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Kapitel 8: Organische (und symptomatische) psychische Störungen

Alkoholabhängigkeit

S. 264 In einem Cochrane-Review von 8 Studien (3.417 Patienten) zeigte sich kein einheitlicher Vorteil von AA (Anonyme Alkoholiker) oder sonstigen 12-Stufen-Programmen gegenüber anderen Behandlungsformen. Es fanden sich Hinweise für höhere Retentionsraten und eine bessere Akzeptanz der Behandlung durch AA-Programme (Evidenzstufe Ia: Ferri 2006).

30.03.2020 EBM Einem Update dieses Reviews zufolge lassen sich mit manualisierten AA/12-Stufen-Programmen höhere Abstinenzraten (Beobachtungszeitraum bis 24 Monate) erzielen (Evidenzstufe Ia: Kelly et al. 2020) als in einer heterogen Vergleichsgruppe (u.a. KVT, motivierende Gesprächsführung, u.a.) mit anderen Behandlungsformen.

30.03.2019 EBM Bei leichter bis moderat ausgeprägter Demenz wurde der Effekt eines kognitiven Trainings (Dauer zwischen 2 und 104 Wochen) überprüft. Im Vergleich zu einer aktiven oder passiven Kontrollbedingung ergaben sich schwach bis moderat ausgeprägte positive Effekte hinsichtlich des globalen kognitiven Funktionsstatus und der verbalen und semantischen Wortflüssigkeit (Evidenzstufe Ia: Bahar-Fuchs et al. 2019) Im Vergleich zu alternativen nichtmedikamentösen Interventionen (z.B. Beschäftigungstherapie, Reminiszenztherapie) ließen sich diese Effekte jedoch nicht mit ausreichender Sicherheit bestätigen.

30.03.2019 EBM Die aktuelle Datenlage erlaubt keine gesicherte Aussage darüber, ob sich leichte kognitiven Beeinträchtigungen durch ein computerisiertes kognitives Training reduzieren, eine weitere Progredienz aufhalten lässt, eine klinisch relevante Demenz verhindert werden kann (Gates et al. 2019a). Die aktuellen Datenlage erlaubt aufgrund methodischer Defizite und der kurzen Beobachtungszeiträume auch keine gesicherte Aussage, inwieweit sich durch ein computerisiertes Trainingsprogramm bei Älteren (> 65 Jahre) deren kognitiver Funktionsstatus verbessern lässt (Gates et al. 2019b).

Demenz: Medikamentöse Therapien

Lehrbuch S 205: Eine Metaanalyse (Evidenzstufe Ia: McShane et al. 2006) fand Evidenz für die Wirksamkeit von Memantin bei AD, gemischten Demenzformen und vaskulärer Demenz (abgebildet im klinischen Gesamteindruck) und Hinweise auf die Wirksamkeit im Bereich der ATLs. Der Effekt von Memantin bzgl. der Kognition beträgt bei moderater bis schwerer AD 2,97 Punkte in der Severe Impairment Battery (SIB), die nicht mit der ADAScog, dem Standardtest in den Acetylcholinesterasehemmer-Studien, gleichgesetzt werden darf. In Studien zur leichten AD ergaben sich heterogene Ergebnisse. In zwei 8-monatigen Studien über Memantin bei leichter bis mittelschwerer vaskulärer Demenz ließen sich positive Effekte auf die Kognition (Differenz zu Placebo im Schnitt 1,85 Punkte im ADAScog) und auf der Verhaltensebene finden.

In einem, auf einem größeren Datensatz (44 Studien) basierenden Update konnte bei guter Verträglichkeit ein schwach ausgeprägter positive Effekt von Memantin in den Bereichen klinischer Gesamteindruck, kognitiver Funktionsstatus, Alltagsaktivitäten und eine Reduktion von Verhaltens- und emotionalen Auffälligkeiten bei moderat bis schwerer Alzheimer-Demenz statistisch abgesichert werden (Evidenzstufe Ia: McShane et al. 2019), nicht jedoch für eine leichter ausgeprägte Alzheimer-Demenz (MMSE 20 bis 23). Der positive Effekt erwies sich als unabhängig von einer Begleitbehandlung mit einem Acetylcholinesterasehemmer. Bei leichter ausgeprägter vaskulärer Demenz (2 Studien) ließen sich leicht ausgeprägte Effekte für die Bereiche Kognition und Verhaltens- und emotionale Auffälligkeiten nachweisen. Aufgrund methodischer Defizite der zugrundeliegenden Studien erscheint es den Autoren fraglich, ob vereinzelt positive Befunde wie eine Verbesserung des globalen klinischen Gesamteindrucks bei der Parkinsonerkrankung als zuverlässig zu werten sind.

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