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BG04-9783437223754.10001-8

10.1016/BG04-9783437223754.10001-8

G04-9783437223754

Abb. G4-1

Bedeutung der HIV-RNA für die Entscheidung über den Geburtsmodus bei Beginn der cART in der Schwangerschaft

Abb. G4-2

Vorgehen bis zur Entscheidung über den Geburtsmodus bei bestehender cART zu Beginn der Schwangerschaft

(Zusätzliche) Diagnostische Maßnahmen während einer HIV-Schwangerschaft

Tab. G4-1
Diagnostische Maßnahme Zeitpunkt/Häufigkeit Begründung
HIV-Such- und gegebenenfalls HIV-Bestätigungstest Bei unbekanntem HIV-Status (routinemäßig im 1.Trimenon); bei negativem Erstbefund und fortbestehendem Infektionsrisiko Testwiederholung zu Beginn des 3. Trimenons Voraussetzung für Durchführung transmissionsverhindernder Maßnahmen
CD4-Zellzahl + Viruslast
  • Zumindest alle 2 Monate

  • In jedem Fall eine Messung in der 33.–36. SSW

Verlaufskontrolle der HIV-Infektion; cART-Beginn oder -Wechsel bei Therapieversagen; Kontrolle der Wirksamkeit der cART zur Vermeidung einer hohen HI-Viruslast zum Geburtstermin, Planung Geburtsmodus
Blutbild Monatlich Erkennung von Anämien, Thrombopenien, insbesondere bei Einsatz von ZDV
Oraler Glukosetoleranztest Zwischen SSW 23+0 und 27+6 Erkennung eines Gestationsdiabetes
Leber- und Nierenwerte
  • Zu Beginn der Schwangerschaft

  • Nach Beginn Therapie/Prophylaxe

  • Bei Klinik

  • Monatlich im 3. Trimenon

Erkennung einer Leber- und/oder Nierentoxizität einer antiretroviralen Therapie
pH-Bestimmung im Vaginalsekret, Nativpräparat Bei jeder Vorsorgeuntersuchung Erkennung und rechtzeitige Behandlung von Koinfektionen, die das HIV-Transmissionsrisiko erhöhen können und/oder eine Frühgeburtlichkeit verursachen
Mikrobiologische Kultur Vagina, STD-Diagnostik, Hepatitisserologie (B und C) Bei Erstvorstellung und klinischem Verdacht
Toxoplasmosescreening Zu Beginn der Schwangerschaft sowie im 2. und 3. Trimenon Zur Diagnose einer Neuinfektion oder Toxoplasmosereaktivierung
Zytologische und kolposkopische Kontrollen auf vulväre, vaginale und zervikale Dysplasien, HPV-Testung Zu Beginn der Schwangerschaft Kolposkopie und zytologische Untersuchung sowie HPV-Testung; bei Auffälligkeiten kolposkopische Kontrollen und gegebenenfalls histologische Klärung (Biopsie) Erhöhtes Dysplasierisiko bei HIV-Infektion
Frühes Organscreening, Messung der Nackentransparenz SSW 11+0–SSW 13+6 Abschätzung des Aneuploidierisikos
2. Organscreening SSW 19+6–SSW 22+6 Fehlbildungsausschluss

Empfohlene Substanzen und ihre Dosierung für die Erstlinientherapie in der Schwangerschaft

Tab. G4-2
Empfohlene Substanzen bzw. Kombinationen Alternative Kombinationen
NRTI Tenofovir/Emtricitabin 300 mg/200 mg als Fixkombination 1 × tgl.Abacavir1/Lamivudin600 mg/300 mg als Fixkombination 1 × tgl. Ziduvudin/Lamivudin 300 mg/150 mg als Fixkombination 2 × tgl. oder 250 mg + 150 mg als Einzelsubstanzen 2 × täg.
NNRTI Nevirapin2200 mg 2 × tgl.
PI Atazanavir/r300 mg Atazanavir + 100 mg Ritonavir 1 × tgl.Darunavir/r600 mg Darunavir + 100 mg Ritonavir 2 × tgl.Lopinavir/r400 mg Lopinavir/100 mg Ritonavir als Fixkombination 2 × tgl.

1

Abacavir nur, wenn Patientin HLA-B*5701 negativ, Vorsicht bei Ausgangsviruslast > 100.000 Kopien/ml.

2

Dosierung in den ersten 2 Wochen 1 × 200 mg, dann 2 × 200 mg, zu anderen Dosierungen (400 mg XR 1 × tgl.) liegen in der Schwangerschaft keine Daten vor. Besondere Gefahr der Hepatotoxizität bei CD4-Zellen > 250/µl vor Therapiebeginn.

Einschätzung der Substanzen hinsichtlich ihres Einsatzes in der Schwangerschaft

Tab. G4-3
Wirkstoff Anzahl Ersttrimenon-Expositionen in der APR1 Kommentar FDA2
Nukleosid-/Nukleotidanaloga Zidovudin > 4.000 ohne erhöhte Fehlbildungsrate
  • Erhöhte Rate an Herzfehlern in der französischen Kohorte (OR 2,2) (18, 19), keine erhöhte Fehlbildungsrate in der SMARTT-Studie (20)

  • Widersprüchliche Daten über mitochondriale Toxizität (wie für andere NRTIs auch)

  • 5-Jahres-Follow-up bei exponierten Kindern in PACTG 076-Studie: kein Unterschied zu Placebo (21)

C
Lamivudin > 4.500 ohne erhöhte Fehlbildungsrate
  • Assoziation mit Fehlbildungen in französischer Kohorte (OR 1,37) (18), aber nicht in APR-Daten (22)

C
Tenofovirdisoproxilfumarat (TDF) > 3.000 ohne erhöhte Fehlbildungsrate
  • Dosisanpassung nicht notwendig (23)

  • Überwiegend Daten, die gegen ein beeinträchtigtes Wachstum des Kindes sprechen (24–28)

  • Daten zu Knochendichte und -metabolismus bei exponierten Kindern uneinheitlich (24, 29, 30)

B
Tenofoviralafemamid (TAF) Daten nicht ausreichend
  • Zu Tenofoviralafenamid liegen bisher keine Daten zur Anwendung in der Schwangerschaft vor, Tenofovir-DF daher bevorzugt

Emtricitabin > 2.300 ohne erhöhte Fehlbildungsrate
  • Fehlbildungsrate geringer unter Emtricitabin in französischer Kohorte (18)

  • Dosisanpassung nicht notwendig (23, 31, 32)

B
Abacavir > 1.000 ohne erhöhte Fehlbildungsrate
  • Nur bei HLA-B*5701-negativen Patientinnen

  • Dosisanpassung nicht notwendig (33, 34)

  • Keine erhöhte Fehlbildungsrate in mehreren Studien (18, 20, 35)

C
Nicht nukleosidale reverse Transkriptase-Inhibitoren Nevirapin > 1.100 ohne erhöhte Fehlbildungsrate
  • Keine erhöhte Fehlbildungsrate in französischer Kohorte (18)

  • Eventuell erhöhtes Risiko für Hepatotoxizität und Hypersensivität während der Schwangerschaft (36–38)

  • Gabe bei CD4 > 250/µl nur in Ausnahmefällen unter engmaschigem Monitoring (39)

B
Efavirenz > 900 ohne erhöhte Fehlbildungsrate
  • Keine erhöhte Fehlbildungsrate (alle Fehlbildungen) in mehreren Studien (18, 40)

  • Datenlage nicht ausreichend, um Assoziation mit ZNS-Fehlbildungen auszuschließen (41), daher Gabe im 1. Trimenon nicht empfohlen

D
Rilpivirin 200 ohne erhöhte Fehlbildungsrate
  • Pharmakokinetik: Niedrigere Talspiegel und Gesamtexposition im 2. + 3. Trimenon sehr variabel, aber insgesamt effektive Virussuppression (42, 43)

  • Wenig Fälle veröffentlicht

B
Etravirin Daten nicht ausreichend
  • Nur wenige Fallberichte veröffentlicht (44–46)

  • Höhere Gesamtexposition, Spitzen- und Talspiegel im 3. Trimenon, Dosisanpassung aber nicht empfohlen (47, 48)

B
Integraseinhibitoren Raltegravir > 200 ohne erhöhte Fehlbildungsrate
  • Umfangreichere Daten als zu anderen Integraseinhibitoren

  • Raltegravir wurde insbesondere im 3. Trimenon zur schnelleren Viruslastsenkung in der Schwangerschaft eingesetzt (46, 49, 50)

  • Bisher keine wesentlichen maternalen oder fetalen Nebenwirkungen beschrieben (50)

  • Große Variabilität in Wirkspiegeln im 3. Trimenon, aber keine Dosisanpassung empfohlen (51, 52)

  • Raltegravir-Spiegel im Nabelschnurblut und bei Neugeborenen z.T. mehrfach höher als im mütterlichen Blut (51–53)

C
Dolutegravir Daten nicht ausreichend
  • Wenige Fallberichte (54, 55)

  • Eventuell deutlich niedrigere Wirkspiegel im 3. Trimenon (56)

B
Elvitegravir Daten nicht ausreichend
  • 1 publizierter Fall zur Anwendung in der Schwangerschaft (57)

B
Proteaseinhibitoren3 Atazanavir > 1.100ohne erhöhte Fehlbildungsrate
  • Erhöhte Rate an Haut- und Muskel-/Skelett-Fehlbildungen in 1 Studie beschrieben (20), aber in anderen Kohorten nicht bestätigt (18, 22)

  • Verzögerte Sprachentwicklung bei exponierten Kindern beschrieben (58–60)

  • Evtl. etwas erhöhte neonatale Bilirubinspiegel, aber bisher keine kritischen neonatalen Hyperbilirubinämien beschrieben (61–63)

  • Pharmakokinetik kann im 3. Trimenon verändert sein, insbesondere in Kombination mit Tenofovir-DF (64), Dosisanpassung nicht empfohlen (65)

B
Darunavir > 380 ohne erhöhte Fehlbildungsrate
  • Kein Hinweis auf relevante maternale und fetale Nebenwirkungen in mehreren Fallserien (66–69)

  • Spiegel in der Schwangerschaft erniedrigt, dies ist bei Dosierung 2 × tgl. weniger ausgeprägt (600 mg 2 × tgl.); Einmalgabe (800 mg 1 × tgl.) daher nur in Ausnahmefällen; weitere Dosisanpassung nicht notwendig (67, 68, 70)

C
Lopinavir > 1.300 ohne erhöhte Fehlbildungsrate
  • Meiste Erfahrung innerhalb der Proteaseinhibitoren

  • Keine erhöhte Fehlbildungsrate beim Menschen beschrieben (18, 20, 22)

  • Evtl. erniedrigte Wirkspiegel in der Schwangerschaft (71–73)

  • Dosiserhöhung kontrovers diskutiert, aber nicht generell empfohlen (74–76)

  • 1 × tgl. Gabe von Lopinavir/r in der Schwangerschaft nicht empfohlen

C
CCR5-Antagonist Maraviroc Daten nicht ausreichend
  • Wenige Fälle publiziert (45, 77)

  • Dosisanpassung nicht notwendig (77)

B
Andere Cobicistat Daten nicht ausreichend
  • 1 Fallbericht publiziert (57)

B

1

APR: Antiretroviral Pregnancy Registry (Daten aus dem Interimsreport bis Juni 2016) (22).

2

Im Dezember 2014 wurden die durch Buchstaben gekennzeichneten FDA-Schwangerschaftskategorien abgeschafft und sollen ab 2015 nach und nach mit deskriptiven Risikobewertungen der einzelnen Substanzen ersetzt werden. Bedeutung der Kategorien › Tab. G4-4.

3

Mit Ritonavir-Booster (FDA-Kategorie B).

FDA-Risikokategorien für den Medikamenteneinsatz in der Schwangerschaft

Tab. G4-4
FDA-Kategorie Bedeutung
A Geeignete und kontrollierte Studien haben kein Risiko für den Fetus im 1. Trimenon ergeben (und es gibt keine Hinweise für ein Risiko in späteren Trimenons).
B Reproduktive Tierversuche haben kein Risiko für den Fetus ergeben, es gibt jedoch nur unzureichende oder keine Studien zum fetalen Risiko beim Menschen.
C Im Tierversuch wurden Nebenwirkungen auf den Fetus beobachtet, es gibt nur unzureichende oder keine Studien zum Risiko beim Menschen. Der potenzielle Nutzen des Arzneistoffs rechtfertigt jedoch möglicherweise die Anwendung während der Schwangerschaft trotz möglicher Risiken.
D Durch Auswertungen von Nebenwirkungen, Marktbeobachtungen oder klinische Studien konnten Hinweise auf ein Risiko für den menschlichen Fetus gesichert werden. Der potenzielle Nutzen des Arzneistoffs rechtfertigt jedoch möglicherweise die Anwendung während der Schwangerschaft trotz möglicher Risiken.
X Durch Tierversuche oder Auswertungen von Nebenwirkungen, Marktbeobachtungen oder klinische Studien am Menschen konnten Hinweise auf ein Risiko oder Fehlbildungen beim menschlichen Fetus gesichert werden. Die Risiken durch eine Anwendung in der Schwangerschaft überwiegen eindeutig den möglichen Nutzen.

Dosisempfehlungen für eine postnatale HIV-Transmissionsprophylaxe bei niedrigem Risiko für Früh- und Neugeborene

Tab. G4-5
Medikament Dosierung Dauer
Zidovudin NG + FG ≥ 35 SSW4 mg/kg/Dosis 2 × tgl. p.o.Alternativ*: 3 mg/kg/Dosis 2 × tgl. i.v. 2–4 Wochen
FG 30+0–34+6 SSW2 mg/kg/Dosis 2 × tgl. p.o., ab 15. Lebenstag: 3 mg/kg/Dosis 2 × tgl. p.o.Alternativ*: 1,5 mg/kg/Dosis 2 × tgl. i.v., ab 15. Lebenstag 2,3 mg/kg/Dosis i.v. 2 × tgl. 2–4 Wochen
FG < 30+0 SSW2 mg/kg/Dosis 2 × tgl. p.o.Alternativ*: 1,5 mg/kg/Dosis 2 × tgl. i.v. 2–4 Wochen

*

Intravenöse Gabe von Zidovudin ist als Alternative möglich, wenn orale Medikation nicht toleriert wird.

Dosisempfehlungen für eine postnatale HIV-Transmissionsprophylaxe bei Früh- und Neugeborenen mit erhöhtem Risiko

Tab. G4-6
Medikament Dosierung Dauer
Zidovudin ≥ 35 SSW4 mg/kg/Dosis 2 × tgl. p.o.Alternativ*: 3 mg/kg/Dosis 2 × tgl. i.v. 4–6 Wochen
30+0–34+6 SSW2 mg/kg/Dosis 2 × tgl. p.o., ab 15. Lebenstag: 3 mg/kg/Dosis 2 × tgl. p.o.Alternativ*: 1,5 mg/kg/Dosis 2 × tgl. i.v., ab 15. Lebenstag 2,3 mg/kg/Dosis i.v. 2 × tgl. 4–6 Wochen
< 30+0 SSW2 mg/kg/Dosis 2 × tgl. p.o.Alternativ*: 1,5 mg/kg/Dosis 2 × tgl. i.v., ab 4 Wochen 2,3 mg/kg/Dosis i.v. 2 × tgl.
Lamivudin 2 mg/kg/Dosis 2 × tgl. p.o.** 14 Tage
Nevirapin*** 1.500–2.000 g: 8 mg/Dosis p.o.> 2.000 g: 12 mg/Dosis p.o. 1. Dosis innerhalb von 48 h2. Dosis 48 h nach der 1. Gabe3. Dosis 96 h nach der 2. Gabe

Beginn postnatal so schnell wie möglich, mindestens innerhalb von 6–12 h nach der Geburt.

*

Intravenöse Gabe von Zidovudin ist als Alternative möglich, wenn orale Medikation nicht toleriert wird.

**

Für Frühgeborene existieren derzeit keine Dosisempfehlungen für Lamivudin.

***

Ist die HIV-positive Schwangere in der Schwangerschaft länger als 3 Tage mit Nevirapin behandelt worden, kann auch beim Neugeborenen eine Enzyminduktion vorliegen, die zum schnelleren Abbau von Nevirapin führt (104–106). Daher ist bei längerer Therapie der Schwangeren mit Nevirapin die Verwendung dieses Medikaments beim Neugeborenen abzuwägen und bei Gabe mit doppelter Dosierung einzusetzen.

HIV-Therapie in der Schwangerschaft und bei HIV-exponierten Neugeborenen (S2k)

Federführung: Deutsche AIDS-Gesellschaft (DAIG)

1

Deutsch-Österreichische Leitlinie zur HIV-Therapie in der Schwangerschaft und bei HIV-exponierten Neugeborenen (Stand März 2017).

, unter Beteiligung der folgenden Fachgesellschaften: Österreichische AIDS-Gesellschaft (ÖAIG), Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin (DGKJ), Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung von HIV- und AIDS-Patienten (DAGNÄ), Deutsche AIDS-Hilfe (DAH), Pädiatrische Arbeitsgemeinschaft AIDS Deutschland (PAAD), Robert-Koch-Institut (RKI)

Einleitung

Die Deutsch-Österreichische Leitlinie zur HIV-Therapie in der Schwangerschaft und bei HIV-exponierten Neugeborenen spiegelt den derzeitigen Wissensstand und die Erfahrungen in den deutschen Zentren für die Betreuung von Schwangeren, die mit HIV-1

2

Im weiteren Text bezieht sich die Bezeichnung HIV grundsätzlich auf HIV-1.

infiziert sind, und deren Neugeborenen wider. Die Anwenderzielgruppe dieser Leitlinie erstreckt sich auf alle Berufsgruppen, die HIV-positive Schwangere betreuen bzw. behandeln. Dazu gehören u.a. HIV-Behandler (Internisten, Allgemeinmediziner, Dermatologen etc.), Gynäkologen, Pädiater, Hebammen und psychosoziale Berufe. Auch wenn im Rahmen dieser Leitlinie nicht alle Konstellationen, Szenarien und Eventualitäten einer HIV-exponierten Schwangerschaft berücksichtigt werden können, stellen sie konkrete Entscheidungshilfen zu den wichtigsten und häufigsten Frage- und Problemstellungen in diesem Bereich dar. Da, wie generell in der Medizin, Behandlungsempfehlungen nicht jahrelange Erfahrungen mit Patienten und deren spezieller Fragestellung und Problematik ersetzen können, sollte die Behandlung von HIV-positiven Schwangeren in enger Kooperation mit darauf spezialisierten Zentren durchgeführt werden.
In Europa wurden vor Einführung der medikamentösen Transmissionsprophylaxe in einer nicht stillenden Population ca. 15–25 % der Kinder HIV-positiver Mütter mit HIV infiziert (1). Durch die heutige antiretrovirale Kombinationstherapie (cART) konnte bei Schwangeren mit bekannter HIV-Infektion die Mutter-Kind-Transmissionsrate auf < 1% reduziert werden (2, 3). Ziel der interdisziplinären Zusammenarbeit von HIV-Behandlern, Geburtshelfern und Pädiatern bei der Betreuung von HIV-positiven Schwangeren und HIV-exponierten Neugeborenen ist einerseits die Verhinderung der maternofetalen HIV-Transmission, andererseits die optimale Behandlung der Schwangeren und die Minimierung unerwünschter Wirkungen der Medikamente auf die Schwangere und das Kind.
Nach ausführlicher Sichtung der Datenlage und Literaturstudium wurden die folgenden Handlungsempfehlungen von einer multidisziplinären Expertengruppe formuliert und diese im Konsensusverfahren entsprechend einer S2k-Leitlinie verabschiedet. Berücksichtigt wurden die am häufigsten zu erwartenden Situationen, Ausnahmen bedürfen individueller Entscheidungen. Nicht zu allen praktisch bedeutsamen Fragestellungen liegen Studienergebnisse vor, sodass in diesen Fällen auf klinische Erfahrungen und Expertenmeinungen zurückgegriffen werden musste. Ein Leitlinienreport über das Vorgehen wurde erstellt, in dem auch potenzielle Interessenskonflikte dargelegt werden.
Auch wenn das Ziel dieser Empfehlungen eine optimale Behandlung von Mutter und Kind auf Grundlage der aktuellsten verfügbaren Erkenntnisse ist, soll ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass die Entscheidung zur Durchführung der empfohlenen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen letztendlich nur im Einverständnis mit der Schwangeren getroffen werden kann. Das bedeutet, dass auch die Ablehnung einer empfohlenen diagnostischen und/oder therapeutischen Maßnahme respektiert werden muss, wenn ein Einverständnis der Schwangeren trotz adäquater Aufklärung nicht erreicht werden kann.
Diese Leitlinie soll in jedem Kreißsaal verfügbar sein.
Die Bevorratung eines HIV-Postexpositionsprophylaxe-Notfall-Sets und das Wissen um die Indikation für und das Vorgehen bei einer HIV-Postexpositionsprophylaxe nach beruflicher HIV-Exposition (z.B. Nadelstichverletzung des Operateurs) ist in Kliniken, die HIV-infizierte Patienten betreuen, zwingend.

Der HIV-Test in der Schwangerschaft

Die notwendigen Maßnahmen zur Prophylaxe der Mutter-Kind-Übertragung von HIV können nur dann erfolgreich eingesetzt werden, wenn die HIV-Infektion der Mutter bekannt ist. Jeder Schwangeren soll entsprechend den geltenden Mutterschaftsrichtlinien ein HIV-Antikörpertest empfohlen werden. Dieser soll möglichst früh in der Schwangerschaft erfolgen und kann bei erhöhtem Risiko (z.B. HIV-positiver Partner) auch im Verlauf der Schwangerschaft wiederholt werden. Die Durchführung des HIV-Tests sollte von einem Beratungsangebot und einer Aufklärung über Behandlungsmöglichkeiten begleitet sein. Sofern die werdende Mutter einem Test nicht widerspricht, wird im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge routinemäßig ein Such- und gegebenenfalls ein Bestätigungstest zum Ausschluss einer HIV-Infektion durchgeführt. Im Rahmen der Beratung sollen u.a. die positiven Auswirkungen einer gegen HIV gerichteten Therapie auf die Gesundheit und Lebenserwartung von infizierten Menschen und auf das Übertragungsrisiko von der Mutter auf ein Kind sowie auf einen Sexualpartner hervorgehoben werden (4, 5). Bei Bedarf sind der Schwangeren Adressen und Telefonnummern weiterer Beratungsangebote zur Verfügung zu stellen. Die Schwangere soll in verständlicher Form über das Testergebnis informiert werden – auch wenn keine Infektion nachweisbar ist –, damit sie auf Nachfrage auskunftsfähig ist. Die erfolgte Durchführung des Tests ist laut den geltenden Mutterschaftsrichtlinien im Mutterpass zu dokumentieren, das Ergebnis jedoch nicht. Bei positivem Testergebnis sollte die Schwangere an ein auf HIV-spezialisiertes Zentrum zur interdisziplinären Beratung überwiesen werden.

Schwangerschaftsvorsorge

Primär wird bei der HIV-positiven Schwangeren die übliche Schwangerschaftsvorsorge entsprechend den aktuell gültigen Mutterschaftsrichtlinien durch den niedergelassenen Frauenarzt empfohlen. Hier sollte die Patientin auch weiterhin betreut werden. Die Bindung an die vertraute Umgebung sollte nicht aufgehoben werden. Eine enge Kooperation mit einem interdisziplinären Zentrum mit HIV-Schwerpunkt ist jedoch erforderlich.
Spätestens in den Zentren sollte jeder HIV-positiven Schwangeren eine psychosoziale Betreuung und die Kontaktaufnahme zu Frauengruppen der AIDS-Selbsthilfeorganisationen angeboten werden. In den Zentren erfolgt die ausführliche Aufklärung der Patientin über das bestehende maternofetale Transmissionsrisiko und die aktuellen Interventionsmöglichkeiten zur Reduktion der Mutter-Kind-Übertragungsrate von HIV sowie deren Risiken. Diese Aufklärung ist bei dem sich rasch entwickelnden Wissensstand zur HIV-Thematik am ehesten in den Zentren in einer adäquaten und jeweils aktuellen Form gewährleistet. Bei Migrantinnen ist bei Bedarf ein Dolmetscherdienst hinzuzuziehen.
In Absprache zwischen dem betreuenden HIV-Behandler, dem Frauenarzt, dem Geburtshelfer und dem Kinderarzt sollte gemeinsam mit der Patientin eine an das individuelle Risiko adaptierte cART bzw. Prophylaxe entsprechend der aktuellen „Deutsch-Österreichischen Leitlinie zur HIV-Therapie in der Schwangerschaft und bei HIV-exponierten Neugeborenen“ festgelegt werden.
Die immunologischen und virologischen Parameter (Lymphozytensubpopulationen, HI-Viruslast) sollten zumindest alle 2 Monate kontrolliert werden (je nach individueller Situation auch häufiger). In den letzten Wochen vor dem errechneten Termin sollten die Viruslastbestimmungen engmaschiger erfolgen sowie auf jeden Fall eine Messung zwischen der 33.–36. SSW stattfinden, um gegebenenfalls cART zu optimieren, den angestrebten Geburtsmodus endgültig festzulegen und bei erhöhter maternaler Viruslast noch mit einer erweiterten antiretroviralen Prophylaxe des Kindes reagieren zu können.
Therapiebegleitend ist ein monatliches Monitoring des Blutbilds empfehlenswert. Blutbildveränderungen sind insbesondere wegen möglicher medikamentenassoziierter Anämien und Thrombozytopenien von Bedeutung.
Zur Erkennung eines Schwangerschaftsdiabetes ist zwischen SSW 23+0 und SSW 27+6 ein oraler Glukosetoleranztest zu empfehlen (6). Die Bestimmung der Leber- und Nierenwerte sollten zu Beginn der Schwangerschaft sowie nach Ansetzen bzw. im Verlauf einer cART erfolgen.
Die Schwangere sollte über mögliche Nebenwirkungen der cART aufgeklärt und aufgefordert werden, verdächtige Beschwerden unverzüglich ihrem HIV-Behandler mitzuteilen (7). Außerdem sollten alle schwangeren Frauen darüber aufgeklärt werden, dass nach momentaner Datenlage klinisch relevante Langzeitfolgen bei den intrauterin cART-exponierten Kindern nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden können. Des Weiteren sollte sie aufgefordert werden, vor der Einnahme anderer verschreibungspflichtiger und nicht verschreibungspflichtiger Medikamente in der Schwangerschaft wegen potenzieller Wechselwirkungen mit der cART ihren HIV-Behandler zu konsultieren.
Insbesondere mit Methadon substituierte Frauen oder Frauen mit Gebrauch anderer Drogen müssen ausführlich und verständlich über wechselseitige Interaktionen zwischen Drogen und cART informiert werden, da bei unkontrolliertem Einsatz ein Entzug eintreten kann, der durch Beeinträchtigung der Adhärenz ein Versagen der cART nach sich ziehen kann.
In mehreren Studien wurde eine erhöhte Frühgeburtlichkeit bei Schwangeren unter einer cART dokumentiert (8). Auf der anderen Seite gibt es zwei große amerikanische Auswertungen (7, 9), die keine erhöhte Frühgeburtlichkeit unter einer cART feststellen konnten. Ein besonderes Augenmerk ist angesichts widersprüchlicher Studienergebnisse auf Frauen mit einer cART oder anderen möglichen Risikofaktoren für eine Frühgeburtlichkeit zu richten, um eine Frühgeburt oder eine notfallmäßige Entbindung unter evtl. ungünstigen Voraussetzungen zu vermeiden. Ein entscheidender Stellenwert kommt hier der konsequenten Diagnostik und Therapie genitaler Infektionen zu. Lokale Koinfektionen wie beispielsweise eine Chlamydieninfektion, eine Trichomoniasis oder eine bakterielle Vaginose korrelieren mit einem erhöhten HIV-Transmissionsrisiko (10). Im Einzelnen sind folgende Untersuchungen obligat: eine pH-Bestimmung im Vaginalsekret, die Anlage eines Nativpräparats und gegebenenfalls einer mikrobiologischen Kultur, eine STD-Diagnostik, ein Toxoplasmosescreening zu Beginn der Schwangerschaft mit Wiederholungsuntersuchungen im 2. und 3. Trimenon zum Ausschluss einer Reaktivierung bzw. Neuinfektion am Ende der Schwangerschaft sowie eine vollständige Hepatitisserologie. Harnwegsinfekte sollten ebenfalls ausgeschlossen werden (› Tab. G4-1).
Bis zu 30% der HIV-infizierten Frauen zeigen vulväre, vaginale und zervikale Dysplasien, die durch die HIV-induzierte Immunsuppression schneller als sonst zu einem Karzinom progredieren können (11). Daher sollten zu Beginn der Schwangerschaft zusätzlich zu einer Zytologie der Zervix zur Absicherung des Befunds eine Untersuchung auf HPV-High-Risk-Typen-DNA und eine kolposkopische Untersuchung durchgeführt werden. Ist der HPV-Befund unauffällig, kann die nächste Kontrolluntersuchung auf einen Zeitpunkt nach der Entbindung terminiert werden. Auffälligkeiten müssen jedoch kolposkopisch kontrolliert und gegebenenfalls histologisch (bioptisch) abgeklärt werden. Hierbei gilt es, wie bei der nicht schwangeren HIV-infizierten Frau, neben der Vulva, Vagina und Zervix auch die Perianalregion zu inspizieren.
Bei allen HIV-infizierten Schwangeren wird zwischen SSW 11+0 und 13+6 das frühe Organscreening mit der Messung der Nackentransparenz zur individuellen Abwägung des Aneuploidierisikos sowie in der SSW 19+6 bis 22+6 ein sonografischer Fehlbildungsausschluss empfohlen. Eine invasive pränatale Diagnostik sollte wegen der Kontaminationsgefahr des Fruchtwassers nur bei strenger Indikationsstellung und nach Möglichkeit unter Berücksichtigung der Viruslast und nur unter einer cART durchgeführt werden (12, 13). Eine cART kann das Risiko einer vertikalen Transmission von HIV bei einer Amniozentese wesentlich reduzieren (14). Alternativ kann auch eine nichtinvasive Pränataldiagnostik auf Trisomie 21 sowie 13/18 aus mütterlichem Blut angeboten werden. Bei unbekanntem HIV-Status der Mutter und Indikation zur invasiven pränatalen Diagnostik soll immer ein HIV-Test empfohlen werden.
Eine ausführliche kontrazeptive Beratung im Rahmen der Routineuntersuchung beim Gynäkologen 6–8 Wochen postpartal sollte auf jeden Fall erfolgen.

Therapieindikation und -regime in der Schwangerschaft

Allgemeines

Für HIV-positive Schwangere gelten die Behandlungsindikationen wie für nicht schwangere Erwachsene (s. aktuelle Version: Deutsch-Österreichische Leitlinie zur antiretroviralen Therapie der HIV-Infektion, www.daignet.de/site-content/hiv-therapie/leitlinien-1). Jede HIV-Infektion in der Schwangerschaft stellt eine Behandlungsindikation dar. Bei einer erst in der Schwangerschaft neu diagnostizierten HIV-Infektion kann, falls vertretbar, eine Behandlung erst zu Beginn des 2. Trimenons (frühestens 13+0 SSW, nach Abschluss der Organogenese) begonnen werden. Ziele einer cART in der Schwangerschaft sind eine wirksame Prophylaxe der HIV-Transmission durch maximale Hemmung der Virusreplikation bei der Mutter bei möglichst guter Verträglichkeit für die Schwangere und den Fetus. Frauen im gebärfähigen Alter sollen möglichst mit einer cART behandelt werden, das im Fall einer Schwangerschaft unverändert beibehalten werden kann.
Prinzipiell stehen für die cART in der Schwangerschaft Medikamente aus allen Substanzklassen zur Verfügung. Allerdings sind die meisten antiretroviralen Medikamente für den Einsatz in der Schwangerschaft nicht zugelassen und die begrenzten klinischen Erfahrungen lassen noch keine abschließende Nutzen-Risiko-Abschätzung zu. Einen Überblick über die empfohlenen Substanzen gibt › Tab. G4-2. Darüber hinaus kann in Fällen einer späten HIV-Erstdiagnose in der Schwangerschaft oder bei später Erstvorstellung einer Schwangeren mit HIV-Infektion zur rascheren Absenkung der HIV-RNA bis zum Geburtstermin der Einschluss von Raltegravir als Teil einer cART oder in Ergänzung sinnvoll sein.
Vor Beginn einer cART in der Schwangerschaft soll ein Resistenztest erfolgen. Darüber hinaus kann die Pharmakokinetik antiretroviraler Substanzen durch eine Schwangerschaft verändert werden (15). Medikamentenspiegelmessungen in der Schwangerschaft können deshalb bei Nebenwirkungen oder bei unzureichender Viruslastsenkung sinnvoll sein. Für die Entscheidung des Geburtsmodus ist die Quantifizierung der HIV-RNA um die 36. SSW von entscheidender Bedeutung (› Abb. G4-1).

Schwangerschaft bei einer bereits in Behandlung befindlichen HIV-positiven Frau

Hat eine Frau beim Eintritt der Schwangerschaft bereits eine erfolgreiche cART, wird diese weitergeführt (› Abb. G4-2) (16). Es ist allerdings zu prüfen, ob im Hinblick auf das exponierte Kind eine Therapiemodifikation möglich und sinnvoll ist (› Tab. G4-2). Hat die Frau zum Beispiel ein modernes Single-Tablet-Regime (STR), für das noch keine ausreichenden Erfahrungen zum Einsatz in der Schwangerschaft vorliegen, so ist abzuwägen, ob eine Umstellung auf eine der empfohlenen Kombinationen (› Tab. G4-2) oder zumindest ein Therapieregime mit Substanzen, über die mehr Daten vorliegen, erfolgen soll. Im Einzelfall kann dadurch ein Adhärenzproblem mit dem Risiko des virologischen Versagens entstehen. Die Entscheidung der Therapiemodifikation gehört deshalb in die Hände eines erfahrenen HIV-Behandlers.
Eine Unterbrechung einer bestehenden cART in der Schwangerschaft soll vermieden werden, da vielfältige negative Effekte von Therapieunterbrechungen gezeigt wurden (17). Falls eine Unterbrechung der cART z.B. aufgrund einer ausgeprägten Hyperemesis gravidarum klinisch notwendig wird, sollte dies unter engmaschigen Kontrollen von Viruslast und Immunstatus erfolgen und die Therapie so bald wie möglich wieder aufgenommen werden. Insbesondere bei ungeplanter Therapieunterbrechung ist vor dem erneuten Beginn der cART die Durchführung einer genotypischen Resistenztestung zu erwägen.
Die Bewertung der einzelnen Substanzen hinsichtlich ihres Einsatzes bei schwangeren Frauen erfolgt in › Tab. G4-3. Medikamente wie Nelfinavir, Saquinavir, Indinavir, Fosamprenavir, Stavudin oder Didanosin sollten aufgrund ihrer limitierten antiviralen Potenz oder der ungünstigen Nebenwirkungsraten bei Schwangeren nicht mehr zum Einsatz kommen.

Intrapartale Medikation

Auch am Tag der Geburt soll die Schwangere ihre cART wie üblich einnehmen. Eine prä- und intraoperative intravenöse Zidovudin-Gabe mit Beginn 3 Stunden vor einer geplanten Sectio bzw. bei Wehenbeginn bei einer vaginalen Geburt (2 mg/kg KG/h als Ladedosis in der 1. Stunde, danach 1 mg/kg KG/h bis zur Entwicklung des Kindes lt. Originalprotokoll ACTG 076 [78]) soll nur zum Einsatz kommen, wenn die mütterliche Viruslast > 50 Kopien/ml ist. Bei vollständig supprimierter Viruslast zeigte die intrapartale Zidovudin-Gabe keinen zusätzlichen Nutzen hinsichtlich der Transmissionsrate (79).

Management HIV-positiver Schwangerer mit Hepatitis-Koinfektion

In Anlehnung an die Empfehlung zur HIV-Therapie von Erwachsenen wird auch für HIV-positive Schwangere mit Hepatitis-B-Koinfektion eine cART unter Einschluss der gegen Hepatitis B wirksamen Substanzen Tenofovir plus Emtricitabin oder Lamivudin empfohlen. Beim Absetzen einer solchen cART besteht das Risiko eines Hepatitis-B-Flares. Ein Absetzen ist deshalb nicht ratsam. Sollte ein Absetzen aus klinischen Gründen oder aufgrund des ausdrücklichen Wunsches der Patientin erfolgen, ist ein engmaschiges Monitoring erforderlich. HBV-exponierte Neugeborene erhalten innerhalb der ersten 12 Lebensstunden eine Hepatitis-B-aktiv- und -passiv-Simultanimpfung.
Bei der Hepatitis C gibt es über den Einsatz von DAAs bei Schwangeren keine ausreichenden Daten (80). Da die Datenlage bisher keinen eindeutigen Vorteil für die elektive Sectio caesarea bei HIV-/HCV-koinfizierten Schwangeren zeigen konnte, sollte der Entbindungsmodus auf Grundlage der Parameter der HIV-Infektion und -Therapie gewählt werden (81–83).

Antiretrovirale Transmissionsprophylaxe des Neugeborenen bei niedrigem Risiko

Bei einer mütterlichen HI-Viruslast < 1.000 Kopien/ml zum Zeitpunkt der Entbindung erfolgt eine postnatale orale Zidovudin-Gabe (postnatale Expositionsprophylaxe) an das Neugeborene innerhalb 6 Stunden nach Geburt für 2–4 Wochen (› Tab. G4-5) (84–86). Eine auf 2 Wochen verkürzte postnatale Expositionsprophylaxe sollte für die Fälle vorbehalten sein, bei denen die mütterliche HI-Viruslast präpartal < 50 Kopien/ml lag und damit von einem sehr niedrigen HIV-Transmissionsrisiko ausgegangen werden kann (80, 81). Alternativ kann diese Zidovudin-Gabe (z.B. bei kindlicher oraler Ernährungsproblematik) auch für 10 Tage i.v. (3 mg/kg alle 12 h) gegeben werden (siehe besondere Dosierungen bei Frühgeborenen › Tab. G4-5) (87,88). Bei Anämie der Neu- und Frühgeborenen in den ersten 2 Wochen der postnatalen Expositionsprophylaxe (Anämiedefinition entsprechend den jeweiligen [Klinik-]Leitlinien) muss nach Ausschluss anderer Ursachen (Blutverlust, Infektion etc.) eine Auftransfusion und/oder eine Unterbrechung der Zidovudin-Gabe individuell diskutiert werden. Bei Anämien der Neu- und Frühgeborenen unter postnataler Expositionsprophylaxe nach den ersten 2 Lebenswochen sollte die Unterbrechung bzw. der Entschluss zur Beendigung der Zidovudin-Gabe großzügig erfolgen.
Zur Diskussion in der Leitlinienkonferenz stand, ob eine postnatale Expositionsprophylaxe des Neugeborenen erforderlich ist, wenn die Viruslast bei der Mutter vor und bei der Geburt unter einer cART < 50 Kopien/ml lag. Grundsätzlich bestand Konsens, dass auch in dieser Situation auf eine postnatale Expositionsprophylaxe beim Neugeborenen aufgrund der mangelnden Datenlage nicht verzichtet werden kann. Ob in einer optimalen Konstellation auf eine Empfehlung für eine postnatale Expositionsprophylaxe verzichtet werden kann, wurde jedoch mehrheitlich befürwortet (Ja: 8 Stimmen, Nein: 1 Stimme, Enthaltung: 3 Stimmen). In Anlehnung an die Publikation von Mandelbrot et al. (89) wäre diese Konstellation gegeben, wenn die HIV-positive Frau bereits vor der Schwangerschaft eine cART erhielt mit einer Viruslast < 50 Kopien/ml sowie die Viruslast die gesamte Schwangerschaft und zeitnah zur Geburt unter engmaschigen Kontrollen immer < 50 Kopien/ml war. In dieser Situation kann auf eine postnatale Expositionsprophylaxe des Neugeborenen verzichtet werden.

Risikoadaptierte HIV-Transmissionsprophylaxe

Die Maßnahmen der HIV-Transmissionsprophylaxe können risikoadaptiert gesteigert werden. Potenzielle Risiken des gewählten Vorgehens (z.B. Hämatotoxizitäten beim Kind) müssen hier im individuellen Fall gegen den zu erwartenden Nutzen abgewogen werden. Grundsätzlich muss bei jeder Entscheidung die Dauer der mütterlichen cART und die aktuelle Viruslast Berücksichtigung finden. Eine allgemeingültige Empfehlung für Situationen mit einem erhöhten Risiko für eine vertikale HIV-Transmission kann aufgrund der Datenlage nicht gegeben werden.

Risikosituationen

Präpartal
Risiko: Frühgeburtlichkeit
Falls in einer bestehenden Schwangerschaft Ereignisse eintreten, die eine Frühgeburtlichkeit wahrscheinlich machen (z.B. vorzeitige Wehen, Zervixinsuffizienz, Präeklampsie etc.) und bisher keine cART erfolgt ist, sollte diese umgehend eingeleitet werden.
Einen besonders schwierigen Ausnahmefall stellt der sehr frühe vorzeitige Blasensprung (PROM) sowie die vorzeitige Wehentätigkeit zwischen der 24. und der 28. SSW dar. Die zu diesem Zeitpunkt erforderlichen Maßnahmen zur Induktion der Lungenreifung wirken erst nach mindestens 24 Stunden und geraten damit evtl. in Konflikt mit den Maßnahmen zur Verhinderung der HIV-Transmission. In einem solchen Fall muss das hohe Risiko bleibender kindlicher Schäden aufgrund der fehlenden Lungenreife gegen das Risiko einer erhöhten HIV-Transmissionsrate (je nach mütterlicher Viruslast) abgewogen werden. Bei einer Prolongierung der Schwangerschaft sollte in jedem Fall eine gut plazentagängige cART umgehend angesetzt bzw. eine bestehende Therapie fortgeführt werden.
Der Entbindungsmodus kann auch im Fall einer Frühgeburt bei einer Viruslast < 50 Kopien/ml unter einer bestehenden cART nach geburtshilflichen Kriterien entschieden werden. Bei einer höheren maternalen Viruslast ist der Kaiserschnitt die Entbindung der Wahl. Hierbei sollte bedacht werden, dass bei Zeiträumen > 4 Stunden nach dem Blasensprung kein Vorteil der Kaiserschnittentbindung bezüglich der Transmissionswahrscheinlichkeit zu erwarten ist (90). Die Entscheidung muss dann ebenfalls an geburtsmedizinischen Aspekten orientiert werden.
Risiko: Erhöhte Viruslast kurz vor der Geburt
Nimmt die Schwangere eine cART ein und ist die Viruslast bis zum Zeitpunkt der Geburt nicht < 50 Kopien/ml oder es kommt kurz vor der Geburt zu einem Viruslastanstieg, dann sollte eine Umstellung oder Intensivierung der mütterlichen Medikation nur durch einen erfahrenen HIV-Behandler erfolgen. Ist eine baldige Entbindung erforderlich bzw. bereits im Gang, dann sollte bei einer Viruslast > 50 Kopien/ml – soweit zeitlich möglich – der Mutter Zidovudin i.v. peripartal gegeben werden. Die zeitnahe Entbindung hat jedoch die höchste Priorität. Eine weitere präpartale medikamentöse Eskalation an die Mutter kann im Einzelfall erwogen werden.
Risiko: Keine antiretrovirale Therapie der Mutter vor der Geburt
Wenn trotz bekannter HIV-Infektion bis zur Geburt keine Transmissionsprophylaxe durchgeführt wurde, sollte diese spätestens intrapartal und postnatal als eskalierte Prophylaxe durchgeführt werden. Es kann auch bei unvollständiger intrapartaler Transmissionsprophylaxe mit einem Vorteil gerechnet werden (s. auch › Abschnitt „Eine bis zur Entbindung unklare HIV-Infektionslage“) (91–95), wenn die postnatale Expositionsprophylaxe bis spätestens 72 Stunden nach Geburt begonnen wird.
Falls in Abhängigkeit von der Geburtsphase bei klinischer Erstvorstellung eine Sectio caesarea noch infrage kommt, sollte diese angestrebt werden, da dadurch das Übertragungsrisiko von der Mutter auf das Kind während der Geburt gesenkt werden kann. Ist eine Entbindung rasch erforderlich bzw. bereits im Gang, dann sollte – soweit zeitlich möglich – der Mutter Zidovudin i.v. peripartal gegeben werden. Die zeitnahe Entbindung hat jedoch die höchste Priorität. Eine weitere präpartale medikamentöse Eskalation an die Mutter sollte in der Regel nicht erfolgen, kann jedoch im Einzelfall erwogen werden.
Peripartale bzw. -natale Risikofaktoren
Bei einer Viruslast < 50 Kopien/ml unter einer cART werden Geburtssituationen, wie z.B. ein protrahierter Geburtsverlauf, mehr als 4 Stunden zurückliegender Blasensprung, Amnioninfektionsyndrom oder vaginal operative Entbindungen in der Regel nicht mit einem erhöhten Risiko eingestuft. Auch hier ist davon auszugehen, dass die maximale Viruslastreduktion das entscheidende Kriterium für die Reduktion der Mutter-Kind-Transmission von HIV ist (9, 96, 97). Selbst bei einer Schnittverletzung des Kindes im Rahmen der Sectio oder wenn blutiges Fruchtwasser aus dem Magen oder Lunge abgesaugt wird, ist dies nur als Risikosituation zu bewerten, wenn die mütterliche Viruslast > 50 Kopien/ml beträgt. Hier muss im Einzelfall entschieden werden (je nach Höhe der mütterlichen Viruslast und dem Schweregrad der peripartalen Expositionssituation für das Kind), welche postnatale Expositionsprophylaxe eingesetzt wird.
Eine „milde Frühgeburtlichkeit“ ≥ 33+0 SSW scheint die HIV-Transmissionshäufigkeit nicht zu erhöhen. Zur „extremen Frühgeburtlichkeit“ < 33+0 SSW gibt es bei nur wenigen Daten unterschiedliche Ergebnisse: Während Warszawski 2008 (n = 67/5271) (2) und Tubiana 2010 (19 Cases/60 Controls) (98) ein erhöhtes Risiko bei extremer Frühgeburtlichkeit beschreiben, war bei einer multivariaten Analyse von Townsend 2008 (n = 61/5151) das Gestationsalter nicht mit erhöhter Transmission assoziiert (97). Weiter gilt es zu bedenken, dass bei Frühgeborenen Dosisempfehlungen nur für Zidovudin (99) und Nevirapin (100) vorliegen. Für Proteaseinhibitoren gibt es für Neugeborene bisher keine Dosierungsempfehlungen, für Lopinavir/r besteht bei Reif- und Frühgeborenen ein erhöhtes Risiko für eine Kardiotoxizität und metabolische Komplikationen (101, 102), sodass die FDA empfiehlt, Lopinavir/r bei Frühgeborenen erst 14 Tage nach dem errechneten Geburtstermin, bei Reifgeborenen erst nach 14 Lebenstagen einzusetzen.
Entsprechend sollte bei HIV-exponierten Frühgeborenen < 33+0 SSW ein erfahrenes Zentrum kontaktiert werden, um alle Gesichtspunkte (Viruslast der Mutter, Erfolg/Dauer der mütterlichen Therapie, Resistenzlage, Schwangerschaftskomplikationen etc.) zu diskutieren, um eine Entscheidung für die Art und Dauer einer Postexpositionsprophylaxe eines solchen Frühgeborenen zu treffen.

Erweiterte postnatale Prophylaxe

Bei einem erhöhten HIV-Transmissionsrisiko kann mit einer eskalierten postnatalen Transmissionsprophylaxe (mit mehr als einem antiretroviralen Medikament, › Tab. G4-6) das Infektionsrisiko des Kindes signifikant reduziert werden.
Risiken für eine erhöhte HIV-Transmission sind:
  • 1.

    Keine mütterliche Therapie vor Entbindung

  • 2.

    Eine erhöhte Viruslast der Mutter kurz vor Geburt

  • 3.

    In der prospektiv und randomisiert angelegten HPTN 040/PACTG 1043-Studie zeigte sich, dass das HIV-Infektionsrisiko von Neugeborenen, deren Mütter keine präpartale cART erhalten hatten, mit einer postnatalen 2-fach- oder 3-fach-Prophylaxe signifikant niedriger lag im Vergleich zu einer sechswöchigen Zidovudin-Gabe (103). Gemäß dieser Studie wird bei präpartal fehlender mütterlicher cART eine eskalierte postnatale Prophylaxe des Neugeborenen mit einer Kombination aus einer Nevirapin-Kurzprophylaxe (1. Dosis sobald als möglich postpartal, zumindest innerhalb von 48 Stunden, 2. Dosis 48 Stunden nach der 1. Gabe und 3. Dosis 96 Stunden nach der 2. Gabe) und einer sechswöchigen Zidovudin-Gabe empfohlen. Zur Vermeidung von Nevirapinresistenzen kann die Kombination dieses Regimes (3 Gaben Nevirapin + 6 Wochen Zidovudin) mit einer 14-tägigen Lamivudin-Gabe beim Neugeborenen erwogen werden.

  • 4.

    In vielen Studien (vor allem Kohortenstudien) korreliert die Höhe der mütterlichen Viruslast vor Geburt eindeutig mit dem HIV-Transmissionsrisiko. Bei Müttern mit einer Viruslast unter der Nachweisgrenze kommt es nur sehr selten zu einer HIV-Infektion der Neugeborenen. Trotz unbefriedigender Datenlage (keine randomisierten Studien) sollte entsprechend bei einer mütterlichen präpartalen Viruslast von ≥ 1.000 Kopien/ml unter cART genau wie bei Punkt 1 eine erweiterte postanatalen Prophylaxe mit 2 (3 Gaben Nevirapin + 6 Wochen Zidovudin) oder 3 antiretroviralen Substanzen (3 Gaben Nevirapin + 6 Wochen Zidovudin + 14 Tage Lamivudin) in Betracht gezogen werden. Bei einer präpartal erhöhten Viruslast, die aber < 1.000 Kopien/ml liegt, ist von einem geringen HIV-Transmissionsrisiko auszugehen. Daher soll in dieser Situation eine erweiterte postnatale Prophylaxe nur bei zusätzlichen Risikofaktoren erfolgen.

Eine bis zur Entbindung unklare HIV-Infektionslage

Ist bis zur Entbindung kein HIV-Antikörpertest vorgenommen worden, so sollte, falls für eine reguläre Testung mit evtl. erforderlichem Bestätigungstest genügend Zeit bleibt, diese unverzüglich angeboten werden, um bei positivem Testergebnis die intrapartale und postnatale HIV-Transmissionsprophylaxe durchführen zu können (92, GBA-Patienteninformation). Eine Ablehnung des HIV-Antikörpertests ist zu respektieren und schriftlich, gegebenenfalls mit Unterschrift der Schwangeren zu dokumentieren.
Für den Fall, dass der HIV-Status der Schwangeren nicht bekannt ist und keine Zeit für eine reguläre Testung und Beratung bleibt, sollte ein HIV-Schnelltest angeboten und die Durchführung von Prophylaxemaßnahmen vom Ergebnis des Schnelltests abhängig gemacht werden. Bei der Aufklärung der Schwangeren muss darauf hingewiesen werden, dass trotz hoher Genauigkeit der Testverfahren (Sensitivität und Spezifität von HIV-Schnelltests erreichen Werte von über 99,5%) angesichts der niedrigen Prävalenz noch unerkannter HIV-Infektionen bei Schwangeren (im Jahr 2012 für Deutschland geschätzte ca. 15–30 Fälle bei 50.000–60.000 nicht getesteten Schwangeren) die Wahrscheinlichkeit, dass ein positives HIV-Schnelltestergebnis tatsächlich eine HIV-Infektion anzeigt, deutlich kleiner als 50% sein kann. Jedes positive Schnelltestergebnis bedarf daher einer Bestätigung durch einen Bestätigungstest. Ist die Viruslast der Mutter bei Geburt nicht bekannt oder ist sie nicht bestimmt worden, sollte diese schnellstmöglich erfragt oder bestimmt werden (Vorgehen analog zu › Abschnitt „Risiko: Keine antiretrovirale Therapie der Mutter vor der Geburt“). Bei dem Neugeborenen einer solchen Mutter kann zunächst mit der intensivsten in dem Fall in Betracht kommenden postnatalen Expositionsprophylaxe (2–3 antiretrovirale Medikamente) begonnen werden, dann aber je nach Höhe der maternalen Viruslast gegebenenfalls deeskaliert werden. Falls ein positives Schnelltestergebnis nicht bestätigt wird, müssen alle eingeleiteten HIV-Prophylaxemaßnahmen abgebrochen werden.

Entbindungsmodus

Aus Studien der Vor-HAART-Ära ist eine deutliche Reduktion der vertikalen Transmissionsrate durch eine primäre Kaiserschnittentbindung bekannt. Die Transmissionsrate konnte allein durch die primäre Kaiserschnittentbindung auf 8,4% gegenüber einem Transmissionsrisiko bei der vaginalen Entbindung von 16,8% gesenkt werden (107). Die Kaiserschnittentbindung am wehenfreien Uterus war deshalb früher üblicherweise Bestandteil der HIV-Transmissions-Prophylaxemaßnhamen.
Der protektive Effekt der primären Kaiserschnittentbindung ist nach neueren Untersuchungen bei Frauen, die in der Schwangerschaft eine cART erhalten und deren Viruslast gegen Ende der Schwangerschaft in einem sehr niedrigen Bereich (idealerweise unter der Nachweisgrenze) liegt, allenfalls minimal (2).
Die Sectio caesarea hat – unabhängig von einer HIV-Infektion – ein höheres Komplikationsrisiko als eine vaginale Geburt (108). Es gibt Untersuchungen, die sogar eine erhöhte Komplikationsrate bei einer Kaiserschnittentbindung HIV-infizierter Frauen zeigten (z.B. häufiger Fieber, Hämatome und Wundheilungsstörungen [109, 110]). Andere Studien konnten dies hingegen nicht nachweisen (111, 112).
Eine vaginale Entbindung ist deshalb unter folgenden Voraussetzungen eine empfehlenswerte Option:
  • Schwangere nimmt eine cART ein.

  • Die Viruslast ist am Ende der Schwangerschaft, insbesondere zeitnah zum Entbindungstermin < 50 Kopien/ml.

  • Die Beurteilung geburtshilflicher Risiken durch einen erfahrenen Geburtshelfer ist erfolgt.

  • Eine Klärung logistischer Probleme (z.B. Entfernung zu geeigneter Geburtsklinik) ist erfolgt.

HIV-infizierte Schwangere, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, sollen weiterhin eine möglichst blutarme primäre Sectio frühestens ab der 37+0 SSW durch ein erfahrenes Team erhalten. Dabei ist aufgrund der niedrigeren mütterlichen Komplikationsrate (Pneumonien/Fieber) und der früh möglichen Mutter-Kind-Bindung bevorzugt ein regionales Anästhesieverfahren (v.a. Spinalanästhesie) zu empfehlen.
Praktische Empfehlungen für eine vaginal intendierte Geburt:
  • Fruchtblase möglichst lange erhalten.

  • Verzicht auf eine Kopfschwartenelektrode.

  • Strengere Indikationsstellung bei vaginal operativen Entbindungen und zu Mikroblutuntersuchungen.

  • Großzügigere Indikation zur sekundären Sectio bei pathologischem fetalem Herzfrequenzmuster, prolongiertem Geburtsverlauf oder V.a. Amnioninfektionssyndrom.

  • Geburtseinleitungen sollen nach geburtshilflichen Kriterien entschieden werden.

Eine zusätzliche Gabe antiretroviraler Medikamente bei Einnahme einer cART und einer Viruslast < 50 Kopien/ml am Tag der Geburt ist unabhängig vom Geburtsmodus nicht erforderlich.

Versorgung des Neugeborenen im Kreißsaal

Sowohl während einer Spontangeburt als auch bei einer Sectio kann durch die Eröffnung der Fruchtblase das Fruchtwasser mit HIV kontaminiert werden. Bei Spontangeburt besteht zudem die Möglichkeit, dass virushaltiges Vaginalsekret oder mütterliches Blut in Körperöffnungen des Kindes gelangt (113). Im Unterschied zum Erwachsenen stellen beim Neugeborenen die Schleimhäute des Respirationstrakts und des Gastrointestinaltrakts für HIV keine Barrieren dar und im noch anaziden Magen kann die Virusinaktivierung versagen. Die höheren Transmissionsraten gestillter Kinder HIV-positiver Mütter beweisen, dass der oralen Aufnahme virushaltiger Flüssigkeiten bei der vertikalen Transmission eine erhebliche Bedeutung zukommt (114).
Praktisches Vorgehen im Kreißsaal: Bei der Erstversorgung wird die Verwendung steriler Handschuhe empfohlen. Noch vor einem eventuellen Absaugen sind Mundhöhle und Naseneingang mit sterilen, in 0,9-prozentiger NaCl-Lösung getränkten Tupfern von eventuell HIV-kontaminiertem Fruchtwasser zu reinigen. Nach Stabilisierung der Vitalfunktionen sind alle Körperöffnungen (Ohren, Augen, Anus und Genitale) in gleicher Weise zu säubern. Vor der endgültigen Versorgung der Nabelschnur sind die Handschuhe zu wechseln, um eine HIV-Kontamination zu vermeiden.

Stillen

Gestillte Kinder HIV-positiver Mütter sind etwa doppelt so häufig HIV-infiziert wie ungestillte Kinder HIV-positiver Mütter (114–117). Eine cART stillender Mütter und/oder prophylaktische antiretrovirale Behandlung der gestillten Kinder kann die postnatale HIV-Transmission drastisch vermindern (118–121). Außer dem Risiko der vertikalen HIV-Transmission besteht im Fall des Stillens eine verlängerte HIV-Medikamentenexposition für den Säugling. In den westlichen Industrienationen sind die Voraussetzungen für eine exklusive Ernährung der Säuglinge HIV-positiver Mütter mit adaptierter Säuglingsnahrung in der Regel gegeben und es wird HIV-positiven Müttern hier weiterhin ein Stillverzicht empfohlen (122).
Die WHO empfiehlt die exklusive Brustmilchernährung für 6 Monate in Ländern, in denen eine exklusive Ernährung von Säuglingen mit adaptierter Säuglingsnahrung nicht (sozial) akzeptabel, durchführbar, bezahlbar, sicher (mit sauberem Trinkwasser und hygienisch zubereitbar) oder dauerhaft verfügbar ist (122). Unter diesen Voraussetzungen ist die Mortalität nicht gestillter Kinder höher als die Mortalität durch eine postnatal erfolgte HIV-Infektion.
Sollte eine HIV-positive-Mutter in Deutschland/Österreich entgegen der Empfehlung stillen wollen, ist ein individualisiertes Vorgehen erforderlich (123). Es besteht sonst das Risiko, dass die Mutter ihr Kind heimlich oder intermittierend stillt. Dies könnte mit einem dann erhöhten Transmissionsrisiko einhergehen. Bei dauerhaft supprimierter Viruslast der Mutter kann im Einzelfall das exklusive Stillen mit intensiver ärztlicher Aufklärung und Beratung und begleitendem sorgfältigem Monitoring (inkl. Viruslastbestimmung in mütterlichem Blut und in der Muttermilch) in Erwägung gezogen werden. Bei den gestillten Kindern sollte eine monatliche Blutentnahme mit HIV-PCR erfolgen, da bei Ansteckung mit HIV sich der Gesundheitszustand innerhalb von 1–2 Monaten verschlechtern kann und sich schwere HIV-Enzephalopathien, Pneumocystis-Pneumonien (PcP) und CMV-Infektionen entwickeln können. Die Begrenzung des Stillens auf maximal 6 Monate sollte nahe gelegt werden. Das Abstillen sollte laut WHO-Empfehlung zügig erfolgen, denn die Irritation und Entzündung des Darms bei gemischter Kost (Muttermilch und Folgenahrung) bildet eine Eintrittspforte für HIV und damit ein Risiko für eine HIV-Übertragung.
Eine interdisziplinäre Begleitung und Nachsorge durch mit dem Thema HIV vertraute Hebammen während der Still- und Abstillzeit und eine frühzeitige Vorstellung bei Stillproblemen sollte gewährleistet sein. Für die psychosoziale Begleitung kommen Mitarbeiterinnen von AIDS-Hilfen und anderen Beratungsstellen mit HIV-Erfahrung in Frage.
Die HIV-Transmission beim Stillen ist ein multifaktorielles Geschehen. Auch eine negative HI-Viruslast-Bestimmung im Serum und in der Muttermilch kann daher keine absolute Sicherheit bieten (124). Auf das HIV-Transmissionsrisiko, Risiken einer HIV-Resistenzentwicklung und mögliche Langzeittoxizitäten beim Neugeborenen durch längere Medikamentenexposition muss explizit hingewiesen werden.

Nachsorge der Kinder

Ab der 32. SSW werden IgG-Antikörper, darunter auch IgG-Antikörper gegen HIV, von der Mutter transplazentar auf das Ungeborene übertragen. Da der gängige HIV-Test ein Antikörpertest ist, sind bis zur Elimination der mütterlichen Antikörper alle, d.h. auch die nicht HIV-infizierten Kinder HIV-positiver Mütter serologisch HIV-positiv.
Der Nachweis von HIV muss daher im 1. Lebensjahr direkt durch Nachweis von HIV-Nukleinsäuren mittels PCR erfolgen. Möglich ist der Nachweis von HIV-DNA und HIV-RNA. Bisher gibt es keine Untersuchungen, welche der beiden Analyseverfahren in Bezug auf die besondere Fragestellung der neonatologischen Infektionsdiagnostik sensibler ist. Alle positiven HIV-Testergebnisse sollten möglichst schnell durch eine zweite Blutprobe bestätigt werden.
Es ist zu beachten, dass kommerzielle HIV-PCR-Kits bei ungewöhnlichen HIV-Subtypen oder Mosaikviren (Nicht-Subtyp B) versagen können und damit falsch negative Resultate liefern (125). Bei einem möglicherweise mit einem anderen als Subtyp B infizierten HIV-positiven Elternteil (v.a. bei Herkunft außerhalb Westeuropas oder Nordamerikas) muss daher neben der kindlichen Probe immer auch mütterliches Blut als Positivprobe analysiert werden. Ist das mütterliche Blut in der PCR eindeutig HIV-positiv, ist auch das Resultat der HIV-PCR des Kindes zu verwerten. Versagt der Nachweis von HIV-Nukleinsäuren bei der Mutter (negative oder grenzwertige Befunde), ist auch die HIV-PCR-Analyse des kindlichen Blutes wenig verlässlich. Dann muss entweder eine Spezialuntersuchung mittels für den Subtyp passenden PCR-Primern in spezialisierten Laboren veranlasst oder das Verschwinden der mütterlichen HIV-Antikörper bis zum Ende des 2. Lebensjahres abgewartet werden, um eine HIV-Infektion des Kindes sicher auszuschließen. Persistieren die HIV-Antikörper bei dem HIV-exponierten Kind, so muss eine HIV-Infektion angenommen werden. Definitionsgemäß gelten HIV-exponierte Kinder nach einem komplett negativen HIV-Western-Blot bei normwertigen Immunglobulinkonzentrationen als HIV-negativ.
Bei Kindern HIV-positiver Mütter sind zwei negative HIV-PCR-Befunde zum Ausschluss einer HIV-Infektion zu fordern. Die erste negative HIV-PCR sollte nach ca. 1 Monat (nach 28 Tagen: Sensitivität 96%, Spezifität 99%) (126), die zweite wegen der dann erst nahezu 100-prozentigen Sensitivität und Spezifität der HIV-PCR (127) nach dem 3. Lebensmonat erfolgen. Mit der HIV-PCR im 1. Lebensmonat werden demnach schon fast alle HIV-infizierten Kinder diagnostiziert. Es kann dann bei Diagnose einer HIV-Infektion sofort die empfohlene PcP-Prophylaxe und eine antiretrovirale (Früh-)Therapie in den ersten Lebensmonaten durchgeführt werden. Auch bei negativen HIV-PCR-Befunden soll das Verschwinden der mütterlichen Antikörper bei HIV-exponierten Kindern mindestens einmal dokumentiert werden.
Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass wegen der intrauterinen und postnatalen Exposition des Kindes gegenüber antiretroviralen Substanzen mit bisher bekannten und unbekannten Langzeitfolgen eine Nachsorge der Kinder unabdingbar ist, um langfristige Schäden erfassen zu können.

Dokumentationsmöglichkeiten HIV-exponierter Schwangerschaften und Hotline

Da zum Einsatz der cART bei Schwangeren und Neugeborenen bislang nur unzureichende Daten vorliegen, ist es dringend erforderlich, die Behandlungsergebnisse national und international zu sammeln. Auf nationaler Ebene sollten Ärzte sich am Schwangerschaftsregister der Deutschen AIDS-Gesellschaft (Kontakt: schwangerschaftsregister@daignet.de) beteiligen. HIV-exponierte und -infizierte Kinder sollten an die Kohorte der PAAD (Pädiatrische Arbeitsgemeinschaft AIDS Deutschland e.V.) gemeldet werden (Kontakt über www.kinder-aids.de).
Weiterhin existiert das in den USA basierte Antiretroviral Pregnancy Registry, in dem hauptsächlich Fehlbildungsraten bei ART-exponierten Neugeborenen erfasst werden (www.apregistry.com).
Ehrenamtliche Telefonhotline zu Problemen im Zusammenhang mit HIV-Infektionen in der Schwangerschaft:
  • Bei gynäkologischen Fragestellungen: 0178 2820282

  • Bei Fragstellungen zur antiretroviralen Therapie in der Schwangerschaft: 069 63017680

  • Bei neonatologischen/pädiatrischen Fragestellungen: 0178 4121313

  • Bei Fragen zur Versorgung durch Hebammen (insbesondere in Schwangerschaft und Wochenbett, aber auch vor der Geburt, Kontakt zu Hebammen in der Region): Deutscher Hebammenverband (DHV): 0721 981 8927.

Konsensusfindung

Mitglieder der Arbeitsgruppe dieser Leitlinien (alphabetische Reihenfolge)
Georg Behrens, Hannover2
Bernd Buchholz, Mannheim (DGKJ)1
Cornelia Feiterna-Sperling, Berlin (PAAD)1
Andrea Gingelmaier, München (DGGG)1
Katharina Grabmeier-Pfistershammer (ÖAG)1
Thomas Grubert, Ravensburg
Ulrike Haars, Düsseldorf1
Annette Haberl, Frankfurt (DAIG)1
Christoph Königs, Frankfurt1
Jennifer Neubert, Düsseldorf1
Ulrich Marcus, Berlin (RKI)1
Karen Olah, Hamburg
Marianne Rademacher, Berlin (DAH)1
Anke Reitter, Frankfurt1
Ulrike Sonnenberg-Schwan, München
Susanne Usadel, Freiburg (DAGNÄ)1
Katharina Weizsäcker, Berlin1
1 Teilnehmer der Konsensuskonferenz am 12.10.2016
2 Moderation der Konsensuskonferenz
Annahme der aktuellen Version durch Mitgliederbeschluss der Deutschen AIDS-Gesellschaft e.V. (DAIG) am 24.03.2017.
Leitlinienkoordination
PD Dr. med. Andrea Gingelmaier
August-Exter-Str. 4
81245 München

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