und zum Lig. iliolumbale erstrecken. Ihre dorsale Begrenzung bilden M. psoas major und M. quadratus lumborum. Seitlich grenzen sie an den lateralen Rand des M. quadratus lumborum, dessen Faszie sich lateral mit der Fascia thoracolumbalis verbindet. Die kräftige Faszie des M. psoas major vereinigt sich unten mit der Fascia iliaca. Auf diesen Faszien liegt lockeres Binde- und Fettgewebe, in das die retroperitoneal liegenden Strukturen eingebettet sind.
Der M. psoas M. psoas majormajor liegt beiderseits der LWS und entspringt mit ventralen Anteilen an den Bandscheiben von Th11/Th12 bis L4/L5 sowie mit dorsalen Anteilen an Sehnenbögen, die zwischen den Wirbelkörpern Th12–L4 und den Procc. transversi von L1–L4 ausgespannt sind. Er vereinigt sich in Höhe der Fossa iliaca mit dem M. M. iliacusiliacus zum M. M. iliopsoasiliopsoas und verläuft durch die Lacuna musculorum bis zum Ansatz am Trochantor minor. Umhüllt wird der M. iliopsoas von der Fascia Fascia iliacailiaca, die mit der Crista iliaca, der Linea terminalis und der Aponeurose des M. obliquus externus abdominis verwachsen ist und bis zum Trochanter minor reicht. In diesem Fasziensack verlaufen die Äste des Plexus lumbalis. In der Fossa iliaca ist er geschlossen, öffnet sich jedoch gegen die Wirbelsäule.
Tela urogenitalis
Aufgrund der Embryonalentwicklung entsteht überall dort eine stark entwickelte Tela Tela urogenitalisurogenitalis, wo sich Organe des Urogenitaltrakts befinden. Sie besteht hauptsächlich aus Binde- und Fettgewebe und breitet sich extraperitoneal aus, sodass sie als Bindegewebsgerüst des Extraperitonealraums betrachtet werden kann. Formal lässt sich dieser Raum einteilen:
  • in einen dorsalen retroperitonealen Abschnitt mit den Nieren,

  • in einen kaudalen subperitonealen Abschnitt mit Uterus und Ovar,

  • in einen ventralen präperitonealen und infraumbilikalen Abschnitt mit der Blase.

Nach außen gegen die osteomuskuläre Bauchwand ist dieser Raum durch die kräftige, stark fibröse Fascia transversalis begrenzt, die den M. transversus abdominis und den M. quadratus lumborum bedeckt. Die Fascia Fascia transversalistransversalis setzt sich kaudal kontinuierlich in den Fasciae iliaca, obturatoria und pelvica fort. Gegen die Bauchhöhle wird der von der Tela urogenitalis eingenommene Raum vom Peritoneum parietale begrenzt.
Innerhalb der Tela urogenitalis differenzieren sich prä- und postnatal im Bereich des Retroperitonealraums Hüllstrukturen, die später das NierenlagerNierenlager bilden. Hierzu zählt die Fascia renalis.
Nierenhüllen (Abb. 8.3)
Capsula fibrosa
Capsula fibrosaDas NierenhüllenNierenparenchym wird von einer kollagenfasrigen, festen Capsula fibrosa umschlossen. Sie ist als eine flächenhafte Verdichtung der Tela urogenitalis aufzufassen. Mit dem Nierenparenchym ist sie nur locker verbunden und leicht zu entfernen, bis auf die festere Verbindung am Nierenhilum, wo sie die ein- und austretenden Gefäße begleitet.
Die Capsula fibrosa stellt keine einheitliche Schicht dar, sondern ist unterteilt in eine dünnere Lamina interna und eine Lamina externa. Dazwischen befinden sich im lockeren Bindegewebe mit Lymphe gefüllte Spalten, die als Gleiträume funktionelle Bedeutung haben. Dadurch können sich während der leichten pulsatorischen Volumenschwankungen der Niere Parenchym und Kapsel friktionsfrei relativ zueinander verschieben. Narbenbildungen in der Kapsel stören diesen Mechanismus und können die Nierenfunktion beeinträchtigen.
Capsula adiposa
Als Fettkörper um die Niere(n):Capsula fibrosaNiere(n):Capsula adiposaNiere ist sie an der dorsalen Seite oft sehr kräftig und an der ventralen Seite häufig schwach ausgebildet. Die Capsula adiposahat überwiegend statische Bedeutung und sichert die Lage der Niere innerhalb der Capsula fibrosa. Nach kaudal kann sich dieser Fettkörper bis in die Rinne zwischen M. psoas major und M. quadratus lumborum ausbreiten. Anders als das Baufett an anderen Stellen in unserem Organismus ist die Capsula adiposa eher mit Speicherfett zu vergleichen, das sehr schnell abgebaut werden kann. Im Hungerzustand senkt sich daher die Niere aus ihrem Lager nach kaudal.
Fascia renalis
Fascia renalisBeide Nieren sind zudem in einen Fasziensack eingebettet, der zusammen mit dem darin befindlichen Binde- und Fettgewebe als Halteapparat für die Nieren bedeutsam ist. Die Fascia renalis entwickelt sich aus dem Bindegewebe des primären Peritoneum parietale der hinteren Bauchwand (Abb. 8.1, 8.5).
Sie umhüllt als fibröser Sack die Capsula adiposa und die darin liegende Niere und Nebenniere. Es werden zwei Blätter unterschieden, die Fascia renalis anterior (Fascia Fascia praerenalispraerenalis) als vorderes und die Fascia renalis posterior (Fascia Fascia postrenalispostrenalis) als hinteres Blatt, die lateral ineinander übergehen. Durch diese Hüllstruktur wird ein perirenaler Raum begrenzt.
Es fällt auf, dass die Fascia renalis posterior deutlich als homogenes, festes Bindegewebsblatt strukturiert ist, während die Fascia renalis anterior in den meisten Fällen nicht so einheitlich ausgebildet ist. Sie wird auch als Toldt-Toldt-FaszieFaszie bezeichnet. Ein Grund hierfür ist in der Lagebeziehung der Bauchorgane zur Niere zu sehen. Liegt ein Bauchorgan oder ein Mesenterium direkt der Niere an, befindet sich dahinter die Fascia renalis anterior. Wird jedoch die Niere direkt vom Peritoneum parietale bedeckt, ist keine gesonderte Fascia renalis anterior differenzierbar. In einigen Fällen kann die Fascia renalis anterior so dünn sein, dass es hier zu Durchbrüchen aus dem Perirenalraum in die Peritonealhöhle kommen kann.
Mechanische Doppelfunktion der Fascia renalis
Fascia renalis:FunktionWährend der Filtrationsprozesse unterliegen die Nieren geringen pulssynchronen Volumenänderungen und während der In- und Exspiration größeren atemsynchronen Lageverschiebungen (± 3–4 cm) in kraniokaudaler Richtung. Die zu- und abführenden Nierengefäße sind in diese Bewegungen eingebunden. Ferner müssen Verschiebungen mitberücksichtigt werden, die sich aus Bewegungen im Rumpf sowie bei Positionswechseln zwischen Stehen und Liegen ergeben. Insgesamt handelt es sich um friktionsfreie, mehrfach überlagerte Relativ- und Absolutbewegungen.
Unter Berücksichtigung dieser Rahmenbedingungen muss die Fascia renalis als statisch bedeutsamer Anteil eines sehr differenzierten Bindegewebsgerüsts und Halteapparats der Nieren betrachtet werden, der einerseits Verschiebungen ermöglicht und andererseits die Nieren in ihrem Lager hält. Diese mechanische Doppelfunktion kann die Fascia renalis nur erfüllen, wenn das Corpus adiposum gut entwickelt ist.
Innere Strukturierung des Perirenalraums
In sich kann der Perirenalraum:StrukturierungPerirenalraum einer Körperseite in einen kranial gelegenen Abschnitt mit der Nebenniere und einen kaudal gelegenen Abschnitt mit der Niere unterteilt werden. Zwischen beiden Abschnitten liegt ein dünnes perforiertes Septum. Beim Neugeborenen ist es noch eine vollständig geschlossene Membran, die postnatal einer starken Reduktion unterliegt.
Als statisches Element wird die Capsula adiposa von Bindegewebsbündeln durchzogen, die zwischen dem vorderen bzw. hinteren Blatt der Fascia renalis einerseits und der Capsula fibrosa der Niere andererseits verankert sind. Auch oberhalb und unterhalb der Niere werden die beiden Fasciae renales durch diese Bündel miteinander verbunden. Dadurch entsteht eine Kompartimentierung im Fettgewebe der Capsula adiposa, die eine Verschieblichkeit der Fettläppchen gegeneinander sowie gegenüber der Niere ermöglicht. Wenn nach Hungerzuständen der Fettkörper abgebaut ist, kann das verbliebene Bindegewebsgerüst die Niere nicht in ihrem Lager halten. Es entsteht eine SenkniereSenkniere.

Topografische Anatomie

Lage
Retroperitonealraum (Abb. 8.4)
  • zwischen Peritoneum parietale und hinterer Retroperitonealraum:LageLage:RetroperitonealraumBauchwand

  • zusammenhängender Spaltraum, der vom Zwerchfell kontinuierlich über die Linea terminalis in das kleine Becken übergeht und am Diaphragma pelvis endet

  • Grenzen: dorsal durch Fascia transversalis und ventral durch Peritoneum parietale begrenzt, das sich direkt mit der Fascia transversalis im Bereich der Bauchdeckenmuskulatur verbindet; endet kranial unter dem Zwerchfell, kaudal beidseits im Bereich des Lig. inguinale sowie in den infraperitonealen Räumen des kleinen Beckens; geht lateral in eine dünne Bindegewebsplatte über, die sich zwischen Fascia transversalis abdominis und Peritoneum parietale laterale schiebt.

Fascia renalis (Abb. 8.5, 8.3)
Lage:Fascia renalisIn der Osteopathie besteht ein reges Interesse, genauere Kenntnisse über die Lagebeziehungen der Fascia Fascia renalis:Lagebeziehungenrenalis zu benachbarten anatomischen Strukturen zu haben, um spezifische Behandlungstechniken anzuwenden und weiterzuentwickeln.
Sie hat folgende Ausdehnung:
  • Kranial bis kurz über den oberen Rand der Nebennieren → dort verschmelzen vorderes und hinteres Blatt der Fascia renalis zu einer festen bindegewebigen Schicht → der perirenale Raum ist dicht abgeschlossen und mit kräftigen Bindegewebszügen an der Faszie des Diaphragmas verankert.

  • Lateral ist der perirenale Raum durch die Verschmelzung der beiden Blätter dicht verschlossen; der Abstand von der Margo lateralis der Niere beträgt wegen des Corpus adiposum im Mittel 1–2 Querfinger.

  • Medial bis zum medialen Rand des M. quadratus lumborum, setzt sich dann auf der Faszie des M. psoas major bis zur Wirbelsäule fort; meistens ist die Fascia renalis posterior vom M. quadratus lumborum durch ein retrorenales Fettlager getrennt.

  • Kaudal etwa bis zum Darmbeinkamm und teilweise darüber hinaus.

Nieren (Abb. 8.6)
  • In den Fossae lumbales auf Lage:NierenHöhe von Th12–L3 rechts und links der Wirbelsäule

  • Abhängig von Körperstellung und Atmungsphase

  • Rechte Niere wegen des rechten Leberlappens etwas tiefer gelegen

  • Längsachsen der Nieren verlaufen leicht nach lateral kaudal, wodurch die unteren Nierenpole ein wenig auseinander weichen.

Nebennieren
  • Am oberen Lage:NebennierenNierenpol

  • Pars lumbalis des Zwerchfells anliegend

  • Rechte Nebenniere wird vorne von der Leber überdeckt, medial reicht sie ans Duodenum und die V. cava inferior.

  • Linke Nebenniere liegt der hinteren Wand der Bursa omentalis an und besitzt dort einen Bauchfellüberzug.

Nachbarschaftsbeziehungen (Abb. 8.7, 8.8, 8.9)
  • ventral: subseröses Bindegewebe des Peritoneum parietale

  • kranial: Crus mediale des Diaphragmas

  • dorsal, medial und kaudal: Übergang zwischen Crus mediale des Diaphragmas und M. psoas major

  • lateral: Extremitas superior der Niere

Nachbarschaftsbeziehungen:PerirenalraumJe nach Ernährungszustand ist die Nebenniere fast allseits von Fettgewebe und/oder fettdurchsetztem Bindegewebe umgeben.
Fixationen (Abb. 8.3)
  • kranial: mit kräftigen Bindegewebszügen an der Faszie des Diaphragmas verankert

  • medial: Fasziensack ist zwar geöffnet, liegt aber im Bereich der ein- und austretenden Gefäße mit beiden Blättern der Fascia renalis fest der Adventitia der Nieren- und Nebennierengefäße an; durch die Treitz-Faszie von Duodenum und Pankreaskopf getrennt.

  • kaudal: Fascia renalis verjüngt sich spaltförmig und schließt den Ureter mit ein.

  • lateral: verschieblich mit dem subserösen Bindegewebe des Spatium retroperitoneale verbunden

  • dorsal: am Nierenhilum über stärkere Faserzüge mit den Faszien des M. psoas major und dem medialen Zwerchfellschenkel verbunden

  • ventral: durch Fascia renalis anterior (Toldt-Faszie) von Nachbarorganen oder vom Mesenterium getrennt oder direkt mit Peritoneum verbunden

Fixationen:PerirenalraumNach kaudal und medial ist der Fasziensack nicht vollständig geschlossen, sodass eine Ausbreitung pathologischer Prozesse aus dem perirenalen Raum von der einen zur anderen Seite möglich ist. Ebenso können sich solche Prozesse nach kaudal ausbreiten; gelegentlich gelangen sie zwischen dem Peritoneum parietale und der Faszie des M. psoas major bzw. des M. iliopsoas durch die Lacuna musculorum bis zum Trochanter minor. In dem Fall treten Schmerzen im Bereich des Hüftgelenks auf, deren Ursache im Perirenalraum:FixationenPerirenalraum zu suchen ist.

Passage von Leitungsbahnen

Aorta abdominalis (Abb. 8.10)
In Höhe von L1 tritt die AortaAorta am Hiatus aorticus durch das Zwerchfell und verläuft etwas links von der Wirbelsäule abwärts, wobei 3 Abschnitte unterschieden werden:
  • 1. Abschnitt vom Hiatus aorticus bis zum Oberrand des Pankreas

  • 2. Abschnitt hinter Pankreas und Duodenum

  • 3. Abschnitt unterhalb des Duodenums.

Vor L4 teilt sich die Aorta in die Aa. iliacae communes auf. Mit der sehr dünnen A. sacralis mediana, die am Os coccygis in ein arteriovenöses Geflecht übergeht, endet die Aorta. Rechts neben der Aorta verläuft die V. cava inferior und rechts hinter ihr der Ductus thoracicus.
Als unpaare Äste gehen aus der Aorta Aorta abdominalis:Ästeabdominalis hervor:
  • Truncus coeliacus auf Höhe von L1, der sich zur A. gastrica sinistra, A. hepatica communis und A. splenica aufteilt

  • A. mesenterica A. mesenterica:superiorsuperior dicht unterhalb des Truncus coeliacus

  • A. mesenterica A. mesenterica:inferiorinferior auf Höhe von L3.

Die paarigen Äste der Aorta abdominalis sind:
  • Aa. A. phrenicaphrenicae oberhalb des Truncus coeliacus

  • Aa. A. suprarenalissuprarenales auf Höhe des Truncus coeliacus

  • Aa. A. renalisrenales auf Höhe von L1–L2

  • Aa. A. testicularistesticulares bzw. Aa. A. ovaricaovaricae auf Höhe von L2–L3

  • Aa. A. lumbalislumbales auf Höhe von L1–L4

V. cava inferior (Abb. 8.10)
Die V. cava V. cava inferiorinferior verläuft rechts neben der Aorta, fast mittig vor der Wirbelsäule. Sie entsteht aus der Vereinigung der rechten und linken V. iliaca communis. Auf Höhe von L1 münden die beiden Nierenvenen in die V. cava inferior. Die V. cava inferior tritt durch das Foramen venae cavae des Zwerchfells und mündet nach ca. 2 cm in den rechten Vorhof des Herzens.
Lymphwege (Abb. 8.11)
Die regionalen Lymphknoten der Nieren liegen entlang der Aorta und der V. cava inferior, die Nll. Nll. lumbaleslumbales. Die rechte Niere wird über Lymphknoten drainiert, die hinter der V. cava inferior und rechts neben der Aorta liegen, die linke Niere über Lymphknoten, die sich links der V. cava inferior und hinter der Aorta befinden. Weiterleitung der Lymphe über Trunci lymphatici lumbales → Cisterna chyli → Ductus thoracicus.
Nerven und Nervenplexus
Im Retroperitonealraum:Nerven/NervenplexusRetroperitonealraum verlaufen dorsal hinter der Fascia transversalis der N. N. subcostalissubcostalis als ventraler Ast des 12. Thorakalnervs und Äste aus dem Plexus lumbalis.
Plexus lumbalis (Abb. 8.12)
Der Plexus Plexus lumbalislumbalis aus L1–L4 mit Anteilen aus Th12 liegt teilweise unter und im M. psoas major. Seine Nerven verlaufen z. T. unter der Fascia transversalis, die dorsal an den Retroperitonealraum grenzt, und z. T. unter der Fascia iliaca. Sie versorgen die Bauchwand und den Oberschenkel. Mit kurzen Ästen werden M. psoas major, M. psoas minor und M. quadratus lumborum innerviert. Aus dem Plexus gehen hervor:
  • N. N. iliohypogastricusiliohypogastricus (Th12, L1): zieht durch den M. psoas major sowie zwischen dem M. transversus abdominis und dem M. obliquus internus abdominis zur vorderen Bauchwand und endet am äußeren Leistenring; Innervation: Bauchmuskeln, Haut der Leistenbeuge.

  • N. N. ilioinguinalisilioinguinalis (Th12, L1): verläuft parallel und unterhalb des N. iliohypogastricus, zieht durch den Leistenkanal; Innervation: Bauchmuskeln, Haut von Skrotum und Labia majores.

  • N. N. genitofemoralisgenitofemoralis (L1, L2): zieht durch den M. psoas major, teilt sich dann in einen R. genitofemoralis und einen R. femoralis auf; Innervation: M. cremaster, Haut von Skrotum und Labia majores, Oberschenkelhaut um Hiatus saphenus.

  • N. cutaneus femoris N. cutaneus femoris lateralislateralis (L2, L3): zieht seitlich vom M. psoas major und unter der Fascia iliaca zur SIAS; Innervation: seitliche Oberschenkelhaut.

  • N. N. femoralisfemoralis (L2–L4): verläuft als kräftigster Ast aus dem Plexus lumbalis unter der Fascia iliaca in der Rinne zwischen M. psoas und M. iliacus zur Lacuna musculorum; Innervation: M. iliopsoas, Oberschenkel-Extensoren, Haut auf der Vorderseite des Oberschenkels und über den N. saphenus die Innenseite des Unterschenkels bis zum medialen Fußrand.

  • N. N. obturatoriusobturatorius (L2–L4): verläuft unter und medial des M. psoas major zum Canalis obturatorius; Innervation: Oberschenkel-Adduktoren, Haut auf der Innenseite des Oberschenkels.

Vegetative Nerven, vegetative Plexus und Ganglien (Abb. 8.13)
Der sympathische Teil des vegetativen Nervensystems geht aus thorakalen und lumbalen Anteilen des Grenzstrangs (Truncus sympathicus)Grenzstrang (Truncus sympathicus) hervor, der parasympathische Teil aus Fasern des N. vagus mit geringen Zuschüssen aus den Nn. splanchnici Nn. splanchnici pelvicipelvici (S2–S4). Die vegetativen Fasern umgeben mit größeren Plexus die Aorta abdominalis und deren Seitenäste. In den Plexus befinden sich Ansammlungen gut ausgeprägter prävertebraler Ganglien.
Truncus sympathicus (Grenzstrang)
Truncus sympathicusBildet links und rechts auf der Vorderseite der LWS gelegene Ganglia Ganglia lumbalialumbalia und entsendet beidseits 4 Nn. splanchnici mit afferenten und efferenten Fasern, die in den Plexus hypogastricus superior und in Höhe von L5 in den Plexus aorticus eintreten.
N. vagus
N. vagusAus dem Truncus vagalis anterior und dem Truncus vagalis posterior gehen nach Durchtritt durch den Hiatus oesophageus Äste zum Magen und zu den vegetativen Geflechten im retroperitonealen Bauchraum ab.
Plexus coeliacus
Plexus coeliacusAls dichter Faserfilz um den Truncus Truncus coeliacuscoeliacus enthält er beidseits die Ganglia Ganglia coeliacacoeliaca. Plexus und Ganglien erhalten parasympathische Fasern aus den Truncus vagalis posterior und sympathische Fasern aus den Nn. splanchnici, die aus dem Brustgrenzstrang stammen und durch den lumbalen Ursprung des Zwerchfells in den Retroperitonealraum ziehen. Vom Plexus coeliacus gehen weitere Organplexus ab: Plexus hepaticus, Plexus lienalis, Plexus pancreaticus, Plexus suprarenalis und Plexus mesentericus superior.
Plexus aorticus abdominalis
Plexus aorticus abdominalisAls kaudale Fortsetzung des Plexus coeliacus hat er Ausläufer, die über die Arterien zu den Organen gelangen und dort weitere Plexus bilden: Plexus renalis, Plexus uretericus, Plexus testicularis bzw. ovaricus, Plexus mesentericus inferior, Plexus rectalis superior und Plexus hypogastricus superior. Diese Plexus enthalten sympathische und parasympathische Fasern sowie sympathische Ganglien.

Dysfunktionen

Michel Puylaert
Retroperitonealraum:DysfunktionenKönnen für den Dysfunktionen:RetroperitonealraumRetroperitonealraum als Ganzes nicht beschrieben werden, sondern betreffen nur durch ihn hindurch ziehende Leitungsbahnen (Aorta, V. cava inferior, Lymphbahnen, Nerven) sowie die Nieren und Nebennieren (Kap. 13).

Diagnostik der Dysfunktionen

Michel Puylaert
Dementsprechend kann auch die Diagnostik nicht für den Retroperitonealraum:Diagnostik der DysfunktionenRetroperitonealraum als Ganzes beschrieben werden, sondern nur in Bezug auf die Leitungsbahnen (Aorta, V. cava inferior, Lymphbahnen, Nerven) sowie die Nieren und Nebennieren (Kap. 13).

Behandlung der Dysfunktionen

Michel Puylaert
Retroperitoneum:BehandlungBehandlung von Dysfunktionen der Niere (13.5, 10.6.5)

Behandlung von Aorta thoracica und Aorta abdominalis (Abb. 8.14, 8.15)

Indikation: alle Dysfunktion im Aorta thoracica:BehandlungAorta abdominalis:BehandlungRumpfbereich
Patient: in Rückenlage
Therapeut: stehend, auf der linken Seite des Patienten
Handposition:
  • Hypothenar der rechten Hand (oder Fingerbeeren) auf den Aortenbogen im 1. ICR nahe am Sternum legen

  • Fingerbeeren der linken Zeige- und Mittelfinger auf die Bifurcatio aortae (ca. 2 Querfinger breit kaudal und links des Nabels) legen

Ausführung:
  • Mit der rechten Hand den Aortenbogen festhalten und mit der linken Hand die Bifurcatio aortae nach kaudal ziehen.

  • Mit der rechten Hand Dehnung nach lateral und kranial ausüben, dabei auf die Elastizität der Gewebe achten.

  • Ist der Widerstand nicht elastisch,

    • eine Recoil-Technik ausüben oder

    • die Aorta 3–6× dehnen: Aortenbogen festhalten, Bifurcatio aortae nach kaudal dehnen und loslassen.

Variation
Zusätzlich kann die Aorta abdominalis auch in der Lateralität getestet und mobilisiert werden. Dabei wird sie zangenartig sanft zwischen Zeigefinger und Daumen beider Hände gehalten und sanft laterolateral mobilisiert, bis sich die Gewebe elastisch anfühlen.

Bei starken Pulsationen, besonders wenn sie in die Breite gehen, ist die Technik wegen der Gefahr eines AortenaneurysmaAortenaneurysmas kontraindiziert. Kontraindikationen:Aortenaneurysma

Behandlung des Truncus coeliacus (Abb. 8.16, 8.17, 8.18)

Indikation: alle Dysfunktionen im Oberbauch
Patient: in Rückenlage
Therapeut: stehend, auf der linken Seite des Patienten
Handposition:
  • A. hepatica propria:

    • Eine Hand unterhalb des VIII. Rippenknorpels auf den Leberhilus legen, und

    • mit der anderen Hand leicht den Truncus coeliacus (auf Höhe von Th12) halten.

  • A. splenica:

    • Mit einer Hand die Milz links auf Höhe des IX. Rippenknorpels und

    • mit der anderen Hand leicht den Truncus coeliacus (auf Höhe von Th12) halten.

  • A. gastrica sinistra:

    • Mit einer Hand den Magen auf Höhe der Curvatura minor (ca. 2 Querfinger breit kaudal und links vom Proc. xiphoideus) und

    • mit der anderen Hand leicht den Truncus Truncus coeliacus:Behandlungcoeliacus (auf Höhe von Th12) halten.

Ausführung:
  • Truncus coeliacus halten und das entsprechende Organ (Leber, Milz oder Magen) leicht nach lateral mobilisieren.

  • Dabei auf die Elastizität des Gewebes achten.

  • Ist der Widerstand nicht elastisch,

    • eine Recoil-Technik ausüben oder

    • den Truncus coeliacus halten, das entsprechende Organ (Leber, Magen oder Milz) nach lateral dehnen und loslassen.

Behandlung der A. renalis (Abb. 8.19, 8.20)

Indikation: alle A. renalis:BehandlungNierendysfunktionen
Patient: in Rückenlage
Therapeut: stehend, auf der linken Seite des Patienten
Handposition:
  • Mit einer Hand die Abgangsstelle der A. renalis aus der Aorta abdominalis (medial des M. rectus abdominis) und

  • mit der anderen Hand das Nierenhilum (lateral des M. rectus abdominis, etwa auf Höhe von L1) festhalten (beachte: die rechte Niere liegt weiter kaudal als die linke).

Ausführung:
  • Aorta abdominalis halten, ohne sie zu komprimieren und

  • Nierenhilum nach lateral verschieben.

  • Dabei auf die Elastizität des Gewebes achten.

  • Ist der Widerstand nicht elastisch,

    • eine Recoil-Technik ausüben oder

    • Austrittsstelle der A. renalis festhalten und die Niere 3–6× nach lateral dehnen und loslassen.

Merke

Der Pediculus links ist kürzer als rechts.

Es gibt viele Varianten, die A. renalis zu behandeln.

Funktionelle Aspekte und Entwicklungsdynamik

Patrick van den Heede

Fasziale Ebenen und Räume

Retroperitonealraum:funktionelle AspekteRetroperitonealraum:EntwicklungsdynamikEin Großteil des viszeralen Austauschs basiert auf bestimmten „Räumen“ und der Anwesenheit von definierten faszialen Ebenen. Die unterschiedlichen komprimierenden und verlängernden Kräfte, die Auswirkungen auf das mesodermale und mesenchymale embryonale Gewebe haben, schaffen diese Räume. In solchen vorübergehenden oder endgültigen Räumen entwickeln sich die Organe, bevor sie auswandern oder sich darin endgültig stabilisieren. Das mesodermale Gewebe fungiert als eine Art „Kraft-Platte“, in der biodynamische Kräfte integriert, verteilt und reorganisiert werden. Die Kräfte schaffen die anatomische Orientierung der Gewebe und deren physiologische Organisation sowie eine Vielzahl von faszialen Räumen. Der Turgoreffekt und Spannungsunterschiede an den Membranen unterstützen die faszialen Ebenen dieser Räume funktionell.
Der Retroperitonealraum ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie ein faszialer Raum zu den normalen mechanischen und physiologischen Anforderungen der angrenzenden intraperitonealen, intrapleuralen und urogenitalen Räume beitragen kann. Wenn ein Raum frei ist und weder durch angrenzende Organe noch durch einen Flüssigkeitsstau oder anderes Gewebe komprimiert wird, ist eine normale physiologische Funktion möglich.
Nieren
Das Hauptorgan im Retroperitonealraum ist die Niere(n):FunktionenNiere. Wie ein „schwebendes Fulcrum“ erhält sie die normale Interaktion zwischen respiratorischen, zirkulatorischen, biomechanischen und verdauenden Kräften aufrecht. All diese Kräfte konvergieren im renalen Raum durch eine Vielfalt myofaszialer Vektoren. Denn M. psoas major, Zwerchfellschenkel, Fascia transversalis und alle perivaskulären Faszien erzeugen mechanische Kräfte, die unter Umständen die Physiologie des Retroperitonealraums und dessen Inhalt destabilisieren können.
Die Niere darf demnach nicht als isoliertes rein dialysierendes Organ betrachtet werden, sondern hat viele weitere Funktionen:
  • Vermittlung zwischen Geweben als mobile Zwischenstruktur

  • Aufrechterhaltung der mechanischen Funktion der verschiedenen peritonealen Ebenen

  • Aktivierung der Lymphdrainage im Bereich des Beckengürtels, der Beine und intraperitoneal

  • Kontrolle des Gleichgewichts der Körperflüssigkeiten (zum Großteil) und der Blutzirkulation

  • Regulierung des Gleichgewichts zwischen Sympathiko- und Parasympathikotonus.

Hierdurch wird deutlich, dass eine NierenptoseNierenptose nicht unbedingt die dialysierende Nierenfunktion beeinträchtigt. Vielmehr ist zu überlegen, ob diese SenkniereSenkniere nicht Ausdruck eines versagenden homöostatischen Mechanismus irgendwo im Körper sein könnte. Die Veränderung der normalen Lage und der normalen Bewegung könnte als Verlust an vitaler Energie des gesamten Körpers interpretiert werden. Den Nierenraum zu revitalisieren, könnte demnach eine wichtige Aufgabe bei der Wiederherstellung einer normalen Vitalität sein und die normale Physiologie unterstützen. Obwohl die Physiologie der Niere eine fast autonome innere Funktion darstellt, ist sie doch zum Großteil durch ein äußeres biodynamisches Eingreifen am Ausgleich der gesamten Körperenergie beteiligt. Hier spielen die Gesetzmäßigkeiten der Bewegung, der Gewebeintegrität und der Organstabilität eine wichtige Rolle.

Entwicklungsdynamische Prozesse

entwicklungsdynamische Prozesse:MesodermNach Molmenti (1996) deutet die embryologische Entwicklung des Mesenterium dorsaleMesenterium dorsale auf die Existenz von retromesenterialen Ebenen hin, und auch klinische Beobachtungen sprechen dafür.
Entwicklung der Urogenitalleiste
UrogenitalleisteIm frühembryonalen Stadium (um den 25. Tag) findet aufgrund einer Kombination von zwei Bewegungen eine Kompression der intermediären mesodermalen Schichten statt: Durch eine simultane sagittale und transversale Krümmung am anterioren Pol des Embryos wird das intermediäre Mesoderm allmählich in kraniokaudaler und dorsoventraler Richtung komprimiert. Eine Ansammlung mesodermaler Zellen ist der Beginn einer Vielzahl von epithelialen-mesenchymalen Interaktionen, bei denen zahlreiche dazwischen befindliche Komponenten angezogen, konzentriert oder auch durch Zellapoptose vernichtet werden. Auf die allmähliche räumliche Entwicklung folgt ein Aussprossen von Gefäßen, die Nephrotomformation und die Intervention verschiedener Wachstumshormone, die von der lokalen Konzentration dieser fortschreitenden mechanischen Kräfte abhängen.
Das heißt, an jeder anatomischen Stelle der NephrotomformationNephrotomformation handelt es sich um einen „Hotspot, NephrotombildungHotspot“ für biodynamische, biomechanische und biochemische Einflüsse. Die Verschiebung eines „Hotspots“ in kraniokaudaler Richtung erfolgt durch die sagittale Flexion des Embryos, die wiederum vom relativ langsameren Längenwachstum der dorsalen Aorta im Gegensatz zum Neuralrohr bestimmt wird. Die horizontal-transversale Bewegung entsteht durch die Konvergenz des präaortalen mesenchymalen Gewebes, das in ventraler und zentraler Richtung gezogen und ins Mesenterium integriert wird. Beide Bewegungen erzeugen periaortale Räume, in denen die Nephrotom- und Blasenformation beginnen kann. Danach folgen verschiedene Versuche der Nephrotomformation. Jedes Nephrotom kann man als Isoform der endgültigen Nierenfunktion und als ein entsprechend der Segmentation der Somiten gegliedertes anatomisches Kompartiment ansehen.
Fakten für osteopathische Überlegungen
  • Durch Kompression des mesodermalen Gewebes im perivaskulären Raum um die Aorta entstehen ähnliche Organ-Isoformen wie bei der primitiven Nierenformation.

  • Das perivaskuläre Mesenchym wird ins Mesenterium integriert und ist später an der Unterteilung (Kompartimentalisierung) der peritonealen und retroperitonealen Ebenen beteiligt (Molmenti 1996).

  • Die Urogenitalleiste fungiert als artikulierende Verbindungsstelle zwischen dem Peritoneum (anterior) und mesenchymalen Strukturen (posterior). Pathologien beider Strukturen finden sich wahrscheinlich in beiden Bereichen gleichzeitig und manifestieren sich als leichte oder stärkere Veränderungen von Funktion, Mobilität oder Position.

Vor- und Urniere: Isoformen der endgültigen Nierenformation
Beide Strukturen erscheinen wie „Versuche“ oder Vorstufen der endgültigen Nierenformation. Die VorniereVorniere besitzt keine sekretorische Fähigkeit, hat aber eine vesikuläre Form. Dieses Bläschen (Vesikel) entwickelt sich unter dem Einfluss komprimierender Kräfte an der medialen Seite des Nephrotoms, weil aus den komprimierten Zellen des Nephrotoms Flüssigkeit austritt. In einem Muster, das durch die Flexion der Halsregion des Embryos bestimmt wird, entstehen und verschwinden die Vornierengebilde fortlaufend.
Bei der Urniere Urniereexistiert bereits eine endgültige Verbindung zwischen den aortalen Gefäßsprossen und der Bowman-Kapsel. Durch diese vaskuläre Unterstützung erhält die Niere 2 weitere funktionelle Komponenten:
  • Integration des Herzrhythmus und

  • Fazilitierung ihrer Migration aus der Neuralleiste, durch die der Sympathikotonus angelegt wird.

Die Urniere wird schließlich unter der progressiven Kompression durch die Leber-Herz-Anlage, die einen immer größeren Raum in der Pleura-/Peritonealhöhle einnimmt, verschwinden. Im Pro-Urin, den sie absondert, sind Abbauprodukte, Ionen- und Proteinkomponenten enthalten. Er wird in die Amnionflüssigkeit ausgeschieden und könnte als trophische Komponente für die weitere Zellreifung des Vorder- und Mitteldarms dienen.
Die Nachniere und ihre mesodermalen Ursprünge
NachniereDie Entwicklung der Nachniere wird durch das Einwachsen der Ureterknospe in den posterioren und unteren Teil des intermediären Mesoderms induziert. Mesenchymale Zellen konzentrieren sich um das metanephrogene Blastem und organisieren es. Die gesamte NierendifferenzierungNierendifferenzierung ist ein Resultat aus reziprok-induktiven Interaktionen zwischen beiden Organanlagen.
Die Nephrone:mesodermale ZellschichtenNephrone sind aus 3 verschiedenen mesodermalen mesodermale Zellschichten:NephroneZellschichten aufgebaut:
  • Epithelzellen aus dem metanephrogenen Divertikel,

  • Mesenchymzellen des metanephrogenen Blastems,

  • Gefäßendothelzellen.

Anscheinend ist der gesamte Prozess der Nierendifferenzierung in diesem Stadium von 3 Faktoren abhängig:
  • Wachstumsfaktoren (FGH, HSF/SF, EGFR, IGF-I, IGF-II, HGF) (Goodeyer 1996, Horster 1999),

  • Zell-Gewebe-Interaktionen (epitheliale-mesenchymale Interaktion) und

  • mechanischen Kräften (Kompression und Dekompression).

Das NierenwachstumNierenwachstum scheint ein bilateral organisiertes Phänomen zu sein, bei dem Wachstumsfaktoren und eine Art mechanischer Arbeitsüberlastung eine wichtige Rolle spielen. Nach Mandell et al. (1993) kommt es zu einem fetalen kompensatorischen Wachstum im Rahmen einer „alleinstehenden“ Niere. Sie nehmen zudem an, dass ein intrauterines kompensatorisches Wachstum vorwiegend in der Frühschwangerschaft stattfindet und dass es sich um ein biphasisches Phänomen mit einer deutlichen Wachstumsbeschleunigung nach der Geburt handelt.
Nierenmigration
Mit Beginn der NierenmigrationNierenmigration aus der Beckenregion kann erstmals von der Entstehung einer faszialen Artikulation (Gelenk) gesprochen werden. Aufgrund des schnellen und expansiven Wachstums der kaudalen Region des Embryos kann sich die endgültige Niere im Retroperitonealraum des Beckens entwickeln.
Verschiedene mechanische und biophysikalische Faktoren unterstützen die Nierenmigration:
  • Während der kraniokaudalen Verschiebung von L4 zu L1 bewegen sich die Nieren nach lateral und drehen sich um 90°. Sie überqueren die großen umbilikalen Arterien und kommen mit den Nebennieren in Kontakt. Am kranialen Pol der Kapsel entsteht eine Kappe.

  • Eine durch die Nierenmigration bewirkte mechanische Spannung soll für die Ureteröffnung in der Blase verantwortlich sein.

  • Die Flüssigkeit in den Ureteren (Pro-Urin) könnte als hydrostatische Schiene für die Migrationsbewegung dienen.

  • Interessant wäre es, die Rolle der Nebennieren und des Diaphragmas bei der Orientierung bzw. Anziehung der migrierenden Nieren zu untersuchen; hier scheinen Hormone und Wachstumsfaktoren wichtig zu sein.

  • Die Niere des Erwachsenen umfasst 5 vaskuläre Lappenbereiche (Carlson 1994), die alle zu unterschiedlichen Segmentarterien gehören, ein Muster aus der Urniere, das die migrierende Nachniere übernimmt. Ihre Ursprünge aus der Aorta reduzieren sich im Normalfall auf ein Paar Nierenarterien.

Für Osteopathen ist es interessant zu wissen, dass die Ursprünge in einem definierten mesodermalen Bereich des embryonalen Körpers liegen. In der Nierenmigration könnten daher verschiedene ontogenetische Reifungsstadien zum Ausdruck kommen.
Formierung der faszialen Ebenen des Retroperitoneums
Retroperitonealraum:fasziale EbenenWährend ihrer Migration wird die Niere durch verschiedene fasziale Ebenen gestützt und erzeugt gleichzeitig auch einige. Der normale Aufstieg einer Niere ist für die Formierung und Entwicklung der Fascia renalis, insbesondere das posteriore Blatt, notwendig (Feldberg 1983). Ein mechanischer Impuls scheint für die Entwicklung der Fascia renalis benötigt zu werden. Die Faszie ist bei Patienten mit Nierenptose vorhanden, fehlt jedoch bei einer wahren Ektopie. Das dorsale Mesogastrium und das primitive Mesocolon sind mit der abdominalen Wand verbunden und verstärken somit die Struktur der anterioren renalen Faszie (schon im 4. Embryonalmonat). Sogar die intraperitoneale Strukturierung und frühe Fixierung scheinen für die endgültige Nierenposition eine Rolle zu spielen (Chandraraj 1991). Ein fehlplatziertes Duodenum behindert die Rotation des Mitteldarms, sodass die Nieren dann auf einer tieferen Ebene an der posterioren Wand lokalisiert sind.
Dies führt zu folgenden Überlegungen:
  • intraperitoneale OrganeIntraperitoneal und retroperitoneale Organeretroperitoneal gelegene Organe beeinflussen sich gegenseitig und bestimmen ihre endgültige Stellung.

  • Die „Kommunikation“ zwischen verschiedenen Kompartimenten wird durch fasziale Ebenen festgelegt, die fusionieren und gemeinsame Gewebekompartimente bilden, die der Artikulation und gegenseitigen Verstärkung ihrer Funktionen dienen. So sind Toldt-Faszie, Mesogastrium, Mesocolon und Treitz-Faszie auf zwei Kompartimente und unterschiedliche Organformationen verteilt.

  • Die Nierenmigration wird nicht nur durch intrinsische Faktoren, sondern auch durch intraperitoneale Organverschiebungen (mit)bestimmt. Die Rotation des Gastrointestinaltrakts um 270° könnte ein dreidimensionaler Hebel sein, der die zwei Nieren endgültig in ihren Kompartimente organisiert.

Die fasziale Umgebung der Niere

Anatomie und Aufbau der Fascia renalis
Niere(n):fasziale UmgebungDie Fascia Fascia renalisrenalis (Gerota-Gerota-FaszieFaszie) besteht aus einem vorderen und einem hinteren Blatt, die zwei anteriore und posteriore pararenale Räume um das Nierenkompartiment und zwei anteriore und posteriore Räume im Kompartiment selbst begrenzen (Hureau 1991). Der rechte perirenale Raum ist superior, zur Area nuda der Leber hin, offen (Bechtold 1998, Kim 1993). Beide perirenalen Räume scheinen auf der Ebene der unteren Lendenwirbel auch miteinander zu kommunizieren. Verschiedene Autoren haben die Kontinuität der medialen Grenzen beschrieben und die anatomische und funktionelle Beziehung der beiden Räume unterstrichen. Feldberg (1983) betont die Wichtigkeit der Toldt-Toldt-FaszieFaszie bei der Formierung der anterioren renalen Faszie. Kolonstabilität und Nierenposition sind daher wahrscheinlich eng verknüpft. Andere Organe (Milz, Leber) und mit Sicherheit auch die Zwerchfellschenkel beeinflussen die „Nierenstabilität“. Dasselbe gilt für die untere Beckenregion, wo Verbindungen zwischen dem retroperitonealen und intraperitonealen Raum bestehen.
Raptopoulos deutet an, dass sich die anteriore und posteriore renale Faszie zu einer einzigen mehrschichtigen Faszie in der Fossa iliaca vereinen. Diese gemeinsame Faszie ist anterior locker mit dem Peritoneum parietale verbunden. In der kaudalen Fortsetzung dieser Faszie liegt der distale Teil des Ureters.
Nach Feldberg kann die renale Faszie als komprimiertes Blatt aus Bindegewebe angesehen werden, das dicke bis mitteldicke elastische Kollagenfasern enthält und deshalb die Eigenschaften von Bindegewebe hat. In Bezug auf das dynamische Gleichgewicht zwischen Bindegewebe und Körperflüssigkeiten ist laut Feldberg weiter anzumerken, dass Bindegewebe zwar nur wenige Blutgefäße, aber meistens ein großes Netz an Lymphgefäßen aufweist und dass es Lymphgefäße auch in der renalen Faszie gibt.
Beziehung der Fascia renalis zur Nierenkapsel
Die Fascia Fascia renalis:und Nierenkapselrenalis steht in enger Beziehung zur Funktion der fibrösen Nierenkapsel:und Fascia renalisNierenkapsel (Capsula fibrosa). Diese Kapsel stellt eine autonome physiologische Einheit dar. Nach der Beschreibung von Hammersen und Staubesand (1961) ist die fibröse Nierenkapsel durch fibröse Stränge am retroperitonealen Gewebe befestigt. Diese Faserstränge scheinen eine stabilisierende Funktion zu haben. Die Kapsel selbst besteht aus zwei Schichten: einer äußeren Schicht (Tunica fibrosa) aus zusammenhängenden Bündeln straffen Bindegewebes, die auch in die Septen des perirenalen Fetts eindringt, und einer inneren Schicht (Stratum fibrovasculare). Diese innere Schicht besteht aus stark vaskularisiertem Bindegewebe, das sich im renalen Stroma fortsetzt und ein Netzwerk aus Gefäßen, elastischen Fasern, einigen Bündeln glatter Muskelzellen und Nerven darstellt. Diese Schicht ist nur in der menschlichen Niere vorhanden.
Erhalt des retroperitonealen Flüssigkeitsgleichgewichts
Retroperitonealraum:FlüssigkeitsgleichgewichtNach Congdon und Edson (1941) besteht Fascia renalis:Funktiondie Hauptfunktion der renalen Faszien darin, der kaudalen Bewegung der Niere entgegenzuwirken und nicht das renale Gewicht zu stützen. Eine weitere mechanische Funktion der anterioren renalen Faszie ist die Unterstützung des venösen Abflusses aus einem Teil des perirenalen und pararenalen Fettgewebes. Nach Feldberg unterstützen die renalen Faszien auch die Lymphdrainage:RetroperitonealraumLymphdrainage des Retroperitonealraums. Diese Fakten könnten die Bedeutung der para- und perirenalen Räume für die Lymphdrainage des Beckengürtels, des Bein- und Intraperitonealbereichs aufzeigen. Durch die Flüssigkeitsexpansion und direkte Kommunikation, die zwischen den beiden (rechten und linken) perirenalen Räumen und den perirenalen Geweben besteht, wird die Kontinuität der venös-lymphatischen Physiologie des Beckengürtels mit dem Retroperitonealraum bestätigt.

Nierendynamik

Die Dynamik bzw. Mobilität der NierenmobilitätNierendynamikNieren wird zum Großteil durch fibröse Stränge bestimmt, die in der Nähe des unteren Nierenpols und am Hilum stärker und dichter zu sein scheinen. Dabei handelt es sich um eine Vielzahl untereinander verbundener Bindegewebsstränge, die Nierenkapsel und Fascia renalis verbinden.
Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Mobilität scheint die vorhandene Menge an perirenalem Fett zu sein. Diese Fettdepots sind nahe dem unteren Nierenpol und dem Nierenhilum dichter und stärker ausgeprägt. In den ersten Lebensjahren nehmen sie langsam zu, erreichen in der Adoleszenz ihr Maximum und gehen im Alter zurück. Die Abnahme des perirenalen perirenales FettFettes scheint die Nierenmobilität zu erhöhen, was letztendlich auch ihr Absenken begünstigt. Der Verlust von perirenalem Fett kann die Abwärtsbewegung der Niere verstärken und zu einer NephroptoseNephroptose führen. Das peri- und pararenale Fett gehört zu einem der wichtigsten, latenten Energiespeicher des Körpers. Der Verlust des „braunen“ Körperfetts geht mit einem deutlichen Energieverlust einher und ist ein positiver Indikator für eine physiologische Störung.
Eine Dehydrierung könnte ein weiterer Störfaktor im Gleichgewicht der Körperflüssigkeiten:(gestörtes) GleichgewichtKörperflüssigkeiten sein. Indem sich das ionische Gleichgewicht in der Niere selbst verändert, wird die Elektrophysiologie des Körpers gestört; dies könnte eine starke körperliche Erschöpfung sowie Muskelspasmen:DehydrierungMuskelspasmen und Krämpfe begünstigen. Jedes Organ badet in seinem eigenen Flüssigkeitsraum, sodass eine enge Beziehung zur gesamten Balance der Körperflüssigkeiten besteht, wie von Still beschrieben.
Ein plötzlicher Gewichtsverlust könnte problematisch für die renalen Mechanismen sein. Ebenso wie Haltungs- und Volumenänderungen nach der Schwangerschaft kann eine forcierte Gewichtsreduktion die normale Position und Bewegung der Niere destabilisieren. Der Stabilitätsverlust drückt sich durch eine verstärkte Nierenmobilität aus. Auch wenn sie die innere Physiologie der Niere vermutlich nicht völlig erschöpfen, erfordern diese Veränderungen einen erhöhten Arbeitsaufwand der umliegenden stabilisierenden Strukturen, also der perirenalen Faszien, des Zwerchfells (Spannung), der lumbalen Faszien und sogar der Lendenwirbel, zur Aufrechterhaltung des intraperitonealen Drucks. Neben lokalen Spasmen, die dadurch entstehen, wird zudem der normale Austausch im gesamten faszialen Netzwerk des Körpers eingeschränkt.

Osteopathische Behandlung des Retroperitoneums

Folgende Überlegungen lassen die Anwendung von manipulativen Techniken zur Behandlung des Retroperitoneum:BehandlungRetroperitoneums gerechtfertigt erscheinen:
  • Die intraperitonealen Strukturen bieten durch ihre posterioren mesenterialen Aufhängungen anatomisch einen wichtigen Halt für die retroperitoneale Umgebung. Die normale Rotation um 270° des peritonealen Sacks stellt ein adäquates Mittel zur Stabilisation der retroperitonealen Umgebung dar. Ein größerer oder geringerer Rotationsgrad kann dazu führen, dass die retroperitonealen und intraperitonealen Organe übermäßig stark oder nur unzureichend stabilisiert werden.

  • Der Übergang von der Nierenfaszie zur Toldt-Faszie bringt die intraperitonealen und retroperitonealen Strukturen eng miteinander in Verbindung. Eine Retraktion, Dilatation oder Ptose von Colon ascendens oder Colon descendens kann daher zu einem Hauptstörfaktor der retroperitonealen Physiologie (normale Nierenmobilität, normaler Ureterverlauf) werden.

  • Der perirenale Sack weist eigene konzentrische und exzentrische Motilitätsphasen auf, die von der primären faszialen Motilität unterstützt werden und für einen ausgeglichenen Flüssigkeitsaustausch im Retroperitonealraum sorgen.

  • Das Os sacrum scheint durch seine inhärenten Flexions- und Extensionsbewegungen sowie seine faszialen Verbindungen in der Iliosakral- und Lumbalregion wichtig für die Aufrechterhaltung der normalen Lymphdrainage im Retroperitoneum:LymphdrainageRetroperitoneum zu sein. Eine Kompression des Os sacrum oder ein Spasmus des M. psoas verhindert den normalen Flüssigkeitsaustausch.

  • Die unteren beiden Rippen (XI und XII, freie Rippen) agieren als Hebel, die eine enorme Pumpwirkung auf das Retroperitoneum:und RippendysfunktionRetroperitoneum ausüben und dadurch die normale Nierenmobilität aktivieren. Osteopathen wie Still und Sutherland erwähnten die Gefahr, dass eine Dysfunktion dieser Rippen die normale Vitalität dieses Bereichs und des autonomen Nervensystems beeinträchtigen kann.

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