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B978-3-437-58930-0.00020-9

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Die Atembewegungen des menschlichen Körpers [2]

Einatmung im Zusammenspiel mit den posterioren Myofaszialketten. Die Arme müssen noch in Außenrotation gedreht werden.

Ausatmung im Zusammenspiel mit den anterioren Myofaszialketten

Allgemeine Einteilung von Abweichungen zur neutralen Haltung in der Sagittalebene

Eine schlaffe kypholordotische Haltung einnehmen

Eine kyphotische Haltung einnehmen

Eine lordotische Haltung einnehmen

Eine flache Haltung einnehmen

Eine (steife) kypholordotische Haltung einnehmen

Körper und Emotionen

Einführung

Ist alles beim Menschen, beispielsweise auch die Liebe, wirklich nur Biochemie?
Die Neuropsychologie glaubt, alle seelischen Vorgänge mit Rezeptoren und hormonellen Ausschüttungen erklären zu können. So vertritt beispielsweise die Anthropologin Fischer die Meinung, dass Botenstoffe unterschiedliche Hirnregionen und Schaltkreise aktivieren und dass demzufolge die Hormone Testosteron, Östrogen, Noradrenalin, Dopamin, Serotonin und Oxytocin, abhängig von ihrer Konzentration im Körper, unsere Persönlichkeit prägen und auch darüber entscheiden, wie wir lieben (Fischer 2009). Ich habe in den vorhergehenden Kapiteln öfters darauf hingewiesen, dass die Wirkung einer chemischen Substanz auch vom Milieu beeinflusst wird und dass es unklug ist, Körper, Seele, Geist und Umfeld voneinander zu trennen (Kap. 2.3.17). Die Persönlichkeit und demzufolge auch Gefühle und Liebe eines Menschen sind eindeutig mehr als das wissenschaftlich Messbare.
Ich möchte kurz noch einmal daran erinnern, dass lebende lebende Systeme:HauptmerkmaleSysteme über folgende Hauptmerkmale verfügen: ein allgegenwärtiges, in allen Bereichen zyklisches Fließen und eine Kopplung dieser zyklischen Prozesse (Kap. 2.5.4). Nicht nur Botenstoffe und chemische Komponenten sollen sich über die Körperflüssigkeiten:FließenKörperflüssigkeiten richtig verteilen, sondern auch die Gefühle:FließenGefühle und Gedanken:FließenGedanken sollen frei in verschiedene Richtungen fließen können.

Von Kindern lernen

Kleinkinder lassen ihren Emotionen größtenteils freien Lauf. Sie zeigen deutlich und unmissverständlich ihre Gefühle, und zwar oft von Kopf bis Fuß. Manchmal strahlen sie fröhlich über das ganze Gesicht (von einem Ohr zum anderen), manchmal sind sie tief traurig (bis ins innerste Mark) oder gucken eingeschüchtert ängstlich, wenn sie bedröppelt dastehen, die Füße nach innen gedreht.

Dass Kinder mit dem Körper und seinen Myofaszialketten experimentieren, haben sie als Erwachsene leider oft vergessen oder sogar bereits verlernt. Hierbei spielen viele Einflüsse eine Rolle: Emotionen, Verspannungen, Erfahrungen, Übung, Müdigkeit, Munterkeit, aber auch beispielsweise das Imitieren von Vorbildern.

Der Körper Körper:Neutralstellungsucht sich eine Art Neutralstellung, Neutralstellung:Körperdie bei jedem Menschen individuell unterschiedlich und auch gewissermaßen von der Tagesform abhängig ist. Diese Neutralstellung Neutralstellung:Tensegrity-Positionkönnte man als Tensegrity-Position oder ein sich automatisch verlagerndes Fulcrum angeben; in ihr heben sich alle Spannungen meistens kompensatorisch gegenseitig auf. Eine Ausnahme bilden allerdings akute Schmerzzustände, wo verständlicherweise die Schmerzlinderung oberste Priorität hat.

Zusammenhang der körperlichen und psychischen Ebenen

Die physiologische (biochemische) organische Ebene(n):organischeEbene ist bei einem Lebewesen mit der emotionalen, der kognitiven und der mechanischen Ebene verbunden. Auch hier gibt es übergreifend eine Tensegrity-Neutralposition, die sich beispielsweise auch in der Körpersprache, KörperspracheKörperhaltung Körperhaltungund Bewegungswahrnehmung Bewegungswahrnehmungäußert. Die emotionale Ebene vermittelt uns die positiven und negativen Gefühlen, mit denen wir die Welt wahrnehmen und empfinden, während das kognitive System versucht, dies zu verbalisieren, zu systematisieren und zu begreifen, was der Körper buchstäblich ausdrückt und verarbeitet.
Angst Angst:Fluchtweg finden (Denken)beispielsweise wird als bedrohlich und unangenehm empfunden und führt dazu, dass sich das Denken auf das Finden eines Fluchtweges konzentriert und der Körper mit Kontraktion und Anspannung reagiert. Es überrascht demzufolge nicht, dass körpertherapeutische und bioenergetische Psychotherapieverfahren Psychotherapieverfahren:körpertherapeutischePsychotherapieverfahren:bioenergetischeauch mit physiotherapeutischen Körpertechniken Körpertechniken:Psychotherapieverfahrenwie Massagen und Atemübungen arbeiten.
Kriz definiert Verhalten Verhalten:Bedürfnisbefriedigunggrundsätzlich als zielgerichteten Versuch des Organismus, seine Bedürfnisse, so wie sie in einem bestimmten Feld wahrgenommen wurden, zu befriedigen (Kriz 2007). Storch et al. betonen, dass beim Verharren in einer bestimmten Haltung auch die dazugehörende Emotion gewissermaßen gespeichert und der Körper seiner Fähigkeit beraubt wird, andere Gefühle spontan und frei auszudrücken und auszuleben (Storch et al. 2006). Reich sprach von Muskelpanzern, Muskelpanzer:somatische Korrelate neurotischer Konfliktedie Energien und Gefühle bremsen können und somatische Korrelate und Verankerungen von neurotischen Konflikten darstellen (Reich 2006).
Es kann demgemäß sinnvoll sein, das Problem Problembewältigung:mechanische EbeneProblembewältigung:kognitive EbeneProblembewältigung:emotionale Ebenenicht nur auf der chemischen Ebene (mit Medikamenten) anzugehen, sondern auch auf der kognitiven Ebene (mit Gesprächen, Verbalisierung und Ursachenforschung), auf der emotionalen Ebene (fühlen, was nicht passt bzw. was eher verborgen geblieben ist) und auf der mechanischen Ebene (Spannungen in der Haltung wahrnehmen und lernen, sie u. a. durch Bewegung zu lösen).

Stressfaktoren und Ressourcen

Normalerweise verschwinden Spannungen nach Beseitigung der ursächlichen, psychischen oder physischen Stressfaktoren Stressfaktoren:psychischeStressfaktoren:physischewieder, wenn diese nur kurzzeitig auftraten. Aber nicht selten führen chronische Belastungen oder Konfliktsituationen dazu, dass sich unverarbeitete Belastungen auf Dauer im Körper einnisten (Somatisierung) und eine Spannungssignatur im Körper hinterlassen.

Merke

Aber nicht jede Stresseinwirkung oder jeder Krankheitserreger muss zu einer Störung oder Pathologie führen! Stress birgt vielmehr sowohl die Gefahr, an der Belastung zugrunde zu gehen, als auch die Chance, daran zu wachsen (Kap. 3.4)!

Stress:als GefahrStress:als ChanceTherapeuten sollten sich bemühen, nicht nur die Krankheitserreger, die Pathogenese und die Stressfaktoren aufzuspüren, sondern auch nach den Gestaltungskräften, die das Individuum zu dem geformt haben, was es ist, sowie nach den salutogenen Faktoren salutogene Faktorensuchen (Kap. 2.3.5)! Auch die Aktivierung von Ressourcen ist Ressourcen:Aktivierungsehr wichtig: Dabei geht es vor allem um die Möglichkeiten und Stärken, aber eventuell auch um das Einbeziehen und die Mitarbeit von hilfsbereiten Freunden oder Verwandten des Patienten bei der Behandlung. Es ist auch dabei sinnvoll, das Starre und Verspannte zu lösen und zu entkrampfen, um dadurch das Selbstbewusstsein und den Selbstausdruck des Patienten zu verbessern.
Reich betrachtete Charakterstrukturen Charakterstrukturen:als dynamische Reaktionsmusterinteressanterweise als dynamische Reaktionsmuster, also wie ein Mensch typischerweise reagiert, wenn er belastet ist. Unter Charakterstrukturen verstand Reich eingefleischte kognitive Reaktions- und Verhaltensweisen, mit denen ein Mensch fortwährend zu sich selbst, zu seiner Umwelt und zu existentiellen Grundfragen Stellung bezieht, was weitgehend unbewusst abläuft und sich reflexartig wiederholt (Reich 2006).

Atembewegungen und Emotionen

Für die alten Griechen hatte die Seele ihren Sitz im Zwerchfell, und das griechische Wort phren steht noch immer für Geist, Seele, Gemüt. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts konnte sich die Arbeit mit der Atmung und Atmung:Zwerchfelldem Zwerchfell in der westlichen Welt durchsetzen. Sowohl in der Physiotherapie (Atemgymnastik) als Atemgymnastikauch in der Psychoanalyse und Körperpsychotherapie gelten Atembewegungen nun endlich auch als beseelt.
Middendorf zufolge steckt im Atem ein energetischer Kern, dessen Einfluss in alle Bereiche des menschlichen Lebens hineinreicht: in die Bewegung, in die Kunst, die Medizin, die Psychologie, die Philosophie und die Religion. Atem ist Atem:als Urbewegungeine Urbewegung und daher unmittelbar Leben (Middendorf 2007).
Littlejohn sprach mangels eines besseren Ausdrucks von Lebenskraft. Im Prinzip sei Lebenskraft die Lebenskraft:FließenKraft des Fließens oder der Schwingung, vergleichbar mit den physischen Kräften. Sie kann Substanz durchdringen, ohne sie zu beeinflussen oder zu modifizieren (Littlejohn 2008). Es ist die Aufgabe jedes angehenden Osteopathen, diese fließende Lebenskraft erspüren zu lernen.
In meinem Buch Das venöse und lymphatische System aus osteopathischer Sicht habe ich die Diaphragmen und Atembewegungen, auchAtembewegungen:Diaphragmen der inneren Organe, ausführlich beschrieben (Meert 2007). Ich möchte nochmals betonen, dass die Körperflüssigkeiten ungehindert strömen müssen, damit Krankheit keine Chance hat, sich festzusetzen.

Die Lungen sind eine von der Natur zur Verfügung gestellte Quelle lebensrettenden Wassers, das in unserem Körper angereicherte Unreinheiten auswäscht. Es wäre eine große Dummheit von uns, das menschliche Wesen durch die Feuer des Fiebers zu Tode verbrennen oder an Atemnot zugrunde gehen zu lassen, indem schlechter oder toter Lymphflüssigkeit, Albuminen (Proteine) oder anderen Substanzen erlaubt würde, die Kräfte der Natur abzuziehen und das Blut nicht rein zu waschen,

schrieb Still (Das große Still-Kompendium 2002, S. 327).

Die Atmung trägt bedeutend zu einer kontinuierlichen Strömung der Körperflüssigkeiten und Strömung der Körperflüssigkeiten:Atmungzur Ausdrucksfähigkeit emotionaler Gemütslagen bei und sollte deswegen bei der Untersuchung eines Lebewesens auch entsprechend berücksichtigt werden.
Alle rhythmischen und automatischen Bewegungen der Gewebe und Körperflüssigkeiten interferieren zu einer Art Umwälz-Bewegung, die sich beispielsweise auch im Geweberhythmus widerspiegelt (Kap. 4).
Die Atmung besteht aus einer rhythmischen Anspannung bzw. Entspannung von Agonisten und Antagonisten. Atemimpulse sollen dabei frei durch die gedehnten Myofaszialketten fließen können, denn diese Atemimpulse Atemimpulse:Antrieb für Flüssigkeitentreiben Flüssigkeiten und demzufolge auch die bioenergetischen Flüsse im bioenergetische Flüsse:AtemantriebKörper an und unterstützen die Gewebeatmung, dieGewebeatmung:AtemimpulseMikrozirkulation:Atemantrieb Mikrozirkulation und den interstitiellen Flow (interstitieller Flow:AtemantriebKap. 4.6.6).

Positive Wirkung einer Vollatmung

Nur wenn eine ausgeglichene Grundspannung (Eutonie) vorhanden ist und der Patient bewusst locker lassen und sich entspannen kann, wird eine Vollatmung bis in die myofaszial verschlackten Ecken hineingezogen. Erst dann kann sich der interstitielle Flow oder der Breath of Life voll entfalten und seine reinigende und ernährende Funktion im Gewebe ausüben.

Mit dem Atmen kann sich Verspanntes und Verschlacktes lösen und Gestautes drainiert werden, vorausgesetzt, die Atemwelle kann bis ins betroffene Gewebe vordringen und der Patient ist imstande, seine Atmung zu spüren.

Alle interstitieller Flow:VollatmungBreath of Life:reinigende FunktionBreath of Life:ernährende Funktionseelischen, geistigen und körperlichen Aufwallungen spiegeln sich im Atmen. Angst oder Frust können beispielsweise den Atem abschnüren, aber auch durch eine kyphotische Sitzhaltung während kyphotische Sitzhaltung:Behinderung der Atemfunktionhypertone Muskulatur:Behinderung der Atemfunktionder Arbeit oder durch eine hypertone und übertrainierte Muskulatur (z. B. Bauchmuskulatur) kann die Atemfunktion behindert werden.
Hier sind selbstverständlich zusätzliche Übungen aus der Bioenergetik, Atemgymnastik, Yoga, Körperpsychotherapie oder Physiotherapie angebracht.

Erspüren der Atembewegungen

Die Patientin liegt entspannt auf dem Rücken und legt beide Hände auf ihren Bauch. Sie wird aufgefordert, mit den Händen bewusst die Atembewegungen zu fühlenAtembewegungen:bewusst wahrnehmen (Übung). Bei der Einatmung wölbt sich der Bauch und bei der Ausatmung senkt er sich.
Danach wird sie aufgefordert, eine Hand auf den Bauch und eine Hand auf das Sternum zu legen. Erneut soll sie fühlen, welche Atembewegungen unter ihren Händen stattfinden.
  • Bei entspannter Einatmung in Ruhe kommt es zuerst zur Hebung der Bauchdecke, dann zur Hebung des Sternums.

  • Bei entspannter Ausatmung in Ruhe senkt sich zuerst die Bauchdecke, dann das Sternum.

Zunächst soll die Patientin die wohltuende Wirkung einer entspannten Atmung spüren. Sie soll erleben können, wie der Atem kommt, über eine sanfte Kuppe steigt und wieder abfließt, um dann warten zu können, bis er wiederkommt. Nach dem Ausatmen entsteht eine harmonische, schöpferische Pause (ähnlich wie ein Still-point), die sich ausdehnen und schwebend genießen lässt.

Harmonische Atmung

  • Das Atmen beinhaltet drei harmonische Phasen: Einatmen – Ausatmen – Atempause.

  • Das setzt aber voraus, dass die Patientin ihren kontrollierenden Willen oder sich aufdrängende Gedanken und Sorgen abstreifen und den Atem selbstständig kommen lassen kann, so wie er will. Gerade auf den Atem zu lauschen, nicht nur mit dem Gehör, sondern mit allen Sinnen, kann helfen, die alles bestimmenden Gedanken loszulassen, das Atmen einfach geschehen zu lassen und sich in Gelassenheit zu üben.

  • Die unterschwelligen Kräfte der Atmung können Erstaunliches in die Wege leiten: Das Atmen ordnet, bewegt, reinigt, harmonisiert und aktiviert! Es regt Vasomotion und Mikrozirkulation an, versetzt Flüssigkeiten, Energien, Gedanken und Emotionen in Bewegung und aktiviert auch Selbstheilungskräfte (Kap. 2.2).

Die Selbstheilungskräfte:AtmungAtmung:unterschwellige KräfteAtmung:geschehen lassenPatientinAtmung:Gelassenheit üben übt auch, das Ausatmen völlig passiv geschehen zu lassen, völlig loszulassen und insbesondere die Schultern und den Brustkorb fallen zu lassen. Nach einer ungezwungenen, ruhigen Atempause ist es wichtigAtempause:ruhige, die Atemwelle erneut unwillkürlich anrollen zu lassen und nicht krampfhaft nach Luft zu schnappen.
Manchmal entstehen lange Atempausen, nach denen Atempause:langedie Patientin urplötzlich, wie in Lebensnot, nach Luft ringt. Hier kann es sinnvoll sein, nach Stimmung, Stressfaktoren und dem sozialen Umfeld der Patientin zu fragen (Kap. 13.1.2).
Sobald die Patientin die erfrischende Passivität des Atmens begriffen hat, kann man versuchen, die Atempausen auszudehnen, Atempause:ausdehnenohne dadurch eine verkrampfte Situation auszulösen. Vor allem sollte auch das erneute Einatmen ruhig, entspannt und ungezwungen erfolgen.
Manche Patienten atmen in Ruhe völlig flach Ruheatmung:flache, schnelleund schnell, als hätten sie gerade eine sportliche Höchstleistung vollbracht. Manche schaffen es überhaupt nicht, Atempausen einzulegen. Auch hier ist es sinnvoll, nach Stressfaktoren und dem Umgang mit Stress zu fragen und bei Bedarf gemeinsam nach Ausgleichsaktivitäten und Copingstrategien zu suchen (z. B. Hobby, Sport, Zielsetzungen, Gefühle besser ausdrücken und Partnergespräche führen lernen).

Erfahren der Atemräume

Ich möchte die faszialen Kompartimente, die beispielsweise durch die Diaphragmen unterteilt werden, als Atemräume betrachten. Praktisch sollten zumindest folgende Atemräume beim Üben Atemräumebeachtet werden: Abdomen, Thorax, Kopf-Hals-Nacken, untere und obere Extremitäten.
Erfahrungsgemäß kommt die Atemwelle von Patienten anfangs nicht über den Thorax- und Abdominalraum hinaus. Abdominalraum:AtemwelleMeistens verebbt sie kaudalwärts in Nabelhöhe und verliert sich kranialwärts in Spannungen der Hals- und Nackenmuskulatur.
Atmen in Rückenlage
Der Kern in der Mitte des Körpers
Es empfiehlt Atmen:in Rückenlagesich, dass die Patientin zuerst die Rückenlage einnimmt, mit einer Rolle unter den Beinen. Ihre Hände liegen auf der Bauchdecke, unterhalb des Nabels, damit sie ein Feedback bekommt, ob und wie gut ihre Atemwelle in den Unterbauch hineinrollt. Die Atemwelle kann sie sich wie eine Quelle oder Woge vorstellen, die sich vom Bereich des Centrum tendineum im Körperinneren (mittig in Höhe des Übergangs vom Thorax- zum Bauchraum) kreisförmig und dreidimensional nach außen verbreitet – die es nicht zu führen, sondern zu fühlen und zu erfahren gilt. Diesen Kern aufzusuchen und zu erleben, hat meiner Meinung nach etwas damit zu tun, seine Mitte zu finden.
Unterstützung des Therapeuten
Danach legt die Patientin ihre Hände neben den Körper, während nun der Therapeut seine Hand auf ihren Unterbauch legt, um die Atemwelle bis in den Unterbauch hinein zu begleiten und zu verstärken. Der Therapeut sucht dabei zusätzlich nach Verklebungen und achtet auf ein Sperren in den peritonealen Gleitflächen und Aufhängungsstrukturen der Bauch- und Beckenorgane. Bei Bedarf können viszerale und/oder fasziale Lösungs- und Mobilisierungstechniken für die peritonealen Gleitflächen eingefügt werden.
Das Zwerchfell bewegt sich wie die Schwanzflosse eines Fisches auf und ab. Dadurch wird die Atemwelle immer wieder angetrieben und die interstitielle Flüssigkeit in Bewegung versetzt.

Mögliche Atemhemmnisse

Wenn Patienten Kopfmenschen sind, haben sie manchmal einen Kontrollzwang oder ein Rationalisierungsbedürfnis. Auch Patienten, die verspannt sind, weil sie unter Ängsten und großen Sorgen leiden, schaffen es oft nicht, loszulassen und in den Bauch hinein zu atmen. Darüber hinaus zwingen Asthma oder Pulmonalerkrankungen Patienten oft dazu, ihre Atemhilfsmuskulatur (Hals- und Nackenmuskeln) zu beanspruchen; sie atmen demzufolge oft nur in die Brust und nicht in den Bauch hinein.

Jede Spannung, Pulmonalerkrankungen:AtemhilfsmuskulaturBrustatmungAtemhilfsmuskulatur:BrustatmungNarbenbildung, Blähung oder Stauung im Abdomen versperrt der Atemwelle den Weg in den Bauch- und Beckenraum. Deshalb ist es manchmal notwendig nachzufragen, was hinter einer gehemmten Atmung steckt, und beispielsweise viszerale, myofasziale, kraniosakrale, relaxierende, pumpende Techniken in den Untersuchungs- und Behandlungsplan einzufügen. Um den Pumpeffekt zu verstärken, Pumpeffekt:Atemräume öffnen/schließenist es sinnvoll, dass der Therapeut die Atemräume während der Einatmung weiter öffnet (Einatmung:Atemräume öffnenden Bereich mit den Händen ausdehnt) und während der Ausatmung mehr schließt (Ausatmung:Atemräume schließenmit den Händen zusammenschiebt).
In Rückenlage werden demnach zuerst die Hände der Patientin und dann die Hand des Therapeuten auf den Brustkorb gelegt, um die Bewegungen des Brustbeins zu spüren und zu intensivieren.
Atmen in Bauchlage
Bevor man zu den Atmen:in BauchlageExtremitäten überwechselt, hat es sich praktisch bewährt, der Patientin zuerst noch in Bauchlage, mit Neutralstellung des Kopfes, eine Hand unter den Bauch und eine Hand auf die LWS zu legen. Beide Hände der Patientin werden nachher auf ihre LWS und ihre Flanken gelegt, damit sie spüren kann, wie sich die Lendenwirbel während der Einatmung in Richtung Decke heben und die Flanken sich füllen. Während der Ausatmung senken sich die Lendenwirbel nach unten zum Boden hin und die Flanken entleeren sich.
Extremitäten als Atemräume
Danach können, am besten erneut in Rückenlage, die Extremitäten als Atemräume Extremitäten:als Atemräumeexploriert werden. Während der Einatmung füllen sich Einatmung:Füllung und Außendrehung der ExtremitätendieAusatmung:Entleerung und Innendrehung der Extremitäten Extremitäten bis in die Finger- bzw. Zehenspitzen und drehen sich nach außen. Während der Ausatmung entleeren sich die Extremitäten und drehen sich wieder nach innen (Abb. 20.1). Es kann sinnvoll sein, dass der Therapeut die Rotation der Extremitäten sowohl bei der Ein- als auch bei der Ausatmung anfangs leicht verstärkt.
Am schwierigsten ist letztendlich die Atmung in den Kopfraum Atmen:in den Kopfraumhinein. Hierbei hilft es manchmal, sich die Atemwelle vorzustellen, wie sie von der Körpermitte kranialwärts zum Kopf rollt und den Kopf bei der Einatmung sozusagen mit Flüssigkeiten und Gedanken füllt, während er sich bei der Ausatmung wieder entleert.

Praktische Bedeutung von Atemübungen

Die Patientin soll diese Übungen auch regelmäßig als Hausaufgabe anwenden.

Besonders für Patienten mit hohem Blutdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nervosität oder Angstzuständen sind diese Übungen geeignet, neue Abwehrkräfte und hoffentlich auch Lebensmut und Lebensfreude zu sammeln.

Auf diesem Weg gewinnen die Patienten Selbstvertrauen und lernen die Möglichkeiten der Abwehr- und Selbstheilungskräfte und die Durchlässigkeit ihres Körpers kennen. Dabei findet eigentlich eine Wanderung an den Grenzen zwischen Innen- und Außenwelt, zwischen Geist, Körper, Seele und Umfeld statt, bei der die Atmung als Wanderführer dient.

Unbewusste Spannungen
Nervosität:AtemübungenHerz-Kreislauf-Erkrankungen:AtemübungenBluthochdruck:AtemübungenAtemübungenSelbstheilungskräfte:AtemübungenAngstzuständen:AtemübungenDer Atem kann auch als Tor zum Unbewussten fungieren. Das Tor zum Unbewussten:AtemUnbewusste muss jedoch nicht immer dramatische oder traumatische Gegebenheiten beinhalten. Ein erheblicher Teil des Erlebten bleibt einfach unbewusst wegen der beschränkten Verarbeitungskapazität unseres Gehirns und aus Gründen der psychoemotionalen Hygiene.
Trotzdem können unbewusste und verdrängte Spannungen plötzlich aus der Tiefe hervorquellen und die Patientin verunsichern und (individuell unterschiedlich) stark emotional reagieren lassen. Eine aufgeklärte Patientin wird sich dagegen meistens nachher freuen, dass sie ihren Körper und ihre Stimmungen besser begreifen gelernt hat und Dampf ablassen konnte.
Die Patientin sollte ermutigt werden, aufgestaute Spannungen und Emotionen, die manchmal weit zurückliegen können oder die sie einfach vor sich her schiebt, herauszulassen und deren Auswirkungen bewusst wahrzunehmen. So befreit können die Empfindungen verbalisiert und bei Bedarf gemeinsam nach Lösungs- bzw. Bewältigungsstrategien gesucht werden.
Manchmal kann es allerdings notwendig sein, die Patientin zu einem Psychotherapeuten zu überweisen (Kap. 3).

Zusammenspiel von Atmung und Myofaszialketten erleben

Die folgende Übung kann eventuell in kleineren Zwischenschritten (einzelne Bewegungen der oberen und der unteren Extremitäten, des Beckens, der Wirbelsäule, des Kopfes) und verschiedenen Ausgangspositionen eingeübt und aufgebaut werden. Es würde aber den Rahmen dieser Arbeit sprengen, sie alle ausführlich zu besprechen.
Beispiel: im Stehen
Ausgangsposition: Die Patientin steht entspannt mit leicht gespreizten Beinen in aufrechter Haltung.
Ausführung:
Während sie langsam einatmet, führt die Patientin folgende Bewegungen gleichzeitig aus (Einatmung:Übung im StehenAbb. 20.2):
  • Aufrichten und Strecken,

  • Kopf heben und die HWS extendieren,

  • Arme in Elevation durchstrecken und nach außen rotieren,

  • Finger und Hände gestreckt in Dorsalextension führen,

  • Beine nach außen rotieren und O-Bein-Stellung einnehmen,

  • Füße supinieren und in Hohlfußstellung (mediales Längsgewölbe hoch) führen.

Diese Haltung drückt Offenheit und Kommunikationsbereitschaft aus. Die Patientin soll hinterher beschreiben, welche Gefühle in ihr aufgewallt sind.
Während der langsamen Ausatmung führt die Patientin Ausatmung:Übung im Stehenfolgende Bewegungen gleichzeitig aus (Abb. 20.3):
  • Sich zusammenrollen und klein machen,

  • Kinn auf die Brust drücken und die HWS flektieren,

  • Schultern absenken und Arme leicht gebeugt nach innen rotieren und kreuzen,

  • Finger und Hände gebeugt in Palmarflexion führen,

  • Beine nach innen rotieren und X-Bein-Stellung einnehmen,

  • Füße pronieren und Plattfußstellung (mediales Längsgewölbe runter) einnehmen.

Diese Haltung drückt Geschlossenheit, Besinnung und Rückzug aus. Die Patientin soll hinterher beschreiben, welche Gefühle in ihr aufgewallt sind.

Körperhaltung und Emotionen

Die Körperhaltung ist ein dynamisches Körperhaltung\t\"Siehe HaltungGeschehen, das sowohl positive Kreativität als auch negative Gestaltungskräfte beinhaltet. Die individuelle Haltung erfordert sowohl Haltung:individuelleAnpassung als auch Widerstand, Stabilität und Labilität, Anspannung und Lockerheit. Unsere Haltung wird sowohl von körperlichen als auch von seelischen, geistigen und sozialen Faktoren beeinflusst.
Genauso interessant, wie die eigene Mitte zu finden, dürfte ein Einblick in die ungeheure Vielfalt von Individualität sein. Daran zu schnuppern hilft einem manchmal, sich selbst und seine Mitmenschen besser zu verstehen.
Therapeuten können aus der Beobachtung von Haltung und Bewegung der Patienten, in Kombination mit Gesprächs- und Palpationsbefunden wichtige Informationen gewinnen, welche Komponenten der Vier-Einheit (Körper-Seele-Geist-Umfeld) zu dominant bzw. zu Vier-Einheit (Körper-Seele-Geist-Umfeld)schwach sind. Allerdings sollte man sich mit voreiligen Interpretationen zurückhalten. Als stark verzweigtes und dynamisches Netzwerk, das in einer Kommunikationsmatrix schwingt, verlangt jeder Mensch eine respektvolle und intensive individuelle Betreuung.
Menschen, die ihre Emotionen eher unterdrücken statt sie auszudrücken und die ihren Ärger und ihre Wut herunterschlucken, scheinen im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung häufiger an Tumoren zu erkranken (Tschuschke 2006). Obwohl dabei viele Faktoren zusammenspielen, kann es sinnvoll sein zu lernen, seinen Emotionen situationsgerecht freien Lauf zu lassen!

Wahrnehmung von Körperhaltung und biopsychischen Gestaltungskräften

Die Patientin wird gebeten, sich entspannt hinzustellen, die Füße etwa 20 cm auseinander.
Der Therapeut beobachtet ihre Haltung und fragt sie nach ihrem Befinden. Dabei achtet er zusätzlich auf die Atmung der Patientin und ob sich an ihrer Haltung etwas ändert, wenn sie ihre Empfindungen beschreibt.

Wichtiger Hinweis

Die folgenden Haltungsbeispiele sind nicht als dogmatisch zu verstehen. Sie sollen vielmehr die Richtung aufzeigen und die Fantasie anregen, wie man der Individualität eines Menschen gerecht werden kann.

Therapeuten sollten in derHaltungsbeispiele Praxis ihren Blick dafür schulen, Bereiche mit anziehenden Spannungen und Regionen mit Spannungen:anziehendeexpandierenden Stauungen zu erkennen.
Stufenschema
Stauungen:expandierende
  • Erste Stufe: Beobachtung und Auffinden der Gestaltungskräfte. Die Patientin soll sichGestaltungskräfte:der Körperhaltung auch bewegen, damit mehr (emotionale, Bewegungen:TransversalebeneBewegungen:SagiitalebeneBewegungen:Frontalebenemechanische, flüssige, chemische) Informationen über die Gewebe gesammelt werden können. Auffällig und therapeutisch wichtig wird eine Position erst, wenn die Patientin sie nicht mehr aktiv aufgeben bzw. korrigieren kann. Getestet werden sollten mindestens die drei Raumebenen mit Flexion-Extension (Sagittalebene), Seitneigung links-rechts (Frontalebene) und Rotation links-rechts (Transversalebene).

  • Zweite Stufe: Patientin auf verspannte und unbewegliche Bereiche aufmerksam machen. Das Vorzeigen und Abtasten der Körperregionen hilft ihr, Verspannungen bewusst zu spüren und zu Verspannungen:wahrnehmen und beschreibenumschreiben, welche Gefühle und Empfindungen sie dabei wahrnimmt. Die Patientin sollte ermuntert werden, sie so fantasievoll und farbig wie möglich zu schildern (was man übrigens auch als Hausaufgabe aufgeben kann). Da viele Patienten anfangs ziemlich wortkarg und gehemmt sind, ist es oft sinnvoll, ihnen den Einstieg mit Wortbeispielen (wie verklemmt, verschraubt, eingezogen, gestaut, steif, starr) zu erleichtern.

  • Dritte Stufe: gemeinsam mit der Patientin nach Ursachen für die vorhandenen Spannungen und Stauungen suchen.

  • Spannungen:UrsachensucheVierte Stufe: Die Patientin erhält die Aufgabe, bestimmte Haltungselemente (Lordose, Kyphose, Haltungselemente:verstärken/korrigierenSkoliose) zu verstärken bzw. zu korrigieren.

  • Fünfte Stufe: nach Empfindungen beim Einnehmen der nachfolgend beschriebenen Positionen fragen. Die Patientin soll sowohl positive als auch negative Empfindungen beschreiben. dadurch lernt sie ihre eigene typische Haltung kennen und verstehen, Haltung:typische eigene beschreibenbevor sie mindestens fünf andere Haltungsmuster ausprobiert (Abb. 20.4Haltungsmuster:ausprobieren). Diese Haltungs- und Spannungsmuster sollten in verschiedenen Ausgangspositionen erlebt werden.

Haltungsmuster
Lordotische Haltung
Sie kann auf ventral lordotische Haltunglordotische Haltung:expandierende GestaltungskräfteHaltung:lordotischeexpandierende Gestaltungskräfte hindeuten. Körperlich könnten beispielsweise chronische Blähungen im Abdominalraum oder eine Magenreizung vorliegen, wobei die Rückenstreckermuskulatur als Vollstrecker fungiert. Expandierende Gestaltungskräfte wirken oft im Abdominalraum, verdichtende Gestaltungskräfte meistens im Rücken und den posterioren Myofaszialketten. Expandierende Gestaltungskräfte können biopsychisch sowohl aus unangenehmen (wie Unzufriedenheit, Genervtheit, Ärger oder Wut) als auch angenehmen Empfindungen (wie Freude, Glück und Zufriedenheit) resultieren. Psychoemotional können Gefühle wie sich durchsetzen müssen oder sich durchsetzen können eine Rolle spielen. Sozial können beispielsweise gegensätzliche Meinungen zu einem wichtigen Thema innerhalb der Familie oder im Freundeskreis zu Problemen mit der eigenen Mitte und der Orientierung im Raum und in der Gesellschaft geführt haben. Expandierende Gestaltungskräfte haben demzufolge auch etwas mit dem Zulassen von Neuem und Widerständen gegenüber Neuem zu tun.
Schlaffe kypholordotische Haltung
Sie könnte man als kypholordotische Haltung:schlaffetypisches Beispiel von anziehenden Gestaltungskräften im sternalen und/oder lumbalen Bereich anführen. Körperlich kann eine Hypertonie der Speiseröhre (Achalasie) oder eine Verklebung in den Recessus subdiaphragmatici im Vordergrund stehen. Anziehende und verdichtende Gestaltungskräfte lassen sich oft im Bereich der zentralen Myofaszialkette auffinden. Anziehende Gestaltungskräfte können biopsychisch aus unangenehmen Gefühlen wie Scham, Trauer, Enttäuschung oder Resignation, aber auch aus einer neutralen Empfindung wie Gleichgültigkeit resultieren. Sie können etwas mit den eigenen Erwartungen, den Erwartungen des Umfelds und gesellschaftlichen Verpflichtungen, aber auch mit der Sogwirkung einer Strömung (Gruppenzwang) zu tun haben. Diese Kräfte können einerseits zu Demut, andererseits aber auch zu extremer Schüchternheit führen. Darüber hinaus können sie darauf hinweisen, dass (zu) wenig zurückgehalten bzw. (zu) wenig (im Bewusstsein oder im Unbewussten) gespeichert wird, was man auch mit Nachgiebigkeit und zu geringem Durchsetzungsvermögen gleichsetzen könnte.
Steife kypholordotische Haltung
Darin können sich kypholordotische Haltung:steifemanchmal auflösende und verdichtende Gestaltungskräfte ausdrücken, sie kann aber beispielsweise auch mit myofaszialer Übertrainierung und Hypertonie zu tun haben. Diese Kräfte lassen sich oft im Lenden- und im sternalen Bereich aufspüren. Diese Haltung kann biopsychisch sowohl mit unangenehmen (Abneigung, Antipathie) als auch mit angenehmen Empfindungen (Zufriedenheit, Selbstvertrauen oder Selbstzufriedenheit) zusammenhängen und mit einem Aufblühen und Entspannung (oder fehlender Entspannung) kombiniert sein. Darüber hinaus haben auflösende Gestaltungskräfte auch etwas mit dem Auflösen von Altem, dem Abtragen und Öffnen (Platz machen) für Neues als Reaktion auf die Umgebung zu tun. Darüber hinaus kann sich aber auch eine Neigung darin zeigen, sich schnell (oder nicht) begeistern bzw. mitziehen zu lassen.
Flache Haltung
Sie hängt oft mit flache Haltung:Gestaltungskräfteauseinander- und anziehenden Gestaltungskräften im mediastinalen und meningealen Raum zusammen. Dabei handelt es sich oft um psychoemotionale Faktoren (Angst, Sorgen, Panik), die sich gerne im mediastinalen und diaphragmalen Gewebe ansiedeln. Oft lassen sich daher infolge unausgesprochener Ängste und Sorgen mediastinale (retrosternale) Beschwerden auffinden. Diese Gestaltungskräfte können sich biopsychisch aus unangenehmen Gefühlen (wie Frust, Gegenwehr, Aussichtslosigkeit) aufbauen. Sie haben wiederum etwas mit den eigenen Erwartungen, den Erwartungen des Umfelds und sozialen Verpflichtungen, aber auch mit der Sogwirkung einer Strömung (Gruppenzwang) zu tun. Diese Menschen scheinen sich oft damit auseinandersetzen zu müssen, dass sie ihre Gefühle nicht verbalisieren und nicht ausleben können, dass ihnen Rhythmus und Abwechslung fehlen. Darüber hinaus kann die flache Haltung auch etwas mit (zu) viel Haltung:flacheZurückbehalten zu tun haben, was man auch mit (zu) viel Speichern (im Bewusstsein oder im Unbewussten), aber auch mit Nicht-Nachgeben und Durchsetzungsvermögen gleichsetzen kann.
Kyphotische Haltung
Sie repräsentiert oft kyphotische Haltung:GestaltungskräfteHaltung:kyphotischeverdichtende Gestaltungskräfte im Thorakal- und Abdominalbereich und kann mit ernsten körperlichen Pathologien wie Morbus Bechterew, Scheuermann-Morbus:BechterewKrankheit oder einem akuten Scheuermann-KrankheitBandscheibenvorfall zu tun haben. Man sollte Bandscheibenvorfall:akuterbei dieser Haltung immer vorsichtig zu Werke gehen. Verdichtende Gestaltungskräfte können biopsychisch mit Gestaltungskräfte:verdichtendeunangenehmen Gefühlen (wie Niedergeschlagenheit, Minderwertigkeitsgefühl, Verzweiflung, Bedrücktheit, Angst und Sorgen) zusammenhängen. Manchmal spricht das für ein verzögertes Wachstum und Reifen, aber auch für Verfestigung und Versteifung. Man kann darunter einerseits ein Gebeugt-Sein durch erdrückende Belastungen (Schicksalsschläge, finanzielle Sorgen) verstehen, es andererseits aber auch als Festhalten an der eigenen Meinung und Grenzen abstecken (soziale Verpflichtungen, öffentliche Meinung) interpretieren. Demzufolge kann auch Mut dazu gehören, konsequent bzw. standhaft zu bleiben, ohne obsessiv zu werden. Verdichtende Gestaltungskräfte haben zudem etwas mit Prellung zu tun, mit nachgeben und sich verändern sowie mit Stressfaktoren wie Angst oder Zeitdruck.

Bestimmte Körperhaltungen und ihre emotionale Bewertung

Einnehmen einer schlaffen kypholordotischen Haltung
Die Patientin soll sich zusammengesackt hinstellen, wobei der Therapeut sie unterstützt, und das Becken etwas nach vorne schieben. Der Bauch wölbt sich dabei vor, die Schulter hängen kraftlos herunter, die Arme sind nach vorne und innen gedreht und der Kopf in den Nacken gelegt. Die Beine werden in eine X-Bein- und Plattfußstellung nach innen gedreht (Abb. 20.5). Diese Körperhaltung stellt sich besonders über die Zentrale Myofaszialkette – mit Unterstützung der Geraden Anterioren Myofaszialketten (GAM) und der Kreuzenden Anterioren Myofaszialketten (KAM) ein (Meert 2009).
Die Patientin wird aufgefordert, so stehen zu bleiben, in sich hineinzuhorchen und zu atmen. Sie beschreibt, welche Emotionen und körperlichen Empfindungen sie dabei spürt. Es ist wichtig, sowohl nach angenehmen als auch nach unangenehmen Empfindungen zu fragen!
Einige Beispiele:
  • Positive Emotionen: Ich genieße die Ruhe, Jetzt kann ich gut nachdenken und loslassen, Es ist warm und angenehm hier

  • Negative Emotionen: Niemand weiß, wie schlimm es mir geht, Ich kann nicht mehr, Es hat alles kein Sinn

  • Negative körperliche Empfindungen: Da ist ein Druck hinter dem Brustbein, Es zieht mich in der Mitte (Sagittalebene) nach unten, Es fühlt sich an, als würden Becken und Wirbelsäule auseinanderbrechen

  • Positive körperliche Empfindungen: Ich bin total entspannt, Ich kann gut in mich gehen.

Einnehmen einer kyphotischen Haltung
Die Patientin soll sich kyphotische Haltung:emotionale Bewertungkyphotische Haltung:einnehmenmit Unterstützung des Therapeuten mit einem Rundrücken hinstellen, die Rundrücken:kyphotische HaltungSchultern etwas hochgezogen, den Bauch einziehen und die Beine in eine X-Bein- und Plattfußstellung nach innen drehen (Abb. 20.6). Diese Körperhaltung stellt sich durch die Geraden Anterioren Myofaszialketten (GAM) und die Kreuzenden Anterioren Myofaszialketten (KAM) ein (Meert 2009).
Die Patientin wird aufgefordert, so stehen zu bleiben, in sich hineinzuhorchen und zu atmen. Sie beschreibt, welche die Emotionen und körperlichen Empfindungen sie dabei spürt. Es ist wichtig, sowohl nach angenehmen als auch nach unangenehmen Empfindungen zu fragen!
Einige Beispiele:
  • Positive Emotionen: Ich versuche, in mich zu gehen, Ich bin nicht so wichtig, es gibt auch noch andere

  • Negative Emotionen: Ich schäme mich so, Wer bin ich denn schon?, Was denken die anderen von mir?

  • Negative körperliche Empfindungen: Es lasten 50 kg auf meinen Schultern, Etwas sitzt mir im Nacken, Mein Bauch drückt

  • Positive körperliche Empfindungen: Ich kann loslassen, Ich halte meinen Rücken locker entspannt.

Einnehmen einer lordotischen Haltung
Die Patientin soll sich kyphotische Haltung:emtionale Bewertungkyphotische Haltung:einnehmenaufrichten und ein Hohlkreuz bilden, wobei der Hohlkreuz:kyphotische HaltungTherapeut sie unterstützt, die oberen Extremitäten in eine Außenrotation führen und den Bauch einziehen. Die Beine werden in eine O-Bein- und Hohlfußstellung nach außen gedreht (Abb. 20.7). Diese Körperhaltung stellt sich durch die Geraden Posterioren Myofaszialketten (GPM) und die Kreuzenden Posterioren Myofaszialketten (KPM) ein (Meert 2009).
Die Patientin wird aufgefordert, so stehen zu bleiben, in sich hineinzuhorchen und zu atmen. Sie beschreibt, welche Emotionen und körperlichen Empfindungen sie dabei spürt. Es ist wichtig, sowohl nach angenehmen als auch nach unangenehmen Empfindungen zu fragen!
Einige Beispiele:
  • Positive Emotionen: Ich halte durch, Ich bin auch wichtig

  • Negative Emotionen: Mir kann keiner was, Ich werde meine Meinung niemals ändern, Was denken die sich nur dabei?

  • Negative körperliche Empfindungen: Im Rücken und Gesäß spannt sich alles, Es ist so anstrengend, Mein Bauch fühlt sich so gebläht an

  • Positive körperliche Empfindungen: Ich bin groß, Ich habe viel Platz im Bauch.

Einnehmen einer flachen Haltung
Die Patientin soll sich, flache Haltung:emotionale Bewertungflache Haltung:einnehmenunterstützt vom Therapeuten, gerade aufrichten, das Kinn und den Bauch einziehen und den Rundrücken zu strecken. Die Knie sind komplett durchgedrückt und die Füße in den Boden gestemmt (Abb. 20.8). Diese Körperhaltung stellt sich unter Mitwirkung aller Myofaszialketten ein (Meert 2009).
Die Patientin wird aufgefordert, so stehen zu bleiben, in sich hineinzuhorchen und zu atmen. Sie beschreibt, welche Emotionen und körperlichen Empfindungen sie dabei spürt. Es ist wichtig, sowohl nach angenehmen als auch nach unangenehmen Empfindungen zu fragen!
Einige Beispiele:
  • Positive Emotionen: Ich bin bereit und stabil genug, Ich bin stark

  • Negative Emotionen: Komme, was will, Ohne mich funktioniert sowieso nichts, Gleich platze ich auseinander

  • Negative körperliche Empfindungen: Ich fühle mich total verspannt, Es ist alles so anstrengend, Ich kann eigentlich nicht richtig durchatmen

  • Positive körperliche Empfindungen: Ich bin schlank, Ich fühle mich nicht schlapp.

Einnehmen einer (steifen) kypholordotischen Haltung
Die Patientin soll sich, unterstützt vom Therapeuten, zuerst hoch aufrichten, die oberen Extremitäten in eine Außenrotation führen und den Bauch einziehen. Nachdem sie die Beine in eine O-Bein- und Hohlfußstellung nach außen gedreht hat, macht sie ein leichtes Hohlkreuz, um die steife Haltung etwas abzumildern (Abb. 20.9). Während zunächst alle Myofaszialketten zusammenarbeiten, um die stark aufgerichtete Körperhaltung einzustellen, sorgen anschließend die propriozeptiven (konzentrisch-exzentrischen) Fähigkeiten für eine Abschwächung in Form der kypholordotischen Haltung (Meert 2009).
Die Patientin wird aufgefordert, so stehen zu bleiben, in sich hineinzuhorchen und zu atmen. Sie beschreibt, welche Emotionen und körperlichen Empfindungen sie dabei spürt. Es ist wichtig, sowohl nach angenehmen als auch nach unangenehmen Empfindungen zu fragen!
Einige Beispiele:
  • Positive Emotionen: Ich fühle mich gut, so wie ich bin, Ich kann einiges in Bewegung setzen

  • Negative Emotionen: Ich kann mich nur auf mich selbst verlassen, Ich darf keine Schwäche zeigen

  • Negative körperliche Empfindungen: Trotz Training fühle ich mich kraftlos, Ich bin zwar müde, müsste aber mehr trainieren

  • Positive körperliche Empfindungen: Ich kann frei durchatmen, Ich bin eigentlich noch gut beweglich und durchtrainiert.

Freie Bahn für die vier Einheiten Körper, Geist, Seele und Umfeld

Der griechische Philosoph Epiktet gab an, dass nicht die Dinge, sondern ihre Sicht von den Dingen die Menschen erschüttern. Wenn diese Sicht zu dogmatisch, zu einseitig, zu absolutistisch ist und entsprechend eingeschränkt wird, verhindert sie eine Zufriedenheit mit der Lebensführung und schürt Ängste, Sorgen und Frust.
Es ist notwendig, die enge Verknüpfung von Denken, Fühlen, Handeln und Kommunizieren zu sehen. Wir neigen dazu, psychoemotional belastet zu reagieren, wenn etwas nicht so läuft, wie wir es uns vorstellen, oder wenn wir abgelehnt werden oder uns unfair behandelt fühlen.
Die nachfolgende kleine Copingstrategie im Sinne der rational-Copingstrategieemotionalen Verhaltenstherapie kann den Weg zu einem Verhaltenstherapie:rational-emotionalebesseren, empathischen Verständnis für die individuelle Situation des Patienten bahnen, um gemeinsam über den weiteren Behandlungsweg zu entscheiden.

Bitte beachten

Es sei nochmals erwähnt, dass die osteopathische Behandlung keine professionelle Psychotherapie ersetzen soll. Vor allem stark traumatisierte Patienten und Patienten mit zeitlich weit zurückreichenden Traumata sowie Patienten mit schweren psychischen Störungen müssen psychotherapeutisch betreut werden (Kap. 3.13).

Copingstrategie

Die Zielsetzung besteht in einer Verbalisierung und Visualisierung von Ereignissen, die unseren seelisch-Ereignisse:emotionale Bewertung, individuelleemotionalen Zustand beeinflussen, und der daraus resultierenden individuellen emotionalen Bewertung und Einschätzung dieser Dinge.
Die Patientin wird nach problematischen Ereignissen in der letzten Zeit problematische Ereignisse:Verhaltensweisenproblematische Ereignisse:und Gefühlszustandgefragtproblematische Ereignisse:Bewertung. Sie soll sie kurz schildern und auch den dazugehörigen Gefühlszustand beschreiben. Dabei geht es sowohl um die Gründe und Wirkfaktoren, die diesen Zustand verursachten, als auch um ihre Gedanken und Bewertungen der Situation sowie ihre Verhaltensweisen, die daraus resultierten. Das ist nicht immer zwingend mit einem Verstehen des Problems verbunden.
Äußerst wichtig ist die Einsicht, dass sich die Wirkfaktoren wenig beeinflussen lassen, dass wir aber sehr wohl an unserer Bewertung und Interpretation arbeiten können.

Fallbeispiele

  • Patient A fühlt sich verunsichert (Gefühlszustand), weil er bereits öfters von seinem Chef kritisiert wurde (Einwirkungsfaktor), und merkt, dass er nun erst recht Fehler macht (Verhalten). Hier bestimmen vor allem die Sicht und Interpretation der Dinge, z. B. der Gedanke, sich zu blamieren, das Verhalten. Zeigen Sie dem Patienten andere Interpretations- und Verhaltensweisen auf, wie z. B. Nun ja, jeder macht Fehler – Ich werde mich anstrengen, weniger Fehler zu machen. Oder: Ufff, dass es gerade mir wieder passieren muss. Manchmal bin ich einfach ein Tollpatsch.

  • Patient B empfindet Traurigkeit (Gefühlszustand), weil er sich einsam fühlt und keine echten Freunde hat (Einwirkungsfaktor). Irgendwie findet er nicht den Mut, sich Freunde zu suchen, und er verlässt kaum noch das Haus (Verhalten). Als Grund könnte er Angst davor, erneut verlassen zu werden, angeben. Vermitteln Sie ihm eine andere mögliche Sichtweise, beispielsweise: Heute Abend gehe ich aus und treffe vielleicht interessante Leute oder: Das Leben hält manchmal, wenn man es am wenigsten erwartet, die tollsten Überraschungen bereit.

Sind die Empfindungen angemessen und zielführend?
Die Patienten sollen lernen, ihre Gefühle und Empfindungen zu beschreiben und sie als angemessen und zielführend oder als unangemessen und nicht-zielführend zu bewerten. Manchmal hilft es ihnen, Beispiele zu geben.
  • Körperliche Empfindungen, die auf Stresseinwirkung körperliche Empfindungen:bei Stresseinwirkunghindeuten, können beispielsweise Mundtrockenheit, Herzrasen, Herzstiche, Schwitzen, Bauchschmerzen, Zähneknirschen, Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich oder Spannungskopfschmerzen sein.

  • Emotionen, die bei Stresseinwirkung Emotionen:bei Stresseinwirkungauftreten können, sind beispielsweise Frust, Angst, Wut, Hass, Verzweiflung, Enttäuschung, Besorgtheit, Trauer.

Ob Empfindungen angemessen bzw. unangemessen sind, lässt sich nicht immer einfach beurteilen. Deswegen kann es sinnvoll sein, den Patienten um eine Erläuterung seiner Ziele, die er erreichen möchte, zu bitten. Es reicht nicht, das Problem des Patienten verstehen zu können (was übrigens auch nicht immer möglich ist), sondern es wäre wichtiger, mit ihm nach effizienten Lösungswegen zu suchen. Wenn sein Ziel beispielsweise darin besteht, gesund zu werden, kann man bestimmte Gefühle wie Hass, Wut oder Frust zwar Gefühle:unangemesseneGefühle:nicht zielführendenicht immer verstehen, aber schon leichter als unangemessen oder nicht zielführend betrachten.
Hochgesteckte Ziele, wenn beispielsweise ein unsportlicher Typ bereits im nächsten Monat an einem Marathonlauf teilnehmen will, beinhalten ein erhebliches Stresspotenzial – vorher und nachher, sowohl Stresspotenzial:hochgesteckte Zielekörperlich als auch geistig und seelisch.
Manche Zielsetzungen können völlig unangemessen sein:Zielsetzungen:unangemessene Beispielsweise das Bedürfnis, von jedem in seinem Umfeld gemocht und anerkannt zu werden, oder die Vorstellung, dass man nur wertvoll ist, wenn man in jeder Hinsicht leistungsfähig und kompetent ist, oder der Wunsch, dass Vergangenes, das früher einmal Bedeutung im eigenen Leben hatte, auch weiterhin bestehen bleiben soll.
Ziele dürfen weder dogmatisch abgesteckt noch erzwungen werden und auch kein Muss darstellen. Zielsetzungen wie unbedingt einen Job, Erfolg oder ein Kind haben zu müssen oder sofort wieder gesund werden zu müssen können schnell in emotionalen Stress ausarten.

Merke

Die Zielsetzung soll angemessen, nicht zwingend und nicht mit einem Muss behaftet sein!

Sonst besteht die Gefahr, dass es zu einem fatalistischen Katastrophen-Denken (Wenn ich das nicht schaffe, verliere ich bestimmt mein Ansehen. Deshalb muss ich es unbedingt erreichen), zu einer Abwertung und Geringschätzung der eigenen Leistung mit emotionalen Störungen kommt.

Der Patient soll demnach lernen, seinKatastrophen-Denken Verhalten zu hinterfragen und nach unangemessenen Erwartungen oder dogmatischen Zielsetzungen (es muss) zu suchen, um diese Zielsetzungen:dogmatischeZielsetzungen:angemesseneZielsetzungen:alternativepräventiv bzw. kurativ entschärfen zu können. Er sollte sich überlegen, ob es denn wirklich so schrecklich wäre, das angestrebte Ziel nicht zu erreichen. Ob es nicht besser wäre, nach neuen, angemessenen, alternativen Zielsetzungen oder Lösungen zu suchen. Hierbei sind die eigenen Stärken und Ressourcen wichtig (Kap. 3.6).Stärken Suchen Sie Ressourcengemeinsam mit dem Patienten nach seinen Stärken:
  • Tugenden mit einer starken ethischen Tugenden:ethische KomponenteKomponente wie Mitmenschlichkeit, Güte, Mitgefühl, Solidarität, Empathie, Altruismus,

  • Eigenschaften, die mit einer positiven Meisterung Eigenschaften:positiveEigenschaften:lebensmeisterndedes Lebens verbunden werden, wie positives Denken, Hoffnung, Humor, Beharrlichkeit und Wachstum, um den Sinn des Lebens zu erkennen,

  • Fähigkeiten, die das Leben erleichtern, etwa Fähigkeiten:kommunikativekommunikative Fertigkeiten, Kreativität oder Intelligenz.

Weitere Stärken, Kreativitätdie ebenfalls Intelligenzangesprochen und gestärkt werden können (Kap. 3.6), sind Nachsicht (sich selbst akzeptieren und verzeihen können), Gelassenheit, Demut, Geborgenheit innerhalb der Familie oder des Freundeskreises, Sinnerfahrung, Glauben und Spiritualität.
Es gibt übrigens meistens mehrere Lösungsmöglichkeiten. Auch hier sollte der Patient lernenLösungsmöglichkeiten, die für ihn sinnvollste herauszufinden, statt danach zu gehen, welche (für andere) absolut perfekt wäre. Dazu gehört Gelassenheit, um Dinge hinzunehmen, die man nicht ändern kann, Mut, um Dinge zu ändern, die man ändern kann, und Weisheit, um das eine vom andern unterscheiden zu können.
Sind die Probleme äußerst komplex, erscheint die Situation zu verfahren oder sogar lebensgefährlich (Suizid-Gefahr), soll der Patient umgehend zum Psychotherapeuten überweisen werden.

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