© 2021 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen
Kapitel 9: Suchterkrankungen

Alkoholbedingte Störungen

30.03.2019 EBM Durch den Einbezug der Familie in die Behandlung junger Menschen (> 18. Jahre) mit problematischem Alkoholkonsum lassen sich weder Prävalenz, noch Häufigkeit oder Konsummenge statistisch nachweisbar reduzieren (Gilligan et al. 2019).

Drogenbedingte Störungen: Cannabisabhängigkeit

30.03.2019 EBM Einem Review zufolge gibt es keine wirksame medikamentöse Therapie bei Cannabisabhängigkeit. Weder durch (verschiedene Klassen von) Antidepressiva, Bupropion, Buspiron und Atomoxetin) lassen sich die Abstinenzraten steigern (Nielsen et al. 2019).

Tabakabhängigkeit

Lehrbuch S.270: Durch motivationale Gesprächsführung lassen sich höhere Abstinenzraten erzielen als durch TAU bzw. Ratschläge zum Abstinenzverhalten (Evidenzstufe Ia: Lindson-Hawley et al. 2015). Ärztliche Interventionen erwiesen sich dabei erfolgreicher als vom Pflegepersonal durchgeführte Interviews. Aufgrund methodischer Defizite sollte dieser Befund jedoch mit Vorsicht interpretiert werden.

30.09.2019 EBM Durch ein Update (16 neue Studien, Ausschluss älterer Studien) wird dieser positive Befund relativiert: aufgrund der aktuellen Datenlagen kann nicht mit ausreichender Sicherheit davon ausgegangen werden, dass Raucher durch motivationale Gesprächsführung höhere Abstinenzraten erzielen als Raucher, die keine spezifische Intervention erhalten. Wird motivationale Gesprächsführung mit spezifischen Interventionen (wie KVT oder Nikotinkaugummi) kombiniert, geht dies langfristig mit höheren Abstinenzraten einher (Evidenzstufe Ia: Lindson et al. 2019). Dieser schwach ausgeprägte Effekt ist jedoch durch weitere Studien abzusichern.

Tabakabhängigkeit: Medikamentöse Entwöhnungshilfen

30.06.2019 EBM Durch eine Kombination von Nikotinersatzhilfen (wie Nikotinpflaster plus Nikotinkaugummi) sowie höhere Nikotindosierungen im Kaugummi lässt sich die Rate „abstinenter“ Raucher erhöhen (Evidenzstufe Ia: Lindson et al. 2019). Kein Unterschied ergab sich hinsichtlich unterschiedlicher Verabreichungsarten wie z.B. Nikotinkaugummi oder -tablette. Wird mit der Nikotinersatztherapie bereits vor der Abstinenz begonnen, wirkt sich dies positiv auf die angestrebte Abstinenz aus.

30.03.2019 EBM Durch Vareniclin lassen sich Rückfälle bei abstinenten Rauchern wirksam verhindern (Evidenzstufe Ia: Livingstone-Banks et al. 2019). Eine Nikotinersatztherapie erwies sich bei Rauchern, die ohne weitere therapeutische Unterstützung seit kurzem abstinent sind als erfolgreich, nicht jedoch bei Rauchern nach Abschluss einer Entwöhnungsbehandlung. Ein positiver Effekt einer verlängerten Bupropionmedikation ließ sich wie auch die Kombination von Bupropion plus Nikotinersatztherapie statistisch nicht absichern. Ein positiver Effekt behavioraler Interventionen ließ sich in verschiedenen Stichproben nicht belegen.

30.03.2019 EBM Durch Biofeedback des mit dem Rauchen einhergehenden erhöhten Gefährdungspotentials (z.B. durch CO-Messungen), erhöhten Erkrankungsrisikos und assoziierter körperlicher Schädigungen lassen sich die Abstinenzraten nicht signifikant steigern (Clair et al. 2019).

Holen Sie sich die neue Medizinwelten-App!

Schließen