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B978-3-437-26803-8.00011-7

10.1016/B978-3-437-26803-8.00011-7

978-3-437-26803-8

Abb. 11.1

Endokrine Drüsen:endokrineDrüsen und Gewebe des Menschen.

Abb. 11.2

Endokrine Sekretion:endokrineSekretion im engeren Sinn (blau), parakrine (violett) und autokrine (grün) Sekretion.

Abb. 11.3

Wirkungsvermittlung bei HormonenHormone:Wirkungsvermittlung. Wasserlösliche Hormone benötigen zur Wirkungsvermittlung einen Second-Messenger, hier cAMP (links). Fettlösliche Hormone sind zellmembrangängig und binden direkt an einen intrazellulären Rezeptor in Zytoplasma oder Zellkern (rechts).

Abb. 11.4

Hierarchie der Hormonregulation, HierarchieHormonregulation.

Abb. 11.5

Die Hormonachsen von HormonachsenHypothalamusHypothalamus:Hormonachsen, HypophyseHypophyse:Hormonachsen und peripheren Hormondrüsen.

PRL-RH bezeichnet nicht ein einzelnes Hormon, sondern eine Funktion, die durch mehrere Hormone ausgeübt wird.

Abb. 11.6

Bedeutung der HypophyseHypophyse:Bedeutung bei der hormonellen Sekretion und Regulation.

Abb. 11.7

[E364]

Lage der SchilddrüseSchilddrüse:Lage am Hals (bei einem Mann und zurückgeneigtem Kopf). Die normale Schilddrüse ist von außen nicht sichtbar.

Abb. 11.8

Anatomie der SchilddrüseSchilddrüse:Anatomie. Der N. laryngeus recurrens, ein Ast des N. vagus, versorgt die Stimmbänder.

Abb. 11.9

[T484]

SchilddrüseSchilddrüse:lichtmikroskopisches Bild im lichtmikroskopischen Bild.

Abb. 11.10

Oben Regelkreis der SchilddrüsenhormoneSchilddrüsenhormone:Wirkungen, unten Wirkung der Schilddrüsenhormone T3 und T4 auf verschiedene Organe.

Abb. 11.11

Anatomie der Nebenschilddrüsen. Ansicht von dorsal auf Luftröhre und Schilddrüse.

Abb. 11.12

Regulation des KalziumhaushaltKalziumhaushalts. Grün die Vorgänge, die den Blutkalziumspiegel erhöhen; blau diejenigen, die ihn absenken. PTH = Parathormon, D3 = Vitamin-D-Hormon, CT = Kalzitonin.

Abb. 11.13

[T484]

Anatomie der NebenniereNebennieren:Anatomie.

Abb. 11.14

Der Regelkreis der Glukokortikoid-Glukokortikoid-Freisetzung, RegelkreisFreisetzung. CRH fördert die ACTH-Sekretion, und ACTH stimuliert wiederum die Glukokortikoid-Ausschüttung

Abb. 11.15

[O530]

Striae bei Cushing-SyndromStriae bei einem Kind mit CushingCushing-Syndrom:Striae-Syndrom. Die breiten, roten Hautstreifen sind wichtiges Leitsymptom bei Glukokortikoidüberproduktion.

Abb. 11.16

Übersicht über die Reaktionsketten bei der Stress:ReaktionskettenStressreaktion.

Abb. 11.17

[X243]

Einzelne Langerhans-Insel im Pankreas:Langerhans-InselnPankreas, umgeben von dunkler gefärbten exokrinen Drüsenteilen.

Abb. 11.18

Regulation des Blutzuckerspiegel:RegulationBlutzuckerspiegels. Rot = blutzuckersteigernd, blau = blutzuckersenkend.

Übersicht über die Hormone der vier Hormonklassen (Auswahl) und ihre Bildungsorte.Hormonklassen

Tab. 11.1
Klasse Hormon Hauptbildungsort
Aminosäureabkömmlinge Thyroxin und Trijodthyronin Schilddrüse
Katecholamine (Adrenalin und Noradrenalin) Nebennierenmark
Peptid- und Proteohormone Oxytocin, ADH (Adiuretin)
Releasing-Hormone (RH), Inhibiting-Hormone (IH)
Hypothalamus
Wachstumshormon, Prolaktin, TSH, ACTH, FSH, LH Hypophysenvorderlappen
Kalzitonin Schilddrüse
Parathormon (PTH) Nebenschilddrüse
Insulin Bauchspeicheldrüse
Steroidhormone Aldosteron, Kortisol Nebennierenrinde
Testosteron Hoden
Östrogene und Progesteron Eierstöcke
Arachidonsäureabkömmlinge Prostaglandine, Thromboxan Überall im Körper

Auswahl weiterer Hormone des VIPVasoaktives intestinales Peptid (VIP)ThymopoetinSerotoninSekretinProstaglandineHistaminGhrelinGastrinCholezystokinin (CCK)ANFKörpersAngiotensin IIErythropoetin (EPO)GIP (glukoseabhängiges insulinotropes Peptid, gastroinhibitorisches Peptid)GLP-1 (Glukagon-like Peptid 1)Natriuretische PeptidePeptid, atriales natriuretisches (ANP)Atriales natriuretisches Peptid (ANP)Pankreatisches PolypeptidThymosin

Tab. 11.2
Hormon (Details) Bildungsort Wirkung
Angiotensin II ( 18.3.1 ) Blut (durch Angiotensin-converting-Enzym = ACE)
  • Stimuliert die Aldosteronausschüttung der Nebennierenrinde

  • Verengt die Blutgefäße, steigert den Blutdruck

  • Löst Durst und Appetit auf Salziges aus

Cholezystokinin (CCK 17.6.9) Dünndarmschleimhaut
  • Hemmt die Salzsäure- und fördert die Pepsinogenbildung des Magens

  • Steigert die Bauchspeicheldrüsensekretion und den Enzymgehalt des Sekrets

  • Führt zu Gallenblasenkontraktion und Entspannung des M. sphincter Oddi

  • Fördert die Darm- und hemmt die Magenbeweglichkeit/-entleerung

Erythropoetin (EPO 18.3.2) Vorwiegend Niere Steigert die Erythropoese (Neubildung von roten Blutkörperchen)
Gastrin ( 17.4.3 ) G-Zellen der Magenschleimhaut
  • Steigert die Salzsäurebildung im Magen, fördert die Magenbeweglichkeit

  • Steigert die Gallen- und Bauchspeicheldrüsensekretion

Ghrelin ( 17.9.3 ) Endokrine Zellen des Magenfundus Regelt Hunger- und Sättigungsgefühl
GIP (glukoseabhängiges insulinotropes Peptid, gastroinhibitorisches Peptid) K-Zellen des Dünndarm
  • Hemmt Magensäurebildung und Magenbeweglichkeit

  • Steigert die Insulinfreisetzung

GLP-1 (Glukagon-like Peptid 1) L-Zellen von Dünn- und Dickdarm
  • Steigert die Insulinfreisetzung

  • Hemmt die Glukagonfreisetzung

  • Hemmt die Magenentleerung

  • Vermindert das Hungergefühl

Histamin (13.1.3, 13.8.1) Mastzellen, ECL-Zellen des Magens, ferner Neurotransmitter in Teilen des Hypothalamus
  • Bewirkt über H1-Rezeptoren Kontraktion der glatten Muskulatur von größeren Blutgefäßen, Bronchien, Darm, Uterus; Erweiterung von kleineren Blutgefäßen (Haut!) und Herzkranzarterien; Steigerung der Kapillarpermeabilität, Stimulation der Adrenalinausschüttung, Auslösen von Schmerz und Juckreiz

  • Steigert über H2-Rezeptoren v. a. Herzfrequenz und Schlagkraft des Herzens und stimuliert die Magensaftsekretion

Leptin ( 11.8 ) Fettgewebe
  • Regelt Appetit und Energieumsatz

  • Vermindert die Insulinempfindlichkeit der Gewebezellen

Natriuretische Peptide (z.B. atriales natriuretisches Peptid, ANP) Myoendokrine Zellen v. a. der Herzvorhöfe Senkt über mehrere Mechanismen den Blutdruck:
  • Steigert die GFR

  • Fördert Natrium- und Wasserausscheidung durch die Niere

  • Hemmt die Freisetzung von Renin, Aldosteron und ADH

  • Erweitert die Arteriolen

Pankreatisches Polypeptid (pankreatisches Peptid, PP) PP-Zellen der Langerhans-Inseln im Pankreas
  • Hemmt die Sekretbildung der Bauchspeicheldrüse

  • Mitbeteiligt an der Regulation des Essverhaltens (appetitmindernd)

Prostaglandine ( 15.3.4 ) Praktisch im ganzen Körper, viele Subtypen (z. B. E1, E2, I2)
  • Fördern die Entstehung von Entzündungen, Schmerzen und Fieber

  • Entfalten vielfältige, teils gegensätzliche Wirkungen in praktisch allen Geweben und Organen

Renin ( 18.3.1 ) Vor allem juxtaglomerulärer Apparat der Niere Aktiviert das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (Details 18.3.1); dadurch Blutdruckanstieg
Sekretin ( 17.6.9 ) Dünndarmschleimhaut
  • Hemmt die Salzsäure- und fördert die Pepsinogenbildung des Magens

  • Hemmt die Magenbeweglichkeit/-entleerung

  • Fördert die Bikarbonatbildung in der Bauchspeicheldrüse (Sekret wird alkalischer)

  • Steigert den Gallenfluss

Serotonin ( 9.3.2 ) EC-Zellen des Dünn- und Dickdarms, Thrombozyten, basophile Granulozyten, ferner Neurotransmitter des ZNS
  • Verengt die Blutgefäße in Lunge und Niere, erweitert die Blutgefäße in der Skelettmuskulatur

  • Steigert Herzfrequenz und Schlagkraft des Herzens

  • Beeinflusst den Tonus der Bronchialmuskulatur

  • Stimuliert die Magen-Darm-Beweglichkeit

Somatostatin D-Zellen (gesamter Verdauungstrakt, Bauchspeicheldrüse); Inhibiting-Hormon des Hypothalamus
  • Hemmt die Magensaftsekretion und die Magen-Darm-Beweglichkeit

  • Hemmt die Bauchspeicheldrüsensekretion

Thymosin, Thymopoetin Thymus Steuern die Reifung und Differenzierung der Immunzellen in den Lymphknoten
Vasoaktives intestinales Peptid (VIP) Neurone in der Darmwand
  • Hemmt Magensaftsekretion und Magen-Darm-Beweglichkeit

  • Steigert die Gallen- und Bauchspeicheldrüsensekretion

Das Hormonsystem

Lernzielübersicht

Die Funktion und Arbeitsweise der Hormone

  • HormonsystemHormone sind chemische Botenstoffe v. a. für langsamere Regulationsvorgänge. Typischerweise werden sie mit dem Blut im ganzen Körper verteilt.

  • Hormone sind chemisch Abkömmlinge von Aminosäuren, (Poly-)Peptiden, Steroiden oder Arachidonsäure.

  • Hormone werden an oder in den Zielzellen durch spezifische Hormonrezeptoren gebunden und entfalten über diese ihre Wirkungen.

  • Die Hormonkonzentrationen werden über teils komplexe Regelkreise reguliert.

Hypothalamus und Hypophyse

  • Der Hypothalamus ist die übergeordnete Hormondrüse des Körpers. Als Teil des Gehirns kann er nervale in hormonelle Botschaften umsetzen.

  • Er produziert Oxytocin und ADH (Adiuretin) sowie Releasing- und Inhibiting-Hormone.

  • Dem Hypothalamus untergeordnet ist die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse).

  • Im Hypophysenhinterlappen werden Oxytocin und ADH gespeichert und bei Bedarf freigesetzt.

  • Die Hypophysenvorderlappenhormone regen die peripheren Hormondrüsen an (glandotrope Hormone) oder sind direkt wirksam.

Die Epiphyse

  • Die Epiphyse ist an der Steuerung körpereigener Rhythmen beteiligt. Sie bildet v. a. nachts das Hormon Melatonin.

Die Schilddrüse und ihre Hormone

  • Die Schilddrüse liegt im Hals vor der Luftröhre.

  • Schilddrüsenhormone sind Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3), jodhaltige Aminosäureabkömmlinge. Ihre Freisetzung wird durch das TSH der Hypophyse stimuliert.

  • T3 und T4 fördern den Stoffwechselumsatz, die Aktivität des Nervensystems und die kindliche Entwicklung.

Nebenschilddrüsen und Regulation des Kalzium- und Phosphathaushalts

  • Die Nebenschilddrüsen hinter der Schilddrüse produzieren Parathormon, das den Blutkalziumspiegel erhöht. Auch Vitamin-D-Hormon lässt den Blutkalziumspiegel ansteigen.

  • Das Kalzitonin aus den C-Zellen der Schilddrüse hingegen senkt den Kalziumspiegel.

Die Hormone der Nebennieren

  • Die Nebennieren sitzen beidseits auf den oberen Nierenpolen.

  • Die Nebennierenrinde reagiert auf das ACTH der Hypophyse mit Bildung der Glukokortikoide. Diese hemmen Immun- und Entzündungsvorgänge, fördern den Eiweiß- und Fettabbau und erhöhen den Blutzuckerspiegel.

  • Die Nebennierenrinde produziert außerdem Sexualhormone und Aldosteron. Letzteres fördert die Natrium- und Wasserrückresorption in der Niere.

  • Das Nebennierenmark produziert die Hormone Adrenalin und Noradrenalin. Sie werden besonders in Stresssituationen ausgeschüttet und aktivieren sehr rasch den Kreislauf.

Die Hormone der Bauchspeicheldrüse

  • Die Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse bilden vor allem Insulin, das einzige blutzuckersenkende Hormon, und zudem das blutzuckersteigernde Glukagon.

    Insulin hat darüber hinaus vielfältige, v. a. anabole (aufbauende), Stoffwechselwirkungen.

Weitere endokrin aktive Organe

  • Auch im Magen-Darm-Trakt, im Fettgewebe und in weiteren Geweben werden zahlreiche Hormone gebildet, die teils lokal, teils im ganzen Organismus wirksam sind.

Die Funktion und Arbeitsweise der Hormone

HormoneHormone sind Signal- und Botenstoffe, welche die Kommunikation zwischen Zellen und Organen ermöglichen und die biologischen Abläufe im Körper, das Verhalten und die Empfindungen eines Menschen entscheidend beeinflussen. Dies gilt für die Stressreaktion ebenso wie für Verdauung und Stoffwechsel, das Ess-, Trink- und Schlafverhalten, die Sexualität und Entwicklungsprozesse, aber auch die Psyche. Neben dem Nerven- und dem Abwehrsystem ist das Hormonsystem oder endokrine System ein weiteres großes Steuerungssystem des Körpers.

Merke

Hormone erfüllen zahlreiche Aufgaben. Sie:

  • Regulieren das innere Milieu, den Organstoffwechsel und die Energiebalance

  • Helfen dem Körper, mit Belastungen aller Art (z. B. Infektionen, Stress, Hunger) fertigzuwerden

  • Fördern Wachstum und Entwicklung

  • Steuern die Reproduktionsvorgänge von der Eizell- und Spermienbildung bis zur Ernährung des Neugeborenen

  • Beeinflussen psychische Vorgänge und Verhalten.

Die Drüsen- und Gewebehormone
Viele Hormone werden von speziellen endokrinen Drüsen, den Hormondrüsen, gebildet (Abb. 11.1). Diese Hormone heißen DrüsenhormoneDrüsenhormone oder Glanduläre Hormoneglanduläre Hormone. Im Gegensatz zu den exokrinen Drüsen (5.2.2), die ihre Sekrete an die Oberfläche von Haut oder Schleimhäuten absondern, geben die endokrinen Drüsen ihre Produkte (die Hormone) in den sie umgebenden interstitiellen Raum ab, der meist von einem dichten Kapillargeflecht durchzogen ist. Die Hormone diffundieren rasch vom Interstitium in die Kapillaren und werden mit dem Blut im gesamten Körper verteilt. So erreichen die Hormone ihre jeweiligen Zielzellen, dies sind alle Zellen, die über geeignete Rezeptoren die „Botschaft“ des Hormons verstehen (11.1.3).
In noch größerem Maße werden Hormone aber von spezialisierten Zellen anderer Körpergewebe gebildet, die verstreut oder in Zellgruppen zusammen liegen. Diese Zellen werden als diffuse endokrine Gewebe (diffus = ausgebreitet, ohne feste Umgrenzung) bezeichnet (Abb. 11.1), die von ihnen produzierten Hormone heißen auch GewebehormoneGewebehormone (aglanduläre Aglanduläre HormoneHormone:aglanduläreHormone). Beispiele sind das Erythropoetin und die Prostaglandine (Tab. 11.2).
Deshalb spricht man zusammenfassend auch von endokrinem Gewebe.
Hormone wirken auch ganz nah
Die Auffassung, dass Hormone ihre Zielzellen nur über die Blutbahn erreichen und weit entfernt vom Ort ihrer Ausschüttung wirken (endokrine Sekretion im engeren Sinne), ist überholt: Etliche Hormone erreichen Zielzellen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft durch Diffusion und beeinflussen diese (Sekretion:parakrineparakrine Sekretion) oder wirken sogar auf die hormonproduzierende Zelle selbst zurück (Sekretion:autokrineautokrine Sekretion Abb. 11.2).
Die Botenstoffe – fließende Übergänge
BotenstoffeBotenstoffeAuch die frühere scharfe Trennung von Nerven-, Hormon- und Abwehrsystem lässt sich nicht mehr aufrechterhalten.
Zwar gibt es Unterschiede: So ist das Nervensystem in aller Regel viel schneller als das Hormonsystem und leitet seine Informationen nur zu ausgewählten Zellen weiter, wohingegen die klassischen Hormone über den Blutweg an alle Zellen des ganzen Körpers verteilt werden.
Andererseits hat z. B. Noradrenalin „Doppelfunktion“ als Hormon und Neurotransmitter; das Hormon ADH (Adiuretin) wird von Nervenzellen produziert und daher auch als NeurohormoneNeurohormon bezeichnet. Auch Abwehrzellen produzieren hormonartige Botenstoffe, hier Zytokine genannt, die über das Blut verteilt im ganzen Körper, in der Umgebung der Abwehrzelle oder auf diese selbst wirken.
Die Übergänge sind also fließend. Es ist wohl besser, allgemein von Botenstoffen zu sprechen, die je nach dem Ort ihrer Bereitstellung und ihrer Funktion als Hormon, Gewebehormon, Neurotransmitter oder Neuropeptid wirken.

Der chemische Aufbau der Hormone

Chemisch kann man die HormoneHormone:chemischer Aufbau in vier Klassen unterteilen (Tab. 11.1):
  • AminosäureabkömmlingeAminosäureabkömmlinge: Sie leiten sich von einer Aminosäure (Abb. 2.19) ab und sind, abgesehen von den fettlöslichen Schilddrüsenhormonen, alle wasserlöslich

  • PeptidhormonePeptidhormonePeptid- und Proteohormone: Diese Hormone bestehen aus kürzeren bzw. längeren Aminosäureketten. Sie sind meist wasserlöslich

  • Steroidhormone: Sie sind als Cholesterinabkömmlinge (2.8.2) fettlöslich

  • ArachidonsäureabkömmlingeArachidonsäureabkömmlinge: Sie leiten sich von der mehrfach ungesättigten Fettsäure Arachidonsäure ab (2.8.2) und sind ebenfalls fettlöslich.

Medizin

Peptidhormone würden bei oraler Einnahme im Verdauungstrakt zerlegt und damit wirkungslos. Sie müssen deshalb parenteral (unter Umgehung des Verdauungstrakts) verabreicht werden, beispielsweise als Insulinspritze.

Bei der Verdauung nicht abgebaut werden dagegen die SteroidhormoneSteroidhormoneSteroidhormone und die Aminosäureabkömmlinge. Sie können als Tabletten eingenommen werden, so etwa die „Pille“ (ein Östrogen-Gestagen-Gemisch).

Die Transportproteine für Hormone

Wasserlösliche Hormone werden überwiegend im Blut gelöst transportiert. Alle fettlöslichen und einige wasserlösliche Hormone:TransportproteineHormone müssen jedoch im Blut an Transportproteine gebunden werden. So binden sich z. B. die Schilddrüsenhormone an das Thyroxin-bindende Globulin (Thyroxin-bindendes Globulin (TBG)TBG) und die Sexualhormone an das Sexualhormon-bindende Globulin (Sexualhormon-bindendes Globulin (SHBG)SHBG). Außerdem schützt die Proteinbindung in der Regel vor Abbau oder Ausscheidung. Biologisch wirksam ist jedoch nur das freie, nicht das proteingebundene Hormon.
Eine Veränderung der Bindungsfähigkeit und/oder der Konzentration hormonbindender Transportproteine kann labordiagnostisch eine Hormonstörung vortäuschen.

Die Hormonrezeptoren

Wie erkennen sich Hormon und Zielzelle?
Damit eine Zielzelle ein Hormonsignal empfangen kann, muss sie spezifische Hormonrezeptoren besitzen, an die sich das Hormon anlagern kann. Hormon und HormonrezeptorHormonrezeptor müssen wie Schlüssel und Schloss zusammenpassen. Die Hormonrezeptoren können sich entweder in der Zellmembran oder im Inneren der Zielzelle befinden. Nach der Hormonbindung an oder in der Zelle wird eine Reihe von Stoffwechselvorgängen ausgelöst, die dann letztlich zu der gewünschten Hormonwirkung führen.
Für ein bestimmtes Hormon existieren oft an Zellen verschiedener Gewebe oder Organe mehrere Rezeptortypen, sodass ganz unterschiedliche Hormonwirkungen die Folge sind. Adrenalin z. B. bewirkt an den Gefäßen des Magen-Darm-Trakts über α-Rezeptoren eine Gefäßverengung (und damit eine Durchblutungsverminderung) und an den Gefäßen der Skelettmuskulatur über β-Rezeptoren eine Gefäßerweiterung (und in der Folge eine Durchblutungssteigerung).
Andererseits ist jede Zelle Zielzelle für unterschiedliche Hormone und besitzt dementsprechend verschiedene Hormonrezeptoren. Jede einzelne Körperzelle kann so über Hormone zu verschiedenen, unter Umständen sogar gegensätzlichen Reaktionen veranlasst werden.
Die Hormonrezeptoren in der Zellmembran
Die meisten Aminosäureabkömmlinge, Peptid- und Proteohormone können wegen ihrer guten Wasserlöslichkeit (Hydrophilie) nicht durch die lipophile (fettlösliche) Zellmembran hindurchtreten. Um die „Botschaft“ trotzdem an die Zelle mitzuteilen, verbinden sie von außen mit einem ZellmembranrezeptorZellmembranrezeptor in der Zellmembran. Der Rezeptor besteht immer aus einem äußeren Teil (für die Hormonbindung) und einem inneren Teil, der über Signalmoleküle innerhalb der Zelle die gewünschte Stoffwechselwirkung vermittelt.
Eine Möglichkeit ist beispielsweise die Aktivierung des Enzyms AdenylatzyklaseAdenylatzyklase im Zellinneren. Adenylatzyklase fördert die Umwandlung von ATP in cAMP (cyclo-AMP, zyklisches Adenosinmonophosphat)cAMP (cyclo-AMP, zyklisches Adenosinmonophosphat). Adenosinmonophosphat, zyklisches (cAMP)cAMP als Second-MessengerSecond-Messenger („zweiter Bote“, im Gegensatz zum Hormon als First-Messenger) aktiviert daraufhin eine oder mehrere Proteinkinasen. Die ProteinkinaseProteinkinasen wiederum hemmen oder aktivieren nun die Enzyme, die die gewünschte Hormonantwort der Zielzelle bewirken (Abb. 11.3). Eine andere Möglichkeit ist die Öffnung von Kalziumkanälen mit daraus resultierendem Anstieg der Kalziumkonzentration in der Zelle.
Die intrazellulären Hormonrezeptoren
Die sehr gut fettlöslichen Steroidhormone und auch die Schilddrüsenhormone beeinflussen die Funktion ihrer Zielzellen direkt ohne zwischengeschalteten Second-Messenger, da sie die Zellmembran mühelos passieren können.
Diese Hormone trennen sich von ihrem Trägerprotein, durchdringen die Zellmembran und verbinden sich mitHormonrezeptor:intrazellulärer intrazellulären Hormonrezeptoren (Abb. 11.3). Dabei befinden sich z. B. die Rezeptoren für Schilddrüsenhormone im Zellkern, die Steroidhormonrezeptoren hingegen im Zytoplasma. Auch im Zytoplasma gebildete Hormon-Rezeptor-Komplexe gelangen jedoch letztlich in den Zellkern, binden an die DNA und beeinflussen dort die Transkription (3.6) bestimmter DNA-Abschnitte und damit die Bildung bestimmter Proteine.

Medizin

Einige Tumoren wachsen hormonabhängig. Dies kann therapeutisch genutzt werden, indem die Bildung des tumorfördernden Hormons medikamentös unterdrückt oder die Hormonwirkung durch Blockade der Hormonrezeptoren verhindert wird. Solche AntihormoneAntihormone sind z. B. das Antiöstrogen Tamoxifen, das bei Brustkrebs gegeben wird, und das Antiandrogen Cyproteron, das beim Prostatakrebs eingesetzt wird.

Der Abbau der Hormone

Viele Peptid- und Proteohormone werden durch Enzyme in Blut oder Organen gespalten und dadurch abgebaut. Zentrales Organ für Hormonabbauden Hormonabbau ist ansonsten die Leber. Die Hormone werden dort durch verschiedene Reaktionen verändert und dadurch unwirksam. Die Abbauprodukte werden meist über Leber und/oder Nieren ausgeschieden.

Die Regulation der hormonellen Sekretion

Die hormonellen Regelkreise
Regelkreis:hormonellerDie von den Hormondrüsen ins Blut ausgeschütteten Hormonmengen sind minimal (die Konzentration des Schilddrüsenhormons Thyroxin im Blut beträgt z. B. etwa 100 nmol/l), und schon geringfügige Konzentrationsänderungen können tief greifende Folgen haben. Die Hormonsekretion muss also exakt gesteuert werden. Dies geschieht durch Regelkreise (Prinzip des Regelkreises 1.3), wobei meist mehrere Regelkreise gleichzeitig auf ein Hormone:RegelkreiseHormon einwirken. Besonders häufig ist eine negative Rückkopplung, typischerweise auf mehreren Ebenen.
Als oberster Regler fungiert meist HypothalamusHypothalamusder Hypothalamus (Abb. 11.4). Dort laufen viele Informationen über die Außenwelt und das innere Milieu zusammen. Außerdem findet dort eine Verknüpfung mit dem Nervensystem statt. Der Hypothalamus beeinflusst über Releasing-Releasing-HormoneReleasing-HormoneHormone (RH) fördernd und über Inhibiting-Inhibiting-HormoneInhibiting-HormoneHormone (IH) hemmend einen zweiten Regler, den Hypophysenvorderlappen.
Der Hypophysenvorderlappen wiederum gibt Glandotrope Hormoneglandotrope Hormone (Hormone:glandotropeglandotrop = auf Drüsen einwirkend) ab, welche die sog. untergeordneten Hormondrüsen beeinflussen.
Die „untergeordneten“ Hormondrüsen (z. B. die Schilddrüse) stehen als letzte in dieser Hierarchie und beeinflussen mit den peripheren Hormonen direkt ihre Zielzellen.
Nicht alle Hormondrüsen unterliegen dieser komplizierten hierarchischen Ordnung über drei Ebenen. So überspringen beispielsweise die Hormone des Hypophysenhinterlappens (Oxytocin und ADH 11.2.1) eine Ebene und wirken direkt auf die Zielzellen. Andere Hormondrüsen arbeiten weitgehend unabhängig von Hypothalamus und HypophyseHypophyse, z. B. die Nebenschilddrüse (Parathormon 11.5) und die Bauchspeicheldrüse (Insulin und Glukagon 11.7.2).
Die endogenen Rhythmen der Hormonsekretion
Viele Hormone werden nicht kontinuierlich, sondern rhythmisch ausgeschüttet. Diese endogenen Rhythmen sind sehr unterschiedlich lang: von Minuten bis Stunden bei vielen Releasing- und Inhibiting-Hormonen über zirkadiane Rhythmen mit einer Dauer von ungefähr einem Tag etwa beim Kortisol und ungefähr vier Wochen beim Menstruationszyklus bis hin zu Jahrzehnten bei den Sexualhormonen.

Die Altersveränderungen des Hormonsystems

Alter:HormonsystemHormone:AlterAuch beim Hormonsystem sind Altersveränderungen zu beobachten: Am auffälligsten und bekanntesten ist das Absinken der Sexualhormone („Wechseljahre“ der Frau, 19.2.6). Daneben lassen z. B. die Insulin- und Wachstumshormonsekretion nach und das Ansprechen auf die Stimulation durch Hypothalamus und Hypophyse ist verzögert.
Insgesamt sind die Veränderungen des Hormonsystems aber – abgesehen von den Sexualhormonen – wohl eher von untergeordneter klinischer Bedeutung.

Prävention

Immer wieder werden Hormone, allen voran Sexualhormone, Wachstumshormon und Melatonin, als „Jungbrunnen“ angepriesen. Unbestritten ist, dass Hormone, im Einzelfall gezielt eingesetzt, positive Wirkungen entfalten können. Den allgemeinen Alterungsprozess verzögern oder gar aufhalten, und das ganz bequem und ohne Nebenwirkungen, können sie entgegen aller Versprechen nicht.

Hypothalamus und Hypophyse

Hypothalamus:HormoneHypothalamus und Hypophyse:HormoneHypophyse liegen in den unteren Abschnitten des Zwischenhirns (9.6).
Der Hypothalamus ist das wichtigste Hirngebiet für die Regelung des inneren Milieus und oberstes Zentrum des Hormonsystems.
Die etwa haselnussgroße Hypophyse (HirnanhangdrüseHirnanhangsdrüse) besteht aus zwei Anteilen:
  • Dem HypophysenvorderlappenHypophysenvorderlappenHypophysenvorderlappen (HVL, AdenohypophyseAdenohypophyse), der 75 % des Gesamtgewichts ausmacht und aus Drüsengewebe gebildet wird

  • Dem kleineren HypophysenhinterlappenHypophysenhinterlappen (HHL, NeurohypophyseNeurohypophyse), der hauptsächlich aus einem Geflecht von Axonen aufgebaut ist. Die Zellkörper dieser Axone liegen im Hypothalamus, sodass der Hypophysenhinterlappen funktionell und anatomisch als Anhängsel des Hypothalamus zu sehen ist.

Die Hormone des Hypothalamus und des Hypophysenhinterlappens

Verschiedene Kerngebiete (Ansammlungen von grauer Hirnsubstanz) des Hypothalamus sind für den Hormonhaushalt von Bedeutung.
Die hypophyseotrope Zone des Hypothalamus
In der vorderen hypophyseotropen Zone des Hypothalamus werden die Releasing-Hormone (RH, releasing factors, LiberineLiberine) und die Inhibiting-Hormone (IH, StatineStatine) sezerniert. Diese gelangen mit dem Blut über ein spezielles Kapillarnetz, den Hypophysärer Portalkreislaufhypophysären Portalkreislauf, über den Hypophysenstiel zum Hypophysenvorderlappen. Dort stimulieren die Releasing-Hormone die Ausschüttung von Hypophysenvorderlappenhormonen, Inhibiting-Hormone hemmen ihre Sekretion (Abb. 11.5).
Die wichtigsten Hypothalamushormone sind:
  • TRH (Thyrotropin-Releasing-Thyrotropin-Releasing-Hormon (TRH)Thyrotropin-Releasing-Hormon (TRH)Hormon), stimuliert die Ausschüttung von TSH (Thyroidea stimulierendes Hormon 11.4.2)

  • CRH (Corticotropin-Releasing-Corticotropin-Releasing-Hormon (CRH)Corticotropin-Releasing-Hormon (CRH)Hormon), stimuliert die Ausschüttung von ACTH (adrenocorticotropes Hormon 11.6.2)

  • Gn-RH (Gonadotropin-Releasing-Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH)Hormon), stimuliert die Ausschüttung von FSH und LH (19.1.3, 19.2.5)

  • GH-RH (Growth-Hormon-Releasing-Growth-Hormon-Releasing-Hormon (GHRH)Hormon), stimuliert die Wachstumshormonausschüttung (11.2.2)

  • Somatostatin (GH-IH)Somatostatin (GH-IH)Somatostatin, auch als GH-IH (Growth-Hormon-Inhibiting-Hormon)Growth-Hormon-Inhibiting-Hormon (GHIH) bezeichnet, hemmt die Wachstumshormonausschüttung

  • MSH-RH (MSH-Releasing-Hormon, Melanotropin-Releasing-Hormon (MSH-RH)Melanotropin-Releasing-Hormon, M-RH), stimuliert die Ausschüttung von MSH (Melanotropin)

  • MSH-IH (MSH-Inhibiting-Hormon, Melanotropin-Inhibiting-Hormon (MSH-IH)Melanotropin-Inhibiting-Hormon, M-IH), hemmt die Ausschüttung von MSH (Melanotropin)

  • PRL-IH (Prolaktin-Inhibiting-Prolaktin-Inhibiting-Hormon (PRL-IH)Hormon), hemmt die Prolaktinausschüttung. Es ist identisch mit DopaminDopamin.

Nach heutigem Wissen gibt es kein einzelnes PRL-RH (Prolaktin-Releasing-Prolaktin-Releasing-Hormon (PRL-RH)Hormon). Die Prolaktinausschüttung wird vielmehr durch mehrere Hormone stimuliert, darunter auch TRH und Neuropeptide.
Die Kerngebiete der Hypophysenhinterlappenhormone
In weiteren Arealen des Hypothalamus werden die Hormone Oxytocin und ADH gebildet. Sie werden dann in den Axonen (5.5.1) der Nervenzellen des Hypothalamus zum Hypophysenhinterlappen transportiert, wo sie gespeichert und erst bei Bedarf ins Blut abgegeben werden (Abb. 11.6).
Aufgrund ihres Sekretionsortes werden die beiden Hormone auch als HypophysenhinterlappenhormoneHypophyse:Hormone bezeichnet (obwohl sie von Nervenzellen des Hypothalamus produziert werden).
Das Oxytocin
OxytocinOxytocin unterhält die regelmäßige Wehentätigkeit an der geburtsbereiten Gebärmutter und führt während der Stillzeit zur Milchentleerung (20.5.3).
Außerdem ist es eine Art Bindungs- und Glückshormon: Berührungen und Streicheln fördern seine Produktion, beim Orgasmus wird es in großen Mengen ausgeschüttet. Oxytocin wirkt entspannend, angstlösend und euphorisierend und fördert dadurch die Paarbindung wie auch den Beziehungsaufbau zwischen Mutter und Säugling.
Das ADH
Adiuretin (Vasopressin)Adiuretin, üblicherweise kurz ADH (antidiuretisches Hormon, Adiuretin)ADH für antidiuretisches (gegen den Harndurchfluss gerichtetes) Hormon genannt, ist entscheidend an der Regulierung des osmotischen Drucks (3.5.5) und des Flüssigkeitsvolumens im Körper beteiligt. Flüssigkeitsmangel, Zunahme des osmotischen Drucks im Extrazellulärraum, aber auch eine hohe Körpertemperatur oder Stress stimulieren seine Freisetzung.
ADH fördert in der Niere die osmotisch bedingte Wasserrückresorption ins Blut, indem es die Wasserdurchlässigkeit der Zellmembran der distalen Tubuluszellen und der Sammelrohre erhöht (18.2.3). Dadurch wird weniger Urin ausgeschieden. In hohen Konzentrationen verengt ADH außerdem die Gefäße.
Die ADH-Sekretion zeigt ab dem Kleinkindalter eine zirkadiane Rhythmik, sodass nachts weniger Urin ausgeschieden wird als tags. Im Alter schwächt sich diese Rhythmik dann oft wieder ab, was zusammen mit anderen Faktoren zum häufigeren nächtlichen Wasserlassen alter Menschen führt.

Pflege

Koffein und Alkohol vermindern die Wirkung von ADH und führen dadurch zu vermehrter Harnausscheidung und gesteigertem Durst. Dies ist einer der Gründe, weshalb diese Getränke eher als Genussmittel denn als Durstlöscher zu betrachten sind. Für den Alltag geeignete Getränke sind (Mineral-)Wasser, zahlreiche Kräuter- oder Früchtetees sowie verdünnte Säfte.

Der Hypophysenvorderlappen

Der Hypophysenvorderlappen (Abb. 11.7, Lage Abb. 9.10, Abb. 9.36) bildet zahlreiche Peptid- und Proteohormone. Die Freisetzung der Hypophysenvorderlappenhormone wird von den Releasing- und Inhibiting-Hormonen des Hypothalamus kontrolliert. Zu den glandotropen HormonenHormone:glandotrope gehören:
  • TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH)Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH)Thyroidea stimulierendes Hormon), fördert die Schilddrüsentätigkeit (11.4.2)

  • ACTH (adrenocorticotropes Adrenocorticotropes Hormon (ACTH)Adrenocorticotropes Hormon (ACTH)Hormon), stimuliert die Glukokortikoidausschüttung der Nebenniere (11.6.2)

  • FSH (follikelstimulierendes Follikelstimulierendes Hormon (FSH)Hormon), stimuliert die Östrogenbildung und Follikelreifung bei der Frau (19.2.5) und die Spermienentwicklung beim Mann (19.1.3)

  • LH (luteinisierendes Luteinisierendes Hormon (LH)Hormon), fördert Eisprung und Gelbkörperbildung bei der Frau (19.2.5) und Testosteronproduktion beim Mann (19.1.3).

Direkt auf die Zielzellen wirken:
  • WachstumshormonWachstumshormonWachstumshormon

  • ProlaktinProlaktin, das unter anderem die Milchproduktion in der Brustdrüse in Gang setzt (20.5.3)

  • MSH (Melanozyten-stimulierendes Melanozyten-stimulierendes Hormon (MSH)Hormon, Melanotropin). Es wird zusammen mit ACTH ausgeschüttet und beeinflusst u. a. über die pigmentbildenden Melanozyten (8.2.1) die Hautpigmentierung. Außerdem ist es an der Regulation von Fieber, Hunger und sexuellen Gefühlen beteiligt.

Das Wachstumshormon
Das Wachstumshormon (auch somatotropes Somatotropes Hormon (STH)Hormon, kurz STH, oder Human Growth Human-growth-Hormon (HGH)Hormone, kurz HGH) kontrolliert in Kindheit und Jugend das Körperwachstum, indem es Zellwachstum und -vermehrung fördert. Außerdem stimuliert es unabhängig vom Lebensalter den Fett- und Glykogenabbau sowie den Eiweißaufbau und vermindert langfristig die Glukoseverwertung.
Ein Teil dieser Wirkungen wird durch das Wachstumshormon selbst vermittelt, ein Teil über SomatomedineSomatomedine, die wegen ihrer Ähnlichkeit zum Insulin auch Insulin-like-growth factor (IGF)Insulin-like-growth-factors oder kurz IGF heißen.
Nach einer maximalen Ausschüttung in der Pubertät sinkt die Produktion von Wachstumshormon im Laufe des Lebens ab.

Medizin

Die Zeichen einer Über- oder Unterproduktion von Wachstumshormon hängen vom Lebensalter ab:

  • WachstumsstörungBei Kindern und Jugendlichen führt eine Überproduktion von Wachstumshormon zu HochwuchsHochwuchs (Körpergröße über 2 m), ein Wachstumshormonmangel zu MinderwuchsMinderwuchs

  • Bei Erwachsenen mit Überproduktion von Wachstumshormon entwickelt sich eine AkromegalieAkromegalie mit Vergrößerung von Gesichtsknochen, Händen, Füßen, inneren Organen sowie oft einem Diabetes mellitus. Ein Wachstumshormonmangel (nicht zu verwechseln mit dem normalen altersbedingten Absinken des Wachstumshormonspiegels) führt zu uncharakteristischen Beschwerden wie Müdigkeit, Zunahme des Körperfettes, Abnahme der Muskeln und einem erhöhten Osteoporoserisiko.

Die Epiphyse

EpiphyseDie Epiphyse (ZirbeldrüseZirbeldrüse, Corpus(-ora):pinealeCorpus(-ora):pinealeCorpus pineale) ist eine ungefähr erbsengroße Drüse, die zum Zwischenhirn zählt (9.6). Sie produziert das Hormon Melatonin, dessen Ausschüttung durch Dunkelheit gefördert und durch Licht gehemmt wird.
Vieles bezüglich der Epiphyse und der MelatoninMelatoninwirkungen beim Menschen ist noch unklar. Als sicher gilt aber, dass die Epiphyse Bestandteil des Photoneuroendokrines Systemphotoneuroendokrinen Systems ist, in dem durch Informationen über die Tageslänge durch das Licht Tages- und Jahreszeitrhythmen gesteuert werden. Die Epiphyse ist somit eine unserer „inneren Uhren“.
Vermutet werden auch Einflüsse auf die Reproduktion, insbesondere den Eintritt der Pubertät.

Die Schilddrüse und ihre Hormone

SchilddrüseDie ungefähr 25 g schwere, hufeisenförmige Schilddrüse (Glandula Glandula(-ae):thyreoideathyroidea) liegt vorne im Hals dicht unterhalb des Schildknorpels (Abb. 11.7, Abb. 11.8).

Der Aufbau der Schilddrüse

MakroskopischSchilddrüse:Aufbau besteht die Schilddrüse aus zwei Seitenlappen, die durch eine Gewebebrücke, den Isthmus, verbunden sind (Abb. 11.8).
Mikroskopisch betrachtet wird die Schilddrüse durch Bindegewebsstraßen in Läppchen aufgeteilt. Jedes Läppchen besteht aus vielen kleinen Bläschen, den Follikeln. Die Wand der Follikel wird aus einem einschichtigen Schilddrüse:FollikelFollikelepithel gebildet. Die Epithelzellen bilden die Schilddrüsenhormone und schütten sie in die Bläschenhohlräume aus, wo sie in Tropfen, dem Kolloid, gespeichert werden (Abb. 11.9).
Zwischen den Follikeln liegen die C-C-ZellenZellen oder parafollikulären Parafollikuläre ZellenZellen. Zelle:parafollikuläreSie sezernieren Kalzitonin (11.5). C-Zellen kommen auch in Nebenschilddrüsen und Thymus vor.

Pflege

Nahe der Schilddrüse liegt der N. laryngeus recurrens (Abb. 11.8, Abb. 11.11), der deshalb bei Schilddrüsenoperationen verletzungsgefährdet ist. Er innerviert den Muskel, der die Stimmbänder strafft und so öffnet. Einseitiger Ausfall führt zu behinderter Atmung und rauer Stimme, bei beidseitigem Ausfall besteht sogar Erstickungsgefahr. Um die Funktion des Nervs zu überprüfen, lassen die Pflegenden den Patienten nach einer Schilddrüsenoperation z. B. „Coca Cola“ sagen.

Wirkungen und Regelkreis der Schilddrüsenhormone

Die Follikelzellen produzieren zwei SchilddrüsenhormoneSchilddrüsenhormone: ThyroxinThyroxin T3/4(T4) und TrijodthyroninTrijodthyronin (T3). Beide werden innerhalb eines großen Prohormons (Hormonvorstufe), dem ThyreoglobulinThyreoglobulin, durch Anlagern von Jod aus der Aminosäure Tyrosin gebildet und in dieser Form im Kolloid gespeichert. Erst bei Bedarf werden Thyroxin und Trijodthyronin abgespalten und ins Blut abgegeben. Thyroxin enthält vier Jodatome, Trijodthyronin dagegen drei.
Thyroxin ist zwar biologisch weniger wirksam als Trijodthyronin, dafür aber in zehnfach höherer Konzentration im Blut zu finden. Nach der Sekretion wird allerdings der Großteil von Thyroxin in Trijodthyronin umgewandelt.
Die Wirkungen der Schilddrüsenhormone
Thyroxin und Trijodthyronin bewirken (Abb. 11.10):
  • Eine Steigerung des Energieumsatzes. Sie erhöhen Grundumsatz, Wärmeproduktion und Sauerstoffverbrauch, indem sie die Herzarbeit und den Stoffwechsel (z. B. Abbau von Fetten und Glykogen, Aufbau von Eiweißen) steigern

  • Eine Aktivitätszunahme des Nervensystems. Hohe Schilddrüsenhormonspiegel führen zu überschießenden Muskeldehnungsreflexen

  • Eine Förderung des Wachstums und der Gehirnreifung. Bei Kindern sind Schilddrüsenhormone unverzichtbar für ein normales Wachstum und eine normale intellektuelle Entwicklung.

Der Regelkreis der Schilddrüsenhormone
Das Hypothalamus-Releasing-Hormon für den Schilddrüsenhormon-RegelkreisSchilddrüsenhormone:Regelkreis heißt Thyrotropin-Releasing-Hormon (TRH). Es stimuliert im Hypophysenvorderlappen die Ausschüttung von TSH (Thyroidea stimulierendes Hormon).
TSH führt in der Schilddrüse zu einer vermehrten Bildung von Schilddrüsenhormonen und zur Freisetzung der Schilddrüsenhormone aus ihrem Zwischenspeicher, dem Kolloid. Die Schilddrüsenhormone erreichen dann über den Blutweg alle Körperregionen, also auch die Hypophyse und den Hypothalamus, die mit Rezeptoren die erhöhten T3- und T4-Spiegel im Blut wahrnehmen. Dadurch wird die TRH- und TSH-Bildung und somit auch die weitere T3- und T4-Sekretion gehemmt (negative Rückkopplung:negativeRückkopplung 1.3).
Die Hyperthyreose
Eine HyperthyreoseHyperthyreose (SchilddrüsenüberfunktionSchilddrüsenüberfunktion) mit einem Zuviel an Schilddrüsenhormonen äußert sich in Gewichtsabnahme durch krankhaft erhöhten Grundumsatz, Erhöhung der Körpertemperatur, Steigerung der Herzarbeit durch beschleunigte Herzfrequenz und erhöhte Schlagkraft, Schlaflosigkeit, innere Unruhe, psychische Labilität, feinschlägiges Händezittern und gelegentlich auch Durchfall.

Geriatrie

Gerade bei älteren Menschen zeigt sich eine Hypothyreose oft nicht durch das typische Bild, sondern nur einzelne Symptome, dazu nicht selten Herzbeschwerden.

Häufigste Ursache der Überfunktion bei Erwachsenen sind ein Morbus Morbus:BasedowBasedow (eine Autoimmunerkrankung 13.9) und ein autonomes (= selbstständiges) Adenom des Schilddrüsengewebes, ein gutartiger Schilddrüsenknoten, dessen Zellen ungehemmt Thyroxin und Trijodthyronin produzieren.
Die Hypothyreose
Die HypothyreoseHypothyreose (SchilddrüsenunterfunktionSchilddrüsenunterfunktion) führt zu entgegengesetzten Krankheitssymptomen: erniedrigter Grundumsatz, Gewichtszunahme, Verstopfung und Kälteempfindlichkeit. Außerdem beobachtet man teigige Verdickungen und Schwellungen der Haut (MyxödemMyxödem), eine tiefe, heisere Stimme, geistige Verlangsamung und Müdigkeit, struppige trockene Haare sowie Libido- und Potenzverlust.

Pädiatrie

Bei Kindern führt ein Mangel an SchilddrüsenhormonenSchilddrüsenhormone:Kinder außerdem zu einer Beeinträchtigung der körperlichen und geistigen Entwicklung, die nicht mehr aufgeholt werden kann. Gleichzeitig ist die angeborene Hypothyreose die häufigste angeborene Erkrankung des Hormonsystems. Daher werden alle Neugeborenen im deutschsprachigen Raum auf eine angeborene Hypothyreose untersucht (21.2.1). Die Behandlung mit Schilddrüsenhormonen sollte möglichst innerhalb der ersten zwei Lebenswochen beginnen.

Die Struma
Eine Vergrößerung der Schilddrüse heißt StrumaStruma (KropfKropf). Die Schilddrüsenfunktion kann dabei normal sein, oder es kann eine Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion bestehen. Häufigste Ursache einer Struma ist im deutschsprachigen Raum ein Jodmangel in der Nahrung.

Prävention

Entscheidender Pfeiler der Strumaprophylaxe ist eine ausreichende Jodzufuhr. Immer empfehlenswert sind die Verwendung jodierten Kochsalzes zu Hause und der bevorzugte Kauf von jodsalzgewürzten Backwaren oder Fertigprodukten. Bei besonders hohem Bedarf (z. B. in der Schwangerschaft) können Jodid-Tabletten sinnvoll sein.

Nebenschilddrüsen und Regulation des Kalzium- und Phosphathaushalts

Das Parathormon
PhosphathaushaltDie NebenschilddrüsenNebenschilddrüsen (EpithelkörperchenEpithelkörperchen) sind vier ungefähr weizenkorngroße Knötchen an der Rückseite der Schilddrüse (Abb. 11.11).
Sie schütten das ParathormonParathormon (PTHPTH) aus, das im Zusammenspiel mit Kalzitonin und Vitamin-D-Hormon den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel im Körper reguliert.
Parathormon steigert den Blutkalziumspiegel durch (Abb. 11.12):
  • Erhöhte Kalziumfreisetzung aus den Knochen

  • Verminderte Kalziumausscheidung über die Nieren bei gleichzeitig erhöhter Phosphatausscheidung

  • Indirekte Steigerung der Kalziumresorption im Darm durch Förderung der Umwandlung einer Vitamin-D-Vorstufe zu wirksamem Vitamin-D-Hormon.

Die Ausschüttung des Parathormons wird durch niedrige Blutkalziumspiegel gefördert. Hohe Spiegel hemmen die Parathormonausschüttung im Sinne einer negativen Rückkopplung.
Der Hyper- und Hypoparathyroidismus
HyperparathyreoidismusBei einer Nebenschilddrüsenüber-/-unterfunktionNebenschilddrüsenüberfunktion (Hyperparathyroidismus) kommt es aufgrund eines verstärkten Knochenumbaus zu Knochenschmerzen. Die erhöhten Blutkalziumspiegel können zu Kalziumablagerungen in Haut, Hornhaut und Nieren führen. Nicht selten bilden sich Nierensteine. Die Phosphatausscheidung über den Harn ist vermehrt. Ursache ist oft ein gutartiger Tumor der Epithelkörperchen.
Eine Nebenschilddrüsenunterfunktion (HypoparathyreoidismusHypoparathyroidismus) ist häufig Folge einer „zu gründlichen“ Schilddrüsenoperation, wobei die Nebenschilddrüsen mit entfernt wurden. Klinisch kommt es als Folge des niedrigen Blutkalziumspiegels u. a. zu einer Übererregbarkeit der Nerven und der Muskulatur mit anfallsartigen Muskelkrämpfen (TetanieTetanie).
Das Vitamin-D-Hormon
Vitamin-D-Vitamin-D-HormonHormon (kurz Vitamin D, CholekalziferolCholekalziferol) wird heute zu den Hormonen und nicht zu den Vitaminen gezählt, weil der Körper es unter dem Einfluss von UV-Licht in der Haut aus Vorstufen selbst bilden kann:
  • Bei ausreichender Sonnenlichtexposition können die Keratinozyten der Haut (8.2.1) aus 7-Dehydrocholesterin7-Dehydrocholesterin das Cholekalziferol herstellen

  • In Leber und Niere werden an Cholekalziferol je eine OH-Gruppe (Hydroxylgruppe) angehängt. Dadurch entsteht KalzitriolKalzitriol, auch 1,25-(OH)2-Cholekalziferol genannt, als wirksame Form des Vitamin-D-Hormons. Der Mensch kann Kalzitriol aber auch über den Verdauungstrakt direkt aufnehmen.

Vitamin-D-Hormon fördert die Kalziumaufnahme über den Darm, steigert die Kalziumrückresorption in der Niere und erhöht so den Blutkalziumspiegel (Abb. 11.12). Am Knochen stimuliert Vitamin-D-Hormon einerseits die Osteoblastentätigkeit (6.1.2), führt jedoch andererseits vor allem bei zu hohen Konzentrationen zu einem gesteigerten Knochenabbau. Außerdem hemmt Vitamin-D-Hormon die Sekretion von Parathormon.

Prävention

Durch fehlende Sonnenbestrahlung der Haut kann ein Vitamin-D-Vitamin-D-MangelMangel auftreten. Um den Blutkalziumspiegel konstant zu halten, schöpft der Körper vermehrt die Kalziumspeicher in den Knochen aus.

Bei Kindern resultiert hieraus die RachitisRachitis mit Erweichung und Verbiegung von Skelettteilen, die z. B. zu O-Beinen und Brustkorbdeformitäten führt. Vorbeugend wirkt regelmäßige Vitamin-D-Gabe im Säuglingsalter.

Das entsprechende Krankheitsbild beim Erwachsenen, die OsteomalazieOsteomalazie, geht mit krankhaften Knochenverkrümmungen, Knochenschmerzen und Gangstörungen einher. Auch Osteoporoseeine Osteoporose wird durch Vitamin-D-Mangel begünstigt. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, da sie sich oft nur wenig und meist in „langer“ Kleidung im Freien aufhalten und schlechter Vitamin D in der Haut bilden als Jüngere. Pflegende ermutigen ältere Menschen daher zu Aktivitäten im Freien, ansonsten ist auch hier Vitamin-D-Gabe empfehlenswert.

Das Kalzitonin
An der Regulation des Kalzium- und Phosphathaushalts ist ferner KalzitoninKalzitoninKalzitonin (Calcitonin, ThyreokalzitoninThyreokalzitonin) beteiligt. Kalzitonin wird vor allem in den C-Zellen der Schilddrüse gebildet (11.4).
Kalzitonin hemmt die Freisetzung von Kalzium und Phosphat aus dem Knochen und fördert gleichzeitig deren Einbau in die Knochenmatrix (Abb. 11.12). Dadurch senkt es die Kalziumkonzentration im Blut. An der Niere steigert Kalzitonin die Ausscheidung von Phosphat-, Kalzium-, Natrium-, Kalium- und Magnesium-Ionen.
Niedrige Serumkalziumspiegel hemmen die Kalzitoninausschüttung, hohe fördern sie. Daneben stimulieren einige Hormone des Verdauungstrakts wie etwa Gastrin die Kalzitoninfreisetzung, sodass das Kalzium aus der Nahrung rasch in die Knochen eingebaut wird.

Die Hormone der Nebennieren

Die NebennierenNebennieren (Glandulae Glandula(-ae):suprarenalissuprarenales) sind paarig angelegte, zwergenhutförmige, jeweils ungefähr 5 g schwere Organe. Sie sitzen beidseits den oberen Nierenpolen auf. Man unterscheidet Nebennierenrinde und Nebennierenmark (Abb. 11.13).

Die Nebennierenrinde

Volumenmäßig macht die NebennierenrindeNebennierenrindeNebennierenrinde mehr als ¾ der gesamten Nebenniere aus. Man kann histologisch drei Schichten unterscheiden, in denen jeweils verschiedene Hormone produziert werden:
  • Mineralokortikoide (z. B. Aldosteron) in der äußeren Zona Zona:glomerulosaglomerulosa

  • Glukokortikoide (z. B. Kortisol) in der mittleren Zona Zona:fasciculatafasciculata

  • Eine geringe Menge Sexualhormone, vorwiegend Androgene (männliche Sexualhormone), in der inneren Zona Zona:reticularisreticularis.

Alle Nebennierenrindenhormone sind Steroidhormone (Tab. 11.2). Sie werden aus der Grundsubstanz Cholesterin (2.8.2) synthetisiert.

Die Mineralokortikoide

Das wichtigste MineralokortikoideMineralokortikoid ist das Aldosteron. AldosteronSeine Ausschüttung wird durch das in der Niere hormonähnliche Enzym ReninReninRenin (18.3.1) stimuliert. Die Reninausschüttung wiederum wird durch niedriges Serumnatrium, geringes Blutvolumen sowie niedrigen Blutdruck angeregt.
Aldosteron wirkt vor allem auf die Niere und nimmt so an der Regulation des Elektrolyt- und Wasserhaushalts, des Blutvolumens und des Blutdrucks teil. Aldosteron fördert die Natrium- und Wasserrückresorption in der Niere und erhöht gleichzeitig die Kaliumausscheidung über den Urin. Es erhöht dadurch den Blutnatriumspiegel und den Blutdruck und senkt den Blutkaliumspiegel.

Die Glukokortikoide

Die Glukokortikoide
GlukokortikoideDas wirksamste Glukokortikoid ist das KortisolKortisol. Die Nebennierenrinde stellt aber auch noch andere Glukokortikoide wie etwa KortisonKortison und KortikosteronKortikosteron her. Gemeinsam mit anderen Hormonen steuern die Glukokortikoide viele Stoffwechselvorgänge im Sinne einer Bereitstellung von Energieträgern (Glukose und Fettsäuren). Sie helfen dadurch, Stresssituationen zu bewältigen, weshalb sie auch als „StresshormoneStresshormoneStresshormone“ bezeichnet werden.
Im Einzelnen entfalten Glukokortikoide vor allem folgende Wirkungen:
  • Steigerung der Glukoneogenese (2.8.1) aus Aminosäuren in der Leber, Verminderung der Glukoseverwertung in den Zellen, dadurch Erhöhung der Glukosekonzentration im Blut

  • Eiweißabbau in Muskulatur, Haut und Bindegewebe (kataboler Effekt)

  • Fettabbau (Lipolyse) im Fettgewebe und Freisetzung der Fettsäuren ins Blut

  • Förderung des Knochenabbaus (osteoporotischer Effekt)

  • Hemmung der Kollagenbildung

  • Hemmung von Abwehrzellen, insbesondere der Lymphozyten, und der Phagozytose

  • Hemmung von Entzündungsreaktionen.

Pflege

Aufgrund ihrer hemmenden Wirkung auf Immunsystem und Entzündungsvorgänge eignen sich Glukokortikoide zur Therapie von AllergieAllergien (antiallergischer Effekt), chronischen (nicht-infektiösen) Entzündungen (antientzündlicher Effekt) und Autoimmunerkrankungen (immunsuppressiver Effekt). Höher dosiert haben sie allerdings bei Langzeiteinnahme eine Reihe unerwünschter Wirkungen und erfordern u. a. eine zusätzliche Beobachtung auf Infektionszeichen sowie Kontrollen von Gewicht und Blutzucker.

Der Regelkreis der Glukokortikoide
Die Ausschüttung der Glukokortikoide wird durch das CRH (Corticotropin-Releasing-Hormon) aus dem Hypothalamus und das ACTH (adrenocorticotropes Hormon) aus der Hypophyse gesteuert.
Zwischen den Glukokortikoiden aus der Nebennierenrinde und den ACTH-produzierenden Drüsengebieten in der Hypophyse besteht eine negative Rückkopplung: Niedrige Glukokortikoidspiegel im Serum fördern und hohe Glukokortikoidspiegel hemmen die ACTH-Ausschüttung. Eine zweite negative Rückkopplung existiert zum Hypothalamus. So kommt es bei stark erhöhten Glukokortikoidspiegeln zu einer Herabsetzung der CRH-Freisetzung im Hypothalamus und damit indirekt zu einer Reduktion der ACTH-Sekretion (Abb. 11.14).

Die Sexualhormone

In der Nebennierenrinde werden außerdem bei der Frau wie beim Mann männliche SexualhormoneSexualhormone (Androgene 19.1.3)Androgene und in geringerem Ausmaß auch weibliche Sexualhormone (ÖstrogeneÖstrogene 19.2.5) gebildet. Für die Frau ist die Nebennierenrinde der Hauptbildungsort der Androgene, beim Mann hingegen sind es die Leydig-Zwischenzellen im Hoden.
Das wichtigste Androgen der Nebennierenrinde ist das Dehydroepiandrosteron (DHEA)Dehydroepiandrosteron (DHEA), das in den Zielzellen zu Testosteron und Östrogenen umgewandelt wird. In der Pubertät sind die Androgene der Nebennierenrinde für einen deutlichen Wachstumsspurt mit Eiweißaufbau verantwortlich, sie wirken also anabol.

Das Nebennierenmark

Im Gegensatz zur NebennierenmarkNebennierenmarkNebennierenrinde ist das Nebennierenmark keine Hormondrüse im engeren Sinne. Vielmehr kann es als verlängerter Arm des vegetativen Nervensystems aufgefasst werden (9.13), da es entwicklungsgeschichtlich einem umgewandelten sympathischen Ganglion entspricht. Deshalb findet man dort hoch spezialisierte Neurone des Sympathikus. Diese Zellen schütten – nach Stimulation durch vegetative Neurone des ZNS – AdrenalinAdrenalinAdrenalinAdrenalin und NoradrenalinNoradrenalin ins Blut aus.
Adrenalin und NoradrenalinNoradrenalin gehören (zusammen mit Dopamin) zu den KatecholamineKatecholaminen und sind Neurotransmitter des Nervensystems (9.3.2). Sie steigern als Hauptwirkung sehr rasch die Energiebereitstellung. Vom Nebennierenmark werden sie zwar ständig in einer niedrigen Rate sezerniert, charakteristisch sind aber die hohen Ausschüttungen in Stresssituationen.

Medizin

Nebennieren:ErkrankungenErkrankungen der Nebenniere können alle Schichten betreffen:

  • Beim Morbus Addison-SyndromAddison Morbus:Addisonbesteht ein Mangel an allen Nebennierenrindenhormonen durch eine Zerstörung der Zellen in der Nebennierenrinde. Die Patienten fühlen sich abgeschlagen, ihnen ist übel, sie nehmen an Gewicht ab und ihr Blutdruck ist niedrig

  • Beim Cushing-Syndrom Cushing-Syndromwerden ungehemmt Glukokortikoide synthetisiert. Zuerst fallen vor allem ein rundes, gerötetes Gesicht, Gewichtszunahme mit Fetteinlagerung am Körperstamm, rote Striae der Haut (Abb. 11.15) und Bluthochdruck auf. Bei Kindern besteht zusätzlich eine Wachstumsstörung

  • Beim Conn-Syndrom Conn-Syndromwerden zu viele Mineralokortikoide produziert. Wichtigstes Krankheitszeichen ist ein erhöhter Blutdruck, gefolgt von Elektrolytstörungen

  • Eine Androgenüberproduktion Androgene:Überproduktionin der Nebennierenrinde zeigt sich vor allem bei Frauen durch eine Vermännlichung mit Bildung von „Geheimratsecken“, männlichem Schambehaarungstyp und Tieferwerden der Stimme. Angeboren ist das adrenogenitale Adrenogenitales SyndromSyndrom (AGSAGS), das sich bei Mädchen durch männlich aussehende äußere Geschlechtsorgane und bei beiden Geschlechtern durch zu schnelles Wachstum im Kindesalter und verfrühte Scheinpubertät zeigt. Ursache ist ein Enzymdefekt bei der Glukokortikoidsynthese – um genug Glukokortikoide zu produzieren, wird die Nebennierenrinde und damit auch die Androgenbildung stimuliert

  • Nur bei Kindern tritt das NeuroblastomNeuroblastom auf, ein bösartiger Tumor des Nebennierenmarks, der sich oft durch uncharakteristische Symptome zeigt. Das (gutartige) PhäochromozytomPhäochromozytom des älteren Kindes und Erwachsenen führt durch Katecholaminüberproduktion zu Herzjagen und Bluthochdruckkrisen.

Die Stressreaktion

StressreaktionStress auslösende Ereignisse – dabei kann es sich um physische Stresssituationen wie Infektionen, Operationen oder Verletzungen, aber auch um psychische Belastungen wie Angst, Ärger, Leistungsdruck oder Freude handeln – setzen im ZNS (vor allem in Großhirnrinde und limbischem System) zwei parallel verlaufende Reaktionsketten in Gang, die zusammen als Stressreaktion bezeichnet werden (Abb. 11.16):
  • Über den Sympathikus wird das Nebennierenmark aktiviert, was in Sekundenschnelle zur Ausschüttung eines Katecholamingemischs von etwa 80 % Adrenalin und 20 % NoradrenalinNoradrenalin führt

  • Der Hypothalamus wird aktiviert und beginnt CRH auszuschütten. Dies führt in der Hypophyse zur Freisetzung von ACTH, welches dann in der Nebennierenrinde die Ausschüttung von Glukokortikoiden stimuliert.

Kurzfristig dominiert die Wirkung der Katecholamine, d. h., alle Organfunktionen, die sozusagen für das Überleben gebraucht werden, werden aktiviert: Herzfrequenz und -kontraktionskraft nehmen zu, die Durchblutung von Haut und inneren Organen reduziert sich. Alle Organe, die kurzfristig zur Bewältigung der Stresssituation benötigt werden, werden besser durchblutet. Dies sind beanspruchte Skelettmuskeln, Herzmuskel und Lungen. Auch die Bronchien weiten sich, damit für die Muskelarbeit mehr Sauerstoff bereitgestellt werden kann. Über die Leber wird vermehrt Glukose ins Blut freigesetzt. Denkvorgänge dagegen werden zugunsten vorprogrammierter Reflexhandlungen blockiert. Dieser Mechanismus erklärt z. B. das Phänomen des Prüfungsblocks, dass nämlich in einer Angst auslösenden Prüfungssituation gelerntes Wissen plötzlich wie „weggeblasen“ ist.
Die kurzfristige Stresswirkung mag zwar äußerst unangenehm sein – etwa beim erwähnten Prüfungsblock –, medizinisch „krank machend“ ist diese Stresswirkung jedoch nicht.
Gefährlich sind vielmehr die Effekte bei langfristig oder immer wieder einwirkenden Stressoren („DauerstressDauerstress“): Hier dominieren die Effekte der Glukokortikoide, weshalb sie als die eigentlichen Stresshormone gelten:
  • Das Schlafverhalten wird negativ beeinflusst

  • Infektionen treten durch die Schwächung des Immunsystems häufiger auf und werden nur langsam überwunden

  • Die Lern- und Konzentrationsfähigkeit nimmt ab

  • Spannungskopfschmerzen treten gehäuft auf.

Prävention

Stress gilt einerseits als wesentlicher Auslöser negativer Emotionen und psychischer wie Stress:Präventionphysischer Erkrankungen. Andererseits führen erfolgreich bewältigte Stresssituationen (etwa eine bestandene Prüfung) zu positiven Emotionen, zum Gefühl, das Leben bewältigen zu können, und stärken sogar das Immunsystem.

Man muss also differenzieren. Es gilt nicht (und wäre auch kaum möglich), jeglichem Stress aus dem Wege zu gehen, sondern insbesondere sehr intensiven und/oder sehr häufigen negativen Stressoren. Und vor allem Dauerstress.

Jeder sollte seine persönlichen Stressbewältigungsstrategien entwickeln, damit der Anspannung auch wieder Entspannung folgt. Bewährt haben sich z. B. körperliche Aktivitäten wie etwa Ausdauersportarten, Spaziergänge oder Gartenarbeit, regelmäßige „Aus-“ und „Nicht-zuständig-sein-Phasen“ wie z. B. eine halbe Stunde Abschalten in der Badewanne oder beim Lesen sowie spezielle (erlernbare) Entspannungstechniken.

In „stressigen Phasen“ empfiehlt es sich zudem, alle Arbeiten und Aktivitäten noch mehr als gewöhnlich auf ihre Notwendigkeit hin zu überprüfen und die notwendigen Tätigkeiten möglichst zeit- und kraftsparend zu erledigen.

Die Hormone der Bauchspeicheldrüse

Die Langerhans-Inseln

Pankreas:HormoneBauchspeicheldrüse:HormoneIn der Bauchspeicheldrüse (Pankreas, Lage 17.6.7) liegen zwischen den exokrinen Drüsenteilen kleine, helle Inseln endokrin aktiver Zellen, die Langerhans-Langerhans-InselnInseln (Abb. 11.17). In ihrer Gesamtheit bilden sie den Inselapparat:ZelltypenInselapparat. Es werden mehrere Zelltypen differenziert:
  • Die B-Zellen (β-Zellen), die 60–80 % der Inselzellen ausmachen, produzieren Insulin

  • Die A-Zellen (α-Zellen, 15–20 %) bilden Glukagon

  • Die D-Zellen (δ-Zellen, 5–15 %) synthetisieren Somatostatin, das viele Verdauungsfunktionen hemmt. D-Zellen kommen im Gegensatz zu den vorgenannten Zellen im gesamten Verdauungstrakt verstreut vor

  • Die PP-Zellen (1–2 %) geben das pankreatische Polypeptid ab, welches die exokrine Bauchspeicheldrüsensekretion hemmt.

Insulin, Glukagon und Blutzuckerregulation

Das Insulin
Das von den B-Zellen gebildete InsulinInsulinInsulin ist ein Peptidhormon aus zwei Aminosäureketten, die durch zwei kovalente Bindungen (2.4.2) miteinander verbunden sind.
Insulin hat vielfältige biologische Wirkungen. Es ist ein klassischesHormone:anabole anaboles Hormon:
  • Förderung der Aufnahme von Glukose aus dem Blut in die Zellen (vor allem in Muskelzellen)

  • Gesteigerte Verbrennung der Glukose zur Energieerzeugung sowie vermehrte Überführung der Glukose in die Speicherform Glykogen (vor allem in Leber- und Muskelzellen)

  • Steigerung der Aufnahme freier Fettsäuren in die Zellen. In den Zellen (Leber- und Fettgewebe) werden diese Fettsäuren dann vermehrt in Depotfett (Triglyzeride) überführt und gespeichert

  • Hemmung des Fettabbaus (Lipolyse)

  • Förderung des Eiweißaufbaus und Hemmung des Eiweißabbaus, z. B. in der Skelettmuskulatur.

Reiz für die Insulinausschüttung ist ein sinkender Blutzuckerspiegel.

Medizin

Die medizinische Bedeutung des Insulins liegt im Kohlenhydratstoffwechsel – bei Insulinmangel kommt es Diabetes mellituszum Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Der Diabetes mellitus Typ 1 ist durch Autoimmunprozesse verursacht. Hingegen ist die Ursache des in den Industrieländern weit häufigeren Diabetes mellitus Typ 2 im Lebensstil zu suchen, vor allem Bewegungsmangel, falscher Ernährung und, damit einhergehend, Übergewicht. Daher wird der Diabetes in Kap. 17 detailliert dargestellt.

Das Glukagon
GlukagonGlukagon ist ebenfalls ein Peptidhormon. Als Gegenspieler des Insulins erhöht es den Blutzucker durch Förderung von Glykogenabbau und Glukoseneubildung (Glukoneogenese) aus Milchsäure (Laktat) oder anderen Stoffwechselmetaboliten (2.8.1). Außerdem steigert Glukagon den Fett- und Proteinabbau.
Die Regulation des Blutzuckerspiegels

Merke

Insulin ist das einzige Hormon, das den Blutzuckerspiegel senkt und die Glukose für die Energieerzeugung in der Zelle verfügbar macht. Demgegenüber gibt es mehrere Hormone, die den Blutzuckerspiegel erhöhen (Abb. 11.18).

Die wichtigsten Hormone für die Regelung des Blutzuckerspiegels sind die beiden bereits erwähnten Hormone Insulin und Glukagon. Ihre Sekretion wird in erster Linie durch den Blutzuckerspiegel gesteuert. Weitere Hormone mit Einfluss auf den Blutzucker sind Somatostatin und andere gastrointestinale Hormone (Abb. 11.18). Zusätzlich wird der Inselapparat sympathisch und parasympathisch innerviert.

Weitere endokrin aktive Organe

Endokrine OrganeDie „klassischen“ Hormondrüsen Hypothalamus, Hypophyse, Epiphyse, Schilddrüse, Nebenschilddrüsen und Nebennieren sowie Eierstöcke und Hoden sind zwar die bekanntesten, aber nicht die einzigen Hormonproduzenten im menschlichen Körper – eine Reihe anderer Zellen bildet ebenfalls Hormone (Tab. 11.2).
Die Hormone des Verdauungstrakts
Im Epithel des Verdauungstraktes gibt es ungefähr 20 verschiedene hormonproduzierende Zellen, etwa EC-, ECL-, G-, K- und L-Zellen. Diese Zellen dieses gastro-entero-pankreatischen Systems (GEP) sind v.a. an der (Mit-)Regulation des Verdauungsprozesses beteiligt (Tab. 11.2, 17.1.4).
Die Hormone des Fettgewebes
Fettgewebe:HormoneFettgewebe dient nicht nur als Energiespeicher, sondern ist auch ein hormonell aktives Organ, das proportional zur Zahl der Fettzellen Hormone abgibt, die z. B. über Appetit und Energieumsatz das Körpergewicht und die Fettanlage steuern. Bekanntestes Hormon des Fettgewebes ist das LeptinLeptin. Im ZNS hemmt Leptin beim Gesunden den Appetit. Beim Übergewichtigen scheinen die Leptinrezeptoren im ZNS defekt zu sein, sodass der Appetit trotz hoher Leptinkonzentrationen nicht gedämpft wird. Enge Beziehungen bestehen außerdem zum Glukosehaushalt. In der Peripherie erhöht Leptin interessanterweise den Blutdruck und beeinflusst die Blutgerinnung. Leptin wird außerdem als ein Bindeglied zwischen Hormon- und Immunsystem diskutiert.
Fettgewebe bildet darüber hinaus z. B. kleine Mengen Östrogene, und die unterschiedliche Freisetzung von Entzündungsbotenstoffen durch Fettgewebe an Stamm bzw. Hüften wird für deren Unterschiede bezüglich des kardiovaskulären Risikos verantwortlich gemacht.

Wiederholungsfragen

  • 1.

    Welche Aufgaben haben die Hormone? (11.1)

  • 2.

    Was sind Drüsen-, was Gewebehormone? (11.1)

  • 3.

    In welche chemischen Klassen werden die Hormone eingeteilt? (11.1.1)

  • 4.

    Wie werden die meisten Hormone im Blut zu den Zielzellen transportiert? (11.1.2)

  • 5.

    Wie erkennt ein Hormonmolekül seine Zielzelle? (11.1.3)

  • 6.

    Wie vermittelt der Zellmembranrezeptor die Hormonbotschaft an das Zellinnere? (11.1.3)

  • 7.

    Wieso können die Steroidhormone die Funktion ihrer Zielzellen direkt, also ohne „Second-Messenger“, beeinflussen? (11.1.3)

  • 8.

    Wie heißt das oberste Zentrum des Hormonsystems? (11.2)

  • 9.

    Welche beiden Hormone werden im Hypophysenhinterlappen gespeichert? (11.2.1)

  • 10.

    Wie wird die Freisetzung der glandotropen Hypophysenvorderlappenhormone kontrolliert? Nennen Sie mindestens zwei Beispiele. (11.2.2)

  • 11.

    Wo liegt die Schilddrüse, wie ist sie makroskopisch und mikroskopisch aufgebaut? (11.4.1)

  • 12.

    Welche Wirkungen haben die Schilddrüsenhormone? Was sind altersabhängige Besonderheiten der Schilddrüsenhormonwirkung, einer Schilddrüsenunter- und -überfunktion? (11.4.2)

  • 13.

    Welche Wirkungen hat das Parathormon? (11.5)

  • 14.

    Welches Hormon senkt den Blutkalziumspiegel? (11.5)

  • 15.

    Welche Hormone werden in der Nebennierenrinde produziert? (11.6.1)

  • 16.

    Welche Effekte haben Mineralokortikoide? (11.6.2)

  • 17.

    Welche Wirkungen haben die Glukokortikoide wie z. B. das Kortison? (11.6.3)

  • 18.

    Welche Substanzen werden vom Nebennierenmark ausgeschüttet? (11.6.5)

  • 19.

    Welche Wirkungen haben die Katecholamine in einer Stressreaktion? (11.6.6)

  • 20.

    Welche Hormone werden von den Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse gebildet? (11.7.1)

  • 21.

    Welche Wirkungen entfaltet Insulin im Körper? (11.7.2)

  • 22.

    Nennen Sie mindestens zwei Hormone, welche die Tätigkeit des Magen-Darm-Trakts mit regulieren (einschließlich ihrer Hauptwirkungen). (11.8)

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