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B978-3-437-22061-6.50403-1

10.1016/B978-3-437-22061-6.50403-1

978-3-437-22061-6

Schilddrüsenkarzinome

K. MOHNIKE

DEFINITION UND BASISINFORMATION

Primäre Schilddrüsenmalignome gehören zu den bei Kindern seltenen Tumoren. Am häufigsten sind papilläre und follikuläre Karzinome. Nach Halsbestrahlung (z.B. M. Hodgkin) ist das Risiko erhöht.
Medulläre Schilddrüsenkarzinome (MTC, C-Zell-Karzinom) treten häufig familiär und bei multipler endokriner Neoplasie (MEN) auf.

LEITSYMPTOME

Solitäre, sonographisch echoarme, szintigraphisch „kalte” Schilddrüsenknoten. Häufig Lymphknotenschwellungen im Schilddrüsen- bzw. Halsbereich. Rasches Wachstum, derbe Konsistenz, fehlende Schluckverschieblichkeit, Heiserkeit.
MTC bei weiteren Endokrinopathien (u.a. Phäochromozytom, Nebenschilddrüse), charakteristische Stigmata (z.B. marfanoider Habitus, Neurinome von Zunge und Kolon, bei MEN2B).

DIAGNOSTIK

Zielsetzung

Verdacht auf ein Schilddrüsenkarzinom bei Schilddrüsenknoten oder vergrößerten Halslymphknoten. Sonographisch zeigt sich ein Karzinom meist als ein echoarmer Knoten, szintigraphisch als „kalter Knoten”.

Gebräuchliche Verfahren

  • Sonographie

  • Szintigraphie der Schilddrüse und evtl. Ganzkörperszintigraphie, nach Thyreoidektomie

  • Röntgen-Pulmo

  • Feinnadelaspirationszytologie

  • Laryngoskopie

  • TSH, T4, T3

  • TPO-, TG-Antikörper

  • Thyreoglobulin

  • Calcitonin

  • molekulargenetische Untersuchung des Ret-Protoonkogens bei Verdacht auf C-Zell-Karzinom.

Bewertung

  • Sonographie: Vorwiegend „echoarme” oder Knoten mit echoarmen und liquiden Anteilen.

  • Normale Echogenität schließt ebenso wie das Vorhandensein mehrerer Knoten Malignität nicht aus!

  • Szintigraphie: „kalter” Solitärknoten.

  • Feinnadelaspirationszytologie: Tumorzellen oder papilläre Strukturen beweisen das Malignom, ihr Fehlen schließt das Vorhandensein eines Karzinoms jedoch nicht aus.

  • Endgültige Sicherheit nur durch Histologie (Referenzpathologe der GPOH-MET-Studie).

Ausschlussdiagnostik

Histologische Untersuchung des in toto entfernten Knotens.

Entbehrliche Diagnostik

CT, MRT.

Durchführung der Diagnostik

Meldung an Kinderkrebsregister in Mainz (GPOH-MET-Studie, Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie-Studiengruppe Multiple endokrine Tumoren) und Abstimmung des weiteren Prozedere mit kinderonkologischem Zentrum.

THERAPIE

Medikamentöse Therapie

Nach OP und abgeschlossener 131-Jod-Therapie lebenslange Substitution mit L-Thyroxin erforderlich.

Chirurgische Therapie

Wegen möglicher Spätfolgen einer totalen Thyreoidektomie (Nebenschilddrüse; Nervus recurrens) sollten Kinder und Jugendliche ausschließlich in Zentren mit ausreichenden Erfahrungen in der endokrinen Chirurgie operiert werden. Ein intraoperatives Neuromonitoring ist obligat. Totale Thyreoidektomie, evtl. anschließende Radiojodtherapie bei Karzinom.

Therapiedurchführung

Interdisziplinäre Zusammenarbeit von pädiatrischen Endokrinologen, pädiatrischen Onkologen, Kinderchirurg/Schilddrüsenchirurg, Nuklearmediziner.

REHABILITATION

Individuelle Tumornachsorge, evtl. spezielle Maßnahmen bei Rekurrenzparese oder Tracheostoma.

PROPHYLAXE

Vermeidung von Röntgenbestrahlungen.

Kontakt

Leitliniensekretariat der APE
Dr. Anja Moß
AWMF-Leitlinienberaterin
Sektion Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie
Interdisziplinäre Adipositasambulanz
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universität Ulm
Eythstr. 24
89075 Ulm
Tel.: 0731/500 57401
Diese Leitlinie ist gültig ab 01/2011 bis 01/2016.

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