© 2019 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen

B9783437223655.10001-8

10.1016/B9783437223655.10001-8

9783437223655

Einseitige Dilatation der ableitenden Harnwege (pränatal)

Tab. T8-1
Untersuchung Zeitpunkt Befund Konsequenz Kommentar
1. US 4.–6. Lebenstag Normalisiert und gleichbleibend pathologisch US-Kontrolle in der 3. Lebenswoche Cave: physiologisch geringe Diurese in den ersten Lebenstagen
Stark zunehmend Kurzfristige US-Kontrolle Vor Intervention MCU NF-SZ* nicht vor (4.)–6. Woche MUS alternativ zu MCU
2. US In der 3. Lebenswoche Normalisiert US-Kontrolle in 6 Monaten
Gleichbleibend pathologisch US-Kontrolle in der 6. Woche
Stark zunehmend NF-SZ* ab (4.)–6. Woche MCU (evtl. erst präoperativ)MUS alternativ zu MCU
3. US In der 6. Lebenswoche Normalisiert US-Kontrolle in 6 Monaten
Stark zunehmend oder gleichbleibend pathologisch NF-SZ* ab 6. Woche MCUMUS alternativ zum MCU

*

NF-SZ = Nierenfunktionsszintigramm; alternativ funktionelle MR-Urografie möglich (Funktionsuntersuchungen möglichst erst im korrigiert 3. Lebensmonat)

Beidseitige Dilatation der ableitenden Harnwege (pränatal)

Tab. T8-2
Untersuchung Zeitpunkt Befund Konsequenz Kommentar
Männliches Neugeborenes
US 1. Lebenstag Pathologisch MCU nachfolgend mit Darstellung der Urethra in schräger Projektion Zum Ausschluss von HarnröhrenklappenAlternativ US/MUS mit Urethradarstellung
NF-SZ* ab (4.)–6 Lebenswoche Möglichst erst ab 3. Lebensmonat (aufgrund der Unreife)
Weibliches Neugeborenes
US 1. Lebenswoche Pathologisch › Tab. T8-1 Bei V.a. kloakale Fehlbildung weitere Bildgebung (MRT); ggf. Röntgen-Genitografie bzw. Kontrastmittel-Sonografie des GenitalesAufgrund der Strahlenbelastung beim MCU ist die MUS bevorzugt zu empfehlen!

*

Alternativ ggf. funktionelle MR-Urografie

Dilatation der ableitenden Harnwege

Tab. T8-3
Untersuchung Befund Konsequenz Kommentar
US Dilatation ohne Parenchymveränderung Kontroll-US Weitere Diagnostik abhängig von Klinik u. Verlauf, Kontrollintervalle (US) abhängig vom Ausmaß der Dilatation (zumindest 3-monatlich)
Stark pathologisch veränderte Niere NF-SZ*, MCU/MUS Nierenparenchymdicke < 5 mm bzw. kleine Niere (Volumetrie)
Bei komplexen Fehlbildungen ggf. MRT/funktionelle MR-Urografie

*

Alternativ ggf. funktionelle MR-Urografie

Harntransportstörung – Bildgebende Diagnostik

Vorbemerkung

Die Patienten haben einen unauffälligen Urinbefund und keine klinischen Zeichen, die auf einen Harnwegsinfekt hindeuten. Ansonsten: › Kap. T9 „Harnwegsinfekt“.

Definition und Ziel

Der Verdacht auf eine relevante Harntransportstörung besteht bei einer sonografisch erkennbaren Erweiterung des intrarenalen Nierenbeckenanteils auf über 10 mm (axial) ohne/mit Übergreifen auf die Kelche und/oder des retrovesikalen Ureters auf über 4 mm.
Der diagnostische Ablauf bei Harntransportstörungen wird bei Kindern wesentlich von der Sonografie bestimmt, wobei der gesamte Harntrakt zu untersuchen ist.
Beurteilt werden: Nierenbeckenweite, Kelchkonfiguration, Parenchymechogenität und -dicke, Nierenvolumen, Ureterabgang, Ureterweite, Urothel, Blase (inklusive Füllungsvolumen), Uretermündung und Retrovesikalraum. Die Beurteilung der Ureterperistaltik kann wertvolle Hinweise auf die Ursache einer Erweiterung geben (DD Mündungsstenose vs. primärer Megaureter).
Die Kinder sollten gut hydriert bei möglichst voller Harnblase untersucht werden. Eine postmiktionelle Untersuchung (Restharnbestimmung) kann diagnostisch hilfreich sein. Eine Dehydratation kann eine Harntransportstörung maskieren. Harntransportstörungen können in Kombination mit anderen Fehlbildungen auftreten.
Ziel ist die Erhaltung oder Normalisierung der Nierenfunktion.
In › Tab. T8-1, › Tab. T8-2, › Tab. T8-3 sind die Untersuchungen mit Konsequenzen und Kommentaren aufgeführt.

Neugeborenes: Einseitige Dilatation der ableitenden Harnwege, pränatal entdeckt

Neugeborenes: Beidseitige Dilatation der ableitenden Harnwege, pränatal entdeckt

Kinder jenseits der Neugeborenenperiode: Dilatation der ableitenden Harnwege

Holen Sie sich die neue Medizinwelten-App!

Schließen