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B978-3-437-22061-6.50400-6

10.1016/B978-3-437-22061-6.50400-6

978-3-437-22061-6

Autoimmunthyreoiditis

G. SIMIC-SCHLEICHER

DEFINITION UND BASISINFORMATION

Eine Autoimmunthyreoiditis im Kindesalter geht meistens zunächst mit einer Schilddrüsenvergrößerung einher. Die Funktion kann eu-, hyper- oder hypothyreot sein. Eine erhöhte Frequenz findet sich bei Jugendlichen in der Pubertät und bei Mädchen. Sie ist Begleitsymptom bei Typ-I-Diabetes mellitus und Turner-Syndrom.

LEITSYMPTOME

Struma, fakultativ Zeichen der Hypothyreose: abnehmendes Längenwachstum, Adipositas, Leistungsknick, Müdigkeit, oder Symptome der Hyperthyreose (s. Kap. E25 „Hyperthyreose”).

DIAGNOSTIK

Zielsetzung

Beurteilung der Schilddrüsenfunktion, Bestätigung der Diagnose, Beurteilung des Verlaufs.

Gebräuchliche Verfahren

  • Sonographie der Schilddrüse einschließlich Farbdoppler

  • TSH, fT4

  • TPO-AK, TG-AK, TSH-Rezeptor-AK mit Funktionsassays, (Abgrenzung zum M. Basedow, Erkennung von Mischformen)

Folgende Maßnahmen sind bei nachgewiesener Autoimmunthyreoiditis auch ohne Therapie mindestens alle 6 Monate zu wiederholen (Veränderung der Schilddrüsensituation):
  • Positive Autoantikörper

  • TSH, fT4, T3

  • Sonographie

Bewertung

Siehe Abbildung E24-1.

Ausschlussdiagnostik

Sonographie, Schilddrüsenantikörper.

Nachweisdiagnostik

Sonographie, Schilddrüsenantikörper, TSH, T4.

Entbehrliche Diagnostik

Szintigraphie, Punktion.

Durchführung der Diagnostik

Pädiatrischer Endokrinologe.

THERAPIE

Medikamentöse Therapie

L-Thyroxin ist indiziert bei manifester Hypothyreose mit niedrigen T4-Werten. Bei isolierter TSH-Erhöhung oder Struma ist die Gabe von L-Thyroxin nicht evidenzbasiert. (Studien zeigen eine verminderte Größe der Struma aber einen nachgewiesenen Einfluss auf die Dauer der Erkrankung gibt es bisher im Kindes- und Jugendalter nicht.)
Selen hat in einer randomisierten Studie keinen zusätzlichen positiven Einfluss gezeigt und kann daher zurzeit nicht als notwendig empfohlen werden. Jodidgabe ist kontraindiziert.

Therapiedurchführung

Zur Behandlung der Hyperthyreose bei Autoimmunthyreoiditis siehe Kapitel E25 „Hyperthyreose”.
Die Behandlung wird von einem Pädiatrischen Endokrinologen durchgeführt.

Kontakt

Leitliniensekretariat der APE
Dr. Anja Moß
AWMF-Leitlinienberaterin
Sektion Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie
Interdisziplinäre Adipositasambulanz
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universität Ulm
Eythstr. 24
89075 Ulm
Tel.: 0731/500 57401
Diese Leitlinie ist gültig ab 01/2011 bis 01/2016.

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