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B9783437223655.10001-8

10.1016/B9783437223655.10001-8

9783437223655

Wichtige Indikationen für erweiterte Diagnostik

Tab. T11-1
Alter Klinik Bildgebung Kommentar
0–2 Jahre Zeichen der körperlichen Misshandlung Skelettstatus*
Rö. betroffener Skelettanteil in 2 Ebenen US + FKDS Schädel, AbdomenMRT Schädel und spinale Achse (CCT Notfalldiagnostik)
Ggf. Sonografie Orbita, Rippen, Skelett (Einblutung, Fraktur)Bei negative Rö.-Thorax-Aufnahme (Rippenfraktur!) ± fraglichen Skelettbefunden Kontrolle nach 14 TagenBei initialer CCT nach Stabilisierung Schädel-MRT mit spinaler AchseAugenhintergrund
> 2 Jahre Schädelhirntrauma ± neurologische Symptome MRT Schädel mit spinaler Achse (CCT nur im Notfall) Bei initialer CCT nach Stabilisierung Schädel-MRT mit spinaler AchseGgf. Skelettstatus*, ggf. GK-MRT, ggf. SkelettszintigrafieGgf. USAugenhintergrund
Viszerales Trauma US Abdomen (ggf. MRT/CT) Ggf. Skelettstatus, ggf. GK-MRT und Schädel-MRT mit spinaler Achse; ggf. Skelettszintigrafie
Skelett-Trauma Skelett: klinisch auffällige Anteile in 2 Ebenen Ggf. Skelettstatus, ggf. GK-MRT und Schädel-MRT mit spinaler Achse; ggf. SkelettszintigrafieGgf. US
*Skelettstatus
Schädel ap und seitlich Thorax apWirbelsäule seitlich Falls CT mit Knochenalgorithmus vorliegt, kann auf Rö. Schädel verzichtet werdenGgf. Thoraxschrägaufnahmen bei fraglichem ap-Befund
Arme, Hände apBeine, Füße apBeckenübersicht ap Jede Seite ist einzeln zu röntgen; Hände und Füße separat; zusätzlich seitlich bei verdächtigem BefundBei Mädchen ohne Gonadenschutz

Verdacht auf Misshandlung – Bildgebende Diagnostik

Vorbemerkung

Die Bildgebung dient der Diagnosesicherung bei entsprechendem Verdacht (Pädiater, Gerichtsmediziner, Kinderschutzgruppe) und eröffnet damit auch die Möglichkeit des Patientenschutzes.

Definition und Ziel

Bei scheinbar leerer Anamnese oder inadäquatem Trauma liegen klinisch Verletzungen an Kopf, Thorax, Abdomen oder Extremitäten vor. Besteht anhand eines Lokalbefunds ein hinreichender Verdacht auf eine körperliche Misshandlung (nicht akzidentelles Trauma, Battered-Child-Syndrom), ist eine Erweiterung der bildgebenden Diagnostik zum Schutz des Kindes erforderlich (› Tab. T11-1). Diese muss weitere, insbesondere im Bereich des ZNS gelegene Verletzungsfolgen erfassen, um therapeutische Maßnahmen rechtzeitig einleiten zu können. Darüber hinaus sind typische, auf eine Misshandlung hinweisende Verletzungsmuster insbesondere im Bereich des Skeletts präzise darzustellen, die zur Beweisführung herangezogen werden, um einen Schutz des Kindes zu ermöglichen.
Die Untersuchung hat in Anwesenheit des Radiologen zu erfolgen, der über ergänzende Aufnahmen (z.B. gelenknahe Zusatzaufnahme, Schrägaufnahmen) unmittelbar entscheidet. Kontrollaufnahmen im Intervall erhöhen die Sensitivität. Das Babygramm ist bei der Fragestellung Battered-Child-Syndrom obsolet.

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