© 2019 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen

B978-3-437-22061-6.50442-0

10.1016/B978-3-437-22061-6.50442-0

978-3-437-22061-6

Immunthrombozytopenie (ITP) im Kindes- und Jugendalter (S2k)

R. DICKERHOFF

W. EBERL

DEFINITION UND BASISINFORMATION

Geltungsbereich

Die Leitlinie betrifft Kinder und Jugendliche mit neu diagnostizierter Immunthrombozytopenie. Es werden Diagnose, Diagnostik und Differenzialdiagnostik, Klassifizierung, Symptomatologie, Therapieentscheidungen und Therapieformen dargestellt.
Insbesondere die Entscheidungskriterien für Behandlung oder Nichtbehandlung der Erkrankung sind Gegenstand des Konsensus. Die Leitlinie richtet sich an in Kliniken und Praxen tätige Kinder- und Jugendärzte sowie alle nicht pädiatrisch Tätigen in der Notfallversorgung.

Definition

Die primäre Immunthrombozytopenie (ITP) ist eine Autoimmunerkrankung, die durch eine isolierte Thrombozytopenie (periphere Thrombozytenzahl < 100 G/l)1

1

abweichend vom unteren Referenzwert (150–450 G/l)

definiert ist und bei der keine andere Ursache oder Störung vorliegt, die mit einer Thrombozytopenie assoziiert sein kann. Die Diagnose der primären ITP bleibt bei fehlendem Nachweis spezifischer Antikörper eine Ausschlussdiagnose; es sind gegenwärtig keine sicheren klinischen oder labordiagnostischen Kriterien verfügbar, anhand derer die Diagnose gestellt werden kann. Das führende klinische Problem ist ein erhöhtes Blutungsrisiko, obwohl Blutungssymptome nicht immer vorliegen müssen.
Sekundäre Immunthrombozytopenien: Darunter werden alle anderen Formen einer immunologisch bedingten Thrombozytopenie mit Ausnahme der primären ITP zusammengefasst. Die Bezeichnung der zugrunde liegenden Ursache der sekundären Immunthrombozytopenie wird üblicherweise in Klammern hinter der Diagnose beschrieben, z.B., sekundäre Immunthrombozytopenie’ (HIV-assoziiert). Sekundäre Immunthrombozytopenien, die durch Medikamente bedingt sind, werden möglichst spezifisch charakterisiert, z.B., sekundäre ITP’ (Quinine-asso-ziiert). Ausnahme ist die Heparin-induzierte Thrombozytopenie (HIT), deren Bezeichnung mit dem Akronym, HIT’ aufgrund ihrer speziellen Charakteristika beibehalten wird.
Nicht Gegenstand dieser Leitlinie sind die neonatale Alloimmunthrombozytopenie und die neonatale Immunthrombozytopenie durch passiv übertragene mütterliche Antikörper (Au-toimmunthrombozytopenie des Neugeborenen).

Phasen der Erkrankung (32)

Neu diagnostizierte ITP: Innerhalb der ersten 3 Monate nach Manifestation.
Persistierende ITP: Innerhalb von 3–12 Monaten nach Manifestation. Diese Gruppe schließt Patienten ein, die keine spontane Remission erreichen oder keine vollständige Antwort (Thrombozytenzahl > 100 G/l) auf die Behandlung zeigen.
Chronische ITP: Mehr als 12 Monate (18).

Basisinformation

Die ITP ist die häufigste Ursache einer Blutungsneigung im Kindesalter (ca. 3–5/100.000 Kinder pro Jahr) (3, 34). Der Häufigkeitsgipfel liegt im Vorschulalter. Die neu diagnostizierte ITP im Kindes- und Jugendalter verläuft in der Regel akut; sie kann nach einer Virusinfektion, selten nach einer Lebendimpfung (30) auftreten.
Die mit Antikörpern beladenen Thrombozyten werden vorzeitig abgebaut. Die Megakaryopoiese kann erhöht, normal oder reduziert sein (38). Ca. 80% aller Kinder haben bei Diagnose Thrombozytenwerte von < 20 G/l (4, 13, 33).
Im Kindes- und Jugendalter ist die ITP in der Regel selbstlimitierend und bedarf selten einer medikamentösen Therapie (5,13,15,16,28).
Die seltenen schweren Blutungen (3%) sind wahrscheinlicher bei Thrombozytenzahlen < 10 G/l (27). Das Blutungsrisiko wird jedoch nicht nur durch die Thrombozytenzahl bestimmt, sondern auch durch zusätzliche Faktoren wie körperliche Aktivität, Endothelläsion, Entzündung oder Trauma (14, 17, 19, 24). Nach 6 Wochen haben 60%, nach 6 Monaten 80%, nach 12 Monaten 90% der Kinder wieder Thrombozytenzahlen > 100 G/l (9,13,18).

LEITSYMPTOME UND KLASSIFIKATION

Fast alle Kinder mit ITP haben bei Diagnosestellung Hautblutungen, Petechien und/oder flächenhafte Hämatome (13, 37).
Rund 20–35% zeigen zusätzlich Schleimhautblutungen (meist Nase, Gingiva; seltener Hämaturie, Menorrhagie, Darmblutungen), die aber nur in ca. 2,5–5% schwer sind und eine Behandlung erfordern (7,8,27,28). Die Relevanz der Thrombozytopenie lässt sich anhand folgernder Kriterien abschätzen:
  • Leicht: Petechien, Hämatome; keine Schleimhautblutungen

  • Moderat: Blutung aus Nasen- oder Mundschleimhaut; intermittierend, spontan bzw. durch lokalen Druck (Nase) sistierend

  • Schwer: anhaltende Schleimhautblutung, Nasentamponade erforderlich, Hb-wirksam

  • Lebensbedrohlich: intrakranielle oder innere Blutung

DIAGNOSTIK

Basisdiagnostik bei Erstvorstellung

Anamnese
Vorher gesundes Kind; keine Grunderkrankung, die zur Thrombozytopenie führt, neu aufgetretene Blutungszeichen, 2–3 Wochen nach viralem Infekt (selten nach Lebendimpfung) (30).
Klinische Untersuchung
Fast immer Petechien und/oder Hämatome; manche Kinder haben jedoch überwiegend Hämatome und wenige Petechien; Schleimhautblutungen: meist Epistaxis und Gingivablutungen; selten Hämaturie, Menorrhagie, Darmblutung.
Labor
Isolierte Thrombozytopenie (< 20 G/l in 70–80% der Fälle).
Thrombozytenzählung.
Blutbild und Analyse des Ausstrichs durch hämatologisch erfahrenen Untersucher/in. Dies dient neben der Evaluierung der Thrombozytengröße auch zum Ausschluss anderer Ursachen der Thrombozytopenie.
Die automatisierte Thrombozytenzählung ist im niedrigen Bereich unzuverlässig. Bei der automatisierten Zählung werden die großen Thrombozyten nicht immer erfasst, da manche Geräte nur Partikel im Bereich 2–20 fl als Thrombozyten registrieren.
Eine Knochenmarkpunktion ist indiziert, wenn zusätzlich zur Thrombozytopenie für die ITP untypische klinische Symptome und Krankheitszeichen (z.B. Organvergrößerung, Lymphknotenschwellung, Gelenk- oder Knochenschmerzen) oder weitere pathologische Laborwerte vorliegen: erhöhtes MCV, Anämie, Granulozytopenie (11, 28).
Die Bestimmung antithrombozytärer Antikörper ist meist entbehrlich, kann jedoch bei unklaren Verläufen indiziert sein. Die Nutzung geeigneter Testsysteme (z.B. MAIPA) ist erforderlich.

Differenzialdiagnostik

Sie ist erforderlich bei:
  • untypischem Verlauf,

  • unzureichendem Ansprechen auf Therapie,

  • neu aufgetretenen, unerwarteten Symptomen,

  • nicht mit der Thrombozytenzahl korrelierender Blutungsneigung,

  • neuen anamnestischen Informationen.

Differenzialdiagnosen:
  • Angeborene Thrombozytopenien

  • Thrombozytopathien

  • Von Willebrand-Syndrom Typ 2B

  • Knochenmarkfunktionsstörungen

  • Chronische Infektionen (z.B. HCV, HIV, Helicobacter, EBV, CMV, VZV)

  • Immundefekte

  • Thrombotisch thrombozytopenische Purpura/hämolytisch-urämisches Syndrom

  • Systemischer Lupus erythematodes

  • Kasabach-Merrit-Syndrom

  • Medikamente

  • Maligne Erkrankungen

Durchführung der Diagnostik

Der erfahrene Pädiater stellt die Diagnose meist aus Anamnese, klinischer Untersuchung und Blutbild. Der Ausstrich sollte durch einen mit den Problemen der pädiatrischen Hämatologie vertrauten Untersucher begutachtet werden.

THERAPIE

Allgemeines

Die Indikation zur Behandlung einer ITP ist zurückhaltend zu stellen und gründet sich nicht allein auf die Thrombozytenzahl (4,6,13,16,24,28).
Ein Vorgehen auf der Grundlage der Klinik setzt sich immer mehr durch (1,6,13,28,33). Es gibt keine Evidenz, dass eine Therapie bei Diagnosestellung den weiteren Verlauf beeinflussen und eine zerebrale Blutung verhindern kann (9,19,27).
Es gibt keine Evidenz, dass eine Therapie einem nicht blutenden Patienten einen Vorteil bringt (13, 40).

Grundlagen des Vorgehens

Eltern/Patienten müssen von einem Arzt, der erfahren ist im Umgang mit der ITP, über die Erkrankung aufgeklärt werden.
Es ist darüber zu informieren, dass es sich nicht um eine Leukämie oder um eine Vorstufe der Leukämie handelt, dass schwere Blutungen extrem selten sind, dass die meisten Kinder spontan eine Remission erreichen, und dass evtl. sichtbare Schleimhautblutungen mehr über die individuelle Risikoeinschätzung aussagen als die Thrombozytenzahl.
Eltern müssen zudem darüber informiert werden, dass Medikamente (NSAR, Aggregationshemmer) und körperliche Aktivitäten, die zu Verletzungen führen können, zu vermeiden sind. Es müssen die Medikamente, die bei Komplikationen zur Verfügung stehen, vorgestellt werden.
ITP-Patienten sollten mit einem Notfallausweis/Arztbrief ausgerüstet werden.
Den Eltern/Patienten muss die Möglichkeit angeboten werden, rund um die Uhr Kontakt mit der betreuenden Klinik aufzunehmen.
Die Betreuung der ITP-Patienten kann in den meisten Fällen ambulant erfolgen, Kindergarten-und Schulbesuch sind mit den o.g. Einschränkungen erlaubt (13, 28). Es gilt das Prinzip, dass Blutungen zu behandeln sind, nicht aber die Thrombozytenzahl. Daher kann auf häufige Laborkontrollen verzichtet werden.

Vorgehen bei Blutungsneigung

Leicht: Abwartendes Verhalten, Aufklärung, keine medikamentöse Therapie (4,6,13,28).
Moderat: In der Regel keine medikamentöse Therapie; bei beeinträchtigenden Schleimhautblutungen Prednison 2 mg/kg KG/Tag für 4 Tage, antifibrinolytische Therapie erwägen (z.B. Tranexansäure lokal oder p.o. 3 × 10–20 mg/kg KG/Tag), Nasentamponade ggf. hämostyptisch.
Schwer: Anhaltende Schleimhautblutungen (6, 28)
  • 1.

    Kortikoide: Prednison 2–4 mg/kg KG/Tag für 4 Tage oder Dexamethason 0,7 mg/kg KG/Tag für 4 Tage, max. 40 mg

  • 2.

    IVIG: 0,8–1,0 g/kg KG einmalig

  • 3.

    Hormonelle Beeinflussung einer Hypermenorrhö

Bei lebensbedrohlicher Blutung:
  • 1.

    Thrombozytentransfusion (wirksamste Sofortmaßnahme) (35). Bis zur Blutstillung sind meist mehrere Konzentrate erforderlich

  • 2.

    IVIG: 0,8–1,0 g/kg KG

  • 3.

    Methylprednisolon 30 mg/kg KG i.v. (max. 1 g), evtl. operative Maßnahmen

Detailinformationen zu den Behandlungsoptionen

Glukokortikoide
Sie wirken wahrscheinlich gefäßabdichtend und führen über eine Blockade des Monozyten-Phagozyten-Systems zu einem Anstieg der Thrombozytenzahl. Zum Einsatz kommen:
  • Prednison/Prednisolon p.o. 0,25–4 mg/kg KG/Tag in zwei ED, empfohlene Dosis 2 mg/kg × 4 Tage, nicht länger als 2 Wochen

oder:
  • Dexamethason p.o. 0,7 mg/kg KG/Tag (max. Dosis 40 mg/Tag) × 4 Tage (23) oder in der Notfallsituation:

  • Methylprednisolon 30 mg/kg KG (max. 1 g) i.v. über 20–30 min Unerwünschte Wirkungen sind abhängig von Dosis und Dauer der Behandlung. Bei langfristiger Gabe von Prednison kommt es neben der Cushing-Symptomatik nicht nur häufig zu ausgeprägten psychischen Veränderungen und Verhaltensstörungen, auch die Megakaryopoiese im Knochenmark wird unterdrückt, Hüftkopfnekrosen (41) und Wachstumsstörungen sind beschrieben.

IVIG (i.v. IgG)
Der genaue Wirkungsmechanismus ist unklar.
IVIG kann den Anstieg der Thrombozyten beschleunigen, aber keine Remission herbeiführen (2). Die allgemein empfohlene Dosis ist 0,8–1,0 g/kg einmalig (4, 6), aber auch niedrigere Dosen, beispielsweise 0,25–0,4 g/kg an 1–5 Tagen führen zu einem Thrombozytenanstieg (1). Unerwünschte Wirkungen wie Kopfschmerzen, Fieber, Hautreaktionen, Erbrechen, Gelenkschmerzen, Schwindel, Husten, aseptische Meningitis, Hämolyse, Anstieg der Lebertransaminasen, Anstieg Serumkreatinin, akutes Nierenversagen, Thromboembolien treten in 22–75% der Fälle auf (3, 20).
IVIG ist nur in Notfallsituationen unter gleichzeitiger Gabe von Steroiden anzuwenden.

Sonstige Maßnahmen

Anti-D-IgG
Keine Zulassung in Deutschland für die Behandlung der ITP.
Nur bei Rhesus-positiven Patienten einsetzbar, Anti D verursacht eine meist subklinisch verlaufende Hämolyse. Es wird vermutet, dass der bevorzugte Abbau der Erythrozyten zu einer Verminderung des Thrombozytenabbaus und damit einer steigenden Thrombozytenzahl führt. Cave: Nach intravenöser Anti-D-Gabe ist es durch massive intravasale Hämolyse bei einigen Kindern zu Nierenversagen gekommen (21, 31)! Die subkutane Gabe dagegen ist gut verträglich (39).
Dosierung: 250–375 IE/kg KG.
Verursacht positiven direkten Antiglobulintest!
r VIIa
Keine Zulassung in Deutschland für die Behandlung der ITP.
Wird im Einzelfall bei lebensbedrohlichen Blutungen eingesetzt. Dabei handelt es sich um einen individuellen Therapieversuch. Es liegen keine systematischen Daten vor. Es gibt keine Zulassung für diese Indikation (36), (NovoSeven: 80–120 μg/kg KG/Dosis, ggf. 2-stündlich).
Thrombopoietin-Rezeptoragonisten oder Thrombopoietin mimetic peptides
Thrombopoietin-Rezeptoragonisten (Ethrombopag, oraler, nicht-peptidischer Thrombopoietin-Rezeptoragonist; AMG531/Romiplostim, Thrombopoietin-Agonist der zweiten Generation); vielversprechende Daten zur Behandlung von Erwachsenen mit chronischer ITP liegen vor, bislang gibt es keine Erfahrung bei Kindern und Jugendlichen.
Rituximab
Chimärer (human-mouse) monoklonaler Antikörper gegen das transmembrane CD20-Antigen.
Neue Immunsuppressiva
Splenektomie oder Teilsplenektomie
Systematische Untersuchungen liegen zu keiner dieser Therapieoptionen vor. Bei der neu diagnostizierten ITP haben sie keinen Platz. Die Evaluation der einzelnen Optionen bei chronischer ITP bedarf zusätzlicher Studien.

Prophylaxe einer Hirnblutung

Die in einigen Ländern verbreitete prophylaktische Therapie von Kindern mit ITP und Thrombozyten < 10–20 G/l wird begründet mit dem Risiko der Hirnblutung.
Inzwischen konnte nachgewiesen werden, dass es in den ersten Tagen nach Diagnose nicht in 1%, sondern nur in 0,1–0,5% der Fälle zu einer Hirnblutung kommt (10,12,25,26,29). Der Verlauf bei Hirnblutung ist jedoch in bis zu 25% fatal.
Das Risiko einer Hirnblutung ist nicht in den ersten Tagen, sondern später am größten. Zusätzliche Risikofaktoren sind vermehrte körperliche Aktivität mit Traumata, eine Inflamma-tionsreaktion oder vaskuläre Malformation (19, 29).
Die beste uns zur Verfügung stehende Prophylaxe ist die Information von Eltern/Patienten über Verhaltensmaßnahmen bei ITP: Vermeiden von Traumata und Medikamenten, welche die Hämostase beeinträchtigen.

Verfahren zur Konsensbildung

Die vorliegende Leitlinie wurde unter organisatorischer Leitung der Ständigen Kommission Pädiatrie der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung erstellt als Fortschreibung und Weiterentwicklung der zuvor publizierten Leitlinie K4a des vorliegenden Werks. Die Leitlinie wurde von den Autoren vorbereitet und im Umlaufverfahren zunächst in der Ständigen Kommission Pädiatrie der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung konsentiert. Der Konsensvorschlag wurde dann auf einer Leitlinientagung im Januar 2010 diskutiert und weiter aktualisiert und entwickelt. Der durch die Leitlinientagung entwickelte Text wurde erneut im Delphi-Verfahren zur Abstimmung gestellt. Nach Umlauf wurden weitere Veränderungsvorschläge integriert und der vorliegende Text im abschließenden Umlauf von den Mitgliedern der Konsensusgruppe verabschiedet.
Mitglieder der Konsensusgruppe und beteiligte Fachgesellschaften
  • GTH: F. Bergmann, Hannover; R. Dickerhoff, Düsseldorf; W. Eberl, Braunschweig; I. Hainmann, Freiburg; S. Holzhauer, Berlin; D. Klarmann, Frankfurt; J. Ritter, Münster; G. Strauss, Berlin; B. Zieger, Freiburg; C. Mauz- Körholz, Halle

  • GPOH: R. Dickerhoff, Düsseldorf; W. Eberl, Braunschweig; T. Kühne, Basel; J. Ritter, Münster; G. Strauss, Berlin; S. Holzhauer, Berlin; C. Mauz- Körholz, Halle

  • DGTI: V. Kiefel, Rostock; U. Sachs, Gießen; D. Klarmann, Frankfurt; A. Salama, Berlin

  • ITP-Register: T. Kühne, Basel

  • Geladener Experte: C. Dame, Berlin

Beteiligung
Der Entwurf der Leitlinie ist als Weiterentwicklung einer bestehenden S1-Leitlinie durch die Autoren im Auftrag der Ständigen Kommission Pädiatrie der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung erstellt worden. Eine Konsensbildung in der Arbeitsgruppe wurde auf einer Mitgliederversammlung erreicht. Nachfolgend wurde durch die Autoren eine Konsensuskonferenz einberufen. Zur Teilnahme eingeladen wurden die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin (DGTI), Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO), Gesellschaft für pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH), Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Gesellschaft für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin (GNPI), Internationales ITP-Register.
Seitens der DGHO wurde kein Experte delegiert, der Experte der GNPI nahm aus formalen Gründen ohne Mandat seiner Fachgesellschaft teil.
Patientengruppen wurden formal nicht involviert, die Erstautorin ist jedoch ärztliche Beraterin einer großen Patienten-Selbsthilfegruppe.
Anwender der Leitlinie sind Ärzte in Kliniken und Praxen, zusätzlich kann die Leitlinie Patienten über Therapieentscheidungen informieren. Kostenträger und Industrie sind nicht unmittelbar betroffen.
Konsensbildung
Ein Textentwurf wurde durch die Autoren (R. Dickerhoff, W. Eberl) vorbereitet.
Auf der Mitgliederversammlung anlässlich der Jahrestagung der Ständigen Kommission Pädiatrie der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung wurde der Textvorschlag Satz für Satz abgestimmt und konsentiert.
Nachfolgend wurde eine Konsensuskonferenz mit beteiligten anderen Fachgesellschaften veranstaltet. Erneut wurde Satz für Satz der Leitlinientext diskutiert und ein neu formulierter Text in vollständiger Übereinstimmung mit allen Teilnehmern verabschiedet. Es erfolgte ein nochmaliges Umlaufverfahren mit Delphi-Bögen bei den Mitgliedern der Konsensusgruppe und einem zusätzlichen, bei der Tagung verhinderten Mitglied. Es erfolgte die endgültige Verabschiedung des neuen Textes einstimmig im Umlaufverfahren.
Eine Aktualisierung ist in vier- bis fünfjährigen Abständen geplant.
Unabhängigkeit
Alle Teilnehmer der Leitlinienkonferenz haben schriftlich ihre finanzielle Unabhängigkeit erklärt und Interessenkonflikte ausgeschlossen.
Erstellungsdatum: 08/2011
Nächste Überprüfung geplant: spätestens 08/2016

LITERATUR (ITP-Leitlinien September 2010)

1

M Benesch How far should we go with cost-utility analysis when treating children with Acute Idiopathic Thrombocytopenic Purpura? Pediatr Blood Cancer 50 2008 433

2

P Bierling B Godeau Intravenous immunoglobulin and autoimmune thrombocytopenic purpura: 22 years on Vox sanguinis 86 2004 8 14

3

PHB Bolton-Maggs Idiopathic thrombocytopenic purpura Arch Dis Child 83 2000 220 222

4

PHB Bolton-Maggs R Dickerhoff AJ Vora The nontreatment of childhood ITP (or „The art of medicine consists of amusing the patient until nature cures the disease”) Semin Thromb Hemost 27 2001 269 275

5

P Bolton-Maggs Acute immune thrombocytopenic purpura Hämostasiologie 29 2009 74 75

6

British Committee for Standards in Haematology General Haematolgy Task Force Guidelines for the investigation and management of idiopathic thrombocytopenic purpura in adults, children and in pregnancy Br J Haematol 120 2003 574 596

7

M Bruin M Bierings C Uiterwaal T Revesz L Bode ME Wiesman T Kuijpers R Tamminga M de Haas Platelet count, previous infection and FCGR2B genotype predict development of chronic disease in newly diagnosed idiopathic thrombocytopenia in childhood: results of a prospective study Br J Haematol 127 2004 561 567

8

GR Buchanan L Adix Grading of hemorrhage in children with idiopathic thrombocytopenic purpura J Pediatr 141 2002 683 688

9

GR Buchanan L Adix Current challenges in the management of children with idiopathic thrombocytopenic purpura Pediatr Blood Cancer 47 2006 681 684

10

LJ Butros JB Bussel Intracranial hemorrhage in immune thrombocytopenic purpura: A retrospective analysis J Pediatr Hematol Oncol 25 2003 660 664

11

C Calpin P Dick A Poon W Feldman Is bone marrow aspiration needed in acute childhood idiopathic thrombocytopenic purpura to rule out leukaemia? Arch Pediatr Adolesc Med 152 1998 345 347

12

DR Choudhary R Naithani M Mahapatra R Kumar P Mishra R Saxena Intracranial hemorrhage in childhood immune thrombocytopenic purpura Pediatr Blood Cancer 52 2009 529 531

13

R Dickerhoff A von Rücker The clinical course of immune thrombocytopenic purpura in children who did not receive intravenous immunoglobulins or sustained prednisone treatment J Pediatr 137 2000 629 632

14

V Dominguez T Govezensky G Gevorkian C Larralde Low platelet counts alone do not cause bleeding in experimental model of immune thrombocytopenic purpura in mice Haematologica 88 2003 679 687

15

JN George Initial management of immune thrombocytopenic purpura in children: is supportive counseling without therapeutic intervention sufficient? J Pediatr 137 2000 598 600

16

JN George SK Vesely Immune thrombocytopenic purpura – Let the treatment fit the patient N Engl J Med 349 2003 903 905

17

T Goerge B Ho-Tin-Noe C Carbo C Benarafa E Remold-O'Donnell BQ Zhao SM Cifuni DD Wagner Inflammation induces hemorrhage in thrombocytopenia Blood 111 2008 4958 4964

18

P Imbach T Kühne D Müller W Berchtold S Zimmerman M Elalfy GR Buchanan Childhood ITP: 12 months follow-up data from the prospective registry I of the Intercontinental Childhood ITP Study Group (ICIS) Pediatr Blood Cancer 46 2006 351 356

19

H Iyori F Bessho H Ookawa S Konishi A Shirahata S Miyazaki K Fujisawa J Akatsuka Intracranial hemorrhage in children with immune thrombocytopenic purpura Ann Hematol 79 2000 691 695

20

AC Kattamis S Shankar AR Cohen Neurologic complications of treatment of childhood acute immune thrombocytopenic purpura with intravenously administered immunoglobulin G J Pediatr 130 1997 281 283

21

D Kees-Folts AB Abt RE Domen AS Freiberg Renal failure after anti-D globulin treatment of idiopathic thrombocytopenic purpura Pediatr Nephrol 17 2002 91 96

22

T Kühne J Freedman JW Semple J Doyle S Butchart VS Blanchette Platelet and immune responses to oral cyclic dexamethasone therapy in childhood chronic immune thrombocytopenic purpura J Pediatr 130 1997 17 24

23

T Kühne Idiopathic thrombocytopenic purpura in childhood: controversies and solutions Pediatr Blood Cancer 47 2006 650 652

24

T Kühne P Imbach Idiopathische thrombozytopenische Purpura im Kindesalter Monatsschr Kinderheilkd 154 2006 533 539

25

JS Lilleyman Intracranial haemorrhage in idiopathic thrombocytopenic purpura Arch Dis Child 71 1994 251 253

26

JS Lilleyman Management of childhood idiopathic thrombocytopenic purpura Br J Haematol 105 1999 871 875

27

CE Neunert GR Buchanan P Imbach PH Bolton-Maggs CM Bennett EJ Neufeld SK Vesely L Adix VS Blanchette T Kuhne Severe hemorrhage in children with newly diagnosed immune thrombocytopenic purpura Blood 112 2008 4003 4008

28

D Provan R Stasi AC Newland VS Blanchette P Bolton-Maggs JB Bussel BH Chong DB Cines TB Gernsheimer B Godeau J Grainger I Greer BJ Hunt PA Imbach G Lyons R McMillan F Rodeghiero MA Sanz M Tarantino S Watson J Young DJ Kuter International consensus report on the investigation and management of primary immune thrombocytopenia Blood 115 2010 168 186

29

B Psaila A Petrovic L Page VS Blanchette P Bolton-Maggs JB Bussel BH Chong DB Cines TB Gernsheimer B Godeau J Grainger I Greer BJ Hunt PA Imbach G Lyons R McMillan F Rodeghiero MA Sanz M Tarantino S Watson J Young DJ Kuter Intracranial hemorrhage (ICH) in children with immune thrombocytopenia (ITP) Blood 114 2009 4777 4783

30

J Rajantie B Zeller I Treutiger S Rosthöj Vaccination associated thrombocytopenic purpura in children Vaccine 25 2007 1838 1840

31

A Reed Gaines Disseminated intravascular coagulation associated with acute hemoblobinemia or hemoglobinuria following Rho(D) immune globulin intravenous administration for immune thrombocytopenic purpura Blood 106 2005 1532 1537

32

F Rodeghiero R Stasi T Gernsheimer M Michel D Provan DM Arnold JB Bussel DB Cines BH Chong N Cooper B Godeau K Lechner MG Mazzucconi R McMillan MA Sanz P Imbach V Blanchette T Kuhne M Ruggeri JN George Standardization of terminology, definitions and outcome criteria in immune thrombocytopenic purpura of adults and children: report from an international working group Blood 113 2009 2386 2393

33

J Roganovic M Letica-Crepulja Idiopathic thrombocytopenic purpura: a 15-year natural history study at the Children's Hospital Rijeka, Croatia Pediatr Blood Cancer 47 2006 662 664

34

S Rosthoj I Hedlund-Treutiger J Rajantie B Zeller OG Jonsson G Elinder F Wesenberg JI Henter Duration and morbidity of newly diagnosed idiopathic thrombocytopenic purpura in children: a prospective nordic study of an unselected cohort J Pediatr 143 2003 302 307

35

A Salama H Kiesewetter U Kalus K Movassaghi O Meyer Massive platelet transfusion is arapidly effective emergency treatment in patients with refractory autoimmune thrombocytopenia Thromb Haemost 100 2008 762 765

36

A Salama M Rieke H Kiesewetter M von Depka Experiences with recombinant FVII in the emergency treatment of patients with autoimmune thrombocytopenia: a review of the literature Ann hematol 88 2009 11 15

37

AH Sutor Acute immune thrombocytopenia in childhood. Are we treating the platelet count? Semin Thromb Hemost 24 1998 545 548

38

MD Tarantino The treatment of immune thrombocytopenic purpura in children Curr Hematol Rep 5 2006 89 94

39

MM Trebo E Frey H Gadner M Minkov Subcutaneous anti_D globulin application is a safe treatment option of immune thrombocytopenia in children 89 2010 415 418

40

I Treutiger J Rajantie B Zeller JI Henter G Elinder S Rosthoj Does treatment of newly diagnosed idiopathic thrombocytopenic purpura reduce morbidity? Arch Dis Child 92 2007 704 707

41

N Yildiz F Ardic S Deniz Very early onset steroid-induced avascular necrosis of the hip and knee in a patient with idiopathic thrombocytopenic purpura Inter Med 47 2008 1989 1992

Holen Sie sich die neue Medizinwelten-App!

Schließen