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B978-3-437-58930-0.00018-0

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Pumpen des Spinalkanals

Pumpen der zervikalen Faszien

Myofasziales Lösen der Rückenstreckerketten (GPM)

Myofasziales Lösen des M. trapezius.

Pumpen der Nackenmuskulatur

Myofasziales Lösen der subokzipitalen Nackenmuskulatur

Pumpen der Halsmuskulatur

Pumpen des M. sternocleidomastoideus

Ventrales Pumpen der kranialen Anteile der zentralen MFK

Dorsales Pumpen der kranialen Anteile der zentralen MFK

Pumpen der Vagina carotica

Pumpen der rechten Vv. vertebrales

Kopfgelenkpumpe

Kopfgelenkpumpe – alternative Handhaltung

Schädelbasispumpe

Pumptechnik für das Foramen magnum, die Canales condylares und die Canales nervi hypoglossi

Pumptechnik für das Foramen occipitale und den Confluens sinuum

Pumptechnik für das (rechte) Foramen mastoideum

Pumptechnik für das (rechte) Foramen jugulare (Ohrzug-Pumpe)

Pumptechnik für die Fissura orbitalis superior

Pumptechnik für die Fissura orbitalis inferior

Pumptechnik für die Fissura orbitalis inferior – alternative Methode

Pumptechnik für die Foramina parietalia und frontalia

Pumptechnik für den Sinus sigmoideus dexter

Pumptechnik für den Sinus transversus dexter

Pumptechnik für den Sinus sagittalis superior

Pumptechnik für beide Sinus transversi

Pumptechnik für den Sinus rectus

Pumptechnik für den Sinus sagittalis inferior

Pumptechnik für den Sinus petrosus superior dexter

Pumptechnik für den Sinus cavernosus

Pumptechnik für den Sinus sphenoparietalis

Pumptechnik für den Plexus pterygoideus

Orbita-Pumpe

Pumptechnik für den Sinus petrosus inferior

Pumptechnik für den Sinus occipitalis

Pumptechnik für den Sinus occipitalis – atlanto-okzipitale Phase 1

Pumptechnik für den Sinus occipitalis – atlanto-okzipitale Phase 1: alternative Handhaltung

Pumptechnik für den Sinus occipitalis – fronto-okzipito-okzipitale Phase

Pumptechnik für den Sinus occipitalis – fronto-okzipito-okzipitale Phase 3: alternative Handhaltung

Spheno-okzipitale Pumptechnik

Spheno-okzipitale Pumptechnik – alternative Handhaltung

Spheno-maxilläre Pumptechnik

Okzipito-maxilläre Pumptechnik

Fronto-spheno-vomerale Pumptechnik

Okzipito-vomerale Pumptechnik

Pumptechnik für die Tuba auditiva – Phase 1 und 2

Pumptechnik für die Tuba auditiva – Phase 3

Alternative Pumptechnik für die Tuba auditiva (bei Kindern)

Venolymphatische und zerebrospinale Pumptechniken für den Schädel und das Gehirn

Einführung

Es fließen durchschnittlich etwa 600 ml Blut pro Minute durch das Gehirn. Darüber hinaus sind während Körperarbeit und Lagewechseln auch noch Flüssigkeitsverschiebungen (arteriell, venös, lymphatisch, zerebrospinal) erforderlich. Die Flussrichtung in den zerebralen Venen wird durch Druckgradienten bestimmt (Kap. 6). Etwa 80% des intrakraniellen Blutvolumens befindet sich in venösen Blutbahnen des Gehirns, und man kann die intrakraniellen Venen als Kapazitätsgefäße betrachten.

Flüssigkeitsdynamik im Schädel

Die Sinus durae matris sind klappenlose Blutleiter, die Blut aus dem Gehirn und den Meningen führen und über die Pacchioni-Granulationen (Granulationes arachnoideae)Pacchioni-Granulationen (Granulationes arachnoideae) auch einen Teil der zerebrospinalen Flüssigkeit aufnehmen (Kap. 8.6). Ein kleiner Teil des Liquor Liquor cerebrospinalis:(LCS)cerebrospinalis scheint aber über die Schädel- bzw. intervertebralen Foramina zu Lymphgefäße:Dura materLymphgefäßen der Dura mater drainiert zu werden (Kap. 8.5.2). Die zervikalen Lymphgefäße:zervikaleLymphgefäße spielen vor allem beim Fötus und Neugeborenen eine wichtige Rolle für den Transport des Liquor cerebrospinalis.
Sowohl die Beweglichkeit der Hirnstrukturen als auch die biomechanischen Eigenschaften des intrakraniellen Gewebes (Flüssigkeiten, Meningen, Hirngewebe) und der Schädelknochen (Viskoelastizität), die Pulswellen der Gefäße und die Möglichkeiten der FlüssigkeitsverschiebungFlüssigkeitsverschiebung (Verschiebung des LCS, venöser Blutausstrom aus dem Schädel) beeinflussen sich gegenseitig (Kap. 7.8.5).
Die Drainage von venösem Blut aus dem Gehirn:venöse DrainageGehirn und dem Schädel:venöse DrainageSchädel findet nicht nur über die Vv. jugulares internae statt, sondern auch über die Vv. vertebrales, Vv. emissariae condylares, Vv. cervicales profundae, den Plexus venosus um die A. vertebralis und die Plexus venosi vertebrales statt (Kap. 6 und Kap. 7Kap. 6Kap. 7).

Hämodynamisch wichtige Strukturen

Um einen physiologisch optimalen Druckausgleich im Schädelinneren zu ermöglichen, ist es demzufolge wichtig, die myofaszialen und intraossären Spannungen im Bereich der venösen und lymphatischen Anastomosen und der Austrittsstellen aus dem Schädel zu reduzieren. Praktisch bedeutet das, insbesondere die Spannungs- und Bewegungsfreiheit im Bereich der nachfolgenden Foramina zu testen und eventuell zu behandeln. Nacken- und Halsmuskulatur sowie Weichteile und Gelenke der Halswirbelsäule dürfen dabei nicht länger als physiologisch nachrangige Strukturen betrachtet werden, sondern sind aus hämodynamischer Sicht (z. B. die Vv. cervicales profundae, Plexus venosi vertebrales, Vv. vertebrales, Sinus cavernosus suboccipitalis) in der aufrechten Position ebenso wie beim Lagewechsel zwischen Liegen und Stehen als primär wichtig anzusehen (Kap. 6.3 und Kap. 7.6)!

Vorgehensweise bei der Drainage des Schädels und des Gehirns

Für die Drainage:des SchädelsDrainage:des GehirnsDrainage des Gehirn:Drainage verbessernGehirns und des Schädel:Drainage verbessernSchädels wäre folgendes Vorgehen sinnvoll:
  • 1.

    Zuerst die Abflussbereiche des Halses und Nackens stromabwärts von myofaszialen Spannungen befreien und beweglich machen.

  • 2.

    Daraufhin die Austrittsstellen am Schädel befreien und pumpen.

  • 3.

    Dann die Sinus durae matris von Spannungen befreien und pumpen.

  • 4.

    Schließlich den GeweberhythmusGeweberhythmus für den kompletten Schädel intensivieren.

Praktischer Hinweis: Die Anschwellbewegung (Flexion kraniosakral)Anschwellbewegung (Flexion kraniosakral) und die Abschwellbewegung (Extension kraniosakral)Abschwellbewegung (Extension kraniosakral) des Schädels lassen sich für die einzelnen Schädelknochen nicht leicht visualisieren. Immerhin spielen nicht nur die Suturen, sondern auch die meningealen und myofaszialen Ansätze und Spannungen an den Schädelknochen eine wichtige Rolle. Die Angaben der Richtung, in welcher die Knochen während der Anschwell- und Abschwellbewegung bewegt werden sollen, sind demzufolge nur sekundär im Vergleich zum ausgeübten Pumpeffekt:Wechsel der BewegungsrichtungPumpeffekt durch eine abwechselnde Bewegungsrichtung. Dabei ist es nicht unbedingt bindend, ob die eine Bewegungsrichtung nun während der Einatmung bzw. Anschwellphase oder eher während der Ausatmung bzw. Abschwellphase ausgeführt wird. Der harmonische Rhythmus:harmonischerRhythmus an sich ist dafür umso wichtiger.
Abflussbereiche des Schädels und des Gehirns
Um die Drainage des Gehirns und des Schädels zu optimieren, sollten demgemäß folgende stromabwärts gelegene Abflussbereiche:stromabwärts gelegeneAbflussbereiche zuerst untersucht und behandelt werden, bevor Strukturen direkt im Schädelbereich gepumpt werden:
  • zervikale Faszien und Klavikula,

  • Hals-Nacken-Muskulatur,

  • Vaginae caroticae,

  • subokzipitale myofasziale Strukturen und Kopfgelenke,

  • Schädelbasis mit ihren Foramina,

  • arterielle, venöse und lymphatische Flüssigkeitsdynamik und Dynamik des Liquor cerebrospinalis,

  • Compliance (Nachgiebigkeit und Elastizität) der Schädelstrukturen (Suturen, myofasziale und Durastrukturen etc.). Dies wurde bereits in den vorigen Kapiteln ausführlich beschrieben.

Foramina des Schädels mit den venösen Durchtrittsstellen
Nachdem die terminalen Abflussbereiche befreit wurden, können folgende Schädelforamina:DurchtrittsstellenDurchtrittsstellen:SchädelforaminaDurchtrittsstellen venöser Gefäße durch die Schädelknochen mit myofaszialen und pumpenden Techniken:pumpendeTechniken:myofaszialeTechniken untersucht und behandelt werden:
  • Sutura sagittalis mit Foramina parietalia und Foramina frontalia (links und rechts)

  • Processus mastoideus mit dem Foramen mastoideum (links und rechts)

  • Okziputkondylen mit Canales condylares und Foramen (occipitale) magnum

  • Protuberantia occipitalis externa mit Foramen occipitale

  • Orbita mit Fissura orbitalis superior und Fissura orbitalis inferior (links und rechts)

  • Alle Öffnungen im Bereich der Schädelbasis

  • Foramen jugulare (links und rechts)

Sinus durae matris
Danach kann man die Spannungsfreiheit der intrakraniellen venösen Blutleiter (Sinus durae Sinus durae matris:Strömungsrichtungenmatris) testen und bei Bedarf behandeln.
Aus praktischen Erwägungen habe ich die Strömungsrichtungen in den Sinus durae matris in fünf Richtungen unterteilt (Kap. 6.3.1 und Abb. 6.12):
  • 1.

    Strömungsrichtung des Sinus sagittalis superior

  • 2.

    Strömungsrichtung des Sinus sagittalis inferior

  • 3.

    Strömungsrichtung des Sinus sphenoparietalis

  • 4.

    Strömungsrichtung des Sinus ophthalmopetrosus

  • 5.

    Strömungsrichtung des Plexus venosus foraminis occipitalis

Die im Anschluss beschriebenen intraossären, myofaszialen und membranösen Techniken:myofaszialeTechniken:membranöseTechniken:intraossäreTechniken wurden von mir empirisch und hypothetisch entwickelt und basieren auf den viskoelastischen Eigenschaften lebenden Gewebes. Wie das genau in den Geweben abläuft, scheint ein höchst komplexer Mechanismus zu sein, der noch nicht ganz verstanden wird. Dieses Triebwerk beinhaltet neben mechanischen Einflüssen durch Kompressions-, Traktions-, Biegungs-, Torsions- und Scherungskräfte auch das Fließen von Flüssigkeiten. Elektromagnetische, energetische und chemische Wirkungen (Zytokine, Neurotransmitter, Hormone, Wachstumsfaktoren) scheinen ebenfalls eine Rolle zu spielen (Kap. 2.3.6).

Drainagetechniken für die Abflussbereiche des Schädels und des Gehirns

Spinalkanal-Pumpe

Die Sinus durae Sinus durae matris:vertebrokraniales Systemmatris drainieren teilweise zu den Plexus venosi vertebrales externi und interni und bildet sozusagen ein venöses vertebrokraniales vertebrokraniales System:Sinus durae matrisvertebrokraniales System:Plexus venosi vertebralesSystem (Kap. 5.1.5). Es empfiehlt sich, nicht nur den Spinalkanal-PumpeSpinalkanal zu pumpen, sondern aus ganzkörperlicher Sicht auch den Abdominal- und Thoraxraum auf Spannungen zu untersuchen und eventuell zu behandeln. Dazu eignen sich beispielsweise besonders gut fasziale Screening-Screening-Techniken:faszialeTechniken (Kap. 13.5) sowie die venolymphatischen Pumptechniken für Abdomen und Thorax, die ich ausführlich in meinem vorigen Buch beschrieben habe (Meert 2007).
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Bauchlage mit einer Rolle unter den Füßen. Der Therapeut steht (rechts) neben der Patientin.
Ausführung: Der Therapeut legt die kraniale (rechte) Hand auf das Os occipitale der Patientin, mit den Fingerspitzen nach kaudal gerichtet, möglichst nah am kraniozervikalen Übergang, und die andere (linke) Hand (nacheinander) auf das Sakrum, die LWS, die BWS und die HWS (Abb. 18.1).
Während der Einatmung oder Anschwellphase des GeweberhythmusGeweberhythmus (Flexion kraniosakral) führt er beide Hände auseinander und während der Ausatmung wieder beide Hände zueinander. Diese Bewegungen werden rhythmisch wiederholt, um eine pumpende Pumpeffekt:venolymphatische FlüssigkeitenPumpeffekt:LCSWirkung auf die venolymphatischen Flüssigkeiten und den Liquor cerebrospinalis (LCS) auszuüben.

Klavikula-Pumpe

Der zentrale Knotenpunkt für die Lymphflüssigkeit ist der Angulus venosus, der faszial eng mit der Klavikula verbunden ist (Abb. 8.4). Durch eine rhythmische Bewegung der Klaviku
la und der angehefteten myofaszialen Strukturen wird die Lymphe des ganzen Körpers in Bewegung versetzen. Die Klavikula-Klavikula-Pumpe:Angulus venosusPumpe ist ausführlich in meinem vorigen Buch beschrieben (Meert 2007).

Zervikale Faszien-Pumpe

Faszienpumpe:zervikaleAusgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage mit einer Rolle unter den Beinen. Der Therapeut sitzt am Kopfende.
Ausführung: Beide Hände umgreifen bilateral die beiden Schultern der Patientin. Die Finger auf den Klavikulae sind weit gespreizt, die Daumen liegen auf den Schulterblättern (Abb. 18.2). Die Patientin wird aufgefordert, tief ein- und auszuatmen.
  • Während der Einatmung oder Anschwellphase des GeweberhythmusGeweberhythmus (Flexion kraniosakral) schiebt der Therapeut beide Schultern nach kaudal und in eine Außenrotation.

  • Während der Ausatmung oder Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) lässt er die Schultern nach kranial zurückkehren und führt sie in eine Innenrotation.

Diese Bewegungen werden rhythmisch wiederholt, um eine Pumpeffekt:venolymphatische FlüssigkeitenPumpeffekt:LCSpumpende Wirkung auf die venolymphatischen Flüssigkeiten und den LCS auszuüben.

Myofasziales Lösen der Rückenmuskulatur und des M. trapezius

Die venöse Drainage des Schädels und Gehirns läuft in der aufrechten Position mehr über die venösen Plexus vertebrales, die Vv. cervicales profundae und die Vv. vertebrales mit ihren zahlreichen Anastomosen (Kap. 6), in Rückenlage dagegen mehr über die Vv. jugulares.
Bei dieser Technik sollten eventuell myofasziale Techniken für die HWS hinzugefügt werden (Kap. 14.2.1).
Ausgangsposition: Die Patientin sitzt und hat die Füße am Boden abgestützt. Der Therapeut steht hinter der Patientin.
Ausführung:
Phase 1 – myofasziales myofasziales Lösen:Rückenstreckermuskulaturmyofasziales Lösen:Phase 1Lösen der Rückenstreckermuskulatur:myofasziales LösenRückenstreckermuskulatur:
  • Der Therapeut setzt die Fingerspitzen beider Hände auf den Hinterkopf der Patientin. Die Patientin wird aufgefordert, zuerst den Kopf langsam einzurollen (Kinn auf die Brust), dann den Oberkörper und sich langsam zwischen den Knien vornüber zu beugen, bis sie mit den Händen den Boden berührt. Die Fingerspitzen des Therapeuten gleiten währenddessen kaudalwärts zwischen die Muskelfasern des M. erector spinae, um Verklebungen zu lösen (Abb. 18.3).

  • Weil die Nackenmuskulatur einen Teil der Rückenstreckermuskulatur:GPMRückenstreckermuskulatur (Gerade Posteriore Myofaszialkette:gerade posteriore (GPM)Myofaszialkette, GPM (gerade posteriore Myofaszialkette)GPM [Meert 2009]) ausmacht, empfiehlt es sich, die komplette Rückenstreckerkette Ausstreichen:Rückenstreckerketteauszustreichen.

  • Diese Bewegung wird öfters wiederholt, bis eine MuskelentspannungEntspannung und bessere Beweglichkeit der Muskelfasern untereinander wahrzunehmen ist (vgl. ähnliche Techniken in Kap. 15.6.3).

Phase 2 – myofasziales myofasziales Lösen:Phase 2myofasziales Lösen:M. trapeziusLösen des M. trapezius:
  • Der Therapeut hält bilateral mit beiden Händen den lateralen Rand des M. trapezius und bittet die Patientin, den Kopf und die HWS langsam nach vorne zu beugen. Dabei hebt er den Rand des M. trapezius nach dorsal ab, damit sich Verklebungen:M. trapeziusVerklebungen zwischen dem M. trapezius und der tieferen Nackenmuskulatur lösen (Abb. 18.4).

  • Verklebungen in diesem Bereich engen oft die A. und V. transversa cervicis, die A. und V. cervicalis superficialis und die A. und V. suprascapularis ein, sodass es zu Verspannungen:SchulterblattmuskulaturVerspannungen und Verklebungen im Bereich der Schulterblattmuskulatur (M. supraspinatus, Mm. rhomboidei) kommen kann. Es ist wichtig, den ganzen Verlauf des M. trapezius von kaudal bis kranial zu bearbeiten.

  • Danach soll die Patientin eine Seitneigung bzw. Rotation der HWS ausführen, während der Therapeut das myofasziale Gewebe gleichzeitig in die heterolaterale Richtung verschiebt (Kap. 15.7.2).

Pumptechnik und myofasziales Lösen der Nackenmuskulatur

Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage mit einer Rolle unter den Beinen. Der Therapeut sitzt am Kopfende.
Ausführung:
  • Phase 1Pumpen:NackenmuskulaturPumpen der Nackenmuskulatur:PumpenNackenmuskulatur: Eine (linke) Hand umgreift den Hinterkopf der Patientin. Die andere (rechte) Hand wird flach unter die obere BWS der Patientin gelegt. Die Patientin wird aufgefordert, tief ein- und auszuatmen.

    • Während der Einatmung führt der Therapeut mit einer (der linken) Hand den Kopf der Patientin in eine biomechanische Flexion (Kinn auf die Brust) und schiebt mit der anderen (rechten) Hand die BWS nach kaudal, um das myofasziale Nackengewebe:DehnenNackengewebe zu dehnen. Während der Ausatmung lässt er das Gewebe und beide Hände wieder zur Neutralposition zurückkehren (Abb. 18.5).

    • Diese Bewegungen werden rhythmisch wiederholt, um einen pumpenden Pumpeffekt:venolymphatische FlüssigkeitenPumpeffekt:LCSEffekt auf die venolymphatischen Flüssigkeiten und den LCS auszuüben.

  • Phase 2 – myofasziales Lösen der subokzipitalen Nackenmuskulatur: Die eine (linke) Hand führt die HWS der Patientin passiv in eine biomechanische Flexion, während Daumen und Finger der anderen (rechten) Hand den lateralen Rand der Nackenmuskulatur im Zangengriff fassen und während der Flexionsbewegung nach dorsal abheben, weg von der Wirbelsäule (Abb. 18.6).

Halsmuskulatur-Pumpe

Halsmuskulatur-PumpeAusgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage mit einer Rolle unter den Beinen, den Kopf in biomechanischer Extension (Kopfteil der Liege abgesenkt). Der Therapeut sitzt am Kopfende.
Ausführung: Eine (rechte) Hand umgreift und stützt den Hinterkopf der Patientin. Die andere (linke) Hand liegt flach auf dem Sternum der Patientin. Die Patientin wird aufgefordert, tief ein- und auszuatmen.
  • Während der Ausatmung führt der Therapeut mit einer (linken) Hand den Kopf der Patientin behutsam in eine leichte biomechanische Extension (Kopf im Nacken überstreckt) und schiebt gleichzeitig mit der anderen (rechten) Hand das Sternum nach kaudal, um das myofasziale Halsgewebe:DehnenHalsgewebe zu Dehnen:Halsgewebedehnen.

  • Während der Einatmung lässt er das Gewebe und beide Hände wieder zur Neutralposition zurückkehren (Abb. 18.7).

Diese Bewegungen werden rhythmisch wiederholt, um einen pumpenden Pumpeffekt:venolymphatische FlüssigkeitenPumpeffekt:LCSEffekt auf die venolymphatischen Flüssigkeiten und den LCS auszuüben.

Pumptechnik und myofasziales Lösen des M. sternocleidomastoideus

Der M. sternocleidomastoideus ist von der Fascia cervicalis superficialis umhüllt und hat bindegewebige Verbindungen mit der Vagina carotica. Deswegen ist es sinnvoll, nach myofaszialen Spannungen dieses Muskels zu suchen und sie bei Bedarf zu lösen.
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage. Der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege.
Ausführung:
  • Phase 1 – Pumpen:M. sternocleidomastoideusPumpen des M. sternocleidomastoideus (Abb. 18.8): Der Therapeut hält den M. sternocleidomastoideus bilateral zwischen Daumen und Fingern und baut einen sanften Zug nach anterior, lateral und kranial auf. Dieser Zug wird aufrechterhalten, bis eine Entspannung eintritt. Danach wird die Traktion bei der Einatmung minimal verstärkt und bei der Ausatmung wieder nachgelassen, um einen PumpeffektPumpeffekt zu erreichen. Diese Behandlung soll bilateral in allen Abschnitten des M. sternocleidomastoideus wiederholt werden.

  • Phase 2 – myofasziales myofasziales Lösen:M. sternocleidomastoideusLösen des M. sternocleidomastoideus und der Vagina carotica (Kap. 15.6.2).

Pumptechnik für den kranialen Teil der zentralen Myofaszialkette (Hals-Brustraum)

Die zentrale Myofaszialkette:zentrale\t\"Siehe zentrale MFKMyofaszialkette (MFK) wird kaudal vom Zwerchfell und den Aufhängungen der subdiaphragmalen Organe und thorakal vom Ösophagus, von der Pleura-Aufhängung und vom mediastinalen Bindegewebe gebildet (Kap. 10). Kranialwärts setzt sich der Ösophagus im Schlund fort, der wie ein Schlauch an der Schädelbasis (Os occipitale, Ossa temporalia und Os sphenoidale), an der Mandibula und am Os hyoideum aufgehängt ist. Untersuchung und Behandlung sind an anderer Stelle detailliert beschrieben (Kap. 15.5).
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage, mit einer leichten biomechanischen Extension der HWS. Der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege.
Ausführung:
Phase 1 – ventrales Pumpen der kranialen Anteile der zentralen MFK (Abb. 18.9): Der Therapeut legt eine (linke) Hand auf das Sternum der Patientin und umgreift mit der anderen (rechten) Hand beide Alae majores ossis sphenoidalis.
  • Während der Ausatmung oder der Abschwellphase des GeweberhythmusGeweberhythmus (Extension kraniosakral) folgt er mit der einen (linken) Hand der Bewegung des Sternums (dreidimensional) nach kaudal und führt dabei die Alae majores ossis sphenoidalis mit der anderen (rechten) Hand nach dorsokranial.

  • Während der Einatmung oder der Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) gibt er leicht nach und lässt die Hände sich wieder annähern.

  • Es sollten mehrere Atemzyklen durchlaufen werden, um ein PumpeffektPumpeffekt zu erzielen.

Phase 2 – dorsales Pumpen der kranialen Anteile der zentralen MFK (Abb. 18.10): Der Therapeut legt eine (linke) Hand auf das Sternum der Patientin und die andere (rechte) Hand unter ihr Os occipitale.
  • Während der Ausatmung oder der Abschwellphase des GeweberhythmusGeweberhythmus (Extension kraniosakral) schiebt er mit der einen (linken) Hand das Sternum nach kaudal und übt gleichzeitig mit der anderen (rechten) Hand eine leichte Traktion am Hals und Kopf aus.

  • Während der Einatmung oder der Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) gibt er leicht nach und lässt die Hände sich wieder annähern.

Es sollten mehrere Atemzyklen durchlaufen werden, um einen PumpeffektPumpeffekt zu erzielen.

Pumptechnik für die Vagina carotica

Die Vagina:caroticaVagina carotica umhüllt als Bindegewebsscheide die A. carotis communis, die V. jugularis interna und den N. vagus und ist mit der Lamina pretrachealis fasciae cervicalis (Fascia cervicalis media) verbunden. Weil diese mittlere Halsfaszie auch die infrahyalen Muskeln umkleidet, steht sie mit dem Sternum und den Klavikulae, mit dem Os hyoideum und der Schädelbasis in Verbindung.
Kaudal beginnt die Vagina carotica im oberen Mediastinum und ist mit der Adventitia:Truncus brachiocephalicusAdventitia:AortenbogenAdventitia des Aortenbogens bzw. des Truncus brachiocephalicus und mit der Adventitia der linken bzw. rechten V. brachiocephalica verbunden. Kranial ist die Vagina carotica an der Schädelbasis angeheftet und umschließt den Canalis caroticus und das Foramen jugulare.
Ausgangsposition: Die Patientin kann in Rückenlage oder im Sitzen behandelt werden. Der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege.
Ausführung: Der Therapeut streckt zuerst durch eine leichte Traktion am Kopf der Patientin ihre HWS. Er legt den Kopf der Patientin in einer (biomechanisch) leicht extendierten Position der HWS ab, damit das Halsgewebe frei zugänglich ist.
  • Mit Zeige- und Mittelfinger der kranialen (rechten) Hand tastet er behutsam zwischen dem Kehlkopf und dem M. sternocleidomastoideus nach dem Puls der A. carotis communis (bzw. A. carotis interna). Dann bewegt er sich lateralwärts weg vom KarotispulsKarotispuls, um jede Belastung der Gefäße zu vermeiden. Erst wenn er den Arterienpuls nicht mehr spürt, richtet er den Druck äußerst behutsam kranialwärts.

  • Zeige- und Mittelfinger der kaudalen (linken) Hand tasten direkt dorsokranial der Extremitas sternalis der Klavikula behutsam in die Tiefe und dehnen das retroklavikuläre Bindegewebe kaudalwärts. Auch hierbei muss jeder direkte Stress für die Gefäße vermieden werden, deshalb sollte wiederum kein Arterienpuls wahrgenommen werden (Abb. 18.11).

  • Die Patientin wird nun aufgefordert, tief ein- und auszuatmen. Während der Ausatmung schiebt der Therapeut die Finger der kranialen (rechten) Hand leicht weiter kranialwärts und die Finger der kaudalen (linken) Hand leicht weiter kaudalwärts, um die Vagina carotica zu Dehnen:Vagina caroticadehnen. Während der Einatmung lässt er das Gewebe und beide Hände wieder zur Neutralposition zurückkehren.

Diese Bewegungen werden rhythmisch wiederholt, um einen pumpenden Pumpeffekt:venolymphatische FlüssigkeitenEffekt auf die venolymphatischen Flüssigkeiten auszuüben.

Pumptechnik für die Vv. vertebrales

Ausgangsposition: Die Patientin kann in Rückenlage oder im Sitzen behandelt werden. Der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege.
Ausführung: Der Therapeut übt zuerst eine leichte Traktion am Kopf der Patientin aus, um die HWS zu strecken. Dann legt er den Kopf der Patientin in einer (biomechanisch) leicht flektierten Position (Kinn in Richtung Brust) ab.
  • Mit dem Zeige- und Mittelfinger einer (rechten) Hand berührt er behutsam den homolateralen (rechten) Processus transversus des Atlas, wobei der Daumen auf dem Schädeldach liegt. Mit Zeige- und Mittelfinger der anderen (linken) Hand tastet er direkt dorsal der Extremitas sternalis der Klavikula behutsam in die Tiefe, um das Bindegewebe der V. brachiocephalica dextra kaudalwärts zu dehnen. Damit jeder direkte Stress für die Gefäße vermieden wird, darf auch hierbei keine arterielle Pulsation wahrzunehmen sein (Abb. 18.12).

  • Die Patientin wird aufgefordert, tief ein- und auszuatmen. Bei der Ausatmung bewegt der Therapeut die Finger der oberen (rechten) Hand leicht weiter kranialwärts und führt den Kopf der Patientin äußerst behutsam in eine heterolaterale (linke) Seitneigung, während die Finger der anderen (linken) Hand das retroklavikuläre Gewebe leicht weiter kaudalwärts schieben, damit die rechten Vv. vertebrales Pumptechnik:Vv. vertebralesDehnen:Vv. vertebralesgedehnt werden. Während der Einatmung lässt er das Gewebe und beide Hände wieder zur Neutralposition zurückkehren.

Diese Bewegungen werden rhythmisch wiederholt, um einen Pumpeffekt:venolymphatische FlüssigkeitenPumpeffekt auf die venolymphatischen Flüssigkeiten auszuüben.

Kopfgelenkpumpe

Im Bereich des atlantookzipitalen Übergangs befindet sich ein Venengeflecht, das auch als Sinus cavernosus suboccipitalis bezeichnet wird (Kap. 6.3.1). Vom Sinus cavernosus suboccipitalis gehen folgende Verbindungen bzw. Anastomosen aus:
  • mit den anterioren, posterioren und lateralen Vv. (emissariae) condylares

  • mit den Vv. vertebrales (Venenplexus um die A. vertebralis)

  • mit dem intrakranialen Sinus marginalis (im Bereich des Foramen magnum)

  • mit den internen und externen Plexus venosi vertebrales

  • mit dem Plexus venosus suboccipitalis (ein variabler Plexus, der dorsal vom Sinus cavernosus suboccipitalis zwischen den tiefen und mittleren subokzipitalen Muskelschichten liegt).

Von den vielen möglichen Herangehensweisen haben wir nachfolgend zwei Beispiele beschrieben.
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage, der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege.
Handposition: Der Therapeut setzt die Fingerspitzen der Zeige- und Mittelfinger beider Hände bilateral auf den Arcus posterior des Atlas und die Fingerspitzen der Ring- und Kleinfinger auf die Squama occipitalis der Patientin (Abb. 18.13).
Ausführung:
  • Er folgt den Atembewegungen der Patientin. Während der (biomechanischen) Kopfgelenkpumpe:Extension HWSExtensionsbewegung der HWS (meistens während der Einatmung) lässt er Zeige- und Mittelfinger tiefer in die Nackenmuskulatur eindringen und den Atlas sozusagen behutsam ventralwärts fixieren.

  • Während der (biomechanischen) Kopfgelenkpumpe:Flexion HWSFlexionsbewegung der HWS (meistens während er Ausatmung) hält er den Atlas ventral und zieht gleichzeitig das Os occipitale mit den Klein- und Ringfingern nach dorsal.

Der Therapeut wiederholt diesen Vorgang und schließt eventuell noch eine Entfaltung (Unwinding) des Gewebes an, bis eine deutliche Spannungsminderung spürbar ist.
Alternative Kopfgelenkpumpe
Kopfgelenkpumpe:alternativeAusgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage, der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege.
Handposition: Daumen, Zeige- und Mittelfinger einer (der linken) Hand stützen den Atlas in Höhe der Processus transversi bilateral ab. Mit den Fingerspitzen der anderen (rechten) Hand wird das Os occipitale möglichst nah am kraniozervikalen Übergang gehalten (Abb. 18.14).
Ausführung: Mit seiner (rechten) Schulter berührt der Therapeut behutsam die Stirn der Patientin. Er folgt entweder dem Rhythmus der Zwerchfellatmung oder dem Geweberhythmus.
  • Während der Einatmung oder der Anschwellphase des GeweberhythmusGeweberhythmus (Flexion kraniosakral) führt der Therapeut eine (biomechanische) Kopfgelenkpumpe:Extension HWSExtensionsbewegung der HWS aus, indem er das Os occipitale und den Atlas sanft kraniokaudal zusammenschiebt.

  • Während der Ausatmung oder der Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) führt er eine (biomechanische) Kopfgelenkpumpe:Flexion HWSFlexionsbewegung der HWS aus und führt Atlas und Os occipitale sanft kraniokaudal auseinander.

Es sollten mehrere Atemzyklen (jeweils mit Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venolymphatischen Pumpeffekt:venolymphatischerPumpeffekt zu erzielen.

Drainagetechniken für die Foramina und Fissuren des Schädels

Schädelbasispumpe

Zur Schädelbasis:ForaminaSchädelbasis gehören unter anderem auch das Foramina:SchädelbasisForamen rotundum mit dem Rete venosum canalis rotundi, das Foramen ovale mit dem Plexus venosus foraminis ovalis, das Foramen spinosum mit dem Plexus venosus foraminis spinosi und der Canalis caroticus mit dem Plexus venosus caroticus internus.
Alternative Handgriffe sind bereits an anderer Stelle beschrieben (Kap. 16.4.2).
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage, der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege.
Ausführung: Mit Daumen und Mittelfinger einer (der linken) Hand umfasst der Therapeut die Facies anterior der Maxillae und mit der anderen (rechten) Hand hält er das Os occipitale (Abb. 18.15).
  • Während der Einatmung oder der Anschwellphase des GeweberhythmusGeweberhythmus (Flexion kraniosakral) führt der Therapeut beide Hände sanft zueinander und komprimiert sozusagen die Schädelbasis:KomprimierenSchädelbasis.

  • Während der Ausatmung oder der Abschwellphase des GeweberhythmusGeweberhythmus (Extension kraniosakral) führt er die beiden Knochen sanft auseinander und dekomprimiert sozusagen die Schädelbasis:DekomprimierenSchädelbasis.

SchädelbasispumpeEs sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschiebung (jeweils verbunden mit Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venolymphatischen Pumpeffekt:venolymphatischer-SchädelbasispumpePumpeffekt zu erzielen.

Pumptechnik für das Foramen magnum, die Canales condylares und die Canales nervi hypoglossi

Pumptechnik:Foramen magnumDurch das Foramen:magnumForamen magnum zieht auch der Plexus venosus foraminis occipitalis, der den Sinus occipitalis und den Sinus marginalis mit den Plexus venosi vertebrales interni verbindet. Durch die Canales:condylaresCanales condylares ziehen die Vv. emissariae condylares anteriores, laterales und posteriores; sie verbinden die Sinus sigmoidei mit den Plexus venosi vertebrales interni und externi, mit den Vv. cervicales profundae und dem Sinus cavernosus suboccipitalis. Durch die Canales:nervi hypoglossiCanales nervi hypoglossi ziehen die Plexus venosi canalis n. hypoglossi.
Weil diese Foramina nicht direkt erreichbar sind, sondern durch ziemlich viele Weichteile bzw. Knochengewebe hindurch behandelt werden müssen, ist ein langsamer Druckaufbau:langsamerDruckaufbau (großer Zeitfaktor) mit vorsichtiger Lenkung des Drucks in den Knochen hinein bzw. wieder heraus erforderlich, um den viskoelastischen Eigenschaften des Knochengewebes gerecht zu werden. Der Therapeut versucht sozusagen pumpend eine minuziöse viskoelastische Verformung:pumpendeviskoelastische Verformung der Knochen und demzufolge auch der Foramina zu erreichen.
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage, der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege.
Ausführung: Beide Hände liegen unter der Squama occipitalis, die Finger möglichst nah am atlantookzipitalen Übergang, und die Handflächen stützen den Hinterkopf der Patientin (Abb. 18.16). Die Patientin soll langsam ein- und ausatmen.
  • Während der Einatmung oder der Anschwellphase des GeweberhythmusGeweberhythmus (Flexion kraniosakral) dringen die Finger beider Hände sanft und äußerst langsam in das subokzipitalen Gewebe in Richtung der beiden Okziputkondylen ein. Behalten Sie diesen Druck über mehrere Atemzyklen bei (oder suchen Sie nach dem viel langsameren Geweberhythmus) und führen Sie die Finger zusätzlich lateralwärts auseinander, bis sich die subokzipitalen Weichteile, das Foramen magnum und die Okziputkondylen:intraossär aufweichenOkziputkondylen myofaszial und intraossär aufgeweicht (entspannt) haben und sich minuziös laterolateral Aufweiten:laterolateralesweiten lassen.

  • Während der Ausatmung oder der Abschwellphase des GeweberhythmusGeweberhythmus (Extension kraniosakral) werden die Finger beider Hände wieder sanft medianwärts zueinander geführt. Auch dieser intraossäre Druck wird über mehrere Atemzyklen aufrechterhalten (oder nach dem viel langsameren Geweberhythmus gesucht), bis sich das Gewebe myofaszial und intraossär enthärtet hat und sich minuziös laterolateral Zusammenschieben:laterolateraleszusammenschieben lässt.

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschiebung (jeweils verbunden mit Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venolymphatischen Pumpeffekt:venolymphatischerPumpeffekt zu erzielen.

Pumptechnik für das Foramen occipitale und den Confluens sinuum

Pumptechnik:Foramen occipitaleDurch das Foramen occipitale der Protuberantia occipitalis externa zieht die V. emissaria occipitalis, die den Confluens sinuum oder den Sinus transversus mit dem Plexus venosus suboccipitalis verbindet.
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage, der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege.
Ausführung: Beide Hände umgreifen den Hinterkopf der Patientin. Dabei liegen die Mittelfinger direkt ventral und die Ringfinger direkt dorsal der Protuberantia occipitalis externa, sodass diese vier Finger sozusagen eine Raute um die Protuberantia bilden (Abb. 18.17). Die Finger beider Hände dringen sanft und sehr langsam in die Squama occipitalis hinein, bis der Knochen aufweicht. Der Therapeut konzentriert sich nun auf den Geweberhythmus.
  • Während der Anschwellphase des GeweberhythmusGeweberhythmus (Flexion kraniosakral) spreizt er die Finger ganz langsam (viskoelastisch) auseinander und öffnet sozusagen das Foramen occipitale.

  • Während der Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) führt er die Finger um die Protuberantia wieder (viskoelastisch) zueinander und schließt damit sozusagen das Foramen occipitale.

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschiebung (jeweils verbunden mit einem Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venolymphatischen Pumpeffekt:venolymphatischerPumpeffekt zu erzielen.

Pumptechnik für das Foramen mastoideum

Pumptechnik:Foramen mastoideumDurch das Foramen mastoideum am hinteren Rand des Processus mastoideus tritt die V. emissaria mastoidea hindurch. Sie verbindet den Sinus sigmoideus mit dem Plexus venosus suboccipitalis.
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage, der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege.
Handposition: Eine (linke) Hand wird quer unter das Os occipitale gelegt, sodass die Finger zur Läsionsseite (rechts) zeigen mit den Fingerspitzen medial des Processus mastoideus. Die Fingerspitzen des Zeige- und Mittelfingers der anderen (rechten) Hand werden kraniolateral vom Processus mastoideus auf der Läsionsseite (rechts) aufgesetzt (Abb. 18.18).
Ausführung:
Die Finger beider Hände dringen sanft und äußerst langsam in den Knochen ein, bis er (viskoelastisch) aufweicht. Der Therapeut konzentriert sich nun auf den GeweberhythmusGeweberhythmus.
  • Während der Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) führt er mit der heterolateralen (linken) Hand das Os occipitale median-dorsalwärts weg vom Processus mastoideus und mit der homolateralen (rechten) Hand den Ansatz des Processus mastoideus nach lateral-ventral. Damit wird das Foramen mastoideum sozusagen geöffnet.

  • Während der Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) führt er mit der heterolateralen (linken) Hand das Os occipitale nach lateral-ventral zum Processus mastoideus und mit der homolateralen (rechten) Hand den Ansatz des Processus mastoideus nach median-dorsal. Damit wird das Foramen mastoideum sozusagen komprimiert.

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschiebung (jeweils verbunden mit einem Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venolymphatischen Pumpeffekt:venolymphatischerPumpeffekt zu erzielen.

Pumptechnik für das Foramen jugulare (Ohrzug-Pumpe)

Pumptechnik:Foramen jugulareDurch das Foramen jugulare fließt der Sinus sigmoideus in die V. jugularis interna ab. Besonders in der liegenden Position ist dieser Drainageweg wichtig.
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage, der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege.
Handposition: Eine (linke) Hand wird quer unter die Squama occipitalis der Patientin gelegt, sodass die Finger mediodorsal vom Foramen jugulare an der Innenseite des Processus mastoideus auf der Läsionsseite (rechts) liegen. Der Daumen der anderen (rechten) Hand wird in den homolateralen (rechten) äußeren Gehörgang gesteckt und die mittlere Phalanx des Zeigefingers befindet sich hinter dem Ohrläppchen, möglichst nah am Os temporale. Daumen und Zeigefinger umgreifen den Antitragus und das Ohrläppchen des homolateralen (rechten) Ohrs (Abb. 18.19).
Ausführung: Der Therapeut nimmt den Gewebe- oder Kraniosakralrhythmus auf und fordert der Patientin auf, tief ein- und auszuatmen.
  • Während der Einatmung oder Anschwellphase des GeweberhythmusGeweberhythmus (Flexion kraniosakral) führt er mit der heterolateralen (linken) Hand das Os occipitale nach median, weg vom Ohr auf der Läsionsseite (rechts). Mit der homolateralen (rechten) Hand zieht er das Ohrzug-PumpeOhr sanft und langsam nach lateral und öffnet viskoelastisch sozusagen das homolaterale (rechte) Foramen jugulare. Dieser intraossäre Zug wird über mehrere Atemzyklen beibehalten (oder nach dem viel langsameren Geweberhythmus gesucht), bis eine Entspannung spürbar wird.

  • Während der Ausatmung oder Abschwellphase des GeweberhythmusGeweberhythmus (Extension kraniosakral) werden das Os occipitale und das Ohr zueinander geführt und langsam ein gewisser intraossärer Druck aufgebaut, damit sich das Foramen jugulare viskoelastisch sozusagen mehr schließt. Dieser intraossäre Druck wird über mehrere Atemzyklen beibehalten (oder nach dem viel langsameren Geweberhythmus gesucht).

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschiebung (jeweils verbunden mit einem Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venolymphatischen Pumpeffekt:venolymphatischerPumpeffekt:Ohrzug-PumpePumpeffekt zu erzielen.

Pumptechnik für die Fissura orbitalis superior

Pumptechnik:Fissura orbitalis superiorDie Fissura orbitalis superior befindet sich zwischen der Ala major und der Ala minor des Os sphenoidale.
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage, der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege.
Handposition: Mit dem Mittelfinger der kaudalen (linken) Hand wird die Ala major des Os sphenoidale auf der Läsionsseite (rechts) berührt und der Daumen bildet einen Hebelpunkt auf dem Os zygomaticum der gegenüberliegenden (linken) Seite. Neben ihn wird auch der Daumen der kranialen (rechten) Hand gesetzt, während Zeige- und Mittelfinger dieser Hand auf der Läsionsseite (rechts) hinten auf dem Processus zygomaticus des Os frontale direkt oberhalb der Sutura sphenofrontalis liegen (Abb. 18.20).
Ausführung: Der Therapeut nimmt den Gewebe- oder Kraniosakralrhythmus auf und fordert die Patientin auf, tief ein- und auszuatmen. Die Finger beider Hände dringen sanft und äußerst langsam in die Knochen ein, bis sie viskoelastisch aufweichen.
  • Während der Abschwellphase des GeweberhythmusGeweberhythmus (Extension kraniosakral) führt der Therapeut auf der Läsionsseite (rechts) die Ala:minor (Os sphenoidale)Ala:major (Os sphenoidale)Ala major des Os sphenoidale kaudalwärts und das Os frontale mit der Ala minor des Os sphenoidale kranialwärts sehr langsam auseinander, damit die Fissura orbitalis superior viskoelastisch geweitet wird. Dieser intraossäre Zug wird über mehrere Atemzyklen beibehalten (oder nach dem viel langsameren Geweberhythmus gesucht), bis eine Entspannung spürbar wird.

  • Während der Anschwellphase des GeweberhythmusGeweberhythmus (Flexion kranioskral) führt der Therapeut die Ala major des Os sphenoidale kranialwärts und das Os frontale mit der Ala minor des Os sphenoidale kaudalwärts sehr langsam zueinander, damit die Fissura orbitalis superior viskoelastisch verkleinert wird. Dieser intraossäre Druck wird über mehrere Atemzyklen beibehalten (oder nach dem viel langsameren Geweberhythmus gesucht), bis eine Entspannung spürbar wird.

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschiebung (jeweils verbunden mit einem Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venolymphatischen Pumpeffekt:venolymphatischerPumpeffekt zu erzielen.

Pumptechnik für die Fissura orbitalis inferior

Pumptechnik:Fissura orbitalis inferiorDie Fissura orbitalis inferior befindet sich zwischen der Facies orbitalis der Maxilla und der Ala major des Os sphenoidale.
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage, der Therapeut sitzt am Kopfende (links) der Liege neben der Patientin.
Handposition: Zeige- oder Mittelfinger der kranialen (rechten) Hand liegen auf der Läsionsseite (rechts) auf der Ala major des Os sphenoidale und der Daumen dient als Hebelpunkt auf der heterolateralen (linken) Seite des Os frontale. Der Zeigefinger der kaudalen (linken) Hand wird auf der Läsionsseite (rechts) auf den Processus frontalis und der Mittelfinger auf den Processus zygomaticus der Maxilla gelegt. Der Daumen der kaudalen (linken) Hand dient auf der heterolateralen (linken) Seite der Maxilla ebenfalls als Hebelpunkt (Abb. 18.21).
Ausführung: Der Therapeut nimmt den GeweberhythmusGeweberhythmus oder Kraniosakralrhythmus auf und fordert die Patientin auf, tief ein- und auszuatmen.
  • Während der Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) führt er die Maxilla auf der Läsionsseite(rechts) ventrokaudalwärts und die Ala:major (Os sphenoidale)Ala major ossis sphenoidalis auf der Läsionsseite dorsokranialwärts sehr langsam auseinander, damit die Fissura orbitalis inferior viskoelastisch geweitet wird. Dieser intraossäre Zug wird über mehrere Atemzyklen beibehalten (oder nach dem viel langsameren Geweberhythmus gesucht), bis eine Entspannung spürbar wird.

  • Während der Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) führt der Therapeut die Maxilla dorsokranialwärts und die Ala major ossis sphenoidalis ventrokaudalwärts wieder sehr langsam zueinander, damit die FissuraFissura:orbitalis inferior orbitalis inferior viskoelastisch verkleinert wird. Dieser intraossäre Druck wird über mehrere Atemzyklen beibehalten (oder nach dem viel langsameren GeweberhythmusGeweberhythmus gesucht), bis eine Entspannung spürbar wird.

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschiebung (jeweils verbunden mit einem Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venolymphatischen Pumpeffekt:venolymphatischerPumpeffekt zu erzielen.
Pumptechnik für die Fissura orbitalis inferior – alternative Methode
Handposition: Zeige- und/oder Mittelfinger der kranialen (rechten) Hand liegen auf der Läsionsseite (rechts) auf der Ala major ossis sphenoidalis und der Daumen, der als Hebelpunkt dient, auf der heterolateralen (linken) Seite des Os frontale. Daumen und Zeigefinger der kaudalen (linken) Hand umgreifen intraoral die homolaterale (rechte) Maxilla (Abb. 18.22).
Ausführung:
  • Während der Abschwellphase des GeweberhythmusGeweberhythmus (Extension kraniosakral) führt der Therapeut die Maxilla auf der Läsionsseite (rechts) kaudalwärts und die Ala:major (Os sphenoidale)Ala major ossis sphenoidalis auf der Läsionsseite kranialwärts sehr langsam auseinander, damit die Fissura orbitalis inferior viskoelastisch geweitet wird. Dieser intraossäre Zug wird über mehrere Atemzyklen beibehalten (oder nach dem viel langsameren Geweberhythmus gesucht), bis eine Entspannung spürbar wird.

  • Während der Anschwellphase des GeweberhythmusGeweberhythmus (Flexion kraniosakral) führt er die Maxilla kranialwärts und die Ala major ossis sphenoidalis kaudalwärts wieder sehr langsam zueinander, damit die Fissura orbitalis inferior viskoelastisch verkleinert wird. Dieser intraossäre Druck wird über mehrere Atemzyklen beibehalten (oder nach dem viel langsameren Geweberhythmus gesucht), bis eine Entspannung spürbar wird.

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschiebung (jeweils verbunden mit einem Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venolymphatischen Pumpeffekt:venolymphatischerPumpeffekt zu erzielen.

Pumptechnik für die Foramina parietalia und frontalia

Pumptechnik:Foramina parietaliaPumptechnik:Foramina frontaliaDurch die Foramina parietalia bzw. frontalia im Bereich der Sutura sagittalis (Sutura metopica) treten Vv. emissariae parietales bzw. Vv. emissariae frontales hindurch. Sie verbinden den Sinus sagittalis superior mit oberflächlichen Schläfenvenen:oberflächlicheSchläfenvenen (V. temporales superficiales).
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage, der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege.
Handposition: Um nach aufgequollenen, schmerzhaften Stellen entlang der Sutura sagittalis (bzw. Sutura metopica) zu suchen, setzt der Therapeut die Finger beider Hände gespreizt auf die Schläfen der Patientin. Dabei sind die Daumen überkreuzt und liegen bilateral auf den Ossa parietalia neben der Sutura sagittalis (Abb. 18.23).
Ausführung: Beide Daumen dringen sanft und äußerst langsam in die Knochen ein, bis sie viskoelastisch aufweichen. Der Therapeut konzentriert sich nun auf den GeweberhythmusGeweberhythmus.
  • Während der Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) führt er die Knochen mit den Daumen sehr langsam auseinander, um das jeweilige Foramen parietale bzw. Foramen frontale (und auch die Sutura sagittalis bzw. Sutura metopica) viskoelastisch zu weiten. Dieser intraossäre Zug:intraossärerZug wird über mehrere Atemzyklen beibehalten (oder nach dem viel langsameren Geweberhythmus gesucht), bis eine Entspannung spürbar wird.

  • Während der Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) führt er die Knochen mit den Daumen sehr langsam wieder zueinander, um das jeweilige Foramen parietale bzw. Foramen frontale (und auch die Sutura sagittalis bzw. Sutura metopica) viskoelastisch zusammenzuschieben. Dieser intraossäre Druck:intraossärerDruck wird über mehrere Atemzyklen beibehalten (oder nach dem viel langsameren GeweberhythmusGeweberhythmus gesucht), bis eine Entspannung spürbar wird.

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschiebung (jeweils verbunden mit einem Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venolymphatischen Pumpeffekt:venolymphatischerPumpeffekt zu erzielen.

Drainagetechniken für die Sinus durae matris

Pumptechniken für die Strömungsrichtung des Sinus sagittalis superior

Der Sinus sagittalis superior beginnt am Foramen caecum und nimmt hier die V. frontoethmoidalis ( V. emissaria frontoethmoidalis) auf. In die Basis der Falx cerebri eingebettet, zieht er nach hinten in einer knöchernen Rinne, dem Sulcus sagittalis superior, am Schädeldach entlang. In den Sinus sagittalis superior münden die Vv. cerebri superiores, Vv. meningeae, Vv. diploicae und Vv. emissariae parietales und frontales ein. In Höhe der Protuberantia occipitalis interna geht er in den Confluens sinuum über.
Meistens zieht er in Nähe der Protuberantia occipitalis interna weiter nach rechts zum rechten Sinus transversus und eher selten zum linken Sinus transversus (Kap. 6.3.1).
Strömungsrichtung des Sinus sagittalis superior:
Vv. cerebri superficiales Sinus sagittalis superior Confluens sinuum Sinus transversus dexter Sinus sigmoideus dexter V. jugularis interna dextra bzw. Plexus venosus foraminis occipitalis
Pumptechnik für das Foramen jugulare dextrum
Wir haben diese Pumptechnik bereits beschrieben (Ohrzug-Pumpe Kap. 18.3.5).
Pumptechnik für den Sinus sigmoideus dexter
Pumptechnik:Sinus sigmoideusDer rechte Sinus sigmoideus erstreckt sich von der Einmündung des rechten Sinus transversus, in Höhe der Basis des Felsenbeins (Asterion), bis zum rechten Foramen jugulare.
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage, der Therapeut sitzt am Kopfende heterolateral (links) neben ihr.
Handposition: Der Therapeut setzt Klein-, Ring-, Mittel- und Zeigefinger beider Hände parallel zueinander auf eine Linie, die vom rechten AsterionAsterion bis zu einem Punkt möglichst nah am rechten Foramen:jugulareForamen jugulare (dorsomedian vom rechten Processus mastoideus) reicht (Abb. 18.24).
Ausführung: Die Finger beider Hände dringen sanft und äußerst langsam in die Knochen ein, bis sie viskoelastisch aufweichen. Der Therapeut konzentriert sich nun auf den GeweberhythmusGeweberhythmus.
  • Während der Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) führt er die Knochen viskoelastisch sehr langsam auseinander, um das Lumen des Sinus sigmoideus dexter sozusagen zu Aufweiten:Sinus sigmoideusweiten.

  • Während der Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) führt er die Knochen viskoelastisch sehr langsam wieder zueinander, damit sich das Lumen des Sinus sigmoideus dexter sozusagen verkleinert.

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschieben:Sinus sigmoideusZusammenschiebung (jeweils verbunden mit einem Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venösen Pumpeffekt:venöserPumpeffekt zu erzielen.
Pumptechnik für den Sinus transversus dexter
Pumptechnik:Sinus transversusDer rechte Sinus transversus verläuft vom Confluens:sinuumConfluens sinuum (Protuberantia occipitalis externa) bis zur Einmündung in den rechten Sinus sigmoideus (AsterionAsterion).
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage, der Therapeut sitzt am Kopfende heterolateral (links) neben ihr.
Ausführung: Der Kopf der Patientin wird zur heterolateralen (linken) Seite gedreht. Der Therapeut setzt dann die Klein-, Ring-, Mittel- und Zeigefinger beider Hände parallel zueinander auf eine Linie, die vom rechten Asterion bis zur Protuberantia occipitalis externa reicht. Die Finger beider Hände dringen sanft und äußerst langsam in die Knochen ein, bis sie viskoelastisch aufweichen (Abb. 18.25).
Der Therapeut konzentriert sich nun auf den GeweberhythmusGeweberhythmus.
  • Während der Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) führt er die Knochen viskoelastisch sehr langsam auseinander, um das Lumen des Sinus transversus dexter sozusagen zu Aufweiten:Sinus transversusweiten.

  • Während der Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) führt er die Knochen viskoelastisch wieder sehr langsam zueinander, damit sich das Lumen des Sinus transversus dexter sozusagen verkleinert.

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschieben:Sinus transversusZusammenschiebung (jeweils verbunden mit einem Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venösen Pumpeffekt:venöserPumpeffekt zu erzielen.
Pumptechnik für den Confluens sinuum
Wir haben diese Pumptechnik bereits weiter oben beschrieben (Kap. 18.3.3).
Pumptechnik für den Sinus sagittalis superior
Pumptechnik:Sinus sagittalis superiorAusgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage, der Therapeut sitzt (links) neben ihr, den Blick nach kranial gerichtet.
Handposition: Der Therapeut setzt die Finger beider Hände gespreizt und bilateral parallel zur Sutura sagittalis auf. Von den Kleinfingern neben der Protuberantia occipitalis externa reicht die Linie der anderen Finger bis zur Sutura sagittalis (Abb. 18.26). Nach und nach werden alle Finger weiter ventral entlang der Sutura sagittalis bzw. Sutura metopica aufgesetzt, bis die GlabellaGlabella erreicht wird.
Ausführung: Die Finger dringen sanft und äußerst langsam in die Knochen ein, bis sie viskoelastisch aufweichen. Der Therapeut konzentriert sich nun auf den GeweberhythmusGeweberhythmus.
  • Während der Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) führt er die Knochen sehr langsam auseinander, damit das Lumen des Sinus sagittalis superior viskoelastisch geweitet wird.

  • Während der Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) führt er die Knochen wieder sehr langsam zueinander, damit sich das Lumen des Sinus sagittalis superior viskoelastisch verkleinert.

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschieben:Sinus sagittalis superiorZusammenschiebung (jeweils verbunden mit einem Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venolymphatischen Pumpeffekt:venolymphatischerPumpeffekt zu erzielen.

Drainagetechniken (Pumptechniken) für die Strömungsrichtung des Sinus sagittalis inferior

Der Sinus sagittalis inferior befindet sich im unteren, freien Rand der Falx cerebri. Er entspringt etwa in der Mitte der Hirnsichel und nimmt kleine Venen aus der Falx cerebri selber, Brückenvenen, Venen aus dem Balken und aus den benachbarten Gyri cinguli auf. Er mündet am vorderen Tentoriumrand, gemeinsam mit der V. cerebri magna, die mehr von kaudal kommt, in den Sinus rectus. Die V. cerebri magna mündet gegen die Flussrichtung in den Sinus ein (Kap. 6.3.1).
Strömungsrichtung des Sinus sagittalis inferior:
Vv. cerebri profundae Sinus sagittalis inferior + V. cerebri magna Sinus rectus Confluens sinuum Sinus transversus sinister Sinus sigmoideus sinister V. jugularis interna sinistra bzw. Plexus venosus foraminis occipitalis
Pumptechnik für das Foramen jugulare sinistrum
Wir haben diese Technik als Ohrzug-Ohrzug-PumpePumpe bereits weiter oben beschrieben (Kap. 18.3.5). Man kann die Ohrzug-Technik auch bilateral anwenden.
Pumptechnik für den Sinus sigmoideus sinister
Wir haben die Pumptechnik für den Sinus sigmoideus bereits weiter oben beschrieben (Kap. 18.4.1).
Pumptechnik für den Sinus transversus
Pumptechnik:Sinus transversusWir haben bereits eine Technik für einen Sinus transversus besprochen (Kap. 18.4.1) und stellen hier eine Technik für beide Sinus transversi gleichzeitig vor.
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage, der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege.
Handposition: Der Therapeut setzt die Finger beider Hände bilateral von einer Linie auf, die von der Einmündungsstelle des Sinus transversus in den Sinus sigmoideus (Asterion) bis zum Confluens sinuum (Protuberantia occipitalis externa) reicht. Die Fingerspitzen der Kleinfinger berühren sich dabei in Höhe der Protuberantia:occipitalis externaProtuberantia occipitalis externa (Abb. 18.27). Die Finger beider Hände dringen sanft und äußerst langsam in die Knochen ein, bis die Knochen viskoelastisch aufweichen.
Ausführung: Der Therapeut konzentriert sich nun auf den GeweberhythmusGeweberhythmus.
  • Während der Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) führt er bilateral die Finger auseinander, um die Knochen und das Lumen der Sinus transversi viskoelastisch zu weiten.

  • Während der Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) führt er die Finger wieder zueinander, damit die Knochen und das Lumen der Sinus transversi viskoelastisch verkleinert werden.

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschieben:Sinus transversusZusammenschiebung (jeweils verbunden mit einem Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venösen Pumpeffekt:venöserPumpeffekt zu erzielen.
Pumptechnik für den Confluens sinuum
Wir haben diese Pumptechnik bereits weiter oben beschrieben (Kap. 18.3.3).
Pumptechnik für den Sinus rectus
Pumptechnik:Sinus rectusDer Sinus rectus befindet sich bilateral am Ansatz der Tentorii cerebelli an der Falx cerebri und der Falx cerebelli. Er nimmt das Blut aus der V. cerebri magna, aus kleinen Venen der Falx cerebri und des Tentorium cerebelli und manchmal auch aus der V. cerebelli lateralis superior auf.
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage, der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege.
Handposition: Der Therapeut verschränkt die Hände und bildet eine Mulde für den Hinterkopf der Patientin. Die Daumenballen berühren bilateral die Processus mastoidei der Patientin (Abb. 18.28). Die Daumenballen der beiden Hände dringen sanft und äußerst langsam in die Knochen ein, bis die Knochen viskoelastisch aufweichen.
Ausführung: Der Therapeut konzentriert sich nun auf den GeweberhythmusGeweberhythmus.
  • Während der Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) führt er die Processus mastoidei dorsomedianwärts und dreht die Ossa temporalia in Außenrotation, damit die Tentorii cerebelli mehr unter Zugspannung:Tentorium cerebelliZugspannung kommen und das Lumen des Sinus rectus viskoelastisch verändert wird.

  • Während der Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) lässt er die Processus mastoidei zurückkehren, damit sich die Knochen und das Lumen des Sinus rectus auch wieder viskoelastisch normalisieren.

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschiebung (jeweils verbunden mit einem Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venösen Pumpeffekt:venöserPumpeffekt zu erzielen.
Pumptechnik für den Sinus sagittalis inferior
Pumptechnik:Sinus sagittalis inferiorAusgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage, der Therapeut sitzt (links) neben der Patientin am Kopfende der Liege, den Blick nach kranial gerichtet.
Handposition: Der Therapeut verhakt seine Finger und legt die Handwurzeln bilateral auf die Ossa parietalia und das Os frontale. Dann versucht er, die verschränkten Finger leicht auseinanderzuziehen, um die medianwärts gerichtete Kompression der Ossa parietalia und des Os frontale mit den Handwurzeln besser dosieren zu können (Abb. 18.29).
Ausführung: Die Handwurzeln dringen sanft und äußerst langsam in die Knochen ein, bis die Knochen viskoelastisch aufweichen, wobei sich ihr Druck intrakraniell zum Unterrand der Falx cerebri richtet.
Der Therapeut konzentriert sich nun auf den GeweberhythmusGeweberhythmus.
  • Während der Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) führt er die Ossa parietalia und das Os frontale medianwärts (Innenrotation) und kranialwärts (Traktion), damit die Falx cerebri mehr unter Zugspannung:Falx cerebriZugspannung kommt und sich das Lumen des Sinus sagittalis inferior (und des Sinus sagittalis superior) viskoelastisch verändert.

  • Während der Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) lässt er die Ossa parietalia und das Os frontale nach lateral (Außenrotation) und kaudal zurückkehren, damit sich die Knochen und das Lumen des Sinus sagittalis inferior (und des Sinus sagittalis superior) viskoelastisch wieder normalisieren können.

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschiebung (jeweils verbunden mit einem Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venösen Pumpeffekt:venöserPumpeffekt zu erzielen.

Drainagetechniken für die Strömungsrichtung des Sinus sphenoparietalis

Der Sinus sphenoparietalis ist stark am Os parietale fixiert und zieht intrakraniell an der Sutura coronalis und am Rand der Ala minor ossis sphenoidalis entlang zum Sinus cavernosus. Der Sinus sphenoparietalis nimmt Duravenen, Diploevenen und die V. cerebri media superficialis auf.
Strömungsrichtung des Sinus sphenoparietalis:
Sinus sphenoparietalis lateraler Teil des Sinus cavernosus Sinus petrosus superior Sinus sigmoideus V. jugularis interna bzw. Plexus venosus foraminis occipitalis
oder:
Sinus sphenoparietalis lateraler Teil des Sinus cavernosus Venenplexus der Foramina der mittleren Schädelgrube und Plexus venosus foraminis occipitalis
Pumptechnik für das Foramen jugulare
Wir haben diese Technik der Ohrzug-Ohrzug-Pumpe:Foramen jugularePumpe bereits weiter oben beschrieben (Kap. 18.3.5). Man kann die Ohrzug-Pumptechnik auch bilateral anwenden.
Pumptechnik für den Sinus sigmoideus
Wir haben diese Pumptechnik bereits beschrieben (Kap. 18.4.1).
Pumptechnik für den Sinus petrosus superior
Pumptechnik:Sinus petrosus superiorDer Sinus petrosus superior wird vom Ansatz des Tentorium cerebelli am oberen Rand der Pars petrosa ossis temporalis gebildet. Er verbindet den Sinus cavernosus mit dem Sinus transversus.
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage, der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege.
Handposition: Der Therapeut legt die eine (linke) Hand flach unter das Os occipitale, sodass Zeige- und Mittelfinger auf dem Processus mastoideus des (rechten) Os temporale auf der Läsionsseite liegen. Mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger der anderen (rechten) Hand hält er den Processus zygomaticus des (rechten) Os temporale auf der Läsionsseite (Abb. 18.30).
Ausführung: Der Therapeut konzentriert sich auf den GeweberhythmusGeweberhythmus.
  • Während der Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) führt er den Processus zygomaticus des Os temporale nach anterior-inferior-lateral und den Processus mastoideus des Os temporale nach posterior-superior-median (Außenrotation:Os temporaleAußenrotation des Os temporale), damit das Tentorium cerebelli mehr unter Zugspannung:Tentorium cerebelliZugspannung kommt und sich das Lumen des Sinus petrosus superior viskoelastisch verändert.

  • Während der Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) verstärkt er die Bewegung des Processus zygomaticus des Os temporale nach posterior-superior-median und des Processus mastoideus des Os temporale nach anterior-inferior-lateral (Innenrotation:Os temporaleInnenrotation des Os temporale), damit sich die Knochen und das Lumen des Sinus petrosus superior viskoelastisch wieder normalisieren.

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschiebung (jeweils verbunden mit einem Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venösen Pumpeffekt:venöserPumpeffekt zu erzielen.
Pumptechnik für den Sinus cavernosus
Pumptechnik:Sinus cavernosusDer Sinus cavernosus bildet eine Sammelstelle aus verschmolzenen Venengeflechten, die unterschiedlich viele Trabekelstrukturen oder Zwischenwände der kranialen Meningen mit Fettgewebe aufweist. Er ist etwa 2 cm lang und 3 cm breit und erstreckt sich von der Fissura orbitalis superior bis zur Spitze der Felsenbeinpyramide.
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage, der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege.
Handposition: Der Therapeut legt eine (linke) Hand unter den Hinterkopf der Patientin, sodass er beide Processus mastoidei mit dem Daumen und dem Mittel- und Ringfinger umgreifen kann. Mit der anderen (rechten) Hand hält er beiden Alae majores ossis sphenoidalis der Patientin (Abb. 18.31).
Ausführung: Der Therapeut konzentriert sich auf den GeweberhythmusGeweberhythmus.
  • Während der Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) führt er beide Processus mastoidei nach posterior-median und beide Alae majores ossis sphenoidalis nach anterior, damit das Tentorium cerebelli mehr unter eine dorsoventrale Zugspannung kommt und sich das Lumen der Sinus cavernosi viskoelastisch verändert.

  • Während der Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) verstärkt er die Bewegung der beiden Processus mastoidei nach anterior und der beiden Alae majores ossis sphenoidalis nach posterior, damit sich die Knochen und das Lumen des Sinus cavernosus viskoelastisch wieder normalisieren.

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschiebung (jeweils verbunden mit einem Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venösen Pumpeffekt:venöserPumpeffekt zu erzielen.
Pumptechnik für den Plexus venosus foraminis occipitalis
Als Pumptechnik für den Plexus venosus foraminis occipitalis kann man eine Technik zur Weitung-Verkleinerung des Foramen magnum anwenden. Diese haben wir weiter oben bereits beschrieben (Kap. 18.3.2).
Pumptechnik für den Sinus sphenoparietalis
Pumptechnik:Sinus sphenoparietalisAusgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage, der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege.
Handposition: Der Therapeut legt beide Mittelfinger bilateral hinter die Processus zygomatici des Os frontale. Die Daumen sind dorsal der Sutura coronalis und über der Sutura sagittalis gekreuzt und jeweils auf das heterolaterale Os parietale aufgesetzt, die Zeigefinger liegen neben der Sutura metopica. Die Ring- und Kleinfinger stützen sich locker im seitlichen Schädelbereich ab (Abb. 18.32).
Ausführung: Der Therapeut konzentriert sich auf den GeweberhythmusGeweberhythmus.
  • Während der Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) schiebt er die Sutura metopica mit den Zeigefingern dorsalwärts und führt dann die Processus zygomatici des Os frontale mit den Mittelfinger nach anterior-lateral und die Ossa parietalia mit den Daumen lateralwärts auseinander, damit das Tentorium cerebelli mehr unter eine laterolaterale Zugspannung kommt und sich das Lumen der Sinus sphenoparietales viskoelastisch verändert.

  • Während der Abschwellphase des GeweberhythmusGeweberhythmus (Extension kraniosakral) führt er die Processus zygomatici des Os frontale mit den Mittelfinger nach posterior-median und die Ossa parietalia mit den Daumen medianwärts zueinander und lässt die Sutura metopica nach ventral zurückkehren, damit sich die Knochen und das Lumen der Sinus sphenoparietales viskoelastisch wieder normalisieren.

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschiebung (jeweils verbunden mit einem Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venösen Pumpeffekt:venöserPumpeffekt zu erzielen.

Drainagetechniken für die Strömungsrichtung des Sinus ophthalmopetrosus

Drainagetechniken:sinus ophthalmopetrosusDer Sinus ophthalmopetrosus zieht vom äußeren Winkel der Fissura orbitalis superior nach dorsomedial zur Vorderfläche der Pars petrosa ossis temporalis. Er bekommt venöse Zuflüsse aus dem Sinus sphenoparietalis, von den Vv. ophthalmicae, Vv. cerebri inferiores und Vv. meningeae und drainiert zum Sinus petrosus superior, zum Sinus petrosus inferior und zu den Venenplexus der Foramina der Schädelbasis sowie der Plexus basilaris.
Drei mögliche Strömungsrichtungen des Sinus ophthalmopetrosus (Abb. 6.6):
  • 1.

    V. ophthalmica superior und V. ophthalmica inferior V. ophthalmica durch die Fissura orbitalis superior nach dorsal Sinus cavernosus Sinus petrosus superior und inferior V. jugularis interna bzw. Plexus basilaris Plexus venosus foraminis occipitalis

  • 2.

    V. ophthalmica superior und V. ophthalmica inferior durch die Orbita nach ventral V. angularis und V. supraorbitalis (nasofrontalis) V. facialis V. jugularis interna

  • 3.

    V. ophthalmica inferior zum Teil durch die Fissura orbitalis inferior Plexus pterygoideus V. retromandibularis V. jugularis interna und Confluens condylaris anterior bzw. Plexus venosus foraminis occipitalis

Pumptechnik für das Foramen jugulare
Diese Ohrzug-Ohrzug-Pumpe:Foramen jugularePumpe haben wir bereits weiter oben beschrieben (Kap. 18.3.5). Man kann sie auch bilateral anwenden.
Pumptechnik für den Plexus venosus foraminis occipitalis
Man kann hier eine Pumptechnik zur Weitung-Verkleinerung des Foramen magnum anwenden (Kap. 18.3.2).
Pumptechnik für den Plexus pterygoideus
Pumptechnik:Plexus pterygoideusDer Plexus pterygoideus bildet einen starken Venenplexus, der sich zwischen dem M. pterygoideus medialis und dem M. pterygoideus lateralis sowie zwischen dem M. pterygoideus lateralis und dem M. temporalis befindet (Abb. 12.24). In den Plexus pterygoideus drainieren allgemein Venen der Orbita, der Nasen- und Nasennebenhöhlen, vom Dach und von der lateralen Wand der Mundhöhle, des Nasopharynx, der Kaumuskeln (außer dem M. masseter) und der Zähne. Es gibt darüber hinaus Vv. emissariae, die den extrakraniellen Plexus pterygoideus mit dem intrakraniellen Sinus cavernosus verbinden, beispielsweise durch das Foramen ovale und den Knorpel des Foramen lacerum hindurch.
Techniken für die Kaumuskulatur haben wir bereits an anderer Stelle beschrieben (Kap. 15.3). Hier präsentieren wir eine Variante für den Plexus pterygoideus.
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage und hat den Kopf eventuell leicht zur heterolateralen (linken) Seite gedreht. Der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege.
Handposition: Der Therapeut umgreift mit der einen (linken) Hand das Schädeldach der Patientin, wobei die Handfläche das Os parietale der Läsionsseite (rechts) stützt. Mit der anderen (rechten) Hand hält er den homolateralen (rechten) Unterkiefer der Patientin, sodass die Handfläche auf dem Corpus mandibulae der Läsionsseite (rechts) liegt (Abb. 18.33).
Ausführung: Der Therapeut nimmt den Rhythmus der Zwerchfellatmung oder den GeweberhythmusGeweberhythmus (Kraniosakralrhythmus) auf und fordert die Patientin auf, tief ein- und auszuatmen.
  • Während der Einatmung oder Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) führt er auf der Läsionsseite (rechts) das Os parietale und das Corpus mandibulae kraniokaudal auseinander, um die myofaszialen Strukturen um den Plexus pterygoideus zu Dehnen:Plexus pterygoideusdehnen.

  • Während der Ausatmung oder Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) führt er das Os parietale und das Corpus mandibulae auf der Läsionsseite (rechts) kraniokaudal zueinander, um eine Entspannung:Plexus pterygoideusEntspannung der myofaszialen Strukturen um den Plexus pterygoideus zu bewirken.

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschiebung (jeweils verbunden mit einem Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung)
durchlaufen werden, um einen venolymphatischen Pumpeffekt:venolymphatischerPumpeffekt zu erzielen.
Orbita-Pumpe
Orbita-PumpeAusgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage. Der Therapeut sitzt am Kopfende heterolateral (links) neben der Patientin.
Handposition: Der Mittelfinger der kaudalen (linken) Hand liegt auf der Läsionsseite (rechts) auf dem Os zygomaticum, der Zeigefinger auf der Facies anterior der Maxilla und der Daumen auf der Facies anterior der Maxilla der Gegenseite (links).
Mittel- und Zeigefinger der kranialen (rechten) Hand liegen auf der Läsionsseite (rechts) auf dem supraorbitalen Rand des Os frontale, der Ringfinger auf der Ala major ossis sphenoidalis und der Daumen auf dem Os frontale der Gegenseite (links) (Abb. 18.34).
Die Finger dringen sanft und äußerst langsam in die Knochen ein, bis die Knochen viskoelastisch aufweichen.
Ausführung: Der Therapeut konzentriert sich nun auf die Zwerchfellatmung oder auf den GeweberhythmusGeweberhythmus. Er fordert die Patientin auf, während der Flexionsphase tief ein- und während der Extensionsphase tief auszuatmen.
  • Während der Einatmung oder Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) wird die Orbita:Weiten in laterolateraler RichtungOrbita:Weiten in kraniokaudaler RichtungAufweiten:OrbitaOrbita mit beiden Händen in kraniokaudaler und laterolateraler Richtung geweitet.

  • Während der Ausatmung oder Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) wird die Orbita:ZusammenschiebenOrbita Zusammenschieben:Orbitazusammengeschoben.

  • Dadurch entsteht eine rhythmisch pumpende Technik für die Orbita-PumpeOrbita.

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschiebung (jeweils verbunden mit einem Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venösen Pumpeffekt:venöserPumpeffekt zu erzielen.
Pumptechnik für den Sinus sigmoideus
Wir haben diese Pumptechnik bereits weiter oben beschrieben (Kap. 18.4.1).
Pumptechnik für den Sinus petrosus superior
Wir haben diese Technik bereits weiter oben beschrieben (Kap. 18.4.3).
Pumptechnik für den Sinus petrosus inferior
Pumptechnik:Sinus petrosus inferiorHier könnte man beispielsweise eine Ohrzug-Pumptechnik anwenden (Kap. 18.3.5). Trotzdem möchte ich zusätzlich eine Art Recoil-Recoil-Pumptechnik:Sinus petrosus inferiorPumptechnik vorstellen.
Der Sinus petrosus inferior verbindet normalerweise den Sinus cavernosus und die V. jugularis interna. Er verläuft an der Fissura:petrooccipitalisFissura petrooccipitalis entlang und verlässt die Schädelhöhle eigentlich schon vor dem Foramen jugulare durch diese Fissura petrooccipitalis oder durch das Foramen lacerum hindurch und wird ab dort Sinus:petrooccipitalisSinus petrooccipitalis genannt. Er erreicht dann von der Außenseite der Schädelbasis her den Bulbus superior venae jugularis interna.
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage, der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege.
Handposition: Der Therapeut umgreift den Hinterkopf der Patientin mit beiden Händen, wobei die Daumenballen bilateral auf den Processus mastoidei und die Finger unter dem Okziput liegen (Abb. 18.35). Die Finger dringen sanft und äußerst langsam in die Knochen ein, bis die Knochen viskoelastisch aufweichen.
Ausführung: Der Therapeut konzentriert sich nun auf die Zwerchfellatmung oder auf den GeweberhythmusGeweberhythmus. Er fordert die Patientin auf, während der Flexionsphase tief ein- und während der Extensionsphase tief auszuatmen.
  • Während der Einatmung oder Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) führt er beide Processus mastoidei nach median, damit die Sutura petrooccipitalis und der Sinus petrosus inferior zusammengedrückt werden.

  • Während der Ausatmung oder Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) wird der Druck auf die Processus mastoidei plötzlich oder langsam viskoelastisch gelockert, damit sich die Sutura petrooccipitalis und der Sinus petrosus inferior plötzlich oder langsam weiten und sozusagen ein SogeffektSogeffekt entsteht.

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschiebung (jeweils verbunden mit einem Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venösen Pumpeffekt:venöserPumpeffekt zu erzielen.
Pumptechnik für den Sinus cavernosus
Wir haben diese Pumptechnik bereits weiter oben beschrieben (Kap. 18.4.3).
Pumptechnik für die Fissura orbitalis inferior
Wir haben diese Pumptechnik bereits weiter oben beschrieben (Kap. 18.3.7).

Drainagetechniken für die Strömungsrichtung des Plexus venosus foraminis occipitalis

Drainagetechniken:Plexus venosus foraminis occipitalisManche Autoren fassen den Plexus venosus foraminis occipitalis als obersten Abschnitt des Plexus venosus vertebralis internus auf. Der Plexus venosus foraminis occipitalis steht ventral mit dem Plexus basilaris, lateral mit dem Plexus venosus canalis hypoglossi und dorsal mit dem Sinus occipitalis in Verbindung. Zusätzliche Anastomosen mit dem Plexus venosus foraminis occipitalis bilden (Perforans-)Venen im Bereich der Membranae atlantooccipitalis und atlantoaxialis, die Verbindungen mit dem Plexus suboccipitalis, den Vv. vertebrales und den Vv. cervicales profundae aufbauen (Kap. 6).
Strömungsrichtung des Plexus venosus foraminis occipitalis:
Pumptechnik für den Plexus venosus foraminis occipitalis
Man kann eine Pumptechnik zur Weitung-Verkleinerung des Foramen magnum anwenden, wie bereits weiter oben beschrieben (Kap. 18.3.2).
Pumptechnik für den Sinus occipitalis
Pumptechnik:Sinus occipitalisDer Sinus occipitalis verläuft im Ansatz der Falx cerebelli an der Crista occipitalis interna nach kaudal. Er teilt sich oberhalb des Foramen occipitale magnum in die zwei Schenkel des Sinus marginalis auf, die jeweils im Sinus sigmoideus der entsprechenden Seite enden, aber auch etliche Verbindungen mit dem Plexus venosus foraminis occipitalis aufweisen (Kap. 6). Der Sinus occipitalis nimmt Duravenen und Vv. diploicae occipitales auf.
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage, der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege.
Handposition: Der Therapeut umgreift den Hinterkopf der Patientin mit beiden Händen, sodass die beiden Daumenballen bilateral auf der Squama occipitalis (dorsal des Processus mastoideus) und die Fingerspitzen der Ring- und Kleinfinger parallel an der Crista occipitalis externa liegen (Abb. 18.36). Die Finger dringen sanft und äußerst langsam in die Knochen ein, bis die Knochen aufweichen.
Ausführung: Der Therapeut konzentriert sich nun auf die Zwerchfellatmung oder auf den GeweberhythmusGeweberhythmus. Er fordert die Patientin auf, tief ein- und auszuatmen.
  • Während der Ausatmung oder Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) führt er beide Seiten der Squama occipitalis nach median, damit die Squama und der Sinus occipitalis zusammengedrückt werden.

  • Während der Einatmung oder Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) lässt er mit dem Druck auf beiden Seiten der Squama occipitalis plötzlich nach, damit sich die Squama und der Sinus occipitalis plötzlich oder langsam viskoelastisch weiten und sozusagen ein SogeffektSogeffekt entsteht.

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschiebung (jeweils verbunden mit einem Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venösen Pumpeffekt:venöserPumpeffekt zu erzielen.
Pumptechnik für den Plexus basilaris
Pumptechnik:Plexus basilarisDer Plexus basilaris bildet ein intrakraniales Venengeflecht auf der Pars basilaris des Os occipitale. Er nimmt venöse Anastomosen des Sinus intercavernosus posterior und der Sinus petrosi auf und drainiert dann zu einem Venengeflecht um das Foramen magnum herum: den Plexus venosus foraminis occipitalis. Dieser Plexus steht mit den Plexus venosi vertebrales interni im Wirbelkanal in Verbindung.
Man kann hier eine Technik zur Weitung-Verkleinerung des Schädelbasis anwenden, die wir bereits weiter oben als Schädelbasispumpe beschrieben haben (Kap. 18.3.1).

Allgemeine Pumptechniken für den Schädel

Fronto-parieto-okzipitale Pumptechnik

Bei dieser Technik ist es das Ziel, Spannungsauagleich:Schädelbasis und SchädeldachSpannungen in den Verbindungszonen zwischen Schädelbasis und Schädeldach auszugleichen und damit das ganze Membransystem in der Sagittalebene (Falx cerebri und Falx cerebelli) durch Pumpen zu entspannen. Das hilft auch, die Drainage der venösen Sinusdrainage:venöseSinus, besonders die Strömung im Sinus sagittalis superior, im Sinus sagittalis inferior, im Plexus venosus foraminis occipitalis und in den Venenplexus der Schädelbasis zu verbessern.
Atlanto-okzipitale Phase 1
Pumptechnik:atlanto-okzipitale Phaseatlanto-okzipitale Phase:PumptechnikAusgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage. Der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege, (links) neben der Patientin.
Handposition: Die Fingerspitzen der kranialen (rechten) Hand nehmen Kontakt mit dem Arcus posterior von C1 auf. Die kaudale (linke) Hand liegt in der kranialen (rechten) Hand und hält das Os ocipitale möglichst nah am Foramen magnum. Die Finger der kranialen (rechten) Hand dringen allmählich tiefer in die Nackenmuskulatur ein und suchen den Atlasbogen auf (Abb. 18.37).
Ausführung: Der Therapeut konzentriert sich nun auf den GeweberhythmusGeweberhythmus.
  • Während der Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) führt er die Squama occipitalis mit der kaudalen (linken) Hand nach dorsokranial und fixiert den Atlasbogen nach ventral.

  • Während der Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) lässt er das Os occipitale und den Atlas wieder zurückkehren.

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschiebung (jeweils verbunden mit einem Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venolymphatischen Pumpeffekt:venolymphatischerPumpeffekt im Subokzipitalbereich zu erzielen.
Zur Verstärkung des Effekts kann man die Patientin auffordern, ihre Zwerchfellatmung an den Geweberhythmus:und ZwerchfellatmungGeweberhythmus (Kraniosakralrhythmus) anzupassen und über einige Phasen zu synchronisieren.
  • Während der Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) soll sie tief einatmen und

  • während der Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) tief ausatmen.

Alternative Handposition für die atlanto-okzipitale Phase 1
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage. Der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege.
Handposition: Mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger einer (der linken) Hand wird Kontakt mit den Processus transversi des Atlas aufgenommen. Die andere (rechte) Hand liegt flach unter dem Os occipitale, sodass die Finger möglichst nah ans Foramen magnum heranreichen, der Mittelfinger auf der Crista occipitalis externa und der Daumen nach kranial abgespreizt auf der Sutura sagittalis liegt (Abb. 18.38).
Ausführung: wie oben beschrieben.
Okzipito-okzipitale Phase 2
Pumptechnik:okzipito-okzipitale Phaseokzipito-okzipitale Phase:PumptechnikAusgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage. Der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege.
Handposition: Die kaudale (linke) Hand liegt in der kranialen (rechten) Hand und nimmt jetzt Kontakt mit der Squama occipitalis oberhalb der Protuberantia occipitalis externa auf; der Mittelfinger der kranialen (rechten) Hand bildet die Verlängerung der Crista occipitalis externa.
Die kraniale (rechte) Hand nimmt möglichst nah am Foramen magnum Kontakt zum Okziput auf, und der Mittelfinger liegt auf der Crista occipitalis externa (ähnlich wie Abb. 18.37).
Ausführung: Der Therapeut konzentriert sich erneut auf den GeweberhythmusGeweberhythmus.
  • Während der Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) führt er beide Hände auseinander und weitet so die Squama occipitalis in kraniokaudaler Richtung.

  • Während der Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) führt er beide Hände wieder zueinander und schiebt so die Squama occipitalis kraniokaudal zusammen.

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschiebung (jeweils verbunden mit einem Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venolymphatischen Pumpeffekt:venolymphatischerPumpeffekt im Subokzipitalbereich zu erzielen.
Zur Verstärkung des Effekts kann man die Patientin auffordern, ihre Zwerchfellatmung an den Geweberhythmus:und ZwerchfellatmungGeweberhythmus (Kraniosakralrhythmus) anzupassen und über einige Phasen zu synchronisieren.
  • Während der Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) soll sie tief einatmen und

  • während der Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) tief ausatmen.

Fronto-okzipito-okzipitale Phase 3
Pumptechnik:fronto-okzipito-okzipitale Phasefronto-okzipito-okzipitale Phase:PumptechnikAusgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage. Der Therapeut sitzt seitlich (links) am Kopfende der Liege.
Handposition: Die kaudale (linke) Hand liegt in der kranialen (rechten) Hand und nimmt oberhalb der Protuberantia occipitalis externa Kontakt mit der Squama occipitalis auf, der Mittelfinger liegt auf der Sutura sagittalis. Mit der Innenfläche der kaudalen (linken) Hand und dem Unterarm wird sanft Kontakt mit der Sutura sagittalis und dem Os frontale hergestellt. Die kraniale (rechte) Hand berührt das Os occipitale möglichstnah am Foramen magnum, wobei der Mittelfinger auf der Crista occipitalis externa liegt (Abb. 18.39).
Ausführung: Der Therapeut konzentriert sich erneut auf den GeweberhythmusGeweberhythmus.
  • Während der Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion) rollen sich alle Kontaktpunkte der kaudalen (linken) Hand und des Unterarms sozusagen kaudalwärts zusammen. Gleichzeitig schiebt die kraniale (rechte) Hand die Squama occipitalis nach ventral, damit sich sowohl der dorsoventrale als auch der kraniokaudale Durchmesser des Schädels verkleinern.

  • Während der Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension) lösen sich die Kontaktpunkte der kaudalen (linken) Hand und des Unterarms, indem sie sozusagen kranialwärts wieder auseinander rollen. Die kraniale (rechte) Hand führt dabei die Squama occipitalis nach dorsal zurück. Dadurch vergrößern sich sowohl der dorsoventrale als auch der kraniokaudale Durchmesser des Schädels wieder.

Es sollen mehrere Phasen dieser Weitung und Zusammenschiebung (jeweils verbunden mit einem Nachgeben der Gewebe und einem Gefühl von Wärme und Entspannung) durchlaufen werden, um einen venösen Pumpeffekt:venöserPumpeffekt im sagittalen Schädelbereich zu erzielen.
Zur Verstärkung des Effekts kann man die Patientin auffordern, ihre Zwerchfellatmung an den Geweberhythmus:und ZwerchfellatmungGeweberhythmus (Kraniosakralrhythmus) anzupassen und über einige Phasen zu synchronisieren.
  • Während der Anschwellphase des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) soll sie tief einatmen und

  • während der Abschwellphase des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) tief ausatmen.

Alternative Handposition für die fronto-okzipito-okzipitale Phase 3
Beide Daumen liegen nebeneinander auf der Sutura sagittalis. Der Mittelfinger der einen Hand wird auf die Sutura metopica und die Sutura sagittalis gesetzt, sodass er mit seiner Fingerspitze die Glabella berührt, und der Daumen ist nach dorsal abgespreizt (Abb. 18.40). Mittelfinger und Daumen der anderen Hand liegen ebenfalls gespreizt in der Ebene der Sutura sagittalis, aber der Mittelfinger weist jetzt in Richtung des Foramen magnum, während der Daumen nach ventral abgespreizt ist.

Spheno-okzipitale Pumptechnik

spheno-okzipitale PumptechnikPumptechnik:spheno-okzipitaleAusgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage. Der Therapeut sitzt am Kopfende der Liege, leicht seitlich versetzt, z. B. nach links.
Handposition: Die kraniale (rechte) Hand des Therapeuten nimmt möglichst nah am Foramen magnum Kontakt mit dem Okziput auf und ist in der Längsachse des Körpers orientiert. Mit Daumen und Mittelfinger der kaudalen (linken) Hand hält der Therapeut die Alae majores ossis sphenoidalis.
Ausführung:
  • Während der Anschwellbewegung des GeweberhythmusGeweberhythmus (Flexion kraniosakral) führt er die Alae majores mit der kaudalen (linken) Hand nach ventrokaudal und das Os occipitale mit der kranialen (rechten) Hand (Pars basilaris ventrokranialwärts) in eine Flexion:Os occipitaleFlexion (Abb. 18.41).

  • Während der Abschwellbewegung des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) führt er die Alae majores nach dorsokranial und das Os occipitale in eine Extension:Os occipitaleExtension (Pars basilaris dorsokaudalwärts).

  • Damit induziert er eine Verstärkung des Geweberhythmus.

Alternative Handposition für die spheno-okzipitale Pumptechnik
Beide Hände liegen unter dem Okziput und die Daumen berühren bilateral die Alae majores des Os sphenoidale (Abb. 18.42).
  • Der Therapeut führt bei der Anschwellbewegung des Geweberhythmus (Flexion kraniosakral) die Alae majores mit beiden Daumen nach ventrokaudal und das Os occipitale mit allen Fingern in eine Flexion (Pars basilaris ventrokranialwärts).

  • Während der Abschwellbewegung des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) führt er die Alae majores dann wieder nach dorsokranial und das Os occipitale in eine Extension (Pars basilaris dorsokaudalwärts) und induziert damit eine Verstärkung des Geweberhythmus.

Spheno-maxilläre Pumptechnik

spheno-maxilläre PumptechnikPumptechnik:spheno-maxilläreAusgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage. Der Therapeut sitzt am Kopfende, etwas seitlich (links) versetzt.
Handposition: Mittel- und Zeigefinger der kaudalen (linken) Hand stützt er sich intraoral bilateral gegen die Innenseite der Maxilla. Mit Daumen und Mittelfinger der kranialen (rechten) Hand umgreift er bilateral die Alae majores des Os sphenoidale.
Ausführung:
  • Während der Anschwellbewegung des GeweberhythmusGeweberhythmus (Flexion kraniosakral) führt er die Alae majores mit der kranialen (rechten) Hand in eine Flexion nach ventrokaudal und spreizt gleichzeitig mit Mittel- und Zeigefinger der kaudalen (linken) Hand auseinander und die Maxilla in eine Außenrotation:MaxillaAußenrotation (Abb. 18.43).

  • Während der Abschwellbewegung des Geweberhythmus (Extension kraniosakral) führt er die Alae majores des Os sphenoidale in eine Extension nach dorsokranial und lässt gleichzeitig die Finger zueinander und die Maxilla in eine Innenrotation:MaxillaInnenrotation zurückkehren.

Eventuell kann eine Synchronisierung mit der normalen Atmung erfolgen, indem die Anschwellbewegung des Geweberhythmus mit einer tiefen Einatmung und die Abschwellbewegung des Geweberhythmus mit einer tiefen Ausatmung kombiniert wird.

Okzipito-maxilläre Pumptechnik

Pumptechnik:okzipito-maxilläreokzipitomaxilläre PumptechnikAusgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage. Der Therapeut sitzt am Kopfende, etwas seitlich (links) versetzt.
Handposition: Mittel- und Zeigefinger der kaudalen (linken) Hand werden intraoral bilateral an der Innenseite der Maxilla abgestützt. Die kraniale (rechte) Hand liegt flach unter dem Os occipitale.
Ausführung:
  • Der Therapeut führt während der Anschwellbewegung des GeweberhythmusGeweberhythmus das Os occipitale mit der kranialen (rechten) Hand in eine kraniosakrale Flexion (Pars basilaris nach ventrokranial) und spreizt gleichzeitig mit den intraoralen Fingern der kaudalen (linken) Hand die Maxilla in eine Außenrotation:MaxillaAußenrotation (Abb. 18.44).

  • Während der darauf folgenden Abschwellbewegung des Geweberhythmus führt er das Os occipitale wieder in eine kraniosakrale Extension (Pars basilaris nach dorsokaudal) und lässt gleichzeitig die Maxilla in eine Innenrotation:MaxillaInnenrotation zurückkehren.

Eventuell kann eine Synchronisierung mit der normalen Atmung erfolgen, indem die Anschwellbewegung des Geweberhythmus mit einer tiefen Einatmung und die Abschwellbewegung des Geweberhythmus mit einer tiefen Ausatmung kombiniert wird.

Fronto-spheno-vomerale Pumptechnik

Pumptechnik:fronto-spheno-vomeralefronto-spheno-vomerale PumptechnikAusgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage. Der Therapeut sitzt am Kopfende, etwas seitlich (links) neben der Patientin.
Handposition: Der Mittel- oder Zeigefinger der kaudalen (linken) Hand wird intraoral auf den Kreuzungspunkt der Sutura palatina mediana mit der Sutura palatina transversa gesetzt und der Daumen eventuell auf die Glabella.
Mit Daumen und Mittelfinger der kranialen (rechten) Hand umgreift der Therapeut bilateral das Os frontale an den beiden Cristae frontales.
Ausführung:
  • Der Therapeut induziert die Bewegung, indem er in einer ersten Zeit während der Abschwellbewegung (Extension kraniosakral) des GeweberhythmusGeweberhythmus mit dem Mittelfinger der kaudalen (linken) Hand leicht kranialwärts auf den Kreuzungspunkt:Suturae palatinaeKreuzungspunkt der Suturae palatinae im Gaumen drückt und gleichzeitig die beiden Cristae frontales mit der kranialen (rechten) Hand zusammenführt (Abb. 18.45).

  • Während der Anschwellbewegung (Flexion kraniosakral) des Geweberhythmus lässt er mit dem Druck auf den Kreuzungspunkt der Suturae palatinae nach und übt stattdessen mit dem Daumen der kaudalen (linken) Hand leichten Druck nach dorsal auf die Glabella aus. Gleichzeitig hebt er mit der kranialen (rechten) Hand die Cristae frontales nach ventral und lateral.

Eventuell kann eine Synchronisierung mit der normalen Atmung erfolgen.
Achtung: Es darf niemals mit Gewalt etwas erzwungen werden; der Beginn des Geweberhythmus:induzierenGeweberhythmus soll wirklich nur induziert werden!

Okzipito-vomerale Pumptechnik

Pumptechnik:okzipito-vomeraleokzipito-vomerale PumptechnikAusgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage. Der Therapeut sitzt am Kopfende etwas seitlich (links) neben der Patientin.
Handposition: Der Mittel- oder Zeigefinger der kaudalen (linken) Hand stützt sich intraoral auf den Kreuzungspunkt der Suturae palatinae. Mit der kranialen (rechten) Hand wird das Os occipitale umfasst (Abb. 18.46).
Ausführung:
  • Der Therapeut induziert die Bewegung, indem er zuerst mit dem linken Zeigefinger leicht kranialwärts auf den Kreuzungspunkt:Suturae palatinaeKreuzungspunkt der Suturae palatinae im Gaumen drückt und gleichzeitig während der Abschwellbewegung des GeweberhythmusGeweberhythmus das Os occipitale mit der kranialen (rechten) Hand in eine kraniosakrale Extension (Pars basilaris nach dorsokaudal) führt.

  • Während der Anschwellbewegung des Geweberhythmus führt er mit der kranialen Hand das Okziput in eine kraniosakrale Flexion (Pars basilaris nach ventrokranial) und lässt den Gaumen wieder nach kaudal zurückkehren.

Eventuell kann eine Synchronisierung mit der normalen Atmung erfolgen, indem die Anschwellbewegung mit einer tiefen Einatmung und die Abschwellbewegung mit einer tiefen Ausatmung kombiniert werden.

Überdrucktechnik für die Tuba auditiva, das Mastoid und die Mandeln

Die Tuba auditiva (Eustachi-Röhre)Tuba auditiva (Eustachi-Röhre), die den Nasenrachenraum (NasopharynxNasopharynx) mit der PaukenhöhlePaukenhöhle (Mittelohr) verbindet, ist im medialen, rachennahen Teil aus elastischem Knorpel aufgebaut und ganz mit Schleimhaut ausgekleidet. Die Tuba auditiva sorgt für den Druckausgleich:Tuba auditivaDruckausgleich und ermöglicht das Abfließen von Schleimhautsekreten des Mittelohrs. Sie besteht aus einem knöchernen Abschnitt, der an die Paukenhöhle anschließt und eine Länge von ca. 11–12 mm hat, und aus einem knorpeligen Abschnitt, der seitlich oben im Nasopharynx mündet und eine Länge von 24–25 mm hat (Kap. 12) (Lang 1995). Damit ist sie insgesamt ca. 3–4 cm lang. Vom Canalis musculotubarius zieht sie in einem Winkel von 30–40 zur Horizontalebene nach ventromedial-kaudal durch die Fissura sphenopetrosa zum Nasopharynx, wo sie mit dem Ostium pharyngeum tubae auditivae endet.
Nach einer RachenentzündungRachenentzündung, MittelohrentzündungMittelohrentzündung, TonsillitisTonsillitis, MastoiditisMastoiditis oder TonsillektomieTonsillektomie kann es zu Schleimhautschwellungen kommen, die den Tubeneingang verschließen und somit den Druckausgleich im Innenohr behindern und eventuell sogar zu einem TinnitusTinnitus oder zu rezidivierenden Mittelohrentzündungen führen.
Anwendung bei Erwachsenen
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage. Der Therapeut sitzt am Kopfende. Seine Hände liegen gekreuzt unter dem Okziput, wobei sich die beiden Daumenballen bilateral gegen die Processus mastoidei stützen. Der Therapeut neigt sich vor, um mit einer (rechten) Schulter sanft das Os frontale der Patientin zu berühren (Abb. 18.47).
Ausführung:
  • Phase 1: Der Therapeut folgt dem GeweberhythmusGeweberhythmus und induziert mit beiden Händen eine starke Anschwellbewegung des Geweberhythmus, indem er beide Ossa temporalia in eine Außenrotation:Processus mastoideiAußenrotation (Processus mastoidei nach dorsomedian) führt und sie am Ende dieser Bewegung außenrotiert hält. Gleichzeitig übt er mit der Schulter auf dem Os frontale Druck nach dorsal in Höhe der Glabella aus. Diese Position wird über einige Zyklen des Geweberhythmus beibehalten.

  • Phase 2: Der Therapeut folgt wieder dem Geweberhythmus und induziert erneut mit beiden Händen an den Processus mastoidei eine starke Anschwellbewegung des Geweberhythmus, während er die Patientin auffordert, den Bauch zu wölben, tief einzuatmen und dann die Luft anzuhalten, eventuell auch leicht zu pressen. Während dieser Apnoe übt er ein paar Mal rhythmischen Druck mit den Händen auf die Processus mastoidei und mit der Schulter auf die Glabella aus. Danach darf die Patientin wieder ausatmen und der Therapeut löst seinen Druck.

  • Phase 3: Der Therapeut hält mit der kranialen (rechten) Hand das Os occipitale oder umgreift, falls es möglich ist, mit Daumen und Mittelfinger beide Processus mastoidei. Mit der kaudalen (linken) Hand fasst er den Larynx allgemein, ohne dabei die Larynxknorpel untereinander zu verschieben (Abb. 18.48).

    • Er folgt dem GeweberhythmusGeweberhythmus und induziert mit beiden Händen eine starke Anschwellbewegung des Geweberhythmus, indem er mit der kranialen (rechten) Hand das Os occipitale in eine kraniosakrale Flexion (Pars basilaris ventrokranialwärts) oder beide Ossa temporalia in eine Außenrotation:Processus mastoideiAußenrotation führt (Processus mastoidei nach dorsomedian).

    • Mit der kaudalen (linken) Hand führt er den Larynx während der Anschwellbewegung des Geweberhythmus kaudalwärts und fordert die Patientin auf, tief einzuatmen und den Bauch zu wölben.

    • Während der Abschwellbewegung des Geweberhythmus lässt er Schädelknochen und Larynx wieder zurückkehren. So werden mehrere Atemzyklen nacheinander verstärkt.

Es ist sinnvoll, nach Anwendung dieser Technik zu kontrollieren, ob sich die Ossa temporalia wieder symmetrisch dem Geweberhythmus anschließen! Falls nicht, sollte man die rhythmische symmetrische Bewegung der beiden Ossa temporalia wiederherstellen (induzieren).
Alternative Technik für Kinder
Ausgangsposition: Die Patientin befindet sich in Rückenlage, der Therapeut sitzt am Kopfende. Er setzt den Daumen oder Zeigefinger der einen (linken) Hand auf die Glabella. Seine andere (rechte) Hand liegt unter dem Kopf des Kindes und kann mit Daumen und Mittelfinger bilateral die Processus mastoidei umgreifen (Abb. 18.49).
Ausführung:
Der Therapeut folgt dem Geweberhythmus und induziert eine starke Anschwellbewegung des GeweberhythmusGeweberhythmus. Am Ende dieser Bewegung hält er die Ossa temporalia mit der unteren Hand bilateral in Außenrotation:Processus mastoideiAußenrotation (Processus mastoidei nach dorsomedian). Gleichzeitig übt er mit dem Daumen der oberen Hand Druck auf das Os frontale in Höhe der Glabella aus oder führt den Larynx kaudalwärts (wie vorher unter Phase 3 beschrieben).
Diese Haltung wird über einige Zyklen des Geweberhythmus beibehalten.
Die Patientin kann auch aufgefordert werden, tief einzuatmen und eventuell sogar die Luft anzuhalten, während der Therapeut leichte rhythmische Druckimpulse mit den Händen ausübt.
In der Regel ist diese rhythmische Druckanwendung über 3 bis 4 Atemzyklen angebracht.

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