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B978-3-437-56011-8.00015-0

10.1016/B978-3-437-56011-8.00015-0

978-3-437-56011-8

Das Ovar im 5. Entwicklungsmonat. Die Markstränge zerfallen, der Wolff-Gang degeneriert, die Urnierenkanälchen (Ductuli efferentes) erhalten keinen Anschluss an das Rete ovarii. Der Müller-Gang bildet den Eileiter. Oogonien sind bereits in der Rindenzone vorhanden und werden von Follikelzellen umgeben.

Die weiblichen Genitalien am Ende der 8. Woche. Die Müller-Gänge vereinigen sich unten und bilden den Uterovaginalkanal, aus dem Uterus und Vagina hervorgehen. Am oberen Ende wächst er sich zu den Eileitern aus. Der Wolff-Gang degeneriert.

Unterteilung des Uterus

Innere weibliche Geschlechtsorgane (Ansicht von ventral)

Peritonealverhältnisse im kleinen Becken (Ansicht von lateral)

Beckeneingeweide der Frau

Innere weibliche Geschlechtsorgane (Ansicht von dorsal)

Schematische Darstellung der Fixierungsbänder des Uterus (Transversalschnitt auf Höhe der Cervix uteri, Ansicht von kranial)

Halteapparat von Uterus und Ovar

Arterielle Versorgung der inneren weiblichen Geschlechtsorgane (Ansicht von dorsal)

Lymphbahnen und Lymphknoten der inneren weiblichen Geschlechtsorgane

Hinweiszeichen auf eine Dysfunktion. a: Ovar. b: Tuba uterina. c: Uterus.

Palpation der Ovarien und Tuben

Palpation des Uterus

Motilität des Uterus im Inspir (Sagittalebene)

Allgemeine Entspannungstechnik des Uterus (Variation 1)

Allgemeine Entspannungstechnik für Ovarien und Tuben

Heben des Uterus

Bimanuelle Mobilisationstechnik des Uterus

Dehnung der Tuba uterina

Mobilisation des Lig. latum uteri

Mobilisation des Lig. latum uteri uteri (Variation)

Induktion des Uterus

Mobilisation der Excavatio vesicouterina

Innervation der inneren weiblichen GeschlechtsorganePlexus uterovaginalisOvar:InnervationInnervation:UterusInnervation:Ovar

Tab. 15.1
Innervation Verlauf Umschaltung
sympathisch Th10–L3 → Grenzstrang (Truncus sympathicus) → N. splanchnicus minor und Nn. splanchnici sacrales Plexus renalis (Ovar), Plexus mesentericus superior (Ovar), Plexus mesentericus inferior, Plexus hypogastricus inferior (Plexus uterovaginalis)
parasympathisch S2–S4 → Nn. splanchnici pelvici (Nn. erigentes) Plexus hypogastricus inferior (Plexus uterovaginalis)

Weibliche Geschlechtsorgane

Therapeut auf den Fotos:

Michel Puylaert

  • 15.1

    Embryologie482

  • Herwig Hahn von Dorsche

  • 15.2

    Anatomie484

  • Michel Puylaert

    • 15.2.1

      Funktion484

    • 15.2.2

      Aufbau484

    • 15.2.3

      Topografische Anatomie486

    • 15.2.4

      Gefäßversorgung, Lymphwege, Innervation492

  • 15.3

    Dysfunktionen495

  • Michel Puylaert

    • 15.3.1

      Ursachen495

    • 15.3.2

      Kompensations-mechanismen497

    • 15.3.3

      Folgen497

    • 15.3.4

      Differenzialdiagnosen497

  • 15.4

    Diagnostik der Dysfunktionen498

  • Michel Puylaert

    • 15.4.1

      Symptome498

    • 15.4.2

      Inspektion498

    • 15.4.3

      Reflexzonen und Hinweiszeichen498

    • 15.4.4

      Perkussion502

    • 15.4.5

      Palpation502

    • 15.4.6

      Motilität504

    • 15.4.7

      Mobilität504

    • 15.4.8

      Tests505

  • 15.5

    Behandlung der Dysfunktionen505

  • Torsten Liem (15.5.10, 15.5.11),

    Michel Puylaert (15.5.1–15.5.9)

    • 15.5.1

      Allgemeine Entspannungstechnik des Uterus505

    • 15.5.2

      Allgemeine Entspannungstechnik für Ovarien und Tuben506

    • 15.5.3

      Heben des Uterus507

    • 15.5.4

      Bimanuelle Mobilisationstechnik des Uterus508

    • 15.5.5

      Dehnung der Tuba uterina509

    • 15.5.6

      Mobilisation des Lig. latum uteri510

    • 15.5.7

      Induktion des Uterus511

    • 15.5.8

      Mobilisation der Excavatio vesicouterina511

    • 15.5.9

      Mobilisation des Iliosakralgelenks (ISG) und Uterus512

    • 15.5.10

      BEFNT-Integration des Uterus512

    • 15.5.11

      BEFNT-Integration von Ovar und Tuba uterina514

Embryologie

Herwig Hahn von Dorsche
weibliche Geschlechtsorgane“\t“Siehe Ovar/Uterus/Tuba uterinaDas genetische oder chromosomale Geschlecht wird bei der Befruchtung der Eizelle durch die Samenzelle bestimmt (weiblich XX, männlich XY). Die Ausbildung der Ovarien geschieht unter Mitwirkung der weiblichen Geschlechtshormone (Festlegung des hormonellen Geschlechts). Durch den Einfluss der Geschlechtshormone wird der gesamte Körperbau geschlechtstypisch ausgebildet, was zum Begriff des phänotypischen oder körperlichen Geschlechts geführt hat. Dieser hormonelle Prägungsprozess betrifft auch das Gehirn, wodurch das psychische Geschlecht festgelegt wird.
Entwicklung der Ovarien
OvarOvar:EmbryologieEmbryologie:OvarDie Entwicklung der Gonaden beginnt im Gegensatz zu den anderen Organen mit einer indifferenten GonadenanlageGonadenanlage, die für beide Geschlechter gleich ist.
Die Entwicklung der Ovarien beginnt in der 7. Woche. Die primären Keimstränge Keimsträngewerden durch eindringendes Mesenchym aufgelöst. Als zweite Generation der Keimstränge werden die Rindenstränge Rindenstränge in der Rindenzone der Ovaranlage gebildet. In der 8. Woche wandern Oogonien, die aus Urkeimzellen entstehen, in die Eierstock“\t“Siehe OvarEierstockanlage ein. Bis zur 12. Woche ist die Differenzierung von Rinde und Mark des Ovars erfolgt. Die Keimzellen vermehren sich innerhalb der Rindensträngedurch mitotische Teilung, wobei die Rindenstränge zerfallen. Am Beginn des 5. Monats startet die Ausbildung der PrimärfollikelPrimärfollikel: Die Oogonien treten in die Prophase der 1. Reifeteilung ein und werden von FollikelzellenFollikelzellen umgeben (Abb. 15.1). Diese verhindern weitere Teilungen, sodass die OogonienOogonien in der Prophase im DiktyotänstadiumDiktyotänstadium arretiert werden. Nicht von Follikelzellen eingeschlossene Oogonien gehen zugrunde. Diese Entwicklung ist ca. im 6. Monat abgeschlossen, danach können keine neuen Eizellen mehr entstehen. Vor der Geburt produziert das Ovar keine Hormone.
Aus den Primärfollikeln bilden sich mit Beginn der Pubertät (Menarche) sprungreife TertiärfollikelTertiärfollikel (sog. Graaf-Graaf-FollikelFollikel). Durch den Follikelsprung werden befruchtungsfähige Eizellen freigesetzt.
Entwicklung von Tuba uterina und Uterus
UterusTuba uterinaTuba uterina:EmbryologieEmbryologie:Tuba uterinaIn der 6. Woche sind sowohl beim weiblichen als auch beim männlichen Embryo beidseits ein Urnierengang oder Wolff-Gang und der Müller-Gang vorhanden: Indifferenzphase. Sie entstehen aus der UrogenitalfalteUrogenitalfalte (Plica Plica urogenitalisurogenitalis). Die Müller-Gänge sind Schläuche aus Epithelgewebe und gehen aus dem mittleren Keimblatt, dem Mesoderm, hervor.
Beim weiblichen Geschlecht entwickelt sich der Müller-Gang Müller-Gängezum Hauptausführungsgang für die Keimdrüse Uterus:EmbryologieEmbryologie:Uterusweiter und bildet Eileiter“\t“Siehe Tuba uterinaEileiter, Uterus und Vagina:EmbryologieVagina. Der Wolff-Gang bildet sich nach der Entwicklung der Vagina bis auf wenige Überreste zurück. Beim männlichen Geschlecht werden die Müller-Gänge zwischen der 10. und 12. Woche zurückgebildet.
In der frühen Fetalperiode, im 4. Monat der Entwicklung, wachsen die Müller-Gänge stark und bilden die Eileiter. In der Mittellinie treffen die Müller-Gänge beider Seiten zusammen. Ihre kaudalen Enden vereinigen sich zum UterovaginalkanalUterovaginalkanal, aus dessen oberem Teil der Uterus hervorgeht (Abb. 15.2). Im umgebenden Mesenchym bildet sich das Lig. latum Lig. latum uteriuteri aus, eine beidseits vom Uterus zur seitlichen Wand des kleinen Beckens verlaufende Bauchfellduplikatur.

Anatomie

Michel Puylaert

Funktion

Ovar
  • Funktion:OvarOogenese

  • Follikelreifung (bis zum sprungreifen Graaf-Follikel)

  • Östrogen- und Progesteronproduktion

Tuba uterina
  • Aufnahme der Eizelle aus dem Funktion:Tuba uterinaOvar

  • Eizellentransport vom Ovar zum Uterus

Uterus
  • Fruchthalter und Ernährung des Keims während der Funktion:UterusSchwangerschaft

  • Austreibung der reifen Frucht am Ende der Schwangerschaft durch die Uterusmuskulatur

Aufbau

Ovar
Ovar:AnatomieAufbau:OvarAnatomie:OvarDas Ovar ist oval, hat bei der geschlechtsreifen Frau etwa die Form einer großen Dörrpflaume (ca. 4 × 2 × 1 cm), nach dem Klimakterium ist es nur noch mandelgroß. Bis zur Menarche ist es klein und glatt, von der Menarche bis zur Menopause groß und durch die Follikelsprünge zunehmend gyriert (Narben), ab der Menopause klein und gyriert. Die Farbe ist grau-rosa (abhängig vom zyklisch wechselnden Ausmaß der Durchblutung).
Pole und Seiten heißen (Abb. 15.7):
  • Extremitas tubaria: oberer Pol, lateral

  • Extremitas uterina: unterer Pol, medial

  • Margo liber

  • Margo mesovaricus

  • Facies medialis

  • Facies lateralis

Tuba uterina (Salpinx)
Tuba uterina:AnatomieAufbau:Tuba uterinaAnatomie:Tuba uterinaDer Eileiter ist ein ca. 10–15 cm langer Schlauch, der sich am freien Ende trichterartig erweitert und daher an eine Trompete erinnert, wird auch SalpinxSalpinx (= Muttertrompete) genannt. Der Durchmesser beträgt am uterinen 6–8 mm, am abdominalen Ende 2–4 mm.
Der Eileiter wird in 4 Abschnitte (Abb. 15.4) unterteilt:
  • Pars Pars uterina, Eileiteruterina (Gebärmutterteil): vollständig in die Muskelwand des Uterus eingebettet

  • Isthmus tubae Isthmus:tubae uterinaeuterinae (enger Teil): mediales Drittel, das an den Uterus anschließt, ist die engste Stelle und gestreckt ca. 3–4 cm lang

  • Ampulla tubae Ampulla tubae uterinaeuterinae (weiter Teil): laterale ⅔, aufgeweitet und bogenförmig um das Ovar gelegen

  • Infundibulum tubae Infundibulum tubae uterinaeuterinae (Trichter): trichterförmiges abdominales Ende, ragt frei in die Bauchhöhle; der Trichterrand ist mit fransenförmigen Fimbrien besetzt, die über das Ovar streifen.

  • Ostium Ostium abdominale, Eileiterabdominale: über Mesosalpinx am Lig. latum fixiert.

Uterus
Aufbau:UterusAnatomie:UterusEr ist birnenförmig, von vorne Uterus:Anatomienach hinten abgeflacht, ca. 7–10 cm lang, 4–5 cm breit und 2–3 cm dick.
Man unterscheidet 2 Hauptabschnitte der Gebärmutter“\t“Siehe UterusGebärmutter (Abb. 15.3):
  • Corpus Corpus uteriuteri (GebärmutterkörperGebärmutterkörper): obere ⅔, am oberen Ende mit Fundus Fundus uteriuteri, die Enge zwischen Corpus und Cervix uteri heißt Isthmus Isthmus:uteriuteri (= innerer Muttermund:innererMuttermund).

  • Cervix uteri Cervix uteri (GebärmutterhalsGebärmutterhals): unteres Drittel, mit Portio supravaginalis cervicis Portio (supra)vaginalis cerviciszwischen Isthmus und Ansatz der Scheidenwand (von subperitonealem Bindegewebe umgeben) und Portio vaginalis cervicis, dem unteren Zervixteil, der in die VaginaVagina hineinragt.

Die Cavitas Cavitas uteriuteri (GebärmutterhöhleGebärmutterhöhle) gleicht von ventral gesehen einem auf die Spitze gestellten Dreieck. Die beiden oberen Eckpunkte entsprechen den Mündungsstellen der Eileiter, die untere Spitze geht am Isthmus in den Canalis cervicis Canalis cervicis uteriuteri über. Dieser endet am äußeren freien Ende der Portio vaginalis cervicis als Ostium Ostium uteriuteri (= äußerer Muttermund:äußererMuttermund).

Topografische Anatomie

Lage (Abb. 15.4, 15.5)
Ovar
  • Intraperitoneal im hinteren Lage:OvarBlatt des Lig. latum uteri an der lateralen Wand des kleinen Beckens in der Fossa ovarica gelegen, knapp unter dem Übergang vom kaudalen zum mittleren Drittel einer Verbindungslinie zwischen Symphyse und SIAS.

  • Die Fossa ovarica Fossa ovaricabreitet sich zwischen der Aufzweigung der A. iliaca communis in die A. iliaca interna und A. iliaca externa aus und wird begrenzt:

    • ventral: durch V. iliaca externa,

    • dorsal: durch Ureter, A. und V. iliaca interna, A. umbilicalis, N. obturatorius, A. obturatoria,

    • lateral: durch M. obturatorius internus.

  • Die Lage wird durch das Lig. latum uteri und den Uterus (abhängig vom Alter) bestimmt, auch die Füllung des Dickdarms kann das Ovar verlagern.

  • Längsachse verläuft im Liegen schräg von dorsokranial nach ventrokaudal, im Stehen fast senkrecht.

Tuba uterina
  • Intraperitoneal im oberen freien Rand des Lig. latum uteri gelegen.

  • Die Lage Lage:Tuba uterinaist sehr variabel, es gibt kaum eine typische Lage.

  • Die Ampulle ist gut, der Isthmus gering beweglich.

  • Zwischen Lig. teres uteri und Lig. ovarii proprium wirft der Eileiter die mittlere Bauchfellfalte auf (Mesosalpinx).

Uterus
  • Fundus und Corpus uteri sind intraperitoneal und teilweise subperitoneal im kleinen Becken zwischen Harnblase und Rektum in der Cavitas uteri Lage:Uterusgelegen.

    • Fundus uteri liegt je nach Blasenfüllung 2–3 cm über der Symphyse.

    • Corpus uteri liegt auf Höhe der Spina ischiadica.

  • Cervix uteri liegt zum größten Teil primär, zum kleineren Teil sekundär retroperitoneal, etwas vor dem Tuber ischiadicum.

  • Lage abhängig vom Füllungszustand von Harnblase und Rektum; bei gefüllter Blase ist der Uterus aufgerichtet, bei leerer Blase ist er nach vorn über sie gebogen.

  • Bei der Lagebeschreibung des Uterus:Flexio, Versio, PositioUterus ist zu unterscheiden zwischen:

    • Flexio, UterusFlexio: Knick zwischen Corpus und Cervix uteri, normal ist eine Anteflexio, UterusAnteflexio von 70–90° (= Knick nach vorn)

    • Versio, UterusVersio: Winkel zwischen Uterus und Vagina, normal ist die Anteversio, UterusAnteversio (= Winkel von etwa 90° bei leerer Harnblase nach vorn)

    • Positio, UterusPositio: Stellung des Uterus im Beckenkanal, normalerweise in der Körpermitte; es gibt auch Dextro- oder Sinistroposition (= Rechts- oder Linkslage)

  • Bauchfelltaschen:UterusBauchfelltaschen vor bzw. hinter dem Uterus:

    • Excavatio Excavatio vesicouterinavesicouterina: zwischen Harnblase und Facies vesicalis (Vorderseite) des Uterus, hier schlägt das Peritoneum etwa auf Höhe des Isthmus uteri vom Uterus auf die Blase um.

    • Excavatio Excavatio rectouterinarectouterina (Douglas-Douglas-RaumRaum): zwischen Rektum und Facies intestinalis (Dorsalseite) des Uterus, bei aufgerichtetem Körper tiefster Punkt des Peritonealraums; ventral von der Cervix uteri und dem hinteren Scheidengewölbe, lateral von der Plica rectouterina und dorsal vom Rektum begrenzt.

Nachbarschaftsbeziehungen (Abb. 15.6)
Ovar
  • Extremitas tubaria (oberer Pol): Fimbrien der Tuba Nachbarschaftsbeziehungen:Ovaruterina

  • Extremitas uterina (unterer Pol): Uterus

  • ventral: durch das Mesovarium mit dem Lig. latum verbunden

  • dorsal: Rektum

  • medial: Dünn- und Dickdarmschlingen

  • lateral: in die Beckenwand eingebettet (Fossa ovarica), in der Nähe von A. und V. obturatoria, N. obturatorius

  • superior: Tuba uterina

  • inferior: „Claudius-Claudius-GrubeGrube“ zwischen Os sacrum, Ureter und A. uterina

Tuba uterina
  • ventral: Lig. teres Nachbarschaftsbeziehungen:Tuba uterinauteri

  • dorsal: Ovar

  • medial: Corpus uteri, Ileum, Harnblase (an Isthmus)

  • lateral: links Colon sigmoideum, rechts Appendix vermiformis, Zäkum

Uterus
  • ventral: Nachbarschaftsbeziehungen:UterusHarnblase

  • dorsal: kranial Dünndarm, kaudal Rektum

  • lateral: Lig. latum

  • superior: Ileum, Colon sigmoideum

  • inferior: Vagina

  • In den lateralen Winkeln des Corpus uteri setzen jeweils das Lig. teres uteri und das Lig. ovarii proprium an.

  • Die Portio supravaginalis cervicis steht ventral mit dem Blasenfundus und dorsal auf Höhe des Sakrokokzygealgelenks mit dem Rektum in Verbindung.

Fixationen
Ovar (Abb. 15.7, 15.9)
  • Lig. suspensorium Lig. suspensorium ovariiovarii (klinisch: Lig. Lig. infundibulopelvicuminfundibulopelvicum): Fixationen:Ovarvon der Extremitas tubaria zur lateralen Beckenwand, enthält A. und V. ovarica, Lymphbahnen und Nerven

  • Lig. ovarii Lig. ovarii propriumproprium: von der Extremitas uterina zum Tubenwinkel des Uterus, enthält R. ovaricus der A. uterina, glatte Muskelzellen, elastische Fasern

  • MesovariumMesovarium: ist mit oberem Rand am Lig. latum uteri fixiert

Tuba uterina (Abb. 15.7)
  • MesosalpinxMesosalpinx: Bauchfellduplikatur Fixationen:Tuba uterinaum die Tuba uterina aus beiden Blättern des Lig. latum uteri, zur Beckenwand

  • Pars uterina: am Uterus

  • Lig. tuba-Lig. tuba-ovaricumovaricum: zwischen Fimbrien und kranialem Pol der Ovarien

  • Lig. tuba-Lig. tuba-colicumcolicum: Verbindung durch das Lig. latum mit dem Colon sigmoideum

  • Lig. von Lig. von GladoGlado-BandGlado: Verbindung zwischen Tuba uterina und Appendix

Uterus
Mutterbänder (Abb. 15.4, 15.7, 15.9)
  • Lig. latum Lig. latum uteriuteri: frontal Mutterbändergestellte quere Bauchfellduplikatur von Fixationen:UterusCorpus und Cervix uteri zur lateralen Beckenwand, trennt Excavatio vesicouterina von Excavatio rectouterina, enthält im vorderen oberen Rand das Lig. teres uteri, im hinteren oberen Rand die Tuba uterina, unterhalb davon das Lig. ovarii proprium und das Ovar; in ihm verlaufen A. und V. uterina, vereint die 3 Mesos MesovariumMesovarium (Gekröse der Ovarien), MesosalpinxMesosalpinx (Peritonealduplikatur um Tuba uterina) und MesometriumMesometrium (Bauchfellduplikatur des Uterus)

  • Lig. teres uteri: Lig. teres uterivom seitlichen oberen Rand des Uterus (Tubenwinkel) zur seitlichen Beckenwand und durch den Canalis inguinalis (Leistenkanal) zu den Labia majora, entspricht in seinem Verlauf dem Ductus deferens des Mannes, für Anteversion des Uterus verantwortlich

Parametraner Halteapparat (Abb. 15.8, 15.9)
Züge straffen Bindegewebes und glatter Muskelzellen parametraner Halteapparatmit dazwischen liegendem lockerem Bindegewebe, die fächerförmig von der Cervix uteri (Portio supravaginalis cervicis) in die Beckenwand einstrahlen.
  • Lig. Lig. sacrouterinumsacrouterinum: zum Os sacrum, hält Uterus von dorsal in seiner Lage

  • Lig. Lig. cardinalecardinale: speziell im Zervixbereich, zieht als stärkster Anteil des Halteapparats zur lateralen Beckenwand, hält mit M. levator ani den Uterus in einer Art Schwebelage und verhindert Seitneigung.

  • Lig. Lig. pubovesicalepubovesicale: nach ventral an der Harnblase vorbei zum Os pubis

  • M. M. rectouterinusrectouterinus: nach dorsal am Rektum vorbei zum Os sacrum, wirft die Plica rectouterina als seitliche Begrenzung der Excavatio rectouterina auf (Teil des Beckenbodens).

Beckenboden
Diaphragma Diaphragma pelvispelvis Beckenbodenund Diaphragma Diaphragma urogenitaleurogenitale, v. a. M. levator ani.
Gleitflächen
Ovar
  • direkte Gleitflächen: Gleitflächen:OvarExtremitas tubaria (oberer Pol), Extremitas uterina (unterer Pol), Peritoneum

  • indirekte Gleitflächen: Dünndarm, Colon sigmoideum, Zäkum, Harnblase

Tuba uterina
  • direkte Gleitflächen: Gleitflächen:Tuba uterinaPeritoneum, Lig. latum uteri

  • indirekte Gleitflächen: Dünndarm, Colon sigmoideum, Zäkum, Harnblase, Ureter

Uterus
  • direkte Gleitflächen: Gleitflächen:UterusPeritoneum (Facies vesicalis, Facies intestinalis), Vagina

  • indirekte Gleitflächen: Dünndarm, Colon sigmoideum, Rektum, Blase, Ureter

Gefäßversorgung, Lymphwege, Innervation

Arterien (Abb. 15.10)
Ovar
Ovar:GefäßversorgungGefäßversorgung:OvarEintrittsstelle der Arterien Arterien:Ovarüber das Mesovarium ist das Hilum ovarii:
  • A. A. ovaricaovarica: aus Aorta abdominalis, über Lig. suspensorium ovarii, entspricht der A. testicularis beim Mann.

  • R. ovaricus der A. uterina: A. A. uterinauterina entspringt aus der A. iliaca interna, R. R. ovaricus (A. uterina)ovaricus verläuft im Lig. ovarii proprium vom Uterus zum Ovar.

Die Äste der A. ovarica bilden mit den Endästen des A. uterina 2 Gefäßarkaden, aus denen zahlreiche kleine Arterien in das Ovar ziehen.
Tuba uterina
  • R. tubarius der A. uterina: Arterien:Tuba uterinaA. uterina Gefäßversorgung:Tuba uterinaentspringt Tuba uterina:Gefäßversorgungaus der A. iliaca interna, R. R. tubarius (A. uterina)tubarius zieht in Mesosalpinx an der Tuba uterina entlang.

  • Äste der A. ovarica: aus der Aorta abdominalis, versorgen direkt Infundibulum.

Uterus
  • A. A. uterinauterina: Uterus:GefäßversorgungGefäßversorgung:Uterusentspringt Arterien:Uterusaus der A. iliaca interna, verläuft im Lig. cardinale zuerst lateral vom Ureter und überkreuzt ihn ca. 2 cm seitlich der Zervix (Ureterknie), erreicht Uterus auf Höhe der Zervix, legt sich dem Isthmus uteri an und zieht dann an der seitlichen Uteruskante entlang zum Tubenwinkel, gibt dabei zahlreiche Äste ab und teilt sich am Ende in ihre Äste: R. ovaricus und R. tubarius; ist stark geschlängelt als Reservelänge für die Schwangerschaft, wächst aber trotzdem während der Zeit noch mit (bis zum Dreifachen der ursprünglichen Länge von 15–20 cm), ihr Durchmesser (2–3 mm) kann sich verdoppeln, um die Blutzufuhr zu erhöhen, im Bereich des Fundus anastomosieren die Gefäße beider Zuflussgebiete.

Venen

Merke

Die Venengeflechte:kleines BeckenVenengeflechte des kleinen Beckens sind untereinander verbunden, sodass sich viele verschiedene Nebenabflusswege ergeben.

Ovar
Die Venen:OvarVenen treten aus dem Hilum ovarii aus und bilden im Lig. suspensorium ovarii den Plexus pampiniformis Plexus pampiniformis ovariiovarii (ein Venengeflecht), aus diesem geht die V. ovarica hervor:
  • V. V. ovaricaovarica dextra → V. cava inferior

  • V. ovarica sinistra → V. renalis sinistra → V. cava inferior.

Tuba uterina
Das venöse Blut Venen:Tuba uterinakann abfließen über den
  • Plexus pampiniformis ovarii → V. ovarica → Ovar,

  • Plexus venosus Plexus venosus uterinusuterinus → Vv. uterinae → V. iliaca interna → V. iliaca communis → V. cava inferior.

Uterus
  • Plexus venosus uterinus, umgibt den Venen:UterusUterus in der Tiefe des Lig. latum uteri: → Vv. uterinae → V. iliaca interna → V. iliaca communis → V. cava inferior.

Lymphwege (Abb. 15.11)
Ovar und Tuba uterina
Lymphgefäße Lymphwege:Ovar und Tuba uterinatreten am Hilum ovarii aus und begleiten die Venen.
  • Hauptabflussweg: über das Lig. suspensorium ovarii zu Nll. lumbalesNll. lumbales dextri und sinistri

  • Nebenwege:

    • Nll. Nll. parauteriniparauterini → Nll. iliaci externi und interni → Nll. iliaci communes → Nll. lumbales →

    • Nll. iliaci Nll. iliaci interniinterni → Nll. iliaci communes → Nll. lumbales →

    • Nll. inguinales Nll. inguinales superficialessuperficiales → Nll. iliaci externi → Nll. iliaci communes → Nll. lumbales →

  • Einmündung: Trunci lymphatici lumbales → Cisterna chyli → Ductus thoracicus.

Uterus
  • Cervix uteri: Lymphwege:UterusNll. Nll. parauteriniparauterini, Nll. Nll. paravesicalesparavesicales, Nll. Nll. paravaginalesparavaginales, Nll. Nll. pararectalespararectales → Nll. iliaci externi und interni und obturatorii → Nll. iliaci communes → Nll. lumbales →

  • Corpus uteri, Tubenwinkel: zusätzlich zu den Lymphknoten wie bei der Cervix uteri auch Nll. inguinales Nll. inguinales superficialessuperficiales (Tractus horizontalis); die Lymphgefäße verlaufen dabei im Lig. teres uteri → Nll. iliaci externi → Nll. iliaci communes → Nll. lumbales →

  • Fundus uteri: über Lig. suspensorium ovarii zu Nll. Nll. lumbaleslumbales

  • Einmündung: Trunci lymphatici lumbales → Cisterna chyli → Ductus thoracicus.

Innervation

Dysfunktionen

Michel Puylaert

Ursachen

Parietale Dysfunktionen
Ovar und Tuba uterina
  • Reizung des N. obturatorius → Schmerzen an der Innenseite des Dysfunktionen:OvarOberschenkels

  • Os sacrum Dysfunktionen:Tuba uterina

Uterus
  • Dysfunktion oder Dysfunktionen:UterusFehlspannung von Beckenboden, M. obturatorius internus, M. piriformis

  • Art. sacrococcygea

  • Os sacrum (Ligg. uterosacralia, Parasympathikus)

  • Reizung der Fascia pelvis (Auswirkung auf Fascia iliopsoas)

  • Störung der Verbindung Perimetrium–Peritoneum parietale pelvis

Viszerale Dysfunktionen
Ovar und Tuba uterina
  • Alle Organe, die mit Tuba uterina Tuba uterina:Dysfunktionenund Ovar Ovar:Dysfunktionenverbunden sind, können über Ligamente, Gleitflächen oder fasziale Verbindungen die Motilität beeinflussen.

  • Beweglichkeit der Adnexe bestimmt v. a. der Uterus.

Uterus
  • Der Uterus Uterus:Dysfunktionenist ein Stützpunkt für die darüber liegenden Organe (besonders den Dünndarm) und wird von deren Spannung beeinflusst.

  • Alle Organe in der Umgebung können über Gleitflächen die Mobilität und Motilität einschränken (so schiebt z. B. eine volle Blase den Fundus uteri nach posterior und superior, ein gefülltes Rektum den Uterus nach anterior).

  • Fixation des Uterus in Retroversio uteriRetroversion (Fundus nach hinten gekippt), z. B. nach Schwangerschaft

  • Fixation des Corpus-Cervix-Winkels in Retroflexio uteriRetroflexion (nach dorsal offen) durch ligamentäre Fehlspannung

  • Fixation des Uterus in Lateralflexion durch einseitige Verspannung eines Lig. teres uteri

  • Adhäsionen nach operativen Eingriffen

Ligamente
Ovar und Tuba uterina
  • Dysfunktionen von Zäkum oder Colon sigmoideum: über ligamentäre Verbindungen mit den Tuben

  • Torsion des Uterus bei ungleicher Spannung der Ligamente: führt zur Tubenkompression.

Uterus
  • Hypotonie des Lig. teres uteri oder Läsion der uterosakralen Bänder führt zur Retroversion.

  • Verklebungen nach chirurgischen Eingriffen oder Infektionen

Nervale Störungen
Ovar und Tuba uterina
  • N. vagus: Kontrolle der Ovarfunktion läuft über peptiderge Fasern im N. vagus.

  • Sympathikus auf lumbaler Höhe

  • Nn. pelvici

Uterus
  • Sympathikus Th10–L3

  • Parasympathikus S2–S4

Störungen des Herz-Kreislauf-Systems
Ovar und Tuba uterina
  • Rechtsherzinsuffizienz: venöse Stauung

  • Kompression des arteriellen Zuflusses und/oder des venösen Abflusses, z. B. bei Ptose

Uterus
  • Erhöhung des intrapelvinen Drucks (z. B. bei Ptose) → Kompression der A. uterina, Störungen des venösen Abflusses → Zirkulationsstörungen in den unteren Extremitäten

Weitere Ursachen
Ovar und Tuba uterina
  • Zysten

  • Eileiterschwangerschaft

  • Entzündungen

Uterus
  • Geburtstrauma (mechanisches)

  • Bewegungsmangel

  • Fehlhaltung (einseitig, im Sitzen)

  • Gewichtsabnahme

Kompensationsmechanismen

Merke

Ein Großteil der genannten Kompensationsmechanismen:UterusKompensationsmechanismen:Tuba uterinaKompensationsmechanismen:OvarKompensationsmechanismen ist rein hypothetisch und bedarf weiterer Untersuchungen.

  • Hochstellung des Zwerchfells

  • Versuch einer Spannungsänderung durch Zug am Mesenterium und an der Radix des Dünndarms

  • Spannungsänderung der Lamina pubovesico-utero-Lamina pubovesico-utero-rectosacralisrectosacralis → optimale Kompensation jedes Organs (z. B. Ante- oder Retroversion des Uterus)

  • Kompensation der viszeralen Kette Leber, Lig. teres uteri, Nabel, Urachus durch Spannungserhöhung

  • Skoliose, Anteversion oder Torsion des Beckens, Lordose

  • Kompensation des Os sacrum mit möglicher Rückwirkung auf Dura mater und Schädel

  • Kompensatorische Stabilisation über Zug- und Biegungsfestigkeit der lateral verlaufenden A. uterina oder der Ovar- und Tubararterien bei Zug und Druck auf diese Gefäße

Folgen

  • Dysfunktionen des Os sacrum und der Iliosakralgelenke

  • Dysfunktionen Th10–L3

  • Knieschmerzen (über N. genitofemoralis)

  • Blasenreizung, Inkontinenz

  • Vasomotorikstörungen (venöser Stau im Plexus venosus vesicalis = Santorini-Plexus)

  • Zirkulationsprobleme in den unteren Extremitäten

  • Zyklusstörungen

Differenzialdiagnosen

Ovar und Tuba uterina
  • Differenzialdiagnosen:OvardysfunktionOvarialzysten Differenzialdiagnosen:Tubendysfunktion

  • Polyzystische Ovarien

  • Tuboovarialabszess

  • Salpingitis

  • Hydrosalpinx

  • Hämatosalpinx

  • Extrauteringravidität

  • Karzinom

Uterus
  • Differenzialdiagnosen:UterusdysfunktionEndometritis

  • Zysten

  • Myome

  • Endometriose

  • Karzinom

Diagnostik der Dysfunktionen

Michel Puylaert

Symptome

  • Unterbauchschmerzen, Uterus:Diagnostik von DysfunktionenTuba uterina:Diagnostik von DysfunktionenOvar:Diagnostik von DysfunktionenSchwere- oder Druckgefühl im Symptome:Dysfunktion der weiblichen GeschlechtsorganeUnterbauch

  • Dysmenorrhö

  • Zyklusstörungen

  • Schmerzen bei Geschlechtsverkehr

  • Inkontinenz

  • Verdauungsprobleme

  • Rückenschmerzen (besonders LWS)

  • Venenprobleme in den Beinen: Krampfadern (Varikose), venöse Insuffizienz

  • Statische Probleme, z. B. Spannung oder Schmerzen im Stehen oder Sitzen

Inspektion

  • Erschlaffung oder Verspannung der Bauchmuskulatur: mechanisches Inspektion:Dysfunktion der weiblichen GeschlechtsorganeUngleichgewicht

  • Bauchvorwölbung: Zwerchfellhochstand, Stau im Beckenraum

  • Ptose der Unterbauchorgane: gestörte Druckverhältnisse im kleinem Becken

  • Durchblutung der unteren Extremitäten, Schwellung und Farbe, z. B. bei venöser Insuffizienz. Abflussstörungen im Becken

  • Kyphose oder Hyperlordose der LWS: Druckveränderungen im Becken

  • Lumbosakraler Übergang: z. B. bei Verspannung des Lig. sacrouterinum → Sakrumdysfunktion → Dysfunktion von L5–S1

Reflexzonen und Hinweiszeichen (Abb. 15.12)

Dermatom
Ovar
  • anterior: Th10, Dermatom:OvarTh11 Reflexzonen:Ovar Ovar:Reflexzonen

  • posterior: L1, L2, lumbosakraler Übergang

Tuba uterina und Uterus
  • anterior: Th11, Th12 Dermatom:Tuba uterina Dermatom:Uterus Reflexzonen:Tuba uterina Reflexzonen:Uterus Tuba uterina:Reflexzonen Uterus:Reflexzonen

  • posterior: Th11

Dermalgiereflexe nach Jarricot
Ovar
  • anterior: in der Mitte der Linie Dermalgiereflexe nach Jarricot:Ovarzwischen SIAS und Symphysis pubica, Zone mit einem Durchmesser von ca. 4 cm

Tuba uterina
  • anterior: rechts und links Dermalgiereflexe nach Jarricot:Tuba uterinavon der Linie vom Bauchnabel zur Symphyse, kranial auf Höhe der Crista iliaca

Uterus
  • anterior: auf der Linie vom Dermalgiereflexe nach Jarricot:UterusBauchnabel zur Symphyse, im Dermatom von Th11

Neurolymphatische Reflexe nach Chapman
Ovar
  • anterior: kaudal des Chapman-Reflexe:OvarLig. pubicum, auf der ventralen Fläche des Os pubis

  • posterior: jeweils dicht am Proc. transversus für die

    • Extremitas uterina: zwischen IX. und X. Rippe

    • Extremitas tubaria: zwischen X. und XI. Rippe

Tuba uterina
  • anterior: Chapman-Reflexe:Tuba uterinazwischen Incisura ischiadica major und Acetabulum

  • posterior: zwischen SIPS und Proc. spinosus von L5

Uterus
  • anterior: ventrale Fläche Chapman-Reflexe:Uteruszwischen R. ossis pubis und Os ischii

  • posterior: zwischen SIPS und Proc. spinosus von L5

Triggerpunkte
Ovar
Auf Höhe des unteren Winkels Triggerpunkte:Ovardes Trigonum femorale mediale (Scarpa-Dreieck), zwischen M. adductor longus und M. sartorius
Tuba uterina
Dermatom Triggerpunkte:Tuba uterinaTh11 rechts und links der Mittellinie
Uterus
Dermatom Triggerpunkte:UterusTh11 beidseits der Mittellinie
Periostschmerzpunkte
Ovar
  • anterior: R. superior ossis pubis Periostschmerzpunkte:Ovar

  • posterior: Proc. spinosus von S2, SIPS

Tuba uterina
  • anterior: Symphysis pubica Periostschmerzpunkte:Tuba uterina

  • posterior: Proc. spinosus von S2, Crista iliaca

Uterus
  • anterior: R. superior ossis pubis Periostschmerzpunkte:Uterus

  • posterior: Proc. spinosus von S2

Knap-Punkte
Ovar
  • anterior: Os pubis rechts Knap-Punkte:Ovarund links der Symphysis pubica, auf der anterioren Fläche des Trochanter major

  • posterior: Procc. spinosi von L1–L3, Proc. transversus von L5, Crista iliaca

Tuba uterina
  • anterior: Eminentia iliopubica Knap-Punkte:Tuba uterina

  • posterior: lateral des Proc. transversus von L1, Proc. transversus von L5, Crista iliaca, auf der Außenkante des Os sacrum im Foramen ischiadicum majus, Os coccygis

Uterus
  • anterior: Symphysis pubica Knap-Punkte:Uterus

  • posterior: lateral des Proc. transversus von L1, Crista iliaca

Muskuläre Hinweiszeichen
Ovar und Tuba uterina
  • Dysfunktion von

    • M. peroneus brevis, M. peroneus longus Hinweiszeichen:Tuba-uterina-DysfunktionHinweiszeichen:Ovardysfunktion

    • M. tibialis anterior, M. tibialis posterior

    • Adduktorengruppe des Oberschenkels

    • Beckenbodenmuskulatur

    • M. erector spinae

Uterus
  • Dysfunktion von Hinweiszeichen:Uterusdysfunktion

    • M. psoas (unterer Teil)

    • M. rectus abdominis (unterer Teil)

    • M. quadratus lumborum (Außenkante)

    • Adduktorengruppe des Oberschenkels

    • Beckenbodenmuskulatur

    • pelvitrochanterischer Muskulatur

Vertebrale Hinweiszeichen
  • Dysfunktion von Th12, L1

  • Dysfunktion des lumbosakralen Übergangs

  • Sakrumdysfunktion

  • Kopfgelenke und Dura mater

Perkussion

Ovar, Tuba uterina und Uterus können nicht perkutiert werden.

Palpation

Die Patientin vor Durchführung aller internen Techniken über die Vorgehensweise aufklären, die Behandlung begründen und Zustimmung einholen. Dies sollte in schriftlicher Form erfolgen.

Palpation der Ovarien und Tuben (Abb. 15.13)
Patientin: in Rückenlage, Beine angestellt und etwas Palpation:Ovarabduziert Palpation:Tuben Ovar:Palpation Tuba uterina:Palpation
Therapeut: stehend, rechts oder links neben der Patientin
Handposition:
  • Mit einem Zeigefinger sanft in die Vagina eindringen.

  • Die andere Hand auf den lateralen Unterbauch legen, auf einer Verbindungslinie von der SIAS zur Symphyse, medial und leicht kranial vom Innenrand des M. psoas major, die Finger zeigen nach posterior.

Ausführung:
  • Mit dem Zeigefinger in lateraler und dorsaler Richtung palpieren.

  • Mit der Hand auf dem Bauch sanften Druck in Richtung Ovar nach dorsal ausüben.

  • Dabei Ovar und Tuben zwischen beiden Händen tasten.

Bewertung: Auf Position, Form und Beweglichkeit achten.
  • Normalbefund: Ohne Dysfunktion sind Ovarien und Tuben schwer zu tasten.

  • Schmerzen bei der Palpation können auf eine Hypertrophie oder Fixierung des Ovars hinweisen, gespannte Tuben auf eine Uterusdysfunktion oder ligamentäre Störung.

Merke

Manchmal ist es möglich, die Ovarien nur durch die Bauchdecke zu palpieren, aber den besten Aufschluss über deren Zustand gibt die bimanuelle Palpation.

Palpation des Uterus (Abb. 15.14)
Patientin: in Rückenlage, Uterus:PalpationPalpation:UterusBeine angestellt (stärkere Hüftflexion erleichtert die Palpation; Beine der Patientin können auch angehoben werden, um die Hüftflexion zu vergrößern)
Therapeut: stehend, rechts oder links neben der Patientin
Handposition: Finger einer oder beider Hände lateral des M. rectus abdominis auf den Unterbauch legen, unmittelbar kranial der Symphysis pubica und nach posterior gerichtet.
Ausführung:
  • Mit den Fingern nach posterior und medial in die Tiefe tasten, um den kranialen Teil des Fundus uteri zu spüren.

  • Zuerst tasten und dann die Gewebe mobilisieren, um festzustellen, ob eine Fixation vorhanden ist.

Bewertung: Auf Position, Form und Beweglichkeit achten.
  • Normalbefund: elastischer Widerstand

  • Kein Widerstand deutet auf eine Retroversio Retroversio uteriuteri hin.

  • Schmerzhaftigkeit oder fester Widerstand kann auf eine Fixierung des Uterus hindeuten.

Motilität

Ovar, Tuba uterina und Uterus Motilität:UterusMotilität:Tuba uterinaMotilität:Ovarbewegen sich bei Inspir nach dorsal und kranial (Abb. 15.15).
Palpation
Palpation der Ovar-, Tuben- und Uterusmotilität
Patientin: in Rückenlage, beide Beine angestellt Palpation:Ovarmotilität Palpation:Tubenmotilität Palpation:Uterusmotilität Ovar:Motilität Tubenmotilität:Palpation Uterusmotilität:Palpation
Therapeut: stehend, auf der linken oder rechten Seite der Patientin, auf Höhe des Beckens
Handposition: Handballen einer Hand oberhalb der Symphyse auf den Unterbauch legen, die Finger sind dabei nach kranial gerichtet.
Bewertung: Amplitude, Kraft, Leichtigkeit und Symmetrie der Bewegungen beurteilen.
  • Normalbefund: Die Organe bewegen sich im Exspir nach posterosuperior. Diese Bewegung ist aufgrund der räumlichen Enge eher minimal.

  • Andere Bewegungsrichtungen oder eine verringerte Kraft und Amplitude können auf eine Dysfunktion der Organe hinweisen.

Mobilität

Mobilität nach Finet und Williame
Wurde von Finet und Williame nicht untersucht.
Mobilität nach Barral und Mercier
Bei der Einatmung kommt es zu folgenden Bewegungen des Mobilität nach Barral und Mercier:UterusUterus (Abb. 15.15):
  • Bewegung nach kranioposterior

  • Schwerkraftwirkung neigt dazu, den Uterus nach kaudal zu drücken.

  • Positionsänderungen durch andere Organe:

    • Eine volle Harnblase drückt den Uterus nach dorsal.

    • Ein volles Rektum drückt den Uterus nach ventral.

Palpation
Palpation der Ovar-, Tuben- und Uterusmobilität
Patientin: in Rückenlage, beide Beine angestellt Palpation:TubenmobilitätPalpation:Ovarmobilität Palpation:Uterusmobilität
Therapeut: stehend, auf Höhe des Beckens
Handposition: Eine Hand quer auf den Bauch, knapp oberhalb der Symphyse, legen und mit dem Fundus uteri Kontakt aufnehmen.
Bewertung: Auf die Beweglichkeit der Organe achten.
  • Normalbefund: elastischer Widerstand

  • Widerstand oder Schmerzen können auf eine Dysfunktion des Uterus und/oder der Adnexe, DysfunktionAdnexe hinweisen.

Tests

Mobilitätstest des Uterus in Rückenlage
Patientin: in Rückenlage, beide Beine angestellt Uterus:MobilitätstestTests:Uterusmobilität
Therapeut: stehend, auf Höhe des Beckens
Handposition: Mit den Fingerspitzen einer oder beider Hände oberhalb der Symphyse sanft in den Bauch eindringen, den Dünndarm zur Seite schieben und etwas lateral mit dem Fundus uteri Kontakt aufnehmen.
Ausführung: Den Fundus uteri nach lateral und dorsal mobilisieren.
Bewertung: Elastizität und Beweglichkeit des Gewebes beurteilen.
  • Normalbefund: elastischer Widerstand

  • Widerstand oder Schmerzen können auf eine Dysfunktion des Uterus und/oder der Adnexe hinweisen.

Behandlung der Dysfunktionen

Torsten Liem (15.5.10, 15.5.11),
Michel Puylaert ( 15.5.1–15.5.9 )

Bei Schwangerschaft, KontraindikationSchwangerschaft oder liegendem Intrauterinpessar, KontraindikationIntrauterinpessar darf nicht behandelt werden. Kontraindikationen:Schwangerschaft Kontraindikationen:Intrauterinpessar

Die Patientin vor Durchführung aller internen Techniken über die Vorgehensweise aufklären, die Behandlung begründen und Zustimmung einholen. Dies sollte in schriftlicher Form erfolgen.

Merke

Die Behandlung:OvardysfunktionBehandlung konzentriert sich nur auf die Uterus:BehandlungMobilität und die Motilität der Organe. Die Position ist nicht ausschlaggebend. Durch eine Behandlung:UterusdysfunktionUterusmanipulation werden Behandlung:TubendysfunktionOvarien und Tuben automatisch mit beeinflusst. Tuba uterina:BehandlungOvar:Behandlung

Allgemeine Entspannungstechnik des Uterus (Abb. 15.16)

Indikation: gestörte arterielle Versorgung, gestörte venöse oder lymphatische Drainage, Uterus:EntspannungstechnikMobilitätsverlust des Uterus
Variation 1
Patientin: in Rückenlage
Therapeut: stehend, auf Höhe der Knie
Variation 2
Patientin: in Seitenlage, Kissen unter dem Kopf und eventuell zwischen den Knien
Therapeut: stehend, hinter der Patientin, auf Höhe der Knie
Handposition:
  • Eine Hand flach auf den Bauch legen, die Handwurzel am Os pubis, die Finger nach kranial gerichtet.

  • Die andere Hand unter das Os sacrum legen, die Finger sind dabei nach kranial gerichtet.

Ausführung:
  • Mit der ventralen Hand zuerst Druck nach dorsal, dann nach kranial ausüben.

  • Die dorsale Hand nach ventral und kaudal bewegen.

  • Dehnung der Gewebe, bis sie sich nicht weiter dehnen lassen.

  • Um die Wirkung der Mobilisation zu erhöhen, kann der Kopfteil um 30° nach unten gekippt werden.

Allgemeine Entspannungstechnik für Ovarien und Tuben (Abb. 15.17)

Indikation: Förderung der Trophik, Entspannung der Tuba Tuba uterina:Entspannungstechnikuterina Ovar:Entspannungstechnik
Patientin: in Rückenlage, Beine angestellt
Therapeut: stehend, auf Höhe des Beckens
Handposition:
  • Eine Hand rechts oder links der Medianlinie auf die Verbindungslinie zwischen beiden SIAS und

  • die andere Hand unter das Os sacrum legen.

Ausführung:
  • Bei der Einatmung die ventrale Hand nach kranial und lateral, die dorsale Hand nach kaudal und ventral bewegen.

  • Technik beenden, wenn bei der Einatmung deutlich ein elastischer Widerstand spürbar ist.

Heben des Uterus (Abb. 15.18)

Indikation: Ptose, Mobilitätsverlust, Uterus:HebenZirkulationsprobleme (z. B. gestörter venöser Rückfluss) im Bereich des Beckens und der unteren Extremitäten
Patientin: sitzend, leicht nach vorne gebeugt, an den Therapeuten gelehnt
Therapeut: stehend, hinter der Patientin, linkes Knie auf der Bank
Handposition:
  • Mit den Armen den Thorax der Patientin umfassen.

  • Mit den Fingerspitzen kraniodorsal der Symphyse und lateral des M. rectus abdominis Kontakt zum Fundus uteri aufnehmen.

Ausführung:
  • Phase 1: bis zu 10× rhythmische Bewegungen nach dorsokranial ausführen, bis elastischer Widerstand fühlbar ist.

  • Phase 2: Uterus und Harnblase durch Zug nach kraniodorsal anheben (normal: ca. 3 cm) und die Patientin in Extension bringen, ohne mit dem Zug nachzulassen; dadurch wird der Uterus hochgehoben und das kleine Becken entlastet.

Merke

Jede Phase ist eine Behandlung für sich und kann auch alleine ausgeführt werden.

Bimanuelle Mobilisationstechnik des Uterus (Abb. 15.19)

Indikation: Mobilitätsverlust der Uterus, Verklebungen Uterus:Mobilisationstechnik
Patientin: in Rückenlage, Beine angestellt und etwas abduziert
Therapeut: stehend, rechts oder links der Patientin
Handposition:
  • Langsam und vorsichtig einen Zeigefinger in kraniodorsaler Richtung in die Vagina einführen, bis er an die Cervix uteri stößt.

  • Mit den Fingerspitzen der anderen Hand oberhalb der Symphyse durch die Bauchdecke Kontakt zum Fundus uteri aufnehmen.

  • Beide Hände berühren sich dabei fast.

Ausführung:
  • Zuerst auf Spannungen und Fixierungen achten: Die Hand auf dem Bauch mobilisiert dazu den Fundus uteri in verschiedene Richtungen, während der Finger in der Vagina mögliche Fixierungen und Verspannungen ertastet.

Variation 1
  • Verspannte Gewebe zwischen den Fingern beider Hände bis zur Entspannung massieren und mobilisieren.

Variation 2
  • Cervix uteri mit dem internen Finger als Festpunkt halten und den Uterus von außen mobilisieren.

  • Dabei die Hand am Fundus uteri in verschiedene Richtungen bewegen.

  • Technik beenden, wenn sowohl intern als auch extern ein weich-elastischer Widerstand spürbar wird.

Dehnung der Tuba uterina (Abb. 15.20)

Indikation: gestörte arterielle Versorgung, gestörte venöse oder lymphatische Drainage, Mobilitätsverlust oder Verklebungen der Tuba Tuba uterina:Dehnunguterina
Patientin: in Rückenlage, Beine angestellt
Therapeut: stehend, auf Höhe des Beckens
Handposition:
  • Mit den Fingern einer Hand den Fundus uteri oberhalb der Symphyse und lateral des M. rectus abdominis durch die Bauchdecke greifen.

  • Mit den Fingerspitzen der anderen Hand auf der Linie SIAS-Symphysis pubica am Tuberculum pubicum medial und leicht kranial vom medialen Rand des M. psoas das Ovar stabilisieren bzw. halten.

Ausführung:
  • Mit der Hand am Ovar eine leichte Traktion nach lateral bei gleichzeitiger Vibration ausüben.

  • Mit der anderen Hand dabei den Fundus uteri fixieren.

  • Solange ausführen, bis eine deutliche Entspannung fühlbar ist.

Mobilisation des Lig. latum uteri (Abb. 15.21)

Indikation: zyklusabhängige Schmerzen, DyspareunieDyspareunie, prämenstruelles prämenstruelles SyndromLig. latum uteri:MobilisationSyndrom Mobilisation:Lig. latum uteri
Patientin: in Rückenlage, Beine angestellt
Therapeut: stehend, auf Höhe des Beckens
Handposition: Mit den Fingerspitzen einer oder beider Hände oberhalb der Symphyse sanft in den Bauch eindringen, den Dünndarm zur Seite schieben und etwas lateral mit dem Fundus uteri Kontakt aufnehmen.
Ausführung: Den Fundus uteri nach lateral und dorsal mobilisieren.
Variation (Abb. 15.22)
Ausführung: Den Fundus uteri halten und die Beine bewegen.

Induktion des Uterus (Abb. 15.23)

Indikation: Entspannung der sakrouterinen Uterus:InduktionBänder
Patientin: in Rückenlage, Beine angestellt
Therapeut: stehend, auf Höhe des Beckens
Handposition:
  • Den Handballen einer Hand knapp oberhalb der Symphyse auf den Bauch legen, die Finger sind dabei nach kranial gerichtet.

  • Die andere Hand unter das Os sacrum legen, die Finger sind nach kranial gerichtet.

Ausführung:
  • Die obere Hand nach posterosuperior drücken, dabei die untere Hand nach anteroinferior ziehen.

  • Entweder kurze und schnelle Bewegungen oder eine rhythmisch dehnende Bewegung ausführen, bis eine Entspannung der Gewebe spürbar wird.

Merke

Barral schlägt eine Mischung zwischen direkter und indirekter Technik vor, d. h. mehr Druck als bei einer klassischen Motilitätstechnik, aber weniger als bei einer direkten Technik anzuwenden.

Dabei dürfen keine Schmerzen und keine Abwehrspannung auftreten.

Mobilisation der Excavatio vesicouterina (Abb. 15.24)

Indikation: Mobilitätsverlust, Zirkulationsprobleme, fixierte Anteversion oder Excavatio vesicouterina:MobilisationAnteflexion Mobilisation:Excavatio vesicouterina
Patientin: in Rückenlage, beide Beine angestellt
Therapeut: stehend, auf der rechten Seite der Patientin, auf Höhe des Beckens
Handposition:
  • beide Handrücken gegeneinander legen, die Finger sind nach posterior gerichtet

  • mit der rechten Hand Kontakt mit der Harnblase aufnehmen

  • mit der linken Hand Kontakt mit dem Uterus aufnehmen

Ausführung:
  • Phase 1: einen sanften Druck nach posterior geben, bis die Gewebe nachlassen

  • sobald die Finger zwischen Uterus und Blase gleiten, die Richtung ändern und den Druck nach postero-inferior zum After ausüben

  • Phase 2: sanft vibrieren oder die Harnblase mit der rechten Hand halten und den Uterus leicht in alle Richtungen mobilisieren

Merke

Diese Technik kann auf die gleiche Art auch an der Excavatio Excavatio rectouterinarectouterina oder der Excavatio Excavatio rectovesicalisrectovesicalis durchgeführt werden.

Es dürfen keine Schmerzen oder Abwehrspannung auftreten.

Mobilisation des Iliosakralgelenks (ISG) und Uterus

Indikation: bei Beckentorsion, trophischen Störungen, Uterus-, Blasen-, Prostata-, Rektumdysfunktionen Iliosakralgelenk (ISG):Mobilisation Uterus:und Iliosakralgelenk (ISG), Mobilisation Mobilisation:Uterus
Patientin: in Seitenlage, Knie flektiert
Therapeut: stehend, auf Höhe des Beckens
Handposition:
  • Daumen und Zeigefinger einer Hand liegen posterior am ISG entlang, der Daumen kaudal und der Zeigefinger kranial.

  • Der Handballen der anderen Hand liegt unmittelbar oberhalb der Symphysis pubica auf dem Bauch, die Finger sind dabei nach kranial gerichtet.

Ausführung:
  • Beide Hände zueinander drücken.

  • Gewebe in die leichtere Richtung bewegen und die Entspannung abwarten.

BEFNT-Integration des Uterus

(2.4.2)
Indikation: Dysfunktion des Uterus:BEFNT-IntegrationUterus BEFNT-Integration:Uterus
Patientin: in Rückenlage, Beine angestellt
Therapeut: stehend, seitlich neben der Patientin, auf Höhe der Knie
Handposition:
  • Eine Hand flach auf den Bauch legen, die Handwurzel am Os pubis, die Finger nach kranial gerichtet.

  • Hand nach posterior und medial in die Tiefe einsinken lassen und den Uterus (v. a. den kranialen Teil des Fundus uteri) sanft in die Hand kommen lassen.

  • Die andere Hand unter das Os sacrum legen, die Finger sind dabei nach kranial gerichtet.

Point of balanced entodermal tension (PBET)
  • Resistenz der entodermalen Struktur auf sanften Druck hin testen und die Dichte der Struktur bewerten.

  • Der entodermalen Spannung der Uteruswand in die Position bzw. in die Form folgen, in der sie am besten ausgeglichen ist (→ PBET).

  • Dabei die embryonalen Kraftvektoren berücksichtigen.

Neuronale Inhibition
  • Die linke Hand auf verschiedene Ebenen des Rückens legen, die rechte Hand im Bereich des Uterus liegen lassen.

  • Falls es einen Bereich am Rücken gibt, in dem sich der Uterus unter der Hand entspannt bzw. seine Bewegungseinschränkung sich verbessert, die Hand dort liegen lassen: in der Regel auf Höhe von Th10–L3 (sympathische Innervation), S2–S4 (parasympathische Innervation) oder ventral auf der Vorderseite des Os sacrum (Plexus hypogastricus inferior).

  • Durch sanften konstanten Druck eine Inhibition im jeweiligen Bereich ausführen.

Point of balanced fascial tension (PBFT)
  • Fasziale Beweglichkeit passiv oder aktiv atemsynchron oder aktiv unabhängig zur Atemaktivität testen.

  • Spannungsgleichgewicht der faszialen Strukturen des Uterus einstellen: versuchen, den therapeutisch induzierten Gleichgewichtszustand der viszerofaszialen Spannungen zu erreichen, in dem sie gleichmäßig in allen Richtungen ausgeglichen sind.

  • In der Regel wird der Uterus in die Position begleitet, in die er sich leicht bewegen lässt.

  • Um die unterschiedlichen Spannungsmuster der Aufhängungen (und faszialen Gleitflächen) des Uterus zu kopieren, die Krafteinwirkung der Hände an sie anpassen bzw. ihnen angleichen.

    • Über die Fixationen: von Corpus und Cervix uteri zur lateralen Bauchwand (Lig. latum uteri), vom seitlichen oberen Rand des Uterus zur seitlichen Beckenwand und durch den Leistenkanal zu den Labia majora (Lig. teres uteri), von der Zervix nach posterior zum Os sacrum (Lig. sacrouterina), von der Zervix zur lateralen Beckenwand (Lig. cardinale), nach anterior zum Os pubis (Lig. pubovesicale), nach posterior zum Os sacrum (M. rectouterinus), nach inferior zum Beckenboden, nach lateral zur A. uterina (im Lig. cardinale).

    • Über die Gleitflächen: zum Peritoneum (Facies vesicalis, Facies intestinalis) und zur Vagina (direkt) sowie indirekt nach superior und anterior zum Dünndarm, nach posterosuperior zum Colon sigmoideum, nach posterior zum Rektum, nach anterior zur Blase, seitlich anterior zum Ureter.

  • Dazu ggf. eine Hand z. B. auf den Dünndarm oder die Blase legen.

  • Einstellung eines PBFT (evtl. mit leichter Kompression): → minimale Bewegungen im faszial-ligamentären viskoelastischen Umfeld des Uterus treten auf → ein neues Gleichgewicht etabliert sich → eine physiologischere Bewegungsamplitude wird palpierbar, evtl. entsteht ein Stillpunkt. Danach den Uterus in die Ausgangslage zurückbringen.

Anschließend können Techniken wie balanced dynamic tension und balanced fluid tension (BDT, BFT) angewendet werden. Darauf achten, weder bei der Untersuchung noch bei der Behandlung bis an die Bewegungsgrenzen zu gehen.

BEFNT-Integration von Ovar und Tuba uterina

(2.4.2)
Indikation: Dysfunktion von Ovar oder Tuba BEFNT-Integration:Ovaruterina BEFNT-Integration:Tuba uterina
Patientin: in Rückenlage, Beine angestellt und etwas abduziert
Therapeut: stehend, seitlich der Patientin
Handposition:
  • Mit einem Zeigefinger sanft in die Vagina eindringen (lateral und dorsal in Richtung Ovar palpieren).

  • Die andere Hand auf den lateralen Unterbauch legen, auf der Verbindungslinie zwischen SIAS und Symphyse, medial und leicht kranial vom medialen Rand des M. psoas. Die Finger zeigen nach posterior, sodass Ovar und Tuba uterina zwischen beiden Händen palpiert werden.

  • Alternativ kann man versuchen, Ovar und Tuben zu palpieren, indem eine Hand rechts oder links der Medianlinie auf die Verbindungslinie zwischen beiden SIAS gelegt wird.

PBET, Neuronale Inhibition, PBFT, BDT, BFT
(14.5.9)

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