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Stalker-Typologie nach Mullen

Tab. O5.1
Gruppe Stalker-Typ Beziehung Stalker/Opfer Motivation
1 Der zurückgewiesene Stalker Expartner Liebe/Wut
2 Der Liebe suchende Stalker Meist keine reale Beziehung Wahn
3 Der inkompetente Stalker Oberflächliche Bekanntschaft Beziehungswunsch, sexueller Kontakt
4 Der Rache suchende Stalker Oft professioneller Kontakt Rache
5 Der beutelüsterne Stalker Zufälliges Opfer Sexueller Übergriff

Multiaxiale Klassifikation von Stalking nach Dressing und Gass

Tab. O5.2
Psychopathologische Ebene
  • Psychotischer Stalker

  • Progrediente psychopathologische Entwicklung

  • Keine krankheitswertige psychiatrische Störung

Beziehung zwischen Stalker und Opfer
  • Opfer ist eine prominente Person des öffentlichen Lebens

  • Opfer ist Expartner

  • Andere Beziehungskonstellationen: Bekannter, professioneller Kontakt, Fremder

Motivationsebene für das Stalking
  • Positive Gefühle: Liebe, Zuwendung, Versöhnung

  • Negative Gefühle: Rache, Wut, Eifersucht, Macht

Stalking

Harald Dreßing

Definition

Der Begriff Stalking stammt aus der Jägersprache und bedeutet „auf die Pirsch gehen“. Seit den 1990er-Jahren bezeichnet man damit ein problematisches Verhaltensmuster, bei dem eine Person zu einer anderen Person wiederholt Kontakt aufnimmt, obwohl diese Kontaktaufnahmen unerwünscht sind. Der Stalker verfolgt, belästigt und bedroht sein Opfer. Unter Umständen kommt es auch zu aggressiven Übergriffen, und in seltenen Fällen sind sogar Tötungsdelikte vorgekommen. Stalking stellt für viele der Opfer eine chronische Stresssituation dar, die zu psychischen Erkrankungen führen kann, weshalb es in den letzten Jahren auch zu einem wichtigen Thema für die Psychiatrie geworden ist. Sowohl die Stalking-Opfer benötigen häufig professionelle Hilfe, aber auch um die Stalker muss sich die Psychiatrie kümmern, wenn es um Gefährlichkeitsprognosen und die Frage von Therapiemöglichkeiten geht. Im April 2007 wurde der Tatbestand der „Nachstellung“ in das Strafgesetzbuch (StGB) eingeführt, sodass seitdem auch die strafrechtliche Verfolgung von Stalkern möglich ist. In diesem Kontext werden Psychiater zunehmend auch mit gutachterlichen Fragestellungen beauftragt.

Stalking-Methoden, Epidemiologie und Verlauf

Es gibt ganz unterschiedliche Vorgehensweisen, mit denen Stalker versuchen, ihr Opfer zu belästigen (Meloy und Gotthard 1995; Dreßing et al. 2002a). Am häufigsten sind Telefonanrufe, Briefe, Faxschreiben, SMS, Verfolgen, Auflauern, In-der-Nähe-Herumtreiben, Zusendung von Geschenken, Bestellungen im Auftrag des Opfers, Beschädigung von Eigentum, Hausfriedensbruch, Drohungen, Körperverletzung, aggressive Gewalthandlungen, sexuelle Nötigung und Kontaktaufnahme über Dritte („Stalking by proxy“). In letzter Zeit hat sich das Cyberstalking als neues Problem ergeben. Über das Internet kann in vielfältiger Weise Psychoterror ausgeübt werden. Beispielhaft zu nennen sind das anonyme Versenden von E-Mails, das Ausspähen der E-Mail-Kommunikation durch entsprechende Softwareprogramme, die Unterbrechung der E-Mail-Kommunikation durch Überflutung der E-Mail-Box, das Einschleusen von Virenprogrammen, die Nutzung der Online-Identität einer anderen Person, das anonyme Versenden kompromittierender Nachrichten und die Bestellung unerwünschter Waren (Dreßing et al. 2009, 2011, 2014).
Stalking stellt ein Problem dar, das sich i. d. R. über einen längeren Zeitraum erstreckt und bei dem die Opfer oft mehreren unterschiedlichen Methoden der Verfolgung, Bedrohung und Belästigung ausgesetzt sind. Nur etwa ein Drittel aller Stalking-Fälle dauert kürzer als 1 Monat, in etwa einem weiteren Drittel zieht sich das Stalking bis zu 1 Jahr hin, und im Rest persistiert es länger als 1 Jahr.
Je nach zugrunde liegender Stalking-Definition findet sich in angelsächsischen Studien eine (Opfer-/)Stalking-Lebenszeitprävalenz von 4–7,2 % bei Männern und von 12–17,5 % bei Frauen. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass Stalking ein relativ häufiges Phänomen ist und dass Frauen häufiger Opfer von Stalkern werden als Männer (Purcell et al. 2002).
Für Deutschland ergab sich für Stalking eine Lebenszeitprävalenz von 11,6 %. Unter den Stalking-Opfern waren 87,2 % Frauen und 12,8 % Männer (Dreßing et al. 2002b).

Merke

Die forensische Relevanz von Stalking wird dadurch verdeutlicht, dass Stalking auch der Vorbote erheblicher Gewalttaten sein kann. So fand sich in einer Untersuchung von 141 Frauen, die von ihrem Expartner getötet wurden, bei 76 % im Vorfeld Stalking durch den Täter. Das bedeutet, dass man Stalking nicht als harmlose Belästigung abtun kann, sondern in bestimmten Konstellationen als einen Risikofaktor für schwere Gewalthandlungen ansehen muss. In anderen Untersuchungen ergab sich, dass der tatsächlichen Gewaltanwendung vonseiten des Stalkers in etwa 80 % d. F. entsprechende Drohungen vorausgingen. Ähnlich wie bei Suizidankündigungen sind also auch Drohungen von Stalkern ernst zu nehmen und einer individuellen Risikoanalyse zu unterziehen.

Motive, Persönlichkeitsstruktur und Psychopathologie von Stalkern

Es gibt weder eine einheitliche Motivstruktur für Stalking noch eine typische Persönlichkeitsstruktur oder psychopathologische Symptomatik, die dem Stalking zugrunde liegt. Aus dem oft sehr auffälligen Stalking-Verhalten kann nicht abgeleitet werden, dass der Stalker psychisch krank oder für sein Verhalten strafrechtlich nicht verantwortlich ist. Vielmehr spielt eine psychische Krankheit des Stalkers nur in einer geringen Zahl von Stalking-Fällen eine Rolle.
Bezüglich soziodemografischer Merkmale zeigen epidemiologische Studien, dass Stalker aus allen sozialen Schichten und Altersgruppen kommen. Etwa 80 % der Stalker sind männlich, viele Stalker sind arbeitslos oder haben aufgrund des sehr zeitaufwendigen Stalking-Verhaltens sogar ihre Arbeitsstelle verloren (Mullen et al. 1999).
Es gibt vielfältige Versuche, Stalker nach ihren Motiven, ihrer Beziehung zum Opfer oder nach persönlichkeitspsychologischen oder psychopathologischen Kriterien zu typologisieren. Exemplarisch werden im Folgenden die Typologie von Mullen et al. (1999) und eine sich am deutschen Rechtssystem orientierende multiaxiale Stalking-Klassifikation (Dreßing und Gass 2007a) skizziert.
Die Stalker-Typologie nach Mullen unterscheidet fünf Gruppen (Tab. O5.1):
  • Beim Typ des zurückgewiesenen Stalkers beginnt das Stalking-Verhalten, nachdem eine zuvor bestehende Beziehung vom Opfer beendet wurde. Es wird deshalb auch als Expartner-Stalking bezeichnet und kommt in der Praxis sehr häufig vor. Die Motive für diesen Stalking-Typ sind Rache; gleichzeitig kann auch die Hoffnung auf die Wiederherstellung der Beziehung bestehen. Bei diesem Typ besteht ein besonders hohes Risiko, dass es im Kontext von Stalking auch zu gewalttätigen Übergriffen kommt. Den tragischen Fällen, bei denen ein ehemaliger Intimpartner getötet wird, geht i. d. R. ein solches Expartner-Stalking voraus.

  • Der Typ des „Liebe suchenden Stalkers“ wünscht sich eine Beziehung zu seinem Opfer. Beim Opfer besteht überhaupt kein Interesse an einer Beziehung. Nicht selten verkennt dieser Stalker-Typ aber die Realität und geht im Rahmen eines Liebeswahns davon aus, dass das Opfer ihn selbst auch liebt. Zurückweisungen der Opfer werden im Zuge des Liebeswahns als versteckte Zeichen der Wertschätzung und Liebe fehlinterpretiert.

  • Der Typus des inkompetenten Stalkers zeigt geringe intellektuelle und soziale Kompetenz. Er ist unerfahren in der Anbahnung und Aufrechterhaltung von Beziehungen, aber auf der Suche nach einer Beziehung. Dieses Ziel versucht er durch die Stalking-Verhaltensweisen zu erreichen.

  • Der Rache suchende Stalker verfolgt seine Opfer aufgrund eines tatsächlich oder vermeintlich erlittenen Unrechts. Das erklärte Ziel dieses Stalker-Typs ist es, sein Opfer in Angst zu versetzen. Verfolgen, Bedrohen und Einschüchtern geben ihm das Gefühl, Macht und Kontrolle über sein Opfer zu haben, was sein Rachegefühl befriedigt. Psychiater und Psychotherapeuten werden häufiger Opfer dieses Stalker-Typs. Der Stalker will sich für tatsächliche oder vermeintliche Behandlungsfehler rächen, oder er fehlinterpretiert die klaren Grenzen einer professionellen therapeutischen Beziehung.

  • Der beutelüsterne Stalker plant einen sexuellen Übergriff und stalkt dabei sein Opfer im Vorfeld. Während der Stalking-Phase bezieht der Täter aus dem Verfolgen und Ausspähen ein Gefühl der Macht und Kontrolle über sein Opfer und teilweise auch voyeuristische Befriedigung. Das Risiko, dass diesem Stalking-Typ ein gewaltsamer sexueller Übergriff folgt, ist sehr groß.

Eine systematische Kategorisierung sowohl der Psychopathologie des Stalkers als auch der Täter-Opfer-Beziehung und der zugrunde liegenden Motive erlaubt die in Tab. O5.2 beschriebene multiaxiale Stalking-Klassifikation:
  • Hierbei wird in einer ersten Kategorie die Psychopathologie des Stalkers klassifiziert. Auf dieser psychopathologischen Ebene können unterschiedliche Symptome oder Syndrome nachweisbar sein, die in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem Stalking stehen können. In den meisten Fällen findet sich aber kein krankheitswertiger psychopathologischer Befund. Stalking-Verhalten kann im Kontext wahnhafter Störungen, schizophrener Psychosen oder einer Manie auftreten. Diese Tätergruppe gehört eindeutig in den Kompetenzbereich der Psychiatrie, d. h., es handelt sich um behandlungsbedürftige Täter. Der Anteil psychotischer Stalker an allen Stalking-Fällen ist aber insgesamt als gering einzuschätzen.

    Eine progrediente psychopathologische Entwicklung beginnt nach dem Scheitern einer Partnerschaft, in welcher der spätere Stalker dem Partner und späteren Stalking-Opfer unterlegen war. Die Trennung geht dann meist von dem in der Beziehung überlegenen Partner aus, der sich den zunehmend einengenden Verhaltensweisen des Partners entziehen will. Da solche Trennungen häufig aber nicht konsequent vollzogen werden, sondern von nachfolgenden Versöhnungen und „letzten“ Aussprachen gefolgt sind, schwankt der verlassene Partner zwischen völliger Verzweiflung und immer wieder neu aufkeimender Hoffnung. In diesem Beziehungsgeflecht können sich progredient psychopathologische Symptome (z. B. zunehmende Einengung des Denkens, Störung der Realitätsprüfung und zunehmende affektive Einengung) ausbilden. Auf der Verhaltensebene können dann Stalking-Verhaltensweisen den gesamten Lebensrhythmus bestimmen. Das Geschehen kann sich verselbstständigen, und die Haltungen und Verhaltensweisen können sich zunehmend von real vorgegebenen Problemen lösen. Die psychopathologischen Symptome können in diesen Fällen so ausgeprägt sein, dass ihnen Krankheitswert zukommt. Die diagnostische Einschätzung solcher Entwicklungen bedarf aber einer sorgfältigen Analyse. Keinesfalls darf die häufig zu hörende Bemerkung von Stalkern, dass sie „eben nicht anders können“, mit einer progredienten psychopathologischen Entwicklung verwechselt werden. Der progredienten psychopathologischen Entwicklung kommt bei der Gefahrenprognose eine besondere Bedeutung zu, da sie in schwersten Gewaltdelikten kulminieren kann, wobei die Täter zuvor nicht durch Gewaltdelikte auffällig geworden sind.

    Bei den meisten Stalkern lässt sich keine krankheitswertige psychische Störung diagnostizieren. Zwar finden sich auch in dieser Gruppe häufig Akzentuierungen der Persönlichkeitsstruktur oder sogar Persönlichkeitsstörungen (PS), meist aus dem Cluster B, also eine narzisstische, emotional instabile oder dissoziale PS. Sie sind aber nicht so stark ausgeprägt, dass sie die Verantwortlichkeit des Stalkers für sein Handeln beeinträchtigen.

  • Die multiaxiale Stalking-Klassifikation erlaubt auch eine Einordnung der vielfältig möglichen Beziehungskonstellationen zwischen Stalker und Opfer. Am häufigsten ist beim Expartner-Stalking mit gewalttätiger Eskalation zu rechnen. Bei den übrigen Beziehungskonstellationen zwischen Stalker und Opfer sind Gewaltdrohungen zwar nicht selten, es lassen sich aber auf der Beziehungsebene keine weiteren typischen Gefährdungskonstellationen herausarbeiten.

  • Bezüglich der dem Stalking zugrunde liegenden Motive nimmt die multiaxiale Stalking-Klassifikation eine einfache Kategorisierung in positive und negative Motive vor:

    • Bei den positiven Motiven kommen z. B. Liebe, Zuwendung und Versöhnung in Betracht. Studienergebnisse zeigen, dass bei dieser Motivlage das Risiko für gewalttätiges Verhalten des Stalkers eher als gering einzuschätzen ist. Sofern der Stalker aber an einem Liebeswahn leidet, muss auch bei positiven Gefühlen gegenüber dem Stalking-Opfer an eine reale Gefahr für Personen gedacht werden, die dem Stalking-Opfer nahe stehen (z. B. Ehepartner des Stalking-Opfers) und vom Stalker als vermeintlich letztes und ggf. auch gewaltsam zu beseitigendes Hindernis wahrgenommen werden.

    • In die negative Kategorie der Motive für Stalking fallen Gefühle der Rache, Wut, Eifersucht sowie das Bedürfnis, Macht und Kontrolle auszuüben. Sofern diese Motive das Stalking-Verhalten dominieren, ist eine gewalttätige Eskalation möglich.

Zu bedenken ist auch ein u. U. rascher Wechsel von zunächst positiven Gefühlen gegenüber dem Opfer zu einer negativen Einstellung. Aus der Praxis ist hierfür als typische Situation z. B. die Zustellung eines Bescheids nach dem Gewaltschutzgesetz oder die Beschränkung des Umgangsrechts für gemeinsame Kinder bekannt.

Opfermerkmale und Auswirkungen von Stalking

Epidemiologische Studien zur Lebenszeitprävalenz von Stalking haben gezeigt, dass grundsätzlich jeder Mensch Opfer eines Stalkers werden kann. Es gibt aber einige Charakteristika, die mit einem erhöhten Risiko verbunden sind, Stalking-Opfer zu werden. Der in allen Studien eindeutigste diesbezügliche Befund ist, dass mehr als 75 % der Opfer weiblichen Geschlechts sind. Überzufällig häufig sind Stalking-Opfer auch Singles und leben allein, oder sie haben eine Beziehung zu ihrem Stalker beendet. Auch aus den Medien bekannte Personen wie z. B. Filmschauspieler oder Politiker haben ein erhöhtes Risiko, Opfer eines Stalkers zu werden. In einigen Studien konnte auch gezeigt werden, dass Psychiater und Psychotherapeuten überzufällig häufig gestalkt werden (Purcell und Powell 2005; Nelsen et al. 2015; Praus et al. 2018). Für die psychiatrisch-psychotherapeutische Praxis ist von Bedeutung, dass die Wahrscheinlichkeit, einmal im Leben Opfer eines Stalkers zu werden, bei psychisch Kranken mit 21,3 % fast doppelt so hoch ist wie in der Allgemeinbevölkerung (Dreßing und Gass 2010). Es gibt also offensichtlich einige Risikofaktoren, welche die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Stalkers zu werden, erhöhen.
Dennoch ist zu betonen, dass grundsätzlich jeder von diesem Problem betroffen sein kann und die Stalking-Opfer keine Schuld daran tragen, wenn sie gestalkt werden. In der Praxis muss beachtet werden, dass es auch „falsche Stalking-Opfer“ gibt, also Personen, die fälschlicherweise angeben, Opfer eines Stalkers zu sein. Dies kann aus psychotischen Motiven heraus geschehen (z. B. bei einem Verfolgungswahn) oder auch instrumentell eingesetzt werden, um dem vermeintlichen Stalker zu schaden. Besonders perfide sind Fälle, bei denen sich ein Stalker als vermeintliches Opfer in Spezialberatungsstellen für Stalking-Betroffene vorstellt und Ermittlungen gegen das Stalking-Opfer in Gang setzt. Der Anteil „falscher Opfer“ in Spezialambulanzen stellt mit ca. 10 % ein relevantes Problem dar. Es ist unbedingt zu vermeiden, dass Therapeuten sich in diesen Fällen für die Belange von Stalkern instrumentalisieren lassen (Dreßing et al. 2008). Sofern Zweifel an den Anknüpfungstatsachen bestehen, ist es nicht die Aufgabe von Psychiatern und Psychotherapeuten, mit Ermittlungstätigkeiten zu beginnen. Vielmehr sollte eine Beratung erst dann einsetzen, wenn vom Stalking-Opfer zweifelsfreie Beweise für das Stalking vorgelegt werden.
Studien, in denen die Folgen von Stalking bei den Opfern untersucht wurden, haben gezeigt, dass die Betroffenen oft erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen aufweisen und im Vergleich zu nicht gestalkten Personen signifikant häufiger Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung, einer Depression, einer generalisierten Angststörung und somatoformer Störungen entwickeln. Stalking-Opfer nehmen auch signifikant häufiger Psychopharmaka ein. Die psychischen Störungen können persistieren, auch wenn die aktuelle Stalking-Situation bereits beendet ist (Kühner et al. 2007, 2012). Die Versorgungsstrukturen für Stalking-Opfer in Deutschland sind immer noch mangelhaft ausgebaut (Dreßing und Gass 2007b). Es ist davon auszugehen, dass Betroffene sich bei zunehmender Verbreitung von Informationen zum Thema Stalking auch vermehrt mit dieser Problematik an Psychiater und Psychotherapeuten wenden werden.

Beratungs- und Therapiemöglichkeiten für Stalking-Opfer

Auch für Stalking-Opfer bietet sich das bei anderen psychischen Störungen erfolgreich praktizierte Stepped-Care-Konzept an. In vielen Fällen stellen 2–4 Stunden umfassende Kurzberatungen bzw. Kriseninterventionen, die in 1–2 Sitzungen zu leisten sind, bereits eine ausreichende Hilfestellung dar. Sofern dies nicht ausreicht, kann eine fokussierte psychotherapeutische Kurzintervention angeboten werden. Eine kleinere Gruppe von Stalking-Opfern benötigt darüber hinausgehende psychiatrisch-psychotherapeutische Hilfe.
Als Grundlage für die Kurzberatung bzw. Krisenintervention bei Stalking-Opfern kann ein Gesprächsleitfaden genutzt werden, in dem die in Box O5.1 dargestellten Bereiche systematisch erfasst werden (Gallas et al. 2010).

Box O5.1

Gesprächsleitfaden für die Beratung von Stalking-Opfern

  • Erfassung der Stalking-Situation

  • Risikoanalyse/Einschätzung der Gefährdung des Klienten und ggf. von Dritten

  • Einschätzung der psychosozialen Beeinträchtigung des Klienten

  • Ausschluss „falscher Opfer“

  • Fallmanagement (Empfehlung und ggf. Einleitung weiterer Maßnahmen)

  • Vermittlung von Verhaltensstrategien im Umgang mit Stalking („Anti-Stalking-Regeln“)

Aus der Erfassung der Stalking-Situation, der Auswirkungen des Stalkings auf die betroffene Person (gesundheitliche, soziale, finanzielle Folgen) sowie der Gefährdungseinschätzung sind die individuellen Maßnahmen des Fallmanagements abzuleiten. Betroffene können funktionalere Copingstrategien für den Umgang mit Stalking erlernen und die Folgen des Stalking dadurch abmildern (Johansen und Tjørnhøj-Thomsen 2016). Dabei muss sich der Psychiater als Koordinator eines weiter gespannten Hilfsnetzes verstehen, da eine dyadische therapeutische Beziehung einem komplexen Stalking-Fall i. d. R. nicht gerecht wird. Grundsätzlich sollte – sofern noch nicht geschehen – auch ein Kontakt mit der Polizei vermittelt werden. Die Risikoeinschätzung sollte in Kooperation mit der Polizei erfolgen. Weiterhin ist auf die Möglichkeiten einer rechtlichen Beratung hinzuweisen; zudem können Adressen von spezialisierten Rechtsanwälten weitergegeben werden. Es liegt nicht in der Kompetenz von Ärzten und Therapeuten, rechtliche Beratung zu leisten.
In jeder Kurzberatung bzw. Krisenintervention von Stalking-Opfern sollten zentrale Aspekte im Umgang mit der Stalking-Situation vermittelt und erklärt werden. Im Mittelpunkt steht dabei der Leitsatz, dass alle Belästigungen und Kontaktaufnahmeversuche des Stalkers konsequent ignoriert werden müssen. Da viele Stalking-Opfer diesen Grundsatz zwar kennen, im Alltag aber immer wieder dagegen verstoßen („Irgendwann habe ich doch noch mal mit ihm gesprochen und versucht, ihm zu erklären, dass er nicht mehr anrufen soll“), ist es sinnvoll, auch den lerntheoretischen Hintergrund für diese Empfehlung zu erläutern. Es kann davon ausgegangen werden, dass jede Reaktion des Opfers auf eine unerwünschte Kontaktaufnahme das Verhalten des Stalkers verstärkt, insbesondere dann, wenn – wie bei Stalking-Fällen fast regelhaft zu beobachten – die Verstärkung intermittierend erfolgt. Hilfreich ist auch, mit den Stalking-Opfern die in Box O5.2 dargestellten konkreten Verhaltensmaßnahmen zu besprechen.

Box O5.2

Verhaltensregeln für Stalking-Betroffene

  • Nur eine, dafür aber unmissverständliche Erklärung, dass kein Kontakt gewünscht wird

  • Absolutes Ignorieren weiterer Kontaktangebote; nicht auf weitere Diskussionen einlassen (auch nicht bei Drohung mit Suizid u. Ä.)

  • Briefe, Pakete, Geschenke u. Ä. nicht an den Stalker zurückschicken; Stalker im Unklaren darüber belassen, ob und wie seine Aktionen ankommen

  • Herstellen von Öffentlichkeit, d. h. Information von Nachbarn, Kollegen und Freunden

  • Dokumentation aller Vorkommnisse

  • Bei Telefonterror: Telefon wortlos auflegen; alte Telefonnummer nicht abmelden, sondern die Stalking-Anrufe mit einem Anrufbeantworter aufzeichnen; Anrufbeantworter nicht selbst besprechen; Entgegennahme erwünschter Gespräche unter einer Geheimnummer

  • Frühzeitige Anzeige bei der Polizei

Zwar sind die Möglichkeiten der Betroffenen, durch eigenes Verhalten Einfluss auf den Stalker zu nehmen, begrenzt. Es kann aber nicht genug betont werden, dass Stalking-Opfer alle Kontaktangebote des Stalkers konsequent und strikt ignorieren müssen. Aus falsch verstandenem Mitleid oder aus anderen Motiven lassen sich viele Stalking-Opfer irgendwann doch noch einmal auf ein Gespräch ein, was im Sinne einer intermittierenden Verstärkung aber gerade dazu prädestiniert, die Bemühungen des Stalkers aufrechtzuerhalten.
Sofern die psychische Belastung durch die Stalking-Situation bereits so ausgeprägt ist, dass eine Kurzberatung bzw. Krisenintervention nicht ausreicht, sollten Möglichkeiten einer gezielten psychotherapeutischen Intervention angeboten werden (Gallas et al. 2009). Die psychotherapeutischen Interventionen fokussieren auf die spezielle Stalking-Problematik und zielen darauf ab, den Umgang der Betroffenen mit der Stalking-Situation zu verbessern, ihre Handlungsspielräume zu erweitern und die mit Stalking verbundene psychische Belastung zu reduzieren. Ein speziell für diese Belange erarbeitetes Programm, das sowohl im Einzelsetting als auch in Gruppen angewendet werden kann, umfasst 8 Doppelstunden und setzt Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie ein. Das Therapiemanual wurde evaluiert und kürzlich publiziert (Gallas et al. 2010).
In einigen Fällen reicht auch diese fokussierte Kurzpsychotherapie nicht aus, und die Betroffenen müssen sich in ambulante oder stationäre psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung begeben, weil sich eigendynamisch verlaufende psychische Störungen manifestiert haben.

Begutachtung und Behandlung von Stalkern

Staatsanwaltschaften und Richter beauftragen Psychiater zunehmend auch mit Schuldfähigkeitsgutachten von Stalkern und stellen die Frage nach der Behandlungsbedürftigkeit und den Behandlungsmöglichkeiten von Stalkern. Für Begutachtungsfragen ist die in Kap. O5.3 dargestellte multiaxiale Stalking-Klassifikation hilfreich, da sie sich an den Gegebenheiten des deutschen Strafrechts orientiert (Dreßing et al. 2015). Dabei ist zunächst zu prüfen, ob beim Stalker eine psychopathologische Symptomatik vorliegt, die einem der vier Eingangsmerkmale der §§ 20, 21 StGB zu subsumieren ist:
  • 1.

    Krankhafte seelische Störung (z. B. Psychose)

  • 2.

    Tiefgreifende Bewusstseinsstörung (z. B. Affektdelikte)

  • 3.

    Schwachsinn (IQ < 70)

  • 4.

    Schwere andere seelische Abartigkeit (z. B. schwere Persönlichkeitsstörung; progrediente psychopathologische Entwicklung)

Nur wenn die psychopathologische Symptomatik so ausgeprägt ist, dass sie einer dieser vier Eingangskategorien zugeordnet werden kann, ist in einem zweiten Schritt zu prüfen, welche Auswirkungen diese Symptomatik auf die Einsichts- und Steuerungsfähigkeit hat. Darüber hinaus ist zu prüfen, ob das Stalking-Verhalten motivational durch die psychopathologische Symptomatik determiniert ist. Dies wird z. B. dann zu bejahen sein, wenn der Stalker im Rahmen eines Liebeswahns unkorrigierbar davon überzeugt ist, dass zwischen ihm und seinem Opfer eine Liebesbeziehung besteht, die es in der Realität aber gar nicht gibt. In diesem Fall ist das Stalking-Verhalten durch das Wahnerleben determiniert, und man wird bei dieser Konstellation auch von einer erheblichen Beeinträchtigung der Steuerungs- und Einsichtsfähigkeit ausgehen müssen.
Schwieriger ist die Beurteilung der Einsichts- und Steuerungsfähigkeit bei der progredienten psychopathologischen Entwicklung. Die Steuerungsfähigkeit im Hinblick auf bestimmte Stalking-Verhaltensweisen kann dabei erheblich beeinträchtigt sein, wenn es sich um impulsive Taten handelt. Sind dagegen strafbare Handlungen zu beurteilen, die auf langer Planung beruhen und einen komplexen, aus vielen einzelnen Schritten bestehenden Handlungsplan umfassen, so dürfte i. d. R. auch in dieser Konstellation keine erheblich verminderte Steuerungsfähigkeit anzunehmen sein. Die Begutachtung solcher Fälle erfordert besondere Sachkunde und muss immer auf einer individuellen Analyse basieren.
Für Stalker, bei denen keine krankheitswertige psychiatrische Diagnose gestellt wurde bzw. bei denen zwar eine Persönlichkeitsstörung vorliegt, die aber nicht die Kriterien der „schweren anderen seelischen Abartigkeit“ der §§ 20, 21 StGB erreicht, erübrigt sich eine Stellungnahme zur Einsichts- und Steuerungsfähigkeit, da keines der Eingangskriterien der §§ 20,21 StGB vorliegt. Diese Konstellation ist in der Praxis am häufigsten; der Stalker ist in diesem Fall voll schuldfähig.
Für die psychiatrische Behandlung von Stalkern gibt es bisher noch keine etablierten Behandlungsrichtlinien, obwohl seitens der Gerichte zunehmend auch Behandlungsauflagen für bestimmte Täter angeordnet werden.
Grundsätzlich ist bei der Behandlung von Stalkern zwischen psychotischen und nichtpsychotischen Tätern zu unterscheiden. Die Therapie psychotischer Stalker ist eindeutig eine Domäne der Psychiatrie und kann sich an etablierten Behandlungsrichtlinien für diese Störungen orientieren (antipsychotische Behandlung und Psychotherapie). Schwieriger ist es, die Kompetenz der Psychiatrie für die nichtpsychotischen Stalker einzugrenzen. Es ist davor zu warnen, jeden Stalker unreflektiert einer psychiatrischen Behandlung zuzuführen. Es gibt sicherlich eine große Zahl von Stalkern mit vorwiegend dissozialen Persönlichkeitszügen, die ihre Verhaltensweisen aus egoistischen Motiven heraus betreiben. Diese Stalker wollen über einen anderen Menschen Macht ausüben, sie wollen ihn beherrschen und kontrollieren. Für diese Tätergruppe ist in erster Linie das Strafsystem zuständig und nicht die Psychiatrie.
Neben diesen beiden relativ eindeutig entweder der Psychiatrie (psychotische Stalker) oder dem Strafsystem (dissoziale Stalker) zuordenbaren Stalker-Gruppen gibt es aber auch eine Gruppe von Stalkern, bei denen sich erhebliche Defizite in der sozialen Kompetenz, der Emotionsregulation und den Problemlösefähigkeiten aufzeigen lassen. Die Therapie dieser Tätergruppe ist schwierig, da i. d. R. keine Krankheitseinsicht und keine Therapiemotivation besteht (MacKenzie und James 2011). Therapieansätze für diese Personengruppe müssen multimodal angelegt sein und die spezifischen Bedürfnisse der Betroffenen adressieren (Warren et al. 2005). Die empirische Datenlage zur Therapie von Stalkern ist ausgesprochen dürftig. Bisher wurde nur eine Therapiestudie publiziert, die 29 Stalker einschloss und Methoden der dialektisch-behavioralen Therapie mit moderatem Therapieerfolg anwendete (Rosenfeld et al. 2007). In Anbetracht dieser unbefriedigenden Studienlage ist vor der unkritischen Übernahme von Stalker-Therapien im Rahmen von gerichtlichen Auflagen zu warnen.
Zunehmende Bedeutung gewinnt die Gefährlichkeitseinschätzung von Stalkern. Das im angelsächsischen Raum entwickelte Stalking Risk Profile liegt nun auch in deutscher Übersetzung vor und erlaubt eine dynamische Risikoeinschätzung für die unterschiedlichen Stalking-Konstellationen und ein Management bedrohlicher Stalking-Situationen (Dreßing et al. 2015; Guldimann et al. 2016; McEwan et al. 2018).

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