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BL06b-9783437223853.10001-8

10.1016/BL06b-9783437223853.10001-8

L06b-9783437223853

Medulloblastom im Kindes- und Jugendalter

S. Rutkowski

Definition und Basisinformation

  • MedulloblastomEs ist der häufigste maligne HirntumorHirntumor im Kindes- und Jugendalter.

  • Der Häufigkeitsgipfel liegt um das 5. Lebensjahr, die männliche Prädisposition beträgt 1,5 : 1.

  • Lokalisation im Kleinhirn, füllt den IV. Ventrikel und wächst dann lokal infiltrierend, z. B. in den unteren Hirnstamm, aber auch per continuitatem entlang der Liquorwege.

  • Metastasiert in den gesamten Liquorraum, sodass in Abhängigkeit vom Alter bei bis zu einem Drittel der Patienten bereits primär solide ZNS-Metastasen und bei einem Viertel der Patienten initial maligne Zellen im lumbal gewonnenen Liquor nachgewiesen werden können.

  • Systemische Metastasierung, z.B. in Knochen oder in Knochenmark, ist bei Erstdiagnose sehr selten.

Klassifikation/Stadieneinteilung

MedulloblastomKlassifikationMedulloblastomStadieneinteilungDas Medulloblastom ist ein Überbegriff verschiedener Tumorentitäten mit unterschiedlichen Ursprungszellen, Pathogenese, Altersverteilung und klinischem Verhalten. Medulloblastome werden gemäß der revidierten WHO-Klassifikation für Tumoren des ZNS (2016) klassifiziert, dort in der Gruppe der embryonalen Tumoren geführt und dem WHO-Grad IV (höchste Malignität) zugeordnet (1).
Medulloblastome werden mittels einer integrierten Diagnose mit jeweils zwei Komponenten (einer histopathologischen und einer genetischen) genau definiert. Beide Komponenten beschreiben jeweils vier Entitäten:
Histologische Klassifikation:
  • Klassisches Medulloblastom

  • Desmoplastisch/noduläres Medulloblastom

  • Extensiv noduläres Medulloblastom

  • Großzellig/anaplastisches Medulloblastom

Genetische Klassifikation:
  • Medulloblastom mit WNT-Aktivierung

  • Medulloblastom mit SHH-Aktivierung,TP53-Wildtyp

  • Medulloblastom mit SHH-Aktivierung,TP53 mutiert

  • Medulloblastom, nicht WNT-/nicht SHH-aktiviert

    • Varianten:

      • Gruppe-3-Medulloblastom

      • Gruppe-4-Medulloblastom

Bestimmte Assoziationen zwischen histologischer und genetischer Klasse sind besonders prominent, so zeigen die meisten WNT-aktivierten Medulloblastome klassische Histologie und desmoplastisch/noduläre und extensiv noduläre Medulloblastome sind durch SHH-Aktivierung charakterisiert. Die genetische WHO-Klassifikation hat sich aus einer auf Expressions- und Methylierungssignaturen abgeleiteten Einordnung entwickelt (2), entspricht dieser jedoch nicht exakt, weil die SHH-getriebenen Tumoren weiter aufgeteilt werden. SHH-Aktivierung kommt in zwei klinisch-prognostisch zu unterscheidenden Medulloblastomentitäten (TP53-Wildtyp versus TP53 mutiert) vor, die differenziert werden müssen. Gemäß WHO-Klassifikation entsprechen Medulloblastome der Gruppe 3 und Gruppe 4 (2) provisorischen Varianten derselben biologischen Entität (Medulloblastom, nicht WNT-/nicht SHH-aktiviert); aktuelle Daten legen nahe, dass sie ein Spektrum derselben Tumorentität darstellen, wobei es möglich ist, dass sie aus unterschiedlichen Ursprungszellen hervorgehen.
Zur Diagnose eines Medulloblastoms gemäß WHO-Klassifikation 2016 sind neben histopathologischen auch spezifische molekulargenetische Methoden einzusetzen, die für die klinisch-neuropathologische Diagnostik validiert sein müssen (3). So ist z.B. bei allen SHH-aktivierten Medulloblastomen eine Mutationsanalyse des TP53-Gens erforderlich. Sollte das Untersuchungsmaterial nicht ausreichend oder qualitativ hinreichend sein, sodass diese Analysen nicht durchgeführt werden können, werden die Tumoren gemäß WHO-Klassifikation als Medulloblastom, NOS („not further specified“, nicht weiter spezifiziert), bezeichnet.
WNT-aktivierte Medulloblastome treten typischerweise erst ab etwa 8 Jahren auf, SHH-Medulloblastome zweigipflig bei Jugendlichen/Erwachsenen und bei Säuglingen/Kleinkindern. Sehr selten sind das Medullomyoblastom und das melanotische Medulloblastom als Differenzierungsvarianten verschiedener histologisch definierter Entitäten.
Eine Einteilung nach TNM-Klassifikation ist nicht üblich; prognostisch bedeutsam sind der Nachweis von Resttumor nach der Primäroperation mittels früh postoperativer Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) und der Nachweis von Metastasen nach Chang (4) (M2 = supratentorielle Metastasierung, M3 = spinale Metastasierung, M4 = Metastasen außerhalb des ZNS); auch alleiniger Nachweis maligner Zellen im Liquor (M1) hat prognostische Relevanz.

Leitsymptome

MedulloblastomLeitsymptomeSiehe › Kap. L6a „Leitsymptome und Diagnostik der ZNS-Tumoren im Kindes- und Jugendalter“ (AWMF-Leitlinie, Register-Nr. 025/022; www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/025-022l_S1_ZNS-Tumoren_Kinder_Jugendliche_2016-09.pdf).

Diagnostik

MedulloblastomDiagnostikSiehe › Kap. L6a „Leitsymptome und Diagnostik der ZNS-Tumoren im Kindes- und Jugendalter“ (AWMF-Leitlinie, Register-Nr. 025/022; hier Abschnitt J 1.3 „Diagnostik“). Familien mit Kindern mit SHH-aktivierten oder desmoplastisch/nodulären oder extensiv nodulären Medulloblastomen soll eine humangenetische Beratung angeboten werden, da diese Tumoren häufig im Rahmen eines Tumorprädispositionssyndroms (z.B Gorlin-Syndrom, Li-Fraumeni-Syndrom) vorkommen; dies gilt auch bei klinischen oder anamnestischen Hinweisen auf das Vorliegen eines Tumorprädispositionssyndroms. Nach Aufklärung und schriftlichem Einverständnis entsprechend Gendiagnostikgesetz kann Tumormaterial und Blut des Patienten und seiner Angehörigen auf Keimbahnmutationen untersucht werden: APC bei WNT-MB ohne somatische CTNNB1-Mutation; SUFU, PTCH1, BRCA2, PALB2 und TP53 bei SHH-MB; BRCA2 und PALB2 bei non-WNT/non-SHH-MB und bei Hinweisen auf eine DNA-Reparatur-Defizienz (5). Für weitere diagnostische Maßnahmen und wissenschaftliche Fragestellungen sollte zudem natives gefrorenes Tumormaterial asserviert werden.

Therapie

Rationale und aktueller Stand der Therapie

MedulloblastomTherapieBasistherapie sind die primäre Resektion sowie für Kinder über 3–5 Jahren ohne Metastasierung die kraniospinale Bestrahlung mit lokalem Tumorboost, gefolgt von einer Erhaltungschemotherapie. Bei metastasierter Erkrankung oder anderen Hochrisikokonstellationen kommen intensivierte multimodale Therapiekonzepte zum Einsatz. Bei Kindern unter 3–5 Jahren wird versucht, eine Bestrahlung mittels postoperativer Chemotherapie zu verzögern oder zu vermeiden. Es sollten möglichst die jeweils aktuellen Studienkonzepte und Behandlungsempfehlungen der GPOH verwendet werden.

Neurochirurgische Therapie

MedulloblastomTherapieDa Kinder mit Medulloblastom durch die lokale Raumforderung und Liquorzirkulationsstörung vital bedroht sind, kommt der primären Resektion häufig eine zunächst lebensrettende Bedeutung zu. Es ist eine operationsmikroskopisch totale Resektion anzustreben, da Kinder ohne Resttumor möglicherweise ein niedrigeres Rezidivrisiko haben (6). Ist z.B. bei einer Infiltration des Kleinhirnbrückenwinkels, der Rautengrube, der Medulla oblongata, der Nuclei dentati oder des Mittelhirns eine totale Resektion ohne die Gefahr bleibender neurologischer Schäden nicht möglich, soll ein Tumorrest belassen werden, der gegebenenfalls in einer Second-Look-Operation nach postoperativer Strahlen- und/oder Chemotherapie entfernt werden kann.
Auf die primäre Anlage eines permanenten Liquorshuntsystems sollte möglichst verzichtet werden; die Anlage einer passageren externen Drainage kann im Einzelfall nützlich sein. Nur etwa ¹⁄₅ der Patienten benötigen im Verlauf einen liquorableitenden Eingriff. Der ventrikulo-peritoneale Shunt ist bei diffuser Metastasierung vorzuziehen, bei rein obstruktivem Hydrozephalus stellt die endoskopische Drittventrikulostomie eine sinnvolle Alternative dar. Da ein Medulloblastom wegen seines infiltrativen Wachstums und Nähe zum Liquorraum nie onkologisch radikal reseziert werden kann, ist eine Heilung ohne adjuvante Therapie in aller Regel nicht möglich.

Strahlentherapie

MedulloblastomTherapieKinder über 3–5 Jahre (im Einzelfall auch jüngere Kinder) erhalten in aller Regel eine Bestrahlung. Ausgenommen sind Kinder mit PTCH- oder SUFU-Keimbahnmutationen und Gorlin-Syndrom, da dann eine Bestrahlung wegen Entwicklung von Basaliomen im Strahlenfeld kontraindiziert ist (7). Bei Medulloblastompatienten mit TP53-Keimbahnmutation und Li-Fraumeni-Syndrom sollten Vorteile und Risiken einer Bestrahlung wegen des Risikos für Sekundärmalignome individuell abgewogen und gegebenenfalls unter bestmöglicher Schonung des Normalgewebes appliziert werden. Da bei jedem Patienten zumindest mit einer okkulten Metastasierung über die Liquorwege gerechnet werden muss, ist grundsätzlich eine kraniospinale Bestrahlung des gesamten Liquorraums notwendig, die auch in Kombination mit einer Chemotherapie im Sinne einer simultanen Radiochemotherapie eingesetzt werden kann (8).
Es werden meist Dosierungen im Bereich des Hirnschädels und des Spinalkanals zwischen 24 und 36 Gy, gefolgt von einer Aufsättigung der hinteren Schädelgrube auf 54 bis 60 Gy, angewandt (9, 10). Bei bestimmten Patienten ohne Risikofaktoren kann das Boostvolumen auf die erweiterte Tumorregion reduziert werden (11). Solide ZNS-Metastasen werden je nach Lokalisation bis zu einer Gesamtdosis von 45 bis 50 Gy aufgesättigt. Bei Patienten mit ZNS-Metastasen kann eine Dosiseskalation der kraniospinalen Bestrahlung auf 40 Gy und des Boosts auf 50 Gy (spinal) bzw. 60–68 Gy (zerebral) mittels Hyperfraktionierung erfolgen (12). Exakte Richtlinien können dem jeweils aktuellen Therapieprotokoll entnommen werden. Standardmäßig wurde bisher die Photonentherapie eingesetzt; bei steigender technischer Verfügbarkeit kommt aktuell die Protonentherapie zunehmend zum Einsatz, die aber hinsichtlich langfristiger Vorteile mit möglicher Reduktion von Langzeitnebenwirkungen einer weiteren wissenschaftlichen Evaluation bedarf (13).

Chemotherapie

MedulloblastomTherapieDas Medulloblastom ist ein chemotherapiesensibler Tumor. In den ersten internationalen randomisierten Studien lagen die 5-Jahres-RFÜ bzw. -EFÜ (rückfallsfreies bzw. ereignisfreies Überleben) im jeweiligen Arm mit adjuvanter Chemotherapie tendenziell höher als im Arm mit alleiniger postoperativer Bestrahlung: SIOP-I-Studie 56% vs. 42% und CCG 59% vs. 50%. Die Effektivität der adjuvanten Chemotherapie mit CCNU und Vincristin konnte durch die zusätzliche Kombination mit Cisplatin deutlich verbessert werden. Auch in der multizentrischen SIOP-III-Studie konnte der Nutzen einer zusätzlichen Chemotherapie für Patienten mit Medulloblastom gezeigt werden (14). Die Chemotherapie besteht grundsätzlich aus einer Kombination mehrerer Substanzen. Etablierte Zytostatika bei der adjuvanten Therapie sind Nitrosoharnstoffderivate (CCNU, BCNU) sowie Platinderivate (Cisplatin, Carboplatin) und Vincristin; bei neoadjuvanter Gabe kommen alkylierende Substanzen (Ifosfamid, Cyclophosphamid), Platinderivate (Cisplatin, Carboplatin) sowie Alkaloide (Vincristin), Topoisomerasehemmer (Etoposid) und evtl. auch Antimetaboliten (hoch dosiertes Methotrexat) zum Einsatz (15); zur Hochdosis-Chemotherapie werden nach Erfüllung der Voraussetzungen (z.B. bei komplettem/partiellem Ansprechen auf Induktionschemotherapie) neben Carboplatin, Cyclophosphamid und Etoposid außerdem u.a. Busulfan, Melphalan und Thiotepa eingesetzt.

Therapie von Kindern unter 3 bzw. 5 Jahren

Kinder unter 3 bzw. 5 Jahren sollten möglichst nicht bestrahlt werden, um Störungen der psychomotorischen, mentalen und kognitiven Entwicklung sowie neuroendokrine Ausfälle zu vermindern (16). Die Zeit von der Operation bis zur Bestrahlung wurde in der deutschen Studie HIT-SKK’87 und in internationalen Studien durch längerfristige Chemotherapie z.T. erfolgreich überbrückt. In der Folgestudie HIT-SKK’92 konnte bei Kindern, die initial keine Metastasierung aufwiesen, durch eine zusätzliche intraventrikuläre Chemotherapie mit Methotrexat insbesondere bei nodulären Medulloblastomen, die in der Regel eine Sonic-hedgehoc-Aktivierung (SHH) aufweisen, häufig eine Langzeitremission ohne Bestrahlung erreicht werden (17). Die aktuellen Altersgrenzen für die verschiedenen Therapiegruppen sind den Protokollen und Empfehlungen der HIT-MED-Studiengruppe zu entnehmen.

Begleittherapie

MedulloblastomTherapieDie antiödematöse Therapie mit Dexamethason ist zumeist perioperativ und bei Auftreten von Hirndrucksymptomen während der Strahlentherapie indiziert und kann während der früh postoperativen Chemotherapie im Einzelfall nützlich sein, sollte aber so früh wie möglich reduziert oder beendet werden.

Rezidivtherapie

MedulloblastomTherapieEine erneute Resektion oder Biopsie des Tumors sollte zur Bestätigung der Rezidivdiagnose, zum Ausschluss eines Sekundärmalignoms sowie zur Identifizierung von zielgerichteten Therapiestrategien immer angestrebt werden. Selbst bei einem Lokalrezidiv ohne Metastasierung ist durch eine alleinige Resektion keine länger dauernde Zweitremission zu erreichen. Daher sollten auch im Rezidiv alle Möglichkeiten der Lokaltherapie und der systemischen Therapie ausgeschöpft werden. Die erneute Strahlentherapie nach Vorbestrahlung in der Ersttherapie ist in verschiedenen Konstellationen möglich, kann gute lokale Kontrollraten erzielen und eröffnet in günstig gelagerten Einzelfällen kurative Chancen (18). Eine auch bei Rezidiven wirksame Chemotherapiekombination besteht aus Carboplatin und Etoposid. Ob Hochdosis-Chemotherapieregime mit Blutstammzelltransplantation bei Patienten, die ein gutes Ansprechen auf konventionelle Chemotherapie zeigen, kurative Möglichkeiten eröffnen, ist gegenwärtig wie auch die Therapie mit oralem Temozolomid in der Kombination mit den Topoisomerasehemmern Topotecan oder Irinotecan Gegenstand klinischer Studien. Darüber hinaus werden derzeit metronomische antiangiogenetische Therapiekonzepte z.T. in Kombination mit einer intensivierten intrathekalen Therapie evaluiert. Bei Lokalrezidiven, bei Resttumor nach gutem Ansprechen auf eine systemische Therapie oder Radiotherapie und bei solitären Metastasen kann eine Second-Look-Operation eine nützliche Therapieoption sein. Zielgerichtete Therapien sind bisher noch kein Standard in der Primär- oder Rezidivtherapie, sollten aber zukünftig auf der Basis einer molekularen Tumoranalyse und nach Rücksprache mit der jeweiligen GPOH-Studienleitung für den individuellen Patienten evaluiert werden.

Prognose

Als ungünstige prognostische Faktoren galten ein niedriges Alter, primäre ZNS-Metastasen sowie ein postoperativer Resttumor und möglicherweise ein ungenügendes Ansprechen auf Chemotherapie (6). In der multizentrischen Studie HIT’91 lag das 3-Jahres-progressionsfreie Überleben (PFÜ) mit kraniospinaler Bestrahlung und Erhaltungschemotherapie mit Cisplatin, CCNU und Vincristin für Patienten ohne makroskopische Metastasen bei 79%, für Patienten mit Metastasen (M2/M3) bei 40% (8). Später wurde mit einer reduzierten postoperativen Bestrahlung und adjuvanten Chemotherapie bei Standardrisikopatienten in einer multizentrischen Studie ein 5-Jahres-EFÜ von 81% erzielt (19). In einer von 2001 bis 2006 durchgeführten Studie für Patienten über 3–5 Jahre ohne Metastasen wurden mittels hyperfraktionierter oder normofraktionierter Strahlentherapie und Erhaltungschemotherapie 5-Jahres-EFÜ-Raten von 77% und 78% erzielt (20). Bei Kindern dieser Altersgruppe mit Metastasen führten intensivierte Therapiekonzepte zu 5-Jahres-EFÜ-Raten von 62% (12).
Kinder unter 4 Jahren mit SHH-aktiviertem bzw. desmoplastischem Medulloblastom haben eine günstige Prognose. Hier konnten mittels alleiniger systemischer und intraventrikulärer Chemotherapie EFÜ-Raten von über 80% erzielt und bestätigt werden (17, 21).
Die Wertigkeit klinischer und biologischer Faktoren zur Risikostratifizierung ist Gegenstand intensiver Forschung (22). Derzeit erfolgt die prospektive Validierung der molekularen und histopathologischen Kriterien in homogenen Studienkollektiven. Der Standardrisikogruppe (bezogen auf Rückfallwahrscheinlichkeit) werden Patienten ohne Metastasen und ohne größeren Resttumor und teilweise auch Patienten mit WNT- und SHH-Medulloblastomen (TP53-Wildtyp) zugeordnet. Für Patienten mit WNT-Medulloblastomen unter 16 Jahren wird die Reduktion der kraniospinalen Bestrahlungsdosis und/oder der Chemotherapie derzeit in prospektiven Studien untersucht. Hochrisikopatienten haben Metastasen, c-myc-Genamplifikation (in nicht WNT-/nicht SHH-Medulloblastomen) oder TP53-Mutationen (SHH-Medulloblastome mit TP53-Mutation), die im Rahmen eines Li-Fraumeni-Syndroms auch in der Keimbahn vorliegen können.
Rückfälle werden häufig in den ersten drei Jahren, aber im Einzelfall auch spät noch nach mehr als zehn Jahren beobachtet. Bei Rückfällen findet sich in mehr als 80% eine metastasierte Erkrankung. Insbesondere bei V.a. ein lokales Rezidiv angrenzend an die Region des ehemaligen Primärtumors und bei verändertem Kontrastmittelverhalten gegenüber dem Primarius muss dringend der Ausschluss eines strahlentherapieinduzierten Sekundärmalignoms erfolgen.

Zukünftige Entwicklungen

Bei Hochrisikopatienten, insbesondere Säuglingen und Kleinkindern mit primärer Metastasierung, wird derzeit international der Einsatz einer Hochdosis-Chemotherapie mit autologer Blutstammzelltransplantation untersucht. Zur Prophylaxe und Therapie von ZNS-Metastasen wird der Nutzen intrathekaler bzw. intraventrikulärer Gaben bekannter (z.B. Methotrexat, Etoposid, Mafosfamid) und neuer Substanzen (z.B. Topotecan, liposomales Cytarabin) geprüft. Der Einsatz prognostisch relevanter molekularbiologischer Marker zur verbesserten Therapiestratifizierung sowie von zielgerichteten Substanzen wie z.B. Tyrosinkinaseinhibitoren oder anderen Substanzklassen im Rahmen von Studien hat begonnen. So hat die Gabe von Smoothened Inhibitoren (SMO) bei Patienten mit MB-Rezidiv zu ermutigenden Ansprechraten, aber auch zu Resistenzentwicklung geführt (23). Bei jungen Kindern sind die auf SMO-Ebene ansetzenden SHH-Inhibitoren wegen Wachstumsstörungen äußerst zurückhaltend einzusetzen (24). Darüber hinaus stehen immuntherapeutische Ansätze und Kombinationen verschiedener Modalitäten im Fokus vieler präklinischer Aktivitäten.

Verlaufsdiagnostik und Nachsorge

Die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen dienen der onkologischen Verlaufsbeurteilung und der Feststellung des Residualschadensyndroms, das durch den Tumor und/oder die Therapie verursacht wird (25). Art und Frequenz der Untersuchungen wie z.B. Visus- und Hörprüfung, EEG und evozierte Potenziale, endokrinologische Testung, Blutbildkontrollen und Nierenfunktionsprüfung müssen dem Einzelfall und den lokalen Gegebenheiten angepasst werden; einmal jährlich wird die Wiedervorstellung beim behandelnden Radioonkologen empfohlen. Die psychosoziale Versorgung der Kinder und Jugendlichen sowie deren Familien soll entsprechend der AWMF-S3-Leitlinie „Psychosoziale Versorgung in der Pädiatrischen Onkologie und Hämatologie“ erfolgen (Register-Nr. 025/002; www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/025-002.html; siehe auch › Kap. L, S. 17–36) (26). Neuropsychologische Untersuchungen sind eine wichtige Basis für die Erkennung und Bewertung therapieassoziierter Auswirkungen auf Hirnleistungen (27) und für die Planung der psychosozialen Rehabilitation. Zur Aufdeckung von Spätfolgen und Zweittumoren ist auch nach dem zehnten Jahr eine Nachsorge empfehlenswert. Intensive Rehabilitationsmaßnahmen zur Bewältigung u.a. neurologischer Probleme (z.B. Gangstörungen) oder anderer Funktionsstörungen (z.B. Hörverlust, Wachstumshormonmangel) sowie eine enge psychosoziale Begleitung der Kinder/Jugendlichen/jungen Erwachsenen und ihrer Familien (initial u.a. durch eine Familien-orientierte oder Jugend-Rehabilitation) sind meist über die Schulzeit hinaus notwendig, damit die geheilten Patienten einen Platz in unserer Gesellschaft finden.

Verfahren der Konsensbildung

Im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin (DGKJ) erstellt durch die Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH).
Die Leitlinie wurde von den Leitlinienkoordinatoren den Mitgliedern der Expertengruppe vorgelegt, Änderungen und Ergänzungen wurden nach Rücksprache mit den Leitlinienkoordinatoren eingearbeitet.
Mitglieder der Expertengruppe
Gabriele Calaminus, Bonn (GPOH); Gudrun Fleischhack, Essen (GPOH); Astrid Gnekow, Augsburg (GPOH); Norbert Graf, Homburg/Saar (GPOH); Norbert Jorch, Bielefeld (GPOH); Rudolf Korinthenberg, Freiburg (GNP, DGKJ); Rolf-Dieter Kortmann, Leipzig (DEGRO, APRO); Jürgen Krauss, Würzburg (DGNC); Ulrike Leiss, Wien (PSAPOH); Stefan Pfister, Heidelberg (GPOH); Torsten Pietsch, Bonn (DGNN); Jochen Rössler, Bern (GPOH); Stefan Rutkowski, Hamburg (GPOH); Beate Timmermann, Essen (DEGRO, APRO); Monika Warmuth-Metz, Würzburg (DGNR).
Beratende wissenschaftliche medizinische Fachgesellschaften
  • Gesellschaft für Neuropädiatrie (GNP)

  • Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC)

  • Deutsche Gesellschaft für Neuropathologie und Neuroanatomie (DGNN)

  • Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO, besonders die Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Radioonkologie APRO, die ebenfalls der GPOH angehört)

  • Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH)

  • Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR)

  • Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft in der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (gehört der GPOH an)

Autor
Stefan Rutkowski, Hamburg
Leitlinienkoordination
Ursula Creutzig, Hannover
Thomas Lehrnbecher, Frankfurt
1. Fassung: 1997
2. Fassung: 10/2001
3. Fassung: 01/2004
4. Fassung: 03/2006
5. Fassung: 09/2008
6. Fassung: 10/2012
7. Fassung: 04/2018
Nächste Aktualisierung geplant: 2023

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