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BL15-9783437225659.10001-8

10.1016/BL15-9783437225659.10001-8

L15-9783437225659

Abb. L15-1

Bewegungsrechte von gesunden und an Krebs erkrankten Kindern und Jugendlichen

Faktoren für Rahmenbedingungen von Bewegungsförderung und Bewegungstherapie während der Akuttherapie sowie Vorschläge zur Umsetzung

Tab. L15-1
Vorschlag zur Umsetzung
Räumlich
  • Zur Durchführung werden Räumlichkeiten verwendet, die zur Benutzung für Bewegungseinheiten legitimiert bzw. zur freien Nutzung zur Verfügung stehen. Sie sollen fußläufig und barrierefrei in wenigen Minuten von der Station/Ambulanz/Tagesklinik erreichbar sein. In diesen Räumen besteht die Möglichkeit, durch z. B. Verrücken von Möbeln ausreichend Platz zu schaffen sowie Sportmaterial, und -spiele zu lagern. Alternativ ist ein stationsnaher Lagerraum nötig.

  • Kinder und Jugendliche werden beteiligt …

    • bei der Einrichtung und Gestaltung des Bewegungsraumes,

    • bei der jeweiligen Auswahl und Variation der zu benutzenden Fläche wie z. B. das Patientenzimmer, dem Flur und dem Spiel- bzw. Aufenthaltszimmer (insbesondere an Standorten ohne Bewegungsraum). Dies erfolgt zusätzlich nach Verfügbarkeit der Räume und angepasst an den Allgemeinzustand.

  • Ein niedrigschwellig erreichbarer, motivierender Außenbereich ist zu schaffen, sodass die Bewegungsfreude u. a. auch durch die Natur unterstützt wird.

Personengebunden
  • Jede Akutklinik stellt Bewegungsfachkräfte ein. Damit sind Personen mit einer Ausbildung als professionelle Bewegungsfachkraft über mindestens 3 Jahre sowie mindestens 10 Einheiten körpereigener Erfahrung und Sportpraxis gemeint (18). Zusätzlich hat mindestens 1 Person des Teams an einem NOAK-Standort hospitiert und sich spezifisch im Bereich „Bewegungstherapie in der Kinderonkologie“ weitergebildet. Sie bietet allen am eigenen Standort behandelten Kindern und Jugendlichen individuelle Bewegungsangebote ab der Diagnosestellung an und ist für individuelle Fragen (z. B. bei der Re-Integration in den Schulsport) ansprechbar.

  • Zum Zeitpunkt der Leitlinien-Erstellung existiert noch kein Kontext über einen adäquaten Stellenschlüssel. Zur Orientierung kann die Empfehlung der AWMF-S3-Leitlinie „Psycho-soziale Versorgung in der Pädiatrischen Onkologie und Hämatologie“ herangezogen werden, in der im Rahmen der DKG-Zertifizierung kinderonkologischer Zentren für die Bereiche Psychologie und Soziale Arbeit ein Stellenschlüssel von 2 Vollzeitstellen auf 44 Zentrumsfälle pro Jahr als evident benannt wird (27).

  • Die Einstellung der Bewegungsfachkraft/-kräfte in der Akutklinik und/oder der angeschlossenen Universität/Hochschule ermöglicht die feste Einbindung in das interdisziplinäre Behandlungsteam.

Finanziell
  • Die Bewegungstherapie ist aktuell (Oktober 2021) als Leistung nicht in den DRGs erfasst. Ein Austausch über mögliche Finanzierungskonzepte zwischen den Kliniken und örtlichen Förderern wie z. B. Stiftungen und Fördervereinen empfiehlt sich. Bewegungsförderung und -therapie stellen medizinisch notwendige Felder der kinderonkologischen Behandlung dar. Eine Finanzierung durch die Krankenversicherungen ist daher anzustreben, um die Bewegungstherapie langfristig als Regelversorgung zu ermöglichen. Eine abteilungsübergreifende Zusammenarbeit der jeweiligen Stationen in der Pädiatrie (z. B. Kardiologie und Pulmologie) kann insbesondere an kleinen Kliniken sinnvoll sein.

Kooperierend
  • Zu Beginn der Auseinandersetzung mit und der Implementierung von Bewegungsförderung und Bewegungstherapie findet eine offene Informationsveranstaltung für z. B. Interessierte, das Behandlungsteam und den Fördererverein statt. Neben der Transparenz steht die einheitliche Wissensvermittlung zur Intervention (u. a. wissenschaftlicher Hintergrund und praktische Umsetzung) im Vordergrund. Dabei werden die Mitarbeiter eingebunden und können so die Kinder und Jugendlichen leichter unterstützen und zu Bewegung motivieren.

  • Die Kooperationen mit regionalen Netzwerken z. B. mit Sportinstituten, Fachverbänden und/oder Stadtsportverbänden (inkl. Sportvereinen), Schulsportdezernaten oder weiteren sportwissenschaftlichen Akteuren ermöglichen eine Verbindung zu Lehre, Wissenschaft sowie Forschung und erleichtern in der ambulanten Phase und in der Nachsorge die Re-Integration Betroffener in wohnortnahe Angebote.

  • Das Pflichtfach Sport ist nach Möglichkeit durch die Sportlehrkräfte der Krankenhausschule zusätzlich zur Bewegungstherapie anzubieten, da die Aussetzung der Schulpflicht eine aktive medizinische Entscheidung voraussetzt. Dies kann explizit durch den behandelnden Arzt ausgesprochen werden, wird aber keinesfalls pauschal befürwortet.

Indikationen, die spezielle Trainingsmethoden ausschließen

Tab. L15-2
Ausgeschlossene Trainingsmethode Indikationen (exemplarisch)
Ganzkörpertraining Frakturgefahr (vorwiegend bei Knochen und Weichteiltumoren; prä- und postoperativ); Knöcherne und muskuläre Verletzungen und Veränderungen; Osteonekrosen (häufig durch Kortisongabe auftretend); metastasierender Tumor in der Wirbelsäule
Intensives Training (Ausnahmefälle sind möglich, erfordern aber eine kritische Reflektion) Direkt nach:Biopsie/Lumbalpunktion; Katheteroperation; größeren operativen Eingriffen; einer Medikamentengabe, bei der eine allergische Reaktion erwartet bzw. nicht ausgeschlossen werden kannBei:Gefahr einer Hirnblutung; Herzmuskelentzündung; Sepsis; großem Blutverlust; tiefer Venenthrombose, frischer Thrombose; Immunsupprimierung mit Thrombozytopenie (< 20.000 Thrombozyten/µl); niedrigem Hämoglobin-Wert (< 8 g/dl); Fieber (auch wenn medikamentös normalisiert); einer schweren Infektion der unteren Atemwege; nicht festverwachsene Schädeldecke (bei Hirntumoren); Thoraxdrainage/Bauchdrainage; Kardiotoxizität als Folge der medizinischen Therapie (Anthrazykline z. B. bei akuter myeloischer Leukämie und thorakaler Bestrahlung) direkt im Kindesalter oder später im Erwachsenenalter; Lungenhochdruck und AteminsuffizienzIm:Intensivsetting mit Kreislaufinstabilität und Gabe von z. B. Katecholaminen sowie im kritischen Zeitraum davor
Vibrationsplatte Frakturgefahr; Endoprothese der unteren Extremität; Schwindel
Sprünge Frakturgefährdung jeder Art; postoperativ; starke Gleichgewichtsprobleme mit Sturzgefahr z. B. in der Neuroonkologie

Etablierte Vorschläge bei der Gestaltung von Bewegungsförderung und Bewegungstherapie im klinischen Setting

Tab. L15-3
Bewegungsförderung und Bewegungstherapie
  • A)

    Freiwilligkeit

Das Bewegungsangebot ist stets freiwillig, sodass positive Assoziationen mit Sport und Bewegung verknüpft werden. Das Mitbestimmungsrecht der Kinder und Jugendlichen wird berücksichtig, wodurch eine langfristige Akzeptanz von Sport und Bewegung beibehalten werden oder entstehen kann. Das Kind und der Jugendliche müssen die Möglichkeit haben „nein“ zu sagen und Inhalte mitzubestimmen.
  • B)

    Orientierung an pädagogischen Leitideen

Es werden Verhaltensregeln aufgestellt, die gegebenenfalls gemeinsam mit dem Kind oder Jugendlichen abgestimmt werden und an die Persönlichkeit und Verfassung des Kindes/des Jugendlichen angepasst sind.
  • C)

    Berücksichtigung krankheitsspezifischer Besonderheiten

Bewusstsein krankheitsspezifischer Erkenntnisse (z. B. sanfte Bewegung trotz erhöhter Temperatur).
Zusatz zur Bewegungstherapie
  • D)

    Individualität

Bewegungstherapie in der Kinderonkologie folgt keinen definierten Automatismen, sondern wird individualisiert durchgeführt.
  • E)

    Zielstellung

Vor Beginn der ersten Bewegungseinheit erfolgt ein ausführliches Aufklärungs- und Informationsgespräch zu den Inhalten und Zielen mit den Betroffenen und ihren Familien.
  • F)

    Trainingsprinzipien

Es werden allgemeine Trainingsprinzipien berücksichtigt. Dazu zählen z. B.:
  • Abfrage der Befindlichkeit

  • Methodischer Aufbau (mit Warm-Up beginnen und Cool-down abschließen; vom Leichten zum Schweren; vom Einfachen zum Komplexen; vom Bekannten zum Unbekannten)

  • Regelmäßige Pausen

  • Wiederholung, Kontinuität und Variation des Trainings

  • G)

    Belastungssteuerung

Die Intensität ist über subjektive Belastungsskalen und über ein Herzfrequenz-Monitoring zu steuern.

Bewegungsbarrieren und Vorschläge der Überwindung

Tab. L15-4
A) Physisch-personengebundene Barrieren Handlungsvorschläge
Behandlungsbedingte Therapienebenwirkungen, medizinische Spätfolgen und/oder orthopädisch bedingte Bewegungseinschränkungen wie z. B. Übelkeit, Schmerzen, Erschöpfung, Verlust der körperlichen Leistungsfähigkeit, Osteonekrosen, Verlust der Muskelmasse, (kortisonbedingtes) Übergewicht, Osteoporose, Polyneuropathien, Amputationen, Prothesen und Herzinsuffizienz Eruierung der aktuellen objektiven (medizinisch) und subjektiven Belastbarkeit (z. B. per Leistungsdiagnostik) und Entwicklung individueller Bewegungsempfehlungen Schaffen eines abgesicherten Bewegungsumfeldes (z. B. Raum mit Matten) Gegebenenfalls Einsatz und nach Möglichkeit stetiger Abbau von Hilfsmitteln (z. B. Gehwagen und Rollstuhl)
B) Psychisch-personengebundene Barrieren
  • Geringe Selbstmotivation, Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Lustlosigkeit, schlechte Laune (auch medikamentös durch z. B. hoch dosierte Steroide bedingt)

  • Hohe Grundbelastung, Vertrauensverlust in den Körper mit auftretender Angst z. B. vor Schmerzen, Überforderung, Verletzung und Ausgrenzung sowie Frustration durch den Vergleich mit dem „früheren Ich“ bzgl. der Leistungsfähigkeit vor der Diagnose (z. B. durch Muskelabbau, Amputationen und Hautveränderungen)

  • Isolation, Rückzug und Verlust von sozialen Kontakten (Sonderfall Station: um anderen Patienten nicht zu begegnen)

  • Präferenz anderer „Hobbys“ wie z. B. PC-Spiele

  • Fehlende Sport- und Bewegungsaffinität, negative Vorerfahrungen und Assoziationen mit Sport und Bewegung

  • Traurigkeit über reduzierte Teilhabe am Alltag durch eingeschränkte Leistungsfähigkeit

Einbindung von Personen im sozialen Umfeld (z. B. Familie und Freunde) und neuen Technologien (z. B. mit dem Laufband oder Ergometer gekoppelte Computerspiele) sowie von persönlichen Interessen und Hobbys (z. B. „Quidditch-Training“ anstatt „Übungen mit dem Ball“ bei Harry-Potter-Fans) Gemeinsames Formulieren von Zielen, Einführung von Routinen und Struktur (z. B. täglich gleiche Bewegungszeit) und Entwicklung einer individuellen Motivationsstrategie (z. B. Wettkampf gegen die Bewegungs-fachkraft, Entspannung, Bewegungsfreude, Selbstfokussierung, Schrittzähler, Wochenpläne) Information und Aufklärung über den Mehrwert von Bewegung (z. B. im Gespräch, Ausgabe einer Broschüre) sowie Zusammenarbeit mit dem psychosozialen Dienst
C) Umweltbezogene (sozial-strukturelle) Barrieren
  • Fehlende Angebote, die auf die speziellen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen ausgerichtet sind

  • Fehlendes Wissen über Inklusions-und Para-Angebote im organisierten Sport

  • Mangel an Sportgeräten und Bewegungsideen

  • Voller Terminplan z. B. Zeitmangel durch Schule

  • Medizinische Vorschrift zur Isolation bei immunsupprimierten Patienten wegen Infektionsgefahr: kein Kontakt zu Gleichaltrigen und externen Angeboten

  • Psychische Belastung der Eltern (soziale Isolation, Schlaflosigkeit, negative Emotionen) mit negativen Auswirkungen auf das Bewegungsverhalten der Kinder und Jugendlichen

  • Fehlender Anschluss an Schulsport und ehemaligen Sportverein

  • Akzeptanz und Improvisieren, um Bewegungsangeboten auch in räumlich oder organisatorisch nicht optimalen Verhältnissen anbieten zu können (z. B. Bewegungsangebot im Gang, Augmented Reality, Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, digitale Angebote wie Bewegungsvideos und digitale Live-Sportstunden

  • Einbindung von Alltagsgegenstände (z. B. Handtücher und Sockenbälle)

  • Angebot Sportberatung z. B. die des NAOK wahrnehmen oder Vermittlung an entsprechende Stellen durch das Klinikteam (z. B. Para-Sport, Stiftungen, Kooperationen mit existierenden Sportberatungen)

  • Kontaktaufnahme und Kooperation mit den Schulen; Unterstützung der betroffenen Sportlehrkräfte durch z. B. die Bezirksregierungen

  • Reflektieren von Auflagen und gegebenenfalls Abbau von Übermaßwarnungen

  • Anleitung und Einbindung der Eltern für gemeinsame Bewegung (z. B. Trainingsmanual mit konkreten Übungsvorschlägen); Aufklärung, Anleitung und Risikoabwägung …

… gemeinsam mit den Patienten, der Familie und den einbezogenen Fachbereichen
D) Alltagbezogene Barrieren
  • Keine Kenntnis über geeignete Bewegungsformen

  • Wenig eigenes Sportmaterial

  • Tägliche Bewegungseinheiten planen anhand eines Wochenplans o. Ä. wie z. B. Spaziergang oder Fahrradtour mit der Familie, Fußball oder Federball im Freien

  • Auch an „schlechteren“ Tagen regelmäßig kleine Bewegungsaufgaben annehmen (Kreislauf aktivieren); Schrittziele setzen (jeder Schritt zählt)

  • Im Haushalt helfen, Mahlzeiten selbst zubereiten

  • Möglichkeiten/Umgebung nutzen wie z. B. Spielen mit Geschwistern, Freunden, Eltern, Haustieren, im Garten mithelfen

  • Morgen- und Abendroutinen schaffen wie z. B. „Ich putze meine Zähne und stehe dabei auf einem Bein“ oder „Wenn ich morgens aufwache strecke ich meinen ganzen Körper“

  • Digitale Medien in Bewegungsförderung einbeziehen (Schrittzähler Handy, Workouts via YouTube); klare Vereinbarungen über zeitliche Beschränkung der Nutzung digitaler Medien

  • Vorhandenes Informationsmaterial beziehen

E) Klinikbezogene Barrieren
  • Infusionsständer und Überwachungsmonitore am Bett

  • Fehlender Bewegungsraum, kleine Patientenzimmer, mangelnder Platz in der Klinik

  • Das Bett ist der zentrale Ort, der auch für Hausaufgaben, Mahlzeiten und Spielen genutzt wird

  • Patienten werden aus Zeitgründen mit dem Rollstuhl von A nach B gebracht

  • Rücksicht auf Zimmernachbar

  • Bewusst mehr Zeit einplanen; wenn Untersuchungen auf anderen Stationen geplant sind, sodass ein Teil der Strecke gelaufen werden kann

  • Zusammenarbeit mit anderen Fachschaften, die die Gehstrecke in ihre Therapieeinheit einbauen können

  • Das interdisziplinäre Team einbeziehen und Angebote sowie Möglichkeiten schaffen, die zur Teilhabe am Leben in der Klinik z. B. gemeinsam Backen, Spielen oder Basteln am Spieltisch, Wand malerisch gestalten, kreative Projekte planen, gemeinsame Veranstaltungen wie z. B. Montagsfrühstück, Dienstagskino; Spaziergang über Flur oder an der frischen Luft

  • Angebot für das gesamte Zimmer vorbereiten

  • Tische und Betten tagsüber an die Seite schieben; Räumlichkeiten auf Station nutzen (z. B. Spielecke, Flur, Treppenhaus); Spaziergang im Gebäude und draußen ermöglichen

  • Patienten motivieren Mahlzeiten am Tisch, gegebenenfalls auch im Spielzimmer/Aufenthaltsraum einzunehmen; Regeln aufstellen: „Bett ist zum Ausruhen und Schlafen da

  • Selbstständigkeit durch Aufforderung/Motivation zu Alltagsaktivitäten (z. B. Körperhygiene, Anziehen, Zimmer aufräumen)

  • Ausgabe von funktionsfähigen Geräten (z. B. gut rollende Infusionsständer)

  • Gegebenenfalls durch das Pflegepersonal die Kinder und Jugendlichen abstöpseln lassen

  • Bewegungs-/Spielfelder eingrenzen als sichere Zonen um den Infusionsständer

Bewegungsförderung und Bewegungstherapie in der pädiatrischen Onkologie (S2k)

M. Götte, G. Gauß

Präambel

Bewegungsförderung/BewegungstherapieBewegungstherapeutischen und bewegungsfördernden Angeboten werden in der Kinderonkologie in Deutschland eine zunehmende Bedeutung beigemessen. Die Empfehlungen dieser Leitlinie bilden nicht den aktuell etablierten Versorgungsstandard aller Kliniken ab, sondern eine auf Basis von wissenschaftlichen Ergebnissen und Sachverständigenmeinungen beschriebene optimale BewegungsförderungBewegungsförderung in der pädiatrischen OnkologieBewegungstherapie in der pädiatrischen Onkologie, die in den kommenden Jahren schrittweise und ressourcenorientiert implementiert werden kann. Die Empfehlungen begründen sich dabei auf Basis des Bedarfs und des gesundheitlichen, psychischen und sozialen Mehrwerts von Bewegung. Bei der Implementierung von Bewegungsförderung und Bewegungstherapie in die Versorgungsstrukturen steht im Fokus, dass bereits die schrittweise stattfindende Implementierung einen Mehrwert für die Betroffenen darstellt und es Unterstützungsmöglichkeiten gibt, die in Anspruch genommen werden können. Die Leitlinie ermöglicht eine Unterstützung bei dieser Implementierung von Bewegungsmöglichkeiten. Diese Kurzfassung beinhaltet die Empfehlungen der Langversion der AWMF-Leitlinie 025/036 und dient ausschließlich der Überblicksgewinnung. Detaillierte Informationen sind der Langfassung zu entnehmen (www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/025-036.html).

Einleitung

Bezogen auf die bundesweit 60 (23) innerhalb der GPOH kooperierenden kinderonkologischen Zentren, werden aktuell an 25 Kliniken (42 %) sichtbare Bewegungs- und Sportprogramme für onkologisch erkrankte Kinder und Jugendliche während der Akuttherapie und an 17 Kliniken (28 %) in der Nachsorge angeboten (24). Die Programme unterscheiden sich jeweils hinsichtlich ihres Versorgungsumfangs, der Dauer und der Häufigkeit einer Bewegungsmöglichkeit für die Patienten und den Inhalten. In die Zählung fließen auch Kliniken ein, die nur an einzelnen Tagen in der Akuttherapie oder einzelnen Wochen(enden) in der Nachsorge spezielle Angebote für ausgewählte Gruppen durchführen.
Nahezu alle Anbieter dieser Bewegungs- und Sportangebote sind Mitglieder im 2012 gegründeten Netzwerk ActiveOncoKids (NAOK, www.activeoncokids.de), dessen Hauptziel es ist, flächendeckend Kindern und Jugendlichen den Zugang zu angepassten und qualitativ hochwertigen Sport- und Bewegungsangeboten in allen Phasen einer onkologischen Erkrankung und Behandlung zu ermöglichen (24).
Sichtbar wird der forcierte Bedarf weiterer Maßnahmen zur Bewegungsförderung vor allem während der Akuttherapie, in der das Bewegungsverhalten der Betroffenen stark eingeschränkt ist. So zeigen Götte et al. 2014 (25), dass sich 50 % der Kinder und Jugendlichen im dort untersuchten stationären Setting weniger als eine Stunde außerhalb des Bettes aufhalten.
Zu den bekannten Gründen der langen Liegezeiten, zählen u. a.
  • Körperliche (Neben-)Wirkungen der Therapie

  • in vielen Kliniken die fehlenden Bewegungsräume und -angebote

Darüber hinaus können im Rahmen einer „anhaltenden Belastungsreaktion“ (26) z. B. Symptome einer depressiven Verstimmung oder Ängste auftreten. Ein gegebenenfalls daraus resultierendes Rückzugsverhalten kann sich dabei in längeren Verweilzeiten im Krankenbett äußern und dadurch wiederum zu verstärkt inaktivem Verhalten führen (27).
Zur Qualitätssicherung der Bewegungsangebote ist die Initiierung und Durchführung wissenschaftlicher Studien zur Überprüfung des Nutzens und der Risiken bewegungstherapeutischer Maßnahmen sowie der Translation der Ergebnisse in die Versorgungspraxis unabdingbar. Die bisherigen Strukturen der Bewegungsförderung für Kinder und Jugendliche sind im internationalen Vergleich in Deutschland vergleichsweise gut. Ein Screening vorhandener Bewegungs- und Sportprogramme in der Kinderonkologie durch Wurz et al. 2019 (28) deutet darauf hin, dass der Verbreitungsgrad in Deutschland im internationalen Vergleich recht hoch ist. Ein großer Anteil international aktiver Bewegungsfachkräfte und Bewegungswissenschaftler bündelt sich demnach im NAOK und deren Wissen und Erfahrung bilden die Basis dieser Leitlinie.
Die einzigen bisher publizierten Guideline-Statements, die sich nicht ausschließlich auf Überlebende beziehen, „The international Pediatric Oncology Exercise Guidelines“ (iPOEG) (29), aus einer internationalen Expertengruppe lauten:
  • 1.

    Choose to move. Do what you can. Do it when you can.

  • 2.

    Movement is possible and important for every child and adolescent with cancer…

    • a)

      Across all ages, abilities, diagnoses, stages, and phases; and,

    • b)

      Across all settings (e. g., in-hospital, community, school, daycare).

  • 3.

    Movement might look (and feel) different day-to-day, and that is okay.

  • 4.

    Evidence indicates movement and exercise are important for the healthy development of children and adolescents with and without chronic conditions. When looking to the literature for children and adolescents with and after cancer, evidence shows that movement and exercise are safe and may provide benefits (e. g., decreased fatigue and anxiety and improved strength, aerobic fitness, and quality of life). When transitioning from movement to exercise, or in cases where you are unsure about the safety of movement, refer to your healthcare team and the ‘recommendations’ statements.

Zur Vermeidung der körperlichen Inaktivität in allen Phasen einer kinderonkologischen Behandlung, zum Erhalt der Bewegungsfreude und zur Verminderung inaktivitätsbedingter Langzeit- und Spätfolgen sowie zur allgemeinen Verbesserung der Gesundheit wird sowohl in den „International Pediatric Oncology Exercise Guidelines“ (iPOEG) als auch im NAOK – unter Berücksichtigung der in der Leitlinie benannten relativen Kontraindikationen für spezielle Trainingsbelastungen – der Einsatz einer „allgemeinen Bewegungsförderung“ und einer „gezielten Bewegungstherapie“ gefordert und gefördert.

Empfehlungen

Bewegungsförderung/BewegungstherapieEmpfehlungenDie Leitlinie beschreibt zunächst die Rahmenbedingungen, die zur Durchführung der Bewegungsförderung und Bewegungstherapie in der Pädiatrischen Onkologie empfohlen werden. Die Empfehlungen 1 bis 4 beziehen sich auf die Relevanz der Implementierung von Bewegungsförderung und Bewegungstherapie in der Pädiatrischen Onkologie und bilden die Basis dieser Leitlinie. Die Empfehlungen 5 bis 11 beschäftigen sich mit der inhaltlichen Gestaltung von Bewegungsangeboten und mit Bewegungsbarrieren.
Zur Qualitätssicherung wird auf Sicherheitsmaßnahmen und Präventionsmöglichkeiten eingegangen. Beschrieben werden relative Kontraindikationen für den Einsatz spezieller Trainingsbelastungen (z. B. Sprünge bei Frakturgefahr), Inhalte einer allgemeinen gezielten Bewegungstherapie und gezielte Interventionen sowohl bei bekannten Nebenwirkungen der onkologischen Therapie als auch zur Verbesserung der Lebensqualität und des physischen Selbstkonzeptes. Abschließend werden Handlungsvorschläge zum Überwinden von Bewegungsbarrieren für betreuende Personen sowie Betroffene aufgeführt.
Der Schwerpunkt der Leitlinienempfehlungen liegt auf der Phase der onkologischen Akuttherapie, da die Rahmenbedingungen in den mit der GPOH kooperierenden Zentren vergleichbar sind, die körperliche Inaktivität besonders hoch und gerade während der Akuttherapie das Wissen über Hintergründe u. a. zu Sicherheit und Prävention sowie Sensibilität und Einbindung unabdingbar ist.
Bewegungsförderung und Bewegungstherapie in der Nachsorge sind ebenso wichtig, erfordern jedoch durch die Komplexität der Aufgabe zwischen der individuellen Situation, Sportstätten-, Schul- und Vereinsumgebung eine zusätzliche Koordination, die bei Bedarf z. B. durch das NAOK angeboten wird.

Rahmenbedingungen zur Implementierung von Bewegungsförderung und Bewegungstherapie in Akutkliniken

Bewegungsförderung/BewegungstherapieRahmenbedingungenJedes Jahr entwickeln in Deutschland etwa 2200 Kinder und Jugendliche der unter 18-Jährigen eine Krebserkrankung (30). Aktuell liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei deutlich über 80 %, sodass die Anzahl der Langzeitüberlebenden wächst und somit die Qualität des Überlebens immer mehr in den Vordergrund rückt. Dennoch können sich Erkrankungsverläufe dahin entwickeln, dass die Behandlung lediglich das Leben verlängert, um die Teilnahme an normalen Alltagsaktivitäten zu ermöglichen, aber ein vorzeitiger Tod wahrscheinlich ist. Bei bestimmten Gruppen der Überlebenden gibt es infolge der schweren unerwünschten Therapienebenwirkungen Verläufe mit ausgeprägten Behinderungen, die Schwäche und Anfälligkeit für gesundheitliche Komplikationen verursachen und sich unvorhergesehenerweise verschlechtern können, aber üblicherweise nicht als fortschreitend angesehen werden (31).
Das tägliche Bewegungsverhalten mit der Familie oder Freunden, die Teilnahme an sportpädagogischen und trainingswirksamen Sportangeboten in der Schule sowie im organisierten oder informellen Sport werden stark reduziert (35, 36). Diese Einschränkungen der nutzbaren Bewegungsräume und Bewegungsmöglichkeiten bedingen ein körperlich inaktives Verhalten (37, 38).
Bewegungsbezogene Angebote, die sich aktuell in den DRGs (Diagnosis Related Groups) wiederfinden bzw. von den Krankenkassen übernommen werden, bestehen aus Physiotherapie während stationärer Aufenthalte und bei Bedarf im ambulanten Setting sowie Bewegungs- und Physiotherapie im Rahmen stationärer Rehabilitationsmaßnahmen.

Empfehlung 1

Alle Kinder und Jugendlichen mit und nach einer Krebserkrankung sollen grundsätzlich die Möglichkeit haben, die Inhalte der „Nationalen Empfehlungen für Bewegung“ nach Rütten et al. 2016 umzusetzen (je nach Alter 60–180 Minuten täglich). Dies impliziert, dass die Strukturen in Akutkliniken (Erreichbarkeit von Bewegungsräumen und Bewegungsfachkräften) grundsätzlich bewegungsfreundlich und barrierefrei zu gestalten sind.
Hintergrundtext
Der Empfehlung 1 liegt ganz allgemein die Gesamtheit aller Argumente zugrunde, die die Forderung nach Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche mit onkologischen Erkrankungen rechtfertigen.
Dazu zählen:
  • Bedeutung von Bewegung, körperlicher Aktivität und Sport allgemein für Kinder und Jugendliche

  • Bewegungsrechte für Kinder und Jugendliche

  • Folgen von Inaktivität für Kinder und Jugendliche generell und mit onkologischen Erkrankungen

  • Positive Effekte von Bewegungstherapie für onkologische Patienten

Die genannten Punkte bilden zusammen die Basis für die Aussage: Es müssen nachvollziehbare Gründe vorliegen, um Kindern und Jugendlichen mit einer onkologischen Erkrankung, Bewegung und Sport vorzuenthalten oder sogar zu verbieten. Die Versorgungslücke kann durch Bewegungsförderung und Bewegungstherapie geschlossen werden.
Trotz der Tatsache, dass strukturelle Gegebenheiten Bewegungsmöglichkeiten durch z. B. nicht vorhandene bewegungsfreundliche, abwechslungsreiche und ausgedehnte Bewegungsflächen einschränken, bleiben Bewegungsrechte und -empfehlungen gültig. Ohne ein aktives Überwinden von strukturellen Barrieren wird ein altersadäquates Bewegungsverhalten von außen erschwert und teilweise auch aktiv verhindert.
Ein Zusammenhang zwischen Bewegung, Bildung und ganzheitlicher Entwicklung ist unumstritten. So fördern Bewegung, körperliche Aktivität und Sport allgemein die Entwicklung und die Ausgestaltung von motorischen Fähig- und Fertigkeiten, steigern die kognitive Leistungsfähigkeit und haben eine positive Wirkung auf die muskuloskelettale und kardiovaskuläre Gesundheit und wirken damit protektiv gegenüber Zivilisationskrankheiten (41–43).
Das Recht von Kindern und Jugendlichen mit und ohne chronische Erkrankungen auf Bewegung ist an verschiedenen Stellen offiziell verankert.
Obwohl die Begriffe „Bewegung“ und „Sport“ nicht konkret verwendet werden, lässt sich die direkte Verbindung zu den in › Abb. L15-1 zusammengefassten Punkten deutlich erkennen.
Darlegung der Evidenzgrundlage
Die Zusammenstellung der Bewegungsförderung/BewegungstherapieBewegungsrechtBewegungsrechte für Kinder und Jugendliche erfolgte über eine Recherche in einschlägigen und offiziellen Stellungnahmen.

Empfehlung 2

Der Gesundheitszustand und die Wünsche der Kinder und Jugendlichen sollen bei der Umsetzung der Bewegungsempfehlungen berücksichtigt werden. Dies impliziert, dass Kinder und Jugendliche das Recht besitzen, das Bewegungsangebot abzulehnen (und trotzdem wieder gefragt zu werden), sowie den Inhalt und die Belastungsmerkmale wie Umfang, Dauer, Intensität und Pausen mitzubestimmen.
Hintergrundtext
Mit der aktiven Einbeziehung der Wünsche und Interessen der betroffenen Patienten kann es gelingen, die Motivation für Bewegung vom Zeitpunkt der Diagnose bis hin in die Langzeitnachsorge zu fördern (27).
Die Bewegungsförderung und auch die Bewegungstherapie sind individuell anzupassen an Folgendes:
  • Persönlichkeit, Wünsche und Ziele der Kinder und Jugendlichen

  • Ihre Therapiephase

  • Ihre Erkrankung

  • Weitere individuelle Besonderheiten

Wenn Kinder und Jugendliche ein Bewegungsangebot einmalig oder mehrfach ablehnen, hat dies häufig berechtigte Gründe, die ernst zu nehmen sind. Dies ist jedoch nicht als Argument gegen ein weiteres Bewegungsangebot zu deuten (50).
Darlegung der Evidenzgrundlage
Die Empfehlung beruht auf den zusammengetragenen Erfahrungen des Autorenteams, der Mandatsträger und der befragten Sachverständigen, die bei der vorliegenden Leitlinie mitgewirkt haben. Bei gesunden Kindern und Jugendlichen ist bekannt, dass ihre Einbindung in die Gestaltung der Inhalte die Motivation zur Teilnahme an Bewegungseinheiten und -programmen steigert.

Empfehlung 3

Während der Akuttherapie soll als Teil der allgemeinen Bewegungsförderung eine gezielte Bewegungstherapie in den Klinikalltag integriert sein. Diese wird ab dem Zeitpunkt der Diagnose individualisiert, zielorientiert und durch qualifizierte Bewegungsfachkräfte angeleitet und findet bis zu 5 ×/Woche statt.
Die Inhalte der folgenden › Tab. L15-1 vertiefen die Empfehlung 3 und unterstützen anhand von Beispielen bei der Implementierung einer allgemeinen Bewegungsförderung und einer gezielten Bewegungstherapie in den Akutkliniken während einer Krebserkrankung.
Hintergrundtext
Körperliche Inaktivität ist ein gesellschaftlich weitverbreitetes Phänomen.
Neben einem moderaten Einfluss von genetischen Faktoren spielen der Einfluss der Umwelt und bei Kindern und Jugendlichen der Einfluss der Eltern eine große Rolle für inaktives Verhalten (51).
In Familien mit einem krebskranken Kind oder Jugendlichen führen die Krebserkrankung und die einhergehende medizinische Therapie häufig nicht nur zu erhöhter Inaktivität bei den Kindern und Jugendlichen selbst, sondern auch bei den Eltern bzw. Familienangehörigen (52).
In der pädiatrischen Onkologie können beispielsweise Klinikaufenthalte, langwierige Therapien, deren unerwünschte Wirkungen und der Einfluss des äußeren Umfelds zu einer zusätzlichen Zunahme der Inaktivität führen (55). So waren Patienten (5–18 Jahre) sowohl während des stationären Aufenthalts als auch in der Häuslichkeit signifikant weniger aktiv als eine gesunde Kontrollgruppe (38). Auch ein Jahr nach der Therapie eines Hirntumors verbrachten Patienten (6–18 Jahre) den größten Teil des Tages inaktiv (9,9 ± 1,1 h/Tag).
Die Folgen dieser körperlichen Inaktivität für Kinder und Jugendliche mit Krebserkrankungen und deren Familien sind zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht ausreichend untersucht. In vielen Studien wurden jedoch bereits eine reduzierte kardiorespiratorische Leistungsfähigkeit, reduzierte Muskelkraft, kognitive Einschränkungen, verminderte Lebensqualität und Fatigue-Symptomatik während und nach der onkologischen Therapie aufgezeigt (58–62), die wiederum alle in engem Verhältnis zu körperlicher Inaktivität stehen und die jungen Krebspatienten zum Teil stark belasten können. Körperliche Inaktivität hat auch bei Kindern und Jugendlichen nach einer onkologischen Erkrankung langfristige Auswirkungen für die Gesundheit und Teilhabe. In einer Kohorte von > 300 Überlebenden einer akuten lymphatischen Leukämie hat sich gezeigt, dass Überlebende mit ausgeprägter Inaktivität ein erhöhtes Risiko für hohes Gesamtcholesterin und kardiovaskuläre Risikofaktoren aufwiesen (63–65).
Love et al. 2011 (66) beschreiben, dass besonders Patienten, die nach Therapieende als übergewichtig eingestuft wurden, im späteren Verlauf bei ähnlicher Dauer von sitzenden Tätigkeiten wie normalgewichtige ehemalige Patienten ihr Übergewicht nicht reduzieren können. In einer Metaanalyse mit n = 1413 Überlebenden einer Krebserkrankung im Kindesalter zeigten sich sowohl signifikant reduzierte Aktivitätslevel als auch reduzierte körperliche Fitness im Vergleich zu nicht erkrankten Kontrollgruppen (37). Auch die Teilhabe an sozialen Aktivitäten, einschließlich Schule und Schulsport ist (67) zum Teil reduziert (67, 68). Erste Hinweise deuten darüber hinaus auf Assoziationen zwischen dem Umfang intensiver körperlicher Aktivität in der Langzeitnachsorge und niedrigen Mortalitätsraten hin. In der Untersuchung von Scott et al. 2018 (69) zeigte sich insgesamt ein Zusammenhang zwischen der körperlichen Aktivität und der Mortalitätsrate: Eine Reduzierung der Mortalitätsrate um 12 % wurde über alle Intensitätslevel beobachtet. Um 40 % reduzierte sich jedoch die Mortalitätsrate bei den Überlebenden, die über 8 Jahre intensiv körperlich aktiv waren. Jedoch litten sie auch weniger an Begleiterkrankungen und waren im Vergleich zu den moderat und niedrig Aktiven Nichtraucher (69).
In den genannten Publikationen werden Interventionen gefördert, welche die Inaktivität von Kindern und Jugendlichen bereits zu einem frühen Zeitpunkt der Therapie reduzieren und somit einem langfristig inaktiven Lebensstil und den dadurch drohenden Folgen von Inaktivität entgegenwirken.
Die Bedeutung der Bewegungstherapie für onkologische Patienten im Behandlungsverlauf ist Gegenstand einer stetig zunehmenden Anzahl von Studien. Untersucht werden Assoziationen und Zusammenhänge von körperlicher Aktivität und klinisch relevanten Endpunkten sowie der Einfluss gezielter bewegungstherapeutischer Maßnahmen auf körperliche Leistungsparameter, die psychische Gesundheit, die gesundheitsbezogene Lebensqualität, aber auch die Prognose und das Rückfallrisiko.
Erste Evidenz zu positiven Effekten von Bewegungsförderung und Bewegungstherapie für onkologisch erkrankte Kinder und Jugendliche während der Behandlung liegt u. a. für die Endpunkte körperliche Leistungsfähigkeit (70–75), Fatigue-Symptomatik (76–78) und gesundheitsbezogene Lebensqualität (72, 79) vor. Für die Phase der Akuttherapie zeichnen sich Vorteile von supervidierten (betreuten) Einheiten im Vergleich zu nicht supervidierten (eigenständig durchgeführten) Bewegungseinheiten ab (25, 80). Nach Abschluss der Akuttherapie, im Übergang in die Nachsorge und auch in der Langzeitnachsorge wurden unterschiedliche Bewegungskonzepte hinsichtlich ihrer Machbarkeit, Akzeptanz und Effektivität auf patientenrelevante Endpunkte durchgeführt. Es wurden vermehrt teilsupervidierte Bewegungs- und Sportprogramme, partiell unterstützt durch Aktivitätssensoren oder andere technologiebasierte Verfahren, untersucht (81).
Die Studienteilnehmer in der Nachsorge waren häufig im jugendlichen oder jungen Erwachsenenalter. Positive Effekte zeichneten sich u. a. für individuelle Trainingspläne in Kombination mit Zielen für tägliche Schritte oder aktive Minuten auf die Parameter körperliche Leistungsfähigkeit, funktionale Mobilität, Beweglichkeit, Kraft und aerobe Kapazität (82, 83) ab. Insgesamt unterstützt eine zunehmende Anzahl von Studien die Machbarkeit, Sicherheit und Wirksamkeit von Bewegungs- und Trainingsinterventionen für an Krebs erkrankte Kinder und Jugendliche in allen Behandlungsphasen inkl. der Nachsorge. Der Evidenzgrad ist jedoch niedrig, wodurch spezifische Praxisempfehlungen auf Basis der bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse nur begrenzt möglich sind. Da die Gründe für reduzierte körperliche Aktivitätslevel jedoch komplex, multidimensional und individuell sind (84), sollten auch die Interventionen zur Durchbrechung der Inaktivität im multidisziplinären Team gestaltet werden und sowohl die Kinder und Jugendlichen als auch die Eltern, die Behandler und das ganze Umfeld (Klinik und zu Hause) adressieren.
Die aktuellen Erkenntnisse aus der Forschung in Bezug auf Bewegungstherapie bei erwachsenen Krebspatienten bestätigen sowohl eine primärpräventive Wirkung von körperlicher Aktivität bezogen auf die Entstehung einiger Krebsarten (85) als auch auf das Überleben und das Rückfallrisiko nach einer onkologischen Erkrankung (86).
Des Weiteren existiert eine überzeugende Evidenz bewegungstherapeutischer Interventionen auf unterschiedliche Bereiche lebensqualitätseinschränkender Nebenwirkungen auf körperlicher, geistiger und psychosozialer Ebene im Sinne der Sekundär- und Tertiärprävention (87, 88). Die Evidenz zu den Effekten bewegungstherapeutischer Maßnahmen bei erwachsenen Krebspatienten kann die Evidenz in der Pädiatrie keinesfalls ersetzen, da die Physiologie, Motivation und auch die Krebserkrankungen und -therapien sich zum Teil stark unterscheiden. Dennoch liefert sie wichtige Erkenntnisse zu den Wirkmechanismen von Bewegung und kann als Grundlage für die Ausrichtung weiterer Studien dienen.
Basierend auf der ausgeprägten Inaktivität im Kontext einer kinderonkologischen Erkrankung, den belegten und antizipierten Folgen für die Gesundheit und Teilhabe der Kinder und Jugendlichen sowie den Erkenntnissen zu den Effekten von Bewegung sind die Optimierung von Bewegungsförderung und die Implementierung professioneller bewegungstherapeutischer Angebote notwendig.
Darlegung der Evidenzgrundlage
Der Empfehlung 3 liegen zugrunde:
  • Es erfolgte eine Datenextraktion aus relevanten Publikationen (n = 5) (28, 90–93). Die beschriebenen Struktur- und Implementierungsmaßnahmen wurden daher aus deutschsprachigen Publikationen, die sich mit konkreten Konzepten und Maßnahmen beschäftigen, extrahiert.

  • Es erfolgte eine Datenextraktion aus einer systematischen Literaturrecherche in MEDLINE nach systematischen Reviews und Metaanalysen zu den Effekten von körperlicher Aktivität bzw. Bewegungsinterventionen und Interviews mit Sachverständigen. Es erfolgte eine systematische Literatursuche in PubMed zu den Folgen von Inaktivität bei Kindern und Jugendlichen mit onkologischen Erkrankungen.

Empfehlung 4

In der Nachsorge einer kinderonkologischen Erkrankung und in palliativen Behandlungssituationen soll sich das bewegungsfördernde und bewegungstherapeutische Unterstützungsangebot nach dem jeweiligen Bedarf der Kinder und Jugendlichen richten und an die Lebensumstände, die Motivation und die gesundheitlichen Einschränkungen des Patienten angepasst sein. Es besteht aus (a) Bewegungstherapie und/oder (b) Beratung zu Bewegungsförderung im Alltag und Bewegungstherapie. Ein Unterstützungsbedarf besteht insbesondere bei den folgenden Gruppen, die daher fokussiert und aktiv ein Unterstützungsangebot erhalten:
  • Kinder/Jugendliche/junge Erwachsene mit physischen oder psychischen Beeinträchtigungen,

  • Kinder und Jugendliche mit einem sehr inaktiven Lebensstil,

  • Jugendliche kurz vor der Transition in die Abteilung Internistische Onkologie und

  • alle diejenigen, die Unterstützung suchen und erfragen.

Die Bewegungstherapie in der Nachsorge (a) verfolgt dabei das Ziel, in einem geschützten und nicht kompetitiven Rahmen Sportarten und Bewegungen auszuprobieren, um dabei spielerisch die körperliche Leistungsfähigkeit aufzubauen. Dies erleichtert die Teilhabe am organisierten Sport, dem Schulsport und allgemein der Alltagsaktivität mit Gleichaltrigen. In der Praxis haben sich hierfür bezogen auf Familien mit nicht weiten Anfahrtswegen regelmäßige Sportgruppen bewährt. Bei weiten Anfahrtswegen eignen sich auch Einzelinterventionen (z. B. Trainingspläne), Schnuppertage in verschiedenen Sportarten sowie bewegungsbetonte Camps und Freizeiten mit anschließender Unterstützung zur Re-Integration heimatnah.
Die Beratung (b) für Betroffene und ihre Familien verfolgt das Ziel, adäquate Bewegungs- und Unterstützungsmöglichkeiten aufzuzeigen (z. B. Angebote und Informationsbroschüren) und diese für Betroffene, ihre Familien sowie ihre Trainer und Lehrer zugänglich zu machen (z. B. Re-Integration in heimatnahe Sportstrukturen und den Schulsport). Außerdem erfolgt der Abbau von Bewegungsbarrieren durch intensive Kommunikation.
Dies beinhaltet z. B.:
  • Heraussuchen von konkreten Bewegungsangeboten und Finanzierungsmöglichkeiten

  • Gemeinsames Benennen von in den Alltag integrierbarer Bewegungsmöglichkeiten

  • Kontinuierliche Begleitung bei der Umsetzung

Hintergrundtext
Laut der Sachverständigen, die im Rahmen der Leitlinienarbeit benannt und anschließend befragt wurden, beeinflussen insbesondere die folgenden Faktoren das Bewegungsverhalten betroffener Kinder und Jugendlicher:
  • Vorhandensein und Ausmaß der therapiebedingten körperlichen Veränderungen

  • Aktueller physischer, psychischer und sozialer Gesundheitszustand

  • Individuelle Einstellung zu Bewegung und einschlägige Vorerfahrungen

  • Bewegungsverhalten des sozialen Umfelds

Die Befragungsergebnisse sind hierbei jedoch exemplarisch zu werten, da in der Pädiatrischen Onkologie zum jetzigen Zeitpunkt weder eine einheitliche Struktur für die Erhebung des Unterstützungsbedarfs noch einheitliche etablierte Testverfahren im Rahmen einer Verlaufskontrolle bezüglich der körperlichen Aktivität oder physischen Belastbarkeit und des Trainingszustands vorliegen.
Sofern Kinder und Jugendliche nach Abschluss der medizinischen Therapie an einer Rehabilitationsmaßnahme teilnehmen, kann die Rehabilitationsklinik einen Wiedereinstieg in den gewohnten Alltag unterstützen und die Teilhabe fördern (94). Mit ihrem Bewegungs- und Sportprogramm können eine Verbesserung der physischen Leistungsfähigkeit erzielt sowie im Rahmen der Interventionen Empfehlungen zum Bewegungsverhalten ausgesprochen werden. Damit lassen sich bestmöglich die Wahrscheinlichkeit für funktionelle und psychosoziale Langzeitfolgen verringern (94, 95). Eine strukturierte Überführung der Kinder und Jugendlichen in heimatnahe alters- und leistungsadäquate Sportgruppen zur Förderung eines lebenslangen aktiven Lebensstils kann hier nicht geleistet werden. Der supervidierte und geschützte Rahmen für die Betroffenen endet in der Regel mit Abschluss der 4-wöchigen Rehabilitationsmaßnahme. Ein Teil der ehemaligen Patienten findet wieder in ein aktives Leben zurück und beugt dadurch negativen inaktivitätsbedingten Folgen vor. Die anderen, besonders Kinder und Jugendliche mit unerwünschten Therapiefolgen haben Probleme, eine Sportart für sich zu finden, die sie risikoarm ausführen können, die ihnen Spaß macht und die unter den gegebenen Bedingungen machbar ist. In Untersuchungen hat sich gezeigt, dass viele Nachsorgepatienten und besonders Betroffene nach der Behandlung eines Knochen- und Hirntumors nur unzureichend in den Schulsport sowie in Vereins- und Freizeitsportaktivitäten integriert sind (36, 67, 96).
Darlegung der Evidenzgrundlage
Ob im Verlauf der Dauertherapie und der Nachsorge die Umsetzung der Nationalen Bewegungsempfehlungen (1) erreicht wird sowie die selbstständige Re-Integration in bisherige Bewegungs- und Sportstrukturen gelingt, wurde bei Sachverständigen erfragt und ist Gegenstand einiger Kohortenstudien.

Sicherheitsmaßnahmen und Prävention

Bewegungsförderung/BewegungstherapieSicherheitsmaßnahmenBei einer Anzahl von 35.110 retrospektiv erinnerten Bewegungseinheiten im Jahr 2019 (sowohl Bewegungstherapie in den Akutkliniken als auch Sport- und Bewegungsangebote während der Nachsorge) traten n = 6 unerwünschte Ereignisse auf, aus denen eine Konsequenz für den Patienten folgte. Die Inzidenz von 6 entspricht 17 Fällen auf 100.000 Bewegungseinheiten.
Nach CTCAE-Grading (Common Terminology Criteria for Adverse Events) wurden alle der 6 Ereignisse als 2–3 (von 5) kategorisiert. In der am höchsten gewerteten Kategorie 3 traten jeweils ein Knochenbruch im Unterschenkel und ein Schlüsselbeinbruch ohne bleibende Folgen auf. Es trat keine Situation auf, in der es zum Tod kam oder eine lebenserhaltene Notfallintervention nötig wurde. Dies unterstreicht die Sicherheit von Sport- und Bewegungsangeboten in der Kinderonkologie. Weiterhin können unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit Bewegungsinterventionen auftreten, aus denen keine weiteren Konsequenzen entstehen (Grad 1). Zu den häufigsten unerwünschten Ereignissen ohne Konsequenzen, die in den 35.100 Einheiten beobachtet wurden, zählten Muskelkater (1,2 %), Kreislaufbeschwerden (0,3 %), Bauchschmerzen (0,2 %), Kopfschmerzen (0,2 %), Rückenschmerzen (0,2 %) und Übelkeit (0,2 %) (20). Basierend auf den erhobenen Daten scheinen Bewegungsinterventionen für pädiatrische Krebspatienten und Überlebende sicher zu sein und unerwünschte Ereignisse im Vergleich zu allgemeinen Daten aus der Kinderpopulation sogar vergleichsweise seltener. Ob im Sportunterricht in der Schule, im Vereinssport, beim Freizeitsport oder auch im Rehabilitationssport, Bewegung und Sportausübung sind immer mit dem Risiko einer Verletzung verbunden. Die systematische Übersichtsarbeit von Nauta et al. 2015 (99) berichtet, dass die medizinisch behandelte Verletzungsinzidenzrate in den eingeschlossenen Studien mit gesunden Kindern im Alter von 6–12 Jahren zwischen 0,15 und 0,56 Verletzungen pro 1000 Stunden körperlicher Aktivität lag (vs. 0,17 in der beschrieben Kohorte).
Zur Prävention unerwünschter Ereignisse bezieht sich der Abschnitt „Empfehlung 5“ auf die Sicherstellung der Weitergabe aktuell relevanter Informationen und der Abschnitt „Empfehlung 6“ auf den Umgang mit medizinischen Geräten und Hygienerichtlinien.

Empfehlung 5

Der angemessene Informationsfluss zum Gesundheitszustand des Patienten soll in erforderlichem Umfang zeitnah, umfassend und strukturiert sichergestellt werden. Dazu gehören z. B. regelmäßige Besprechungen, eine sichtbare Dokumentation der bewegungstherapeutischen Intervention sowie Berücksichtigung medizinischer Aspekte und therapiebedingter Nebenwirkungen im Rahmen einer verantwortbaren Bewegungstherapie.
Hintergrundtext
Interdisziplinäre Besprechungen finden zur Sicherstellung eines umfassenden und zeitnahen Informationsflusses für eine aktive Bewegungsförderung und verantwortbare Bewegungstherapie regelmäßig mit dem primären Behandlungsteam statt. Je nach Diagnose und Belastungserleben des Patienten bezieht dies weitere Fachbereiche ein:
  • Beispielsweise bei Patienten mit Knochentumoren: Tumororthopäden, orthopädische Physiotherapeuten

  • Beispielsweise bei einem Palliativpatienten mit akuter Leukämie: Kinderonkologen, Vertreter des Psychosozialen Dienstes und Mitglieder der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung

Wenn es zu unerwünschten Ereignissen kommt (z. B. Wunden, Blutergüsse, Schmerzen), wird dies dem pflegerischen und ärztlichen Team, den Eltern und gegebenenfalls weiteren Berufsgruppen gegenüber kommuniziert. Unerwünschte Ereignisse werden sowohl in der Patientenakte als auch in einer am Standort geführten Tabelle dokumentiert. Zusätzlich werden diese an das „Register zur Erfassung unerwünschter bewegungsassoziierter Ereignisse“ gemeldet und dort anonym erfasst (in der Vorbereitungsphase).
Darlegung der Evidenzgrundlage
Die fragebogenbasierten Erhebung schloss die NAOK-Standorte und weitere in 2019 zusätzlich zur Physiotherapie stattgefundene Sport- und Bewegungsangebote (n = 24) ein.

Empfehlung 6

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Bewegungsförderung/Bewegungstherapie sollen in die klinikinternen Qualifizierungssysteme zum Umgang mit medizinischen Geräten (z. B. mit dem Infusionsständer, Pulsoxymeter, EKG-Monitor, Magensonde) und Hilfsmitteln (z. B. Unterarmgehstützen, Mecron-Schiene, Rollstuhl, Gehwagen), Hygienerichtlinien, Sicherheits- und Arbeitsschutzmaßnahmen sowie weiteren Regelungen einbezogen werden, sofern es ihren Arbeitsbereich betrifft.
Hintergrundtext
Die Auswahl der Materialien erfolgt bezüglich der Verletzungsgefahr (z. B. Soft- anstatt Basketbälle) und nach den geltenden Hygieneregeln (z. B. Desinfizierbarkeit). Zur Reduktion des Infektionsrisikos werden die Materialien nach jeder Nutzung mit einem medizinischen Desinfektionsmittel, das dem Material und Einsatzort entsprechend auf der Station genutzt wird, gereinigt. Eine Händedesinfektion aller Beteiligten findet vor und nach der Bewegungseinheit statt.
Als Beispiel für die Berücksichtigung medizinischer Geräte: Beim Anschluss an ein Infusionsgerät wird eine Sicherheitsschlaufe mit dem Infusionskabel an der Kleidung befestigt, sofern der Patient diese Maßnahme nicht ablehnt. Alternativ werden die Trainingsinhalte angepasst, um Zug am zentralen Zugang zu vermeiden.

Relative Kontraindikationen für spezielle Trainingsbelastung

Bewegungsförderung/Bewegungstherapierelative KontraindikationenDer Begriff Kontraindikationen wird hier aufgrund seiner Verbreitung im medizinischen Kontext gewählt. Grundsätzlich liegen in der Kinderonkologie keine bisher bekannten Kontraindikationen für Bewegungsförderung oder Bewegungstherapie vor, da sich die Inhalte und Intensitäten der Interventionen an den medizinischen Gegebenheiten und individuellen Ressourcen der Kinder und Jugendlichen orientieren. Es gibt keine „Mindestfitness“ und keinen „Mindestgesundheitszustand“ für die Teilnahme an individualisierter Bewegungstherapie, die Ausdauer-, Kraft-, Koordinations-, Beweglichkeits- und Entspannungsübungen in variabler Intensität beinhalten kann.

Empfehlung 7

Bei Vorliegen medizinischer Indikatoren, die in Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für unerwünschte Ereignisse (Serious Adverse Events) stehen (z. B. postoperativ, niedrige Thrombozytenwerte < 20.000/µl Blut, akute Frakturgefahr), soll eine individuelle Bewegungsförderung und Bewegungstherapie mit dem Einsatz von niedrigschwelligen und individuell im Behandlungsteam sowie mit dem/der Betroffenen selbst abgestimmten Inhalten im Rahmen einer 1:1-Betreuung erwogen werden.
Die folgende › Tab. L15-2 zeigt auf, welche Indikationen bestimmte Trainingsbelastungen ausschließen bzw. besonders kritische Indikationsstellung einfordern. Sie führt exemplarisch bekannte Indikationen auf und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Krebsunabhängige Nebendiagnosen (z. B. Asthma bronchiale, Diabetes mellitus, Adipositas, Anorexia) werden bewegungswissenschaftlich berücksichtigt. Kommunikation, Ressourcenorientierung sowie Kompetenz- und Grenzbewusstsein seitens der Bewegungsfachkraft werden vorausgesetzt. Im Behandlungsteam werden Termine (z. B. Bewegungs-, Physio- sowie Kunsttherapie) zeitlich und inhaltlich aufeinander abgestimmt, sodass durch eine sinnvolle Koordination der Angebote eine physische und/oder psychische Überlastung des Patienten vermieden wird.
Darlegung der Evidenzgrundlage
Für die Empfehlung zur Eruierung relativer Kontraindikationen wurde aufgrund der unzureichenden Literatur entschieden, die Expertise der am Behandlungsprozess beteiligten Berufsgruppen mit einer Berufserfahrung von mindestens 5 Jahren (Sachverständige) per Interview und die Einschätzungen sowie die Erfahrungen einer Patientenmutter zu erfragen. Am Arbeitsplatz der Sachverständigen war bereits ein bewegungstherapeutisches Angebot implementiert.

Inhalte einer allgemeinen Bewegungsförderung und gezielter Bewegungstherapie

Um eine möglichst hohe Effektivität und eine optimale inhaltliche Umsetzbarkeit der Bewegungsförderung und -therapie zu erreichen, wird in Empfehlung 8 eine pädagogisch-didaktische Herangehensweisen beschrieben.

Empfehlung 8

Bewegungsförderung und Bewegungstherapie sollen dialogorientiert geplant und durchgeführt werden sowie folgenden Prinzipien folgen: Freiwilligkeit (A), Orientierung an pädagogischen Leitideen (B) und Berücksichtigung patientenspezifischer Besonderheiten (C). Die Zielstellung der Bewegungstherapie wird transparent kommuniziert und ist individuell zu planen (D). Sie beginnt mit einer Anamnese (E) und befolgt allgemeine trainingswissenschaftliche Grundlagen (F, G).
In der folgenden › Tab. L15-3 werden etablierte Vorschläge bei der Gestaltung von Bewegungsförderung und Bewegungstherapie im klinischen Setting gelistet.
Hintergrund
Grundsätzlich sind unter Beachtung der besonderen Situation alle Trainingsinhalte möglich, die auch bei gesunden Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden. Die zuvor beschriebenen Inhalte und Grundsätze haben sich allerdings in der Praxis bewährt.
Darlegung der Evidenzgrundlage
Die Empfehlungen zu den trainingswissenschaftlichen Grundsätzen wurden in einem ersten Schritt aus publizierten Studien und Methodenbeschreibungen aus in Deutschland tätigen Arbeitsgruppen extrahiert (90, 91, 93, 100, 101). In einem zweiten Schritt wurden die extrahierten Trainingsempfehlungen mit den Bewegungsinterventionen aller publizierten systematischen Reviews abgeglichen.

Gezielte Interventionen

Bewegungsförderung/Bewegungstherapiegezielte InterventionenNeben einer allgemeinen Förderung der Motorik, der körperlichen Leistungsfähigkeit und dem Spaß an der Bewegung haben allgemeine Bewegungsförderung und gezielte Bewegungstherapie das Potenzial therapie- und krankheitsassoziierte unerwünschte Wirkungen positiv zu beeinflussen und zusätzlich positive gesundheitsrelevante Effekte zu erzielen. Exemplarisch werden Empfehlungen für gezielte Trainingsinterventionen formuliert. Diese betreffen Folgendes:
  • Funktionelle Mobilität

  • Kardiopulmonale Fitness

  • Muskelkraft

  • Fatigue-Symptomatik

Ebenso werden gezielte Interventionen zur Verbesserung der Lebensqualität und des physischen Selbstkonzeptes beschrieben.
Für diese Aspekte liegt bereits eine ausreichende wissenschaftliche Evidenz für die Formulierung von Empfehlungen vor. Eine Erweiterung der Liste ist wünschenswert, bedarf jedoch noch weiterer Studien.
Ziel der Interventionen ist neben der Steigerung der körperlichen Aktivität, auch die Unterstützung bei der Akzeptanz und Entwicklung eines langfristig aktiven Lebensstiles sowie die Anbindung an kontinuierlich stattfindende Bewegungsangebote im organisierten oder informellen Sport.
Förderlich dabei ist die Aufklärung über die Vorteile eines aktiven Lebensstils, insbesondere in Bezug auf die Verminderung von krankheits- und therapiebedingten Spätfolgen, die mit körperlicher Inaktivität in Verbindung stehen (z. B. Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen).
Die Trainingsinhalte und Grundlagen aus dem vorhergehenden Abschnitt „Inhalte einer allgemeinen Bewegungsförderung und gezielter Bewegungstherapie“ werden als bekannt vorausgesetzt und bilden das Fundament der folgenden Empfehlungen 9 und 10.
Gezielte Intervention bei Nebenwirkungen der onkologischen Therapie

Empfehlung 9

Eine reduzierte körperliche Funktionsfähigkeit und eine Fatigue-Symptomatik stellen in jeder Phase einer Krebserkrankung eine Indikation für Bewegungstherapie dar. Diese gezielte Bewegungstherapie sollte über einen Zeitraum von zunächst 8 Wochen, mindestens 2 × pro Woche für jeweils 15–30 Minuten supervidiert angeboten werden, um nach Bedarf die Ausdauerleistungsfähigkeit, die muskuläre Kraft und die funktionale Mobilität sowie die Fatigue-Symptomatik positiv zu beeinflussen.
Hintergrundtext
In der Empfehlung werden Mindestangaben als ein Minimum benannt. Je nach Bedarf oder Notwendigkeit wird der Inhalt des bewegungstherapeutischen Angebotes priorisiert und individuell angepasst.
Interventionseffekte auf die funktionelle Mobilität werden in dem systematischen Review von Coombs et al. 2020 (83) aufgegriffen. Von insgesamt 19 Studien, wurden 5 randomisierte kontrollierte und 1 kontrollierte Studie sowie 3 Kohortenstudien gescreent, die sich jedoch nicht spezifisch und ausschließlich mit den Effekten zur funktionellen Mobilität befassen, sondern zudem weitere motorische Fähigkeiten betrachten. Die Bezugspopulation setzt sich aus insgesamt 265 Kindern und Jugendlichen mit akuter lymphatischer Leukämie während und nach Abschluss der Behandlung zusammen. Die Umfänge der Interventionen bewegen sich zwischen 1–2 Einheiten pro Tag bis zu 1–2 Einheiten pro Monat über Zeiträume zwischen 3 Monaten und 2,5 Jahren. Das Review und die Metaanalyse Morales et al. 2018 (70) umfassen 8 randomisierte kontrollierte Studien, von denen 6 zwar nicht spezifisch und ausschließlich auf den Endpunkt funktionelle Mobilität abzielen, diesen jedoch beinhalten. Die Bezugspopulation besteht aus insgesamt 258 Kindern und Jugendlichen mit diversen Tumorentitäten während und nach Abschluss der Behandlung. Die Interventionsumfänge reichen von 3 Einheiten pro Woche bis zu täglichen Interventionen über einen Zeitraum von 3 Monaten bis zu 2,5 Jahren. Das Training wurde sowohl während der stationären Therapie als auch heimbasiert in der Dauertherapie und Nachsorge absolviert. Der systematische Review von Wacker et al. 2017 (105) umfasst 22 Studien spezifisch zu funktioneller Mobilität in einer Bezugspopulation von 539 Kindern und Jugendlichen mit diversen soliden und systemischen Tumoren (ausgeschlossen waren Tumoren des zentralen Nervensystems) während und nach Abschluss der Behandlung. Die Umfänge der zugrunde liegenden Studien bewegen sich zwischen 15 bis 120 Minuten, in 5 Einheiten über wenige Wochen bis hin zu einem Interventionszeitraum von 6 Monaten mit 6 Bewegungstherapieeinheiten pro Woche. Zudem wurden einige Interventionen während der stationären Therapie supervidiert und andere als heimbasiertes Training in der Dauertherapie durchgeführt.
Interventionseffekte zur kardiopulmonalen Fitness werden in dem Review und der Metaanalyse von Bourdon et al. 2018 (103) im Rahmen von 9 spezifischen Studien aufgegriffen, davon waren 5 randomisiert kontrollierte und 4 kontrollierte klinische Studien. Die Bezugspopulation setzt sich aus 287 Kindern und Jugendlichen während und nach Abschluss der Behandlung diverser Diagnosen zusammen. Die Umfänge der Interventionen reichen von 30 bis zu 180 Minuten pro Woche über Zeiträume von 3 bis 6 Monate. Auch das Review und die Metaanalyse von Morales et al. 2018 (70) bezieht ausschließlich Studien mit kardiovaskulären Endpunkten und insgesamt 697 Kinder und Jugendliche mit diversen Diagnosen während und nach Abschluss der Therapie ein (n = 27). 7 dieser Studien wiesen ein randomisiertes kontrolliertes Design auf, 6 Studien ein kontrolliertes, 11 Studien ein nicht kontrolliertes und 3 Studien ein Cross-over-Design.
Die Interventionsumfänge wurden zwischen 1 und 6 Tagen pro Woche über einen Zeitraum von 21 Tagen bis 2,5 Jahren angegeben. Als zusätzliche aktuelle und spezifische Interventionsstudie wurde die Publikation von Niehlsen et al. 2020 (102), eine nicht randomisierte kontrollierte Studie mit dem Endpunkt kardiopulmonale Fitness mit 170 Kindern und Jugendlichen mit diversen Tumorarten eingeschlossen. Die Intervention umfasste ein Training an 5 Tagen pro Woche zwischen 5 bis 120 Minuten (3 × Individualtraining und 2 × Gruppentraining) über einen Zeitraum von 6 Monaten (ausgehend von den Ein- und Ausgangstestungen).
Für die Evidenzgrundlage zur Muskelkraft wurde der systematische Review von Coombs et al. aus dem Jahr 2020 (83) mit insgesamt 19 Studien herangezogen, davon 8 Studien, die nicht spezifisch und ausschließlich die Muskelkraft untersuchen, sondern weitere motorische Endpunkte betrachten. 5 dieser Studien wiesen ein randomisiertes kontrolliertes Design auf, 3 waren Kohortenstudien. Die Bezugspopulation setzt sich aus 190 Kindern und Jugendlichen während und nach der Behandlung einer akuten lymphatischen Leukämie zusammen. Die Interventionsumfänge reichen von 15 bis 120 Minuten an einem Tag bis zu 5 Tagen pro Woche und über einen Interventionszeitraum von 5 einzelnen Einheiten bis zu 2,5 Jahre. Der Review und die Metaanalyse von Morales et al. 2018 (70) analysiert in 8 randomisierten kontrollierten Studien, wobei in 5 Studien die Muskelkraft als Endpunkt genannt wird. Die Bezugspopulation umfasst 77 Kinder und Jugendliche mit diversen Tumorerkrankungen während und nach Abschluss der Behandlung. Die Umfänge der Interventionen reichen von 3 bis 5 Tagen pro Woche über einen Zeitraum von 3 Monaten bis 2,5 Jahren. Das Review von Wacker et al. 2017 (105) analysiert in 7 von insgesamt 22 Studien die Muskelkraft als Teil der funktionellen Mobilität. Die Bezugspopulation setzt sich aus 118 Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichen Tumorarten während und nach der Behandlung zusammen. Die Interventionsumfänge bewegen sich zwischen 30 und 120 Minuten an 2–7 Tagen pro Woche über 5 einmalige Einheiten bis zu 12 Monate. Zusätzlich wurde die aktuelle randomisierte und kontrollierte Studie von Stössel et al. 2020 (73) herangezogen, die spezifisch den Effekt eines Trainings auf die Muskelfunktion untersucht, besonders auf die unteren Extremitäten. Die Bezugspopulation besteht aus 33 Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichen Tumorarten während der Therapie. Die Kinder und Jugendlichen absolvierten ein 6- bis 8-wöchiges supervidiertes Training an bis zu 3 Tagen pro Woche mit einem Umfang von 45 bis 60 Minuten.
Die Evidenzgrundlage zur Empfehlung einer Bewegungstherapie bei der Fatigue-Symptomatik orientiert sich an dem aktuellsten zur Verfügung stehenden Review aus 2018 – kombiniert mit weiteren spezifischen Einzelstudien – und basiert auf insgesamt 19 Studien. Davon entstammen 10 Studien dem systematischen Review von Eckert et al. 2018 (78) mit 1 randomisierten kontrollierten Studie, 2 Studien mit kontrolliertem Design und 7 Studien mit einarmigem Design ohne Kontrollgruppe. Die Bezugspopulation setzt sich aus 156 Kindern und Jugendlichen während und nach Abschluss der Therapie zusammen. Die Interventionsumfänge bewegen sich zwischen 10 und 90 Minuten und zweimal täglich bis einmal wöchentlich über einen Zeitraum von 6 bis 16 Wochen. Zusätzlich wurden 9 weitere aktuelle und spezifische Studien aus den Jahren 2011 bis 2020 betrachtet. Diesen weiteren Studien liegt eine Bezugspopulation von insgesamt 598 Kindern und Jugendlichen mit gemischten Tumorarten zugrunde. Die Umfänge der Interventionen decken 15 bis 60 Minuten an 3 bis 7 Tagen pro Woche über einen Zeitraum von 4 Wochen bis zu 6 Monaten ab.
Insgesamt zeigen 12 der 19 Studien einen positiven Effekt bzw. eine positive Tendenz der Intervention auf die Fatigue-Symptomatik. In 7 Studien war kein Effekt nachweisbar. Jedoch wurde in keiner der Studien ein negativer Effekt im Sinne einer Verschlechterung der Symptomatik beobachtet.
Gezielte Intervention für die Verbesserung der Lebensqualität und des physischen Selbstkonzeptes

Empfehlung 10

Zur Verbesserung der Lebensqualität sollte die Bewegungstherapie in Anlehnung an die Präferenzen und Wünsche der Kinder und Jugendlichen durchgeführt werden. Wichtige Elemente sind dabei die Adressierung des physischen Selbstkonzeptes, die Vermeidung unerwünschter Belastungen und die Unterstützung der Teilhabe am Leben mit Gleichaltrigen.
Hintergrundtext
Bei der Verbesserung des Konstruktes der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, zeigen sich sehr unterschiedliche Interventionen als wirksam. Positive Effekte werden über validierte Fragebogen (PedsQL™ oder KINDL®) sowohl in den globalen Scores beobachtet als auch in den körperlichen Subskalen.
Das Physische Selbstkonzepte wird von Mrazek et al. 1987 (106) definiert „als die Gesamtheit der körperbezogenen Kognitionen, Bewertungen und Handlungspläne […], die jedes Individuum im Hinblick auf seinen eigenen Körper sowie dessen Teile, Funktionen und Fähigkeiten entwickelt“.
Interventionseffekte auf die Lebensqualität werden auf Basis von 21 Interventionsstudien beschrieben. Von diesen 21 Studien beinhalteten 10 Studien eine Interventions- und eine Kontrollgruppe und 11 Studien evaluierten die Veränderung der Lebensqualität ausschließlich innerhalb einer Interventionsgruppe ohne Kontrolle. 8 der kontrollierten Studien waren randomisierte kontrollierte Studien. Insgesamt wurden in den 21 Studien 714 Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Krebserkrankungen während und nach Abschluss der Behandlung inkludiert. In den meisten Studien bewegten sich die Umfänge der Interventionen zwischen 1 bis 3 Einheiten pro Woche. Eine Studie gab ein Training dreimal täglich vor. Die Dauer des Trainings variierte zwischen 10 und 120 Minuten pro Einheit. Die Gesamtdauer der Intervention lag zwischen 8 Wochen und 2,5 Jahren. Das Training wurde sowohl während der stationären Therapie als auch heimbasiert in der Dauertherapie und Nachsorge absolviert. Das Training bestand bei 14 von 21 Studien aus einem multimodalen Programm mit Ausdauer-, Kraft- und zum Teil koordinativen Elementen. 3 Studien beinhalten Yoga im Rahmen des Trainings und 2 Studien inkludierten Aktivitäts- und Schrittziele mit Aktivitätstrackern. Eine Studie führte ein webbasiertes Training durch. Insgesamt zeigten 10 Studien keine Veränderungen der Lebensqualität im Rahmen der Trainingsintervention und in 11 Studien verbesserte sich die Lebensqualität in der Interventionsgruppe. In keiner Studie verschlechterte sich die Lebensqualität im Rahmen des Trainings. Bezogen ausschließlich auf die 10 kontrollierten Studien, trat bei 4 Studien eine Verbesserung der Lebensqualität ein, während es in 6 Studien keinen Unter-schied in der Veränderung der Lebensqualität zwischen Interventions- und Kontrollgruppe gab.

Handlungsvorschläge für die Überwindung von Barrieren

Gerade Kinder und Jugendliche nach einer onkologischen Erkrankung sind häufig mit Bewegungsbarrieren konfrontiert, die immer höher werden, wenn ihnen nicht aktiv entgegengewirkt wird. Dazu benötigt es eine motivierende und begleitende Unterstützung, vielfältige und kreative Ideen sowie die Möglichkeit der Betroffenen und ihrer Familien die positiven Effekte von Bewegung und einem aktiven Alltag selbst zu erfahren.

Empfehlung 11

Zur Überwindung von personen-, umwelt- und alltagsbezogenen Bewegungsbarrieren (A–D) sowie von Bewegungsbarrieren durch das Kliniksetting (E) sollen im interdisziplinären Team und mit dem Betroffenen selbst individuelle Lösungen gesucht und gefunden werden. Dabei stellen Kommunikation, Ressourcenorientierung, Bewegungsfreude sowie Kompetenz- und Grenzbewusstsein seitens der Bewegungsfachkräfte die Maxime dar.
Die Inhalte der folgenden › Tab. L15-4 betrachten personen- (A, B), umwelt- (C), klinik- und alltagsbezogene (D) Barrieren im Allgemeinen sowie im Kliniksetting (E) und listen zur Orientierung Lösungsmöglichkeiten.
Hintergrundtext
Aus der Versorgungspraxis, den Sachverständigen-Interviews und der Literatur sind Barrieren bekannt, die einer ausreichenden Bewegung im Alltag von Kindern und Jugendlichen in der Kinderonkologie entgegenstehen. Die Gründe für Bewegungsbarrieren sind weitreichend und betreffen nicht nur personengebundene physische und psychische Faktoren, sondern auch das Umfeld, das Kliniksetting und individuelle Alltagsfaktoren. Zur Überwindung dieser Barrieren müssen stets individuelle Lösungen mit den Patienten selbst gesucht und gefunden sowie das interdisziplinäre Team und das soziale Umfeld mit einbezogen werden.
Darlegung der Evidenzgrundlage
Die Empfehlungen zu Barrieren-Überwindung lassen sich aus den Ergebnissen:
  • der Interviews der Sachverständigen und

  • einer systematischen Literaturrecherche (Review-Screening: n = 2) abbilden.

Bei der Literaturrecherche wurden aus dem Review von Grimshaw et al. 2016 (72) sowie aus Yelton et al. 2016 (50) und der darin behandelten Studie von Götte et al. 2014 (112) Bewegungsbarrieren extrahiert (A6).

Unterstützung bei der Umsetzung der Empfehlungen

Damit eine Implementierung von Bewegungsförderung und Bewegungstherapie gelingt, müssen Schritte stufenweise ablaufen, sodass die Barriere einer „Erstimplementierung“ gering gehalten wird. Wie auch bei Bewegung selbst ist jeder Schritt sinnvoll, auch wenn es kleine Schritte sind.
Bei der Implementierung von Bewegungsförderung und Bewegungstherapie in die Versorgungsstruktur steht im Fokus, dass bereits die schrittweise stattfindende Implementierung, einen Mehrwert für die Betroffenen darstellt und es Unterstützungsmöglichkeiten gibt, die in Anspruch genommen werden können.
Das Netzwerk ActiveOncoKids ist im deutschsprachigen Bereich ansprechbar für alle Themen rund um Sport und Bewegung in der Kinderonkologie und richtet sich explizit an Betroffene und ihre Familien. Die konkreten Aufgabenbereiche beinhalten sowohl das Entdecken von individuellen Bewegungsmöglichkeiten als auch die konkrete Anbindung der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen an heimatortnahe Bewegungsangebote. Das NAOK unterstützt Behandlungsteams beim Auf- und Ausbau von Bewegungsangeboten in verschiedenen Institutionen und bei Forschungsprojekten. Weiterhin bietet es Akteuren im Bereich Schule, Sportverein (auch para-sportlich und inklusiv) sowie Erlebnispädagogik ein individuelles Unterstützungsangebot an. Daher kann bei spezifischen Fragen z. B. auf das NAOK hingewiesen und seine fachliche Expertise genutzt werden. Der Einbezug und die gemeinsame Weiterentwicklung des Netzwerkes hebt die Beratungskompetenz, erhöht die Sicherheit, qualifiziert die Handelnden und verbessert die Beratungsstrukturen. Es ist wünschenswert, dass aus dem (Bewegungstherapie-)Team ein Ansprechpartner Mitglied im NAOK ist und dadurch ein gegenseitiger Informationsfluss sichergestellt wird.

Schlussworte

Diese Leitlinie fasst die vorhandenen Strukturen und die Evidenz im Kontext Bewegungsförderung und Bewegungstherapie in der Pädiatrischen Onkologie zusammen. Sie berücksichtigt dabei die Bedürfnisse und Besonderheiten der jungen Patienten und vorhandene nationale und internationale Erfahrung auf diesem Themengebiet. Während die Bereiche der Bewegungsförderung vor allem auf kindlichen Rechten und der motorischen Entwicklung basieren, sind im Bereich der gezielten Bewegungstherapie noch relevante Forschungslücken vorhanden. Es sind daher weitere qualitativ hochwertig wissenschaftliche Studien notwendig, um die Bewegungstherapie hinsichtlich der Inhalte, des Umfangs, der Dauer, der Intensität und der Häufigkeit je nach Endpunkt präziser zu definieren. Aktuell laufende sowie geplante Studien können dazu beitragen die Wirkung der Bewegungstherapie auf den Tumor, die unerwünschten akuten und langfristigen Wirkungen der Therapie und allgemein die physische, psychische und soziale Gesundheit zu evaluieren. Diese werden im Rahmen stetiger Aktualisierungen in diese Leitlinie einfließen, um die Bewegungstherapie langfristig zielgerichtet und wirksam allen Kindern und Jugendlichen mit Krebserkrankungen zugänglich zu machen.

Verfahren der Konsensfindung

S2k-Leitlinie der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH)/Arbeitsgemeinschaft Netzwerk ActiveOncoKids.
In Zusammenarbeit mit
  • Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen der Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. (AGSMO)

  • Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. (AIO)

  • Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V. (DGKJ)

  • Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU)

  • Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e. V. (DGSPJ)

  • Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft e. V. (dvs)

  • Deutscher Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie e. V. (DVGS)

  • Gesellschaft für Neuropädiatrie (GNP)

  • Gesellschaft für Pädiatrische Sportmedizin (GPS)

  • Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft in der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (PSAPOH)

Leitlinienkoordinatorinnen
Dr. Miriam Götte, Essen (GPOH); Gabriele Gauß, Essen (GPOH)

Adressen

Autorinnen
Dr. Miriam Götte und Gabriele Gauß
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Kinderheilkunde III
Universitätsklinikum Essen (AöR)
Hufelandstr. 55
45122 Essen

Literatur

Literatur

1.

 1.Rütten, A. and K. H. Pfeifer, Nationale-Empfehlungen-fuer-Bewegung-und-Bewegungsfoerderung. 2016.

2.

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