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B978-3-437-41387-2.00006-1

10.1016/B978-3-437-41387-2.00006-1

978-3-437-41387-2

Abb. 6.1

[L253]

Nahrungskette

Ökologie – Randthema für einfache Punkte

  • 6.1

    Formen des Zusammenlebens107

    • 6.1.1

      Symbiose107

    • 6.1.2

      Kommensalismus107

    • 6.1.3

      Parasitismus107

  • 6.2

    Nahrungsbeziehungen108

  • 6.3

    Übungen109

Fast geschafft! Die Ökologie wird normalerweise kaum gefragt, sodass die wichtigsten Fakten ausreichen, um mit einem guten Gefühl in die Prüfung gehen zu können. Ihr solltet dabei vor allem in der Lage sein, die wichtigsten Fachbegriffe zu definieren.

Formen des Zusammenlebens

Es gibt grundsätzlich drei Möglichkeiten, wie Organismen nebeneinander existieren können.

Symbiose

Die Symbiose ist die Idealform des Zusammenlebens, denn sie ist dadurch gekennzeichnet, dass beide Partner vom Zusammenleben profitieren. Symbiose ist weit verbreitet (denkt an Bienen und Blumen). Ein beliebtes klinisches Beispiel sind die Darmbakterien, die uns den Umgang mit zellulosereicher Nahrung erleichtern und im Gegenzug ein warmes Dach über dem Kopf erhalten. Unterscheiden sich die an der Symbiose beteiligten Organismen stark in ihrer Größe, bezeichnet man den größeren als Wirt und den kleineren als Symbiont.Symbiose

Kommensalismus

Beim KommensalismusKommensalismus ist der gegenseitige Nutzen nicht gegeben, allerdings wird auch keinem der beteiligten Organismen geschadet. Die Beziehung zwischen dem Menschen und den Mikroorganismen der Haut (Hautflora) wird gerne als Beispiel genannt. Gelangen diese Mikroorganismen aber etwa im Rahmen einer Operation tiefer in den Körper des Menschen, kann die Sache schnell anders aussehen.

Parasitismus

Vom ParasitismusParasitismus spricht man, wenn beim Zusammenleben zweier Organismen der eine profitiert und den anderen dabei schädigt. Der profitierende (und in der Regel wesentlich kleinere) Partner wird Parasit genannt, der geschädigte heißt Wirt. Zwar denkt man beim Wort Parasiten in der Regel erst an Flöhe oder Bandwürmer, aber man sollte nicht vergessen, dass auch Viren, die unsere Zellen zur Vermehrung nutzen, von uns profitieren (auch wenn sie keine Lebewesen sind). Aufgrund der starken Abhängigkeit des Parasiten vom Wirt ist es nicht sein Ziel, den Wirt zu töten. Ein Virus, das häufig tödliche Infektionen verursacht, ist also noch nicht gut genug an den Menschen angepasst.
Auch die Parasiten lassen sich weiter unterteilen je nachdem ob sie sich auf der Körperoberfläche ihres Wirts (Ektoparasiten, z. B. Läuse) oder in dessen Innerem (Endoparasiten, z. B. Fuchsbandwurm) niederlassen.
Übrigens: Wann immer zwei Organismen über lange Zeiträume viel miteinander zu tun haben (Wirt und Symbiont, Wirt und Parasit etc.), zwingen evolutionäre Veränderungen des einen Partners den anderen gewissermaßen zum „Nachziehen“. Diese wechselseitigen Anpassungen bezeichnet man als Koevolution.

Nahrungsbeziehungen

Als letztes müssen wir noch ein paar Begriffe klären, die mit dem großen Thema Nahrungskette assoziiert sind. Zunächst solltet ihr ein paar Begriffen kennen:
  • Abiotische Abiotische UmweltUmwelt: Als abiotische Umweltfaktoren bezeichnet man die Umweltbedingungen, die nicht durch Lebewesen bestimmt sind (Sonnenlicht, chemische Verbindungen etc.).

  • Autotrophe Organismen:autotrophOrganismen: Diese Organismen finden in den abiotischen Umweltfaktoren alles, was sie zum Leben brauchen. Grüne Pflanzen können z. B. aus anorganischen Verbindungen (CO2 und Wasser) mithilfe von Sonnenlicht Glucose herstellen.

  • Heterotrophe Organismen:heterotrophOrganismen: Diese Organismen nutzen organische Verbindungen, um zu überleben. Sie sind also gewissermaßen auf autotrophe Organismen angewiesen, regenerieren dabei aber die anorganischen Verbindungen, die diese zum Überleben benötigen.

In der Nahrungskette dienen die autotrophen Organismen (z. B. Pflanzen) als Produzenten. Die Produzenten werden von den Pflanzenfressern (HerbivorenHerbivoren) gegessen, die in der Nahrungskette als Primärkonsumenten fungieren. Natürlich können auch die Pflanzenfresser gefressen werden und zwar von den Fleischfressern (KarnivorenKarnivoren), die wiederum als Sekundärkonsumenten bezeichnet werden (Abb. 6.1).
Und wer räumt auf? Das ist Aufgabe der Destruenten (Bakterien, Pilze), die natürlich auch heterotroph sind und organisches Material wieder abbauen, sodass es den autotrophen Organismen erneut zur Verfügung steht – der Stoffkreislauf ist geschlossen!

Für die Klausur

Man hört oftmals, dass sich bestimmte toxische Stoffe (wie etwa Quecksilber) in der Nahrungskette „anreichern“. Damit ist gemeint, dass diese Stoffe schlecht ausgeschieden werden und so den Organismus, der sie aufnimmt, nicht mehr verlassen. Verspeist nun ein Konsument mehrere dieser Organismen, nimmt er eine sehr große Menge dieser Stoffe auf. Werden diese Konsumenten wiederrum gefressen, nimmt der Räuber noch mehr von dem Stoff auf und so geht es immer weiter.

Übungen

1. Welche Aussage trifft nicht zu?
  • a)

    Der Mensch und seine Hautflora sind ein Beispiel für Kommensalismus.

  • b)

    Autotrophen Organismen reichen die Faktoren der abiotischen Umwelt zum Leben.

  • c)

    Ist ein Partner in einer Symbiose wesentlich kleiner, bezeichnet man ihn als Symbiont.

  • d)

    Herbivoren essen Karnivoren.

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