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B978-3-437-58930-0.00010-6

10.1016/B978-3-437-58930-0.00010-6

978-3-437-58930-0

Darstellung der zentralen myofaszialen Kette [2]

Kranialer Teil der zentralen MFK mit Laryngopharynx, Oropharynx und Nasopharynx [4]

Ventrale Aufhängung der zentralen MFK [4]

Kraniale Aufhängung der zentralen MFK (Ansicht von kaudal) [4]

Kraniale Aufhängung der zentralen MFK (Ansicht von lateral) [4]

Schlundschnürer und Schlundheber des Pharynx (Ansicht von lateral und dorsal) [4]

Schlundschnürer und Schlundheber des Pharynx (Ansicht von lateral und medial) [4]

Muskeln des weichen Gaumens [4]

Komponenten des Truncus sympathicus in Halsbereich [4]

Cartilago thyroidea und Bänder. Links: Ansicht von lateral (a) und von kranial (b). Rechts: Ansicht von lateral [4]

Cartilago cricoidea, Cartilagines arytenoideae, Cartilagines corniculatae und Cartilagines cuneiformes [4]

Membrana fibroelastica, Lig. vocale und Lig. vestibulare. Links: Ansicht von lateral. Rechts: Ansicht von kranial. [4]

Binnenraum des Kehlkopfs. a: Ansicht von dorsolateral. b: Frontalschnitt, Ansicht von dorsal. c: Ansicht von kranial durch den Kehlkopfeingang. d: Larynx, Ansicht von kranial. (Fotos) [4]

Infrahyale und suprahyale Muskulatur [4]

Suprahyale Muskulatur. Links: Ansicht von lateral (a) und von kaudal (b). Rechts: Ansicht von kranial (c, d) und von lateral (e). [4]

M. cricothyroideus [4]

Innere Kehlkopfmuskeln [4]

Veränderung der Kehlkopfstellung im Raum [11]

Veränderung der Stimmritze [11]

Außenmuskulatur der Zunge [4]

Binnenmuskulatur der Zunge [4]

Pleura parietalis [4]

Fissuren der Lunge (Ansicht von ventral) [4]

Aufhängung der Cupula pleurae (Ansicht von kranial) [11]

Fasziale Aufhängung des Perikards [2]

Ideale Kopplung von Geweberhythmus (Kraniosakralrhythmus) und Zwerchfellatmung [11]

Die zentrale Myofaszialkette (zentrale Sehne) und der Larynx

Einführung

In osteopathischen Schriften spricht man oft von der zentralen Sehne. Gemeint sind damit die Aufhängungen der abdominalen Organe am Zwerchfell, die Verbindungen der Pleura und des Perikards mit dem Zwerchfell und die Verbindungen über die Pharynxmuskulatur bis zur Schädelbasis. Die Faszien von Trachea und Ösophagus setzen sich im Laryngopharynx, Oropharynx und Nasopharynx weiter fort.
Da diese Struktur aber auch muskuläre Anteile (beispielsweise die Pharynxmuskeln und den Ösophagus) umfasst, möchte ich lieber von der zentralen myofaszialen Kette oder zentralen Myofaszialkette (zentrale MFK) sprechen (Abb. 10.1). Die zentrale MFK ist mit ihren myofaszialen Strukturen an der Schädelbasis aufgehängt und ihre Mobilität spielt daher eine wichtige Rolle für die Mobilität (Compliance) des Schädels und der Leitungsbahnen, die durch kleine Öffnungen des Schädels ziehen.
Notwendig erscheint mir auch, darauf hinzuweisen, dass die zentrale MFK auch lymphatische Organe (Waldeyer-Rachenring) und den Stimmapparat mit einschließt.
Ich möchte deswegen um eine intensive Untersuchung und Behandlung der zentralen MFK bitten, beispielsweise bei folgenden Symptomen:
  • rezidivierende Halsentzündungen,

  • Dysphonie (funktionelle Stimmprobleme wie Heiserkeit, eingeschränkte Stimmqualität bis hin zum Stimmverlust),

  • Schluckstörungen und Achalasie,

  • Stauungen des venösen Rückstroms aus dem Kopf- und Hals-Nacken-Bereich, verbunden mit Kopfschmerzen, Tinnitus, Hörstörungen, Trigeminus-Neuralgie usw.

  • Funktionsstörungen der Glandula thyroidea und Glandula parathyroidea

Der ventrokraniale (oropharyngeale) Anfang der zentralen Myofaszialkette

Die zentrale MFK\t\"Siehe auch MyofaszialketteMFK ist über oropharyngeale Strukturen ventral am Mund, an der Mandibula und am Os hyoideum und kranial am Os occipitale, an den Ossa temporalia und am Os sphenoidale aufgehängt. Der Pharynx wird aufgeteilt in Nasopharynx, Oropharynx und Laryngopharynx (Abb. 10.2). Der M. orbicularis oris, der M. buccinator und die Mm. constrictores pharyngis der beiden Seiten arbeiten wie Myofaszialketten\t\"Siehe auch MFKMyofaszialketten zusammen! Sowohl beim Kauen als auch beim Schlucken sorgen diese Ketten für einen Lippenschluss und dafür, dass der Speisebrei zur richtigen Zeit zum Pharynx und von dort weiter zum Ösophagus befördert wird. Die Pars nasalis pharyngis und der Kehlkopfeingang sollten sich beim Schluckvorgang unwillkürlich verschließen. Der Schluckvorgang ist ein komplexer Vorgang und wird unten ausführlich beschrieben.

Die ventrale Aufhängung der zentralen Myofaszialkette

Der M. orbicularis Musculus(-i):orbicularis orisoris ist ein ringförmiger Schließmuskel, der schmale Faserbündel an die Maxilla, die Mandibula und die Haut der Nasenscheidewand abgibt. Der M. buccinator,Musculus(-i):buccinator der eigentlich die Fortsetzung des M. orbicularis oris bildet (Abb. 10.3), entspringt am Processus alveolaris maxillae des zweiten Molaren. Er erhält Fasern des M. orbicularis oris und der Lippenmuskulatur und zieht dann zur Raphe pterygomandibularis, die zwischen dem Hamulus pterygoideus und der Crista buccinatoria (Rauber-Kopsch 1987) der Mandibula ausgespannt ist. An der Raphe pterygomandibularis setzt teilweise wiederum der M. constrictor Musculus(-i):constrictor pharyngispharyngis superior an, dessen Fasern den Rachenraum umgeben und der dorsal an der Raphe pharyngis inseriert (Abb. 10.3). Der M. orbicularis oris, der M. buccinator und der M. constrictor pharyngis superior bilden eine myofasziale Kette.

Die kraniale Aufhängung der zentralen Myofaszialkette

Die Fascia(-ae):pharyngobasilarisFascia pharyngobasilaris oder Fascia pharyngea ist eine derbe Bindegewebsplatte und kann vereinfacht als kraniale Aufhängung der Pharynxmuskulatur:kraniale AufhängungPharynxmuskulatur betrachtet werden (Abb. 10.3). Sie wird verstärkt durch das Lig. longitudinale anterius, den ventralen Teil der Lamina prevertebralis der Fascia(-ae):cervicalisFascia cervicalis (Fascia cervicalis profunda) und den dorsalen Teil der Lamina pretrachealis der Fascia cervicalis (Fascia cervicalis media). Damit besteht die Aufhängung des Pharynx aus bindegewebigen und muskulären Elementen (Pharynxmuskeln) und ist ebenfalls als myofasziale Struktur zu betrachten!
Der Ansatz der Fascia pharyngobasilaris erstreckt sich vom Tuberculum pharyngeum des Os occipitale über die Pars basilaris nach lateral und über die Unterseite der Pars petrosa des Os temporale bis zum Canalis caroticus (Verbindung mit der Vagina carotica). Dort bildet der Faszienansatz eine scharfe Kurve (Recessus pharyngeus) und wendet sich wieder nach median zur Lamina medialis des Processus pterygoideus. Die Fascia pharyngobasilaris zieht dann kaudalwärts am dorsalen Rand der Lamina medialis des Processus pterygoideus bis zur Spitze des Hamulus pterygoideus (Abb. 10.4). Von dort zieht sie an der Raphe pterygomandibularis weiter bis zur Linea mylohyoidea der Mandibula in Höhe des dritten Molaren, um sich dann als M. mylohyoideus bis zur Raphe mylohyoidea fortzusetzen, die bis zum Os hyoideum reicht.
Als Verstärkung der Fascia pharyngobasilaris kann man auch die folgenden Bänder und Muskeln betrachten: das Lig. sphenomandibulare, das Lig. pterygospinale, das Lig. stylomandibulare und die Kaumuskulatur.
In der Rachenschleimhaut befindet sich lymphatisches Gewebe, das einen richtigen Abwehrring um den Rachen bildet. Dieser Waldeyer-Waldeyer-RachenringRachenring besteht aus der:
  • Tonsilla pharyngea (Rachenmandel) in Höhe der Symphysis sphenobasilaris,

  • Tonsilla tubaria (Tubenmandel), links und rechts von der Tubenmündung (Ostium pharyngeum tubae auditivae) knapp oberhalb der Uvula,

  • Tonsilla palatina (Gaumenmandel), links und rechts,

  • Tonsilla lingualis am Zungenboden.Rachentonsillen:Immunfunktion

Klinische Bedeutung

Beweglichkeit und Lockerheit dieser myofaszialen Pharynxstrukturen spielen, z. B. während der Atmung und des Geweberhythmus (Kraniosakralrhythmus), eine wichtige und oft unterschätzte Rolle für die Funktion der Rachentonsillen und des Immunsystems. Die Beweglichkeit der myofaszialen Strukturen der zentralen MFK beeinflusst die Durchblutung der Rachentonsillen. Bei rezidivierenden Halsentzündungen kann eine unterstützende Behandlung dieser myofaszialen Strukturen sinnvoll sein.

Der zervikale Anteil der zentralen Myofaszialkette

Zwischen dem dorsalen Teil der Lamina pretrachealis fasciae cervicalis und dem ventralen Teil der Lamina prevertebralis befindet sich ein kleiner Bindegewebsspalt, das Spatium Spatium:retropharyngeumretropharyngeum (Abb. 10.5), in den auch die Raphe pharyngis der Schlundmuskeln und die Fascia pharyngobasilaris einstrahlen. Dieser Bindegewebsspalt setzt sich wiederum kaudalwärts im Mediastinum fort.

Der Pharynx

Der Pharynx (PharynxRachen Rachen"\t""Siehe Pharynxoder Schlund) bildet eigentlich einen muskulären Schlauch oder Halbzylinder, der innen mit Schleimhaut ausgekleidet und mit Bindegewebe verstärkt und etwa 12–15 cm lang ist. Der Pharynx ist kranial an der Schädelbasis befestigt und setzt sich nach kaudal ungefähr in Höhe des 6. Halswirbels im Ösophagus fort. Die Wände des Pharynx sind ventral an den Rändern der Nasenhöhlen, an der Mundhöhle und am Kehlkopf befestigt.
Die großen Schlundschnürermuskeln Schlundschnürermuskelnentspringen an der pterygomandibulären Bindegewebsnaht, am Os hyoideum und am Kehlkopf. Sie umschließen den Rachenraum und überlappen sich dabei teilweise. Sie bilden dorsal zusammen die Raphe pharyngis, die am Tuberculum pharyngeum angeheftet ist.
Die Ohrtrompete (Ohrtrompete:Mündung im PharynxTuba auditiva) mündet beidseits in der dorsalen Wand des Pharynx (Abb. 10.4 und Abb. 10.8). Das freie Ende des Tubenknorpels ragt aus der Mündung der Tuba auditiva (Ostium pharyngeum tubae auditivae) wie ein Wulst (Torus tubarius) heraus. Dadurch entstehen Schleimhautfalten Schleimhautfalten:Tuba auditiva, Mündungan der Mündung der Tuba auditiva in der Hinterwand des Rachenraums (Plica salpingopharyngea und Plica salpingopalatina). Um die Tubenöffnung herum befindet sich lymphatisches Gewebe (Tonsilla tubaria). Das Velum palatinum und die Uvula trennen sozusagen den Nasopharynx vom Oropharynx.
Die Pharynxmuskeln
  • 3 Paar Schlundschnürer: SchlundschnürerMm. constrictores pharyngis superiores, Mm. constrictores pharyngis medii und Mm. constrictores pharyngis inferiores

  • 3 Paar Schlundheber: SchlundheberMm. palatopharyngei, Mm. salpingopharyngei und Mm. stylopharyngei

  • 5 Paar Gaumenmuskeln: GaumenmuskelnM. tensor veli palatini, M. levator veli palatini, M. uvulae, M. palatoglossus und M. palatopharyngeus

Die Schlundschnürer
SchlundschnürerDie vier Teile des M. constrictor pharyngis superior (Musculus(-i):constrictor pharyngis Abb. 10.6 und Abb. 10.7) entspringen:
  • am Hinterrand der Lamina medialis des Processus pterygoideus und am Hamulus pterygoideus: Pars pterygopharyngea

  • an der Raphe pterygomandibularis: Pars buccopharyngea

  • an der Linea mylohyoidea der Mandibula: Pars mylopharyngea

  • aus der inneren Zungenmuskulatur und Mundschleimhaut: Pars glossopharyngea

Von diesen Ursprungsstellen breiten sich die Muskelteile fächerförmig nach dorsal aus und umgreifen den Rachenraum. Die Fasern des M. constrictor pharyngis superior inserieren dorsal an der Raphe pharyngis, wo sie sich mit ihrem Pendant von der Gegenseite vereinigen.
Der M. constrictor pharyngis medius Musculus(-i):constrictor pharyngis mediusentspringt aus dem kaudalen Teil des Lig. stylohyoideum, am Cornu minus ossis hyoidei und der gesamten Oberfläche des Cornu majus ossis hyoidei (Abb. 10.6 und Abb. 10.7). Seine Fasern umgreifen den Rachenraum, überlappen den unteren Rand des M. constrictor pharyngis superior und inserieren dorsal an der Raphe pharyngis, wo sie sich mit dem M. constrictor pharyngis medius der Gegenseite vereinigen.
Der M. constrictor pharyngis inferior Musculus(-i):constrictor pharyngis inferiorentspringt an der Linea obliqua der Cartilago thyroidea (Pars thyropharyngea) und an der Seitenfläche der Cartilago cricoidea (Pars cricopharyngea), manchmal auch noch an der Membrana cricothyroidea und am ersten Trachealkorpel (Abb. 10.6 und Abb. 10.7). Seine Fasern umgreifen den Rachenraum, überlappen die unteren Teile des M. constrictor pharyngis medius und inserieren dorsal an der Raphe pharyngis, wo sie sich mit dem M. constrictor pharyngis inferior der Gegenseite vereinigen.
In der unteren Hälfte ist die Hinterwand des Pharynx Pharynx:Divertikelschwach oder sogar lückenhaft. Hier können sich Divertikel (Aussackungen) bilden, die als Pulsions-,Pulsionsdivertikel Zenker- Zenker-Divertikeloder pharyngoösophageale Divertikel Divertikel:pharyngoösophagealebezeichnet werden und in denen sich Speisebrei verfangen kann.
Die Schlundheber
SchlundheberDer M. stylopharyngeus Musculus(-i):stylopharyngeusentspringt am Hinterrand des Processus styloideus ossis temporalis und zieht zwischen dem M. constrictor pharyngis superior und dem M. constrictor pharyngis medius zur Schleimhaut des Pharynx. Pharynx:SchleimhautIm submukösen Bindegewebe des Pharynx bildet er dann gemeinsam mit Fasern des M. palatopharyngeus eine longitudinale Muskelschicht der Submukosa. Die Mm. stylopharyngei und Mm. palatopharyngei (Abb. 10.6 und Abb. 10.7) ziehen die Pharynxwand sozusagen wie eine Socke über den Bissen kranialwärts.
Der M. palatopharyngeus Musculus(-i):palatopharyngeusentspringt aus der Aponeurosis palatina (weicher Gaumen) und am Hamulus pterygoideus, strahlt in die Schleimhaut des Pharynx Pharynx:Muskelnein und inseriert an der Raphe pharyngis, wo er zum Teil eine Schlinge mit dem M. palatopharyngeus der anderen Seite bildet. Bei der Fixierung des Kehlkopfs wirkt er als Antagonist des M. tensor veli palatini und M. levator veli palatini.
Der schwache M. salpingopharyngeus Musculus(-i):salpingopharyngeusentspringt am Unterrand des Torus tubarius (Wulst im Mündungsbereich der Tuba auditiva) und am Tubenknorpel und inseriert dorsal in der Schleimhaut des Pharynx.
Die Schlundschnürer Schlundschnürerkönnen zusätzlich durch ihre Kontraktion den Pharynx gemeinsam mit dem Kehlkopf und dem Os hyoideum heben, weil ihre Fasern steil nach kranial gerichtet sind.
Da zwischen den Rachenmuskeln ein Netz aus elastischen Fasern und in die Schleimhaut ein ausgedehntes Venennetz eingelagert ist, ist der Pharynx gut dehnbar und elastisch. Die Faszie der Rachenmuskeln Rachenmuskeln:Faszieist sehr dünn und strahlt ins lockere Bindegewebe des retro- und parapharyngealen Raums ein. Sie ermöglicht Verschiebebewegungen des Pharynx Pharynx:Verschieblichkeitgegenüber seiner Umgebung, z. B. während des Schluckens.
Die Muskulatur des weichen Gaumens (Palatum molle)
Auf jeder Seite des Gaumens Gaumen:Muskelnsind fünf Muskeln am Aufbau und an der Beweglichkeit des weichen Gaumens, des Gaumensegels (Gaumensegel:(Velum palatinum)Velum palatinum) und des Zäpfchens (Zäpfchen\t\"Siehe UvulaUvula) Uvulabeteiligt (Abb. 10.8): der M. tensor veli palatini, der M. levator veli palatini, der M. uvulae, der Zungenmuskel (M. palatoglossus; siehe unten) und der M. palatopharyngeus (siehe oben).
M. tensor veli palatini:
  • Musculus(-i):tensor veli palatini Ursprung und Ansatz: Von der Schädelbasis, der Fossa scaphoidea des Os sphenoidale und der lateralen Wand der

  • Tuba auditiva zieht er vertikal nach kaudal, um dann mit einer Art Zwischensehne um den Hamulus pterygoideus in einem 90-Winkel nach medial umzuschlagen (Abb. 10.8). Dabei durchbohrt die Sehne den Ursprung des M. buccinator und strahlt dann fächerformig in die Aponeurosis Aponeurosis:palatinapalatina ein.

  • Funktion: Er spannt das Gaumensegel und den weichen Gaumen, damit andere Muskeln, die dort ansetzen, effektiver wirken können. Zudem öffnet er das Lumen der Tuba auditiva beim Schlucken Schlucken:Durchlüftung des Mittelohrsund Gähnen, Gähnen:Durchlüftung des Mittelohrswas der Durchlüftung des Mittelohrs dient.

  • Innervation: durch den N. pterygoideus medialis des N. mandibularis (V3).

M. levator veli palatini:
  • Musculus(-i):levator veli palatini Ursprung und Ansatz: Von der Unterseite der Pars petrosa ossis temporalis, direkt ventral des Canalis caroticus und der Tuba auditiva, zieht er ventral- und kaudalwärts durch die Fascia pharyngobasilaris zur Oberseite der Aponeurosis Aponeurosis:palatinapalatina. Seine Fasern biegen nicht um den Hamulus pterygoideus herum (Abb. 10.8).

  • Funktion: Er bewegt das Gaumensegel Gaumensegel:Muskelnnach kranial zur Pharynxwand heran.

  • Innervation: durch den R. pharyngealis des N. vagus (X).

M. uvulae (Abb. 10.8):
  • Musculus(-i):uvulae Ursprung und Ansatz: Von der Spina nasalis posterior am Hinterrand des harten Gaumens ziehen die Muskelfasern in der Aponeurosis Aponeurosis:palatinapalatina zum Bindegewebe unter der Schleimhaut der Uvulaspitze.

  • Funktion: Er hebt die Uvula und zieht sie zurück.

  • Innervation: durch den R. pharyngealis des N. vagus (X).

Der Schluckakt
Der Schluckakt Schluckakt:Phasenkann in eine orale, eine pharyngeale und eine ösophageale Phase eingeteilt werden:
  • Während der oralen Phase orale Phase:Schluckakthebt sich die Zunge und legt sich dem harten Gaumen bzw. mit der Spitze der oberen Zahnreihe an. Die gekaute Nahrung wird dann von den Zungenmuskeln in den Raum zwischen Zungenrücken und Gaumenwölbung geschoben. Zusätzlich wird das Gaumensegel durch die Mm. tensores veli palatini und die Mm. levatores veli palatini angehoben und gegen die hintere Pharynxwand gedrückt. Gleichzeitig kontrahieren sich die Mm. constrictores pharyngis und wölben die Rachenwand in den Pharynx vor ( Passavantscher Ringwulst),Passavantscher Ringwulst um den Nasopharynx Nasopharynx:Verschlusszu verschließen. Zusammen mit dem Gaumensegel werden auch das Os hyoideum durch die Mundbodenmuskeln (suprahyale Muskeln) angehoben. Dadurch wird der Kehlkopf in Richtung der Epiglottis gehoben, während gleichzeitig die Mm. aryepiglottici die Epiglottis kaudalwärts umklappen, sodass auch der Larynx abgeschlossen wird.

  • Während der pharyngealen Phase pharyngeale Phase:Schluckakthält der M. palatoglossus die Zunge oben, sodass der Weg zurück zur Mundhöhle verschlossen wird. Der Nasopharynx Nasopharynx:Verschlussbleibt weiterhin geschlossen. Durch zusätzliches Anspannen der Schlundheber Schlundheberwird die Schlundenge angehoben und schiebt sich sozusagen über den Nahrungsbolus. Gleichzeitig entstehen durch Kontraktionen der Schlundschnürer Schlundschnüreroberhalb des Nahrungsbolus wellenartige (peristaltische) Bewegungen, die den Nahrungsbolus nach kaudal schieben.

  • Sobald der Nahrungsbolus Nahrungsbolus:Peristaltikin die Speiseröhre gelangt, werden Kehlkopf und Gaumensegel wieder abgesenkt, sodass auch wieder geatmet werden kann. Während der ösophagealen Phase ösophageale Phase:Schluckaktsorgen peristaltische peristaltische Wellen:Nahrungsbolus-TransportKontraktionswellen des Ösophagus für den Weitertransport des Nahrungsbolus in der Speiseröhre zum Magen.

Nervenversorgung
Truncus sympathicus
Es ist funktionell wichtig, darauf hinzuweisen, dass der Truncus Truncus:sympathicussympathicus hinter der Vagina carotica, vor den Processus transversi der Halswirbel und vor dem M. longus capitis und dem M. longus colli, dorsal der Lamina prevertebralis fasciae cervicalis kaudalwärts verläuft. Etwas lateral davon zieht auch der N. phrenicus kaudalwärts (Abb. 10.9).
Der Truncus sympathicus umfasst 2 bis 3 Ganglien aus den Segmenten C8–Th5 (Abb. 10.9):
  • Das Ganglion cervicale superius Ganglion:cervicale superiusliegt vor den Processus transversi von C1–C2. Es entsendet sympathische Fasern als Plexus Plexus:sympathicus caroticus internussympathicus caroticus internus (N. caroticus internus) und Äste in Begleitung der Arterien, Spinalnerven und Hirnnerven zum Kopf (Mittelohr, Auge, Tränendrüse und Hirnarterien), über Rr. communicantes zu den Spinalnerven C1 bis C4, zur Kopf- und Halshaut (Pilo-, Vaso- und Sudomotorik), zu Arterien (Vasomotorik), zum Kehlkopf (Schlundmuskeln und Stimmapparat), zur Schilddrüse und zum Herzen (Nn. cardiaci cervicales superiores).

  • Das inkonstante Ganglion cervicale medium Ganglion:vertebraleGanglion:cervicale mediumliegt in Höhe des Processus transversus von C6. Manchmal ist ein Ganglion vertebrale kurz vor dem Eintritt der A. vertebralis in das Foramen processus transversi von C6 vorhanden. Fasern des Ganglion vertebrale ziehen mit Rr. communicantes zu den Spinalnerven C5 bis C6 und bilden ein Nervengeflecht um die A. vertebralis (Plexus Plexus:sympathicus vertebralissympathicus vertebralis oder N. vertebralis) zur Versorgung der Meningen und der Gefäße im Hinterkopfbereich. Zudem entsendet das Ganglion cervicale medium auch Fasern zum Herzen (Nn. cardiaci cervicales medii).

  • Das Ganglion cervicale inferius ist meistens mit dem ersten Ganglion thoracicum zum Ganglion cervicothoracicum (stellatum) verschmolzen. Es befindet sich in Höhe des Processus transversus von Th1, medial vom M. scalenus anterior (zwischen diesem Muskel und dem M. longus colli), etwa vor dem Caput costae der ersten Rippe. Es entsendet bzw. empfängt über Rr. communicantes Fasern von/zu den Spinalnerven C7 bis Th1 und zu den Gefäßen der oberen Extremität (Vasomotorik), zum Ganglion vertebrale, zur A. subclavia, zur A. thoracica interna und zum Herzen (Nn. cardiaci cervicales inferiores).

Zwischen den verschiedenen Halsganglien Halsganglien:Truncus sympathicusbestehen Verbindungen, beispielsweise über die Ansa subclavia, in der sich Fasern des Ganglion cervicale medium und des Ganglion cervicothoracicum verbinden und dabei um die A. subclavia ziehen. Sympathische Fasern ziehen sogar zum N. vagus und N. laryngeus recurrens.
Horner-Syndrom Horner-Syndrom:nervöses Zucken (Tic)

Klinische und praktische Aspekte

Eine Verletzung oder Raumforderung im Bereich des Ganglion cervicothoracicum oder des Truncus sympathicus im Halsbereich äußert sich als Symptomentrias eines Horner-Syndroms mit Lidsenkung (Lähmung des M. tarsalis), Pupillenverengung (Lähmung des M. dilatator pupillae) und Zurücksinken des Augapfels in die Orbita (Lähmung des M. orbitalis).

Manchmal lassen sich in der Praxis Tics (nervöses Zucken) im Augenbereich durch eine Behandlung der zentralen MFK beheben. Meiner Meinung nach handelt es sich dabei um eine Reizung des Truncus sympathicus mit einer abgeschwächten Form des Horner-Syndroms.

Der Plexus pharyngeus
Das große Nervengeflecht des Plexus Plexus:pharyngeuspharyngeus liegt den Schlundschnürermuskeln auf der Außenseite an, wobei Rr. pharyngeales der Nn. glossopharyngei (IX), der Nn. vagi (X) und des Truncus sympathicus den Rachen Rachen:motorische und sensible Versorgungmotorisch und sensibel versorgen und auch die Schilddrüse neurovegetativ innervieren. Diese Nervenfasern müssen also die Lamina pretrachealis durchbohren, um zum Schlund und zur Schilddrüse zu Schilddrüse:Innervation durch Rami pharyngealesgelangen.
Darüber hinaus wird der Nasopharynx vom R. pharyngeus des N. maxillaris (V2) sensorisch versorgt.
MerkeSpannungen in den Halsfaszien und in der zentralen MFK können diese Nerven irritieren und dadurch funktionelle neurovegetative Symptome im Pharynx (Dysphagie, Dysphonie, Räuspern etc.) auslösen.

Der Larynx

Einführung
Der Larynx (Larynx\t\"Siehe auch KehlkopfKehlkopf) ist Kehlkopf\t\"Siehe auch Larynxeigentlich ein kompliziertes Verschlussorgan zwischen zwei sich kreuzenden Wegen: dem Luft- und dem Speiseweg. Der Larynx ist Larynx:Schutzreflexezwischen Os hyoideum und Trachea durch myofaszialen Strukturen so aufgehängt, dass er in einer Gleitschicht aus lockerem Bindegewebe angehoben und gesenkt werden kann. Der Kehlkopf besitzt zudem fein abstimmbare Funktions- und Bewegungsmöglichkeiten.
Schutzreflexe sorgen normalerweise dafür, dass durch eingedrungene Fremdkörper oder Schleim keine Erstickungsgefahr droht, sondern dass sie durch einen Hustenstoß wieder hinausbefördert werden. So wird beispielsweise die Einatmung schädlicher Stoffe durch den reflektorischen Verschlussmechanismus des Kehlkopfes verhindert. Bei Erstickungsgefahr durch Erstickungsgefahr:LaryngotomieFremdkörper oder durch ein Glottisödem kann Glottisödem:Erstickungsgefahrsich der Chirurg von außen Zugang zum Kehlkopfinneren verschaffen, und zwar durch eine Laryngotomie (Laryngotomie:Erstickungsgefahrsagittale Spaltung der Cartilago thyroidea und Cartilago cricoidea), durch eine Koniotomie (Koniotomie:Erstickungsgefahrhorizontale Spaltung des Lig. cricothyroideum oder Lig. conicum) oder durch eine Tracheotomie (Tracheotomie:ErstickungsgefahrLuftröhrenschnitt ober- oder unterhalb des Schilddrüsenisthmus).
Der Verschluss des Atemweges ermöglicht außerdem eine Steigerung des Binnendrucks im Bauchraum (z. B. Bauchpresse bei Bauchpresse:Larynxverschlussder Defäkation, Geburt oder beim Heben).
Mit Hilfe des Kehlkopfes können unter Nutzung des Luftstroms bei der Ausatmung und der Einstellung der Stimmritze durchStimmritze:Kehlkopfmuskeln die Kehlkopfmuskeln fein abgestimmte Töne erzeugt werden. Während Luft aus den Lungen durch die Stimmfalten geblasen wird, sorgt die Sanduhrform des Conus elasticus des Kehlkopfes dafür, dass der Luftstrom auf die Stimmritze gerichtet ist. Zusätzliche Instrumente, die für die Stimmbildung Stimmbildung:Kehlkopfbenötigt werden, sind die Zunge, die Zähne, der Gaumen, die Nase und die Lippen.
Beim Sprechen sind Sprechen:SoftwareSprechen:Hardwareüber 100 Muskeln tätig, die unser Computer (Gehirn) mit einer Supergeschwindigkeit im Megahertzbereich koordiniert und hierbei mehrere Hundert Megabytes pro Sekunde verarbeitet. Es dürfte aber klar sein, dass beim Sprechen nicht nur die Software (neurologische Faktoren) wichtig ist, sondern auch die Hardware (Stimmapparat mit Muskeln, Schleimhaut, Gleitflächen usw.) richtig funktionieren muss!
Aus osteopathischer Sicht ist es wichtig, die Beweglichkeit der Halseingeweide bei Bewegungen des Kopfes und Halses, aber auch beim Schlucken, Atmen, Singen oder lauten Reden zu betrachten. Bei Bewegungen der Halswirbelsäule lässt sich eine kraniokaudale Beweglichkeit dieser Halsorgane von Halsorgane:kraniokaudale Beweglichkeitbis zu 4 cm feststellen.
Der Stimmapparat Stimmapparatbesteht aus einem Resonanzraum (dem Pharynx, der Pharynx:Resonanzraumgenauso wie bei einer Flöte oder Posaune veränderbar ist!) und aus Saiten (den Stimmbändern, die Stimmbänder:als Saitenman wie die Saiten einer Gitarre höher oder tiefer stimmen kann!). Um den Resonanzraum des Pharynx (d. h. Mundhöhle, Nasenhöhle und Rachenraum) zu verändern, werden die äußeren Kehlkopfmuskeln, ZungeKehlkopfmuskeln:Resonanzraum, Lippen, Nase, Gaumen und Zähne benutzt.
Die Aufwärtsbewegungen des Kehlkopfs werden beispielsweise vor allem durch Mundbodenmuskeln und suprahyale Muskeln wie den M. stylopharyngeus verursacht. Die Senkbewegungen des Larynx Larynx:SenkbewegungenwerdenLarynx:Aufwärtsbewegungen durch infrahyale Muskeln bewirkt. Um die Saiten ( Stimmbänder) zu stimmen, benutzt man innere Kehlkopfmuskeln. Auch Kehlkopfmuskeln:innerediese werden wir anschließend ausführlich besprechen.
Lage und Feinbau des Kehlkopfs
Der Kehlkopf liegt beweglich im Bindegewebsraum des Halses zwischen den Halsfaszien.
Dieser Bindegewebs- und Eingeweideraum des Halses geht in die Bindegewebsräume im Kopfbereich und Brustkorb über.

Aufhängung und Beweglichkeit

Der Kehlkopf ist einerseits durch Bänder und infrahyale Muskeln zwischen dem Os hyoideum und dem Brustkorb und andererseits über die Schlundschnürermuskeln und den Ösophagus bzw. durch elastische Strukturen der Trachea und des Bronchialbaums zwischen der Schädelbasis und dem Zwerchfell bzw. zwischen Lunge, Schädel und Brustkorb aufgehängt.

Der Larynx ist durch die Pharynx- und Larynxmuskeln dreidimensional beweglich!

Kehlkopf:Beweglichkeit Kehlkopf:Aufhängung
Links und rechts liegt ein Lappen (Lobus lateralis) der Glandula thyroidea auf dem Schildknorpel. Es kann sogar ein Lobus pyramidalis der Schilddrüse vor dem Schildknorpel ausgebildet sein.
Die Kehlkopfposition verändert sich im Laufe des Wachstums zunehmend nach kaudal. In der Pubertät wächst der Kehlkopf, und Geschlechtsunterschiede führen dazu, dass sich die männliche Stimmritze gegenüber der kindlichen Länge fast verdoppelt (etwa 2 cm). Auch die Kraft der Stimme nimmt zu.
Die knorpeligen Teile des Kehlkopfskeletts bilden eigentlich Gelenke, die durch einen Bandapparat verbunden sind. Bewegungen können passiv (durch Körperbewegungen) oder aktiv (durch Kehlkopfmuskeln) erfolgen. Knorpelteile und Kehlkopfmuskeln sind dorsal und im Innenraum des Kehlkopfs von Schleimhaut bedeckt.
Das Kehlkopfskelett
Der Kehlkopf besteht KehlkopfskelettKehlkopf:Bestandteileaus:
  • 3 großen unpaaren Knorpeln: Cartilago thyroidea, Cartilago epiglottica und Cartilago cricoidea

  • 3 kleinen paarigen Knorpeln: Cartilagines arytenoideae, Cartilagines corniculatae, Cartilagines cuneiformes

  • elastischen Bindegewebsmembranen und zahlreichen Muskeln (Abb. 10.10 und Abb. 10.11).

Die Cartilago cricoidea (Ringknorpel) bildet Ringknorpeldie Basis des Kehlkopfskeletts. Sie grenzt mit einer dorsalen Gelenkfläche an das Cornu inferius der Cartilago thyroidea. Oben auf der Cartilago cricoidea Cartilago:cricoideabefindet sich bilateral die ovale Gelenkfläche für einen Stellknorpel, Facies articularis arytenoidea.
Die Cartilago thyroidea (Schildknorpel) ist Schildknorpeldorsal offen (Abb. 10.10). Die hufeisen- oder U-förmige Cartilago thyroidea Cartilago:thyroideabesteht aus zwei leicht nach außen geneigten Platten oder Laminae, die vorn in der Medianebene in einem stumpfen (bei der Frau) bzw. in einem rechten Winkel (beim Mann) miteinander verbunden sind. Die vordere Kante dieses Winkels ist als Prominentia laryngea tastbar. Am oberen Ende der vorderen Kante schneidet tief die Incisura thyroidea superior ein. Auf der Außenseite der Cartilago thyroidea ist bilateral eine schräg verlaufende Leiste, die Linea obliqua, ausgebildet.
Bei atypischem Verlauf der A. laryngea superior, manchmal auch des R. internus des N. laryngeus superior, kann die Lamina ein Loch, Foramen thyroideum, aufweisen, durch das dann Gefäße und Nerven hindurchziehen.
Hinten oben bildet die Schildknorpelplatte bilateral Schildknorpelplatte:Cornu superiusSchildknorpelplatte:Cornu inferiusein langes oberes Horn, das Cornu superius, sowie hinten unten jeweils ein kurzes unteres Horn, das Cornu inferius. Das obere Horn der Cartilago thyroidea ist durch das Lig. thyrohyoideum laterale mit dem Cornu majus des Os hyoideum verbunden. Das untere Horn der Cartilago thyroidea artikuliert mit der Gelenkfläche am seitlichen Rand der Ringknorpelplatte (Ringknorpelplatte:Art. cricothyroideaArticulatio cricothyroidea).
Die Membrana thyrohyoidea verbindet den Oberrand der Cartilago thyroidea mit dem Os hyoideum. Sie wird innen durch das Lig. thyrohyoideum medianum und außen (lateral) durch die Ligg. thyrohyoidea lateralia verstärkt.
Die Articulatio cricothyroidea zwischen dem unteren Horn der Cartilago thyroidea und der Cartilago cricoidea ist von einer Gelenkkapsel und von Bändern umgeben. Hier finden vorwiegend Kippbewegungen um eine laterolaterale Achse statt, sodass sich der Abstand zwischen den Processus vocales und der Innenseite des Schildknorpels verändern kann. Ferner sind auch geringe dorsoventrale Gleitbewegungen (und damit eine Verlängerung bzw. Verkürzung der Stimmbänder) möglich.
Die beiden pyramidenförmigen Cartilagines arytenoideae (Stellknorpel) stehen Stellknorpelmit ihrer Basis auf der Cartilago cricoidea Cartilago(-ines):arytenoideaeund bewegen sich auf der Gelenkfläche an der Oberseite der Ringknorpelplatte.
Die Basis der Cartilago arytenoidea weist einen vorderen und einen seitlichen Fortsatz auf (Abb. 10.11):
  • Am vorderen Fortsatz, Processus vocalis, ist das Stimmband befestigt.

  • Am seitlichen Fortsatz, Processus muscularis, entspringen die inneren Kehlkopfmuskeln und Bänder. Sie können die Stellknorpel verstellen, damit sich die Stimmbänder spannen oder entspannen und die Stimmritze sich Stimmritze:Stimmbänderöffnet oder schließt (siehe unten). Die Mm. cricoarytenoidei laterales beispielsweise ziehen die Stellknorpel hinten Stellknorpel:Stimmritzeauseinander und vorne zusammen, sodass die Stimmbänder adduziert werden und die Stimmritze schließen.

An den Seitenflächen der Cartilagines arytenoideae setzen weitere Kehlkopfmuskeln und Bänder an.
Die Articulatio cricoarytenoidea, das Gelenk zwischen Stellknorpel und Ringknorpel, ermöglicht einen großen Bewegungsspielraum. In diesem Gelenk sind Bewegungen in drei Ebenen möglich:
  • Durch laterolaterales Verschieben und Kippen können sich beide Stellknorpel und ihre Processus vocales auf etwa 2 mm nähern oder sich voneinander entfernen.

  • Durch kraniokaudale Bewegungen werden die beiden Processus vocales angehoben und voneinander entfernt oder abgesenkt und einander angenähert.

  • Durch dorsoventrale Kipp- und Gleitbewegungen wird der Abstand zwischen den Processus vocales beeinflusst.

Diese starke Mobilität ist für die Vielfalt von Einstellungen der Processus vocales und damit für die Vielfalt und Höhe der Töne entscheidend.
Kranial auf der Spitze der Cartilagines arytenoideae stützen sich die kleinen, spitzen Cartilagines Cartilago(-ines):corniculataecorniculatae (Spitzenknorpel) ab. Sie Spitzenknorpelragen bis in die Schleimhautfalte, Plica aryepiglottica, hinein.
Die Membrana fibroelastica verbindet die Cartilagines arytenoideae mit dem lateralen Rand der Epiglottis. In ihr sind ventral der Cartilagines corniculatae die kegelförmigen Cartilagines Cartilago(-ines):cuneiformescuneiformes (Kegelknorpel) Kegelknorpelaufgehängt, ohne dass sie in direkter Beziehung zur Stellknorpelspitze stehen.
Die löffelförmige Epiglottis (Kehldeckel) besteht Kehldeckelaus elastischem Knorpel und liegt schräg von ventrokaudal nach dorsokranial im Kehlkopfeingang. Ihr Stiel (Petiolus) ist ventrokaudal durch das Lig. thyroepiglotticum in der Mitte an der Cartilago thyroidea befestigt. Der Körper der Epiglottis ist Epiglottisventrokranial durch das Lig. hyoepiglotticum am Os hyoideum befestigt. Das obere Ende der Epiglottis überragt den Oberrand des Schildknorpels.
Binnenraum des Larynx
Der Binnenraum des Kehlkopfs (Abb. 10.12 und Abb. 10.13)Kehlkopfschleimhaut ist komplett mit Schleimhaut ausgekleidet und unter der Schleimhaut befindet sich ein dichtes Netz aus elastischem Bindegewebe, die Membrana fibroelastica. Im Bereich der Cavitas infraglottica bildet die Membrana Membrana:fibroelasticafibroelastica ein besonders kräftiges Rohr, den Conus elasticus, das von der Innenseite der Cartilago cricoidea kranialwärts zu den Stimmbändern verläuft.
Im Bereich des Vestibulum laryngis bildet die Membrana fibroelastica auf jeder Seite eine viereckige Membrana quadrangularis, die sich zwischen dem lateralen Rand der Epiglottis und der ventrolateralen Fläche der homolateralen Cartilago arytenoidea und des homolateralen Lig. vestibulare ausspannt.
Die Stimmbänder oder Ligg.Stimmbänder vocalia Ligamentum(-a):vocalia\t\"Siehe Stimmbänderunterfüttern gemeinsam mit den Mm. vocales (und Mm. thyroarytenoideae, Partes internae) die Schleimhaut und bilden die Stimmfalten oder StimmfaltenPlicae vocales. Plica(-ae):vocales\t\"Siehe StimmfaltenDie Ligg. vocalia ziehen von der ventralen Innenseite der Cartilago thyroidea zum Processus vocalis der Cartilago arytenoidea. Die Stimmbänder sind bei Stimmbänder:Länge bei Frauen/Männernder Frau ca. 14 bis 21 mm (beim Alt ca. 3 mm länger als beim Sopran) und beim Mann ca. 18 bis 27 mm lang (beim Bass ca. 5 mm länger als beim Tenor). Jedes Lig. vocale ist ca. 3 mm hoch und 2 mm breit. Zwischen den beiden Ligg. vocalia befindet sich die Rima glottidis Rima:glottidis\t\"Siehe Stimmritzeoder Stimmritze.
Die StimmritzeTaschenbänder oder Ligg.Taschenbänder vestibularia, die kranial der Ligg. vocalia liegen und ebenfalls die Schleimhaut unterfüttern, bilden die Taschenfalten oder TaschenfaltenPlicae Plica(-ae):vestibularesvestibulares. Die Ligg. vestibularia ziehen vonLigamentum(-a):vestibularia der ventralen Innenseite, direkt unter der Incisura thyroidea superior und neben der Anheftung der Epiglottis, zur Vorderseite an der Spitze der Cartilago arytenoidea. Die Ligg. vestibularia werden auch als falsche Stimmbänder Stimmbänder:falschebezeichnet. Zwischen den beiden Ligg. vestibularia befindet sich die Rima vestibuli Rima:vestibulioder Taschenritze.
Zwischen TaschenritzeLig. vestibulare und Lig. vocale ist die Schleimhaut auf jeder Seite nach lateral ausgebuchtet und bildet den Ventriculus laryngis (Ventriculus:laryngisMorgagni-Tasche; Abb. 10Morgagni-Tasche.13). Individuell unterschiedlich kann noch eine schlauchförmige, ventrokraniale Verlängerung des Ventriculus laryngis vorhanden sein, ein sog. Sacculus laryngis.
Der Conus elasticus bildet zusammen mit den Ligg. vocalia und den Mm. vocales die sog. Lippenpfeife des Lippenpfeife:KehlkopfKehlkopfs zur Tonerzeugung. Durch Anspannen bzw. Entspannen der Kehlkopfmuskeln und durch Bewegungen der Cartilagines arytenoideae mit den angrenzenden Bereichen der Membrana fibroelastica und der Schleimhaut wird die Stimmritze geöffnet bzw. geschlossen. Die Taschenfalten sind stets weiter als die Stimmfalten geöffnet und bewegen sich parallel zu ihnen.
Kehlkopfmuskeln
Die Kehlkopfmuskeln sind die Kehlkopfmuskelnaktiven Elemente des Stimmapparates und Stimmapparat:Kehlkopfmuskelnbewegen Teile des Kehlkopfs gegeneinander. Die äußeren Kehlkopfmuskeln ändern Kehlkopfmuskeln:innereKehlkopfmuskeln:äußereden Resonanzraum, während die inneren Kehlkopfmuskeln eher die Kehlkopfmuskeln:Saiten (Stimmbänder)Spannung der Saiten (Stimmbänder) wie bei einer Gitarre ändern. Die ausgeblasene Luft zupft dann sozusagen an den Saiten dieser Stimmgitarre.
Es ist unter funktionellen Gesichtspunkten sinnvoll, die supra- und infrahyalen Halsmuskeln zu den äußeren Kehlkopfmuskeln hinzuzurechnen. Die inneren Kehlkopfmuskeln bestehen aus Muskeln, die sich zwischen den Knorpelteilen des Larynx ausspannen.
Die Kehlkopfmuskeln heben, Kehlkopfmuskeln:Resonanzraumschieben, kippen, bewegen also den Kehlkopf insgesamt, um ihn in einer bestimmten Position einzustellen. Dadurch haben sie Einfluss auf die Form des Resonanzraums und damit auch auf die Bildung der Töne!
Auch der M. constrictor pharyngis inferior ist funktionell dieser Muskelgruppe zuzuordnen, weil er den Kehlkopf insgesamt (nach kranial und dorsal) bewegen kann.
Die beweglichen Teile des Kehlkopfs sind demnach:
  • der Kehlkopf insgesamt im Verhältnis zum Os hyoideum bzw. zum Sternum,

  • die Articulatio cricothyroidea zwischen Cartilago cricoidea und Cartilago thyroidea,

  • die Articulatio cricoarytenoidea zwischen Cartilago cricoidea und Cartilago arytenoidea,

  • die Epiglottis, die (geringfügig) gegen den Schildknorpel bewegt werden kann.

Äußere Kehlkopfmuskeln
Infrahyale Muskeln
Die Kehlkopfmuskeln:äußereinfrahyalen Muskeln (Abb. 10.14)infrahyale Muskeln:Funktion bilden mit den suprahyalen Muskeln eine suprahyale Muskeln:FunktionSchlinge und eine Funktionsgemeinschaft. Sie unterstützen:
  • das Kauen und Schlucken

  • die Phonation

  • die Aufrechterhaltung der Spannung der Lamina pretrachealis, um den venösen Rückstrom des Blutes aus dem Kopf und Hals-Nacken-Bereich (v. a. in Rückenlage) zu gewährleisten.

  • Platysma: PlatysmaHautmuskel:

    • Ursprung: in der Haut im Wangen- und Mundbereich und an der Mandibula

    • Ansatz: in der Subkutis der Brustregion

  • M. sternohyoideus:

    • Musculus(-i):sternohyoideusUrsprung: auf der Rückseite des Manubrium sterni, am Sternoklavikulargelenk und medialen Teil der Clavicula

    • Ansatz: mit einer etwa 1,5 cm breiten Sehne setzen der linke und rechte Muskel zusammen am unteren Rand des Os hyoideum an.

  • M. omohyoideus, Venter inferior:

    • Ursprung: Oberrand der Skapula, medial der Incisura scapulae

    • Ansatz: mit einer Zwischensehne in der Lamina pretrachealis der Fascia cervicalis in Höhe von C6, wo der M. sternocleidomastoideus die Sehne überkreuzt. Diese Zwischensehne ist über den Processus falciformis fest mit der Lamina pretrachealis der Fascia cervicalis, der Vagina carotica und der Clavicula verbunden.

  • M. omohyoideus, Venter superior:

    • Musculus(-i):omohyoideus; Venter superiorUrsprung: an der Zwischensehne bei der Überkreuzung des M. sternocleidomastoideus

    • Ansatz: am lateralen Unterrand des Os hyoideum

  • M. sternothyroideus:

    • Musculus(-i):sternothyroideusUrsprung: auf der Rückseite des Manubrium sterni und am Knorpel der ersten Rippe. Seine Muskelfasern sind über lockeres Bindegewebe auch mit der Glandula thyroidea verbunden.

    • Ansatz: am Tuberculum superius und Tuberculum inferius der Cartilago thyroidea und am Sehnenbogen zwischen beiden Tubercula des Schildknorpels

  • M. thyrohyoideus und M. levator glandulae thyroideae lateralis:

    • Musculus(-i):thyrohyoideusMusculus(-i):levator glandulae thyroideaeUrsprung: am ventralen unteren Rand der Cartilago thyroidea und am Sehnenbogen zwischen beiden Tubercula des Schildknorpels. Einige Fasern strahlen in die Kapsel der Glandula thyroidea ein und werden als M. levator glandulae thyroideae lateralis bezeichnet.

    • Ansatz: lateral am Os hyoideum und an der unteren Hälfte des Cornu majus.

Suprahyale Muskeln (Mundbodenmuskeln)
Die suprahyale Muskulatursuprahyale Muskeln (Abb. 10.15) besteht aus 3 Schichten von kranial nach kaudal aus dem M. geniohyoideus und M. stylohyoideus, dem M. mylohyoideus sowie dem M. digastricus.
  • M. geniohyoideus:

    • Musculus(-i):geniohyoideusUrsprung: an der Spina mentalis der Mandibula. Er liegt oben auf dem M. mylohyoideus.

    • Ansatz: lateral am oberen Rand des Zungenbeinkörpers

  • M. stylohyoideus:

    • Musculus(-i):stylohyoideusUrsprung: an der Basis des Processus styloideus des Os temporale

    • Ansatz: aufgespalten in 2 Sehnen, die zunächst um die Zwischensehne des M. digastricus herumgreifen und dann am Corpus und am Cornu majus des Os hyoideum ansetzen.

  • M. mylohoideus:

    • Musculus(-i):mylohyoideusUrsprung: an der Innenseite der Mandibula, vom dritten Molaren bis zur Spina mentalis

    • Ansatz: Die Insertionsfasern von beiden Muskeln bilden in der Medianebene eine Naht (Raphe mylohyoidea), die von der Spina mentalis der Mandibula bis zum Os hyoideum zieht. Die Muskeln beider Seiten bilden gemeinsam das Diaphragma oris (Diaphragma:orisMundboden), das die MundbodenmuskulaturOrgane (Glandula sublingualis, Zunge) der Mundhöhle trägt.

  • M. digastricus:

    • Musculus(-i):digastricusUrsprung: mit einem Venter posterior an der Innenseite der Incisura mastoidea. Der Venter posterior zieht nach ventrokaudal, bedeckt vom M. sternocleidomastoideus, und bildet eine Zwischensehne, die durch eine Bindegewebsschlinge am Os hyoideum befestigt ist.

    • Ansatz: mit einem Venter anterior, der nach ventral zieht und in der Fossa digastrica der Mandibula inseriert.

M. cricothyroideus
Der M. cricothyroideus (Abb. 10.16)Musculus(-i):cricothyroideus kann als einziger äußerer Kehlkopfmuskel betrachtet werden und wird auch als einziger Kehlkopfmuskel durch die Nn. laryngei superiores des N. vagus (X) innerviert. Dieser Muskel sorgt für die Grobeinstellung der Stimmfaltenspannung, indem er Stimmfaltenspannung:Grobeinstellung durch M.cricothyroideusden Abstand zwischen Cartilago thyroidea und Cartilago cricoidea reguliert.
Der M. cricothyroideus entspringt ventral an der Außenfläche der Cartilago cricoidea und inseriert an der Innenseite ihres unteren Randes und am Vorderrand des Cornu inferius der Cartilago thyroidea. Man unterscheidet beim M. cricothyroideus eine Pars recta und eine Pars obliqua. Bei fixiertem Schildknorpel wird die Cartilago cricoidea sozusagen in eine Extension gekippt (ventraler Teil kranial-dorsalwärts und dorsaler Teil kaudal-dorsalwärts). Durch die Kippbewegung der Cartilago cricoidea verlagern sich auch die oben auf dem Ringknorpel befindlichen Stellknorpel nach dorsal. Dadurch verlängern sich die Stimmbänder und werden gespannt.
Innere Kehlkopfmuskeln
Alle inneren Kehlkopfmuskeln (Abb. 10.17) werden durch die Nn. laryngei recurrentes des N. vagus (X) versorgt. Die inneren Kehlkopfmuskeln sorgen für die Feinregulation der Stimmbänderspannung, für das Stimmbänderspannung:FeinregulationÖffnen und Schließen der Rima glottidis (Stimmritze) und Stimmritze:Öffnen und Schließenunterstützen den Verschluss des Kehlkopfeingangs.
  • M. cricoarytenoideus posterior (Postikus):

    • Musculus(-i):cricoarytenoideus posterior (Postikus)Ursprung: an der Hinterfläche der Cartilago cricoidea

    • Ansatz: ventral-lateral-kranialwärts am Processus muscularis der homolateralen Cartilago arytenoidea

    • Funktion: Die Mm. cricoarytenoidei posteriores sind die einzigen Öffner der Rima glottidis (Stimmritze). Sie abduzieren und drehen die Stellknorpel nach außen.

  • M. cricoarytenoideus lateralis:

    • Musculus(-i):cricoarytenoideus lateralisUrsprung: am oberen Rand der Außenfläche der Cartilago cricoidea

    • Ansatz: dorsal-median-kranialwärts am Processus muscularis der homolateralen Cartilago arytenoidea

    • Funktion: Die Mm. cricoarytenoidei laterales schließen die Rima glottidis, indem sie die Stellknorpel adduzieren und einwärts drehen. Dabei nähern sich die Stellknorpel so stark an, dass die Stimmritze nur noch ein kleines Flüsterdreieck bildet.

  • Flüsterdreieck:StimmritzeM. arytenoideus, Pars transversa:

    • Ursprung: an der Hinterfläche der Cartilago arytenoidea

    • Ansatz: an der Hinterfläche der heterolateralen Cartilago arytenoidea

    • Funktion: Dieser Muskel nähert die beiden Stellknorpel einander an und verengt demzufolge die Stimmritze.

  • M. arytenoideus, Pars obliqua:

    • Ursprung: am Processus muscularis der Cartilago arytenoidea

    • Ansatz: an der Spitze der heterolateralen Cartilago arytenoidea und in der kontralateralen Plica aryepiglottica und M. aryepiglotticus

    • Funktion: Auch dieser Muskel nähert die beiden Stellknorpel einander an und verengt demzufolge die Stimmritze.

  • M. thyroarytenoideus, Pars externa:

    • Ursprung: an der Innenfläche der Cartilago thyroidea

    • Ansatz: dorsalwärts am Processus muscularis und an der lateralen Fläche der homolateralen Cartilago arytenoidea

    • Funktion: Dieser Muskel zieht den Stellknorpel nach ventral und gleichzeitig die Epiglottis nach kaudal und verengt dadurch den Kehlkopfeingang und die Stimmritze.

  • M. thyroarytenoideus, Pars thyroepiglottica:

    • Ursprung: an der Innenfläche der Cartilago thyroidea

    • Ansatz: strahlt ins homolaterale Lig. aryepiglotticum und in die homolaterale Plica aryepiglottica ein

    • Funktion: Auch dieser Muskel zieht den Stellknorpel nach ventral und gleichzeitig die Epiglottis nach kaudal und verengt dadurch den Kehlkopfeingang und die Stimmritze.

  • M. thyroarytenoideus, Pars interna (M. vocalis):

    • Musculus(-i):vocalisUrsprung: an der Innenfläche der Cartilago thyroidea

    • Ansatz: die Muskelfasern ziehen dorsalwärts am Lig. vocale entlang und inserieren am Processus vocalis der homolateralen Cartilago arytenoidea

    • Funktion: Dieser Muskel reguliert die Feinspannung der Stimmbänder.

  • M. aryepiglotticus:

    • Musculus(-i):aryepiglotticusUrsprung: an der Spitze der Cartilago arytenoidea

    • Ansatz: an der Plica aryepiglottica und Epiglottis

    • Funktion: Dieser Muskel senkt gemeinsam mit dem M. thyroepiglottis die Epiglottis.

Gefäße und Nerven des Kehlkopfs
Der Kehlkopf wird arteriell und venös von Schilddrüsengefäßen aus zwei Schilddrüsengefäße:Versorgung des KehlkopfsQuellen versorgt. Die kranialen Gefäße stammen aus dem Gefäß-Nervenstrang des Halses, der zum Kopf hoch zieht, und die kaudalen Gefäße aus dem Gefäß-Nervenstrang des Halses, der zur oberen Extremität zieht.
ArterienDie A. laryngea superior entspringt aus der A. thyroidea superior und dringt, gemeinsam mit dem R. internus des N. laryngeus superior, durch eine Öffnung in der Membrana thyrohyoidea ins Kehlkopfinnere ein. Die A. Arteria(-ae):thyroidea superiorArteria(-ae):thyroidea inferiorArteria(-ae):laryngea superiorArteria(-ae):laryngea inferiorlaryngea inferior aus der A. thyroidea inferior zieht hinter der Luftröhre aufwärts und tritt durch den unteren Schlundschnürer von hinten unten in den Kehlkopf ein.
VenenKehlkopf:ArterienDie Venen aus der oberen Kehlkopfhälfte münden Kehlkopf:Venenüber die V. laryngea superior in die V. thyroidea superior, die das Vena(-ae):thyroidea superiorVena(-ae):laryngea superiorBlut aus der oberen Schilddrüsenhälfte der V. jugularis interna zuführt. Vom Plexus venosus laryngopharyngicus und Plexus venosus pharyngooesophagicus wird das Blut aus dem Larynx und Pharynx zur V. thyroidea superior und V. thyroidea inferior weitergeleitet.
Der Plexus thyroideus impar, ein starkes Venengeflecht am unteren Pol der beiden Schilddrüsenlappen und am Isthmus, nimmt beidseits die V. laryngea inferior aus dem Vena(-ae):thyroidea inferiorVena(-ae):laryngea inferiorVena(-ae):brachiocephalica sinistraKehlkopf auf und speist das Blut über die kräftige unpaare V. thyroidea inferior vor der Luftröhre in die V. brachiocephalica sinistra ein.
LymphgefäßeDer Lymphabfluss aus der oberen Hälfte des Kehlkopfs (und der Kehlkopf:LymphgefäßeSchilddrüse) erfolgt zur oberen Etage der Nodi Iymphatici cervicales anteriores profundi sowie zu infrahyal gelegenen Lymphknoten (Kap. 8.5 und Abb. 8.6). Lymphgefäße aus der unteren Hälfte des Kehlkopfs (und der Schilddrüse) ziehen zu Lymphknoten vor dem Ringknorpel, zu Nodi Iymphatici paratracheales vor der Luftröhre sowie zur mittleren und tiefen Etage der Nodi Iymphatici jugulares interni entlang der V. jugularis interna.
NervenDer N. laryngeus superior verlässt den N. vagus in Höhe des Ganglion inferius und gibt einen dünnen R. externus ab, der als motorischer Ast des N. laryngeus superior kurze Äste zum unteren Schlundschnürer entsendet und am Kehlkopf entlang Kehlkopf:Nervenabwärts zum M. cricothyroideus zieht. Der sensible Hauptast des N. laryngeus superior, der R. internus, durchbohrt die Membrana thyrohyoidea und versorgt die Kehlkopfschleimhaut oberhalb der Stimmritze.
Der N. laryngeus inferior steigt als Endast des N. laryngeus recurrens des N. Nervus(-i):laryngeus recurrens (N. vagus)Nervus(-i):laryngeus inferiorvagus in der Rinne zwischen Luft- und Speiseröhre zum Kehlkopf auf. Er dringt neben dem unteren Schildknorpelhorn durch den unteren Schlundschnürer ein und innerviert alle inneren Kehlkopfmuskeln sowie die Kehlkopfmuskeln:N. laryngeus recurrens (N. vagus)Schleimhaut unterhalb der Stimmritze. Die sensiblen Innervationsgebiete überschneiden sich.
Rr. laryngopharyngei sind kleine Äste aus dem sympathischen Grenzstrang, die in das Nervengeflecht des N. vagus im Kehlkopf eintreten und die Blutgefäße innervieren.
Funktion des Larynx und der Kehlkopfmuskeln
Der Larynx stellt Larynx:Funktioneigentlich einen funktionellen Sphinkter des Respirationstrakts dar und bildet ein Instrument zur Erzeugung von Tönen. Dazu werden der Binnenraum des Kehlkopfs und die Öffnungen, der Kehlkopfeingang, die Taschen- und Stimmritze verändert und die Saiten (Stimmbänder) angespannt bzw. entspannt. Die inneren und äußeren Kehlkopfmuskeln verändern Kehlkopfmuskeln:Funktiondie Position der Larynxknorpel und damit den Resonanzraum, die Spannung und Dicke der Stimmfalten und die Stimmritze.
Während der Atmung sind der Kehlkopfeingang, die Taschen- und die Stimmritze geöffnet. Stimmritze:AtmungBei forcierter Einatmung wird die Stimmritze von den inneren Kehlkopfmuskeln weit geöffnet, um genügend Luft einströmen zu lassen (Abb. 10.19). Während der Einatmung wird der Kehlkopf vom Zwerchfell und der zentralen MFK nach kaudal gezogen. Während der Ausatmung gleitet der Kehlkopf wieder nach kranial zurück (Abb. 10.18).
Während der Phonation wird die PhonationStimmritze Stimmritze:Phonationgeschlossen, sodass die Luft, die durch die geschlossene Stimmritze gepresst werden muss, die Stimmfalten in Schwingung versetzt. Die Vibrationen der Stimmfalten erzeugen Laute, die dann zusätzlich von den oberen Luftwegen, vom Zwerchfell und der Mundhöhle mit der Zunge modifiziert werden können.
Die Spannung der Stimmfalten und Stimmbänder sowie die Öffnung der Stimmritze können vor allem durch die inneren Kehlkopfmuskeln verändert werden. Die Schleimhaut ist relativ locker mit dem M. vocalis und dem Lig. vocale verbunden und lässt daher wellenförmige Bewegungen und Schwingungen zu. Normalerweise sind nur die Plicae vocales (Stimmfalten) an der Stimmbildung beteiligt, nicht aber die Plicae vestibulares (Taschenfalten). Bei Taschenfalten:StimmbildungLähmungen der Nn. laryngei oder bei forciertem Reden und Singen kann der Patient lernen, mit den Mm. stylopharyngei und Mm. palatopharyngei die Taschenfalten in Bewegung zu versetzen und eine rauere, weniger nuancierte Stimme auszubilden.
Die Lautstärke der StimmeLautstärke:Öffnung der Stimmritze wird vom ausgeblasenen Luftstrom und der Öffnung der Stimmritze bestimmt. So ist die Stimmritze beim Flüstern nur einen kleinen Spalt geöffnet. Die Tonhöhe hängt vor allem von der Schwingungsfrequenz der Stimmfalten und genauso wie bei einer Gitarre auch von der Länge, Spannung und Dicke der Stimmfalten ab. Der Stimmumfang beträgt Stimmumfang:Oktavenetwa 3 Oktaven und kann sogar auf 5 Oktaven trainiert werden.
Die Muskeln, die an der Cartilago arytenoidea ansetzen, sorgen wie die Stimmwirbel einer Gitarre für eine Grobeinstellung dieser Stellknorpel und die Mm. vocales für eine Feineinstellung der Saiten (Stimmbänder). So entstehen z. B. tiefe Töne, wenn die Stimmlippen dick, abgerundet und leicht gespannt sind. Hohe Töne entstehen, wenn die Stimmlippen dünn, schmal und stärker gespannt sind.
Im Vergleich zu Tieren ergibt sich beim Menschen ein starker Unterschied durch den Tiefstand des Larynx und die entsprechend größeren vorgeschalteten Resonanzräume oder Pharynxhöhlen. Durch das Verschließen bzw. Öffnen dieser Pharynxräume kann die Klangfarbe der Stimme zusätzlich feiner eingestellt und verändert werden.
Die Position des Kehlkopfs im Raum und demzufolge der Resonanzraum der Resonanzraum:PharynxResonanzraum:Kehlkopfmuskelnoberen Luftwege kann vor allem durch die äußeren Kehlkopfmuskeln angepasst werden. Da Lippen und Zunge den Resonanzraum der Mundhöhle verändern können, dienen sie einer verfeinerten Lautbildung.
Stimmbänder:Spannung Stimmbildung:Faktoren

Zusammenfassung

Folgende Faktoren spielen bei der Stimmbildung (Tonhöhe und Lautstärke) eine Rolle:

  • Die Kraft des Anblasens entscheidet über die Lautstärke der Stimme. Hierbei spielt natürlich der Gesundheitszustand des Zwerchfells eine wesentliche Rolle!

  • Die passive Spannung, Länge und Dicke der Stimmfalten bestimmen die Tonhöhe, die von der Stellung (Position) des Kehlkopfs abhängig ist:

  • Stellung und Beweglichkeit der Cartilago thyroidea beeinflussen die Spannung und Länge der Stimmbänder, aber auch die Form des Resonanzraums. Die Form des Resonanzraums wirkt sich auf die Bildung der Töne, z. B. der Konsonanten, aus.

  • Stellung und Beweglichkeit der Cartilago cricoidea und der Cartilagines arytenoideae beeinflussen die Spannung der Stimmbänder und auch die Form des Resonanzraums ( supraglottischer Raum)

  • Stellung und Beweglichkeit des Os hyoideum

  • Beweglichkeit und Beschaffenheit der Schleimhaut der Stimmbänder

  • Die aktive Spannung der Stimmbänder wird durch den M. vocalis und die Nervenversorgung der Kehlkopfmuskeln gesteuert. Über die vagale (motorische) Steuerung der Phonation und die Zusammenhänge mit zervikalen Afferenzen ist noch wenig bekannt.

  • Jede Kraftanwendung und Verspannung, bei der sich die Stellung von Os hyoideum, Cartilago thyreoidea, Cartilago cricoidea und Cartilagines arytenoideae zueinander verändert, wirkt sich auf die Spannung der Stimmbänder und damit auch auf die Klangfarbe aus. Alle Faszien und Muskeln zwischen Mandibula und oberer Thoraxapertur spielen demzufolge eine Rolle für die Stimme!

Der Kehlkopf kann auch forciert verschlossen werden, wenn Luft im Thorax gehalten werden soll, beispielsweise beim Heben einer schweren Last oder beim Pressen. In dem Fall sind Stimmritze und Taschenritze vollständig verschlossen.
Auch beim Schlucken wird der Kehlkopf Schluckakt:Kehlkopfeingangverschlossen; da Kehlkopf:forcierter Verschlusszusätzlich die Epiglottis heruntergezogen und der Kehlkopf nach ventrokranial geführt wird, öffnet sich gleichzeitig der Speiseröhreneingang, der dorsal des Kehlkopfs liegt. Während die Muskeln des Mundbodens und die Mm. digastrici und Mm. thyrohyoidei beim Schlucken das Os hyoideum und den Larynx nach kranial anheben, wird die Epiglottis durch den Zungenboden und den zwischen Zungenboden und Epiglottis befindlichen Fettkörper nach unten gedrückt. Dadurch wird der Kehlkopfeingang (unvollständig) geschlossen.
Weil wir ca. 600- bis1800-mal am Tag schlucken, sogar noch während des Schlafens, ist eine freie Beweglichkeit der verschiedenen Anteile des Kehlkopfs funktionell wichtig. Im Praxisteil werden wir Methoden beschreiben, mit denen sich die Mobilität dieser verschiedenen Kehlkopfteile überprüfen und behandeln lässt (Kap. 15.5).

Klinische und praktische Aspekte

Bei Sprachproblemen ist eine integrative, interdisziplinäre Zusammenarbeit von Logopäden (betreut in dem Fall die Software) und Osteopathen (betreut in dem Fall die Hardware) angebracht! Sowohl die Mobilität, Spannung und Koordination der verschiedenen Anteile des Larynx als auch der verschiedenen Anteile der zentralen MFK (Lungen, Trachea, Ösophagus, Mediastinum, Perikard, Thorax, Zwerchfell, Abdominalorgane mit Aufhängung am Zwerchfell) sollten überprüft und bei Bedarf auch behandelt werden!

Jede Veränderung der Spannung der Kopf- und Nackenmuskulatur sorgt eigentlich für eine Neujustierung der balancierten Haltung, die in den konzentrisch und exzentrisch arbeitenden Myofaszialketten von Kopf bis Fuß eine Anpassung auslösen wird (Meert 2009). Das passiert sogar beim Sprechen und Kauen!

Die Schulter- und Nackenmuskulatur sowie die Zungen- und Kaumuskulatur sind eng verschaltet. Denken Sie nur daran, wie viele Menschen bei einer manuellen Tätigkeit das Gesicht verziehen oder die Zunge mitbewegen. Auch die Myofunktionelle (Muskelfunktions-)Therapie betont, dass es aus sprachwissenschaftlicher und kieferorthopädischer Sicht wenig Sinn hat, nur die Aktionen einzelner Muskeln zu betrachten (Thiele et al. 1992).

Die Zunge (Lingua)

Funktionen
Sprachprobleme:interdisziplinäre ZusammenarbeitDie Zunge spielt funktionell sowohl bei der Nahrungsaufnahme (Bearbeitung und Beförderung der Nahrungsbissen und taktile, thermische und gustatorische Kontrolle der Nahrung) als auch bei der Lautbildung eine wichtige Rolle.
Die Mobilität der Zunge ist besonders für die Sprachmotorik äußerst wichtig. So legt Sprachmotorik:ZungenwurzelSprachmotorik:ZungenspitzeSprachmotorik:Mobilität der Zungesich die Zungenspitze beim Buchstaben b an die unteren Frontzähne, beim Buchstaben t dagegen an die oberen Frontzähne. Bei den Buchstaben k und g wird die Zungenwurzel gegen den weichen Gaumen gedrückt. Es erscheint daher wichtig, bei Sprachproblemen die Binnen- und Außenmuskeln der Zunge auf ihre Spannung, Mobilität, Verschieblichkeit und Koordinationsfähigkeit zu überprüfen und zu behandeln (Kap. 15).
Aufbau
Die Zunge ist ein Muskelkörper, der von einer sehr differenzierten Schleimhaut überzogen ist.
Man unterscheidet Tastpapillen und verschiedene Geschmackspapillen. Die Geschmacksqualitäten werden an Geschmacksqualitäten:Zungenrückenunterschiedlichen Stellen des Zungenrückens wahrgenommen:
  • süß vorn am Zungenrand

  • salzig in der Mitte

  • sauer hinten

  • bitter und umami (proteinreich) hinten vor dem Sulcus terminalis.

In den Geschmackspapillen münden auch noch seröse Spüldrüsen. Die mukösen Drüsen befinden sich am Zungengrund und eine kleine Speicheldrüse an der Zungenspitze (Glandula lingualis anterior).
Die Schleimhaut der Zungenunterseite ist dünner als die des Zungenrückens. Sie ist gut durchblutet und kann daher bestimmte Stoffe (Medikamente) resorbieren.
Am Übergang der Zungenunterseite zum Mundboden befindet sich eine warzenförmige Erhebung (Caruncula sublingualis), in der die Unterkiefer- und Unterzungen-Speicheldrüsen, Glandulae submandibularesSpeicheldrüsen:Zunge und Glandula(-ae):submandibularesGlandula(-ae):sublingualessublinguales, dicht nebeneinander münden.
Zungenmuskulatur
Die Zunge ruht eigentlich auf dem Mundboden. Sie besteht aus einer derben bindegewebigen Rahmenkonstruktion (Aponeurosis linguae) mit einem sagittalen Bindegewebsblatt (Septum linguae) in der Mitte. Die Zungenmuskelfasern entspringen an dieser Rahmenkonstruktion.
Die Außenmuskeln der Zunge (Abb. 10.20) ziehen dabei zu Skelettteilen, während die Binnenmuskeln (Abb. 10.21) innerhalb der Zunge verlaufen und nicht an Knochenpunkten befestigt sind.
Die Innervation der meisten Zungenmuskeln übernimmt der N. hypoglossus (XII).

Merke

Bei einer Narkose kommt es zur kompletten Atonie der Zungenmuskulatur. Da sich in Rückenlage der Zungengrund nach unten-hinten verlagert und die Epiglottis in den Atemweg drückt, droht akute Erstickungsgefahr.

Außenmuskeln der Zunge
  • M. genioglossus:

    • Ursprung: an der Spina Musculus(-i):genioglossusmentalis auf der Innenseite der Mandibula

    • Ansatz: an der Aponeurosis linguae, einer horizontalen Bindegewebsplatte unter der Schleimhaut des Zungenrückens. Zwischen beiden Mm. genioglossi befindet sich eine vertikale, unvollständige Bindegewebsplatte (Septum linguae). Einzelne Muskelfasern ziehen zum Os hyoideum und zur Epiglottis.

    • Funktion: Herausstrecken und Herunterziehen der Zunge.

  • M. hyoglossus:

    • Ursprung: auf ganzer Musculus(-i):hyoglossusLänge am Cornu majus des Os hyoideum und am angrenzenden Teil des Körpers des Os hyoideum. Der M. hyoglossus entspringt hier lateral vom Ansatz des M. constrictor pharyngis medius am Os hyoideum.

    • Ansatz: mit vertikal verlaufenden Fasern, die in die Zunge einstrahlen, und lateral an der Aponeurosis linguae

    • Funktion: zieht die Zunge nach unten und hinten.

  • M. styloglossus:

    • Ursprung: am Processus Musculus(-i):styloglossusstyloideus des Os temporale, manchmal auch am Lig. stylohyoideum und Lig. stylomandibulare

    • Ansatz: zieht lateral zwischen dem M. constrictor pharyngis superior, dem M. constrictor pharyngis medius und dem M. mylohyoideus ventralwärts zum lateralen Zungenrand, wo die Fasern mit dem M. hyoglossus und der Binnenmuskulatur der Zunge verwachsen.

    • Funktion: zieht die Zunge nach hinten und oben.

  • M. palatoglossus:

    • Ursprung: an der Unterseite der Aponeurosis palatina (weicher Gaumen)

    • Ansatz: verläuft bogenförmig in ventral-kaudal-lateraler Richtung zum lateralen Zungenrand und unterfüttert die Schleimhaut, indem seine Fasern den Arcus palatoglossus bilden.

    • Funktion: hebt den Zungenrücken an, zieht den Arcus palatoglossus nach medial und senkt den weichen Gaumen herab. Dieser Muskel wird vom N. glossopharyngeus (IX) und N. vagus (X) innerviert.

Binnenmuskeln der Zunge
  • M. longitudinalis superior linguae: longitudinale Fasern, die im Zungenrücken horizontal von der Zungenwurzel bis zur Zungenspitze ventralwärts verlaufen

  • M. longitudinalis inferior linguae: longitudinale Fasern, die auf der Unterseite der Zunge von der Zungenwurzel ventralwärts bis zur Zungenspitze verlaufen

  • M. transversus linguae: transversale Fasern, die vom lateralen Zungenrand zum medianen Septum linguae verlaufen

  • M. verticalis linguae: vertikale Fasern, die von der Unterseite der Zunge bis zum Zungenrücken verlaufen.

Die Binnenmuskeln der Zunge prägen die Form der Zunge. Sie können die Zunge verlängern bzw. verkürzen, die Zungenränder einrollen bzw. entrollen und die Oberfläche der Zunge runden oder abflachen. Sie sorgen für eine vielfältige Verformbarkeit der Zunge in allen Abstufungen von Antagonismen und Synergismen.

Funktionelle oder vertebragene Dysphonie

Ein funktionelles Problem der oberen HWS löst nicht nur eine Hypertonie der tiefen Nackenmuskulatur, Hypertonie:NackenmuskulaturHypertonie:Halsmuskulatursondern auch der ventralen Halsmuskulatur aus. Es sei darauf hingewiesen, dass die Stellung des Kehlkopfs und damit auch die Funktion der Stimmfalten durch alle am Kehlkopf ansetzenden Strukturen beeinflusst werden. Damit wird die funktionelle Bedeutung der Halsfaszien, der Halsmuskeln und der zentralen MFK deutlich!
Wir haben bereits angedeutet, dass eine Dyskoordination zwischen den verschiedenen kontraktilen und beweglichen myofaszialen Elementen des gesamten Stimmapparates zu funktionellen Dysphonien führen kann. Man kann allgemein von einer zu starken myofaszialen Spannung (hyperkinetische Dysphonie) myofasziale Spannungen:Dysphonieoder von einer zu schwachen Dysphonie:hyperkinetischemyofaszialen Spannung (hypokinetische Dysphonie) reden. Sowohl bilaterale alsDysphonie:hypokinetische auch unilaterale Spannungsunterschiede beeinflussen die Tonhöhe und die Resonanz der Stimme. Das volle Frequenzspektrum der Stimme geht oft verloren, wenn das freie regelmäßige Schwingen der Stimmbänder gestört wird. Es fängt oft mit einer schwachen, belegten, dünnen Stimme und einem Globusgefühl im Hals an. Auffällig ist Globusgefühl:Dysphoniezudem auch, dass die Leistungsfähigkeit der Stimme vor allem hinsichtlich des Umfangs der Tonhöhen und der Stimmstärke verloren geht.
Eine Hypertonie der suprahyalen bzw. eine Hypotonie der infrahyalen myofaszialen Strukturen führt zu einer Hochverlagerung des Kehlkopfs. Durch eine Hypertonie der infrahyalen bzw. eine Hypotonie der suprahyalen myofaszialen Strukturen kommt es dagegen zu einer Verschiebung (Kippung) des Kehlkopfs nach (ventro)kaudal. Durch diese Verschiebungen des Kehlkopfs können funktionelle Dysphonien entstehen, da sie die Spannung, Länge und Dicke der Stimmbänder und der Stimmlippen beeinflussen.
Es erscheint sinnvoll, von einer funktionellen oder vertebragenen (zervikalen) Dysphonie zu sprechen, die mit einer Dysphonie:vertebrageneDysphonie:funktionelleStörung des Stimmklangs (Heiserkeit) und einer Einschränkung der Stimmleistungsfähigkeit einhergeht, ohne dass Organpathologien der Stimmlippen vorliegen.
Der HNO-Arzt soll selbstverständlich vorher Pathologien ausschließen!
Eine typische funktionelle Symptomatik besteht beispielsweise aus:
  • Dysphonie:Symptomatik Einschränkung des Tonumfangs und der Klangfarbe

  • Einschränkung der Stimmstärke

  • Erhöhter Würgereflex mit Dysphagie

  • Blockierung der Kopfgelenke oder Hypertonie der Hals-und Kopfgelenke:BlockierungNackenmuskeln.

Interessant sind die EMG-Untersuchungen von Prof. Hülse, bei denen sich zeigte, dass eine Lösung der Kopfgelenkblockierungen eine Normalisierung des Muskeltonus der Kaumuskulatur sowie der supra- und infrahyalen Muskulatur zur Folge hat (Hülse et al. 1998, 2005).
So ließ sich beispielsweise experimentell nachweisen, dass 43 % der 66 untersuchten Patienten nach einer Strumektomie eine deutliche Einschränkung der Stimmfunktion aufwiesen, ohne dass eine Schädigung der Nn. laryngei erkennbar war. Häufig bestanden Schluckstörungen in Form eines Globusgefühls, als ob ein Brocken im Hals stecken geblieben wäre. Auch ein leicht erregbarer Würgereflex wird oft beobachtet. ManchmalWürgereflex reicht es schon, den Mund weit zu öffnen und die Zunge herauszuziehen, um einen Würgereflex auszulösen. Hierbei spielt nicht so sehr die Reizbarkeit der Schleimhäute, sondern die der Kehlkopfmuskeln eine große Rolle.
Hülse et al. (1998) deuteten an, dass die Manualtherapie der Kopfgelenke hier wirkungsvoller sein Kopfgelenke:Manualtherapiekönne als eine Lokalanästhesie. Ergänzend zur Behandlung der Kopf- und Halswirbelsäulengelenke und der Halsfaszien ist meiner Meinung nach eine Behandlung der Zungen- und Kehlkopfmuskeln sinnvoll.
Hülse et al. (1998) berichteten auch über eine dorsale Kippung der Epiglottis, die manchmal bei einer Hypertonie der Halsmuskulatur und einer vertebragenen Dysphonie auftritt und den Einblick in den Kehlkopf erheblich behindert.

Thorakaler Anteil der zentralen MFK

Es ist hier nicht das Ziel, die Thoraxorgane detailliert zu besprechen. Vielmehr ist es als ein Versuch gedacht, die integrative bindegewebige Vernetzung der Thoraxorgane in Form der zentralen MFK wiederzugeben!

Das Mediastinum

Das Mediastinum ist ein breiter, zentral Mediastinumgelegener Bindegewebsraum, der die beiden Pleurahöhlen voneinander trennt. Es erstreckt sich von der oberen Thoraxapertur bis zum Zwerchfell und geht kranial in den Bindegewebsraum des Halses über. Das Mediastinum setzt sich kranialwärts sozusagen bindegewebig zwischen der Lamina prevertebralis und Lamina pretrachealis der Fascia cervicalis bis zur Schädelbasis (Pars basilaris ossis occipitalis) als Spatium retropharyngeum (Abb. 10.5) fort.

Anmerkung

Leider werden der Halseingeweideraum und das Mediastinum oft als komplett voneinander getrennte Räume beschrieben, sodass die Vorstellung eines bindegewebigen Kontinuums fehlt.

Der zentral-thorakale Teil der zentralen MFK besteht allgemein aus dem Bindegewebe des Mediastinums samt Inhalt: Ösophagus und Mediastinum:zentrale MFKTrachea, Membrana bronchopericardiaca und verschiedene Leitungsbahnen. Der peripher-thorakale Teil der zentralen MFK beinhaltet die Pleura, die kraniale Aufhängung von Pleura und Lungen über die Membrana suprapleuralis und die Verbindungen zwischen Pleura und Zwerchfell.
Die Aufhängung der Lungen mit der Membrana suprapleuralis kann man als Diaphragma des zervikothorakalen Übergangs betrachten.
Der Rachen selber teilt sich kaudalwärts in zwei myofasziale Schläuche: den Ösophagus und die Trachea. Diese beiden Schläuche ziehen in der Lamina pretrachealis der Fascia cervicalis kaudalwärts zum Mediastinum.
Das Mediastinum superius liegt zwischen dem Manubrium sterni und den ersten vier Brustwirbeln. Es beinhaltet:
  • Thymus

  • Vv. brachiocephalicae dextra und sinistra

  • Vv. intercostales superiores dextra und sinistra

  • Arcus aortae und Äste

  • Trachea

  • Ösophagus

  • Nn. phrenici

  • Nn. vagi

  • Nn. laryngei recurrentes dexter und sinister

  • Ductus thoracicus sowie die lymphatischen Trunci bronchomediastinales und Trunci parasternales (Meert 2007)

  • Kleinere Nerven, Blutgefäße und Lymphgefäße.

Die Lamina pretrachealis der Fascia cervicalis (Fascia cervicalis media) setzt sich thorakal sozusagen als Fascia endothoracica fort, wobei der ventrale Teil der Lamina prevertebralis der Fascia cervicalis (Fascia cervicalis profunda) den hinteren Teil der Fascia endothoracica mit aufbaut.
Hypertonien der zentralen MFK können sich Hypertonie:zentrale MFKdemzufolge auch auf die Skalenuslücken und die durchziehenden Skalenuslücke(n):Engpass-SymptomeStrukturen auswirken:
  • Durch die vordere Skalenuslücke (zwischen M. sternocleidomastoideus und M. scalenus anterior) ziehen V. subclavia + A. carotis communis + V. jugularis interna + A. transversa cervicis + A. suprascapularis + A. cervicalis ascendens + N. phrenicus (+ N. vagus). Typische (Engpass-)Symptome bei Einengung der vorderen Skalenuslücke sind Stauungen der oberen Skalenuslücke(n):vordereExtremität, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Verspannungen und Verklebungen der Schulterblattmuskulatur (M. supraspinatus, M. infraspinatus, Mm. rhomboidei), Hypertonie des Zwerchfells usw.

  • Durch die mittlere Skalenuslücke (zwischen M. scalenus anterior Skalenuslücke(n):mittlereund M. scalenus medius) ziehen der Plexus brachialis und die A. subclavia. Als typische Engpass-Symptome treten eine Minderdurchblutung Engpass-Symptome:Skalenuslückenund Parästhesien in der oberen Extremität auf.

  • Durch die hintere Skalenuslücke (zwischen M. scalenus medius undSkalenuslücke(n):hintere M. scalenus posterior) zieht der N. thoracicus longus. Als typische Engpass-Symptome treten Hypertonie des M. serratus anterior und Einschränkungen der Schultergelenkbeweglichkeit auf.

Mit dem Sotto-Hall-Test kann anhand des A.-radialis-Sotto-Hall-TestPulses nach Verspannungen im Bereich der mittleren Skalenuslücke und ihrer Vernetzung mit anderen Körperbereichen gesucht werden (Meert 2007).
Der Physiker und Kinesiologe Prof. Rochlitz befasste sich mit der Frage, warum viele Dirigenten über 90 Jahre alt werden (Rochlitz 1993). Er stellte dazu die sehr interessante Hypothese auf, dass möglicherweise die Armbewegungen beim Dirigieren und die damit verbundene rhythmische Arbeit des M. subscapularis mitverantwortlich seien. Da der M. subscapularis mit dem Herzmeridian verbunden ist, sorgt die Muskelaktivierung für eine Optimierung des Herzmeridians und damit für eine bessere Energieversorgung des Herzens. Rochlitz sprach in dem Zusammenhang von Arm-Jogging und stellte entsprechende Arm-Jogging:HerzwirkungArm-Jogging:DirigentenÜbungsschemata vor.
Persönlich möchte ich hinzufügen, dass sowohl die zentrale MFK als auch die Vagina carotica mit der Clavicula und dem Sternum in Verbindung stehen, den beiden Knochen, die vor allem bei Armbewegungen mobilisiert werden. Für die damit verbundenen Faszien und Gefäßscheiden stellt das Arm-Jogging eine wesentliche Arm-Jogging:venolymphatische Pumpfunktionvenolymphatische Pumpfunktion dar. Zusätzlich ist noch das Perikard am Sternum aufgehängt, sodass auch die Herzkranzgefäße in Bewegung versetzt werden.
Man kann meiner Meinung nach also feststellen, dass eine therapeutische Möglichkeit zur Mobilisation der zentralen MFK und der darin eingebetteten Organe darin besteht, die Claviculae und das Sternum von Spannungen zu befreien und zu bewegen.

Die Pleura-Aufhängung und viszerale Gelenke der Lunge

Spannungen und Verklebungen im Bereich der Lungenfissuren und der Recessus pleurales können sich über die myofaszialen Aufhängungselemente (M. scalenus medius, M. longus capitis, Ligg. vertebropleurale, costopleurale und transversopleurale, M. scalenus minimus) leicht auf die HWS und die Schädelbasis übertragen!
Die Pleura parietalis (Abb. 10.22) steht Pleura:parietalisdirekt mit der Fascia endothoracica in Kontakt und lässt sich unterteilen in:
  • die Pars costalis, die mit den Rippen und Interkostalräumen verbunden ist,

  • die Pars diaphragmatica, die mit dem Zwerchfell verbunden ist,

  • die Pars mediastinalis, die mit dem Mediastinum verbunden ist,

  • die Pars cervicalis, die mit der Pleurakuppel verbunden ist und eine Bindegewebsverdickung (Membrana suprapleuralis oder Sibson-Faszie) aufweist.

Die Recessus Sibson-Fasziepleurales und die Lungenfissuren haben großen Einfluss auf die Lungenfissuren:zentrale MFKMobilität der Lunge und der zentralen MFK. Sie bilden sozusagen viszerale Gelenke, die durch Entzündungen oder Flüssigkeitsansammlungen verkleben und in ihrer Mobilität eingeschränkt sein können.
Die Recessus pleurales bilden Gleitflächen zwischen der Pleura parietalis und der Pleura visceralis. Man unterscheidet (Meert 2007):
  • den Recessus phrenicomediastinalis an der Recessus:phrenicomediastinalisGrenze zwischen Zwerchfell und Mediastinum

  • die Recessus costomediastinales anterior und Recessus:costomediastinalesposterior an der Grenze zwischen Rippen und Mediastinum

  • die Recessus costodiaphragmatici anterior, Recessus:costodiaphragmaticilateralis und posterior an der Grenze zwischen Rippen und Zwerchfell.

Die Lungenfissuren bilden Gleitflächen zwischen derLungenfissuren:Pleura Pleura visceralis des einen Lungenlappens und der Pleura visceralis des nächstliegenden Lungenlappens. Man unterscheidet folgende Lungenlappen und Lungenspalten (Abb. 10.23):
  • Bei der rechten Lunge eine Fissura obliqua zwischen Lobus inferior und Lobus medius und eine Fissura horizontalis zwischen Lobus medius und Lobus superior.

  • Bei der linken Lunge eine Fissura obliqua zwischen Lobus superior und Lobus inferior.

In der anatomischen Literatur herrscht keine Einigkeit darüber, an welchen Strukturen genau die Cupula pleurae aufgehängt ist. Benninghoff und Drenckhahn (2003) zufolge überragt die Pleurakuppel die obere Thoraxappertur um 2–3 Pleurakuppel:Aufhängungcm und ist von der Membrana suprapleuralis überzogen. Die Membrana suprapleuralis (Sibson-Faszie) Membrana:subpleuralisist eine Fortsetzung der Sibson-Faszie:PleurakuppelFascia endothoracica. Über sie ist die Pleurakuppel an der ersten Rippe und an der Clavicula befestigt, während sie über kräftige Bindegewebszüge an der Lamina prevertebralis der Fascia cervicalis, an den Wirbelkörpern und an den Faszien des Mm. longus colli und der Mm. scaleni hängt. Scheiterbauer (2007) fand bei seiner anatomischen Studie heraus, dass meistens Fasern des M. scalenus medius in die Pleurakuppel einstrahlen. Die französischen Anatomieprofessoren Bouchet und Cuilleret (1991) geben diese Fasern als Lig. vertebropleurale, Lig. costopleurale und Lig. transversopleurale an (Abb. 10.24). Der M. scalenus minimus entspringt am Processus transversus des siebten (manchmal auch des fünften und sechsten) Halswirbels und inseriert dann an der Pleurakuppel und gelegentlich am Innenrand der ersten Rippe. Er wird deswegen in älteren Schriften auch als M. scalenus pleuralis bezeichnet. Manchmal ist der Muskel eher bindegewebig und wird dann als Lig. costopleurovertebrale oder Lig. transversopleurale angegeben (Rauber und Kopsch 1987).
Es wäre sinnvoll, noch kurz auf eine besondere Myofaszialkette hinzuweisen. Die Lunge und die Pleurastrukturen sind über die Aufhängung an der Pleurakuppel mit dem M. scalenus medius Pleurakuppel:Aufhängungverbunden. Der M. scalenus medius wiederum zieht zu den Processus transversi der Halswirbel C2 bis C7, während von den Processus transversi der Halswirbel C3 bis C6 Fasern des M. longus capitis direkt zur Pars basilaris des Os occipitale ziehen.

Praktische Bedeutung

Weil die Pleura parietalis (Pars diaphragmatica) kranial mit den Aufhängungselementen der Pleurakuppel und kaudal über das Lig. phrenicopleurale und das Lig. phrenicopulmonale eng mit dem Zwerchfell verbunden ist, wird jeder Atemzug sowohl über die Pharynxmuskulatur der zentralen MFK als auch über die Scalenus-Longus-capitis-Kette der zentralen MFK auf die Schädelbasis übertragen.

Die zentrale MFK trägt damit aktiv dazu bei, den ominösen Kraniosakral- oder Geweberhythmus zu gestalten!

Die Perikardaufhängung

Kraniosakralrhythmus:zentrale MFKGeweberhythmus:zentrale MFKDie Perikardhöhle zwischen dem inneren Epikard (Lamina visceralis) und dem äußeren Perikard (Lamina parietalis) bildet Perikard:Lamina visceralisviszeralePerikard:Lamina parietalis Gelenkflächen. Spannungen und Verklebungen der perikardialen Gleitflächen können sich über die myofaszialen Gleitflächen:perikardialeAufhängungselemente leicht auf das Sternum und den zervikothorakalen Übergang übertragen. Das Pericardium fibrosum ist im Bereich des Pericardium:fibrosumZwerchfells und des Foramen venae cavae über das Lig. phrenicopericardiacum fest mit dem Centrum tendineum des Zwerchfells verwachsen. Auch über das Bindegewebe im oberen Mediastinum herrscht wenig Einigkeit in der Literatur. Folgende Bindegewebsfasern des Pericardium fibrosum strahlen in benachbarte Strukturen ein (Abb. 10.25):
  • Das Lig. phrenicopericardiacum verbindet das Perikard mit dem Ligamentum(-a):phrenicopericardiacumZwerchfell.

  • Das Lig. aorticopericardiacum zieht vom Perikard zum Aortenbogen (Ligamentum(-a):aorticopericardiacumArcus aortae), meistens sogar bis zum Ursprung des Truncus brachiocephalicus.

  • Das Lig. tracheopericardiacum verbindet das Perikard mit der Ligamentum(-a):tracheopericardiacumBifurcatio tracheae. Es ist eigentlich ein Teil der Membrana bronchopericardiaca, einer festen Bindegewebsplatte mit straffen Kollagenfasern, die die Bifurkation der Trachea und die beide Lungenstiele mit der Rückseite des Perikards verbindet. Bouchet und Cuilleret (1991) bezeichnen diese Bänder als Ligg. visceropericardiaca.

  • Das Lig. sternopericardiacum inferius verbindet das Perikard mit der Ligamentum(-a):sternopericardiacum (inferius/superius)Unterseite des Sternums bzw. mit dem Processus xiphoideus, und das Lig. sternopericardiacum superius verbindet es mit dem Manubrium sterni.

  • Das Lig. thymopericardiacum besteht aus Fasern, die den Thymus Ligamentum(-a):thymopericardiacummit dem Perikard verbinden. Der Thymus liegt im oberen Mediastinum vor den großen Leitungsbahnen (V. brachiocephalica sinistra, V. cava superior) und kann sehr variabel gestaltet sein. Inseln von Thymusgewebe können im prätrachealen Raum vom Zungenbein abwärts bis zum oberen Mediastinum vorkommen.

  • Das Lig. thyropericardiacum verbindet die Schilddrüse mit dem Ligamentum(-a):thyropericardiacumPerikard. Bouchet und Cuilleret (1991) bezeichnen dieses Ligament als Lamina thyropericardiaca des Lig. cervicopericardiacum.

  • Die Ligg. vertebropericardiaca verbinden die Wirbel C7 bis Th3 auf Ligamentum(-a):vertebropericardiacader Vorderseite mit dem Perikard (Bouchet & Cuilleret 1991). Es handelt sich um Ausläufer vom ventralen Teil der Lamina prevertebralis der Fascia cervicalis und vom dorsalen Teil der Lamina pretrachealis der Fascia cervicalis. Diese Ligamente bilden sozusagen die fasziale Fortsetzung der zentralen MFK und der Ösophagus und die Trachea analog dazu die muskuläre Fortsetzung der zentralen MFK.

Praktische und klinische Bedeutung

Weil auch das Perikard über das Lig. phrenicopericardiacum eng mit dem Zwerchfell verbunden ist, wird jeder Atemzug über die Aufhängungselemente des Perikards auf die Schädelbasis übertragen. Die zentrale MFK trägt daher aktiv dazu bei, den ominösen Kraniosakral- oder Geweberhythmus zu gestalten!

Afferenzen aus dem Perikard- und Herzbereich können über den N. vagus (X) eine Reizung seines Kerns in der Rautengrube bewirken. Weil der Kern des N. vagus mit dem Kern des N. glossopharyngeus (IX) eine einheitliche Zellsäule (Nucleus ambiguus) bildet und der Kern des N. hypoglossus (XII) sehr nahe am Nucleus dorsalis des N. vagus liegt, können auch diese Kerne bei einer Überflutung mit afferenten Reizen des N. vagus erregt (fazilitiert) werden.

Durch eine (Über-)Erregung des N. hypoglossus können Verkrampfungen in der Zungen- und infrahyoidalen Muskulatur entstehen. Denken Sie dabei beispielsweise auch an die Symptomatik eines Herzinfarkts!

Eine (Über-)Erregung des N. glossopharyngeus kann sich mit einer übermäßigen Speichelproduktion der Parotis, Geschmacksstörungen im hinteren Zungenbereich und Empfindungsstörungen im Rachenbereich äußern.

Der Ösophagus

Der Ösophagus bildet die kaudale Fortsetzung des Ösophagusmuskulären Pharynxschlauches. Der Ösophagus befindet sich als kontraktionsfähige muskuläre Struktur zwischen zwei relativ fixierten Punkten, dem Pharynx (der wiederum an der Schädelbasis befestigt ist) und dem Zwerchfell (Foramen oesophageum). Von Lanz und Wachsmuth (2004) geben an, dass sich die Speiseröhre zwischen Ausatmung mit Extension der HWS und Einatmung mit Flexion der HWS um bis zu 4 cm verlängert. Die kraniokaudale Mobilität der rechten Zwerchfellkuppel lässt sich auf ca. 6,7–7,2 cm und die der linken Zwerchfellkuppel auf ca. 4,0–4,3 cm beziffern (Meert 2007).
Der Ösophagus beginnt mit der Pars cervicalis in Höhe der Cartilago cricoidea und ist über Bindegewebe und Muskelfasern mit dem Ringknorpel sowie über den M. constrictor pharyngis inferior mit der Cartilago thyroidea verbunden. Er verläuft zwischen der Lamina pretrachealis und der Lamina prevertebralis der Fascia cervicalis zum Mediastinum.
Der Ösophagus besteht aus longitudinalen und zirkulären Muskelfasern. Diese Muskelfasern sind schraubenförmig um 90 nach links gedreht. Dadurch wird eine Längsspannung im Ösophagus erzeugt, die so stark ist, dass bei einer Ösophagus:LängsspannungDurchtrennung die Teile des Ösophagus mehr als 10 cm auseinander schnellen würden. Beim Schlucken befindet sich das Punctum fixum sozusagen an der Schädelbasis, wenn sich der Ösophagusmuskel anspannt und den Übergang zum Magen nach kranial hochzieht. Dadurch wird der Mageneingang (Kardia) kurzzeitig geöffnet. Es ist wichtig, sich klarzumachen, dass der Mageneingang (Kardia) nicht als ein üblicher ringförmiger Schließmuskel zu betrachten ist!
Von Lanz und Wachsmuth (2004) geben den Durchmesser der Speiseröhre beim Erwachsenen mit 1,5 bis 1,6 cm an. Speiseröhre"\t""Siehe ÖsophagusBei der Passage großer Bissen soll sich die Lichtung aber bis auf 3,5 cm weiten können.
Bei einer Hypertonie der zentralen MFK findet man nicht selten eine Hypertonie im Ösophagusbereich als Auslöser. Hypertonie:zentrale MFKHypertonie:ÖsophagusStörungen der motorischen Transportfunktion (Peristaltik) sowie eine Hypertonie der Speiseröhre Peristaltikstörung:Ösophaguswerden als Achalasie bezeichnet. Als Ursache der Achalasie wird eine neurologische Störung in der AchalasieSpeiseröhrenmuskulatur vermutet, aber die Gründe für den Untergang dieser Nervenfasern sind nicht eindeutig geklärt. Häufig geht eine hypertone Engstellung des Übergangs zwischen Ösophagus und Magen mit einer Dilatation des Ösophagus oberhalb des Mageneingangs einher. Es kommt zu folgenden Symptomen:
  • Dysphagie, verstärkt bei hastigem Essen und Stress

  • DysphagieRetrosternalschmerzen, Oberbauchschmerzen und BWS-Schmerzen

  • Regurgitation (Rückfluss von Speisebrei aus dem Ösophagus Regurgitationin den Mund), nächtliche Aspiration und Husten im Liegen.

Sodbrennen und Dysphagie können aber sowohl Sodbrennenorganpathologisch als auch funktionell bedingt sein. Deswegen ist zum Ausschluss einer organischen Ursache eine ärztliche Abklärung notwendig!

Das Zwerchfell und am Zwerchfell aufgehängte Abdominalorgane

Das Zwerchfell, die am Zwerchfell aufgehängten Organe und die Gleitflächen der subdiaphragmalen Organe bilden die kaudalen Elemente der zentralen MFK. Weil die Muskelfasern des Zwerchfells und der Mm. iliopsoas, Mm. quadratus lumborum und Bauchmuskeln fest miteinander verbunden sind, teilt sich die zentrale MFK dreidimensional in die Myofaszialketten des Bauches, des Beckens und der unteren Extremitäten auf. Letztendlich sind jedoch alle Myofaszialketten zu einem integrativen System vernetzt!
Ich habe das Zwerchfell ausführlich in meinem vorigen Buch besprochen (Meert 2007). Das Zwerchfell ist nicht nur aktiv an der Atmung beteiligt, sondern erfüllt auch bei der Defäkation, bei der Entbindung, beim Schlucken und Husten sowie postural etliche Funktionen. Der neurologische Output in Richtung des Zwerchfells führt allerdings die posturalen und die respiratorischen Efferenzen der phrenischen Motoneurone zusammen (Meert 2007). Das bedeutet, dass die Energie, die das Zwerchfell für posturale Aufgaben verbraucht, bei der Atmung fehlt! In der Praxis lässt sich häufig feststellen, dass Patienten ihr Zwerchfell für unterschiedliche posturale Aufgaben missbrauchen und demzufolge Atmung und Sauerstoffversorgung der Gewebe nur noch suboptimal ablaufen.
Das Zwerchfell ist eine typische Kompensationsstruktur und wichtig für die Tensegrity im Körper, da es sich sowohl tief als auch hoch einstellen kann.
Alle abdominalen Organe, die direkt am Zwerchfell aufgehängt sind, können es bei Verklebungen, Narben usw. in seiner Mobilität einschränken. Weil sich jeder Atemzug über die zentrale MFK vom Zwerchfell bis zur Schädelbasis überträgt, wird bei einer Hypertonie der zentralen MFK auch jede Spannung und Verklebung eines subdiaphragmalen Organs oder eines Recessus subphrenicus einen gewissen Einfluss auf die Schädelbasis ausüben können. Es erscheint daher durchaus sinnvoll, die Mobilität und Spannung der zentralen MFK in einem Mobilität:zentrale MFKoptimalen Zustand zu halten.
Als Test empfiehlt es sich, die Einatmung mit dem Zwerchfell in Verbindung mit der Reaktion des Geweberhythmus im Schädelbereich zu untersuchen. Ideal Geweberhythmus:Zwerchfellatmungwäre es, wenn eine Einatmung des Zwerchfells mit einer Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral)Anschwellphase:Geweberhythmus zusammenträfe. Geweberhythmus:AnschwellphaseMeiner Meinung nach ist es diagnostisch besonders wertvoll, während der (Zwerchfell-)Einatmung die Bauchorgane mit der einen Hand verstärkt nach kaudal zu begleiten und mit der anderen Hand eine kraniosakrale Flexion im Schädel zu induzieren und dabei auf dieFlexion:kraniosakrale Reaktion des Gewebes zu achten.
Nimmt das Schädelgewebe des Patienten diese Aufforderung an, dürfte kaum eine Hypertonie der zentralen MFK vorliegen, weil sie sichHypertonie:zentrale MFK ja dehnen (verlängern) lässt (Abb. 10.26) (Kap. 15.5.2). Kann der Schädel dagegen während der Einatmung keine kraniosakrale Flexion (Anschwellphase) ausführen, sondern bewegt sich sogar eher noch stärker in eine kraniosakrale Extension (Abschwellphase), dürfte eine Hypertonie Extension:kraniosakraleder zentralen Abschwellphase:GeweberhythmusSehne vorliegen.
Folgende Organe haben eine Aufhängung am Zwerchfell:
  • die Leber über das Lig. hepatophrenicum,

  • der Magen über das Lig. gastrophrenicum,

  • die Milz über das Lig. phrenicolienale (phrenicosplenicum),

  • die Kolonflexuren über das Lig. phrenicocolicum dextrum bzw. sinistrum,

  • die Flexura duodenojejunalis über das Lig. suspensorium duodeni (Treitz-Band) oder den M. suspensorius duodeni (Treitz-Muskel),

  • die Fascia renalis über das Lig. phrenicorenale dextrum bzw. sinistrum.

Auch die Recessus subphrenici (subdiaphragmatici) haben als Gleitflächen zwischen dem Zwerchfell und den Gleitflächen:Zwerchfellsubdiaphrag malen Organen Einfluss auf die Mobilität des Zwerchfells und demzufolge auch auf die Mobilität der zentralen MFK.

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