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B978-3-437-56011-8.00003-4

10.1016/B978-3-437-56011-8.00003-4

978-3-437-56011-8

Vegetatives System der Brusthöhle

Brust- und Bauchaorta

Dermalgien nach Jarricot

Hinweiszeichen auf eine Dysfunktion

Entspannung der ersten Ösophagus:Entspannung der 1. EngstelleEngstelle

Drucktechnik für die zweite Ösophagus:Drucktechnik für 2./3. EngstelleEngstelle

Drucktechnik für die dritte Ösophagus:Drucktechnik für 2./3. EngstelleEngstelle

Dehnung des Dehnungstechnik:ÖsophagusÖsophagus

Speiseröhre

Torsten Liem

Therapeut auf den Fotos:

Michel Puylaert

  • 3.1

    Embryologie76

  • 3.2

    Anatomie76

    • 3.2.1

      Funktion76

    • 3.2.2

      Aufbau76

    • 3.2.3

      Topografische Anatomie77

    • 3.2.4

      Gefäßversorgung, Lymphwege, Innervation79

  • 3.3

    Dysfunktionen80

    • 3.3.1

      Ursachen80

    • 3.3.2

      Kompensations-mechanismen81

    • 3.3.3

      Folgen82

    • 3.3.4

      Differenzialdiagnosen82

  • 3.4

    Diagnostik der Dysfunktionen82

    • 3.4.1

      Symptome82

    • 3.4.2

      Inspektion82

    • 3.4.3

      Reflexzonen und Hinweiszeichen83

    • 3.4.4

      Perkussion85

    • 3.4.5

      Palpation85

    • 3.4.6

      Motilität85

    • 3.4.7

      Mobilität85

    • 3.4.8

      Tests85

  • 3.5

    Behandlung der Dysfunktionen86

    • 3.5.1

      Erste Engstelle: Entspannung86

    • 3.5.2

      Zweite Engstelle: Druck-(Rotations-)Technik87

    • 3.5.3

      Dritte Engstelle: Druck-(Rotations-)Technik87

    • 3.5.4

      Allgemeine Mobilisation des Hiatus oesophageus88

    • 3.5.5

      Dehnung des Ösophagus88

    • 3.5.6

      Mobilisation des gastroösophagealen Übergangs89

Embryologie

Der ÖsophagusÖsophagus geht Ösophagus:EmbryologieEmbryologie:Ösophagusaus dem VorderdarmVorderdarm hervor. Die Entwicklung beginnt schon mit dem LungendivertikelLungendivertikel Anfang der 4. Woche, das ursprünglich eine offene Verbindung zum Vorderdarm hat. Bald wird es durch das Septum Septum oesophagotrachealeoesophagotracheale getrennt (außer im Bereich der späteren Kehlkopföffnung). Der dorsale Abschnitt bildet die Anlage des Ösophagus. Die Speiseröhre“\t“Siehe ÖsophagusSpeiseröhre ist zuerst sehr kurz, verlängert sich aber durch das Wachstum und den Deszensus von Herz und Lunge. Im Laufe der 7. Woche erreicht sie ihre definitiven Längenproportionen. Die äußere Muskulatur entwickelt sich aus dem Mesenchym der Ultimobranchial- bzw. SchlundbögenSchlundbögen.

Anatomie

Funktion

  • Der Ösophagus:AnatomieÖsophagus Anatomie:Ösophagustransportiert Funktion:Ösophagusdie Nahrung durch peristaltische Kontraktionswellen aus dem Rachen in den Magen weiter.

  • In ihm findet weder Verdauung noch eine Aufnahme von Nahrungsbestandteilen statt.

  • In Ruhe verhindert der obere Ösophagussphinkter, oberer/untererSphinkter, dass Luft in den Magen gelangt. Der untere Sphinkter verhindert einen Reflux aus dem Magen (Rückfluss von Speisebrei bzw. Aufsteigen des aggressiven Magensafts).

Aufbau

Die Aufbau:ÖsophagusSpeiseröhre ist, abhängig vom Kontraktionszustand, ca. 25–30 cm lang und verläuft S-förmig vom Ringknorpel bis zur Pars cardiaca des Magens. Sie wird in 3 Abschnitte unterteilt:
  • Pars Pars cervicalis oesophagicervicalis oesophagi (Halsteil): Ösophagus:Pars cervicalis (Halsteil)beginnt hinter dem RingknorpelRingknorpel, dicht vor dem 6. Halswirbelkörper. Der bindegewebige ÖsophagusmundÖsophagusmund (Übergang vom Pharynx zum Ösophagus) ist durch Muskelzüge an den Kehlkopf gefesselt.

  • Pars thoracica Pars thoracica oesophagioesophagi (Brustteil): ist Ösophagus:Pars thoracica (Brustteil)mit 16–18 cm der längste Abschnitt. Er verläuft im posterioren Mediastinum bis zum Hiatus oesophageus im Diaphragma.

  • Pars abdominalis Pars abdominalis oesophagioesophagi (Bauchteil): ist Ösophagus:Pars abdominalis (Bauchteil)2–3 cm lang und erstreckt sich vom Hiatus oesophageus bis zur Kardia. Hier am Übergang zum Magen bilden Ösophagus und Kardia einen „funktionellen Kardiasphinkter:funktionellerKardiasphinkter“, der in Ruhe immer verschlossen bleibt. Obwohl es an der Stelle keinen ringförmigen Schließmuskel gibt, spricht man trotzdem von einem (unteren Ösophagus- bzw. Kardia-)Sphinkter. Es handelt sich um einen „funktionellen Sphinkter“, da er durch die unterschiedlichen Druckverhältnisse im thorakalen und abdominalen Ösophagusteil verursacht wird und aus einem „Wringverschluss:KardiasphinkterWringverschluss“ besteht. Dieser kommt durch eine spezielle Anordnung der longitudinalen und zirkulären Schicht in der Tunica muscularis zustande. Das Sphinktersystem wird zusätzlich durch ein submuköses Venenpolster verstärkt.

  • Ein MesoösophagusMeso verbindet den Ösophagus:MesoÖsophagus mit der prävertebralen Faszie in Höhe von C6 bis Th4.

Topografische Anatomie

Lage (Abb. 3.1, 3.2)
  • Pars cervicalis: vor den Ösophagus:AnatomieWirbelkörper Lage:Ösophagusvon C6 bis Th1; verläuft von kranioventral nach kaudodorsal zum posterioren Mediastinum, mit einer leichten Krümmung nach links.

  • Pars thoracica: verläuft im Mediastinum superius und posterius von Th1 bis Th10. Bis Th4 liegt der Brustteil des Ösophagus der Wirbelsäule an. Ab Th7/Th8 ist er durch die Aorta von ihr getrennt. Mit einer leichten Krümmung nach rechts zieht er von kranial-medial-dorsal nach ventrokaudal links bis zum Hiatus oesophageus des Diaphragmas. Unmittelbar vor seinem Eintritt ins Zwerchfell ist der Ösophagus etwas ampullenförmig erweitert (sog. epiphrenisches epiphrenisches DivertikelDivertikel:epiphrenischesDivertikel).

  • Pars abdominalis: befindet sich intraperitoneal, auf Höhe von Th10–Th11. Der Bauchteil des Ösophagus liegt unterhalb des Zwerchfells und ist nach links gerichtet. Die ventrale Seite ist von Peritoneum bedeckt und zieht durch eine Einbuchtung auf der Rückseite der Leber. Individuell sind starke Verwachsungen mit dem Zwerchfell vorhanden, die sich auf die Curvatura minor des Magens fortsetzen.

  • Hiatus Hiatus oesophageusoesophageus: liegt links dorsal vom Centrum tendineum und oberhalb des Hiatus aorticus des Zwerchfells. Die Muskelbündel der Pars Pars lumbalis (Diaphragma)lumbalis diaphragmatis, die ihn begrenzen, weisen viele individuelle Variationen auf. Sehr häufig entsteht dadurch eine Art Kanal, durch den hindurch der Ösophagus von rechts kraniodorsal nach links kaudoventral verläuft.

  • Membrana Membrana phrenicooesophagealisphrenicooesophagealis (Laimer-Laimer-DreieckDreieck, Laimer-Treitz-Laimer-Treitz-MembranMembran): Liegt im Hiatus oesophageus und bildet den Zusammenschluss der oberen und unteren Zwerchfellfaszie. Zu diesem elastischen Ring kommt eine dehnbare zeltartige Bindegewebsmembran hinzu, die am Rand der Speiseröhre fixiert ist. Sie verhindert, dass der Ösophagus den Magen, z. B. bei tiefen Einatmung, in den Brustraum hochzieht.

Nachbarschaftsbeziehungen (Abb. 3.1, 3.2)
  • Pars cervicalis: grenzt Nachbarschaftsbeziehungen:Ösophagusanterior an die Trachea, posterior an die Wirbelsäule (C6 bis Th1) zwischen dem mittleren und tiefen Blatt der Halsfaszien, kranial an den Pharynx, seitlich an die A. thyroidea inferior und den N. laryngeus recurrens, ist links mit dem Aortenbogen und rechts mit dem Truncus brachiocephalicus verbunden.

  • Pars thoracica: wird im oberen Mediastinum beidseits vom N. vagus bis zum Hiatus oesophageus begleitet; grenzt posterior und etwas links an die Trachea, rechts an den Aortenbogen; im hinteren Mediastinum anterior an die Brustaorta und den Ductus thoracicus, posterior an die Bifurcatio tracheae, die A. pulmonalis dextra und den linken Hauptbronchus; befindet sich kaudal rechts hinter dem linken (Herz-)Vorhof und der rechten Pleura mediastinalis.

  • Pars abdominalis: grenzt anterior ans Peritoneum, posterior an den linken Zwerchfellschenkel, kranial ans Zwerchfell, kaudal an den Magen, rechts ans Omentum minus, links ans Peritoneum und ans Lig. triangulare sinistrum der Leber.

Fixationen (Abb. 3.1, 3.2)
Der Ösophagus Fixationen:Ösophagusist ein elastischer Schlauch und kann sich sowohl in Längs- als auch in Querrichtung aufdehnen.
  • M. constrictor M. constrictor pharyngis inferiorpharyngis inferior, Pars Pars cricopharyngea (M. constrictor pharyngis)cricopharyngea: an der Hinterfläche des Ringknorpels befestigt

  • Hiatus Hiatus oesophageusoesophageus und Membrana Membrana phrenicooesophagealisphrenicooesophagealis: im Bereich des Zwerchfells

  • An folgenden drei physiologischen Ösophagus:Engstellen (Constrictiones)Engstellen des ÖsophagusEngstellen (Constrictiones) ist der Ösophagus weniger beweglich, wegen der engen Nachbarschaft:

    • Constrictio Constrictio pharyngooesophagealispharyngooesophagealis (RingknorpelengeRingknorpelenge): am Ösophagusmund

    • Constrictio partis Constrictio partis thoracicaethoracicae (AortenengeAortenenge): an der Kreuzung mit dem linken Hauptbronchus und Aortenbogen

    • Constrictio Constrictio phrenicaphrenica (ZwerchfellengeZwerchfellenge): am Durchtritt durch das Zwerchfell

Gleitflächen
Pars cervicalis
  • direkte Gleitflächen: Trachea, Lamina Gleitflächen:Ösophagusprevertebralis

  • indirekte Gleitflächen: C6 bis Th1, Kehlkopf, Nn. laryngei recurrentes, A. thyroidea inferior

Pars thoracica
  • direkte Gleitflächen: Trachea, Nn. vagi, Aortenbogen (Arcus aortae), Aorta descendens, Zwerchfell, linker Stammbronchus, linker Herzvorhof, Pleura mediastinalis

  • indirekte Gleitflächen: Truncus vagalis anterior, Truncus vagalis posterior, rechter Stammbronchus, Th10/Th11, rechter Stammbronchus

Pars abdominalis
  • direkte Gleitflächen: Centrum tendineum des Zwerchfells, rechte Pars lumbalis des Zwerchfells, Laimer-Treitz-Membran, Lobus sinister der Leber, Peritoneum, Kardia des Magens

  • indirekte Gleitflächen: Hiatus aorticus, linke Pars lumbalis des Zwerchfells, Magenfundus, Lig. gastrophrenicum

Gefäßversorgung, Lymphwege, Innervation

Arterien
  • Pars cervicalis: Aus der Gefäßversorgung:ÖsophagusA. subclavia Arterien:Ösophagusentspringt der Truncus Truncus thyrocervicalisthyrocervicalis. Einer seiner Äste ist die A. thyroidea A. thyroidea inferiorinferior, die Rami Rami oesophageales:A. thyroidea inferioroesophageales abgibt (Abb. 3.1, 3.2).

  • Pars thoracica: Auch aus der Aorta Aorta thoracicathoracica entspringen Rami Rami oesophageales:Aorta thoracicaoesophageales (Abb. 3.1, 3.2),

  • Pars abdominalis: Aus der Aorta abdominalis entspringt der Truncus Truncus coeliacuscoeliacus. Von ihm zweigt die A. gastrica A. gastrica sinistrasinistra ab, die ebenfalls Rami Rami oesophageales:A. gastrica sinistraoesophageales entsendet.

Venen (Abb. 3.2)
  • Vv. Vv. oesophagealesoesophageales aus der Venen:ÖsophagusPars cervicalis münden über die V. thyroidea inferior und die V. brachiocephalica in die V. cava V. cava superiorsuperior ein.

  • Aus der Pars thoracica erfolgt der Abfluss über die V. V. azygosazygos und/oder V. V. hemiazygoshemiazygos in die V. cava superior.

  • Aus der Pars abdominalis münden die Vv. oesophageales über die V. gastrica sinistra in die V. portae hepatis ein.

Lymphwege (Abb. 3.2)
Der Lymphwege:ÖsophagusLymphabfluss erfolgt zu folgenden regionalen Lymphknoten:
  • Pars cervicalis: zu Nll. Nll. juxtaoesophagealesjuxtaoesophageales → Nll. cervicales profundi → Truncus Truncus jugularisjugularis → rechter/linker Venenwinkel

  • Pars thoracica: zu Nll. juxtaoesophageales → Truncus Truncus bronchomediastinalisbronchomediastinalis → rechter/linker Venenwinkel

  • Pars abdominalis: zu Nll. juxtaoesophageales → Nll. Nll. coeliacicoeliaci → Cisterna chyli → Ductus thoracicus

Innervation
Sympathikusfasern Ösophagus:Innervationaus dem Innervation:ÖsophagusGanglion stellatum, dem Truncus sympathicus und Plexus aorticus thoracicus treten in den Plexus Plexus oesophageusoesophageus ein. Parasympathikusfasern aus dem N. vagus sinister/dexter treten in den N. laryngeus N. laryngeus recurrensrecurrens bzw. den Plexus oesophageus ein.
Motorisch Ösophagus:motorische Steuerungwird die Ösophagusmündung teilweise vom intramuralen Nervensystem gesteuert.

Ösophagusinnervation

Tab. 3.1
InnervationSegment, KerngebietVerlaufUmschaltung
sympathischTh2–Th5 → obere Hälfte
Th 6–Th8 → untere Hälfte
→ Grenzstrang (Truncus sympathicus)Plexus oesophageus
parasympathischNucl. dorsalis nervi vagiMedulla oblongata →
N. vagus sinister (X) →
N. laryngeus recurrens
N. vagus dexter → Plexus oesophageus
intramural (Plexus myentericus, Plexus submucosus)

Dysfunktionen

Ursachen

Parietale Dysfunktionen
  • obere HWS und Ösophagus:DysfunktionenSchädelbasis (→ N. vagus)

  • C6–C7: Ösophagusmund

  • C7–Th1 und Ganglion stellatum

  • Th2–Th5 (→ Sympathikus)

  • Dysfunkion bzw. Fehlspannung des Zwerchfells (Hiatus oesophageus)

  • thorakolumbaler Übergang

Viszerale Dysfunktionen
  • Schilddrüse Dysfunktionen:Ösophagus (Venenstauung im Ösophagus bei Schilddrüsenprozessen)

  • Aorta, Trachea

  • Pleura parietalis, Pars mediastinalis

  • Centrum tendineum, Crus dextrum/sinistrum diaphragmatis

  • Peritoneum parietale anterius

  • Magen: kontinuierlicher Übergang der Ösophagus- in die Magenmuskulatur

  • Missverhältnis zwischen negativem intrathorakalem Druck und positivem intraabdominellem Druck: Störung des funktionellen Kardiasphinkter:DysfunktionKardiasphinkters

Ligamente
  • Bindegewebszüge an der Rückwand der Trachea.

  • Membrana phrenicooesophagealis

Nervale Störungen
  • N. vagus: Truncus vagalis anterior und Truncus vagalis posterior

  • Ganglion stellatum

  • Sympathikus: Th2–Th5 und Th8

  • intramurales Nervensystem (Plexus myentericus, Plexus submucosus)

Störungen des Herz-Kreislauf-Systems
  • Herzbeutel und linker Vorhof

  • portokavale Anastomosen: V. azygos/V. hemiazygos – V. gastrica sinistra – Pfortader (V. portae hepatis)

Psyche
  • Stress kann zum Reizdarm führen.

  • Durch sympathische Überreizung kann die Motorik des Ösophagus Ösophagus:motorische Störunggestört werden.

Weitere Ursachen
  • Eine Ptose des Magens und damit einen konstanten Zug am Ösophagus begünstigen Faktoren wie:

    • Alter und Bindegewebsschwäche

    • Operationen und Narben im Abdominal- oder Urogenitalbereich, z. B. Hysterektomie

  • Fehlernährung: Kohlenhydrate oder Süßspeisen im Übermaß begünstigen eine Dysbakterie oder Mykose.

  • Haltungsprobleme, z. B. verstärkte Kyphose

Kompensationsmechanismen

Merke

Ein Großteil der genannten Kompensationsmechanismen:ÖsophagusKompensationsmechanismen ist rein hypothetisch und bedarf weiterer Untersuchungen.

  • Selbstregulation: Spannungsänderungen des Zwerchfells

  • Kompensation durch die schrägen/diagonalen myofaszialen Ketten des parietalen Systems und veränderte Krümmung der BWS: Kyphose/Lordose

  • Kompensation durch Lageänderung des Magens

  • Kompensation (funktionell) durch HWS, oft Streckung

Folgen

  • Dysfunktion im thorakolumbalen Übergangsbereich

  • Spannung im Bereich der Kopfgelenke (Okzipito-/Atlantoaxialgelenke) und der Sutura occipitomastoidea

  • Dysfunktion von C7–Th5 (Sympathikus)

  • Dysfunktion der Rippen I–IV

  • Dysfunktion von C3–5 (N. phrenicus)

  • Dysfunktion der linken Klavikula (Venenwinkel)

  • Pseudoherzbeschwerden

Differenzialdiagnosen

  • Differenzialdiagnosen:ÖsophagusdysfunktionAchalasie

  • Ösophagusdivertikel (am häufigsten Zenker-Pulsionsdivertikel im Halsbereich)

  • Ösophaguskarzinom

  • Ösophagusvarizen

  • Refluxösophagitis und Veränderung der Schleimhaut (Barrett-Syndrom)

  • Hiatushernie

Diagnostik der Dysfunktionen

Symptome

  • Symptome:ÖsophagusdysfunktionÖsophagus:Diagnostik der DysfunktionenDysphagie

  • RetrosternalschmerzenRetrosternalschmerzen

  • SodbrennenSodbrennen (Pyrosis)

  • Abdominalbeschwerden

  • Abmagerung

  • Diarrhö/Obstipation

  • Reizdarmsyndrom

Inspektion

Im Stehen
  • Nur wenige Inspektion:Ösophagusdysfunktionallgemeine Zeichen: veränderte Wirbelsäulenkrümmungen, besonders der HWS und BWS

  • Thoraxbewegungen bei der Atmung verändert oder vermindert: durch Mobilitätseinschränkung der Viszera

  • Störung des venösen Rückflusses

Im Liegen
  • Hals wirkt kürzer

  • Schultergürtel bleibt kranial

  • Atembewegungen sind eingeschränkt bzw. unharmonisch

Reflexzonen und Hinweiszeichen (Abb. 3.3, 3.4)

Dermatom
  • anterior: Sternum (Th4 und Th5) Reflexzonen:ÖsophagusdysfunktionDermatom:Ösophagus

Dermalgiereflexe nach Jarricot
  • anterior:

    • Ösophagus, oberer Teil: Th2 rechts, Mitte des Dermalgiereflexe nach Jarricot:ÖsophagusSternums

    • Ösophagus, unterer Teil: Th5, auf dem Sternum (wie Kardia)

Neurolymphatische Reflexe nach Chapman
  • anterior: 2. ICR bilateral, nahe dem Chapman-Reflexe:ÖsophagusSternum

  • posterior: beidseits in der Mitte zwischen Proc. transversus und Proc. spinosus von Th2

Triggerpunkte
  • Aortenenge:TriggerpunkteAortenenge: auf dem Sternum Triggerpunkte:Ösophagusunmittelbar kaudal des Angulus Angulus sternisterni (Angulus Ludovici, angle of Louis)

  • Hiatus Hiatus oesophageus:Triggerpunkteoesophageus: 5. ICR links, leicht lateral des Sternums

Periostschmerzpunkte
  • anterior: auf dem Sternum, Th2–Th Periostschmerzpunkte:Ösophagus5

  • posterior: Procc. transversi von Th2–Th7

Knap-Punkte
  • posterior: Procc. spinosi von Th3 und Knap-Punkte:ÖsophagusTh4

  • anterior: 2. bis 5. ICR

Muskuläre Hinweiszeichen
  • Hypertonie Hinweiszeichen:Ösophagusdysfunktionvon

    • M. pectoralis major

    • Zwerchfell

    • Mm. intercostales Th2–Th5

Vertebrale Hinweiszeichen
  • Dysfunktion obere und mittlere BWS

  • Dysfunktion C0–C2 (über N. vagus)

Perkussion

Der Ösophagus kann nicht perkutiert werden.

Palpation

Der Ösophagus kann nicht palpiert werden.

Motilität

Nicht beschrieben.

Mobilität

Es zeigt sich hauptsächlich eine Mobilität:ÖsophagusMobilität in Längsrichtung. Der Ösophagus:MobilitätÖsophagus muss seine Länge an Kopf-Hals-Thorax-Bewegungen und beim Schlucken anpassen können.
Pars Pars thoracica oesophagi:Mobilitätthoracica: Sie besitzt eine anteroposteriore Mobilität, sodass sich ihr unterer Abschnitt bei der Einatmung bis 7 cm von der Wirbelsäule entfernen kann.

Tests

Allgemeiner Mobilitätstest
Patient: in Rückenlage, beide Beine Tests:ÖsophagusMobilitätstest:Ösophagusangestellt
Therapeut: stehend, auf der rechten/linken Seite des Patienten
Handposition:
  • Der Handballen einer Hand liegt unmittelbar kaudal des Proc. xiphoideus.

  • Die andere Hand umgreift die Mandibula bzw. das Okziput.

Ausführung:
  • Während der Patient einatmet, mit der kranialen Hand leicht die HWS strecken.

  • Mit der kaudalen Hand Druck nach kaudal ausüben.

Bewertung: Die Elastizität des Gewebes beurteilen.
  • Normalbefund: Kaum Widerstand, der Ösophagus lässt sich dehnen.

  • Widerstand oder Schmerzen können auf eine Dysfunktion hinweisen.

Spezifische Mobilitätstests für die Engstellen
Patient: in Rückenlage, beide Beine Mobilitätstest:Engstellen des Ösophagusangestellt
Therapeut: stehend, auf der rechten/linken Seite des Patienten
Handposition:
  • Erste Engstelle: Den Ringknorpel im Gabelgriff umfassen und die Stirn halten.

  • Zweite Engstelle: Fingerbeeren leicht kaudal des Angulus sterni (Angle of Louis) auflegen.

  • Dritte Engstelle: Fingerbeeren am Hiatus oesophageus, auf Höhe des 5. ICR links am lateralen Rand des Brustbeins, auflegen.

Ausführung:
  • Erste Engstelle: Den Ringknorpel nach rechts und links mobilisieren.

  • Zweite und dritte Engstelle: Druck nach posterior ausüben.

Bewertung: Die Elastizität des Gewebes beurteilen.
  • Normalbefund:

    • Erste Engstelle: Der Ringknorpel lässt sich nach beiden Seiten (links und rechts) bewegen.

    • Zweite und dritte Engstelle: elastisches Gefühl

  • Widerstand oder Schmerzen können auf eine Dysfunktion hinweisen

Behandlung der Dysfunktionen

Erste Engstelle: Entspannung (Abb. 3.5)

Indikation: Verspannung, GlobusgefühlGlobusgefühl im Ösophagus:BehandlungEntspannungstechnik:Engstellen des ÖsophagusBehandlung:ÖsophagusdysfunktionHalsbereich
Patient: in Rückenlage, Kopf auf einem Kissen
Therapeut: stehend, seitlich des Patienten
Handposition:
  • Eine Hand umfasst den Ringknorpel im Gabelgriff.

  • Die andere Hand liegt flach auf der Stirn.

Ausführung:
  • Den Ringknorpel in eine Richtung drehen und den Kopf in die andere.

  • Rhythmische Bewegungen ausführen, bis der Ringknorpel in beiden Richtungen frei beweglich ist.

Zweite Engstelle: Druck-(Rotations-)Technik (Abb. 3.6)

Indikation: Verspannung, VerdauungsproblemeVerdauungsprobleme, RetrosternalschmerzenRetrosternalschmerzen Schmerzen im Druck-(Rotations-)Technik:Engstellen des ÖsophagusEpigastrium
Patient: in Rückenlage, Kopf auf einem Kissen
Therapeut: stehend, seitlich des Patienten
Handposition:
  • Das Os pisiforme einer Hand unmittelbar kaudal des Angulus sterni (Angle of Louis) auflegen.

  • Mit der zweiten Hand die erste umfassen und den Druck verstärken.

Ausführung:
  • Druck von anterior nach posterior ausüben, um eine Vorspannung aufzubauen.

  • Dann eine Rotation im oder gegen den Uhrzeigersinn (direkte oder indirekte Technik) ausführen, bis sich die Region entspannt.

Variante: Druck mit den Fingerbeeren beider Hände ausüben.

Dritte Engstelle: Druck-(Rotations-)Technik (Abb. 3.7)

Indikation: Verspannung des Zwerchfells (Hiatus Hiatus oesophageus:Behandlung mit Drucktechnikoesophageus), Verdauungsstörungen, Schmerzen im Epigastrium
Patient: in Rückenlage, Kopf auf einem Kissen
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten
Handposition:
  • Das Os pisiforme einer Hand auf Höhe des 5. ICR links am lateralen Rand des Brustbeins auflegen.

  • Mit der zweiten Hand die erste umfassen und den Druck verstärken.

Ausführung:
  • Druck von anterior nach posterior ausüben, um eine Vorspannung aufzubauen.

  • Dann eine Rotation im und gegen den Uhrzeigersinn (direkte oder indirekte Technik) ausführen, bis sich die Region entspannt.

Variante: Druck mit den Fingerbeeren beider Hände ausüben.

Allgemeine Mobilisation des Hiatus oesophageus

Indikation: SodbrennenSodbrennen, VerdauungsproblemeVerdauungsstörungen, Hiatus oesophageus:Mobilisation, allgemeineDysphagie
Patient: in Rückenlage, Kopf auf einem Kissen
Therapeut: stehend, auf der linken Seite des Patienten
Handposition:
  • Die linke Hand flach auf das Epigastrium legen, 2–3 Querfinger kaudal des Proc. xiphoideus.

  • Die rechte Hand unter die BWS (in Höhe von T9–Th11) legen.

Ausführung:
  • Druck von anterior nach posterior ausüben, bis eine Vorspannung erreicht ist.

  • Dann mit beiden Händen einen Zug nach kaudal ausüben.

  • Zur Steigerung der Wirkung: Den Patienten tief einatmen und die Luft anhalten lassen.

Dehnung des Ösophagus (Abb. 3.8)

Indikation: VerdauungsproblemeVerdauungsprobleme, RetrosternalschmerzenRetrosternalschmerzen, SodbrennenSodbrennen, RefluxReflux, HiatushernieHiatushernie
Patient: in Rückenlage, Beine Ösophagus:Dehnungangestellt
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite des Patienten
Handposition:
  • Der Daumen der rechten Hand nimmt mit der Curvatura minor des Magens Kontakt auf, während die restlichen Finger die Curvatura major umgreifen.

  • Die linke Hand liegt breitflächig unter dem Okziput.

Ausführung:
  • Beide Hände auseinanderbewegen, wobei die linke Hand den Kopf in eine leichte Extension bringt.

  • Phase 1: passive Dehnung

  • Phase 2: Der Patient atmet ein und hält die Luft an.

  • Phase 3: Der Patient versucht 2–3× zu schlucken.

  • Die Technik wird beendet, wenn weich-elastischer Widerstand zu spüren ist.

Mobilisation des gastroösophagealen Übergangs

Indikation: VerdauungsproblemeVerdauungsprobleme, HiatushernieHiatushernie, RefluxMobilisation:gastroösophagealer Überganggastroösophagealer Übergang:MobilisationReflux
Patient: sitzend
Therapeut: stehend, hinter dem Patienten
Handposition: Die Finger beider Hände 2–3 Querfinger kaudal des Proc. xiphoideus und links leicht lateral der Linea alba auflegen.
Ausführung:
  • Druck nach posterior ausüben, um den Magen zu fixieren.

  • Dann den Patienten aufrichten.

  • Mehrmals wiederholen, bis sich das Gewebe in der Region entspannt hat.

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