© 2022 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen

BV01-9783437225451.10001-8

10.1016/BV01-9783437225451.10001-8

V01-9783437225451

ISSVA-Klassifikation der Gefäßanomalien (15)

Tab. V1-1
Gefäßtumoren Gefäßmalformationen
Einfach Kombiniert Assoziierte Syndrome
  • Benigne

  • Lokal agressiv/Borderline

  • Maligne

  • Kapillär

  • Lymphatisch

  • Venös

  • Arteriovenös

  • Arteriovenöse Fistel

  • Kapillärvenös, kapillär-lymphatisch

  • Lymphatisch-venös, kapillär-lymphatisch-venös

  • Kapillär-arteriovenös

  • Kapillär-lymphatisch-arteriovenös

  • Andere

  • Klippel-Trénaunay

  • Parkes-Weber

  • Servelle-Martorell

  • Sturge-Weber

  • Proteus

  • CLOVES

  • Andere

ISSVA-Klassifikation der benignen Gefäßtumoren (15)

Tab. V1-2
Infantile Hämangiome
Kongenitale Hämangiome (RICH, NICH, PICH)
Büschelartiges Angiom (Tufted Angioma)
Spindelzell-Hämangiome
Epitheloidzell-Hämangiome
Granuloma pyogenicum
Andere

Segmentale infantile Hämangiome und assoziierte Fehlbildungen

Tab. V1-3
Region Assoziierte Fehlbildungen
Segmentale infantile Hämangiome in der Kopf-/Hals-/Oberkörperregion(PHACES-Syndrom) Posterior fossa malformation (Fehlbildung der hinteren Schädelgrube)Hämangiom > 5 cm an Kopf und HalsArterielle AnomalieCardiale Anomalie, AortenisthmusstenoseEye (Augenanomalien)Sternumspalte/supraumbilikale Raphe
Segmentale infantile Hämangiome in der Lumbosakralregion(PELVIS- oder SACRAL- oder LUMBAR-Syndrom) Perineales HämangiomExterne genitale FehlbildungLipomeningomyelozeleVesikorenale FehlbildungImperforate anus (Analatresie)Skin Tags (Hautanhängsel)

Unterscheidung zwischen infantilem Hämangiom und vaskulärer Malformation

Tab. V1-4
Infantiles Hämangiom Vaskuläre Malformation
Zeitpunkt der Manifestation Nach der Geburt Bei Geburt (Symptome können jedoch erst später auftreten)
Größenzunahme In den ersten Lebensmonaten rasch, danach langsam In den ersten Lebensmonaten kaum, über Jahrzehnte langsam
Regression Obligat Keine

Diagnostik infantiler Hämangiome

Tab. V1-5
Art des infantilen Hämangioms Art der Diagnostik
Alle Anamnese und klinische Untersuchung
Lumbosakrale infantile Hämangiome Sonografie* der Lumbosakralregion und des Urogenitaltrakts; ggf. MRT spinal/Becken
≥ 5 kutane infantile Hämangiome Sonografie* des Schädels und der Leber; TSH im Serum
Subkutane infantile Hämangiome (mit unklarer Tiefenausdehnung) Sonografie*
Große (> 1 % Körperoberfläche), multifokale infantile Hämangiome Echokardiografie und TSH im Serum
Segmentale infantile Hämangiome der Kopf-/Hals-Region Sonografie*, Echokardiografie, MRT Schädel inkl. Orbita/kontrastmittelunterstützte, dynamische MR-Angiografie der supraaortalen und zerebralen Arterien
Große (> 1 % Körperoberfläche) infantile Hämangiome der Kinn- und vorderen Halsregion
  • Sonografie*

  • Ggf. Laryngoskopie, MRT

Augennahe, potenziell den Visus beeinträchtigende infantile Hämangiome
  • Augenärztliche Untersuchung

  • Ggf. Sonografie*, MRT (orbitale Beteiligung)

Tumoren unklarer Klassifikation Biopsie (Histologie und Immunhistochemie), ggf. bildgebendes Staging
Leberhämangiome Sonografie*, insbesondere bei unklarer DD: MRT mit dynamischen kontrastmittelverstärkten Sequenzen

*

Empfehlenswert immer B-Bild und farbkodierte Duplexsonografie

DD: Differenzialdiagnose; MRT: Magnetresonanztomografie; TSH: Thyreoidea-stimulierendes Hormon

Infantile Hämangiome im Säuglings- und Kleinkindesalter (S2k)

B. Lange

Einleitung

Die Bezeichnung HämangiomHämangiome, infantile („Blutschwamm“) wird häufig undifferenziert für verschiedene Gefäßanomalien mit unterschiedlichen biologischen und pathologischen Merkmalen verwendet. Daher muss dieser Leitlinie die klare Definition für infantile Hämangiome (HI) vorangestellt werden.

Definition

Infantile Hämangiome sind proliferierende, dem Plazentargewebe in ihrer Antigenstruktur ähnliche Gefäßtumoren, für deren Entstehung eine lokale oder regionale Gewebehypoxie als möglicher pathogenetischer Faktor diskutiert wird (20).
Infantile Hämangiome müssen sowohl von anderen vaskulären Tumoren (kongenitale Hämangiome, Granuloma pyogenicum, kaposiformes Hämangioendotheliom) und nichtvaskulären Raumforderungen (Dermoidzyste, nasales Gliom, Myofibrom, Sarkom) als auch von vaskulären Malformationen (arteriovenöse, venöse, lymphatische, kapilläre, kombinierte Malformationen des Gefäßsystems, Syndrome) abgegrenzt werden (45).
Diese klare Unterscheidung in der Diagnose muss frühzeitig durch den behandelnden Arzt hinsichtlich der Indikation für ein aktives oder abwartendes therapeutisches Vorgehen erfolgen.
Kaposiforme Hämangioendotheliome (KHE) und andere kongenitale oder früh manifeste vaskuläre Tumoren sind ebenso wie die vaskulären Malformationen nicht Gegenstand dieser Leitlinie. Sie werden im Weiteren nur im Rahmen der differenzialdiagnostischen Abgrenzung erwähnt.
Diese Leitlinie dient der gezielten Indikationsstellung für diagnostische und therapeutische Maßnahmen bei infantilen Hämangiomen im Säuglings- und Kleinkindesalter. Zielgruppe sind Kinderchirurgen, Kinder- und Jugendärzte, Dermatologen, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, HNO-Ärzte, Radiologen. Die Leitlinie dient der Information für alle anderen Ärzte in Klinik und Praxis, denen Kinder mit infantilen Hämangiomen vorgestellt werden.

Klassifikation

Hämangiome, infantileKlassifikationDie infantilen Hämangiome gehören gemäß der ISSVA-Klassifikation 2018 (International Society for the Study of Vascular Anomalies; › Tab. V1-1,› Tab. V1-2) zu den benignen Gefäßtumoren (15).
Eine Sonderstellung nehmen die multifokalen infantilen Hämangiome mit und ohne extrakutane Beteiligung ein. Sie bleiben zumeist klein, können jedoch anders als die fokalen infantilen Hämangiome noch bis zum Ende des 1. Lebensjahres, selten auch darüber hinaus, neu auftreten (56). Extrakutan können die Leber, das Gehirn, die Lunge und/oder der Gastrointestinaltrakt beteiligt sein.

Epidemiologie und Klinik

Infantile Hämangiome finden sich bei 4–5 % aller Säuglinge und treten bevorzugt beim weiblichen Geschlecht (Verhältnis 3 : 1), bei hellhäutiger Abstammung und bei bis zu 30 % aller Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1000 g auf (1, 35, 39). Anomalien der Plazenta stellen einen Risikofaktor dar (49).
Bereits zum Zeitpunkt der Geburt können Vorläuferläsionen, wie umschriebene Teleangiektasien sowie anämische, rötliche oder blass-livide Makulae, die mit einem vaskulären Nävus verwechselt werden können, erkennbar sein.
Die klassischen infantilen Hämangiome imponieren zum Zeitpunkt der Geburt nie als Tumor und werden typischerweise erst in den ersten Tagen oder Wochen nach der Geburt sichtbar und vergrößern sich.
Ausgeprägte Gefäßveränderungen bei Geburt müssen v. a. an die Differenzialdiagnosen kaposiformes Hämangioendotheliom (KHE), kongenitales Hämangiom (RICH = Rapid Involuting Congenital Hemangioma, PICH = Partially Involuting Congenital Hemangioma, NICH = Non-Involuting Congenital Hemangioma) sowie an eine vaskuläre Malformation denken lassen.
Das infantile Hämangiom durchläuft 3 aufeinanderfolgende Phasen (35, 39):
  • 1.

    Proliferationsphase (initial rasch)

  • 2.

    Übergangsphase

  • 3.

    Involutionsphase

Während der Proliferationsphase (erste 6–9 Lebensmonate, selten länger) proliferiert das infantile Hämangiom unterschiedlich rasch mit Flächenausbreitung, im Einzelfall in Kombination mit exophytischem und/oder endophytisch subkutanem Wachstum.
Bei kutan lokalisierten infantilen Hämangiomen findet das Hauptwachstum im 2.–5. Lebensmonat statt. In einem Alter von 3 Monaten ist bereits 80 % des Wachstums vollzogen (13). Bei subkutanen Hämangiomen dauert die Proliferationsphase häufig länger als bei rein kutanen Tumoren. Mehrere infantile Hämangiome können bei einem Patienten auch ein dissoziiertes Wachstum zeigen.
An der Pathogenese der Proliferation infantiler Hämangiome scheint das Renin-Angiotensin-System beteiligt zu sein (18, 32, 63). Zur Unterstützung dieser Hypothese sind jedoch weitere Untersuchungen notwendig.
Es folgt eine unterschiedlich lange Übergangsphase, der sich regelhaft die Involutionsphase anschließt. Diese verläuft je nach Größe und Lokalisation unterschiedlich schnell. Bei großen infantilen Hämangiomen kann sie sich über 8–10 Jahre erstrecken. Bei 80–90 % der Tumoren ist die Regression im Alter von 4 Jahren abgeschlossen (5, 35, 42).
Kleine kutane infantile Hämangiome regredieren meist vollständig. Bei größeren bleiben ohne Therapie in 55–70 % aller Fälle Residuen in Form von Teleangiektasien, atrophischer Haut, Narben infolge Ulzeration, Cutis laxa, Hyper- oder Hypopigmentierungen oder eine wammenartige, fibrolipomatöse Gewebsvermehrung zurück (4, 39). Diese Residuen sind v. a. bei größeren, kombinierten und komplizierten infantilen Hämangiomen zu beobachten.
Infantile Hämangiome sind überwiegend (ca. 90 %) lokalisiert, scharf begrenzt und gehen meist von einem zentralen Fokus aus. Unterschieden werden bei den lokalisierten Formen die kutanen infantilen Hämangiome, die flach (im Hautniveau) oder erhaben sein können, die subkutan gelegenen infantilen Hämangiome sowie kombinierte kutan-subkutane Formen. Überproportional häufig sind Kopf- und Halsregion betroffen.
Seltener sind die segmentalen Hämangiome, die in der Kopf-Hals-Region, an der oberen Extremität oder in der Lumbosakralregion auftreten können (Inzidenz etwa 1 : 1000). Sie können als mögliche syndromale Erkrankungen mit Fehlbildungen der Gefäße und/oder inneren Organe einhergehen.
Eine weitere Sonderform sind die multifokalen infantilen Hämangiome (5 oder mehr kutane Hämangiome) mit und ohne extrakutane Beteiligung.

Komplikationen, assoziierte Erkrankungen

Hämangiome, infantileKomplikationenBei den infantilen Hämangiomen werden unkomplizierte (85–90 %) und komplizierte Formen (10–15 %) unterschieden (61).
Komplizierte infantile Hämangiome sind gekennzeichnet durch:
  • Funktionelle Beeinträchtigung

  • Ulzeration

  • Weitere Komplikationen: sekundäre Hypothyreose, extrakutane Manifestationen

  • Assoziierte Fehlbildungen (Syndrome)

  • Langfristige ästhetische Beeinträchtigung

Funktionelle Beeinträchtigung

Die Lokalisation in Problemzonen kann zu einer funktionellen Beeinträchtigung führen.
Lid-, peri- oder intraorbitale infantile Hämangiome > 1 cm können die Augenöffnung behindern, zu Ptose und irreversibler Amblyopie führen und durch Bulbuskompression Anisometropie und Astigmatismus hervorrufen. Daher wird bei diesen Lokalisationen dringend zur frühzeitigen Kooperation mit einem erfahrenen Augenarzt geraten.
Im Gesicht können infantile Hämangiome zu Residuen mit Gesichtsasymmetrie führen, die je nach Ausdehnung und Stärke funktionell behindern und ästhetisch belasten können. Besonderer Beachtung bedürfen im Gesicht die segmentalen Hämangiome, die mit Fehlbildungen des ZNS, der intra- und extrakraniellen Arterien, des Herzens, der Augen und ventralen Mittelliniendefekten mit ausgeprägten Sternumspalten einhergehen können (PHACES-Syndrom, › Tab. V1-3).
Periorale Lokalisation kann zur Behinderung der Nahrungsaufnahme, zu dauerhaften Deformierungen der Lippen und im Extremfall zu Zahnstellungsanomalien sowie zu einer elastischen Deformierung des Gesichtsschädels führen. Ähnliches gilt für die Nase mit der Konsequenz von Nasendeformitäten (Cyrano-Nase) oder einer Verlegung der Nasenhaupthöhle. An den Ohren führen stark vaskularisierte infantile Hämangiome nicht selten zur auch teilweisen Vergrößerung des Ohres und zu Knorpeldeformierungen.
Infantile Hämangiome mit Lokalisation im Bereich von Auge, Nase, Lippe und Ohr machen beim Ausbleiben einer frühzeitigen Intervention am häufigsten sekundäre invasive Maßnahmen aufgrund von Residuen erforderlich.
Infantile Hämangiome im Bereich der Subglottis sind selten, können jedoch bei rascher Proliferation durch Obstruktion der oberen Luftwege eine lebensbedrohliche Situation hervorrufen. Sie treten isoliert oder in Kombination mit segmentalen Hämangiomen der unteren Gesichtshälfte (Bartbereich) im Rahmen eines PHACES-Syndroms auf (26, 46).
Sehr große und ausgedehnte infantile Hämangiome können zu einer Herz-Kreislauf-Belastung (High-Output-Herzinsuffizienz) führen (29). Eine Verbrauchskoagulopathie (Kasabach-Merritt-Phänomen) tritt dagegen nicht auf, sondern ist meist ein Hinweis auf ein KHE.

Ulzeration

Vor allem im Anogenitalbereich lokalisierte und segmentale infantile Hämangiome besitzen ein hohes Risiko der Ulzeration und rufen häufiger Komplikationen wie Schmerzen, Blutungen, Infektionen und Dermatitiden hervor.
Rasch wachsende infantile Hämangiome können in allen Lokalisationen, insbesondere in intertriginösen Regionen, Ulzerationen mit dem Risiko von Superinfektion, Schmerz und Blutung verursachen und zu funktionellen Einschränkungen führen.

Weitere Komplikationen

Die vermehrte Expression einer Deiodinase im Hämangiomgewebe kann durch Inaktivierung der Schilddrüsenhormone zu einer sekundären Hypothyreose führen (29, 35).
Eine gleichzeitige extrakutane Manifestation infantiler Hämangiome ist selten und betrifft v. a. große, segmentale infantile Hämangiome. Eine Mitbeteiligung v. a. der Leber (40), des Herzens (52), des Gehirns (22), der Lunge (16), der Glandula parotis (27) und/oder des Gastrointestinaltrakts (34) ist beschrieben.
Bei infantilen Hämangiomen der Leber werden 3 Formen unterschieden:
  • Fokale/solitäre Tumoren (kein echtes infantiles, sondern ein kongenitales Hämangiom)

  • Multifokale Tumoren (mit Unterscheidung zählbar vs. unzählbar)

  • Diffuser Befall des Organs (36)

Zusätzlich zu den o. g. Komplikationen großer Hämangiome können durch Hepatomegalie ein abdominelles Kompartmentsyndrom und eine Ateminsuffizienz resultieren (57).

Assoziierte Fehlbildungen

Segmentale infantile HämangiomeHämangiome, infantileFehlbildungenPHACES-SyndromHämangiome, infantileFehlbildungenPELVIS-Syndrom mit assoziierten Fehlbildungen sind als PHACES-SyndromPHACES-Syndrom (10) und PELVIS-SyndromPELVIS-Syndrom (21) beschrieben (› Tab. V1-3). Dabei überwiegen die inkompletten Formen.

Langfristige ästhetische Beeinträchtigung

Trotz der regelhaften natürlichen Rückbildung infantiler Hämangiome verbleiben in 55–70 % Residuen mit ästhetischer Beeinträchtigung. Diese betreffen v. a. prominente und oberflächliche infantile Hämangiome. Häufige kutane Residuen sind Teleangiektasien, Blässe der betroffenen Haut und Pigmentverschiebungen.
Infantile Hämangiome im Bereich von Auge, Nase, Lippe und Ohr machen beim Ausbleiben einer frühzeitigen Intervention am häufigsten aufgrund von Residuen sekundäre chirurgische Maßnahmen erforderlich.
Größere infantile Hämangiome an der weiblichen Brust können die Entwicklung der Brustdrüse sowie die Form der Brustwarze dauerhaft beeinträchtigen und zu einer ästhetisch störenden Asymmetrie der Brust führen (62).

Diagnostik

Die Diagnostik erfordert zu Beginn die Klärung von zwei Fragen:
  • 1.

    Liegt ein infantiles Hämangiom, ein anderer vaskulärer Tumor oder eine vaskuläre Malformation vor?

  • 2.

    Falls ein infantiles Hämangiom vorliegt: In welcher Phase befindet es sich?

Anamnese und Klinik

Das wichtigste diagnostische Instrument ist daher zunächst die Anamnese. Hilfreich für die Unterscheidung zwischen infantilem Hämangiom (IH) und vaskulärer Malformation (VM) können die folgenden drei Fragen sein:
War die Veränderung bei Geburt vorhanden? Ja: eher VM Nein: eher IH
Ist sie größer geworden? Ja: eher IH Nein: eher VM
Ist sie kleiner geworden? Ja: eher IH Nein: eher VM
Weitere Differenzierungskriterien zwischen infantilem Hämangiom und vaskulärer Malformation beziehen sich auf den klinischen Verlauf (› Tab. V1-4).
Bei Vorläuferläsionen der infantilen Hämangiome kann manchmal zum Zeitpunkt der Erstvorstellung noch keine endgültige Unterscheidung zwischen infantilem Hämangiom und vaskulärer Malformation getroffen werden. Hier sind kurzfristige klinische Kontrollen im Abstand von 1 Woche/vollendetem Lebensmonat ggf. mit Sonografie und/oder Duplexsonografie und eine dokumentierte Größenmessung zur Beobachtung des Proliferationsverhaltens sowie zur Bestimmung der Tiefenausdehnung erforderlich. Die Fotodokumentation mit Größenmaßstab ist obligat.
Andererseits können sich auch vaskuläre Malformationen, z. B. lymphatische oder venöse, erst später manifestieren.
Lässt sich ein infantiles Hämangiom durch Anamnese und Klinik eindeutig als unkompliziertes infantiles Hämangiom einordnen, ist keine weitere Diagnostik erforderlich.
Darüber hinaus bestimmt das Erscheinungsbild des infantilen Hämangioms die Art und den Umfang der weiteren Diagnostik (› Tab. V1-5).

Sonografie

Die Sonografie mit 7,5-, 10- oder 12-Megahertz-Schallköpfen, ergänzt um die farbkodierte Duplexsonografie, erlaubt Aussagen über die Tiefenausdehnung, die Vaskularisierung und das Flussmuster der Läsion. Eine starke Vaskularisation ist ein deutlicher Hinweis auf Aktivität in der Wachstumsphase. Eine geringe oder abnehmende Vaskularisation zeigt den Übergang in die Regressionsphase an. Findet sich das für ein infantiles Hämangiom typische Flussmuster nicht, müssen die bekannten Differenzialdiagnosen bedacht werden.
Bei 5 oder mehr kutanen infantilen Hämangiomen wird im Rahmen des Screenings eine Schädel- und Lebersonografie zum Ausschluss einer extrakutanen Beteiligung empfohlen (35, 36).

Weiterführende Diagnostik

Bei großen und multiplen infantilen Hämangiomen, insbesondere mit extrakutaner Beteiligung, empfiehlt sich zum Ausschluss einer sekundären Hypothyreose die Kontrolle des TSH im Serum (8, 31).
Bei sonografisch nicht eindeutig von Gefäßtumoren, anderen soliden Tumoren oder Gefäßanomalien abgrenzbarem Befund und bei V. a. Augen-, ZNS-, Leber- oder andere Organbeteiligung ist eine Magnetresonanztomografie (MRT) indiziert (35, 69). Diese ist insbesondere bei segmentalen Hämangiomen der Kopf- und Halsregion erforderlich (61). In diesen Fällen kann auch eine MR-Angiografie von Kopf, Hals und großen thorakalen Gefäßen mit/ohne Kontrastmittel zur Erfassung assoziierter Gefäßanomalien (PHACES-Syndrom) angezeigt sein.
Bei flächigen segmentalen Hämangiomen in lumbosakraler Lokalisation müssen durch Sonografie und/oder MRT eine spinale Dysraphie, urogenitale und anale Fehlbildungen ausgeschlossen werden (17).
Ein segmentales Hämangiom der unteren Gesichtshälfte kann auf eine Mitbeteiligung der oberen Luftwege mit Gefahr der Obstruktion hinweisen. Der klinische Befund und/oder Hinweise in der Bildgebung (MRT) können eine Laryngoskopie notwendig machen (46).
Bei vaskulären Tumoren unklarer Klassifikation kann neben einer MRT (68) eine Biopsie zur histologischen Befundsicherung einschließlich Immunhistochemie notwendig sein. Eine histologische Sicherung der Diagnose infantiles Hämangiom ist bei einem eindeutigen klinischen Befund nicht erforderlich.
Wichtigster immunhistologischer Marker ist das Glukose-Transporter-Protein 1 (GLUT1-Protein), das vom Gewebe des infantilen Hämangioms exprimiert wird (GLUT1-positiv) (50). Im Gegensatz dazu exprimieren die wichtigsten differenzialdiagnostisch zu bedenkenden Gefäßtumoren (kongenitale Hämangiome, Granuloma pyogenicum, büschelförmiges Angiom, KHE) diesen Marker nicht (GLUT1-negativ).

Therapie

Hämangiome, infantileTherapieBei komplizierten infantilen Hämangiomen (10–15 %) sollte die Indikation zu einer Therapie frühzeitig gestellt werden. Im Einzelfall kann die Vorstellung bei einem erfahrenen Kollegen, in ausgewählten Fällen auch in einer entsprechenden interdisziplinären Spezialsprechstunde, notwendig sein, um Spätfolgen zu vermeiden (29, 35, 39).

Therapieziele

  • Frühzeitiger Wachstumsstopp

  • Beschleunigte Rückbildung

  • Prävention funktionell und ästhetisch beeinträchtigender Komplikationen

  • Beschleunigte Abheilung einer Ulzeration

Infantile Hämangiome in Problemzonen mit objektiv dokumentiertem Wachstum sollten möglichst zu Beginn der Wachstumsphase, idealerweise im 2.–5. Lebensmonat, einer Behandlung unterzogen werden, um Komplikationen vorzubeugen. Im Einzelfall kann aufgrund der Anamnese und des klinischen Eindrucks eine sofortige Therapie ohne vorherige Kontrollen erforderlich sein.
Nach Abschluss des Wachstums ist eine abwartende Haltung zu empfehlen. Sind jedoch Komplikationen durch Ulzerationen zu befürchten, ist auch bei diesen Formen eine Therapie sinnvoll.

Propranolol-Therapie

Therapie der Wahl komplizierter infantiler Hämangiome ist die systemische (orale) Behandlung mit dem nichtselektiven Betablocker Propranolol. Dies gilt insbesondere für komplizierte infantile Hämangiome mit Ulzeration und Blutung, unabhängig von der Organmanifestation (65).
Therapie der Wahl ist für infantile Hämangiome die systemische Behandlung mit dem Betablocker Propranolol.
In großen Metaanalysen (44) und 2 randomisierten, kontrollierten Studien (30, 37) zeigte sich bei Therapiebeginn im Verlauf der ersten 6 Lebensmonate eine Ansprechrate von 98 %.
Neben der Behandlung komplizierter kutaner infantiler Hämangiome ist Propranolol auch die Therapie der Wahl für komplizierte extrakutane infantile Hämangiome (22, 40, 52).
Der Wirkmechanismus von Propranolol auf infantile Hämangiome ist noch unklar, die folgenden Mechanismen werden diskutiert (30):
  • Vasokonstriktion

  • Erniedrigung des Spiegels von VEGF (vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor) und FGF-2 (Fibroblasten-Wachstumsfaktor 2; Hemmung der Angiogenese)

  • Induktion der Apoptose in proliferierenden Endothelzellen

  • Hemmung der Freisetzung von Renin (Modulation des Renin-Angiotensin-Systems)

Seit 2014 ist Propranolol für die Behandlung komplizierter Hämangiome in der Altersgruppe 5 Wochen bis 5 Monate von der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassen. Als Fertigarzneimittel ist ein Saft mit 3,75 mg/ml Propranololhydrochlorid erhältlich. Alternativ kann auch eine standardisierte Magistralrezeptur (Propranololhydrochlorid-Saft 5 mg/ml, NRF 11.142) verordnet werden.
Vor dem Einsatz von Propranolol sollte auch bei einem gesunden Säugling und unauffälliger Familienanamnese hinsichtlich angeborener Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein EKG durchgeführt werden.
Nur bei V. a. eine kardiale Erkrankung und/oder positiver Familienanamnese sollte im Vorfeld eine Echokardiografie veranlasst werden (24).
Die Einstellung auf Propranolol kann bei reif geborenen Kindern ohne Begleiterkrankungen ambulant oder stationär erfolgen (36). Eine stationäre Einstellung mit Monitoring des Blutdrucks und der Herzfrequenz wird für Kinder mit einem korrigierten Lebensalter < 8 Wochen, relevanten kardialen/respiratorischen Begleiterkrankungen, assoziierten Fehlbildungen und schwierigen sozialen Verhältnissen empfohlen (28, 35).
Der Einsatz von Propranolol bei Frühgeborenen mit einem korrigierten Lebensalter < 5 Wochen erfolgt weiterhin „Off-Label“. Einzelne Studien zeigen keine erhöhte Nebenwirkungsrate (39), die Einstellung auf Propranolol sollte jedoch unter stationären Bedingungen mit Monitoring der Herzfrequenz und des Blutzuckers erfolgen.
Die Therapie mit Propranolol wird einschleichend mit einer Dosis von 1 mg/kg KG/Tag begonnen und im stationären Setting täglich, im ambulanten Setting wöchentlich auf die Zieldosis 2(–3) mg/kg KG/Tag, verteilt auf 2, in begründeten Fällen 3 Einzeldosen gesteigert.
Allgemein wird nach Dosissteigerung in der 1. und 2. Stunde nach Propranolol-Gabe die Kontrolle der Herzfrequenz empfohlen (38). Blutdruckkontrollen sind bei ansonsten gesunden reifen Säuglingen weder vor noch unter der Therapie erforderlich (28, 60, 70).
Wegen des möglicherweise erhöhten Risikos von Hirninfarkten sollte bei segmentalen Hämangiomen des Gesichts im Rahmen eines PHACES-Syndroms die Aufdosierung mit 0,5 mg/kg KG/Tag beginnen. Die Zieldosis beträgt 2 mg/kg KG/Tag in 3 Einzelgaben. Vor Therapiebeginn sollte eine cMRT mit Gefäßdarstellung zum Ausschluss von Stenosen zerebrovaskulärer Gefäße erfolgen, da möglicherweise das vereinzelt berichtete Risiko von Gefäßinfarkten durch die leichte Blutdrucksenkung unter Propranolol erhöht sein könnte (58).
Propranolol sollte zu oder kurz nach den Mahlzeiten gegeben werden. Bei unzureichender Nahrungsaufnahme oder rezidivierendem Erbrechen und drohender Hypoglykämie sollte die Behandlung ebenso wie bei einer obstruktiven Bronchitis passager ausgesetzt werden (19, 35, 38).
Die zu verabreichende Menge des Medikaments muss im Verlauf der Therapie regelmäßig (d. h. alle 4 Wochen) an das steigende Gewicht des Kindes angepasst werden. Ein Ausschleichen der Therapie am Ende ist nicht notwendig.
Nebenwirkungen werden in rund 30 % der behandelten Fälle beobachtet. Sie sind temporär, dosisabhängig und überwiegend harmloser Natur.
Bei mehr als 10 % der Patienten kommen Schlafstörungen, kalte Extremitäten und Diarrhö vor, in 1–10 % nächtliche Unruhe und Bronchospasmus, bei weniger als 1 % (meist asymptomatisch) Bradykardie, Hypoglykämie und arterielle Hypotonie (2, 33, 38). In der Regel ist eine Dosisreduktion nicht erforderlich. Prädiktive Faktoren für das Auftreten schwerer Nebenwirkungen sind ein Lebensalter von weniger als 3 Monaten, Frühgeburtlichkeit und ein geringes Körpergewicht (33).
Als lipophiler Betablocker kann Propranolol die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Für den in der Literatur diskutierten negativen Einfluss auf die psychische Entwicklung oder kognitive Funktionen des Kindes geben die wenigen hierzu publizierten Studien jedoch bisher keinen hinreichenden Anhalt. In nicht kontrollierten Studien wurde bei einigen Kindern eine transiente Verzögerung der motorischen Entwicklung beobachtet (43). Der Einfluss des Propranolol ist derzeit jedoch noch nicht abschließend geklärt.
Die Dauer der Therapie sollte mindestens 6 Monate betragen (38).
In etwa 15–20 % aller Fälle wird nach Beendigung der Propranolol-Therapie ein erneutes Wachstum (Rebound) beobachtet. Dieses ist jedoch in seinem Ausmaß begrenzt und zwingt nur selten zu einer Wiederaufnahme der Behandlung (12, 66). Als prädiktive Faktoren für einen Rebound gelten ein frühzeitiges Therapieende, subkutane und gemischte infantile Hämangiome sowie das weibliche Geschlecht (59). Eine verlängerte Behandlungszeit bis zum vollendeten 12. Lebensmonat ist mit einem geringeren Rückfallrisiko verbunden (3, 25). Daher wird in der Praxis die Therapie vielfach bis zum Ende des 1. Lebensjahres fortgeführt.
Nach der Propranolol-Therapie (systemisch) als Therapie der Wahl sind die nachfolgenden Therapieoptionen besonderen Indikationen vorbehalten. Mit der Reihenfolge ist keine Wertung verbunden:
  • Therapie mit selektiven Betablockern (Nadolol oder Atenolol – systemisch), „Off-Label“

  • Kortikosteroidtherapie (systemisch; ggf. in Kombination mit Propranolol bei drohender Obstruktion der oberen Luftwege)

  • Kryotherapie bei kleinen Hämangiomen (< 1 cm)

  • Topische Therapie mit Betablockern (Timolol, Propranolol), „Off-Label“

  • Farbstofflaser-/Blitzlampen-Therapie zur Behandlung von Hämangiom-Residuen nach dem 4. Lebensjahr

  • Nd:YAG-Laser-Therapie zur Behandlung von Hämangiom-Residuen nach dem 4. Lebensjahr

  • Embolisationstherapie (z. B. bei Zustand mit hohem Herzzeitvolumen, Leberhämangiomen, intraoralen/intranasalen, blutenden ulzerierten Hämangiomen)

  • Operative Therapie zur Behandlung von Hämangiom-Residuen nach dem 4. Lebensjahr

Therapie mit selektiven Betablockern

Die hydrophilen und daher nicht zentral wirkenden Betablocker Nadolol und Atenolol sind nach dem Ergebnis mehrerer publizierter Fallserien (6, 7) ähnlich wirksam wie Propranolol. Randomisierte kontrollierte Studien liegen jedoch nicht vor. Für die Behandlung infantiler Hämangiome sind sie nicht zugelassen („Off-Label“).

Kortikosteroidtherapie

Aufgrund der im Vergleich zu Propranolol deutlich höheren Nebenwirkungsrate ist die früher übliche alleinige Behandlung mit systemischen (oralen) Kortikosteroiden heute nicht mehr empfehlenswert (54).
Die systemische Gabe von Kortikosteroiden ist nur noch bei Therapieversagern unter Propranolol oder zur Abwendung unmittelbar lebensbedrohlicher Situationen (z. B. bei subglottischen und hepatischen infantilen Hämangiomen) in Kombination mit Propranolol indiziert (40, 46). Die übliche anfängliche Dosierung beträgt 2–5 mg Prednisolon-Äquivalent/kg KG/Tag.

Kryotherapie

Die Kryotherapie wurde in Deutschland zur Behandlung von kleinen, planen infantilen Hämangiomen von bis zu 1 cm Durchmesser und 3–4 mm Dicke entwickelt und ist inzwischen weniger gebräuchlich.
Sie wird im Kontaktverfahren mit Metallapplikatoren in Läsionsgröße verwendet, die vorzugsweise elektrisch mittels Peltier-Elementen auf –32 °C gekühlt werden. Die Wirktiefe beträgt 2 bis maximal 4 mm, abhängig von der Anwendungszeit und Kompression des Gefäßtumors. Gravierende Folgen sind bei sachgerechtem Einsatz und Verwendung der elektrischen Kühlung selten. Lange Einfrierzeiten, große Applikatoren und die Behandlung bei –196 °C mittels flüssigen Stickstoffs können jedoch Nekrosen und Narben induzieren (72). Blasen- und Krustenbildung sind möglich, wichtigste unerwünschte Folgen sind jedoch langfristig bestehende Hypopigmentierungen (10–15 %), die eine Anwendung in ästhetisch sensiblen Arealen wie dem Gesicht einschränken.
Eine Oberflächenanalgesie ist i. d. R. nicht erforderlich, da die Kühlung selbst analgetisch wirkt und der Eingriff sehr kurz ist. Die Ergebnisse der Kryotherapie sind denen nach einer Farbstofflasertherapie überlegen (72).

Topische Therapie mit Betablockern

Weltweit ist kein topischer Betablocker für die Indikation infantiles Hämangiom zugelassen.
Aufgrund ihrer einfachen Anwendung werden Betablocker vielfach auch zur topischen Therapie verwendet, am häufigsten Timololmaleat 0,1- bis 0,5-prozentiges Augengel (55), seltener auch Propranololhydrochlorid 1-prozentige Creme.
Gegen die Anwendung topischer Betablocker sprechen die fehlende Zulassung, unsichere Wirksamkeit und fehlende pharmakologische Daten (9, 11). Die derzeit von einigen Ärzten in Deutschland verwendeten Rezepturen sind nicht standardisiert. Die Lokaltherapie kann allenfalls für kleine, oberflächliche infantile Hämangiome erwogen werden (55). Für topisch appliziertes Timololmaleat wurde eine transkutane Resorption nachgewiesen, sodass unerwartete systemische Wirkungen möglich, wenn auch offenbar selten sind (23, 47, 53, 55, 67). Spezielle Vorsicht ist bei infantilen Hämangiomen in Schleimhautnähe und Intertrigines sowie bei ulzerierten Tumoren geboten. In diesen Fällen ist die kontrollierte orale Gabe die sicherere Alternative.

Farbstofflaser-/Blitzlampen-Therapie

Der Einsatz des gepulsten Farbstofflasers (PDL = Pulsed Dye Laser) oder gepulster Blitzlampen (IPL = Intense Pulsed Light) ist zur Primärtherapie infantiler Hämangiome nicht indiziert und durch die Erfolge der Propranolol-Therapie in den Hintergrund gedrängt worden (35). Eine Ausnahme stellen Unverträglichkeit oder Nichtansprechen auf die systemische Propranolol-Therapie dar. Auf den Einsatz des Farbstofflasers sollte bei segmentalen Gesichtshämangiomen aufgrund erhöhter Ulzerationsgefahr verzichtet werden. Hauptindikation für die Farbstofflaser-Therapie ist die Behandlung von Hämangiom-Residuen nach dem 4. Lebensjahr (d. h., nachdem die spontane Regression weitgehend abgeschlossen ist). Je nach Ausdehnung des Befunds und Dauer des Eingriffs empfiehlt sich bei kleinen Läsionen (< 10 Impulse) eine Oberflächenanästhesie mit einer Lidocain-Prilocain-Creme, bei größeren eine Allgemeinanästhesie. Nebenwirkungen sind sehr selten. Die obligate purpurfarbene Verfärbung durch Koagulation von Blutgefäßen verschwindet innerhalb von 14 Tagen, Narben treten selten auf.

Nd:YAG-Laser-Therapie

Der cw-Nd:YAG-Laser mit größerer Eindringtiefe sollte nur bei Vorliegen einer Kontraindikation gegenüber Propranolol, dem seltenen Fall eines Nichtansprechens auf diese Therapie oder bei Ablehnung einer systemischen Therapie perkutan unter Eiskühlung oder intraläsional über Quartzfasern eingesetzt werden (Beispiel: intratracheale infantile Hämangiome). Hierzu ist immer eine Allgemeinnarkose erforderlich. Ziel der Behandlung kann auch die Reduktion des Volumens sehr großer Hämangiome vor einem geplanten operativen Eingriff sein.

Embolisationstherapie

Die transarterielle Embolisation, meist mit Partikeln oder Ethylen-Vinylalkohol-Copolymer zur tiefen Penetration in das Hämangiomgewebe, wurde berichtet als Therapie bei propranololresistenten infantilen Hämangiomen und hoher kardialer Auswurfleistung mit hohem Shuntfluss, bei intraoralen oder intranasalen Hämangiomen, bei Hämangiomen mit Raumforderungseffekt in schwierigen Lokalisationen, bei symptomatischen und rupturierten hepatischen kongenitalen Leberhämangiomen und ulzerierten Hämangiomen mit lebensbedrohlicher Blutung (14, 48, 64, 68, 71).

Operative Therapie

Die operative Therapie infantiler Hämangiome in der Proliferationsphase ist nur in wenigen Ausnahmen indiziert. Als Ultima Ratio kann die Operation eine Option für infantile Hämangiome mit lebensbedrohlicher, konservativ nicht zu beherrschender Komplikation darstellen.
In erster Linie dient die Operation der späteren ästhetischen Verbesserung und/oder Beseitigung von Hämangiom-Residuen. Sie ist nach einer Propranolol-Therapie seltener und bei Frühgeborenen insgesamt häufiger erforderlich (51). Am behaarten Kopf kann eine Resektion bei erheblichem Gewebsüberschuss oder kahler Stelle sinnvoll sein, im Bereich der Nase oder Lippen ist ggf. nach vorheriger Volumenreduktion durch den cw-Nd:YAG-Laser die (Teil-)Exzision zu erwägen.
Als günstiger Zeitpunkt für operative Korrekturen wird das 4.–5. Lebensjahr angesehen, da die spontane Regression dann weitgehend abgeschlossen und eine weitere spontane Rückbildung des infantilen Hämangioms nicht zu erwarten ist (35).

Nachbehandlung

Je nach Lokalisation und Ausdehnung des infantilen Hämangioms können ohne und nach jeder Therapie funktionell und/oder ästhetisch unbefriedigende Restzustände (Residuen) verbleiben. Diese sind bis zum Eintritt des Kindes in die Schule zu beseitigen.
Bei Residuen wie Teleangiektasien ist der Einsatz der Laser- oder Blitzlampentherapie zweckmäßig, je nach Gefäßkaliber mit dem FPD- oder cw-Nd:YAG-Laser bzw. gepulsten Blitzlampen (IPL). Stärker kalibrige Gefäße lassen sich mit gutem Erfolg mit den länger gepulsten Nd:YAG-Lasern behandeln. Diese Behandlung sollte nicht vor dem vollendeten 4. Lebensjahr erfolgen, da bis dahin eine hohe Wahrscheinlichkeit der weiteren Spontanregression besteht. Hyperpigmentierungen sind nicht selten einer Behandlung mit ultrakurzgepulsten Lasergeräten (gütegeschalteter Rubin-Laser oder Nd:YAG-Laser) zugänglich.
Narben, Cutis-laxa-artige Residuen, wammenartiger Gewebsüberschuss und ähnliche Veränderungen können exzidiert, sekundäre Asymmetrien oder Deformitäten plastisch-chirurgisch korrigiert werden.

Verfahren zur Konsensbildung

Die Erstellung erfolgte in Zusammenarbeit der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie, Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, der Arbeitsgemeinschaft pädiatrische Dermatologie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf-Hals-Chirurgie, der Deutschen Röntgengesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Interventionelle Radiologie und minimalinvasive Therapie.
Ziel war eine Abstimmung zu Klassifikation, Diagnostik und Therapie, damit die Patienten frühzeitig erkannt, zugeordnet und der weiteren Diagnostik und Therapie zugewiesen werden.
Zielgruppe sind Kinderchirurgen, Kinder- und Jugendärzte, Dermatologen, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, HNO-Ärzte, Radiologen. Die Leitlinie dient zur Information für alle anderen Ärzte in Klinik und Praxis, denen Kinder mit infantilen Hämangiomen vorgestellt werden.
Leitlinienkoordination
Bettina Lange
Mitglieder der Expertengruppe
B. Lange (Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie, DGKCH)
P. Höger (Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, DGKJ)
H. Hamm (Deutsche Dermatologische Gesellschaft, DDG)
P. Höger und H. Hamm (AG pädiatrische Dermatologie der DDG)
J. Hoffmann (Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, DGMKG)
S. Wiegand (Deutsche Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf-Hals-Chirurgie)
J. F. Schäfer (Deutsche Röntgengesellschaft, DRG)
W. Wohlgemuth (Deutsche Gesellschaft für Interventionelle Radiologie und minimal-invasive Therapie, DeGIR)
Erstellungsdatum: 09/2002
Letzte Überarbeitung: 10/2020
Nächste Überprüfung geplant: 10/2023

Adressen

Leitlinienkoordinatorin/Autorin
PD Dr. med. Bettina Lange
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1–3
68167 Mannheim

Literatur

Literatur

1.

 1.Anderson KR, Schoch JJ, Lohse CM, Hand JL, Davis DM, Tollefson M. Increasing incidence of infantile hemangiomas (IH) over the past 35 years: Correlation with decreasing gestational age at birth and birth weight. J Am Acad Dermatol. 2016;74(1):120–6

2.

 2.Bakalli I, Kola E, Lluka R, Celaj E, Sala D, Gjeta I, Sallabanda S, Klironomi D. Deep coma in a child treated with propranolol for infantile hemangioma. BMC Pediatr. 2019;19(1):216

3.

 3.Baselga E, Dembowska-Baginska B, Przewratil P, González-Enseñat MA, Wyrzykowski D, Torrelo A, López Gutiérrez JC, Rychłowska-Pruszyńska M, de Lucas-Laguna R, Esteve-Martinez A, Roé E, Zaim M, Menon Y, Gautier S, Lebbé G, Bouroubi A, Delarue A, Voisard JJ. Efficacy of propranolol between 6 and 12 months of age in high-risk infantile hemangioma. Pediatrics. 2018;142(3). pii: e20173866

4.

 4.Baselga E, Roe E, Coulie J, Muñoz FZ, Boon LM, McCuaig C, Hernandez-Martín A, Gich I, Puig L. Risk factors for degree and type of sequelae after involution of untreated hemangiomas of infancy. JAMA Dermatol. 2016;152(11):1239–43

5.

 5.Bauland CG, Lüning TH, Smit JM, Zeebregts CJ, Spauwen PH. Untreated hemangiomas: growth pattern and residual lesions. Plast Reconstr Surg. 2011;127(4):1643–8

6.

 6.Bayart CB, Tamburro JE, Vidimos AT, Wang L, Golden AB. Atenolol Versus Propranolol for treatment of infantile hemangiomas during the proliferative phase: A retrospective noninferiority study. Pediatr Dermatol. 2017;34(4):413–21

7.

 7.Bernabeu-Wittel J, Narváez-Moreno B, de la Torre-García JM, Fernández-Pineda I, Domínguez-Cruz JJ, Coserría-Sánchez F, Álvarez-del-Vayo C, Conejo-Mir J. Oral nadolol for children with infantile hemangiomas and sleep disturbances with oral propranolol. Pediatr Dermatol. 2015;32(6):853–7

8.

 8.Bessho K, Etani Y, Ichimori H, Miyoshi Y, Namba N, Yoneda A, Ooue T, Chihara T, Morii E, Aoki T, Murakami M, Mushiake S, Ozono K. Increased type 3 iodothyronine deiodinase activity in a regrown hepatic hemangioma with consumptive hypothyroidism. Eur J Pediatr 2010;169(2):215–21

9.

 9.Chambers CB, Katowitz WR, Katowitz JA, Binenbaum G. A controlled ctudy of topical 0.25 % timolol maleate gel for the treatment of cutaneous infantile capillary hemangiomas. Ophthalmic Plast Reconstr Surg;28(2):103–6

10.

10.Chamli A und Litaiem N. PHACE Syndrome. StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2019

11.

11.Chan H, McKay C, Adams S, Wargon O. RCT of timolol maleate gel for superficial infantile hemangiomas in 5- to 24-week-olds. Pediatrics 2013,131(6):e1739-e1747

12.

12.Chang L, Lv D, Yu Z, Ma G, Ying H, Qiu Y, Gu Y, Jin Y, Chen H, Lin X. Infantile hemangioma: factors causing recurrence after propranolol treatment. Pediatr Res. 2018;83(1–1):175–82

13.

13.Chang LC, Haggstrom AN, Drolet BA, Baselga E, Chamlin SL, Garzon MC, Horii KA, Lucky AW, Mancini AJ, Metry DW, Nopper AJ, Frieden IJ. Growth characterisitics of infantile hemangiomas: implications for management. Pediatrics; 2008(122):360–7

14.

14.Conella EA, Viera M, Price C, Waner M. Segmental hemangioma of infancy complicated by life-threatening arterial bleed. Pediatr Dermatol. 2009,26(4):469–72

15.

15.Dasgupta R und Fishman SJ. ISSVA classification. Semin Pediatr Surg. 2014;23(4):158–61

16.

16.Dauge C, Fenouil T, Petit T, Jeanne-Pasquier C, Collardeau-Frachon S. Pulmonary infantile hemangioma mimicking a congenital cystic adenomatoid malformation. Pediatr Dev Pathol. 2019;22(5):480–5

17.

17.de Graaf M, Pasmans SG, van Drooge AM, Nievelstein RA, Gooskens RH, Raphael MF, Breugem CC. Associated anomalies and diagnostic approach in lumbosacral and perineal haemnagiomas: case report and review of the literature. J Plast Reconstr Aesthet Surg. 2013,66(1):e26–8

18.

18.Dornhoffer JR, Wei T, Zhang H, Miller E, A Cleves M, Richter GT. The expression of renin-angiotensin-aldosterone axis components in infantile hemangioma tissue and the impact of propranolol treatment. Pediatr Res 2017;82(1):155–63

19.

19.Droitcourt C, Kerbrat S, Rault C, Botrel MA, Happe A, Garlantezec R, Guillot B, Schleich JM, Oger E, Dupuy A. Safety of oral propranolol for infantile hemangioma. Pediatrics. 2018;141(6). pii: e20173783

20.

20.Drolet BA und Frieden IJ. Characteristics of infantile hemangiomas as clues to pathogenesis: Does hypoxia connect the dots? Arch Dermatol 2010;146(11):1295–9

21.

21.Frade F, Kadlub N, Soupre V, Cassier S, Audry G, Vazquez MP, Picard A. PELVIS or LUMBAR syndrome: the same entity. Two case reports. Arch Pediatr. 2012;19(1):55–8

22.

22.Friedland R, Ben Amitai D, Zvulunov A. Screening for brain involvement in infants with multifocal cutaneous infantile hemangiomas. Dermatology. 2017;233(6):435–40

23.

23.Frommelt P, Juern A, Siegel D, Holland K, Seefeldt M, Yu J, Uhing M, Wade K, Drolet B. Adverse events in young and preterm infants receiving topical timolol for infantile hemangioma. Pediatr Dermatol. 2016;33(4):405–14

24.

24.Frongia G, Byeon JO, Arnold R, Mehrabi A, Günther P. Cardiac diagnostics before oral propranolol therapy in infantile hemangioma: Retrospective evaluation of 234 infants. World J Pediatr. 2018;14(3): 254–8

25.

25.Giachetti A, Garcia-Monaco R, Sojo M, Scacchi MF, Cernadas C, Guerchicoff Lemcke M, Dovasio F. Long-term treatment with oral propranolol reduces relapses of infantile hemangiomas. Pediatr Dermatol 2014;31(1):14–20

26.

26.Hardison S, Wan W, Dodson KM. The use of propranolol in the treatment of subglottic hemangiomas: A literature review and meta-analysis. Int J Pediatr Otorhinolaryngol. 2016,90:175–80

27.

27.Harris J, Phillips JD. Evaluating the clinical outcomes of parotid hemangiomas in the pediatric patient population. Ear Nose Throat J. 2019:145561319877760

28.

28.Hengst M, Oelert M, Hoeger PH. Blood pressure monitoring during the induction and maintenance period of propranolol therapy for complicated infantile hemangiomas: A prospective study of 109 infants. Pediatr Dermatol. 2015;32(6):802–7

29.

29.Hoeger PH, Harper JI, Baselga E, Bonnet D, Boon LM, Ciofi Degli Atti M, El Hachem M, Oranje AP, Rubin AT, Weibel L, Léauté-Labrèze C. Treatment of infantile haemangiomas: recommendations of a European expert group. Eur J Pediatr. 2015;174(7):855–65

30.

30.Hogeling M, Adams S, Wargon O. A randomized controlled trial of propranolol for infantile hemangiomas. Pediatrics 2011;128(2): e259–66

31.

31.Huang SA, Tu HM, Harney JW et al. Severe hypothyroidism caused by 3 iodothyronine deiodinase in infantile hemangiomas. N Engl J Med 2000;343(3):185–9

32.

32.Itinteang T, Withers AH, Davis PF, Tan ST. Biology of infantile hemangioma. Front Surg 2014,1:38

33.

33.Ji Y, Chen S, Wang Q, Xiang B, Xu Z, Zhong L, Yang K, Lu G, Qiu L. Intolerable side effects during propranolol therapy for infantile hemangioma: frequency, risk factors and management. Sci Rep. 2018;8(1):4264

34.

34.Kaya H, Gokce IK, Gungor S, Turgut H, Ozdemir R. A newborn with gastric hemangioma treated using propranolol. Pediatr Gastroenterol Hepatol Nutr. 2018;21(4):341–6

35.

35.Krowchuk DP, Frieden IJ, Mancini AJ, Darrow DH, Blei F, Greene AK, Annam A, Baker CN, Frommelt PC, Hodak A, Pate BM, Pelletier JL, Sandrock D, Weinberg ST, Whelan MA; SUBCOMMITTEE ON THE MANAGEMENT OF INFANTILE HEMANGIOMAS. Clinical Practice Guideline for the management of infantile hemangiomas. Pediatrics. 2019;143(1). pii: e20183475

36.

36.Kulungowski AM, Alomari AI, Chawla A, Christison-Lagay ER, Fishman SJ. Lessons from a liver hemangioma registry: subtype classification J Pediatr Surg. 2012;47(1):165–70

37.

37.Léauté-Labrèze C, Hoeger P, Mazereeuw-Hautier J, Guibaud L, Baselga E, Posiunas G, Phillips RJ, Caceres H, Lopez Gutierrez JC, Ballona R, Friedlander SF, Powell J, Perek D, Metz B, Barbarot S, Maruani A, Szalai ZZ, Krol A, Boccara O, Foelster-Holst R, Febrer Bosch MI, Su J, Buckova H, Torrelo A, Cambazard F, Grantzow R, Wargon O, Wyrzykowski D, Roessler J, Bernabeu-Wittel J, Valencia AM, Przewratil P, Glick S, Pope E, Birchall N, Benjamin L, Mancini AJ, Vabres P, Souteyrand P, Frieden IJ, Berul CI, Mehta CR, Prey S, Boralevi F, Morgan CC, Heritier S, Delarue A, Voisard JJ. A randomized, controlled trial of oral propranolol in infantile hemangioma. N Engl J Med 2015;372(8): 735–46

38.

38.Léaute-Labrèze C, Boccara O, Degrugillier-Chopinet C, Mazereeuw-Hautier J, Prey S, Lebbé G, Gautier S, Ortis V, Lafon M, Montagne A, Delarue A, Voisard JJ. Safety of oral propranolol for the treatment of infantile hemangioma: A systematic review. Pediatrics. 2016;138(4). pii: e20160353

39.

39.Léauté-Labrèze C, Harper JI, Hoeger PH. Infantile haemangioma. Lancet 2017;390(10089):85–94

40.

40.Lekwuttikarn R, Josephs S, Teng JM. Successful medical management of life-threatening hepatic hemangioma in neonates. Pediatrics. 2019;144(4). pii: e20191339

41.

41.Li L, Wei L, Xu ZG, Ma L. No increased risks associated with propranolol treatment for infantile hemangioma in preterm infants were identified at 3 years of age. Am J Clin Dermatol. 2019;20(2):289–93

42.

42.Liang MG und Frieden IJ. Infantile and congenital hemangiomas. Semin Pediatr Surg, 2014;23(4):162–7

43.

43.Mahon C, Heron G, Perkins D, Drage A, Wargon O. Oral propranolol for infantile haemangioma may be associated with transient gross motor delay. Br J Dermatol. 2018;178(6):1443–44

44.

44.Marqueling AL, Oza V, Frieden IJ, Puttgen KB. Propranolol and infantile hemangioma four years later: A systematic review. Pediatr Dermatol 2013;30(2):182–91

45.

45.Martinez-Lopez A, Salvador-Rodriguez L, Montero-Vilchez T, Molina-Leyva A, Tercedor-Sanchez J, Arias-Santiago S. Vascular malformations syndromes: an update. Curr Opin Pediatr 2019;31(6):747–53

46.

46.McCormick AA, Tarchichi T, Azbell C, Grunwaldt L, Jabbour N. Subglottic hemangioma: Understanding the association with facial segmental hemangioma in a beard distribution. Int J Pediatr Otorhinolaryngol. 2018,113:34–7

47.

47.McMahon P, Oza V, Frieden IJ. Topical timolol for infantile hemangiomas: putting a note of caution in „cautiously optimistic“. Pediatr Dermatol 2012;29(1):127–30

48.

48.Meanapace D, Mitkov M, Towbin R, Hogeling M. The chinging face of complicated infantile hemangioma treatment. Pediatr Radiol. 2016,46(11):1494–506

49.

49.Munden A, Butschek R, Tom WL, Marshall JS, Poeltler DM, Krohne SE, Alió AB, Ritter M, Friedlander DF, Catanzarite V, Mendoza A, Smith L, Friedlander M, Friedlander SF. Prospective study of infantile haemangiomas: incidence, clinical characteristics and association with placental anomalies. Br J Dermatol. 2014;170(4):907–13

50.

50.North PE, Waner M, Mizeracki A, Mihm MC Jr. GLUT1: A newly discovered immunhistochemical marker for juvenile hemangiomas. Hum pathol 2000;31(1):11–22

51.

51.Polites SF, Watanabe M, Crafton T, Jenkins TM, Alvarez-Allende CR, Hammill AM, Dasgupta R. Surgical resection of infantile hemangiomas following medical treatment with propranolol versus corticosteroids. J Pediatr Surg. 2019;54(4):740–3

52.

52.Polymerou I, Ojala T, Bonou P, Martelius L, Tzifa A. Successful treatment of cardiac haemangiomas with oral propranolol: a case series of two patients. Eur Heart J Case Rep. 2019;3(2). pii: ytz093

53.

53.Price A, Rai S, Mcleod RWJ, Birchall JC, Elhassan HA. Topical propranolol for infantile haemangiomas: a systematic review. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2018;32(12):2083–9

54.

54.Price CJ, Lattouf C, Baum B, McLeod M, Schachner LA, Duarte AM, Connelly EA. Propranolol vs. corticosteroids for infantile hemangiomas: a multicenter retrospective analysis. Arch Dermatol 2011;147(12):1371–6

55.

55.Püttgen K, Lucky A, Adams D, Pope E, McCuaig C, Powell J, Feigenbaum D, Savva Y, Baselga E, Holland K, Drolet B, Siegel D, Morel KD, Garzon MC, Mathes E, Lauren C, Nopper A, Horii K, Newell B, Song W, Frieden I; Hemangioma Investigator Group. Topical timolol maleate treatment of infantile hemangiomas. Pediatrics. 2016;138(3). pii: e20160355

56.

56.Reimer A und Hoeger PH. Lesion morphology in multifocal infantile hemangiomas. Pediatr Dermatolog 2016;33(6):621–6

57.

57.Rialon KL, Murillo R, Fevurly RD, Kulungowski AM, Christison-Lagay ER, Zurakowski D, Kozakewich HP, Alomari AI, Fishman SJ. Risk factors for mortality in patients with multifocal and diffuse hepatic hemangiomas. J Pediatr Surg. 2015;50(5):837–41

58.

58.Schmid F, Reipschlaeger M, LeenenA, Hoeger PH. Risk of associated cerebrovascular anomalies in children with segmental facial haemangiomas. Br J Dermatol. 2019;181(6):1334–5

59.

59.Shah SD, Baselga E, McCuaig C, Pope E, Coulie J, Boon LM, Garzon MC, Haggstrom AN, Adams D, Drolet BA, Newell BD, Powell J, García-Romero MT, Chute C, Roe E, Siegel DH, Grimes B, Frieden IJ. Rebound growth of infantile hemangiomas after propranolol therapy. Pediatrics. 2016;137(4). pii: e20151754

60.

60.Solman L, Murabit A, Gnarra M, Harper JI, Syed SB, Glover M. Propranolol for infantile haemangiomas: single centre experience of 250 cases and proposed therapeutic protocol. Arch Dis Child 2014; 99(12):1132–6

61.

61.Solman L, Glover M, Beattie PE, Buckley H, Clark S, Gach JE, Giardini A, Helbling I, Hewitt RJ, Laguda B, Langan SM, Martinez AE, Murphy R, Proudfoot L, Ravenscroft J, Shahidullah H, Shaw L, Syed SB, Wells L, Flohr C. Oral propranolol in the treatment of proliferating infantile haemangiomas: British Society for Paediatric Dermatology consensus guidelines. Br J Dermatol. 2018;179(3):582–9

62.

62.Theiler M, Hoffman WY, Frieden IJ. Breast hypoplasia as a complication of an untreated infantile hemangioma. Pediatr Dermatol. 2016;33(2):e129–30

63.

63.van Schaijik B, Tan ST, Marsh RW, Itinteang T. Expression of (pro)renin receptor and its effect on endothelial cell proliferation in infantile hemangioma. Pediatr Res 2019;86(2):202–7

64.

64.Vildy S, Macher J, Abasq-Thomas C, Le Rouzic-Dartoy C, Brunelle F, Hamel-Teillac D, Duteille F, Perret C, Perrot P, Cassagnau E, Chauty-Frondas A, Aubert H, Barbarot S. Life-threatening hemorrhaging in neonatal ulcerated congenital hemangioma: two case reports. JAMA Dermatol. 2015,151(4): 422–5

65.

65.Wang JY, Ighani A, Ayala AP, Akita S, Lara-Corrales I, Alavi A. Medical, Surgical, and Wound Care Management of Ulcerated infantile hemangiomas: A systematic review [Formula: see text]. J Cutan Med Surg. 2018;22(5):495–504

66.

66.Wedgeworth E, Glover M, Irvine AD, Neri I, Baselga E, Clayton TH, Beattie PE, Bjerre JV, Burrows NP, Foelster-Holst R, Hedelund L, Hernandez-Martin A, Audrain H, Bhate K, Brown SJ, Baryschpolec S, Darne S, Durack A, Dvorakova V, Gach J, Goldstraw N, Goodyear H, Grabczynska S, Greenblatt D, Halpern J, Hearn RM, Hoey S, Hughes B, Jayaraj R, Johansson EK, Lam M, Leech S, O'Regan GM, Morrison D, Porter W, Ramesh R, Schill T, Shaw L, Taylor AE, Taylor R, Thomson J, Tiffin P, Tsakok M, Janmohamed SR, Laguda B, McPherson T, Oranje AP, Patrizi A, Ravenscroft JC, Shahidullah H, Solman L, Svensson A, Wahlgren CF, Hoeger PH, Flohr C. Propranolol in the treatment of infantile haemangiomas: lessons from the European Propranolol In the Treatment of Complicated Haemangiomas (PITCH) Taskforce survey. Br J Dermatol. 2016;174(3):594–601

67.

67.Weibel L, Barysch MJ, Scheer HS, Königs I, Neuhaus K, Schiestl C, Rentsch K, Müller DM, Theiler M. Topical timolol for infantile hemangiomas: evidence for efficacy and degree of systemic absorption. Pediatr Dermatol;33(2):184–90

68.

68.Wildgruber M, Sadick M, Müller-Wille R, Wohlgemuth WA. Vascular tumors in infants and adolescents. Insights Imaging. 2019;10(1):30.

69.

69.Xu M, Pan FS, Wang W, Zhang XE, Li XJ, Hong Y, Zhou LY, Xie XY, Lyu MD. The value of clinical and ultrasound features for the diagnosis of infantile hepatic hemangioma: Comparison with contrast-enhanced CT/MRI. Clin Imaging. 2018,51:311–7

70.

70.Yang TB, McMahon P, De Léon DD, Treat JR. Use of propranolol for treating hemangiomas in infants with previously diagnosed hypoglycemic conditions. Pediatr Dermatol. 2016;33(6):e381–4

71.

71.Zhou JX, Huang JW, Wu H, Zeng Y. Successful liver resection in a giant hemangioma with intestinal obstruction after embolization. World J Gastroenterol. 2013,19(19):2974–8

72.

72.Zouboulis CC. Cryosurgery in dermatology. Hautarzt. 2015;66(11):834–48

Wichtige Informationen zum Weiterbetrieb der Medizinwelt