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BV03-9783437223853.10001-8

10.1016/BV03-9783437223853.10001-8

V03-9783437223853

Abb. V3-1.

Stufentherapie der Neurodermitis

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2 Abb. V3-1 enthält aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht alle Verfahren, die in dieser Leitlinie diskutiert werden.

2

* Eine UV-Therapie ist häufig ab Stufe 2 unter Berücksichtigung der Altersbeschränkung (nicht im Kindesalter) indiziert. Cave: keine Kombination mit Ciclosporin A und topischen Calcineurininhibitoren.

** First-line-Therapie: In der Regel topische Glukokortikosteroide, bei Unverträglichkeit/Nichtwirksamkeit und an besonderen Lokalisationen (z.B. Gesicht, intertriginöse Hautareale, Genitalbereich, Capillitium bei Säuglingen) topische Calcineurininhibitoren.

*** Die zusätzliche Anwendung von antipruriginösen und antiseptischen Wirkstoffen kann erwogen werden.

Neurodermitis (S2k)

T. Werfel

A. Heratizadeh

W. Aberer

F. Ahrens

M. Augustin

T. Biedermann

T. Diepgen

R. Fölster-Holst

U. Gieler

J. Kahle

A. Kapp

A. Nast

K. Nemat

H. Ott

B. Przybilla

M. Roecken

M. Schlaeger

P. Schmid-Grendelmeier

J. Schmitt

T. Schwennesen

D. Staab

M. Worm

Einleitung

Bei dem Krankheitsbild der Neurodermitis handelt es sich um eine chronische oder chronisch-rezidivierende nichtkontagiöse, entzündliche Hauterkrankung mit in der Regel starkem Juckreiz. Darüber hinaus besteht ein Risiko für komplizierte Verläufe mit bakteriellen oder viralen Superinfektionen. Sowohl die genetische Prädisposition als auch zahlreiche Auslösefaktoren spielen für die Erstmanifestation und das Auftreten der Erkrankungsschübe eine wichtige Rolle, sodass auch das Therapiekonzept vielfältig ist. Bei zahlreichen für die Neurodermitis zur Verfügung stehenden Behandlungsoptionen gilt es, in Abstimmung mit den Patienten bzw. Eltern erkrankter Kinder fallorientiert einen optimalen Behandlungsplan aufzustellen, der im Verlauf gegebenenfalls erneut angepasst werden muss.
Die vorliegende Kurzfassung der S2k-Leitlinie gibt einen Überblick über alle bisher zur Verfügung stehenden, evidenzbasierten Diagnoseverfahren und Therapiemöglichkeiten sowie über die entsprechenden Empfehlungen, die durch die an dieser Leitlinie beteiligten Fachgesellschaften und Verbände ausgesprochen werden. Diese Empfehlungen wurden auf der Grundlage der bislang zu dem jeweiligen Verfahren vorliegenden klinisch-wissenschaftlichen Datenlage, die in der ausführlichen Fassung dieser Leitlinie (unter www.awmf.org) beschrieben ist, konsentiert. Im Folgenden wird auf diese Fassung mit dem Hinweis „s. Langversion“ verwiesen.

Nomenklatur

Die Kommission dieser Leitlinie hat sich auf den Begriff „Neurodermitis“ in dieser Leitlinie verständigt, der synonym zu den Krankheitsbezeichnungen „atopisches Ekzem“ oder „atopische Dermatitis“ zu verwenden ist und zudem aktuell weiterhin auch dem Sprachgebrauch von Patienten

1

Mit denen in dieser Arbeit verwandten Personen- und Berufsbezeichnungen sind, auch wenn sie nur in einer Form auftreten, gleichwertig beide Geschlechter gemeint.

entspricht.

Methodik

Es handelt sich um die Kurzversion der S2k-Leitlinie zur Neurodermitis, die als Langversion mit Angabe von Originalstudien, die zu den Empfehlungen geführt haben, unter AWMF (www.awmf.org) publiziert wurde. Die vorliegende Leitlinie stellt eine Aktualisierung der 2008/2009 publizierten AWMF-S2-Leitlinie „Neurodermitis“ dar, in der auch die Methodik näher dargestellt wird (1, 2).
Die Leitlinie aus dem Jahre 2008 entsprach einer S2e-Leitlinie, für die eine systematische Literatursuche in PUBMED Metaanalysen, klinische Studien und andere wissenschaftliche Untersuchungen zusammengestellt und den Teilnehmern der Konsensuskonferenz als Tischvorlage zur Verfügung gestellt wurden. Für die Aktualisierung wurde die Literatursuche bis Januar 2014 entsprechend durchgeführt. Weiterhin wurden einzelne Studien ergänzt.
Die Empfehlungen wurden in einer interdisziplinären Konsensuskonferenz unter Verwendung eines nominalen Gruppenprozesses konsentiert. Für jene Interventionen, für die aus zeitlichen Gründen kein Konsens im Rahmen der Konsensuskonferenz erzielt werden konnte, wurde ein Delphi-Verfahren durchgeführt. Die Empfehlungsstärken der einzelnen Empfehlungen werden in dieser Leitlinie durch standardisierte Formulierungen ausgedrückt (3):
  • Positiv

    • Wird empfohlen

    • Kann empfohlen werden

    • Kann erwogen werden

  • Negativ

    • Darf nicht erfolgen

    • Wird nicht empfohlen

Die deutsche AWMF-Leitlinie „Neurodermitis“ wurde inhaltlich mit der entsprechenden Europäischen Leitlinie abgestimmt, die zum Zeitpunkt der Publikation dieser vorliegenden Leitlinie ebenfalls aktualisiert wird (4, 5).

Ziele

Die Neurodermitis ist eine häufige Hauterkrankung sowohl im Kindes- und Jugendalter als auch bei Erwachsenen. Aufgrund des chronischen Verlaufs und der Charakteristik eines viele Lebensbereiche betreffenden, lebensverändernden Krankheitsbilds mit deutlicher Einschränkung der Lebensqualität sollte eine optimale medizinische Versorgung angestrebt werden.
Allgemeines Ziel der Leitlinie ist es, Dermatologen, Pädiatern, Allgemeinmedizinern sowie weiteren an der Behandlung der Neurodermitis beteiligten Ärzten in der Praxis und Klinik eine akzeptierte Entscheidungshilfe für die Auswahl sowie Durchführung einer geeigneten und suffizienten Therapie für Patienten mit Neurodermitis zur Verfügung zu stellen.

Zielgruppe

Diese Leitlinie ist bestimmt für Fachärzte der Dermatologie, Kinder- und Jugendmedizin, Allgemeinmedizin und alle Arztgruppen, zu deren Tätigkeit die Therapie der Neurodermitis gehört. Sie soll auch den Betroffenen und Angehörigen gesicherte Informationen zur Beurteilung von therapeutischen Interventionen geben.

Allgemeine Aspekte

Definition und Klassifikation

Die Neurodermitis ist eine chronische oder chronisch-rezidivierende, nicht kontagiöse Hauterkrankung, deren klassische Morphologie und Lokalisation altersabhängig unterschiedlich ausgeprägt ist und zumeist mit starkem Juckreiz einhergeht. Häufigere Komplikationen der Neurodermitis stellen Infektionen wie disseminierte Impetiginisation durch Staphylococcus aureus, virale Infektionen oder Mykosen dar (6).
Empfehlung
Die Diagnostik und die Behandlung der Neurodermitis sowie deren Komplikationen müssen medizinisch qualifiziert erfolgen.

Epidemiologie

Die kumulative Inzidenz der Neurodermitis schwankt je nach Alter und Region zwischen 11% und 21% in Nordeuropa. In Deutschland wurden Punktprävalenzen von 10–15% beschrieben. Gemäß versorgungsepidemiologischen Analysen aus Deutschland nehmen rund 23% der Säuglinge und Kleinkinder, 8% der Schulkinder und 2–4% der Erwachsenen Gesundheitsleistungen aufgrund der Neurodermitis in Anspruch. Bei Kindern ist die Neurodermitis damit die häufigste chronische Erkrankung überhaupt (7, 8).

Pathogenese und Genetik

Die Ursachen der Neurodermitis sind vielfältig. Sowohl die genetische Prädisposition als auch zahlreiche Auslösefaktoren spielen für die Erstmanifestation und das Auftreten der Erkrankungsschübe eine wichtige Rolle.
Prävention
Aufgrund des Verständnisses von Pathogenese und Genetik werden allgemeine Maßnahmen zur Primärprävention der Neurodermitis empfohlen. Hier wird auf die aktuelle AWMF-S3-Leitlinie „Allergieprävention“ verwiesen (9).
Empfehlung
Es wird empfohlen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Neurodermitis nach STIKO-Empfehlungen regulär zu impfen. Bei akuter Exazerbation wird das Verschieben der Impfung bis zur Stabilisierung des Hautbefunds empfohlen.
Neurodermitis und Impfungen
Die Ständige Impfkommission (STIKO) spricht Empfehlungen für sinnvolle Impfungen in Deutschland aus. Informationen hierüber können über die Homepage des Robert Koch-Instituts (RKI) abgerufen werden (10). Weiterhin werden sie im „Epidemiologischen Bulletin“ veröffentlicht.

Erscheinungsbild

Die Hauterscheinungen der Neurodermitis sind je nach Stadium (akut oder chronisch) und Lebensalter verschieden (6). Bei untypischem Erscheinungsbild oder Verlauf entzündlicher Hautkrankheiten müssen – auch im Kindesalter – Differenzialdiagnosen (s. auch Abschnitt „Differenzialdiagnose“) abgeklärt werden.
Empfehlung
Die unterschiedlichen klinischen Manifestationen der Neurodermitits mit ihren altersspezifischen Ausprägungen sowie den wichtigsten Differenzialdiagnosen müssen dem Behandler bekannt sein.

Verlauf

Der Verlauf der Neurodermitis ist wechselhaft mit Krankheitsschüben unterschiedlicher Dauer und Schwere. Die Erkrankung kann häufig rezidivieren. Auch geringgradig ausgeprägte Manifestationen haben manchmal schwere Beeinträchtigungen und psychische Belastungen zur Folge. Spontanheilung ist jederzeit möglich. Allerdings entwickeln mindestens 30% aller Kinder, die unter einer Neurodermitis leiden, zumindest zeitweilig auch im Erwachsenenalter Ekzeme.
Empfehlung
Die Aufklärung von Betroffenen über den chronischen und/oder rezidivierenden Verlauf wird empfohlen.

Komplikationen

Infektionen stellen häufige Komplikationen der Neurodermitis dar. Hierzu gehören:
  • Sekundärinfektionen mit Bakterien

  • Virale Infektionen

  • Mykotische Infektionen

Komplikationen sind in seltenen Fällen Augenerkrankungen (Glaukom, Keratokonus, Netzhautablösung, Erblindung), Alopecia areata sowie Wachstumsverzögerungen/Kleinwuchs (u.a. durch Hypoproteinämie infolge Exsudation entzündlicher Sekrete oder auch Fehl- oder Mangelernährung). Die Neurodermitis kann mit einer gleichzeitig bestehenden Ichthyosis vulgaris assoziiert sein.
Empfehlung
Die Komplikationen der Neurodermitis wie virale (z.B. Eczema herpeticatum) und bakterielle (z.B. Staphylodermie) Superinfektionen müssen den behandelnden Personen geläufig sein.
Es wird empfohlen, betroffene Patienten und deren Angehörige über mögliche Komplikationen der Neurodermitits zu informieren (zu schulen).

Diagnostik

Allgemeines
Im Rahmen der allgemeinen Diagnostik sind Anamnese (inkl. der atopischen Eigen- und Familienanamnese) und die Untersuchung des gesamten Hautorgans, einschließlich deren exakte Dokumentation, erforderlich. Eine Probebiopsie zur dermatohistopathologischen Untersuchung ist im Einzelfall zur differenzialdiagnostischen Abgrenzung indiziert. Allerdings sind andere Ekzemerkrankungen histologisch nicht sicher abgrenzbar.
Empfehlung
Im Rahmen der allgemeinen Diagnostik wird die Ergebung der Anamnese (inkl. der atopischen Eigen-, Familien- und Berufsanamnese) empfohlen.
Es wird empfohlen, die Untersuchung des gesamten Hautorgans vorzunehmen.
Es wird empfohlen, mögliche psychosomatische, ernährungsbedingte oder durch andere Umgebungsfaktoren bedingte Auslösefaktoren zu ermitteln.
Eine Probebiopsie zur dermatohistopathologischen Untersuchung kann zur differenzialdiagnostischen Abgrenzung erwogen werden.
Die Anwendung von validierten Kriterien zur Diagnosefindung wird bei der Durchführung von klinischen Studien empfohlen.
Es wird empfohlen, betroffene Patienten und deren Angehörige über mögliche Komplikationen der Neurodermitits zu informieren (zu schulen).
Komorbiditäten
Als klassische Komorbiditäten der Neurodermitis gelten die anderen atopischen Erkrankungen, wie z.B. Asthma bronchiale und allergische Rhinokonjunktivitis. Nahrungsmittelallergien können einen Triggerfaktor der Neurodermitis darstellen, aber die Patienten zeigen häufig auch allergische Sofortreaktionen, von Kontakturtikaria bis zur Anaphylaxie. Weiter ist auf psychosomatische Komorbiditäten zu achten. Eine Assoziation der Neurodermitis mit psychischen Erkrankungen besteht auch im Erwachsenenalter.
Empfehlung
Es wird empfohlen, nicht nur Diagnostik und Therapie der Haut, sondern auch die bei Neurodermitis typischen Komorbiditäten (Nahrungsmittelallergie, Asthma, Rhinitis allergica) zu beachten.
Es wird empfohlen, betroffene Patienten und deren Angehörige über mögliche Komplikationen der Neurodermitits zu informieren (zu schulen).
Differenzialdiagnose
Die wichtigsten Differenzialdiagnosen betreffen andere Ekzemkrankheiten (allergisches Kontaktekzem, irritativ-toxisches Kontaktekzem, mikrobielles Ekzem) sowie im Erwachsenalter das Ekzemstadium des kutanen T-Zell-Lymphoms.
Insbesondere im Säuglingsalter müssen bei entsprechenden Hinweisen aus der Anamnese das seborrhoische Ekzem differenzialdiagnostisch von der Neurodermitis abgegrenzt werden. Seltenere Differenzialdiagnosen stellen außerdem eine Skabies, eine Psoriasis und Syndrome bzw. Immundefektsyndrome dar, die mit ekzematösen Hautveränderungen einhergehen können (11).
Empfehlungen
Bei untypischem Erscheinungsbild entzündlicher Hautkrankheiten müssen auch im Kindesalter Differenzialdiagnosen abgeklärt werden.
Es wird empfohlen, bei Hand- und Fußekzemen atopische Ekzeme von anderen Ekzemerkrankungen (irritativ-toxische Ekzeme, kontaktallergische Ekzeme), Psoriasis palmoplantaris und Tinea manuum et pedum abzugrenzen.
Objektivierung des Schweregrads
Sogenannte „objektive“ Haut-Scores dienen der Dokumentation der Ausdehnung und des Schweregrads der Neurodermitisläsionen. Die Objektivierung des Schweregrads mit Laborparametern eignet sich für Untersuchungen von Kohorten in klinischen Studien, nicht jedoch für die Individualdiagnostik.
Empfehlungen
In klinischen Studien wird die Erfassung der objektiven Erkrankungsschwere, von Erkrankungssymptomen, der Lebensqualität und des Verlaufs empfohlen (12, 13). Zur Messung dieser Erkrankungsaspekte der Neurodermitis wird die Nutzung validierter Messinstrumente empfohlen. Validierte Instrumente zur Messung der objektiven Erkrankungsschwere sind EASI und objektiver SCORAD (13).
Die Bestimmung von Schweregraden kann mithilfe der genannten Scores auch im klinischen Alltag auf individueller Basis im Verlauf erwogen werden.
Die Untersuchung von Laborparametern zur Bestimmung des Schweregrads der Neurodermitis (TARC, ECP u.a.) wird im klinischen Alltag nicht empfohlen und kann im Rahmen von klinischen Studien erwogen werden.
Allergiediagnostik
Die Bedeutung allergischer Reaktionen bei der Neurodermitis ist individuell zu überprüfen. Häufig lassen sich IgE-mediierte Sensibilisierungen gegenüber Umweltallergenen (wie z.B. Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilben, Pilze und Nahrungsmittel) nachweisen. Die klinische Relevanz der Sensibilisierungen muss im Einzelfall mittels Karenz und/oder Provokationstestungen individuell ermittelt werden. Die Sensibilisierung allein rechtfertigt häufig keine Karenz- oder therapeutischen Maßnahmen.
Die Epikutantestung mit niedermolekularen Kontaktallergenen kann bei Patienten mit therapierefraktärer Neurodermitis oder bei längerem Verlauf eine zusätzliche allergische Kontaktdermatitis aufdecken.
Empfehlungen
Eine individuelle Allergiediagnostik wird bei Neurodermitis bei entsprechendem Befund und Anamnese empfohlen.
Die Durchführung von Prick-Testungen und/oder der Bestimmung von spezifischen IgE-Antikörpern wird nach entsprechender Anamnese im Rahmen der individuellen Allergiediagnostik empfohlen. Die klinische Relevanz der Sensibilisierungen muss im Einzelfall mittels Karenz und/oder Provokationstestungen individuell ermittelt werden.
Die Durchführung von Epikutantestungen mit Proteinallergenen (sogenannter Atopie-Patch-Test) wird im Rahmen der Routinediagnostik nicht empfohlen.
Die Durchführung von Epikutantestungen mit niedermolekularen Substanzen zur Aufdeckung einer zusätzlichen Kontaktallergie wird bei Neurodermitis bei anamnestischem und/oder klinischem Verdacht empfohlen.

Provokationsfaktoren

Der Stellenwert von Provokationsfaktoren ist individuell sehr unterschiedlich. Die Kenntnis der Provokationsfaktoren und deren Meidung bzw. Reduktion ist Teil eines individuellen Behandlungsplans.
Empfehlung
Es wird empfohlen, individuelle Provokationen zu identifizieren. Hierbei sind neben Allergenen insbesondere hautirritative Einflüsse sowie auch psychische Faktoren, Klimaeinflüsse und hormonelle Faktoren zu berücksichtigen.

Krankheitskosten

Die Ausgaben sind pro Patient für die Behandlung der Neurodermitis beträchtlich. In Kombination mit der hohen Prävalenz ist die Gesamtbelastung der Kostenträger hoch. Auch tragen die betroffenen Patienten und Familien eine nicht unbeträchtliche zusätzliche private Kostenbelastung, die schwer zu ermitteln ist (14). Erwähnenswert ist hierbei, dass Patienten mit Neurodermitis eine bei einer verhältnismäßig deutlich reduzierten Lebensqualität höhere Zahlungsbereitschaft zeigen (15).
Seit 2004 wurde vom Gesetzgeber im Rahmen des GKV-Modernisierungsgesetzes die Erstattungsfähigkeit von nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten ausgeschlossen. Seitdem müssen die Kosten für Basistherapeutika, auch wenn diese harnstoffhaltig sind, von Patienten mit Neurodermitis selbst getragen werden, obwohl deren regelmäßige Anwendung empfohlen wird (s. Abschnitt „Basistherapie“). Es gilt eine Ausnahmeregelung für Kinder bis zum 12. Lebensjahr bzw. bei Entwicklungsstörungen bis zum 18. Lebensjahr.
Empfehlung
Die Neurodermitits geht mit erheblichen direkten, indirekten und intangiblen Kosten einher. Die für den Patienten Kostenintensive Basispflege entspricht einer Basistherapie, daher wird eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen empfohlen.

Therapiemanagement, allgemeine Aspekte

Die Behandlung der Neurodermitis erfordert eine Vielzahl von Maßnahmen, die individuell auf den Patienten abgestimmt werden sollten. Eine besondere Herausforderung stellt die Behandlung des oft quälenden Juckreizes dar.
Empfehlungen
Es wird empfohlen, bei der Therapie von Neurodermitis die vielfältigen Provokationsfaktoren zu berücksichtigen und in das individuelle Therapiemanagement zu integrieren.
Es wird empfohlen, je nach Alter der Patienten, nach Schweregrad und nach Lokalisation der Neurodermitis einen individuellen Therapieplan auszuarbeiten. Hier bietet sich die patientenkonsentierte, gegebenenfalls schriftliche Information an.

Berufsdermatologische Aspekte

Es ist ein besonderes Augenmerk auf Präventionsstrategien für Patienten mit atopischer Hautdiathese zu richten (16). Individuelle Empfehlungen zum Hautschutz und zur Hautreinigung sind notwendig. Wird infolge eines Hautarztberichts, den Dermatologen oder Arbeitsmediziner an den Unfallversicherer (die Berufsgenossenschaft) erstellen können, ein Behandlungsauftrag erteilt, kann die Therapie über den Unfallversicherungsträger abgerechnet werden (17).
Empfehlungen
Es wird empfohlen, bei berufstätigen Patienten potenzielle berufliche Auslösefaktoren der Neurodermitis abzuklären.
Es wird empfohlen, potenzielle berufliche Auslösefaktoren der Neurodermitis zu reduzieren bzw. im Rahmen der Prävention Hautschutzmaßnahmen durchzuführen. Sofern die Voraussetzungen gegeben sind, wird die Erstellung eines Hautarztberichts empfohlen.
Es wird empfohlen, im Rahmen der Beratung von Jugendlichen berufliche Aspekte aufzugreifen und im Rahmen einer beruflichen Beratung durch Neurodermitis-Therapeuten die Erkrankung Neurodermitis zu berücksichtigen.
Falls im Rahmen einer Neurodermitis im Jugendalter bereits ein Handekzem aufgetreten ist, wird die Aufnahme von Feuchtberufen nicht empfohlen.

Versorgungsstruktur

Empfehlungen
Je nach Schweregrad der Neurodermitis und/oder diagnostischer Fragestellung (zum Beispiel Provokationstestung mit Allergenen) wird eine ambulante, teilstationäre oder vollstationäre Behandlung empfohlen.
Eine Rehabilitationsmaßnahme kann bei chronischer Neurodermitis für Patienten und deren Sorgeberechtigte (in der Regel Eltern) erwogen werden.
Eine Neurodermitisschulung (für Eltern, Kinder und Jugendliche nach AGnES-Curriculum oder Erwachsene) im ambulanten Setting oder im Rahmen einer stationären Rehabilitation wird empfohlen.

Therapieprinzipien

Empfehlungen
Je nach Schweregrad der Neurodermitis werden äußerliche Therapieverfahren und/oder Systemtherapien empfohlen.
Komplementärmedizinische Verfahren müssen nach Vorliegen kontrollierter Studien jeweils evaluiert werden, dann kann gegebenenfalls ihr Einsatz erwogen werden.

Stufentherapie

Empfehlungen
Es wird empfohlen, eine der klinischen Ausprägung angepasste Stufentherapie durchzuführen.
Je nach Hautzustand werden in Anlehnung an diese internationale Empfehlung vier Therapiestufen vorgeschlagen (› Abb. V3-1.).

Bewertungen einzelner Therapieverfahren zur medikamentösen Therapie

Basistherapie

Die Basistherapie hat eine besondere Bedeutung in der Behandlung der Neurodermitis, da die genetisch determinierte oder durch die Entzündung verursachte Störung der Hautbarriere nach dem aktuellen Krankheitsverständnis kritisch zum Verlauf der Erkrankung beiträgt und wahrscheinlich auch Neusensibilisierungen über die Haut begünstigen kann. Über 20 klinische Studien zur Wirksamkeit von Basistherapeutika bei Neurodermitis werden erwähnt bzw. zusammengefasst (s. Langversion).
Empfehlungen
Der Einsatz von Basistherapeutika zur Behandlung der Neurodermitis wird empfohlen.
Die Anwendung einer dem Hautzustand angepassten Basistherapie (z.B. fette Salbengrundlagen auf trockener Haut oder hydratisierende Öl-in-Wasser-Emulsionen bei weniger trockener Haut) wird auch bei fehlenden Zeichen der Entzündung empfohlen.
Eine angemessene Hautreinigung einschließlich der Bäder als Bestandteil der Basistherapie wird empfohlen. Es wird empfohlen, Basistherapeutika zu verordnen, die keine häufigen Kontaktallergene enthalten.
Zur Basistherapie kann ein Zusatz von Harnstoff und Glycerin empfohlen werden. Harnstoff wird jedoch nicht bei Säuglingen empfohlen. Bei entzündeter Haut bzw. bei Kleinkindern wird aufgrund möglicher Irritation die vorherige Prüfung der Verträglichkeit empfohlen.

Topische Therapie mit Glukokortikosteroiden

Für die Behandlung akuter, subakuter und chronischer ekzematöser Areale stehen seit 50 Jahren topische Glukokortikosteroide zu Verfügung, die in Europa hinsichtlich ihrer Wirkungsstärke in vier (in amerikanischen Schriften in sieben) Klassen eingeteilt werden. Über 100 klinische Studien zur Wirksamkeit von topischen Glukokortikosteroiden bei Neurodermitis werden erwähnt bzw. zusammengefasst, deren Ergebnisse zu den Empfehlungen dieser Leitlinie beitrugen (s. Langversion).
Therapieempfehlung
Der Einsatz von topischen Glukokortikosteroiden unter Berücksichtigung des Nutzen-/Nebenwirkungsprofils zur antiinflammatorischen Therapie wird empfohlen.
Die Behandlung mit topischen Glukokortikosteroiden wird in der Regel einmal täglich empfohlen, in Ausnahmefällen zweimal täglich. Außerdem wird eine Behandlung bis zur Abheilung der einzelnen Läsionen empfohlen.
Eine dauerhafte tägliche Behandlung wird nicht empfohlen.
Topische Glukokortikosteroide müssen hinsichtlich ihrer Wirkstärke gemäß dem lokalen Schweregrad, der Lokalisation und dem Patientenalter eingesetzt werden. Eine Steigerung der Wirkstärke bei unzureichender Wirkung wird empfohlen.
Problembereiche für die Behandlung mit topischen Glukokortikosteroiden sind das Gesicht, der Hals, die intertriginösen Areale und das Skrotum, bei Säuglingen und Kleinkindern darüber hinaus aufgrund der erhöhten Resorption auch das Capillitium. Die erhöhte Resorptionsgefahr unter okklusiven Verhältnissen (z.B. Windelbereich) sollte bedacht werden.
Es wird empfohlen, topische Glukokortikosteroide in diesen Arealen nicht länger als auf wenige Tage befristet einzusetzen.
Die individuelle Abklärung bei fehlendem Ansprechen der Neurodermitis auf topische Glukokortikosteroide wird empfohlen (verminderte Adhärenz, z.B. bei „Kortisonangst“, ungeeignetes Vehikel, Allergie gegen Glukokortikosteroide, fortbestehende Triggerung der Neurodermitis durch Schubfaktoren).
Eine zeitlich begrenzte Intervalltherapie mit geeigneten topischen Glukokortikosteroiden (z.B. Fluticasonpropionat, Methylprednisolonaceponat) über die Phase der Abheilung hinaus wird empfohlen.
Im Anschluss an die Akuttherapie kann eine proaktive mehrmonatige (in der Regel zunächst dreimonatige) intermittierende Nachbehandlung ein- bis zweimal pro Woche an zuvor erkrankten Arealen empfohlen werden.
Insbesondere Säuglinge und Kleinkinder sind anfälliger in Bezug auf unerwünschte Wirkungen. Eine längere Anwendung potenterer Glukokortikosteroide (Klasse III) wird bei Säuglingen und Kleinkindern in der Regel nicht empfohlen. Die längerfristige Anwendung von Glukokortikosteroiden Klasse IV (Ausnahme: Hände, Füße) wird in allen Altersstufen nicht empfohlen.

Topische Calcineurinantagonisten und Diskussion zum onkogenen Potenzial topischer Calcineurininhibitoren

Topische Calcineurinantagonisten sind seit 2002 zur Therapie der Neurodermitis verfügbar. Die Therapie stellt, ähnlich wie die Behandlung mit topischen Glukokortikosteroiden, eine symptomatische antientzündliche Therapie dar, wobei das Spektrum unerwünschter Arzneimittelwirkungen der beiden Substanzgruppen unterschiedlich ist. Über 50 klinische Studien zur Wirksamkeit von topischen Calcineurinantagonisten bei Neurodermitis werden erwähnt bzw. zusammengefasst, deren Ergebnisse zu den Empfehlungen dieser Leitlinie beitrugen (s. Langversion).
Wie in der Langversion näher ausgeführt, gibt es weder aus kontrollierten Studien mit Nachbeobachtung der Patienten noch aus Untersuchungen von Patientendatenbanken überzeugende Hinweise dafür, dass Calcineurininhibitoren maligne Erkrankungen (Plattenepithelkarzinome, maligne Lymphome) bei topischer Anwendung induzieren.
Therapieempfehlung
Topische Calcineurininhibitoren werden vor allem dann empfohlen, wenn topische Glukokortikosteroide nicht einsetzbar sind oder über die Behandlungsdauer zu lokalen, irreversiblen, unerwünschten Wirkungen führen können.
Aufgrund des Profils unerwünschter Arzneimittelwirkungen von Glukokortikosteroiden können Calcineurininhibitoren in „Problemarealen“ (z.B. Gesicht, intertriginöse Hautareale, Genitalbereich, Capillitium bei Säuglingen) als First-line-Therapie empfohlen werden.
Die Beachtung der Altersbeschränkungen (Einsatz erst ab dem 3. Lebensjahr, Einsatz von 0,1-prozentigem Tacrolimus erst ab dem 17. Lebensjahr) wird empfohlen. Allerdings kann der Einsatz bei Säuglingen und Kleinkindern, insbesondere mit schweren, chronischen Gesichts-/Wangenekzemen, im Einzelfall empfohlen werden. In dieser Situation wird stets eine ausführliche Aufklärung der Eltern hinsichtlich der Anwendung außerhalb der Zulassung und des Nutzen-/Nebenwirkungsprofils empfohlen.
Eine zeitlich begrenzte Intervalltherapie mit topischen Calcineurininhibitoren über die Phase der Abheilung hinaus wird empfohlen.
Im Anschluss an die Akuttherapie kann eine proaktive mehrmonatige (in der Regel zunächst 3-monatige) intermittierende Nachbehandlung zweimal pro Woche an zuvor erkrankten Arealen empfohlen werden.
Ein wirksamer Sonnenschutz wird empfohlen.
Beim Auftreten kutaner viraler Infektionen im Behandlungsareal wird hier eine Therapiepause empfohlen.
Die Kombination von topischen Calcineurininhibitoren mit Phototherapie wird nicht empfohlen.

Antipruriginöse Externa und andere antientzündliche Externa

Antipruriginosa
Polidocanol
Polidocanol hat eine anästhesierende und eine juckreizstillende Wirkung. Kontrollierte klinische Studien zu Rezepturen mit diesem Wirkstoff liegen nicht vor. Systemische unerwünschte Arzneimittelwirkungen sind nicht beschrieben, Polidocanol führt nur selten zu einer Kontaktallergie.
Therapieempfehlung
Es kann keine Therapieempfehlung für Polidocanol auf der Basis kontrollierter Studien gegeben werden. Aufgrund der Ergebnisse offener Studien sowie klinischer Erfahrung kann eine unterstützende antipruriginöse Behandlung mit Polidocanol erwogen werden. Die Anwendung von Polidocanol ersetzt eine antientzündliche Therapie nicht.
Gerbstoffe
Die Wirkung von Gerbstoffen beruht auf einer adstringierenden Wirkung. In der Dermatotherapie stehen sowohl synthetische (z.B. Tamol-haltige Externa) als auch natürliche Gerbstoffe (z.B. schwarzer Tee) zur Verfügung.
Kontrollierte Studien von Therapieeffekten von Tamol bei der Neurodermitis liegen nicht vor, sondern lediglich offene Anwendungsbeobachtungen.
Therapieempfehlung
Es kann keine Therapieempfehlung für Gerbstoffe auf der Basis kontrollierter Studien gegeben werden. Aufgrund der Ergebnisse offener Studien sowie klinischer Erfahrung kann eine unterstützende antipruriginöse Behandlung mit Gerbstoffen erwogen werden. Die Anwendung von Gerbstoffen ersetzt eine antientzündliche Therapie nicht.
Andere antientzündliche Externa
Zink
Zinkhaltige Externa haben einen adstringierenden, antiinflammatorischen und kühlenden Effekt. Es liegen allerdings keine kontrollierten Studien zur Wirksamkeit bei Neurodermitis vor.
Therapieempfehlung
Es kann keine Therapieempfehlung auf der Basis kontrollierter Studien gegeben werden. Aufgrund der allgemeinen klinischen Erfahrung kann Zink in Basistherapeutika empfohlen werden.
Schieferöl (Bituminosulfonate)
Bituminosulfonate stellen eine komponentenreiche Mischung aus ca. 120 verschiedenen Bestandteilen dar, die in vitro u.a. antientzündliche Effekte haben. In der Langversion „Neurodermitis“ wird eine kontrollierte Studie zur Wirksamkeit zusammengefasst.
Therapieempfehlung
Aufgrund der allgemeinen klinischen Erfahrung kann die Behandlung mit Schieferölen erwogen werden.
Steinkohleteerhaltige Präparate
Steinkohleteerhaltige Präparate werden in den letzten Jahren immer seltener zur topischen Behandlung der Neurodermitis verwendet. In der Langversion wird eine kontrollierte Studie zur Wirksamkeit zusammengefasst.
Therapieempfehlung
Die Anwendung von steinkohleteerhaltigen Präparaten kann ausnahmsweise (z.B. chro-nisch lichenifizierte Ekzeme bei Erwachsenen) erwogen werden.

Antimikrobielle und antiseptische Substanzen

Externe und systemische Antibiotika
Die Haut ist bei Neurodermitis in bis zu 90% mit Staphylococcus aureus kolonisiert, dessen Bestandteile oder Sekretionsprodukte angeschuldigt werden, die Entzündung der Haut bei Neurodermitis zu verschlimmern. Staphylococcus aureus befindet sich häufig vermehrt auf der Haut bei jugendlichen oder erwachsenen Patienten.
Bei einer sogenannten Head-Neck-Shoulder-Dermatitis liegen außerdem häufiger Sensibilisierungen gegen Saprophyten der Spezies Malassezia vor. Mehrere klinische Studien zur Wirksamkeit von Antiseptika und zwei Studien zur Wirksamkeit von Antimykotika bei Neurodermitis werden erwähnt bzw. zusammengefasst, deren Ergebnisse zu den Empfehlungen dieser Leitlinie beitragen (s. Langversion).
Therapieempfehlung
Bei Nichtansprechen auf topische Glukokortikosteroide/Calcineurininhibitoren und/oder evidenter Superinfektion kann der Einsatz einer zusätzlichen antimikrobiellen Therapie (topisch antiseptisch) bei chronisch rezidivierenden bzw. chronischen Ekzemen erwogen werden.
Die Therapie mit systemischen Antibiotika wird bei Ekzemen mit deutlichen klinischen Zeichen der bakteriellen Superinfektion empfohlen. Aufgrund der aktuellen Resistenzspektren kann z.B. das ausschließlich gegen grampositive Bakterien wirksame Cephalexin oder ein anderes Cephalosporin der ersten Generation empfohlen werden.
Eine längerfristige Anwendung von topischen Antibiotika (inkl. Fusidinsäure) wird wegen der Gefahr der Resistenzbildungen und bei einigen topischen Antibiotika auch wegen der Sensibilisierungsgefahr nicht empfohlen.
Bei dem klinischen Bild der Head-Neck-Shoulder-Dermatitis kann eine antimykotische Therapie erwogen werden. Dies gilt insbesondere für Patienten mit Neurodermitis und einer deutlichen Sensibilisierung gegen Malassezia-Spezies.
Antimikrobielle Kleidung
In den letzten Jahren wurde die Wirksamkeit von antimikrobiell wirksamen Kleidungsstoffen beschichtet mit Silbernitrat oder einer quartären Ammoniumverbindung überprüft; zehn Studien mit kleineren Patientenkollektiven sind zusammengefasst (s. Langversion).
Therapieempfehlung
Bei chronischer Neurodermitis kann das Tragen von antimikrobiell wirkender Wäsche (z.B. silbernitrathaltige Wäsche) erwogen werden.

Antihistaminika

Ein deutlicher therapeutischer Effekt nicht sedierender H1-Antihistaminika auf den Hautzustand bei Neurodermitis ist aus vorhandenen klinischen Studien nicht ableitbar. Eine Begleitmedikation mit H1-Antihistaminika ist aufgrund der Juckreizreduktion und der Sedierung bei Neurodermitis in Einzelfällen zu rechtfertigen. Zeigen Patienten nach Einnahme von Antihistaminika Unruhezustände, so kann dies auf eine paradoxe Reaktion zurückzuführen sein und das Präparat muss abgesetzt werden. Die Kommission für Arzneimittelsicherheit im Kindesalter der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin rät aufgrund eines sehr ungünstigen Nutzen-Risiko-Profils von der Anwendung teils frei verkäuflicher, sedierender Antihistaminika (z.B. Doxylamin, Diphenhydramin, Dimenhydrinat [Diphenhydramintheophyllinat], Promethazin) allerdings ab (Positionspapier der KASK der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin 2012 und [18]).
Therapieempfehlung
Es gibt keine Evidenz für den Nutzen von H1-Antihistaminika zur Behandlung des Pruritus bei Neurodermitis. In Einzelfällen können bei schweren, akuten Schüben H1-Antihistaminika in Kombination mit anderen Therapiemaßnahmen eingesetzt werden.
Ein Einsatz von topischen H1-Rezeptorantagonisten wird nicht empfohlen. H2-Antihistaminika werden nicht zur Therapie der Neurodermitis empfohlen.

Mastzellstabilisatoren (Cromoglycinsäure) und Ketotifen

Orale Cromoglycinsäure, Nedocromil und Ketotifen zeigten in klinischen Studien keinen therapeutischen Effekt auf die Neurodermitis.
Therapieempfehlung
Mastzellstabilisatoren und Ketotifen werden nicht zur Therapie der Neurodermitis empfohlen.

Spezifische Immuntherapie

Die spezifische Immuntherapie mit Allergenen (Hyposensibilisierung) hat einen festen Stellenwert in der Therapie von respiratorischen allergischen Erkrankungen (Rhinitis allergica, mildes allergisches Asthma bronchiale) bei gesicherter klinischer Relevanz einer IgE-vermittelten Sensibilisierung gegenüber dem Allergen.
Aus den zusammengefassten Studien (s. Langversion) lässt sich vorsichtig schlussfolgern, dass die subkutane spezifische Immuntherapie mit Hausstaubmilbenallergenen wahrscheinlich bei einer Untergruppe von hochgradig sensibilisierten erwachsenen Patienten mit Neurodermitis wirksam sein kann; eine Verschlimmerung der Neurodermitis wurde in klinischen Studien mit spezifischer Immuntherapie nicht beobachtet.
Therapieempfehlung
Die Durchführung der subkutanen spezifischen Immuntherapie im Rahmen der zugelassenen Indikation (Rhinitis allergica, allergisches Asthma bronchiale, Insektengiftallergie) bei gleichzeitig bestehender Neurodermitis kann empfohlen werden (siehe AWMF-S2-Leitlinie „Spezifische Immuntherapie mit Allergenen“, [19]).
Der Einsatz der Therapie allein wegen der Neurodermitis kann bei schwer betroffenen Patienten bei V.a. aerogen getriggertes Ekzem und korrespondierendem Nachweis einer Sensibilisierung erwogen werden.

Orale Glukokortikosteroide

Aufgrund unkontrollierter Beobachtungen („Erfahrungswissen“) ist von einer deutlichen Wirksamkeit von oralen Glukokortikosteroiden auszugehen.
Therapieempfehlung
Die Kurzzeittherapie mit oralen Glukokortikosteroiden kann zur Unterbrechung des akuten Schubs vor allem bei der Therapie von erwachsenen Patienten mit schweren Formen einer Neurodermitis erwogen werden.
Wegen der unerwünschten Arzneimittelwirkungen wird eine längerfristige Therapie der Neurodermitis mit systemischen Glukokortikosteroiden nicht empfohlen.

Ciclosporin

Ciclosporin ist ein seit 1997 für die Behandlung schwer ausgeprägter Neurodermitis im Erwachsenenalter zugelassener immunsuppressiver Wirkstoff, die Evidenzlage zur Wirksamkeit ist sehr gut (s. Langversion). Auch auf die S1-Leitlinie zum Einsatz von Ciclosporin in der Dermatologie wird verwiesen; hier werden insbesondere auch praktische Aspekte hervorgehoben (20).
Therapieempfehlung
Der Einsatz von Ciclosporin A kann zur Therapie der chronischen, schweren Neurodermitis im Erwachsenenalter empfohlen werden.
Es wird eine Anfangsdosis von 2,5–3,5 max. 5 mg/kg/Tag in zwei Einzeldosen empfohlen.
Es wird eine Induktionstherapie bei Neurodermitis empfohlen, wonach so lange mit einer wirksamen Dosis zwischen 2,5–5 mg/kg/KG täglich behandelt wird, bis eine weitgehende Besserung der Dermatose erreicht worden ist. Anschließend wird empfohlen, die Dosis schrittweise zu reduzieren. Nach Ansprechen kann eine Dosisreduktion um 0,5–1,0 mg/kgKG/Tag auf die individuelle Erhaltungsdosis in 2-wöchigen Abständen empfohlen werden. Vor Behandlungsbeginn müssen eingehende Untersuchungen hinsichtlich des allgemeinen körperlichen und insbesondere des nephrologischen Status durchgeführt werden.
Bei gutem Ansprechen wird eine Therapieunterbrechung nach 4–6 Monaten empfohlen.
Eine Therapie bei schwer verlaufender Neurodermitis kann (bei guter Verträglichkeit) über einen längeren Zeitraum erwogen werden.
Bei der Behandlung einer Neurodermitis mit Ciclosporin wird die Bestimmung der Ciclosporin-Tal-Blutspiegel nicht empfohlen.
Ciclosporin kann auch in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen, die einen therapieresistenten, sehr schweren Verlauf der Neurodermitis zeigen, als mögliche Off-label-Therapieoption erwogen werden.
Während der Behandlung mit Ciclosporin werden aufgrund des möglichen Ausbleibens eines Impferfolgs, bzw. aufgrund möglicher Komplikationen, Schutzimpfungen mit Lebendimpfstoffen nicht empfohlen. Für die Durchführung von Impfungen muss daher eine Therapiepause von 2 Wochen vor und 4–6 Wochen nach der Impfung eingehalten werden.
Aufgrund des erhöhten Karzinogeneserisikos darf eine Kombination einer Therapie mit Ciclosporin A mit einer Phototherapie nicht durchgeführt werden.
Unter Einnahme von Ciclosporin wird ein optimaler UV-Lichtschutz empfohlen.

Azathioprin

Azathioprin wird in der Therapie schwer ausgeprägter Neurodermitis in den angloamerikanischen Ländern seit vielen Jahren eingesetzt; kontrollierte Studien zeigten eine Wirksamkeit bei Neurodermitis.
Therapieempfehlung
Azathioprin kann (off-label) bei Neurodermitis erwogen werden, wenn Ciclosporin nicht wirksam oder kontraindiziert ist.
Die Bestimmung des Enzyms Thiopurinmethyltransferase (TPMT) vor Therapieeinleitung wird empfohlen, um gegebenenfalls eine Dosisanpassung vornehmen zu können, um das Risiko der Knochenmarktoxizität zu verringern. Es wird in Abhängigkeit von der TPMT-Aktivität eine Dosis von 1–3 mg/kg KG täglich empfohlen.
Unabhängig hiervon muss die Azathioprin-Dosis auf ein Viertel der normalen Dosis reduziert werden, wenn Xanthinoxidase-Inhibitoren wie Allopurinol, Oxipurinol oder Thiopurinol gleichzeitig eingesetzt werden.
Eine Phototherapie unter Azathioprin wird nicht empfohlen.
Unter Einnahme von Azathioprin wird ein optimaler UV-Lichtschutz empfohlen.

Mycophenolat Mofetil (MMF)

Mycophenolat Mofetil (MMF) ist als Immunsuppressivum zur Behandlung einer Nephritis bei systemischem Lupus erythematodes und in der Transplantationsmedizin zugelassen, meist offene klinische Studien weisen auf eine Wirksamkeit auch bei schwer ausgeprägter Neurodermitis hin.
Therapieempfehlung
Mycophenolat Mofetil kann unter Beachtung der Off-label-Kriterien bei Neurodermitis bei Erwachsenen mit bis zu 2 g täglich erwogen werden, wenn Ciclosporin nicht wirksam oder kontraindiziert ist.

Methotrexat (MTX)

MTX zeigte sich in jüngeren kontrollierten Studien wirksam bei schwer ausgeprägter Neurodermitis.
Therapieempfehlung
Methotrexat kann (off-label) bei Neurodermitis erwogen werden, wenn Ciclosporin nicht wirksam oder kontraindiziert ist.

Biologika

Monoklonale Anti-IgE-Antikörper
Anti-IgE (Omalizumab) ist zur Behandlung des schweren allergischen Asthma bronchiale und bei schwerer Urtikaria zugelassen. Bei Neurodermitis sind die Therapieeffekte bislang eher enttäuschend.
Therapieempfehlung
Die Therapie der Neurodermitis mit Omalizumab wird nicht empfohlen.
Weitere Biologika
Aufgrund von positiven Fallberichten bestehen limitierte Erfahrungen für den Einsatz von Ustekinumab, Rituximab, Tocilizumab und Alefacept bei Neurodermitis. Der noch nicht zugelassenen Anti-IL4R-Antikörper Dupilumab zeigte sich wirksam in klinischen Studien zur Neurodermitis (21).
Empfehlung
Die gegenwärtige Studienlage erlaubt keine Bewertung von Biologicals bei Neurodermitis.

Alitretinoin

Alitretinoin ist zur Behandlung von chronischen Handekzemen zugelassen und wirkt bei hyperkeratotischen Formen besonders gut. In einer publizierten Fallserie zeigten sich Therapieeffekte auch auf eine gleichzeitig bestehende Neurodermitis.
Empfehlung
Die Therapie des Handekzems im Rahmen der zugelassenen Indikation kann auch dann erwogen werden, wenn gleichzeitig eine Neurodermitis vorliegt.

Nichtmedikamentöse Therapieverfahren

Phototherapie

Die Phototherapie hat in den letzten Jahrzehnten einen festen Stellenwert erlangt. Anders als in anderen Ländern wie z.B. Großbritannien ist die Therapie in Deutschland, Österreich und in der Schweiz nicht an Kliniken gebunden, sondern wird auch von niedergelassenen Dermatologen angeboten.
Therapieempfehlung
Die Phototherapie (UVA-1-Therapie, UVB-Schmalband-Therapie, UVB-Breitband-Therapie, Balneophototherapie) kann adjuvant in akuten Krankheitsphasen bei Neurodermitis bei Patienten ≥ 18 Jahren empfohlen werden. Bei Patienten > 12 Jahren kann eine Phototherapie erwogen werden.
Die Anwendung von langwelligem Licht (> 380 nm) wird zur Therapie der Neurodermitis mangels kontrollierter Studien nicht empfohlen.

Immunabsorption und extrakorporale Photopherese

Beide Verfahren führten zur Besserung der schweren Neurodermitis in kleineren publizierten Fallserien (s. Langversion).
Therapieempfehlung
Die Therapie mit den genannten Verfahren kann in Ausnahmefällen bei sehr schwerer Neurodermitis erwogen werden, wenn Ciclosporin und andere Immunsuppressiva nicht wirksam oder kontraindiziert sind.

Laktobazillen

Zusammenfassend gibt es bislang aus kontrollierten Studien keine überzeugenden Evidenzen dafür, dass Probiotika einen positiven Effekt auf die Schwere des Verlaufs der Neurodermitis haben. Unterschiedliche Dosierungen und Stämme in den Studien erschweren allerdings eine abschließende Beurteilung.
Therapieempfehlung
Die Behandlung der Neurodermitis mit Laktobazillen kann aufgrund der aktuellen Studienlage nicht empfohlen werden.
In Bezug auf die Prävention der Neurodermitis mit Laktobazillen wird auf die AWMF-Leitlinie „Allergieprävention“ von Schäfer et al. 2014 verwiesen (9).

Neurodermitisschulung

Die ambulante Neurodermitsschulung wurde in Deutschland mit Unterstützung des BMG und der GKV hinsichtlich der Wirksamkeit in einem interdisziplinären Modellvorhaben überprüft. Aufgrund der Ergebnisse des Modellvorhabens empfahlen die Spitzenverbände der Krankenkassen 2007 die Kostenübernahme für die Durchführung der Schulungsprogramme für Neurodermitis; die Empfehlung wurde 2014 aktualisiert.
Therapieempfehlung
Eine strukturierte interdisziplinäre Neurodermitisschulung nach dem Curriculum der Arbeitsgemeinschaft Neurodermitisschulung (AGNES) e.V. wird für Sorgeberechtigte mit Kindern in der Altersgruppe bis 7 Jahre sowie für Kinder (8–12 Jahre) und deren Sorgeberechtigte sowie für Patienten > 13 Jahre mit chronischer bzw. chronisch-rezidivierender Neurodermitis empfohlen.
Selbsthilfeorganisationen
Es wird empfohlen, Patienten mit Neurodermitis auf bestehende Selbsthilfegruppen hinzuweisen und zur Teilnahme anzuregen.

Eliminationsdiäten

Etwa die Hälfte der Säuglinge und Kleinkinder mit einem persistierenden Ekzem weist gleichzeitig eine Sensibilisierung gegen Nahrungsmittel auf. Auch bei älteren Patienten lassen sich häufig Sensibilisierungen gegen Nahrungsmittel nachweisen. Eine klinisch aktuelle Allergie gegen Nahrungsmittelkomponenten besteht allerdings nur bei einer Minderheit der Patienten. Eine diätetische Intervention bei Patienten mit Neurodermitis, insbesondere auch bei betroffenen Säuglingen und Kleinkindern ist nur dann gerechtfertigt, wenn die Aktualität einer Nahrungsmittelallergie nachgewiesen wurde. Eine pauschale „Neurodermitisdiät“ gibt es nicht.
Therapieempfehlung
Zu generellen Aspekten der Abklärung einer Nahrungsmittelallergie wird auf die S2-AWMF-Leitlinie „Nahrungsmittelallergie“ (2016) verwiesen. Eine auf 1–2 Jahre befristete Durchführung einer gezielten Eliminationsdiät bei Kindern mit Neurodermitis wird bei einer eindeutigen Anamnese für eine Soforttypreaktion oder einem eindeutig positiven oralen Provokationstest empfohlen.
Es wird empfohlen, eine Spätreaktion (Ekzemverschlechterung) nach Nahrungsmittelprovokation durch einen Arzt am Folgetag mit einem Schweregradscore (SCORAD, EASI oder IGA [Investigator’s Global Assessment]) zu objektivieren. Die alleinige Evaluation durch Patienten oder deren Angehörige kann nicht empfohlen werden.
Es wird empfohlen, eine gezielte Eliminationsdiät altersbezogen nach entsprechender Diagnostik je nach Allergen und Alter des Patienten zeitlich individuell durchzuführen.
Die Überprüfung der Persistenz einer Nahrungsmittelallergie auf Kuhmilch, Hühnerei und Weizenmehl wird nach 1 bzw. 2 Jahren bei Kindern empfohlen.
Zur Vermeidung von Diätfehlern und um eine ausgewogene Ernährung auch bei Eliminationsdiät zu gewährleisten, wird empfohlen, die Diät durch eine allergologisch fortgebildete Ernährungsfachkraft zu steuern.

Essenzielle Fettsäuren

Vor dem Hintergrund einer nachweisbaren verminderten Delta-6-Desaturase-Aktivität bei Neurodermitis wurde eine Reihe von Studien zur Supplementierung mit essenziellen n-6-Fettsäuren durchgeführt, die keine Effekte auf die Neurodermitis zeigten. Aufgrund neuer Erkenntnisse wird aktuell die Rolle von n-3-Fettsäuren diskutiert, kontrollierte Studien hiermit stehen – mit Ausnahme einer kleineren Studie, in der diese i.v. appliziert wurden – aus.
Therapieempfehlung
Die orale Gabe oder topische Applikation von Omega-6-Fettsäuren bei Neurodermitis kann nicht empfohlen werden.
Insbesondere die diätetische Substitution mit Borretschöl oder Nachtkerzenöl (Gamma-Linolensäure) und die topische Anwendung von Gamma-Linolensäure zur Behandlung der Neurodermitis mit dem Ziel der klinischen Besserung können bei Neurodermitis nicht empfohlen werden. Die intravenöse Anwendung von n-3-Fettsäuren kann nicht empfohlen werden.

Hausstaubmilbenreduktion

Viele Patienten mit Neurodermitis sind insbesondere deutlich gegenüber Hausstaubmilben sensibilisiert.
Hausstaubmilben-reduzierende Maßnahmen hatten bei diesen Patienten in Studien zum Teil positive Effekte auf den Hautzustand bewirkt (s. Langversion).
Therapieempfehlung
Bei sensibilisierten Patienten mit Neurodermitis kann ein Encasing erwogen werden.

Psychologische Behandlung

Psychologische und emotionale Faktoren werden als relevante Einflussfaktoren für die Neurodermitis angesehen, auch wenn es nicht sicher ist, in welchem Ausmaß derartige Faktoren wiederum durch das Ekzem beeinflusst werden. Verhaltenstherapeutische Ansätze haben in kontrollierten Studien eine Wirksamkeit bei Neurodermitis gezeigt.
Therapieempfehlung
Eine psychologische Therapie kann bei Patienten mit Neurodermitis individuell erwogen werden. Vor allem verhaltenstherapeutische Interventionen können empfohlen werden.
Der Einsatz der psychologischen Therapie kann nur dann empfohlen werden, wenn eine klare Indikation (psychologische Faktoren als individuelle Triggerfaktoren der Neurodermitis bzw. sekundäre psychosoziale Folgen für Patient/Familie durch die Neurodermitis) vorliegt.
Korrespondenzadresse
Prof. Dr. med. Thomas Werfel
Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie
Abteilung Immundermatologie und experimentelle Allergologie
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover
werfel.thomas@mh-hannover.de
Erstellungsdatum: 04/2008
Letzte Überarbeitung: 03/2015
Nächste Überarbeitung geplant: 05/2018

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