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B978-3-437-26803-8.00010-5

10.1016/B978-3-437-26803-8.00010-5

978-3-437-26803-8

Abb. 10.1

DendritVier wichtige Mechanorezeptoren der Haut:MechanorezeptorenHaut.

Abb. 10.2

Vom SchmerzreizSchmerzreiz bis zur SchmerzwahrnehmungSchmerzwahrnehmung. Die Reizleitung kann durch körpereigene Hemmsysteme unterdrückt werden.

Abb. 10.3

Aufbau einer Muskelspindel.

Abb. 10.4

Aufbau von Riechschleimhaut:AufbauRiechschleimhaut und Riechkolben.

Abb. 10.5

[Foto: M375]

Aufbau einer Geschmacksknospe auf der Zungenoberfläche (links Schemazeichnung, rechts lichtmikroskopisches Bild).

Abb. 10.6

Links AugapfelAugapfel:mit Sehnerv mit Sehnerv (N. opticus). Die gestrichelte Linie deutet die Sehachse an. Rechts Augenkammern, Linse und Iris im Detail.

Abb. 10.7

Schichtaufbau der Netzhaut (Detailzeichnung).

Abb. 10.8

GesichtsfeldGesichtsfeld und SehbahnSehbahnSehbahn.

Abb. 10.9

Bildentstehung, AugeBildentstehung auf der Netzhaut::: Fern- und Nahakkommodation.

Abb. 10.10

Altersabhängigkeit von Akkommodationsbreite, abnehmendeAkkommodationsbreite, abnehmendeAkkommodationsbreite und Nahpunktentfernung, AlterNahpunktentfernung.

Abb. 10.11

Strahlengang bei KurzKurzsichtigkeit:Strahlengang- und Weitsichtigkeit, oben ohne, unten mit Korrektur durch eine BrilleBrille. Bei Alterssichtigkeit entsteht das scharfe Bild naher Gegenstände wie bei Weitsichtigkeit hinter der Netzhaut. Ursache ist aber eine unzureichende Lichtbündelung durch verminderte Linsenelastizität und -krümmung.

Abb. 10.12

Schnitt durch die AugenhöhleAugenhöhle mit Blick von lateral auf die vier geraden und die zwei schrägen äußeren Augenmuskeln.

Abb. 10.13

[E364]

Schutzeinrichtungen des AugesAuge:Schutzeinrichtungen.

Abb. 10.14

Links Übersicht über äußeres OhrOhr:Übersicht, Mittelohr und InnenohrInnenohrInnenohr (vergrößert). Die roten Pfeile markieren die Schallwellen, die dann das Trommelfell in Schwingungen versetzen. Rechts die Paukenhöhle im Detail. Die schwarzen Pfeile zeigen die Bewegung der Gehörknöchelchen infolge der Trommelfellschwingung.

Abb. 10.15

Links Schnitt durch die Schnecke. Man erkennt die Scala vestibuli, die häutige Schnecke und die Scala tympani. Rechts häutige Schnecke im Detail.

Abb. 10.16

Der HörspektrumHörbereich des Menschen.

Abb. 10.17

Audiogramm in den verschiedenen Lebensphasen.

Abb. 10.18

Links das knöcherne Labyrinth als Ausgussmodell. Rechts Schnitt durch knöcherne Schnecke, Vorhof und Bogengänge mit Darstellung des VII. und VIII. Hirnnerven.

Abb. 10.19

Aufbau der MakulaMakula:Aufbau.

Abb. 10.20

Ablenkung der Statolithenmembran bei LagewechselLagewechsel.

Abb. 10.21

Ablenkung der Cupula bei DrehbeschleunigungDrehbeschleunigung.

Funktion der äußeren Augenmuskeln.Musculus(-i):rectus superior/inferiorMusculus(-i):rectus lateralis/medialisMusculus(-i):obliquus superior/inferior

Tab. 10.1
Augenmuskel Funktion; Innervation
M. rectus superior
(oberer gerader Augenmuskel)
Hebung und Innenrollung des Auges; N. oculomotorius (HN III)
M. rectus inferior
(unterer gerader Augenmuskel)
Senkung und Außenrollung des Auges; N. oculomotorius (HN III)
M. rectus lateralis
(äußerer gerader Augenmuskel)
Abduktion (Auswärtsbewegung); N. abducens (HN VI)
M. rectus medialis
(innerer gerader Augenmuskel)
Adduktion des Auges (Nasalbewegung); N. oculomotorius (HN III)
M. obliquus superior
(oberer schräger Augenmuskel)
Abduktion, Senkung und Einwärtsrollung des Auges; N. trochlearis (HN IV)
M. obliquus inferior
(unterer schräger Augenmuskel)
Abduktion, Hebung und Außenrollung des Auges; N. oculomotorius (HN III)

Sensibilität und Sinnesorgane

Lernzielübersicht

Einführung

  • SinneszellenSinneszellen bzw. -organe informieren das ZNS über den Körper und die Außenwelt.

  • Sinnesmodalitäten (Sinne) sind z. B. Hören, Sehen und Schmecken.

Die Hautsensibilität: Tastsinn und Temperaturempfinden

  • Die verschiedenen Hautrezeptoren nehmen Berührung, Druck, Vibration, Juckreiz, Schmerz und Temperatur wahr.

Die Schmerzempfindung

  • Schmerzrezeptoren warnen als lebensnotwendige Alarmgeber vor schädigenden Einflüssen.

  • Man unterscheidet den somatischen, viszeralen, neurogenen und psychogenen Schmerz.

Die Tiefensensibilität

  • Durch Rezeptoren in Muskeln, Sehnen und Gelenken wird das Gehirn ständig über die Stellung der Glieder informiert.

Der Geruchs- und Geschmackssinn

  • Chemorezeptoren in der Nase nehmen eine enorme Vielfalt von Geruchsunterschieden wahr.

  • Die Geschmacksrezeptoren sind v. a. im Bereich der Zunge lokalisiert. Sie nehmen – unter Mitbeteiligung des Geruchssinnes – die Qualitäten süß, sauer, bitter, salzig und umami wahr.

Auge und Sehsinn

  • Das Auge nimmt Lichtreize wahr. Durch die vorn gelegene Hornhaut und die Linse werden die Lichtstrahlen gesammelt und auf die lichtempfindliche Schicht des Auges projiziert, die Netzhaut. Hier liegen die Lichtsinneszellen: die Zapfen für die Farbwahrnehmung und die Stäbchen für die Hell-Dunkel-Wahrnehmung.

  • Durch Veränderung der Linsenform kann sich das Auge auf verschiedene Entfernungen einstellen (Akkommodation).

  • Die Fähigkeit des Auges, sich an unterschiedliche Helligkeiten anzupassen, heißt Hell-Dunkel-Adaptation.

  • Die äußeren Augenmuskeln ermöglichen dem Augapfel eine fein regulierte Beweglichkeit.

Das Hör- und Gleichgewichtsorgan

  • Das Hörorgan reagiert auf Schallreize. Man unterscheidet das äußere Ohr mit Ohrmuschel und Gehörgang, das Mittelohr mit den Gehörknöchelchen und das Innenohr.

  • Im schneckenförmigen Innenohr liegt das Corti-Organ als sinnesaufnehmende Struktur. Die Hörsinneseindrücke werden über den VIII. Hirnnerv zum Gehirn geleitet.

  • In direkter Nachbarschaft zum Hörsinnesorgan liegt das Gleichgewichtsorgan. Er besteht aus dem Vorhof und den drei Bogengängen und informiert das Gehirn über Lage und Beschleunigung des Körpers.

Einführung

SensibilitätSensibilitätSensibilität ist die Fähigkeit, Reize aus der Umwelt oder dem Körperinneren wahrzunehmen. Die Sinneseindrücke können über einzelne Sinneszellen oder komplexe Sinnesorgane vermittelt werden.
Die Sinnesrezeptoren
SinnesrezeptorSinnesrezeptoren (SensorenSensoren, „Messfühler“) sind spezialisierte Zellen (häufig Nervenzellen = Neurone), die von bestimmten inneren oder äußeren Reizen angeregt werden und diese dann in Form von elektrischen Impulsen oder chemischen Reaktionen weiterleiten.
Ein Reiz ausreichender Stärke bewirkt an einem für diese Reizart empfänglichen Rezeptor eine Veränderung des Membranpotenzials und löst letztlich ein Aktionspotenzial aus (9.2.3, 9.2.6). Bei primären Sinneszellen wird das Aktionspotenzial über das Axon der Sinneszelle selbst fortgeleitet. Sekundäre Sinneszellen übermitteln die Information über eine Synapse (9.3.1) an ein sensibles Neuron, in dem dann das Aktionspotenzial entsteht.
Die Rezeptoren reagieren spezifisch auf eine bestimmte Reizart:
  • Mechanorezeptoren reagieren auf mechanische Einwirkungen, etwa Druck oder Zug. Ein Sonderfall sind die Dehnungsrezeptoren in den Muskelspindeln

  • Thermorezeptoren (Temperaturrezeptoren) melden Kälte bzw. Wärme

  • Photorezeptoren sprechen auf Licht an

  • ChemorezeptorChemorezeptoren reagieren z. B. auf Geschmacksstoffe im Mund bzw. Geruchsstoffe in der Nase

  • Nozizeptoren leiten Schmerzreize infolge von Gewebeschädigungen weiter.

Merke

Alle Sinneseindrücke, die durch ein bestimmtes Rezeptorsystem vermittelt werden, bezeichnet man als Sinnesmodalität, kurz Sinn. Die fünf klassischen Sinne sind das Sehen und Hören als Fernsinne sowie das Schmecken, Riechen und Tasten als Nahsinne. Die Physiologie differenziert (allerdings nicht einheitlich) zusätzliche Sinne, meist den Gleichgewichtssinn, den Körpersinn (Tiefensensibilität), die Temperaturempfindung und die Schmerzempfindung.

Innerhalb einer Sinnesmodalität gibt es verschiedene Sinnesqualitäten (Sinnessubmodalitäten), etwa das Schmecken von bitter.

Die Reizleitung und Reizverarbeitung
ReizleitungReizverarbeitungDie von den Sinnesrezeptoren aufgenommenen und in Nervenimpulse übersetzten Informationen werden über Nerven zu Rückenmark und/oder Gehirn fortgeleitet.
  • In Rückenmark und Hirnstamm bewirken sie unbewusste Antworten in Form von Reflexen (9.10)

  • Impulse, die im Zwischenhirn den Thalamus erreichen, werden dort gefiltert. Nur solche Impulse, die als wichtig beurteilt werden, werden an die Großhirnrinde übermittelt, wo sie eine bewusste Empfindung auslösen.

Die Hautsensibilität: Tastsinn und Temperaturempfinden

Die Hautsensibilität und Hautrezeptoren
In der HautrezeptorenHautsensibilitätHaut – als Grenze zur Außenwelt – liegen zahlreiche Sinnesrezeptoren. Als Oberflächen- oder Hautsensibilität werden üblicherweise zusammengefasst:
  • Der TastsinnTastsinn. Registrierung von Berührung, Druck und Vibration durch Mechanorezeptoren ermöglicht die Wahrnehmung äußerer Gegenstände und über die „Umweltkontakte“ (etwa einen harten Stuhl) auch die Erfahrung der eigenen Körperoberfläche

  • Temperatur- und Schmerzempfindung.

Entsprechend gibt es unterschiedliche Hautrezeptoren, die auf bestimmte Reizarten spezialisiert und unterschiedlich dicht auf der Körperoberfläche verteilt sind. Die Hautrezeptoren bestehen aus Fortsätzen von sensiblen Nervenzellen, die frei in der Haut enden oder in Epithelien oder bindegewebige Strukturen eingebettet sind. Ihre Erregungen werden an die sensorischen Rindenfelder der Großhirnrinde übermittelt (Abb. 9.11, Abb. 9.12).
Die Mechanorezeptoren
  • Merkel-Merkel-TastscheibeMechanorezeptorTastscheiben (Merkel-Zellen Abb. 10.1) sind spezialisierte Hautzellen in der Oberhaut haarloser Körperregionen (Leistenhaut 8.1). Besonders reichlich kommen sie an den Handflächen und Fußsohlen vor. Die in der Lederhaut gelegenen Ruffini-Ruffini-KörperchenKörperchen (Ruffini-Kolben) finden sich in der behaarten wie unbehaarten Haut. Bei beiden handelt es sich um Druckrezeptoren

  • Die eiförmigen Meißner-Meissner-TastkörperchenTastkörperchen (Abb. 10.1) kommen in der oberen Lederhaut der unbehaarten Haut vor, vor allem in Finger- und Zehenspitzen, Augenlidern und Lippen und äußerem Genitale. Sie registrieren Berührungen. In der behaarten Haut erfüllen HaarfollikelsensorenHaarfollikelsensoren diese Aufgabe, das sind Nervengeflechte, welche die Haarwurzeln umgeben

  • Die zwiebelartig aufgebauten Vater-Pacini-Vater-Pacini-LamellenkörperchenLamellenkörperchen (Abb. 10.1) finden sich in der Unterhaut, in inneren Organen, Muskeln und Gelenken. Sie sind VibrationssensorVibrationssensoren

  • Freie Nervenendigungen, freieNervenendigungen sind afferente Nervenfasern ohne Hülle. Sie dienen nicht nur als Mechanorezeptoren, sondern nehmen auch Temperatur- und Schmerzreize sowie Juckreiz wahr.

Im Alter lässt die Hautsensibilität und dabei vor allem der Vibrationssinn nach.

Pflege von Kindern

Die Haut als größtes Sinnesorgan hat großen Einfluss auf das Wohlgefühl des Menschen – von Anfang des Lebens an. Babys brauchen körperliche Zuwendung für ihre Entwicklung und beruhigen sich oft durch körperliche Nähe und Streicheln. Auch wenn BabymassageBabymassage oft nicht möglich ist, sollten Säuglinge nicht schnell und „nebenher“, sondern mit Ruhe und bewusster Berührung versorgt werden.

Die Temperaturrezeptoren
Das ZNS wird über TemperaturrezeptorTemperaturrezeptoren, die vermutlich als freie Nervenendigungen überall in der Haut, im Körperinneren und im ZNS lokalisiert sind, ständig über die Temperatur an der Körperoberfläche und im Körperinneren informiert.
Man unterscheidet Warm- und Kaltrezeptoren, die Temperaturen von 10–45 °C registrieren. Darüber und darunter werden vorwiegend Schmerzrezeptoren stimuliert.

Die Schmerzempfindung

Die SchmerzempfindungSchmerzempfindung nimmt eine Sonderstellung ein, denn sie ist subjektiv und unangenehm – im Gegensatz z. B. zu der objektiven und neutralen Wahrnehmung „stumpf“. Teilweise wird deshalb zwischen dem Schmerz als subjektivem Empfinden und der NozizeptionNozizeption als den dabei stattfindenden objektiven Vorgängen unterschieden.

Die Schmerzentstehung

SchmerzrezeptorenSchmerzrezeptorenSchmerzrezeptoren (NozizeptorenNozizeptoren), Schmerzentstehungvorwiegend freie Nervenendigungen, kommen überall in der Haut und in vielen Regionen des Körperinneren vor. Sie reagieren auf chemische Stoffe, die bei Gewebeschädigungen (z. B. Quetschung, Entzündung) freigesetzt werden, etwa Prostaglandine oder Histamin.
Die Erregungen aus den Schmerzrezeptoren gelangen über periphere Nerven (bzw. aus den inneren Organen über Fasern des vegetativen Nervensystems) zum Rückenmark. Neurotransmitter sind hier Glutamat und Substanz P. Von dort werden sie über den Thalamus zu den sensorischen Rindenfeldern des Großhirns weitergeleitet, wo der Schmerz bewusst wird (Aufsteigendes Aktivierungssystemaufsteigendes Aktivierungssystem).
Diese Weiterleitung kann vom Gehirn durch das Absteigendes Hemmsystemabsteigende Hemmsystem (Abb. 10.2) gehemmt werden. Vom Gehirn absteigende Bahnen Serotoninmit Serotonin als Transmitter führen an Rückenmarksneuronen zur Freisetzung u. a. Endorphinevon Endorphinen, welche die Schmerzweiterleitung hemmen. Dies soll sicherstellen, dass Schmerzreize nicht zur Unterbrechung lebensnotwendiger Handlungen (etwa Fluchtreaktionen) führen.

Merke

Schmerzrezeptoren zeigen keine Adaptation, d. h., ihre Empfindlichkeit für Reize nimmt nicht mit der Zeit ab, sondern bleibt gleich stark. Auch wenn sie quälend sind – Schmerzen sind lebensnotwendige Alarmgeber!

Durch verschiedene periphere und zentrale Mechanismen kann das Schmerzempfinden sogar zunehmen:

  • Am Ort der Schmerzentstehung werden Botenstoffe ausgeschüttet, insbesondere die verschiedensten Entzündungsbotenstoffe, welche die Empfindlichkeit der Schmerzrezeptoren erhöhen (periphere Sensibilisierung)

  • Die im Rückenmark an der Schmerzweiterleitung beteiligten Synapsen sind veränderbar (plastisch). Wiederholte Aktivierung dieser Synapsen führt durch Langzeitpotenzierung (9.15) zu einer effektiveren Übertragung des Schmerzes (zentrale Sensibilisierung). Es ist davon auszugehen, dass an der Schmerzwahrnehmung beteiligte Synapsen im Gehirn ähnliche Phänomene Schmerzgedächtniszeigen – ein Schmerzgedächtnis bildet sich aus.

Die Charakteristika des Schmerzes

Der somatische Schmerz
Rührt die Schmerzempfindung von der Haut, dem Bewegungsapparat oder dem Bindegewebe, handelt es sich um Schmerz:somatischersomatischen Somatischer SchmerzSchmerz. Ist der Reiz in der Haut lokalisiert, spricht man vom Oberflächenschmerz, geht der Schmerz:CharakteristikaSchmerz von Muskeln, Gelenken, Knochen oder Bindegewebe aus, wird er Tiefenschmerzals Tiefenschmerz bezeichnet.
Der OberflächenschmerzOberflächenschmerz hat zwei nacheinander bewusst werdende Anteile:
  • Der erste Oberflächenschmerz hat einen hellen Charakter, kann räumlich und zeitlich gut definiert werden und klingt nach Aufhören des Reizes schnell ab

  • Der zweite Oberflächenschmerz ist ebenso wie der Tiefenschmerz von eher dumpfem oder brennendem Charakter, kann ausstrahlen, ist schwerer zu lokalisieren und klingt langsamer ab.

Der viszerale Schmerz
Der viszerale Schmerz:viszeralerSchmerz oder EingeweideschmerzEingeweideschmerz ähnelt in seinem dumpfen Charakter dem Tiefenschmerz. Er tritt z. B. bei Dehnung oder Krämpfen von glatter Muskulatur, bei Mangeldurchblutung und bei Entzündungen auf. Er kann sich als Dauerschmerz oder als periodisch wiederkehrender Schmerz (z. B. Koliken, Wehen) äußern.
Somatischer und viszeraler Schmerz werden teilweise als nozizeptiver Schmerz:nozizeptiverSchmerz zusammengefasst.
Der neurogene Schmerz
Schmerz:neurogenerDer neurogene (neuropathische) Schmerz entsteht durch Reizung von Nervenfasern und -bahnen, wenn diese geschädigt oder unterbrochen werden. Er hat oft einen „hellen“, einschießenden Charakter (z. B. Trigeminusneuralgie 9.11.1).
Der psychogene Schmerz
Schmerz:psychogenerSchmerzursache kann auch eine psychische Störung sein, die in einer körperlichen Erscheinung, dem Schmerz, ihren Ausdruck findet. Aber Vorsicht: Nicht immer, wenn (auf Anhieb) keine körperliche Schmerzursache zu finden ist, ist der Schmerz psychogen! Und: Auch körperlich bedingte Schmerzen werden durch psychische Faktoren beeinflusst!
Akuter und Dauerschmerz
Neben dem Entstehungsort ist es sinnvoll, bezüglich der DauerschmerzDauer des Schmerzes zu unterscheiden:
  • Der akute Schmerz:akuter/chronischerSchmerz hat eine begrenzte Dauer und klingt rasch ab. Dieser Schmerz kann selbst bei größerer Schmerzstärke oft ohne Medikamente ertragen werden

  • Der chronische Schmerz tritt als Dauerschmerz (z. B. Rücken-, Tumorschmerz) oder als häufig wiederkehrender Schmerz (z. B. Migränekopfschmerzen oder Angina-pectoris-Schmerzen) auf. Chronische Schmerzen sind nur schwer zu ertragen.

Medizin

Hat sich ein (chronischer) Schmerz „verselbstständigt“ und seine Funktion als Alarmgeber verloren, liegt eine Schmerzkrankheit vor.

Die Schmerztherapie

Schmerzen zermürben – entsprechend wichtig ist eine ausreichende Schmerztherapie. SchmerztherapieDiese fußt fast immer auf mehreren Säulen, z. B. Beseitigung der Schmerzursache, physikalischen Verfahren, Vermittlung von Schmerzbewältigungsstrategien und Gabe von Medikamenten.
Schmerzlindernde Arzneimittel (Analgetika, AnalgetikaSchmerzmittel) sind die in Deutschland am häufigsten eingenommenen Medikamente. Obwohl einige Substanzen frei verkäuflich sind, ist ihre Einnahme keineswegs risikolos. Akutnebenwirkungen (z. B. Magenbeschwerden, Blutungen) sind ebenso möglich wie eine Abhängigkeitsentwicklung.
Für die Behandlung leichter oder entzündungsbedingter Schmerzen werden Nicht-Opioid-AnalgetikaNicht-Opioid-Analgetika wie Azetylsalizylsäure (z. B. Aspirin®), Paracetamol (z. B. ben-u-ron®) oder Ibuprofen (z. B. Ibu®) verwendet. Ihre Wirkung beruht hauptsächlich auf einer Verminderung der Prostaglandinbildung.
Bei sehr starken Schmerzen (beispielsweise postoperativ, Tumorschmerz) sind häufig Opioid-OpioideAnalgetika notwendig, die wegen des Abhängigkeits- und Missbrauchsrisikos nur unter den strengen Kontrollvorschriften der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung (BtMVV)Betäubungsmittelverschreibungsverordnung (BtMVV) abgegeben werden. Opioid-Analgetika wirken über Rezeptoren im ZNS.
Ganz wichtig: Auch Kinder und alte Menschen haben Anspruch auf angemessene Schmerztherapie, sie wird aber gerade bei ihnen aus verschiedenen Gründen häufig vernachlässigt!

Pflege

Die Aufgaben der Pflegenden bei der Schmerztherapie reichen vom SchmerzassessmentSchmerzassessment (Schmerzeinschätzung, vorzugsweise mittels standardisierter Skalen) über die Mithilfe bei oder die Durchführung von Schmerztherapien bis zur Anleitung des Patienten zur Einnahme der Schmerzmedikation: Insbesondere bei chronischen Tumorschmerzen ordnet der Arzt eine regelmäßige Gabe länger wirksamer Schmerzmittel an. Sie lindert im Vergleich zur Medikation nach Auftreten von Schmerzen den Schmerz besser und vermindert das Abhängigkeitsrisiko. Viele Tumorkranke benötigen darüber hinaus eine schnell wirksame Schmerzmedikation für Schmerzdurchbrüche.

Die Tiefensensibilität

Im Wachen sind wir ständig über die Stellung unserer Glieder zueinander informiert (StellungssinnStellungssinn). Wir können Bewegungen unserer Gelenke wahrnehmen (BewegungssinnBewegungssinn) und haben ein Gefühl für den Widerstand, gegen den unsere Muskeln Bewegungen durchführen (KraftsinnKraftsinn). Diese Fähigkeiten, die über Mechanorezeptoren in Muskeln, Gelenken und Sehnen vermittelt werden, werden zusammenfassend als TiefensensibilitätTiefensensibilität bezeichnet.
Man unterscheidet folgende Rezeptortypen:
  • Die in den Muskeln gelegenen MuskelspindelMuskelspindeln (Abb. 10.3) bestehen aus spezialisierten quergestreiften Muskelfasern (intrafusalen Muskelfaser:intrafusaleMuskelfasern) mit zentralen Dehnungssensoren. Sie werden durch Dehnung des betreffenden Muskels gereizt und informieren über die Muskellänge. Die Enden der intrafusalen Muskelfasern sind kontraktil und werden durch γ-Motoneurone (9.9.2) motorisch innerviert. Dies ermöglicht eine optimale Einstellung der Empfindlichkeit des Dehnungssensors

  • Golgi-Golgi-SehnenorganSehnenorgane liegen am Übergang zwischen Muskeln und Sehnen. Sie registrieren die Muskelspannung, verhindern eine zu starke Muskelanspannung und ermöglichen durch die Regulation der Muskelspannung feine Bewegungen

  • In Gelenken bzw. Gelenkkapseln liegen unter anderem die erwähnten Vater-Pacini-Lamellenkörperchen. Sie registrieren mechanische Verformungen (z. B. bei Gelenkbewegungen) und informieren so über die Gelenkstellung.

Die Erregungen aus diesen Rezeptoren bewirken teilweise bewusste Empfindungen, die ggf. mit bewussten Bewegungen beantwortet werden.
Viele andere Erregungen, beispielsweise für den Erhalt des Muskeltonus, das Zusammenspiel von Streck- und Beugemuskeln und die Koordination komplexer Bewegungsabläufe, bleiben unbewusst, und auch die Reizantworten erfolgen unbewusst reflektorisch.

Der Geruchs- und Geschmackssinn

Der Geruchssinn

Der GeruchssinnGeruchssinnGeruchssinn wirkt als „Kontrollstation“ für die Luft am Anfang der Atemwege.
Die Geruchsrezeptoren sind ChemorezeptorenChemorezeptoren, die in den RiechfelderRiechfelderRiechfeldern im oberen Bereich der Nasenscheidewand und an der oberen Nasenmuschel liegen.
Die Riechfelder bestehen mikroskopisch aus drei verschiedenen Zellarten (Abb. 10.4):
  • Die säulenförmigen Stützzellen machen den Hauptteil der Zellen aus

  • Die tief liegenden Basalzellen sind die Stammzellen für die kurzlebigen, jeweils zwischen mehrere Stützzellen eingebetteten Riechzellen

  • Die RiechzellenRiechzellen sind primäre Sinneszellen und das erste Neuron der Riechbahn. Über 300 verschiedene Rezeptortypen ermöglichen dem Menschen die Wahrnehmung Tausender unterschiedlicher Gerüche!

Die Riechzellen sind polar aufgebaut:
  • An ihrem einen Ende befinden sich jeweils 6–8 feine RiechhärchenRiechhärchen mit den Geruchsrezeptoren, die mit den Geruchsstoffen der vorbeiströmenden Einatmungsluft reagieren

  • Am anderen Ende ziehen ihre Axone, zum Nervus(-i):olfactoriusN. olfactorius (RiechnervRiechnerv, N. I) vereinigt, durch die Löcher der Siebbeinplatte zu den RiechkolbenRiechkolben (Bulbus Bulbus(-i):olfactoriusolfactorius) beidseits in der vorderen Schädelgrube unter den Stirnlappen des Großhirns.

Die Axone von jeweils ca. 1.000 Riechzellen mit dem gleichen Rezeptor ziehen dabei zu einem gemeinsamen Riechknötchen (Glomerulus olfactorius). Dort werden die Signale auf den Dendriten einer Mitralzelle als zweitem Neuron der RiechbahnRiechbahn umgeschaltet (Abb. 9.8). Die Axone der Mitralzellen ziehen dann über den Tractus:olfactoriusRiechstrangRiechstrang (Tractus olfactorius) zu verschiedenen entwicklungsgeschichtlich älteren Anteilen der Großhirnrinde. Dieses RiechhirnRiechhirn ist eng mit dem limbischen System verknüpft.
Zusätzlich liegen kleine Drüsen in der Riechschleimhaut, deren Sekret die Schleimhaut spült und die Geruchsstoffe löst und durch Bindungsproteine „festhält“.
Wahrscheinlich gibt es in der menschlichen Nase weitere spezialisierte Zellen, die auf PheromonePheromone reagieren, chemische Lockstoffe, die unbewusst unsere Gefühle und unser (Sexual-)Verhalten beeinflussen.
Der Geruchssinn alter Menschen
Auch bei gesunden alten Menschen lässt der Geruchssinn nach. Etwa ¾ der über 80-Jährigen haben eine Riechstörung, nicht wenige riechen gar nichts mehr.

Der Geschmackssinn

Die GeschmackssinnChemorezeptoren des Geschmackssinns werden durch gelöste Substanzen in der Mundhöhle erregt. An allen Geschmacksempfindungen ist der Geruchssinn beteiligt. Geruchs- und Geschmackssinn sind außerdem eng mit dem vegetativen Nervensystem verbunden: Schlechter Geschmack oder Geruch kann Übelkeit und Erbrechen auslösen; angenehmer regt die Speichel- und Magensaftsekretion an.
Die GeschmacksrezeptorenGeschmacksrezeptoren liegen in den GeschmacksknospenGeschmacksknospenGeschmacksknospen von Zunge, Mundschleimhaut, Rachen und Kehldeckel (Abb. 10.5). Besonders konzentriert liegen sie in den verschiedenen ZungenpapilleZungenpapillen, kleinen Schleimhauterhebungen, die dem Geschmacks- und Tastempfinden dienen.
Ähnlich wie die Riechfelder sind auch die Geschmacksknospen aus Stützzellen und Sinneszellen – den GeschmackszelleGeschmackszellen – aufgebaut. Die Stützzellen sind spezialisierte Epithelzellen der Mundschleimhaut, die ebenso wie die Geschmackszellen von den Basalzellen gebildet werden. Die Stützzellen formen eine Kapsel um die Geschmackszellen. Jede der länglichen Geschmackszellen hat an einem Ende einen kleinen Fortsatz, das Geschmacksstiftchen. Es ragt an einer Öffnung, dem Geschmacksporus, aus der Geschmacksknospe in die Mundhöhle und dient zur Reizaufnahme. An seinem gegenüberliegenden Ende befinden sich afferente Fasern von Neuronen, welche die Geschmackseindrücke vor allem über den VII. und XII. Hirnnerv zu den GeschmacksfelderGeschmacksfeldern in der hinteren Zentralwindung des Großhirns (9.5) weiterleiten. Die Geschmackszellen sind also sekundäre Sinneszellen.
Alle Geschmacksempfindungen können auf wenige Grundqualitäten zurückgeführt werden: süß, salzig, bitter, sauer und umami (japanisch: lecker schmeckend). Die Umami-Rezeptoren werden durch Aminosäuren gereizt, vor allem Glutamat (das auch in Geschmackverstärkern enthalten ist). Eventuell gibt es fettig als sechste Geschmacksqualität. Die verschiedenen Rezeptoren sind in etwa gleichmäßig auf der Zunge verteilt. Ausnahme ist bitter, das vornehmlich am Zungengrund geschmeckt wird.
Der Geschmackssinn alter Menschen
Nicht nur das Riech-, sondern auch das Geschmacksvermögen lässt im Alter nach: Alter:GeschmackssinnBis zum 70. Lebensjahr büßt der Mensch etwa zwei Drittel seiner Geschmacksknospen ein.

Pflege alter Menschen

Das nachlassende Geruchs- und Geschmacksvermögen erklärt, weshalb viele alte Menschen über den „faden“ Geschmack ihres Essens klagen, und ist eine wichtige Teilursache von Appetitmangel und Mangelernährung im Alter. „Nachhelfen“ mit Kräutern, Gewürzen und evtl. Aromen kann dazu beitragen, dass das Essen den alten Menschen wieder besser schmeckt.

Auge und Sehsinn

Der Augapfel

AugeDer kugelige AugapfelAugapfelAugapfel (Bulbus Bulbus(-i):oculioculi) liegt in der mit Fettgewebe ausgekleideten Augenhöhle. Seine Wand ist zwiebelschalenartig aus drei Schichten aufgebaut: der äußeren, mittleren und inneren Augenhaut (Abb. 10.6). Am hinteren Augapfelpol tritt der Sehnerv aus, der die Seheindrücke an das Großhirn weiterleitet. Bewegt wird der Augapfel durch sechs äußere Augenmuskeln (10.6.4).
Die äußere Augenhaut
Die weiße LederhautLederhaut (SkleraSklera) besteht aus festem Bindegewebe. Sie umhüllt den ganzen Augapfel und gibt ihm seine Form. Vorne geht die Lederhaut in die lichtdurchlässige, gefäßlose Hornhaut:AugeHornhaut (KorneaKornea) über. Diese ist etwas stärker gewölbt als der übrige Augapfel und maßgeblich an der Lichtbrechung beteiligt (10.6.2).
Die mittlere Augenhaut
Die gefäßreiche mittlere AugenhautAugenhaut wird in ihrem hinteren Abschnitt als AderhautAderhaut (ChoroideaChoroidea) bezeichnet. Ihre zahlreichen Blutgefäße versorgen die Netzhaut mit Nährstoffen, und ihre braun-schwarzen Pigmente verhindern störende Lichtreflexionen innerhalb des Augapfels.
Vorne geht die Aderhaut in den ZiliarkörperZiliarkörper (Corpus ciliare, StrahlenkörperCorpus(-ora):ciliareStrahlenkörper) über, an dessen bindegewebigen Zonulafasern die Linse aufgehängt ist (Abb. 10.7). Der Ziliarkörper enthält zudem einen ringförmigen Muskel (ZiliarmuskelZiliarmuskel), der den Krümmungszustand der Linse beim Nah- und Fernsehen verändern kann (AkkommodationAkkommodationAkkommodation 10.6.3).
In gefäßreichen Bindegewebsfortsätzen des Ziliarkörpers wird das KammerwasserKammerwasser gebildet, welches die vor der Iris liegende vordere AugenkammerAugenkammer und die hinter der Iris liegende hintere Augenkammer füllt und für die Ernährung von Hornhaut und Linse sorgt. Der Abfluss des Kammerwassers erfolgt über den ringförmigen Schlemm-Schlemm-KanalKanal im KammerwinkelKammerwinkel, der „Ecke“ zwischen Hornhaut und Iris (Abb. 10.7). Normalerweise befinden sich Kammerwasserproduktion und -abfluss im Gleichgewicht, sodass der vom Kammerwasser gebildete AugeninnendruckAugeninnendruckAugeninnendruck (normal 10 bis 20 mmHg) relativ konstant ist.

Prävention

Beim grünen Grüner StarStar (GlaukomGlaukom) ist der Augeninnendruck erhöht. Ohne Behandlung kommt es zu Netzhaut- und Sehnervenschäden bis zur Erblindung. Da anfangs keinerlei Beschwerden bestehen, sind allen über 40- bis 45-Jährigen regelmäßige Augeninnendruckmessungen zu empfehlen.

Weiter vorne schließt sich an den Ziliarkörper die RegenbogenhautRegenbogenhaut (IrisIris) an. Diese ist eine kreisrunde Scheibe, die in der Mitte ein Loch hat, die PupillePupille. Ihre zahlreichen Pigmente bestimmen die Augenfarbe eines Menschen, wobei sich die Pigmentierung erst im Verlauf des ersten Lebensjahres ausbildet.
Daneben enthält die Regenbogenhaut scherengitterartig angeordnete glatte Muskelfasern, die je nach Lichtverhältnissen – wie die Blende eines Fotoapparates – die Pupillenweite verändern. Diese Muskeln werden als M. sphincter Musculus(-i):sphincter pupillaepupillae (PupillenverengerPupillenverenger, Pupillenschließmuskel) und M. dilatator Musculus(-i):dilatator pupillaepupillae (PupillenerweitererPupillenerweiterer) bezeichnet; beide werden vom vegetativen Nervensystem innerviert.
  • Beispielsweise bei starker Helligkeit, Müdigkeit oder Nahsicht kommt es parasympathisch vermittelt zur Pupillenverengung (MiosisMiosis)

  • Umgekehrt erweitert sich die Pupille sympathikusvermittelt bei Dämmerung, Fernsicht oder MydriasisStressreaktion (Mydriasis).

Die Fähigkeit der Pupille, sich bei plötzlicher starker Lichteinstrahlung durch Engerwerden an die neue Lichtintensität anzupassen, heißt LichtreflexLichtreflex.

Pflege

Vor einigen Augenuntersuchungen muss die Pupille mit AugentropfenAugentropfen erweitert werden. Die Wirkung solcher Mydriatika hält einige Stunden an, in denen der Patient lichtempfindlich ist und unscharf sieht. Manche Patienten benötigen deshalb eine Sonnenbrille, und vor allem ältere Patienten bedürfen wegen erhöhter Sturzgefährdung der Begleitung.

Die Prüfung des Pupillenreflexes
Der PupillenreflexPupillenreflex wird mit einer (Stab-)Lampe geprüft, die nach einem vorgegebenen Schema vor den Augen des Patienten an- und ausgeschaltet wird. Beobachtet und dokumentiert werden Größe, Form und Lichtreaktion beider Pupillen. Ein gestörter Pupillenreflex weist auf eine Sehstörung oder eine neurologische Erkrankung hin, z. B. einen erhöhten Druck im Schädelinnenraum.
Die innere Augenhaut
Zur inneren Augenhaut gehören die NetzhautNetzhautNetzhaut (RetinaRetina, Abb. 10.7) mit den bildaufnehmenden Sinneszellen und das PigmentepithelPigmentepithel, das die Netzhaut umkleidet, störende Lichtstreuungen verhindert und die äußeren Abschnitte der Photorezeptoren abbaut, welche ständig nachgebildet werden. Zwischen Pigmentepithel und Netzhaut besteht nur im Bereich des Sehnervenaustritts (PapillePapille) und am Ziliarkörper eine feste Verbindung (Abb. 10.6). An den übrigen Stellen wird der notwendige Kontakt der Schichten durch den Augeninnendruck gewährleistet.
Nährstoffe erhält die Netzhaut über die zentrale Netzhautarterie:zentraleNetzhautarterie (A. centralis retinae), die zusammen mit dem Sehnerv (N. opticus) in das Auge eintritt. Der venöse Blutabfluss erfolgt über die mit der Arterie parallel verlaufende zentrale Netzhautvene:zentraleNetzhautvene (V. centralis retinae). Mithilfe eines Augenspiegels (OphthalmoskopOphthalmoskop) ist es möglich, den Augenhintergrund mit den darin verlaufenden Gefäßen zu untersuchen.
Die Netzhaut selbst ist aus mehreren Schichten aufgebaut (Abb. 10.7): Ganz außen liegen, als erste Neuronen der Sehbahn, die PhotorezeptorPhotorezeptorzellen, die lichtempfindlichen StäbchenStäbchen und ZapfenZapfen.
  • Die Zapfen nehmen Farbunterschiede wahr und ermöglichen eine hohe Bildauflösung („scharfes“ Sehen): Sie sind allerdings nicht allzu lichtempfindlich, sozusagen für das Sehen bei Tage zuständig. Die Zapfen befinden sich vor allem im Zentrum der Netzhaut, direkt gegenüber dem Mittelpunkt von Hornhaut und Pupille (SehachseSehachse Abb. 10.6). Dieses zapfenreiche Gebiet wird als gelber Gelber FleckFleck (Macula Macula(-ae):lutealutea) bezeichnet und enthält den Ort des schärfsten Sehens

  • Die viel häufigeren Stäbchen sind mehr in der Netzhautperipherie angesiedelt. Sie benötigen für ihre Aktivität nicht so viel Licht (Dämmerungssehen), „Preis“ dafür sind eine unschärfere Abbildung und der Verzicht auf Farben.

Die Stäbchen und Zapfen „übersetzen“ die Lichtreize mithilfe ihres SehfarbstoffSehfarbstoffs in Membranpotenzialänderungen. Sehfarbstoff der Stäbchen ist RhodopsinRhodopsin aus dem Protein OpsinOpsin und dem Vitamin-A-Abkömmling RetinalRetinal (17.9.8). Bei den Zapfen gibt es Rot-, Grün- und Blauzapfen mit unterschiedlichen Eiweißanteilen im Sehfarbstoff.
Den Photorezeptoren nachgeschaltet sind als zweites Neuron die BipolarzelleBipolarzellen. Hier entstehen die Aktionspotenziale. Die außerdem in dieser Schicht vorhandenen Zelle:amakrineAmakrine Zellenamakrinen Zellen und Horizontalzellen stellen „Querverbindungen“ her und führen erste Verrechnungen der Information durch, etwa Einstellung auf die Lichtintensität oder Kontrastbildung.
Die innerste Schicht und das dritte Neuron bilden die (retinalen) GanglienzellenGanglienzellen. Ihre Axone vereinigen sich an der Papille zum Sehnerv (Nervus(-i):opticusN. opticus Abb. 10.6, Abb. 9.24), der die Sinneseindrücke weiterleitet (Sehbahn 10.6.3).
An der Papille, also dem Sehnervenaustritt, gibt es weder Stäbchen noch Zapfen, sodass hier das Sehvermögen völlig fehlt. Diese Stelle heißt deshalb blinder Blinder FleckFleck.
Die Anpassung des Auges an Lichtreize unterschiedlicher Intensität wird HelladaptationHell- bzw. DunkeladaptationDunkeladaptation genannt. Sie beruht vor allem auf biochemischen und neuronalen Prozessen in der Netzhaut und nur zu einem geringen Teil auf der Änderung der Pupillenweite. Bei Blendung wird in ungefähr einer Minute die Lichtempfindlichkeit der Netzhaut herabgesetzt. Die Anpassung an plötzliche Dunkelheit dauert hingegen bis zu 30 Minuten.
Teilweise wird die gesamte innere Augenhaut als Netzhaut bezeichnet und es werden dann zwei Blätter unterschieden: neuronale Netzhaut (Neuroretina, Stratum nervosum) und Pigmentepithel (Stratum pigmentosum).
Die Pupille im Alter
Im Alter reagieren die PupillenPupille:im Alter langsamer auf wechselnde Lichtverhältnisse und können sich nicht mehr so weit öffnen. Verschärft durch einen Funktionsverlust außen liegender Netzhautanteile und evtl. eine Linsentrübung bereitet das Sehen im Dunkeln und insbesondere z. B. das Hineinfahren in einen (dunklen) Tunnel dem älteren Menschen Schwierigkeiten.

Die Licht brechenden Strukturen

Die Licht brechenden Strukturen bündeln („brechen“) die einfallenden Strahlen stets so, dass auf der Netzhaut ein scharfes Bild entsteht. Sie bilden den Optischer Apparatoptischen Apparat des Auge:optischer ApparatAuges und sind vergleichbar mit dem Linsensystem eines Fotoapparates.
Zum optischen Apparat des Auges zählen die Hornhaut, die Linse, der Glaskörper und das Kammerwasser.
Die Linse
Die LinseLinse ist mittels der bindegewebigen Zonulafasern hinter der Regenbogenhaut und vor dem Glaskörper am Ziliarkörper aufgehängt. Die Linse ist ein gefäßloser, transparenter linsenförmiger Körper, der von einer festen Kapsel umgeben ist. Sie ist der einzige optisch variable Bestandteil des optischen Apparates.

Geriatrie

Mit zunehmendem Alter wird die Linse nicht selten trüb. Dieser graue Grauer StarStar (KataraktKatarakt) führt zu erhöhter Blendempfindlichkeit und beeinträchtigt das Sehvermögen immer mehr, ist jedoch gut behandelbar: In einer StaroperationStaroperation wird die getrübte Linse gegen eine Kunststofflinse ausgetauscht.

Der Glaskörper
Der Innenraum des Augapfels hinter der Linse wird vom GlaskörperGlaskörper (Corpus Corpus(-ora):vitreumvitreum) ausgefüllt. Er besteht aus einer durchsichtigen, gallertigen Masse. Der Glaskörper erzeugt durch konstanten Druck einen festen Kontakt zwischen Netzhaut und Pigmentepithel, was für eine ausreichende Nährstoffversorgung der Netzhaut notwendig ist.

Die Sehfunktion

Die Lichtbrechung
SehfunktionLichtbrechungAlle von außen einfallenden Lichtstrahlen müssen zunächst die lichtbrechenden Medien Hornhaut, Kammerwasser, Linse und Glaskörper durchdringen, bevor sie die Schicht der Stäbchen und Zapfen erreichen.
Maß für die Brechkraft optischer Systeme ist die DioptrieDioptrie (kurz dpt). Sie ist definiert als der Kehrwert der Brennweite (in Metern) des optischen Systems. Eine Linse mit einer Brennweite von 10 cm (0,1 m) hat also eine Brechkraft von 10 Dioptrien. Sammellinsen haben positive, Zerstreuungslinsen negative Dioptriezahlen. Die Gesamtbrechkraft des in die Ferne blickenden Auges beträgt 59 dpt, wobei die Hornhaut mit 43 dpt den Hauptteil ausmacht, gefolgt von der Linse, deren Brechkraft veränderlich ist (Akkommodation).
Auf der Netzhaut entsteht ein verkleinertes, spiegelbildliches und umgekehrtes Bild des betrachteten Objektes.
Die Sehbahn
Der von den Sinneszellen aufgenommene Licht- bzw. Farbeindruck wird über N. opticus, SehnervenkreuzungSehnervenkreuzung (Chiasma Chiasma opticumopticum Abb. 9.17) und SehstrangSehstrang (Tractus opticus) zum Thalamus weitergeleitet. Von dort erreicht er über die SehstrahlungSehstrahlung (Radiatio opticaRadiatio optica) die SehrindeSehrinde des Hinterhauptlappens, wo die eigentliche visuelle Wahrnehmung erfolgt. Hier verschmelzen die aus beiden Augen eintreffenden Informationen.
Unterbrechung dieser Sehbahn (Abb. 10.8) führt zu Gesichtsfeldausfällen, die typisch sind für den jeweiligen Schädigungsort. Das Gesichtsfeld ist der Bereich, den man ohne Augenbewegung wahrnehmen kann. Beim Menschen beträgt es in der Horizontalen knapp 180°.

Pflege von Kindern

Das Sehvermögen, KinderSehvermögen ist bei der Geburt noch nicht ausgereift. Vor allem im ersten Lebensjahr entwickelt es sich rasch weiter, volle Sehschärfe und räumliches Sehen werden im Kleinkind- bis Kindergartenalter erreicht.

Pflegende achten auf die Warnsymptome von Sehstörungen:

  • Bei Säuglingen kein Fixieren von Personen oder Gegenständen, „Augenzittern“ (Nystagmus 10.7.4), Reiben der Augen, einseitige Kopfhaltung, Weinen oder Abwehrbewegungen, wenn ein Auge zugehalten wird

  • Danebengreifen, Ungeschicklichkeit.

Die Akkommodation
Um sowohl von nahen als auch fernen Gegenständen scharfe Bilder zu erhalten, wird die Brechkraft des Auges variiert. Dies erfolgt hauptsächlich über die Linse, die ihren Krümmungsgrad und somit ihre Brechkraft ändern kann (Akkommodation Abb. 10.9).
  • Bei der NahakkommodationNahakkommodation kontrahiert sich der Ziliarmuskel (10.6.1). Dadurch entspannen sich die Fasern, an denen die Linse aufgehängt ist; die Linse kann ihrer Eigenelastizität folgen und nimmt eine stärker gewölbte Form mit höherer Brechkraft an

  • Umgekehrt entspannt sich bei der FernakkommodationFernakkommodation der Ziliarmuskel, die Aufhängefasern der Linse straffen sich, die Linse wird flacher, ihre Brechkraft nimmt dadurch ab.

Die Alterssichtigkeit
Bereits ab dem Jugendalter nimmt die Eigenelastizität der Linse und damit die Fähigkeit zur Akkommodation ab. Dadurch rückt der Nahpunkt weiter weg (Abb. 10.10) und Gegenstände in der Nähe werden nicht mehr scharf auf der Netzhaut abgebildet. Der Mediziner spricht auch von abnehmender Akkommodationsbreite.
Etwa im 45.–50. Lebensjahr wird das Sehen im Nahbereich von 40 bis 50 cm unscharf (AlterssichtigkeitAlterssichtigkeit oder PresbyopiePresbyopie) – die Betroffenen sind im Alltag eingeschränkt und brauchen eine Lesebrille.

Medizin

Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland ist fehlsichtig. Brille oder Kontaktlinsen verlegen das scharfe Bild bei WeitsichtigkeitWeitsichtigkeit (HyperopieHyperopie), KurzsichtigkeitKurzsichtigkeit (MyopieMyopie) und Alterssichtigkeit (Presbyopie) wieder auf die Netzhaut (Abb. 10.11).

Die Augenmuskeln

Die Augäpfel werden in den Augenhöhlen durch je sechs quergestreifte AugenmuskelnAugenmuskeln bewegt (Abb. 10.12, Tab. 10.1). Das Fettgewebe der Augenhöhle wirkt dabei wie ein Gleitlager.Muskulatur:Augen
Die nervöse Versorgung erfolgt über die Hirnnerven III, IV und VI (9.11.1) und ermöglicht ein koordiniertes Zusammenspiel der Augenmuskeln beider Augen. Ist diese Koordination gestört, kommt es zum SchielenSchielen, evtl. mit Doppelbildern.

Die Schutzeinrichtungen des Auges

Zu den Schutzeinrichtungen des Auge:SchutzeinrichtungenAuges zählen Augenbrauen, Augenlider, Wimpern, Bindehaut und Tränenapparat (Abb. 10.13).
Die Augenbrauen, -lider und -wimpern
Die AugenbrauenAugenbrauen bilden oberhalb der Augen einen Schutzwall vor zu intensiver Sonnenstrahlung, Fremdkörpern und dem salzigen Stirnschweiß.
Oberes und unteres AugenlidAugenlid (PalpebraPalpebra) begrenzen die LidspalteLidspalte. In ihrem Innern enthalten die Lider eine bindegewebige, stabilisierende Platte, die Lidplatte oder den TarsusTarsus, außerdem die Meibom-DrüsenMeibom-, Moll-DrüsenMoll- und Zeis-DrüsenZeis-Drüsen.
Dünne Muskeln, darunter der M. orbicularis oculi (Augenringmuskel 7.2.4), können das Auge willkürlich und unwillkürlich verschließen, etwa als Abwehrreaktion vor Fremdkörpern (aber auch zu starkem Licht), während des Schlafes oder beim Lidschlag. Geöffnet wird das Auge durch den vom N. oculomotorius innervierten, quergestreiften Musculus(-i):levator palpebrae superiorisM. levator palpebrae superioris (OberlidheberOberlidheber) und den sympathisch innervierten, glatten M. tarsalis Musculus(-i):tarsalis(TarsusmuskelTarsusmuskel).

Pflege

Fehlt der Lidschluss, fehlenderLidschluss und damit die gleichmäßige Benetzung der Hornhaut mit Tränenflüssigkeit, trocknet die Hornhaut aus und droht trüb zu werden. Besonders gefährdet sind bewusstlose Patienten und Patienten mit Gesichtslähmungen. Um die Hornhaut feucht zu halten, geben die Pflegenden regelmäßig Tränenersatz oder Augensalbe in den unteren Bindehautsack. Nachts wird ggf. ein Uhrglasverband angelegt, der eine feuchte Kammer schafft.

An den Lidrändern befinden sich die WimpernAugenwimpernAugenwimpern, die ebenfalls vor Fremdkörpern und Sonneneinstrahlung schützen.
Die Bindehaut
Die BindehautBindehaut (AugenbindehautAugenbindehaut, KonjunktivaKonjunktiva) ist eine gefäßreiche Schleimhaut. Sie bedeckt den vorderen, sichtbaren Lederhautabschnitt sowie die Innenseiten der Augenlider und verbindet damit Augapfel und Augenlider. Die obere und untere Umschlagfalte heißt oberer bzw. unterer Bindehautsack. Da die Bindehaut viele Schmerz- und Berührungsrezeptoren enthält, ist sie bei äußeren Reizungen (z. B. durch Fremdkörper) sehr schmerzempfindlich.
Der Tränenapparat
Der TränenapparatTränenapparat besteht aus den TränendrüsenTränendrüsen (Glandulae Glandula(-ae):lacrimaleslacrimales) und den Tränenwegen.
Die Tränendrüsen liegen oberhalb der äußeren Augenwinkel in den Augenhöhlen (Abb. 10.13) und produzieren die Tränenflüssigkeit. Die TränenflüssigkeitTränenflüssigkeit ist salzreich und enthält ein bakterienabtötendes Enzym, das LysozymLysozym. Durch die Tränenflüssigkeit werden Fremdkörper aus dem Bindehautsack ausgeschwemmt, und mithilfe des Lidschlags bewahrt sie die der Luft ausgesetzten Augenabschnitte vor Austrocknung.
Die Tränenflüssigkeit gelangt über zahlreiche Ausführungsgänge im Bereich der Oberlider in den Bindehautsack und sammelt sich in den inneren Augenwinkeln. Dort befinden sich zwei feine Tränenkanälchen (Canaliculi lacrimales), die in einen gemeinsamen Tränensack (Saccus lacrimalis) münden. Von dort aus fließt die Tränenflüssigkeit über den Tränen-Nasen-Gang (Ductus nasolacrimalis) in die Nasenhöhle.
Kommt es durch äußere Reize (z. B. Fremdkörper) oder psychische Einflüsse zu verstärktem Tränenfluss, reichen oftmals die normalen Abflusswege nicht mehr aus, und die Tränen fließen über die Lidränder ab (WeinenWeinen).

Das Hör- und Gleichgewichtsorgan

Übersicht

Das HörorganHörorgan liegt zusammen mit dem Gleichgewichtsorgan gut geschützt in der Felsenbeinpyramide des Schläfenbeins:
  • Das GehörGehör dient der Aufnahme von Schallreizen

  • Das Gleichgewichtsorgan registriert Körperlage und -bewegung im Raum.

Die Informationen aus beiden Organen werden über den N. vestibulocochlearis Nervus(-i):vestibulocochlearisNervus(-i):vestibulocochlearis(VIII. Hirnnerv) an das Gehirn übermittelt. Dieser verläuft zusammen mit den ohrversorgenden Blutgefäßen vom Innenohr durch den inneren Gehörgang ins Schädelinnere.

Das Hörorgan

Das äußere Ohr
OhrZum äußeren Ohr gehören die knorpelige Ohrmuschel und der äußere Gehörgang (Abb. 10.14). Der äußere Gehörgang, der leicht abgewinkelt von der Ohrmuschel zum Trommelfell zieht, enthält Drüsen, die das OhrenschmalzOhrenschmalz (CerumenCerumen) bilden, und einzelne Haare. Sie schützen vor eindringenden Fremdkörpern.
Das TrommelfellTrommelfellTrommelfell (Membrana:tympaniMembrana tympani), eine dünne bindegewebige Membran, ist die Grenze zwischen äußerem Ohr und Mittelohr. Bei der OhrenspiegelungOhrenspiegelung (OtoskopieOtoskopie) kann es direkt eingesehen und beurteilt werden.

Pflege

Die „Reinigung“ des OhrreinigungOhrs mit Wattestäbchen ist gefährlich: Bei zu starker Manipulation wird Ohrenschmalz eher weiter in das Ohr hineingeschoben als herausbefördert, zudem kann das Trommelfell durch zu heftiges „Stochern“ durchstoßen werden. Es reicht, Ohrmuschel und Eingang des äußeren Gehörgangs zu reinigen.

Das Mittelohr
Das MittelohrMittelohrMittelohr liegt in einer kleinen, luftgefüllten Knochenhöhle im Felsenbein, deren Hauptteil PaukenhöhlePaukenhöhlePaukenhöhle heißt (Abb. 10.14). Diese ist mit Epithel ausgekleidet und erstreckt sich vom Trommelfell bis zu einer knöchernen Wand des Innenohrs. In dieser Wand befinden sich zwei membranverschlossene Knochenfenster, das ovale und das runde Fenster, die eine Verbindung mit dem Innenohr herstellen. Nach hinten geht die Paukenhöhle in die Hohlräume des WarzenfortsatzWarzenfortsatzes über, die WarzenfortsatzzellenWarzenfortsatzzellen (Cellulae mastoideae).
Die OhrtrompeteOhrtrompete (Tuba auditiva Eustachii (Eustachische Röhre)Tuba auditiva eustachii, Eustachische Eustachische RöhreRöhre) verbindet Mittelohr und oberen Rachen. Sie ermöglicht einen Luftdruckausgleich zwischen äußerer Umgebung und Mittelohr, indem sie bei jedem Schlucken automatisch geöffnet wird. Dadurch gewährleistet sie die normale Trommelfellbeweglichkeit und damit ein intaktes Gehör. Ist die Ohrtrompete verschlossen oder verlegt (etwa bei einer Erkältung oder Polypen, 16.2) oder befindet sich Flüssigkeit in der Paukenhöhle (etwa bei einer MittelohrentzündungMittelohrentzündung = Otitis media)Otitis media, ist das Gehör beeinträchtigt.
In der Paukenhöhle liegen die drei GehörknöchelchenGehörknöchelchen Hammer (MalleusMalleus)Hammer, AmbossAmbossAmboss (IncusIncus) und Steigbügel (StapesStapes Abb. 10.14). Der Hammergriff ist mit dem Trommelfell fest verbunden. Sein kürzerer Fortsatz ist gelenkig mit dem Amboss und dieser wiederum gelenkig mit dem Steigbügel verknüpft. Der SteigbügelSteigbügel ist mit seiner „Fußplatte“ im ovalen Fenster befestigt. Die Gehörknöchelchen verstärken die auf das Trommelfell treffenden Schallwellen und übertragen sie auf das ovale Fenster. Zwei kleine MittelohrmuskelnMittelohrmuskeln, der Trommelfellspanner (M. tensor tympani) Musculus(-i):tensor tympaniund der SteigbügelmuskelSteigbügelmuskel (M. stapedius)Musculus(-i):stapedius, verbessern die Schallanalyse und schützen das Innenohr durch reflektorische Kontraktion vor zu starkem Lärm.
Das Innenohr
Das Innenohr enthält die Sinnesrezeptoren für das Gehör und den Gleichgewichtssinn. Es liegt in einem komplizierten Hohlraumsystem, dem knöchernen Labyrinth, knöchernesLabyrinth, knöchernesLabyrinth des Felsenbeins. Dieses besteht aus Vorhof, Bogengängen und Schnecke und ist mit einer liquorähnlichen Flüssigkeit, der PerilymphePerilymphe, gefüllt. Im Vorhof und in den Bogengängen liegen die Sinnesrezeptoren des Gleichgewichtsorgans. Die Schnecke enthält die Sinnesrezeptoren für das Gehör.
Die knöcherne SchneckeSchnecke (CochleaCochlea) ist ein spiralig gewundener Knochenraum, der mit der erwähnten Perilymphe gefüllt ist. Eine Zwischenwand teilt den Schneckengang in zwei Etagen: die obere Scala Scala:vestibulivestibuli (VorhoftreppeVorhoftreppe) beginnt am ovalen Fenster und geht an der SchneckenspitzeSchneckenspitze (HelicotremaHelicotrema) in die unten gelegene Scala Scala:tympanitympani (PaukentreppePaukentreppe) über, die am runden Fenster endet (Abb. 10.15).
Die knöcherne Schnecke umgibt die häutige Schnecke (Ductus Ductus(-us):cochleariscochlearis), einen membranösen Schlauch. Gefüllt ist die häutige Schnecke mit EndolympheEndolymphe, die der Intrazellulärflüssigkeit ähnelt. Die häutige Schnecke wird nach oben zur Scala vestibuli hin von der Reissner-MembranReissner-Membran begrenzt, nach unten, zur Scala tympani, von der BasilarmembranBasilarmembran. Auf der Basilarmembran liegt das Corti-Corti-OrganOrgan mit Stützzellen und den Sinneszellen für das Gehör. Sie heißen HaarzellenHaarzellen, da sie an ihrem freien Ende feine Härchen tragen, die in die Endolymphe des häutigen Schneckengangs ragen und mit der gallertigen TektorialmembranTektorialmembran (Membrana:tectoriaMembrana tectoria) in Verbindung stehen. Die äußeren Haarzellen verstärken die ins Innenohr übertragenen Schwingungen. Die inneren Haarzellen setzen als sekundäre Sinneszellen daraufhin Neurotransmitter frei, die in afferenten Fasern des VIII. Hirnnerv (N. vestibulocochlearis) Generator- bzw. Aktionspotenziale auslösen.

Die Hörfunktion

Der Weg der Schallwellen
HörfunktionSchallwellen sind Druckschwankungen der Luft, die sich wellenförmig ausbreiten. Auf das Ohr eintreffende SchallwellenSchallwellen werden von der Ohrmuschel aufgenommen und durch den äußeren Gehörgang zum Trommelfell geleitet. Das Trommelfell wird durch die Schallwellen in Schwingungen versetzt, die sich auf die Gehörknöchelchenkette übertragen und schließlich das ovale Fenster erreichen.
Die Steigbügelschwingungen am ovalen Fenster versetzen die Perilymphe der Scala vestibuli in Schwingungen. Diese Schwingungen laufen als Wanderwellen bis zur Schneckenspitze und dann über die Scala tympani zum runden Fenster. Häutige Schnecke und Basilarmembran schwingen zwangsläufig mit. Dadurch kommt es zwischen den Haarzellen auf der Basilarmembran und der gallertigen Tektorialmembran zu Scherbewegungen, welche die Härchen der Sinneszellen verbiegen. Aufgrund dieses mechanischen Biegungsreizes werden die Haarzellen erregt, die ihre Reize an die basal gelegenen Nervenfasern weitergeben. Diese Nervenfasern vereinigen sich später zusammen mit den Nervenfasern des Gleichgewichtsorgans zum N. vestibulocochlearis (VIII. Hirnnerv).
Der oben dargestellte Weg des Schalls heißt LuftleitungLuftleitung. Die Schallwellen können auch z. B. durch eine auf den Warzenfortsatz aufgesetzte Stimmgabel direkt über die Schädelknochen auf das Innenohr übertragen werden. Diese KnochenleitungKnochenleitung überträgt den Schall deutlich schlechter als die Luftleitung.

Merke

Aufgrund der mechanischen Eigenschaften der Basilarmembran hat jede Schwingungsfrequenz und damit jede Tonhöhe an einem ganz bestimmten Ort der Basilarmembran ihr Auslenkungsmaximum (Frequenzauflösung nach dem Ortsprinzip). Hohe Töne werden nahe der Schneckenbasis, tiefe nahe der Schneckenspitze am besten gehört. Nimmt bei gleicher Frequenz die Lautstärke eines Tones und damit die Auslenkung der Basilarmembran zu, werden die Haarzellen stärker gereizt und mehr Aktionspotenziale pro Zeit gebildet.

Der Mensch kann SchallwellenSchallwellen:Wahrnehmungsschwelle in einem Frequenzbereich von etwa 20 Hertz (Hz, 1 Hertz = 1 Schwingung/s) bis 20.000 Hz (20 kHz) hören, wobei die Wahrnehmumgsschwelle frequenzabhängig ist. Am besten hören wir Frequenzen um 4 kHz (Abb. 10.16).
Die Hörbahn
Die Impulse werden mit dem N. vestibulocochlearis über verlängertes Mark, Mittelhirn und Thalamus zum HörbahnHörzentrumHörzentrum im Schläfenlappen des Großhirns (9.5.2) geleitet.
Dezibel und Phon
Ein objektives Maß für die Lautstärke eines Tons ist der Schalldruckpegel, der Dezibel (dB)Dezibel (dB)in Dezibel (dB) angegeben wird. Da aber das menschliche Ohr frequenzabhängig Lautstärken anders empfindet, als es ihrer physikalischen Lautstärke entspricht, hat man für die subjektive Lautstärkeempfindung eine zweite Maßeinheit eingeführt, das PhonPhon (phon). Nur bei 1 kHz entspricht die Phonskala der Dezibelskala. Bei tieferen oder höheren Frequenzen ergeben physikalisch gleich starke Schallreize zum Teil viel geringere subjektive Lautstärkeempfindungen.

Merke

Der Schalldruckpegel Schalldruckpegelin Dezibel ist ein logarithmisches Maß. Ein paar Dezibel mehr bedeuten also nicht ein bisschen, sondern viel mehr Schalldruck: Bei 6 dB mehr ist der Schalldruck doppelt, bei 20 dB mehr zehnmal und bei 60 dB tausendmal so hoch wie der Bezugssschalldruck.

Anhaltspunkte: Flüstern entspricht ca. 30 dB, ein ruhiges Zimmer mit leisen „Wohnungshintergrundgeräuschen“ ca. 45 dB, eine normale Unterhaltung 60 dB und Verkehr ca. 75 dB. Eine Motorsäge oder Diskomusik hat 100–110 dB und kann schon bei einstündiger „Einwirkzeit“ dem Gehör nachhaltig schaden.

Die Audiometrie
Ein Messverfahren für die Hörfunktion ist die AudiometrieAudiometrie. Sie wird mit einem Audiometer durchgeführt, das Töne bestimmter Frequenz und Intensität erzeugt. So können die individuellen HörschwelleHörschwellen ermittelt werden, das heißt die minimalen Schallintensitäten, mit denen Töne bestimmter Frequenz gerade wahrgenommen werden können. Bei einer Schwerhörigkeit sind die Hörschwellen erhöht.
Die Hörstörungen
Bei der SchwerhörigkeitHörstörungenSchwerhörigkeit unterscheidet man nach dem Ort der Störung die Schallleitungs-SchwerhörigkeitSchallleitungs-Schwerhörigkeit mit einer Störung im Bereich des äußeren Ohrs oder des Mittelohrs (Ursache beispielsweise Mittelohrentzündung, Paukenerguss) von der Schallempfindungs-SchwerhörigkeitSchallempfindungs-Schwerhörigkeit mit Innenohrschädigung (z. B. Zerstörung der Haarzellen).

Prävention

Ungefähr 1 von 1.000 Neugeborenen (aber 1 von 100 Frühgeborenen) leidet unter einer angeborenen Hörstörung. Unbehandelt beeinträchtigt diese die gesamte Entwicklung des Kindes. In Deutschland erfolgt deshalb bei allen Neugeborenen ein Neugeborenes:HörscreeningNeugeborenen-HörscreeningHörscreening. Die Untersuchung ist schmerzlos: Nach kurzen Schallreizen wird mit sehr empfindlichen Mikrofonen die „Verstärkertätigkeit“ der äußeren Haarzellen registriert (Otoakustische Emissionen (OAE)otoakustische Emissionen, OAE).

Da sich eine Schwerhörigkeit auch noch später entwickeln kann, achten Pflegende bei Kindern immer auf Warnzeichen einer Hörstörung wie Nicht-Reagieren auf akustische Reize oder Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung (21.3.2).

Die Altersabhängigkeit des Gehörs
Nach dem 30. Lebensjahr sinkt das Hörvermögen oberhalb von 4.000 Hz (also im oberen Sektor des Sprachbereichs von 250 bis 4.000 Hz) alle 10 Jahre etwa um 10 dB (Abb. 10.17). Die Ursachen hierfür sind wahrscheinlich vielschichtig. Ältere Mensch überhören typischerweise zunächst das Klingeln des Telefons, erst später leidet das Sprachverständnis, v. a. bei Nebengeräuschen (AltersschwerhörigkeitAltersschwerhörigkeit, PresbyakusisPresbyakusis).

Pflege alter Menschen

Gerade ältere Menschen geben ihre Schwerhörigkeit oft nicht (von selbst) an. Dann werden Missverständnisse evtl. als Verwirrtheit interpretiert, weil der Patient z. B. auf Fragen nicht sofort oder falsch antwortet oder in eine andere Richtung läuft, als ihm erklärt wurde. Im Zweifel regen Pflegende daher eine HNO-ärztliche Untersuchung an.

Das Gleichgewichtsorgan

Der GleichgewichtssinnGleichgewichtssinn dient wie andere Sinnesorgane (Augen, Tiefensensibilität) der Orientierung im Raum und der Aufrechterhaltung von Kopf-/Körperhaltung in Ruhe und Bewegung. Zum GleichgewichtsorganGleichgewichtsorgan (VestibularapparatVestibularapparat) gehören der Vorhof (Vestibulum) und die drei Bogengänge. Sie liegen wie das Hörorgan im knöchernen Labyrinth des Felsenbeins.
Der Vorhof
Vom Vorhof:GleichgewichtsorganVorhof (VestibulumVestibulum), dem Zentrum des knöchernen Labyrinths, gehen die drei Bogengänge und die Schnecke des Hörorgans ab (Abb. 10.18, Abb. 10.19). Wie das gesamte knöcherne Labyrinth ist auch der Vorhof mit Perilymphe gefüllt und enthält mit Endolymphe gefüllte, membranöse Strukturen. Diese membranösen Strukturen werden im Vorhof als großes Vorhofsäckchen (UtriculusUtriculus) und kleines Vorhofsäckchen (SacculusSacculus) bezeichnet (Abb. 10.18). Sie sind durch zwei feine Gänge miteinander verbunden.
Utriculus und Sacculus enthalten in ihrer Wand jeweils ein Sinnesfeld (MakulaMakula), welches im Utriculus in horizontaler Ebene, im Sacculus vertikal liegt (Abb. 10.19). Diese Sinnesfelder sind – ähnlich wie im Hörorgan – aus Sinneszellen und Stützzellen aufgebaut. Die Sinneszellen sind Haarzellen, deren Härchen in eine gallertige Membran hineinragen. Diese StatolithenmembranStatolithenmembranStatolithenmembranStatolithenmembran (OtolithenmembranOtolithenmembran) bedeckt das gesamte Sinnesfeld und hat an ihrer Oberfläche feine Kalziumkarbonatkristalle (StatolithenStatolithen, OtolithenOtolithen) eingelagert.
Die Sinneszellen der Makulae reagieren auf Schwerkraft und Beschleunigungen in vertikaler oder horizontaler Ebene (Linearbeschleunigungen). Hierbei wird die Statolithenmembran nach unten gezogen und infolgedessen die Sinneshärchen abgeschert, die dadurch als Mechanorezeptoren erregt werden. Die Verarbeitung ihrer Signale im ZNS vermittelt bewusste Empfindungen wie „Fallen“, „Bremsen“ oder „Steigen“ und führt reflektorisch zur Anpassung von Tonus und Bewegung der Körpermuskulatur (Abb. 10.20).
Die Bogengänge
BogengängeDie drei Bogengänge stehen etwa im rechten Winkel zueinander in den drei Raumebenen. Es gibt einen vorderen und hinteren vertikalen und einen seitlichen horizontalen Bogengang. Sie beginnen und enden alle im Vorhofbereich, sodass sie zusammen mit diesem einen Ring bilden.
In den knöchernen Bogengängen verlaufen die membranösen, mit Endolymphe gefüllten häutigen Bogengänge. Jeder Bogengang ist am Ende zur Ampulle, GleichgewichtsorganAmpulle erweitert. Dort befinden sich die Sinneszellen des Bogengangsystems. Es sind Haarzellen, die von Stützzellen umgeben sind. Ihre Härchen ragen in eine gallertartige, kuppelförmige Masse (CupulaCupula).
Die Sinneszellen der Bogengänge reagieren auf Drehbewegungen. Hierbei kommt es zu einer identischen Bewegung der Cupula, was – da die träge Endolymphe nicht so schnell folgen kann – wiederum zu einem Zug an den darin eingebetteten Härchen führt und den entsprechenden Reiz für die Sinneszellen darstellt (Abb. 10.21). Die Nervenimpulse aus den Haarzellen führen im ZNS zur bewussten Empfindung von Drehbewegungen und zur reflektorischen Anpassung der Körperhaltung an die Erfordernisse der Situation. Da sich die Endolymphe nach einiger Zeit aber „mitdreht“, führen nur Änderungen der Drehbewegungen – also Drehbeschleunigungen – zur Reizung des Bogengangsystems.
Die Leitungsbahnen des Gleichgewichtsorgans
Von den Haarzellen des GleichgewichtsorgansGleichgewichtsorgan:Leitungsbahnen werden die Erregungen zunächst an Nervenzellen im inneren Gehörgang weitergeleitet. Deren Fasern bilden den vestibulären Anteil des N. vestibulocochlearis, dessen Axone zu den VestibulariskerneVestibulariskernen der Medulla oblongata ziehen. Nach Umschaltung werden die Informationen in das Rückenmark und zahlreiche Hirngebiete (Kleinhirn, Formatio reticularis, Thalamus, Hirnnervenkerne) weitergeleitet. Über diese Verbindungen wird der Gleichgewichtsapparat mit dem motorischen System verknüpft, sodass die Muskelbewegungen für eine normale Stellung des Kopfes, des Körpers und der Augen reflektorisch entsprechend den jeweiligen Erfordernissen gesteuert werden können.
In der Großhirnrinde werden Körperpositionen und Stellungsänderungen bewusst und ungünstige Körperposition ggf. über die motorische Großhirnrinde mit entsprechenden Stellungsänderungen beantwortet.
Der Nystagmus
Das Gleichgewichtsorgan ist auch mit den Augenmuskelkernen verknüpft. Schauen wir einen Gegenstand an, so führt eine Kopfdrehung über diese Verbindung zu einer automatischen Gegensteuerung durch die Augen, sodass die Blickrichtung konstant bleibt. Es kommt zu rhythmischen Augenbewegungen, die als NystagmusNystagmus (AugenzitternAugenzittern) bezeichnet werden. Ein Nystagmus ist außerdem normal beim Beobachten bewegter Bilder. Ansonsten ist ein Nystagmus bei einem ruhenden Menschen praktisch immer krankhaft.
Geprüft wird der Nystagmus z. B. auf einem speziellen Drehstuhl oder durch Spülung des Gehörgangs mit kaltem oder warmem Wasser (die Temperaturveränderung wird auf die Endolymphe der Bogengänge übertragen).
Die Gleichgewichtsstörungen
Wohl die bekannteste Störung des Gleichgewichtsorgans ist die GleichgewichtsstörungenReisekrankheitReisekrankheit. Unregelmäßige Beschleunigungen sowie Unterschiede zwischen optischen und vestibulären Eindrücken reizen das Gleichgewichtsorgan und „verwirren“ das Gehirn. Weitere Ursachen von Gleichgewichtsstörungen sind Entzündungen oder Durchblutungsstörungen eines Gleichgewichtsorgans. Übelkeit bis zum Erbrechen, Schweißausbruch und Blutdruckveränderungen sind infolge der engen Verbindungen des Gleichgewichtsorgans zu vegetativen Zentren die unangenehmen Folgen.

Wiederholungsfragen

  • 1.

    Was sind Sinnesrezeptoren? (10.1)

  • 2.

    Über welche Sinnesfunktionen verfügt die Haut? (10.2)

  • 3.

    Wohin werden die Erregungen der Hautrezeptoren übermittelt? (10.2)

  • 4.

    Wie entsteht Schmerz? (10.3.1)

  • 5.

    Was versteht man unter Tiefensensibilität? (10.4)

  • 6.

    Wie werden Geruchsstoffe wahrgenommen? (10.5.1)

  • 7.

    Wo liegen die Rezeptoren für den Geschmackssinn? (10.5.2)

  • 8.

    Welche Geschmacksqualitäten gibt es? (10.5.2)

  • 9.

    Aus welchen Schichten ist der Augapfel aufgebaut? (10.6.1)

  • 10.

    Welche Sinneszellen gibt es in der Netzhaut? (10.6.1)

  • 11.

    Wie funktioniert die Anpassung der Linse an Nah- und Fernsicht? Welche Unterschiede gibt es hierbei (Vorgang je nach Alter)? (10.6.3)

  • 12.

    Über welche Schutzeinrichtungen verfügt das Auge? (10.6.5)

  • 13.

    Welche physiologische Funktion hat die Tränenflüssigkeit? (10.6.5)

  • 14.

    Welche Strukturen befinden sich in der Paukenhöhle? (10.7.2)

  • 15.

    Wo liegen die Sinnesrezeptoren für Gehör und Gleichgewichtssinn? (10.7.2)

  • 16.

    Welchen Weg nehmen die Schallwellen normalerweise? (10.7.3)

  • 17.

    Welche Formen von Schwerhörigkeit gibt es? (10.7.3)

  • 18.

    Woraus besteht das Gleichgewichtsorgan? (10.7.4)

  • 19.

    Worauf reagieren die Sinneszellen der Makula? (10.7.4)

  • 20.

    Worauf reagieren die Sinneszellen der Bogengänge? (10.7.4)

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