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B978-3-437-22532-1.00026-4

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Rotes Auge

Michael Diestelhorst

Symptombeschreibung

Auge, rotesDas Symptom des roten Auges kann durch eine Reihe von Augenerkrankungen ausgelöst werden. Entscheidend ist, die einfachen und sich selbst limitierenden Erkrankungen von denjenigen zu unterscheiden, die einer regelmäßigen ophthalmologischen Kontrolle und Therapie bedürfen.

Infektion

Auge, rotesOphthalmia neonatorumOphthalmia neonatorumOphthalmia neonatorum: Bei einem Neugeborenen mit ausgeprägter mukopurulenter Konjunktivitis in den ersten 30 Lebenstagen wird häufig eine Ophthalmia neonatorum diagnostiziert. Die Lider und Bindehaut sind ödematös geschwollen, die Hornhaut muss unter Lupenvergrößerung auf mögliche Ulzerationen hin kontrolliert werden (Abb. 26.1, Farbtafel). Die Hornhautperforation und die folgende Endophthalmitis können sehr schnell zur Erblindung führen. Alle Säuglinge mit dieser Verdachtsdiagnose sollten umgehend einem Ophthalmologen vorgestellt werden. Gonokokken können die Hornhaut innerhalb von 24 Stunden penetrieren und eine Perforation auslösen. Chlamydieninfektionen, die während der Geburt übertragen wurden, können mit Otitis und Pneumonie verbunden sein.
Auge, rotesKonjunktivitis, bakterielleBakterielle KonjunktivitisKonjunktivitisbakterielle: Oft haben Kleinkinder aufgrund eines Verschlusses des nasolakrimalen Abflussweges verklebte Lider und tränende Augen. In der Regel ist die Hasner-Klappe bei Geburt offen. Persistiert der Verschluss des Ductus nasolacrimalis über die ersten 2 Lebensmonate hinaus, kann dies zu Infektionen im Bereich der abführenden Tränenwege führen (Abb. 26.2, Farbtafel). Die Infektion kann bei offener Hasner-Klappe in der Regel schnell durch lokale Antibiotika therapiert werden.
Auge, rotesKonjunktivitis, viraleVirale KonjunktivitisKonjunktivitisvirale: Bei viraler Konjunktivitis ist die Bindehautrötung und das tränende Auge in der Regel mit einer Infektion der oberen Atemwege vergesellschaftet. Periaurikuläre Lymphknotenschwellungen sind beschrieben. Die Symptome sollten innerhalb von 2 Wochen spontan abklingen. Eine ausreichende Hygiene ist erforderlich, um die übrigen Familienmitglieder vor Ansteckung zu schützen. Die virale Keratoconjunctivitis epidemica wurde bei Säuglingen und Kleinkindern sehr selten beobachtet.
Auge, rotesToxoplasmoseToxoplasmoseToxoplasmose: Hinter dem Symptom des roten Auges kann sich eine aktive Toxoplasmenretinitis verbergen. Die Übertragung erfolgt durch die Mutter nach Verzehr von rohem Fleisch oder Kontakt mit Katzen- und Hundefäzes. Die Entzündung kann die Vorderkammer, den Glaskörper und die Retina betreffen und ist mit einer Visusminderung verbunden. Der Fundusreflex (Brückner-Test) kann auffällig sein.

Allergie

Auge, rotesKonjunktivitis, heuschnupfenassoziierteHeuschnupfenassoziierte KonjunktivitisKonjunktivitisheuschnupfenassoziierte: Im Zusammenhang mit allergischer Ätiologie, insbesondere bei Atopikern (Asthma, Ekzeme und Heuschnupfen) können juckende, rote Augen zusätzlich fadenförmige mukoide Bindehautauflagerungen zeigen. Die chronische Applikation steroidhaltiger Augentropfen oder -salben soll mit Rücksicht auf Steroidresponse (ca. 30 % der Patienten; iatrogenes Sekundärglaukom, iatrogene Sekundärkatarakt) nicht erfolgen.
Auge, rotesKeratoconjunctivitis vernalisKeratoconjunctivitis vernalisKeratoconjunctivitis vernalis: Diese allergische Erkrankung kann schwere Bindehaut- und Hornhautveränderungen verursachen. Schmerzen, Lichtscheu und tränendes Auge sind verbunden mit starker Bindehaut-, Lidrötung und follikulärer Konjunktivitis. Die Erkrankung kann zu Hornhautulzera und bei Vernarbung zu einer permanenten Visusminderung führen.

Rationelle Diagnostik

Oft kann aus der Anamnese und dem spaltlampenmikroskopischen Befund die richtige Diagnose gestellt werden. Die Hornhautoberfläche wird dazu mit Fluoreszein angefärbt. Die typische Konfiguration der Erosionen und Ulzera stützt die Diagnose. Zusätzlich können Bindehaut- und Hornhautabstrich einen Hinweis auf die Keimpopulation geben und die Wahl des Antibiotikums erleichtern.

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