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B978-3-437-22061-6.50351-7

10.1016/B978-3-437-22061-6.50351-7

978-3-437-22061-6

Erstversorgung von Neugeborenen

F. POHLANDT (KOORDINATION)

Die in dieser Leitlinie vorgeschlagenen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen sind medizinisch notwendig und entsprechen dem allgemein anerkannten Stand der Wissenschaft. Um die werdende Mutter und ihr Kind bestmöglich zu versorgen, werden heute Perinatalzentren gebildet, Hochrisikogeburten regionalisiert und für die Erstversorgung der Neugeborenen speziell darin ausgebildete Kinderärzte herangezogen, siehe Kapitel B1 „Indikationen zur Einweisung von Schwangeren in Krankenhäuser der adäquaten Versorgungsstufe” (1) und die interdisziplinären Empfehlungen für die strukturellen Voraussetzungen der perinatologischen Versorgung in Deutschland (2).

Diese Entwicklung wird von uns nachhaltig unterstützt. Solange aber ein flächendeckendes Regionalisierungsprogramm in Deutschland nicht organisiert ist, erachten wir die folgenden Grundsätze als wichtig für die Erstversorgung von Neugeborenen.

  • Die organisatorische Verantwortung für die Erstversorgung von Neugeborenen liegt beim Geburtshelfer.

  • Ist mit der Geburt eines gefährdeten Neugeborenen zu rechnen und ist insbesondere die Notwendigkeit einer pädiatrischen Weiterbehandlung vorauszusehen, sollte die Schwangere in eine Frauenklinik mit angeschlossener Kinderklinik und ständiger Verfügbarkeit eines neonatologisch geschulten Pädiaters verlegt werden (1,2).

  • Im Falle vorhersehbarer Intensivbehandlungsbedürftigkeit des Neugeborenen und im Falle einer Hochrisikoschwangerschaft sollte die Schwangere in ein Perinatalzentrum verlegt werden, in dem die Erstversorgung des Kindes unter der Verantwortung eines im Schwerpunkt Neonatologie qualifizierten Pädiaters erfolgt (1,2).

  • In der Geburtshilfe ist davon auszugehen, dass ein anästhesiologischer Bereitschaftsdienst vorgehalten wird, der in wenigen Minuten zur Verfügung stehen kann. Wenn zugleich kein neonatologisch versierter Pädiater bereitsteht, sollte neben dem Geburtshelfer auch der Anästhesist in der Lage sein, in unvorhersehbaren Notfällen die Erstversorgung des Neugeborenen bis zum Eintreffen des Neugeborenen-Notarztes bzw. des Neonatologen vorzunehmen.

Aus diesem Grund sollte den an der geburtshilflichen Versorgung beteiligten Anästhesisten im Rahmen ihrer Weiter- und Fortbildung Gelegenheit gegeben werden, an geburtshilflichneonatologischen Schwerpunkten und Zentren Kenntnisse in der Erstversorgung, insbesondere vital gefährdeter Neugeborener zu erwerben.

Verfahren zur Konsensbildung
Gemeinsame Stellungnahme der
Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin,
Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG),
Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM) und Gesellschaft für Neonatologie und
Pädiatrische Intensivmedizin (GNPI) (13.11.1991)
Bestätigt von den Vorständen der
Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin
Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe
Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin
Deutsche Gesellschaft für Perinatalmedizin
Deutschen Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin
(Koordination: F. Pohlandt, 27.6.2003)
F. Pohlandt und die Vorstände der vorgenannten medizinischen Fachgesellschaften 06.01.2009
Erstellungsdatum: 13. November 1991
Letzte Überarbeitung: 6. Januar 20009
Nächste Überprüfung geplant: 2014

LITERATUR

1

DGGG, DGPM, GNPI Leitlinie 024-001: Indikationen zur Einweisung von Schwangeren in Krankenhäuser der adäquaten Versorgungsstufe. In: 2008 http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/024-001.htm

2

K Bauer K Vetter P Groneck E Herting M Gonser BJ Hackelöer E Harms R Rossi U Hofmann U Trieschmann Empfehlungen für die strukturellen Voraussetzungen der perinatologischen Versorgung in Deutschland Z Geburtsh Neonatol 210 2006 19 24

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