© 2021 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen

B978-3-437-23021-9.00005-9

10.1016/B978-3-437-23021-9.00005-9

978-3-437-23021-9

Metaanalysen zur Wirksamkeit psychotherapeutischer Verfahren bei SuchterkrankungenPsychotherapieWirksamkeitsbeurteilungMetaanalysen

Tab. 5.1
Studie Anzahl Studien Verfahren Outcome-Kriterium Effektstärke
Benishek et al. (2014) 19 CM Alkohol- und Drogenkonsum d = 0,46
95%-CI: 0,37–0,54
Burke et al. (2003) 30 MI Alkohol- und Drogenkonsum d = 0,56
95%-CI: 0,31–0,82
Davis et al. (2016) 69 CM Alkohol-, Tabak- und Drogenkonsum d = 0,62
95%-CI: 0,54–0,70
Dutra et al. (2008) 14 CM Drogenkonsum d = 0,58
95%-CI: 0,25–0,90
13 KVT d = 0,28
95%-CI: 0,06–0,51
5 RP d = 0,32
95%-CI: 0,06–0,56
Hettema und Hendricks (2005) 72 MI Alkohol- und Drogenkonsum d= 0,77
95%-CI: 0,35–1,19
Irvin et al. (1999) 26 RP Alkohol- und Drogenkonsum r = 0,14
95%-CI: 0,10–0,17
Magill und Ray (2009) 53 KVT Alkohol- und Drogenkonsum g = 0,154
95%-CI: 0,066–0,242
Prendergast et al. (2006) 47 CM Alkohol- und Drogenkonsum d = 0,42
95%-CI: 0,35–0,50
Roozen et al. (2010) 4 CRA Alkohol- und Drogenkonsum RR = 3,25
95%-CI: 2,11–5,02
Smedslund et al. (2011) 59 MI Alkohol- und Drogenkonsum d = 0,77
95%-CI: 0,48–1,09

CM = Kontingenzmanagement; MI = Motivierende Gesprächsführung; KVT = kognitive Verhaltenstherapie; RP = Rückfallprävention; CRA = Community Reinforcement Approach; d = Cohen‘s d; g = Hedges‘ g; RR = relatives Risiko; CI = Konfidenzintervall

Psychotherapieforschung bei Suchterkrankungen

Kenneth M. Dürsteler

Marc Vogel

Marc Walter

  • 5.1

    Einleitung68

  • 5.2

    Grundsätze einer wirksamen Psychotherapie bei Suchterkrankungen68

  • 5.3

    Allgemeine psychotherapeutische Wirkfaktoren und Beziehungsgestaltung69

  • 5.4

    Evidenzbasierte suchtspezifische Psychotherapie70

    • 5.4.1

      Evidenzbasierte suchtspezifische Psychotherapieverfahren71

    • 5.4.2

      Allgemeine Wirksamkeit psychotherapeutischer Verfahren bei Suchterkrankungen73

    • 5.4.3

      Differenzielle Wirksamkeit psychotherapeutischer Verfahren bei Suchterkrankungen74

  • 5.5

    Diskussion und Ausblick75

Kernaussagen

  • SuchterkrankungenPsychotherapieforschungMetaanalysen belegen die Wirksamkeit suchtspezifischer Psychotherapie, die gegenüber Kontrollbedingungen allgemein zu signifikant besseren Ergebnissen führt.

  • Bei Suchterkrankungen sind Therapie- und Veränderungsmotivation nicht Voraussetzung, sondern Gegenstand der Psychotherapie.

  • In Zukunft gilt es die evidenzbasierten Psychotherapieverfahren noch besser in die klinische Praxis zu integrieren und die nötigen Ressourcen hierfür bereitzustellen.

Einleitung

PsychotherapieforschungDie Psychotherapieforschung befasst sich mit der Wirksamkeit und Wirkweise psychotherapeutischer Methoden und Interventionen. Neben randomisierten kontrollierten StudienRandomisierte kontrollierte Studien (RCTs (randomisierte kontrollierte Studien)RCTs) sind MetaanalysenMetaanalysen ein wichtiges Hilfsmittel, um die Wirksamkeit einer Methode zu untersuchen. Letztere fassen die Ergebnisse von RCTs (bisweilen auch von anderen gut kontrollierten Studien) zur selben Fragestellung mittels statistischer Verfahren zusammen. Die Wirksamkeit einer bestimmten Intervention wird dabei in Effektstärken (oder Effektgrößen) angegeben. In der Regel werden EffektstärkenEffektstärke zur Verdeutlichung der praktischen bzw. klinischen Relevanz von statistisch signifikanten Ergebnissen herangezogen. Der Effekt einer Intervention kann dabei klein, mittel oder groß sein.
Bei der Beurteilung der WirksamkeitPsychotherapieWirksamkeitsbeurteilung psychotherapeutischer Verfahren bei Suchterkrankungen gilt es zu bedenken, dass sich die publizierten RCTs bezüglich Studiendesign, Selektionskriterien, Stichprobengröße, Kontrollgruppe bzw. -bedingungen, primären und sekundären Endpunkten, Messmethoden und letztendlich auch hinsichtlich ihrer methodischen Qualität beträchtlich voneinander unterscheiden (Miller und Wilbourne 2002; Prendergast et al. 2002). Ferner ist eine effektive Therapie nicht für jede Suchterkrankung gleichermaßen wirksam, und häufig sind die Studien so angelegt, dass sie eine hohe interne ValiditätValidität anstreben, worunter die externe Validität leidet, sodass die GeneralisierbarkeitStudienergebnisse, Generalisierbarkeit der Befunde auf klinische Populationen fraglich bleibt. Außerdem sind die berichteten Zahlen für Therapieabbrüche in Wirksamkeitsstudien hoch, was die Ergebnisse ebenfalls beeinflusst. Da die Mehrzahl der publizierten Studien aus den USA stammt, sind die Resultate nicht ohne kritische Prüfung auf den europäischen Raum mit teils sehr abweichenden Behandlungsbedingungen übertragbar. Angesichts der vielen Schulen und Verfahren in der Psychotherapie gilt es ferner zu berücksichtigen, dass teils sehr unterschiedliche Kriterien für die Messung der Wirksamkeit postuliert werden. Zudem sind nicht alle therapeutischen Wirkfaktoren operationalisiert und der Forschung somit nur begrenzt zugänglich.
Auch Metaanalysen unterliegen erheblichen methodischen Schwankungen. So unterscheiden sie sich bei der Zusammenstellung der als relevant erachteten Studien erheblich. Dies betrifft die Publikationssprache, die Publikationsart (meist keine „graue“ Literatur), die definierten Qualitätsstandards und Outcome-Maße oder die Breite der gewählten Problemdefinition. Prendergast et al. (2002) kommen in einer methodisch ausgerichteten Übersichtsarbeit zu Metaanalysen bei Suchterkrankungen denn auch zu dem Schluss, dass in Studien größere Effektstärken identifiziert werden können, wenn bereits bei Studienbeginn (Baseline) Unterschiede zwischen Interventions- und Kontrollbedingungen bestanden haben. Die Effektgrößen fallen dagegen umso kleiner aus, je mehr abhängige Variablen berücksichtigt werden.

Resümee

  • Randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) und Metaanalysen sind wichtige Hilfsmittel, um die Wirksamkeit suchtspezifischer psychotherapeutischer Verfahren zu untersuchen.

  • Mittels quantitativer statistischer Methoden aggregieren Metaanalysen die Ergebnisse verschiedener kontrollierter Einzelstudien zur selben Fragestellung.

  • Die Wirksamkeit einer bestimmten Intervention wird in Effektstärken angegeben; diese können klein, mittel oder groß sein.

Grundsätze einer wirksamen Psychotherapie bei Suchterkrankungen

PsychotherapieWirksamkeitsgrundsätzeAus medizinischer Sicht gelten SuchterkrankungenSuchterkrankungenPsychotherapie heute als multifaktoriell bedingte, häufig chronisch verlaufende komplexe Störungsbilder, die mit beträchtlichen gesundheitlichen und psychosozialen Folgen und entsprechenden erheblichen volkswirtschaftlichen Kosten einhergehen. Die Inzidenz- und Prävalenzraten von Suchterkrankungen sind in der westlichen Welt generell hoch, und häufig sind diese Erkrankungsbilder mit weiteren psychischen Störungen vergesellschaftet (Kessler et al. 2005; Lenzenweger et al. 2007; Skodol et al. 1999). Die Behandlung von Suchterkrankungen ist dementsprechend komplex und vielfach auch kostspielig (Orford 2008). Der Erfolg einer Therapie hängt nicht nur vom Wirkungsgrad der verwendeten Methode ab, sondern auch vom bestehenden Krankheitsbild, von den aktuellen Bedürfnissen und individuellen Bedingungen der betroffenen Person. Idealerweise sollte die Therapie auch die Behandlung der Begleit- und Folgeerkrankungen umfassen.
Den Daten des Bundes-Gesundheitssurveys zufolge ist die therapeutische Versorgungslage bei Menschen mit Suchterkrankungen verschärft, da im Durchschnitt nur 29 % aller im Laufe eines Lebens an einer Sucht erkrankten Personen überhaupt behandelt werden (Wittchen und Jacobi 2001). Diese Situation wird durch den Umstand verschärft, dass die TherapieabbruchratenPsychotherapieAbbruch, GründeSuchterkrankungenTherapieabbruchraten bei Suchterkrankungen ungeachtet von Therapiesetting und -methode hoch sind. Laut einer Metaanalyse beendet etwa ein Drittel aller Patienten mit Suchterkrankungen die Psychotherapie frühzeitig, wobei kokainabhängige Personen mit 42 % durchschnittlich die höchsten Abbruchraten aufwiesen (Dutra et al. 2008). Beides hängt teilweise mit überholten Strukturen, realitätsfremden Erwartungen und inadäquaten Behandlungsgrundsätzen des Versorgungssystems zusammen. SuchterkrankungenTherapievoraussetzungenBeispielsweise wird von gewissen Einrichtungen immer noch AbstinenzbereitschaftAbstinenzbereitschaftSuchterkrankungenAbstinenzbereitschaft als Voraussetzung für eine Therapie gefordert, und bei vielen Therapieangeboten führt eine Fortführung oder Wiederaufnahme des Substanzkonsums noch immer zum Ausschluss (Gouzoulis-Mayfrank 2007). Dies steht im Widerspruch zur Darstellung der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen (WHO 1991), wonach es sich bei der Abhängigkeitsstörung um eine Gruppe von Phänomenen handelt, bei denen der Konsum einer Substanz Vorrang gegenüber anderen, früher höher bewerteten Verhaltensweisen habe, verbunden mit einem zeitweise übermächtigen Konsumwunsch und verminderter Kontrollfähigkeit bezüglich Beginn, Beendigung und Menge des Konsums.
Abstinenzbereitschaft oder gar Abstinenz als Vorbedingung für eine Behandlung ist für viele Patienten ein zu hohes Ziel (Ambrogne 2002; Mowbray et al. 2013; Tenhula et al. 2009). Zudem haben sich Motivationsprüfungen, z. B. in Form von mehrmaligen Vorgesprächen bis zur Therapieaufnahme, als kontraproduktiv erwiesen (Hoffman et al. 2011; McCarty et al. 2009). Vielmehr ist die Verbesserung der VeränderungsmotivationVeränderungsmotivation heute als wichtiges Teilziel der Therapie zu verstehen, wobei die momentanen Beweggründe des jeweiligen Patienten als Ausgangspunkt für die Behandlung dienen sollten (Bujarski et al. 2013; Mowbray et al. 2013). Grundsätzlich sollte ein TherapiebeginnSuchttherapieBeginnTherapiebeginn bei Menschen mit einer SuchterkrankungSuchterkrankungenTherapiebeginn so niederschwellig und schnell wie möglich erfolgen (Hoffman et al. 2011; Tenhula et al. 2009). Dabei sollte sich die Therapie von Anbeginn an den aktuellen Bedürfnissen und Zielen der Patienten orientieren (Bujarski et al. 2013; Lozano et al. 2006; Mowbray et al. 2013) und der Behandlungsfokus zumindest bei Personen ohne Abstinenzwunsch zunächst einmal auf die Schadensminderung gelegt werden (Ambrogne 2002; McCarty et al. 2009). Dementsprechend sollten Interventionen, welche die mit der Suchterkrankung assoziierten Risiken reduzieren, prioritär erfolgen (Tenhula et al. 2009). Für viele Personen mit einer Suchterkrankung ist eine dauerhafte Abstinenz als Therapieziel unrealistisch, und manche werden erst nach jahrelanger Behandlung und der damit einhergehenden gefestigten therapeutischen Beziehung weiterführenden therapeutischen Interventionen zugänglich (Bujarski et al. 2013; Drake et al. 2008). Ein möglicher Ansatz, um die Problemeinsicht und Bereitschaft zur Verhaltensänderung und damit die AkzeptanzKognitive Verhaltenstherapie (KVT)Akzeptanz gegenüber einer umfassenderen psychotherapeutischen Behandlung zu fördern, bilden motivationsfördernde KurzinterventionenSuchterkrankungenTherapiemotivation, die auch bereits vor der eigentlichen Therapie der Suchterkrankung im Einzel- oder Gruppensetting erfolgen können (Lozano et al. 2013; Oldham et al. 2012). Auch der Einsatz eines Anreizsystems, bei dem die Motivation extrinsisch gestärkt wird, z. B. indem die Besuche der therapeutischen Sitzungen mit Gutscheinen oder Preisen belohnt werden, können hilfreich sein (Businelle et al. 2009; Petry et al. 2011).
Prinzipiell bedarf es in der Therapie von Menschen mit Suchterkrankungen einer dauerhaft unterstützenden und geduldig motivierenden Vorgehensweise. Motivationsarbeit ist angesichts störungsbezogener Adhärenzprobleme in jeder Phase der Behandlung von großer Bedeutung. Die Behandlungsplanung sollte in jedem Fall langfristig angelegt sein, mit Rückfällen und vermeintlichen „Rückschritten“ jeder Art ist immer wieder zu rechnen; und auch gleichsam kleine Fortschritte der Patienten gilt es entsprechend zu würdigen (Danovitch und Gorelick 2012; McCarty et al. 2009; Schaefer et al. 2011; Torrens et al. 2012). Hierfür bedarf es einer als hilfreich erlebten, tragfähigen und belastbaren therapeutischen BeziehungTherapeutische BeziehungSuchterkrankungentherapeutische Beziehung, die es aufzubauen und zu pflegen gilt (Dundon et al. 2008; Siqueland et al. 2004). Die Motivationsarbeit sollte sich nicht nur auf die Suchterkrankung beziehen, viel eher sollte sie immer die gesamte Krankheits- und Lebenssituation der Behandelten sowie deren Anliegen und Ressourcen einbeziehen (Ziedonis et al. 2005).

Resümee

  • Die therapeutische Versorgungslage für Menschen mit Suchterkrankungen ist ungenügend, nur eine Minderheit erhält eine suchtspezifische Behandlung.

  • Die Therapie sollte bei Suchterkrankungen niederschwellig und schnell erfolgen, Abstinenz oder Abstinenzbereitschaft als Therapievoraussetzung ist häufig ein zu hohes Ziel.

  • In jeder Behandlungsphase von Suchterkrankungen spielt die therapeutische Motivationsarbeit mit den Betroffenen eine zentrale Rolle.

Allgemeine psychotherapeutische Wirkfaktoren und Beziehungsgestaltung

Laut Metaanalysen haben psychotherapeutische Interventionen grundsätzlich überwiegend positive Effekte (Grawe et al. 1994; Lambert und Ogles 2004). Bei rund zwei Dritteln psychotherapeutisch behandelter Personen kommt es, über alle Störungen hinweg gesehen, zu klinisch relevanten Verbesserungen der psychischen Symptomatik (Ogles et al. 1995). Bei 30 % der Behandelten ist allerdings auch ohne psychotherapeutische Intervention mit bedeutsamen Verbesserungen zu rechnen (Grawe et al. 1994), bei etwa 10 % der Patienten führt die Therapie zu einer Verschlechterung (Lambert und Ogles 2004).
Aus der Psychotherapieforschung ist gut bekannt, dass die Unterschiede zwischen Therapierenden im Allgemeinen größer sind als die Unterschiede zwischen den verschiedenen Therapieverfahren (Lambert und Ogles 2004; Norcross und Wampold 2011; Wampold 2012; Wampold et al. 2002). Dies scheint auch für die Psychotherapie bei Suchterkrankungen zuzutreffen (Anton et al. 2006; Crits-Christoph et al. 1999, 2001;, Project-MATCH-Research-Group 1997). Wie erfolgreich Therapeuten sind, hängt vor allem von ihren interpersonellen Fähigkeiten ab und steht laut Lambert und Ogles (2004) kaum mit der Länge ihrer therapeutischen Berufserfahrung in Zusammenhang. Das Therapieverfahren scheint im Vergleich zu den allgemeinen Wirkfaktoren der PsychotherapiePsychotherapieWirkfaktoren, allgemeine wie der Qualität des therapeutischen Arbeitsbündnisses und den interpersonellen Fähigkeiten der Therapierenden für den Behandlungserfolg von untergeordneter Bedeutung zu sein (Messer und Walpold 2002; Norcross und Wampold 2011). Laut Messer und Wampold (2002) lassen sich höchstens 8 % des Therapieerfolgs auf das Therapieverfahren, aber mindestens 70 % auf gemeinsame Faktoren wie therapeutische AllianzAllianz, therapeutische („therapist-client alliance“) und therapeutische Fähigkeiten („competence“) zurückführen.
Für die Einzeltherapie ist die Bedeutung der Qualität der therapeutischen BeziehungTherapeutische Beziehungals Wirkfaktor von Psychotherapie für das Resultat der Behandlung zweifelsfrei nachgewiesen, und zwar für unterschiedliche Therapieansätze. Sie kann als der empirisch am besten gesicherte Wirkfaktor der Psychotherapie angesehen werden (Grawe et al. 1994: 706). Die Qualität der therapeutischen Beziehung ist denn auch direkt mit dem Therapieverlauf der Suchterkrankung verbunden (Dundon et al. 2008), und es gibt Hinweise dafür, dass die therapeutische Beziehung allein in Unabhängigkeit vom Psychotherapieinhalt für einen verbesserten Therapieverlauf verantwortlich sein könnte (Martin et al. 2000). Bei der Psychotherapie von Suchterkrankungen gilt es zudem zu beachten, dass viele Betroffene Opfer von Stigmatisierungen und traumatischen Ereignissen geworden sind (Smith und Rosen 2009; Vogel et al. 2011). Dies kann den Aufbau und die Gestaltung der therapeutischen Beziehung erschwerenTherapeutische BeziehungAufbau, Gestaltung.
BeziehungsgestaltungPsychotherapieBeziehungsgestaltungVoraussetzung für eine erfolgversprechende psychotherapeutische Herangehensweise an Menschen mit einer Suchterkrankung ist in jedem Fall eine respektvolle, wohlwollende, nicht wertende und empathische HaltungTherapeutische HaltungSuchterkrankungentherapeutische Haltung, die den Leidensdruck der Patienten versteht und akzeptiert und ihnen echtes Interesse für die Lösung ihrer Anliegen und Probleme vermittelt (McCarty et al. 2009). „Wirksame“ TherapeutenTherapeutpositive/negative Verhaltensweisen zeigen im Vergleich zu weniger „wirksamen“ insgesamt mehr positive und weniger negative Verhaltensweisen (Asay und Lambert 2001). Zu den positiven gehören nach Asay und Lambert (2001) z. B. Anteilnahme, Bestätigung, Verständnis und Wärme, während Abweisen, Geringschätzung, Ignorieren oder Moralisieren Bespiele für negative therapeutische Verhaltensweisen darstellen. Eine Atmosphäre beiderseitigen Vertrauens ist für den Erfolg jeder therapeutischen Intervention unabdingbar, und zwar ungeachtet, mit welchem Therapieverfahren die Therapierenden arbeiten (Norcross und Wampold 2011). Daher gilt es jede Intervention hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf die therapeutische Allianz und das Arbeitsbündnis mit dem Patienten zu hinterfragen.
Die Haltung der Therapeuten sollte den Patienten zudem immer vermitteln, dass sie ihr Bestes zu geben suchen, ohne sie zu etwas drängen zu wollen. Die Therapierenden sollten ihnen gegenüber auch in heiklen Momenten zugewandt, empathisch und akzeptierend bleiben, ohne dass sie die Verantwortung für deren Handeln übernehmen. Dabei dienen sie den Patienten immer als Vorbild. Dieser Funktion sollten sich die Therapeuten in ihrem Handeln jederzeit bewusst und stets bemüht sein, dementsprechend zu handeln. Es obliegt ihnen auch, ihren Patienten das nötige Wissen über die bestehenden Erkrankungen und deren Behandlung verständlich zu vermitteln, Therapieangebote zu unterbreiten und mögliche Alternativen zu problematischen Verhaltensweisen aufzuzeigen. Die Entscheide für oder gegen ein Angebot liegen jedoch immer beim Patienten. Wie bei allen anderen Patienten gilt es auch bei der Therapie von Menschen mit Suchterkrankungen, deren subjektive Theorie über ihre Erkrankung und ihre Lebensbezüge zu erfragen und in die Behandlung einzubeziehen (Norcross und Wampold 2011).

Resümee

  • Allgemeine Wirkfaktoren der Psychotherapie (z. B. Qualität des Arbeitsbündnisses, interpersonelle therapeutische Fähigkeiten) sind für den Behandlungserfolg wichtig.

  • Die Qualität der therapeutischen Beziehung ist der empirisch am besten gesicherte Wirkfaktor der Psychotherapie.

  • Voraussetzung für eine erfolgreiche Psychotherapie bei Suchterkrankungen ist eine respektvolle, wohlwollende, nicht wertende und empathische therapeutische Haltung.

Evidenzbasierte suchtspezifische Psychotherapie

Psychotherapieevidenzbasierte suchtspezifischeZur Behandlung von Suchterkrankungen bedarf es unterschiedlicher psychotherapeutischer Ansätze, wobei laut Expertenkonsens eine Reihe von Verfahren kontraindiziert ist (Norcross et al. 2010). Dazu gehören u. a. das Neurolinguistische Programmieren, die sog. Rückführungstherapie sowie Aversions- und Schocktherapien (z. B. Scared-Straight-Programme). Konfrontative Therapieansätze haben sich in der Suchtbehandlung generell als wenig effektiv erwiesen (Miller et al. 2003; Thomasius und Küstner 2005) und können sogar zu unerwünschten Ergebnissen führen (Norcross und Wampold 2011). Belehrende und konfrontative Methoden erzeugen bei den Patienten ein hohes Maß an Widerstand, das sich negativ auf die Therapiebereitschaft und das Therapieergebnis auswirken kann (Longshore und Teruya 2006; Lundahl und Burke 2009).
Ein geeignetes Verfahren zur Förderung intrinsischer Motivation bieten die Grundsätze und Techniken des Motivational InterviewingPsychotherapieMotivational InterviewingMotivational Interviewing (MI; motivierende Gesprächsführung nach Miller und Rollnick (2009). Die Wirksamkeit dieses motivationalen Therapieansatzes wurde nicht nur für Suchterkrankungen, sondern auch im Zusammenhang mit der Förderung „erwünschter“ Verhaltensänderungen bei psychischen Störungen und somatischen Erkrankungen (z. B. zur Förderung der Adhärenz) nachgewiesen (Nyamathi et al. 2010; Oldham et al. 2012).
Obschon die MI nach heutigem Erkenntnisstand nicht effektiver zu sein scheint als andere motivationsfördernde Standardmethoden (z. B. kognitiv-behavioral basierte Interventionen), wenn es um die Reduktion oder Sistierung des Substanzkonsums geht, sprechen viele Argumente für den Einsatz dieser Methode in der Praxis (Lundahl und Burke 2009; Smedslund et al. 2011).

Merke

Einerseits ist die MI sehr ökonomisch und in unterschiedlichsten Therapiesettings und Formaten einsetzbar. Andererseits ist der Ansatz bezüglich Art und Schwere der Störung sehr vielseitig anwendbar, und er lässt sich mit anderen Verfahren gut kombinieren und leicht in Behandlungspläne integrieren (Lundahl und Burke 2009).

Evidenzbasierte suchtspezifische Psychotherapieverfahren

Eine Reihe von psychotherapeutischen Ansätzen hat sich bei der Behandlung von Suchterkrankungen in RCTs und Metaanalysen als wirksam erwiesen. Zu den Therapieverfahren mit dem höchsten Evidenzgrad gemäß den Leitlinien der American Psychiatric Association (APA 2010) zählen motivierende Gesprächsführung sowie verschiedene (kognitiv-)behavioral basierte Interventionen, insbesondere Contingency Management (Kontingenzmanagement), der Community Reinforcement Approach (gemeindenahes Verstärkermodell), Relapse Prevention (Rückfallprävention) und andere suchtspezifische kognitiv-verhaltenstherapeutische Therapieprogramme (Tab. 5.1). Positive Wirksamkeitsnachweise finden sich auch für weitere Verfahren, insbesondere die supportiv-expressive Therapie (Leichsenring et al. 2004) sowie verschiedene familienbasierte Therapieansätze (Vermeulen-Smit et al. 2015), auf die im Folgenden nicht näher eingegangen wird.
Psychotherapeutische Interventionen nehmen bei der Behandlung von Suchterkrankungen nach wie vor eine zentrale Rolle ein; dies gilt umso mehr, als (noch) nicht für alle Suchterkrankungen wirksame Pharmakotherapien existieren (z. B. Kokainabhängigkeit). Am längsten und besten untersucht ist die Wirksamkeit suchtspezifischer Psychotherapieverfahren bei alkoholabhängigenAlkohol(abhängigkeit/-missbrauch)suchtspezifische Psychotherapie Personen. Im Vergleich dazu ist die Studienlage zu Cannabisabhängigkeit, Kokain-/Stimulanzienabhängigkeit und Opioidabhängigkeit deutlich spärlicher (Berglund et al. 2003; Carroll und Onken 2005; Dutra et al. 2008; Miller und Wilbourne 2002).
Zur Prüfung der Wirksamkeit psychotherapeutischer Interventionen bedient sich die Psychotherapieforschung im Bereich der Suchterkrankungen verschiedener Endpunkte. Welche davon am besten geeignet sind, wird in der Forschung nach wie vor diskutiert (Glasner-Edwards und Rawson 2010). Ihre jeweilige Eignung hängt u. a. von der Störung, insbesondere deren Schwere, vom gesundheitspolitischen und soziokulturellen Kontext und von den vorhandenen Versorgungsstrukturen ab. Als wichtige allgemeine InterventionszielePsychotherapieInterventionsziele, allgemeine gelten in der suchtspezifischen psychotherapeutischen Wirksamkeitsforschung heute:
  • das psychosoziale Funktionsniveau,

  • die Lebenszufriedenheit bzw. Lebensqualität oder

  • substanzbezogene körperliche, psychische und soziale Probleme.

Für die Wirksamkeitsprüfung wurden in den in diesem Kapitel näher besprochenen Metaanalysen zu suchtspezifischen Psychotherapieverfahren die folgenden Erfolgskriterien herangezogen: PsychotherapieErfolgskriterien
  • Aufrechterhaltung der Abstinenz bzw. Zeit bis zum Rückfall

  • Ausmaß der Konsumreduktion (z. B. Menge und Häufigkeit)

  • Haltequote bzw. die Rate der Therapieabbrüche

Als Kontrollbedingungen dienten je nach Studie Suchtpatienten einer Warteliste, einer Selbsthilfegruppe oder unterschiedlicher Standardbehandlungen sowie im Falle der kognitiven Verhaltenstherapie wirksamer Therapieverfahren (z. B. MI, Kontingenzmanagement, medikamentöse Behandlung). Die Untersuchungszeiträume der Einzelstudien erstreckten sich meist über 3–12 Monate.
Motivierende Gesprächsführung
PsychotherapieMotivational InterviewingMotivational InterviewingMotivational Interviewing (MI) nach Miller und Rollnick (2009) ist ein direktiver, personenzentrierter Behandlungsansatz mit dem Ziel, intrinsische Motivation zur Änderung eines problematischen Verhaltens durch Explorieren und Auflösen von AmbivalenzAmbivalenz aufzubauen. Motivation gilt dabei als wesentlicher Faktor für die Veränderung von Problemverhalten (DiClemente und Prochaska 1982). Als wichtige Grundregel gilt, dass die Therapeuten den Widerständen der Patienten stets mit Offenheit und nicht mit Konfrontation begegnen. Bereits das Anerkennen konträrer Meinungen, Wahrnehmungen und Gefühle durch den Therapeuten unterstützt die Betroffenen darin, ihre Abwehrhaltung abzubauen und alternative Verhaltensweisen in Betracht zu ziehen (Norcross und Wampold 2011). Die Argumente für eine Veränderung werden nicht von den Therapeuten vorgebracht, sondern die Hilfesuchenden selbst sollen dazu angeregt werden, diese zu verbalisieren.
Damit die Betroffenen jedoch am Prozess der Ambivalenzauflösung aktiv teilnehmen und die daraus resultierende Verhaltensänderung umsetzen können, sollten sie auch über ihre Erkrankung und die Folgen informiert werden. Motivationsarbeit und Informationsvermittlung sind aber nicht nur diskrete Interventionen, die lediglich am Anfang der Behandlung zum Einsatz kommen. Vielmehr stellen sie Therapiekomponenten dar, die den gesamten Therapieprozess begleiten und in andere Behandlungsansätze integriert werden können (Miller und Rollnick 2009).
Kontingenzmanagement
KontingenzmanagementPsychotherapieKontingenzmanagementDas Contingency ManagementContingency Management siehe Kontingenzmanagement (CM) SuchterkrankungenKontingenzmanagementberuht auf dem Prinzip des operanten Konditionierens. Erwünschtes Verhalten wird dabei nach einem Verstärkerplan kontingent (d. h. unmittelbar, regelhaft und erkennbar) „belohnt“, wodurch die Auftretenswahrscheinlichkeit des erwünschten Verhaltens zunimmt (Higgins und Petry 1999). Als Verstärker dienen z. B. Gutscheine oder Lose. Die erwünschten Verhaltensweisen können vielfältig sein und individuell vereinbart werden; häufig umfassen sie die Abgabe substanzfreier Urinproben, die Teilnahme an Therapiesitzungen, das Erfüllen vereinbarter Behandlungsziele, aber auch die zuverlässige Einnahme der Medikation oder das Bemühen um eine Arbeitsstelle können verstärkt werden. Meist nimmt der Wert des Verstärkers oder die Wahrscheinlichkeit auf einen besonders „großen“ Verstärker („Jumbopreis“ als Hauptgewinn einer Lotterie der Teilnehmenden) mit der Dauer bzw. Häufigkeit der gezeigten erwünschten Reaktion in der Therapie zu.
Community Reinforcement Approach (CRA)
PsychotherapieCommunity Reinforcement Approach (CRA)Suchterkrankungengemeindenahes VerstärkermodellCommunity Reinforcement Approach (CRA)Der Community Reinforcement Approach (CRA) von Azrin und Hunt basiert auf klassischen verhaltenstherapeutischen Prinzipien (Meyers et al. 2007). Es handelt sich um ein Breitbandtherapieangebot für Betroffene mit Suchterkrankungen, dessen Prinzip den Einsatz positiver Verstärker aus dem sozialen Netz der Patienten beinhaltet. Dabei sollen sich die Betroffenen alternative, mit dem Konsum nicht vereinbare Verhaltensstrategien aneignen, die mit einem Ausbau substanzunabhängiger positiver Verstärker einhergehen, wodurch die positiven Verstärker fortgesetzten Substanzkonsums verringert werden (Meyers et al. 2007).
Basis einer PsychotherapieCannabisabhängigkeitCRA-Behandlung ist neben der positiven Verstärkung auch die Verhaltensanalyse von Risikosituationen und die Erfassung von positiven wie negativen Konsequenzen des Substanzkonsums. Um eine erreichte Abstinenz aufrechtzuerhalten, werden soziale Fertigkeiten wie Kommunikationstraining, Problemlösen und Ablehnungstraining erarbeitet (Meyers et al. 2007). Zudem bedient sich der CRA auch weiterer Interventionen wie Verhaltensverträgen, Freizeitberatung oder Paartherapien.
Rückfallprävention
PsychotherapieRückfallpräventionSuchterkrankungenRückfallpräventionDas kognitiv-behaviorale Verfahren der RückfallpräventionRückfallprävention (RP) nach Marlatt und Gordon (1985) kommt vor allem bei Menschen mit Suchterkrankungen zum Einsatz, die sich in einer Phase wechselnder Abstinenz und Rückfälligkeit befinden. Das Ziel dieser Methode besteht darin, die Betroffenen darin zu unterstützen, Rückfällen schon im Vorfeld vorzubeugen und dadurch die Abstinenz zu stärken und einen bereits erfolgten Rückfall aktiv zu begrenzen, um die gesundheitlichen und sozialen Konsequenzen zu mindern. Hierfür sollen die Patienten ihre potenziell relevanten Risikosituationen für ein Konsumereignis identifizieren.
Zur Vorbeugung weiterer Rückfälle werden im Rahmen der Therapie mit den Betroffenen Bewältigungsfertigkeiten im Umgang mit diesen Risikosituationen entwickelt und geübt (z. B. der Umgang mit unerwünschten Gefühlen oder das Ablehnen von Angeboten). Die Veränderung der eigenen Erwartungen an die Substanzwirkung sowie der Bedeutung des Konsums sollen die Betroffenen dabei unterstützen, in einer Risikosituation anders als gewohnt zu handeln, d. h. Gefühlszustände nicht mehr durch ihren Substanzkonsum zu regulieren.
Kognitiv-behaviorale Ansätze
Suchterkrankungenkognitiv-behaviorale TherapieansätzeNeuere suchtspezifische Psychotherapiekognitive Verhaltenstherapiekognitiv-verhaltenstherapeutischeKognitive Verhaltenstherapie (KVT) Therapieansätze (KVT) lehnen sich an die Rückfallprävention an. Sie basieren auf Modellen des sozialen Lernens und auf den Prinzipien operanten Konditionierens (Carroll und Onken 2005). Es handelt sich in der Regel um zielgerichtete strukturierte Kurzzeitprogramme, die sehr gut mit anderen Ansätzen kombinierbar sind. Neben motivierenden und psychoedukativen Interventionen bilden die Verhaltensanalyse, die Selbstbeobachtung und das Fertigkeitentraining die zentralen Therapiekomponenten.
Die KVT-Programme sollen Menschen mit Suchterkrankungen dabei unterstützen, alte Gewohnheiten im Zusammenhang mit dem Substanzkonsum abzulegen und adäquatere Verhaltensweisen und Gewohnheiten zu entwickeln. Im Rahmen der Behandlung verfolgen diese Programme verschiedene entscheidende Ziele: die Förderung der Veränderungsbereitschaft, die Vermittlung von Bewältigungsfertigkeiten, das Verstärken von Veränderung, die Förderung der Bewältigung unangenehmer Affekte, die Verbesserung der zwischenmenschlichen Funktionsfähigkeit und den Ausbau der sozialen Unterstützung.

Allgemeine Wirksamkeit psychotherapeutischer Verfahren bei Suchterkrankungen

Tab. 5.1 gibt eine Übersicht über die Wirksamkeit psychotherapeutischer Verfahren bei PsychotherapieCannabisabhängigkeitSuchterkrankungen in Metaanalysen.
Motivational InterviewingWirksamkeitIn Bezug auf ihre Wirksamkeit erzielte die motivierende Gesprächsführung in den metaanalytischen Untersuchungen bei allen Suchterkrankungen insgesamt moderate bis hohe Effekte (Burke et al. 2003; Davis et al. 2016; Hettema und Hendricks 2010). Am größten ist der Effekt auf die Reduktion des Substanzkonsums direkt nach Behandlungsende (Davis et al. 2016; Smedslund et al. 2011). Wenn das Verfahren nur 15 Minuten als Kurzintervention angewandt wurde, fand sich bereits in 64 % der Studien eine Wirksamkeit gegenüber den Kontrollbedingungen (Rubak et al. 2005). Auch bei Jugendlichen konnte ein, wenn auch geringer, Effekt von MI auf die Konsumreduktion bei allen Suchterkrankungen nachgewiesen werden; dieser war ebenfalls direkt nach Behandlungsende am stärksten ausgeprägt (Jensen et al. 2011).
KontingenzmanagementWirksamkeitDas PsychotherapieKontingenzmanagementKontingenzmanagement erzielte in den vorliegenden Metaanalysen bei allen Suchterkrankungen mittlere bis moderat hohe Effektstärken (Benishek et al. 2014; Davis et al. 2016; Dutra et al. 2008; Prendergast et al. 2006). Die Effekte waren während der Therapie am größten, nahmen nach Abschluss der Intervention deutlich ab (Davis et al. 2016) (d = 0,26) und waren nach einem Follow-up von 6 Monaten z. T. verschwunden (Benishek et al. 2014). Laut den Befunden von Prendergast et al. (2006) ist die Wirksamkeit des CM bei der Kokain-KokainkonsumstörungKontingenzmanagement und OpioidabhängigkeitOpioidabhängigkeitKontingenzmanagement am größten (d = 0,66 bzw. d = 0,65) und weniger ausgeprägt bei der Mehrfachabhängigkeit (d = 0,42) und der Tabakabhängigkeit (d = 0,31).
Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)WirksamkeitSuchtspezifische Psychotherapiekognitive VerhaltenstherapieKVT-Behandlungen erzielten je nach Kontrollbedingung niedrige bis mittlere Effekte (Dutra et al. 2008; Magill und Ray 2009), wobei die Effekte nach der Beendigung der Therapie in der Regel 6–9 Monate später anhielten. In verschiedenen kontrollierten Studien wurde bei mit KVT Behandelten nach Beendigung der Therapie ein Wirksamkeitszuwachs beobachtet (Carroll und Onken 2005). Dieser Schläfereffekt konnte metaanalytisch aber nicht bestätigt werden (Irvin et al. 1999; Magill und Ray 2009). Insgesamt große Effektstärken (g = 0,796) erzielten KVT-basierte Interventionen in sechs Studien, in denen die Kontrollgruppen keine Behandlung erhalten hatten (Magill und Ray 2009). Generell scheinen Frauen besser auf KVT-Programme anzusprechen als Männer, und eine kürzere Therapiedauer wirkt sich eher günstig auf das Behandlungsergebnis aus (Magill und Ray 2009).
RückfallpräventionWirksamkeitDie klassische PsychotherapieRückfallpräventionRückfallprävention wurde in den letzten Jahren nicht mehr so häufig systematisch untersucht. In Metaanalysen wurden geringe bis moderate Effekte insbesondere für die AlkoholabhängigkeitAlkohol(abhängigkeit/-missbrauch)Rückfallprävention gefunden (Irvin et al. 1999). Hier zeigten sich Verbesserungen bezüglich der Aufrechterhaltung der Abstinenz bzw. Reduktion des Konsums und im Anstieg der Lebenszufriedenheit. Weniger wirksam war die RP für die Tabakabhängigkeit (Irvin et al. 1999). Eine weitere Metaanalyse (Dutra et al. 2008) mit fünf RCTs zur Rückfallprävention bei Cannabis-, Kokain- oder Opioidgebrauchsstörungen belegt eine allgemeine Wirksamkeit dieses Verfahrens, allerdings eher im niedrigen Effektbereich.
Community Reinforcement Approach (CRA)WirksamkeitDer PsychotherapieCommunity Reinforcement Approach (CRA)Community Reinforcement Approach (und Familientraining) war in vier RCTs gegenüber konventionellen Interventionen bei therapieresistenten Patienten mit Alkohol-, Heroin-, Kokain- und Cannabisgebrauchsstörungen ebenfalls wirksam: Die Behandlung war dreimal so wirksam wie die Kontrollbedingung mit Selbsthilfegruppen (Roozen et al. 2010). Bei den mittels CRA behandelten Patienten kam es zudem zu einer signifikanten Verbesserung der depressiven Symptomatik (Roozen et al. 2010). Ein früherer systematischer Review zur Wirksamkeit von CRA kam zu dem Schluss, dass der CRA bei alkoholabhängigen Personen im Vergleich zu einer Standardbehandlung die Anzahl der Trinktage reduziert (Roozen et al. 2004). Zudem zeigen Studien, dass ein zusätzliches Belohnungssystem in Form von Gutscheinen die Ergebnisse der CRA-Behandlung bei der Kokain- und der OpioidabhängigkeitKokainkonsumstörungCommunity Reinforcement ApproachOpioidabhängigkeitCommunity Reinforcement Approach verbessert (Abbott 2009; Higgins et al. 2003; Roozen et al. 2004). Bisher liegen noch keine metaanalytischen Untersuchungen mit einer größeren Zahl kontrollierter Studien zur Wirksamkeit der CRA-Behandlung vor.

Resümee

Was die allgemeine Wirksamkeit suchtspezifischer psychotherapeutischer Verfahren bei unterschiedlichen Substanzstörungen betrifft, so sind die Effekte bei Cannabisgebrauchsstörungen am höchsten und bei Störungen durch den Gebrauch multipler Substanzen am geringsten (Dutra et al. 2008). Bei Kokainkonsumierenden erreichen psychotherapeutische Interventionen mittlere bis hohe Effektstärken, bei Opioidkonsumenten kleine bis mittlere.

Differenzielle Wirksamkeit psychotherapeutischer Verfahren bei Suchterkrankungen

Kokain-/Stimulanzienabhängigkeit
Für die Therapie von Menschen mit einer PsychotherapieKokainabhängigkeitKokain- bzw. Stimulanzienabhängigkeit KokainAbhängigkeit/MissbrauchKontingenzmanagementStimulanzienAbhängigkeitKontingenzmanagementhat sich das Kontingenzmanagement als besonders erfolgreich erwiesen (Roll 2007; Stitzer und Petry 2006Kontingenzmanagementdifferenzielle Indikation). In mehreren kontrollierten Studien und Metaanalysen wurde seine Wirksamkeit mit den höchsten Effektstärken unter den Suchterkrankungen belegt (Prendergast et al. 2006) – und zwar auch mit klaren Vorteilen bezüglich einer Reduktion des Konsums und der Rate von Therapieabbrüchen gegenüber anderen psychotherapeutischen Interventionen (Knapp et al. 2007). Dieser Effekt ist auch bei zusätzlichen psychischen Störungen und komorbider Opioidabhängigkeit belegt (Kiluk und Carroll 2013; McDonell et al. 2013). Neben der Abstinenz und der Therapieteilnahme verbessert das Kontingenzmanagement hier auch die psychische Symptomatik signifikant. Die Vorteile des CM gegenüber Kontrollbedingungen zeigen sich sowohl im Einzel- als auch im Gruppensetting. Als günstig wird auch die Möglichkeit der Kombination mit einer Pharmakotherapie beschrieben (Schierenberg et al. 2012). In einer RCT bei kokainabhängigen Personen wurde jedoch bei signifikanten Verbesserungen der psychischen Symptomatik durch KVT-Interventionen kein zusätzlicher Effekt von CM gefunden (Petitjean et al. 2014).
Cannabisabhängigkeit
Cannabis/CannabinoideAbhängigkeit/Missbrauchkognitiv-behaviorale TherapieansätzeBei der Behandlung der Cannabisabhängigkeit zeigen KVT-basierte ProgrammeKognitive Verhaltenstherapie (KVT)differenzielle Indikation in vielen kontrollierten Studien deutliche Vorteile gegenüber konventionellen Behandlungen (Dutra et al. 2008; Magill und Ray 2009). In sechs RCTs erzielte eine Therapie mit KVT im Einzel- und/oder Gruppensetting bei Menschen mit Cannabisabhängigkeit signifikante Effekte (Denis et al. 2006). In einer Metaanalyse hatte das spezifische Psychotherapieverfahren allerdings keinen Einfluss auf das Ergebnis bei der Cannabisproblematik (Davis et al. 2015). Für Patienten mit einem problematischen Cannabiskonsum empfehlen die erstbehandelnden Ärzte die Kombination mit motivierender Gesprächsführung, obschon nur 9 % der Cannabiskonsumierenden eine Abhängigkeit aufweisen (Danovitch und Gorelick 2012). Bei Jugendlichen haben Kurzinterventionen bereits geringe Effekte bezüglich einer Reduktion des Cannabiskonsums (Carney et al. 2014).
Mehrfachabhängigkeit
PsychotherapieMehrfachabhängigkeitMehrfachabhängigkeitkognitiv-behaviorale TherapieansätzeBei der Mehrfachabhängigkeit besteht oft auch eine Opioidabhängigkeit. Hier sind laut Metaanalysen die Effekte suchtspezifischer psychotherapeutischer Interventionen in der Regel gering (Dutra et al. 2008Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)differenzielle Indikation), und bei bestehender opioidgestützter Behandlung ist es unklar, ob psychotherapeutische Interventionen einen zusätzlichen Effekt erzeugen. Während ein Cochrane-Review keinen zusätzlichen Effekt ermitteln konnte (Amato et al. 2011), fanden sich in verschiedenen RCTs geringe bis moderate Effekte (Dutra et al. 2008; Pan et al. 2015; Rawson et al. 2002).

Merke

Insgesamt scheint von den Drogenabhängigkeiten die Cannabisabhängigkeit am besten und die Mehrfachabhängigkeit am wenigsten gut auf psychotherapeutische Interventionen anzusprechen (Dutra et al. 2008; Magill und Ray 2009). Die Effektstärken psychotherapeutischer Verfahren bewegen sich im mittleren bis relativ hohen Bereich für die Cannabisabhängigkeit und sind für die Mehrfachabhängigkeit gering bis moderat ausgeprägt (Dutra et al. 2008).

Alkoholabhängigkeit
PsychotherapieAlkoholabhängigkeitAlkohol(abhängigkeit/-missbrauch)kognitiv-behaviorale TherapieansätzeFür die Alkoholabhängigkeit liefern alle genannten suchtspezifischen Psychotherapieverfahren positive Befunde, mit geringen bis mittleren Effektstärken. Die größte empirische Evidenz erreichen dabei die motivierende GesprächsführungMotivational Interviewingdifferenzielle IndikationAlkohol(abhängigkeit/-missbrauch)motivierende Gesprächsführung und verschiedene KVT-Programme (Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)differenzielle IndikationMartin und Rehm 2012). Schon Kurzinterventionen mittels MI können im Vergleich zu Standardbehandlungen einen Effekt auf die Reduktion des Alkoholkonsums erzielen (Vasilaki et al. 2006). Auch bei Jugendlichen konnte die Wirksamkeit motivierender GesprächsführungGesprächsführungmotivierende siehe Motivational Interviewing bezüglich der Reduktion des Alkoholkonsums und damit verbundener Probleme nachgewiesen werden, die auch ein Jahr später noch vorhanden waren (Tanner-Smith und Lipsey 2014). Bei College-Studierenden (Appiah-Brempong et al. 2014) und jungen Erwachsenen (Foxcroft et al. 2014) fanden sich ebenfalls Effekte motivierender Gesprächsführung auf die Reduktion des Alkoholkonsums, sie waren allerdings z. T. nur gering ausgeprägt (Foxcroft et al. 2014).
Bei der Behandlung der Alkoholabhängigkeit gilt die Wirksamkeit des Community Reinforcement Approach als gesichert (Alkohol(abhängigkeit/-missbrauch)Community Reinforcement Approach (CRA)Roozen et al. 2010). Die klassische RückfallpräventionRückfallpräventiondifferenzielle Indikation liefert bei der Alkoholabhängigkeit dagegen inkonsistente Befunde (Bottlender et al. 2006); vor allem die frühen Studien fanden eine Wirksamkeit (Irvin et al. 1999). Die Effekte des CRA scheinen bei Alkoholgebrauchsstörungen etwas stärker ausgeprägt zu sein als bei anderen Substanzstörungen, bei denen eine Kombination mit einem strukturierten Bonussystem zusätzliche Effekte erzielt (Higgins et al. 2003; Meyers et al. 2011; Roozen et al. 2010).
Tabakabhängigkeit
TabakabhängigkeitMotivational InterviewingBei der Therapie der Tabakabhängigkeit ist die motivierende GesprächsführungMotivational Interviewingdifferenzielle Indikation gegenüber Kontrollbedingungen mit moderaten Effektstärken wirksam (Heckman et al. 2010; Hettema und Hendricks 2010). Der Ansatz ist besonders erfolgreich, wenn die Intervention durch die primär behandelnden Ärzte erfolgt und eine einzelne Intervention mehr als 20 Minuten dauert, wobei wiederholte Interventionen das Ergebnis günstig beeinflussen (Lai et al. 2010). Der Effekt zusätzlicher finanzieller Anreize zur Abstinenzförderung war dagegen unerheblich (Cahill und Perera 2011).
KVT-basierte InterventionenKognitive Verhaltenstherapie (KVT)differenzielle Indikation TabakabhängigkeitKVT-basierte Interventionenerwiesen sich bei der Tabakentwöhnung/-rückfallprophylaxe in Metaanalysen als hoch wirksam, dies auch im Vergleich zu Therapien mit Nikotinersatzpräparaten (Hofmann et al. 2012). Für die klassische Rückfallprävention konnte dagegen bislang kein Effekt bezüglich einer erfolgreichen Rauchentwöhnung gefunden werden (Hajek et al. 2013).

Resümee

  • Eine Reihe von suchtspezifischen psychotherapeutischen Verfahren ist nachweislich wirksam, wobei der Wirksamkeitsgrad je nach Verfahren, Substanz und Schwere der Suchterkrankung variiert.

  • Zu den suchtspezifischen Psychotherapieverfahren mit der höchsten Evidenz zählen die motivierende Gesprächsführung, das Kontingenzmanagement und verschiedene kognitiv-behavioral basierte Interventionen.

  • Leichte Suchterkrankungen scheinen besser auf psychotherapeutische Verfahren anzusprechen als schwere (z. B. Mehrfachabhängigkeit).

Diskussion und Ausblick

Alle vorgestellten psychotherapeutischen Verfahren erzielen gemäß Metaanalysen in der Behandlung von Suchterkrankungen geringe bis moderate Effektstärken. Für die Cannabis- und die Tabakabhängigkeit finden sich für ausgewählte Verfahren auch hohe Effektstärken (Dutra et al. 2008; Hofmann et al. 2012).
Alle suchtspezifischen Psychotherapieverfahren führten im Vergleich zu Kontrollbedingungen zu einem signifikant besseren Therapieergebnis, meist in Form einer Reduktion des Substanzkonsums bzw. einer Erhöhung der Abstinenzdauer oder -rate, einer Reduktion der Therapieabbruchrate und/oder der psychischen Symptomatik. Als Kontrollbedingung diente in vielen Fällen eine Standardbehandlung, wobei die Form der Standardbehandlung je nach Studie variierte und Standardbehandlungen auch einen Effekt „ungewisser“ Stärke haben können (Minozzi et al. 2016). In einer Metaanalyse zur Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)WirksamkeitWirksamkeit KVT-basierter Interventionen umfassten die Kontrollbedingungen auch andere evidenzbasierte Therapieverfahren (Magill und Ray 2009), was sich entsprechend auf den Gesamteffekt ausgewirkt haben dürfte.
Trotz des Vorliegens wirksamer suchtspezifischer Psychotherapieverfahren gibt es noch relativ wenige Behandlungsempfehlungen einzelner Ansätze für eine spezifische Suchterkrankung bzw. bestimmte Phasen der Suchterkrankung. Bei Patienten mit einer schweren Drogenabhängigkeit und solchen, die zusätzlich zur Drogenabhängigkeit eine Alkoholproblematik aufweisen, scheint die Reduktion des AlkoholkonsumsAlkohol(abhängigkeit/-missbrauch)kognitiv-behaviorale Therapieansätze nicht von einem bestimmten Psychotherapieverfahren abzuhängen (Klimas et al. 2014). Insgesamt scheint auch der Drogenkonsum bei einer Mehrfachabhängigkeit nicht besonders gut auf psychotherapeutische Maßnahmen anzusprechen (Dutra et al. 2008).
Bezüglich der differenziellen Indikation, also welche Form der suchtspezifischen Psychotherapie bei welcher Suchterkrankung am ehesten indiziert ist, lässt die gegenwärtige Datenlage gewisse Tendenzen erkennen. Das StimulanzienAbhängigkeitKontingenzmanagementKontingenzmanagementKontingenzmanagementdifferenzielle Indikation ist besonders gut für die Behandlung einer Kokain-/Stimulanzienabhängigkeit geeignet (Prendergast et al. 2006) – dies gilt auch im Falle einer begleitenden Abhängigkeit von Opioiden (Carroll 2014). Die motivierende Gesprächsführung zeigt bei allen Suchterkrankungen Effekte und wird seit einigen Jahren auch mit Erfolg in der Behandlung chronischer Erkrankungen wie Diabetes mellitus und Adipositas eingesetzt (Martins und McNeil 2009). Der Alkohol(abhängigkeit/-missbrauch)Community Reinforcement Approach (CRA)Community Reinforcement ApproachCommunity Reinforcement Approach (CRA)differenzielle Indikation scheint bei Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit besonders gut zu wirken. Erfolgversprechende Befunde gibt es auch für die Kombinationsbehandlung mit dem CRA und zusätzlicher strukturierter Verstärkung im Sinne eines Kontingenzmanagements (Garcia-Fernandez et al. 2011).
Unklar bleibt, ob die Kombination von CRA und Bonussystem in der Behandlung der Kokainabhängigkeit gleichwertig oder überlegen ist, und auch, ob eine Kombination von Kontingenzmanagement mit anderen KVT-basierten Programmen einen Mehreffekt in der Behandlung der Kokainabhängigkeit liefert (Dutra et al. 2008; Petitjean et al. 2012; Rawson et al. 2002). Beim Kontingenzmanagement stellt sich zudem das Problem, dass der Effekt der Behandlung nach Beendigung der Therapie oft schnell „verhallt“ (Benishek et al. 2014). Dies gilt allerdings auch für die motivierende Gesprächsführung, bei der die nachgewiesenen Effekte nach Behandlungsende nachlassen. Zudem gibt es derzeit immer noch keine pharmakologischen Alternativen zur Behandlung der Kokain- und Cannabisabhängigkeit.
Trotz positiver Studienergebnisse wird der Nutzen des KontingenzmanagementsKontingenzmanagementdifferenzielle Indikation kontrovers diskutiert. Das Fehlen von Kostenträgern und die teilweise hohen Kosten der positiven Verstärker schränken eine breite Anwendung im klinischen Setting bislang ein. Allerdings gibt es durchaus vielversprechende kostengünstigere oder gar kostenneutrale Varianten wie die Abgabe von Losen mit der Aussicht auf den Gewinn wertvoller Preise (Petry et al. 2005) oder den Einsatz von Privilegien (z. B. Heimmitgaben des Opioids in der opioidgestützten Behandlung).
Die klassische Alkohol(abhängigkeit/-missbrauch)RückfallpräventionRückfallpräventionRückfallpräventiondifferenzielle Indikation zeigte geringe bis moderate Effekte insbesondere in der Behandlung der Alkoholabhängigkeit, aber auch bei anderen Suchterkrankungen, wenn auch eher in geringerem Maße (Dutra et al. 2008). Wie der CRA scheint die Rückfallprävention in der Behandlung von Alkoholproblemen gegenüber Drogenproblemen Vorteile zu besitzen und könnte hier auch hauptsächlich eingesetzt werden.
KVT-basierte InterventionsprogrammeKognitive Verhaltenstherapie (KVT)differenzielle Indikation sind gut untersucht und haben sich in der Behandlung von allen Suchterkrankungen als wirksam erwiesen, allerdings mit teilweise geringen Effektstärken. Moderate bis hohe Effekte scheinen diese Programme bei Alkohol-, Cannabis- und Tabakgebrauchsstörungen zu haben.
Trotz klarer Evidenz haben die suchtspezifischen Psychotherapieverfahren allgemein noch wenig breite Anwendung in der klinischen Praxis gefunden. Dies liegt u. a. an mangelhaften Versorgungsstrukturen, überholten therapeutischen Grundsätzen, fehlender Ausbildung und Supervision und im Falle des Kontingenzmanagements auch daran, dass die Leistungen und Kosten der Intervention nicht durch die Krankenversicherungen bzw. das Gesundheitssystem gedeckt sind (Carroll 2014).
In nächster Zeit gilt es die evidenzbasierten suchtspezifischen Psychotherapieverfahren adäquat in den klinischen Alltag zu implementieren, die wichtigsten Wirkkomponenten zu identifizieren und neue Kombinationsbehandlungen zu evaluieren. Angesichts des geringen Anteils der Betroffenen, die das Suchthilfesystem tatsächlich erreicht (Wittchen und Jacobi 2001), werden in Zukunft vor allem computergestützte und onlinebasierte Therapieangebote für die Behandlung und mögliche Frühinterventionen wichtiger werden (Krausz et al. 2014). Diese haben sich bisher z. T. als wirksam (Boumparis et al. 2017; Khadjesari et al. 2011; Rooke et al. 2010), aber gegenüber Face-to-Face-Interventionen in einzelnen Studien auch als weniger wirksam erwiesen (Carey et al. 2012). Für eine webbasierte Selbsthilfe-Intervention und Online-Psychoedukation bei Suchterkrankungen konnten bereits eine geringere Drop-out- und eine höhere Abstinenzrate gegenüber einer Standardbehandlung erreicht werden (Campbell et al. 2014).
Das Ziel in der Behandlung von Suchterkrankungen sollte es insgesamt sein, so vielen Betroffenen wie möglich eine frühzeitige Diagnostik und individuelle Behandlung anzubieten, um einen Übergang in eine häufig chronisch verlaufende Suchterkrankung verhindern zu können.

Resümee

  • Es gibt eine Reihe suchtspezifischer Psychotherapieverfahren mit nachgewiesener Evidenz, die in der Klinik und Praxis aber noch nicht ausreichend breit eingesetzt werden.

  • Es gilt nun die evidenzbasierten suchtspezifischen Psychotherapieverfahren noch besser als bisher in die Praxis und die Therapieausbildung zu integrieren.

  • In der Zukunft werden computergestützte und online-basierte Therapieangebote für die Behandlung und mögliche Frühinterventionen wichtig werden.

Literatur

Abbott, 2009

P.J. Abbott A review of the community reinforcement approach in the treatment of opioid dependence J Psychoactive Drugs 41 2009 379 385

Amato et al., 2011

L. Amato S. Minozzi M. Davoli S. Vecchi Psychosocial combined with agonist maintenance treatments versus agonist maintenance treatments alone for treatment of opioid dependence Cochrane Database Syst Rev 10 2011 CD004147

Ambrogne, 2002

J.A. Ambrogne Reduced-risk drinking as a treatment goal: what clinicians need to know J Subst Abuse Treat 22 2002 45 53

Anton et al., 2006

R.F. Anton S.S. O'Malley D.A. Ciraulo Combined pharmacotherapies and behavioral interventions for alcohol dependen the COMBINE study. A randomized controlled trial JAMA. 295 2006 2003 2017

APA – American Psychiatric Association Work Group for Substance Use Disorders, 2010

APA – American Psychiatric Association Work Group for Substance Use Disorders Practice Guideline for the Treatment of Patients with Substance Use Disorders 2nd ed. https://psychiatryonline.org/pb/assets/raw/sitewide/practice_guidelines/guidelines/substanceuse.pdf 2010 (letzter Zugriff: 17.5.2018)

Appiah-Brempong et al., 2014

E. Appiah-Brempong P. Okyere E. Owusu-Addo R. Cross Motivational interviewing interventions and alcohol abuse among college students: a systematic review Am J Health Promot 29 2014 e32 42

Asay and Lambert, 2001

T.P. Asay M.J. Lambert Empirische Argumente für die allen Therapien gemeinsamen Faktoren: quantitative Ergebnisse M.A. Hubble B.L. Duncan S.D. Miller So wirkt Psychotherapie. Empirische Ergebnisse und praktische Folgerungen 2001 Modernes Lernen Dortmund 41 81

Benishek et al., 2014

L.A. Benishek K.L. Dugosh K.C. Kirby Prize-based contingency management for the treatment of substance abusers: a meta-analysis Addiction 109 2014 1426 1436

Berglund et al., 2003

M. Berglund S. Thelander E. Jonsson Treating Alcohol and Drug Abuse: An Evidence Based Review 2003 Wiley-VCH Weinheim

Bottlender et al., 2006

M. Bottlender J. Köhler M. Soyka Effektivität psychosozialer Behandlungsmethoden zur medizinischen Rehabilitation alkoholabhängiger Patienten Fortschr Neurol Psychiatr 74 2006 19 31

Boumparis et al., 2017

N. Boumparis E. Karyotaki M.P. Schaub Internet interventions for adult illicit substance users: a meta-analysis Addiction 112 2017 1521 1532

Bujarski et al., 2013

S. Bujarski S.S. O'Malley K. Lunny L.A. Ray The effects of drinking goal on treatment outcome for alcoholism J Consult Clin Psychol 81 2013 13 22

Burke et al., 2003

B.L. Burke H. Arkowitz M. Menchola The efficacy of motivational interviewing: a meta-analysis of controlled clinical trials J Consult Clin Psychol 71 2003 843 861

Businelle et al., 2009

M.S. Businelle C.J. Rash R.S. Burke J.D. Parker Using vouchers to increase continuing care participation in veterans: does magnitude matter? Am J Addict 18 2009 122 129

Cahill and Perera, 2011

K. Cahill R. Perera Competitions and incentives for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev 4: CD004307 2011

Campbell et al., 2014

A.N. Campbell E.V. Nunes A.G. Matthews Internet-delivered treatment for substance abuse: a multisite randomized controlled trial Am J Psychiatry 171 2014 683 690

Carey et al., 2012

K.B. Carey L.A. Scott-Sheldon J.C. Elliott Face-to-face versus computer-delivered alcohol interventions for college drinkers: a meta-analytic review, 1998 to 2010 Clin Psychol Rev 32 2012 690 703

Carney et al., 2014

T. Carney B.J. Myers J. Louw C.I. Okwundu Brief school-based interventions and behavioural outcomes for substance-using adolescents Cochrane Database Syst Rev 2 2014 CD008969

Carroll, 2014

K.M. Carroll Lost in translation? Moving contingency management and cognitive behavioral therapy into clinical practice Ann N Y Acad Sci 1327 2014 94 111

Carroll and Onken, 2005

K.M. Carroll L.S. Onken Behavioral therapies for drug abuse Am J Psychiatry 162 2005 1452 1460

Crits-Christoph et al., 1999

P. Crits-Christoph L. Siqueland J. Blaine Psychosocial treatments for cocaine dependen National Institute on Drug Abuse Collaborative Cocaine Treatment Study Arch Gen Psychiatry 56 1999 493 502

Crits-Christoph et al., 2001

P. Crits-Christoph L. Siqueland E. McCalmont Impact of psychosocial treatments on associated problems of cocaine-dependent patients J Consult Clin Psychol 69 2001 825 830

Danovitch and Gorelick, 2012

I. Danovitch D.A. Gorelick State of the art treatments for cannabis dependence Psychiatr Clin North Am 35 2012 309 326

Davis et al., 2016

D.R. Davis A.N. Kurti J.M. Skelly A review of the literature on contingency management in the treatment of substance use disorders, 2009–2014 Prev Med 92 2016 36 46

Davis et al., 2015

M.L. Davis M.B. Powers P. Handelsman Behavioral therapies for treatment-seeking cannabis users: a meta-analysis of randomized controlled trials Eval Health Prof 38 2015 94 114

Denis et al., 2006

C. Denis E. Lavie M. Fatseas M. Auriacombe Psychotherapeutic interventions for cannabis abuse and/or dependence in outpatient settings Cochrane Database Syst Rev 3 2006 CD005336

DiClemente and Prochaska, 1982

C.C. DiClemente J.O. Prochaska Self-change and therapy change of smoking behavior: a comparison of processes of change in cessation and maintenance Addict Behav 7 1982 133 142

Drake et al., 2008

R.E. Drake E.L. O'Neal M.A. Wallach A systematic review of psychosocial research on psychosocial interventions for people with co-occurring severe mental and substance use disorders J Subst Abuse Treat 34 2008 123 138

Dundon et al., 2008

W.D. Dundon H.M. Pettinati K.G. Lynch The therapeutic alliance in medical-based interventions impacts outcome in treating alcohol dependence Drug Alcohol Depend 95 2008 230 236

Dutra et al., 2008

L. Dutra G. Stathopoulou S.L. Basden A meta-analytic review of psychosocial interventions for substance use disorders Am J Psychiatry 165 2008 179 187

Foxcroft et al., 2014

D.R. Foxcroft L. Coombes S. Wood Motivational interviewing for alcohol misuse in young adults. Cochrane Database Syst Rev 8: CD007025 2014

Garcia-Fernandez et al., 2011

G. Garcia-Fernandez R. Secades-Villa O. Garcia-Rodriguez Long-term benefits of adding incentives to the community reinforcement approach for cocaine dependence Eur Addict Res 17 2011 139 145

Glasner-Edwards and Rawson, 2010

S. Glasner-Edwards R. Rawson Evidence-based practices in addiction treatment: review and recommendations for public policy Health Policy 97 2010 93 104

Gouzoulis-Mayfrank, 2007

E. Gouzoulis-Mayfrank Komorbidität Psychose und Sucht – Grundlagen und Praxis: Mit Manualen für die Psychoedukation und Verhaltenstherapie 2007 Steinkopff Darmstadt

Grawe et al., 1994

K. Grawe R. Donati F. Bernauer Psychotherapie im Wandel. Von der Konfession zur Profession 1994 Hogrefe Göttingen

Hajek et al., 2013

P. Hajek L.F. Stead R. West Relapse prevention interventions for smoking cessation Cochrane Database Syst Rev 8 2013 CD003999

Heckman et al., 2010

C.J. Heckman B.L. Egleston M.T. Hofmann Efficacy of motivational interviewing for smoking cessation: a systematic review and meta-analysis Tobacco Control 19 2010 410 416

Hettema and Hendricks, 2010

J.E. Hettema P.S. Hendricks Motivational interviewing for smoking cessation: a meta-analytic review J Consult Clin Psychol 78 2010 868 884

Higgins and Petry, 1999

S.T. Higgins N.M. Petry Contingency management. Incentives for sobriety Alcohol Res Health 23 1999 122 127

Higgins et al., 2003

S.T. Higgins S.C. Sigmon C.J. Wong Community reinforcement therapy for cocaine-dependent outpatients Arch Gen Psychiatry 60 2003 1043 1052

Hoffman et al., 2011

K.A. Hoffman J.H. Ford C.J. Tillotson Days to treatment and early retention among patients in treatment for alcohol and drug disorders Addict Behav 36 2011 643 647

Hofmann et al., 2012

S.G. Hofmann A. Asnaani I.J. Vonk The efficacy of cognitive behavioral therapy: a review of meta-analyses Cognit Ther Res 36 2012 427 440

Irvin et al., 1999

J.E. Irvin C.A. Bowers M.E. Dunn M.C. Wang Efficacy of relapse prevention: a meta-analytic review J Consult Clin Psychol 67 1999 563 570

Jensen et al., 2011

C.D. Jensen C.C. Cushing B.S. Aylward Effectiveness of motivational interviewing interventions for adolescent substance use behavior change: a meta-analytic review J Consult Clin Psychol 79 2011 433 440

Kessler et al., 2005

R.C. Kessler W.T. Chiu O. Demler Prevalence, severity, and comorbidity of 12-month DSM-IV disorders in the National Comorbidity Survey Replication Arch Gen Psychiatry 62 2005 617 627

Khadjesari et al., 2011

Z. Khadjesari E. Murray C. Hewitt Can stand-alone computer-based interventions reduce alcohol consumption? A systematic review Addiction 106 2011 267 282

Kiluk and Carroll, 2013

B.D. Kiluk K.M. Carroll New developments in behavioral treatments for substance use disorders Curr Psychiatry Rep 15 2013 420

Klimas et al., 2014

J. Klimas H. Tobin C.A. Field Psychosocial interventions to reduce alcohol consumption in concurrent problem alcohol and illicit drug users Cochrane Database Syst Rev 12 2014 CD009269

Knapp et al., 2007

W.P. Knapp B.G. Soares M. Farrel M.S. Lima Psychosocial interventions for cocaine and psychostimulant amphetamines related disorders Cochrane Database Syst Rev 3 2007 CD003023

Krausz et al., 2014

M. Krausz D. Ramsey T. Neumann Paradigmenwechsel als Markenkern – das Netz als Rahmen der Suchtmedizin der Zukunft? Suchtmedizin 16 2014 167 172

Lai et al., 2010

D.T. Lai K. Cahill Y. Qin J.L. Tang Motivational interviewing for smoking cessation Cochrane Database Syst Rev 1 2010 CD006936

Lambert and Ogles, 2004

M.J. Lambert B.M. Ogles The efficacy and effectiveness of psychotherapy M.J. Lambert Bergin and Garfield’s Handbook of Psychotherapy and Behavior Change 5th ed. 2004 Wiley New York 139 193

Leichsenring et al., 2004

F. Leichsenring S. Rabung E. Leibing The efficacy of short-term psychodynamic psychotherapy in specific psychiatric disorders: a meta-analysis Arch Gen Psychiatry 61 2004 1208 1216

Lenzenweger et al., 2007

M.F. Lenzenweger M.C. Lane A.W. Loranger R.C. Kessler DSM-IV personality disorders in the National Comorbidity Survey Replication Biol Psychiatry 62 2007 553 564

Longshore and Teruya, 2006

D. Longshore C. Teruya Treatment motivation in drug users: a theory-based analysis Drug Alcohol Depend 81 2006 179 188

Lozano et al., 2006

B.E. Lozano R.S. Stephens R.A. Roffman Abstinence and moderate use goals in the treatment of marijuana dependence Addiction 101 2006 1589 1597

Lozano et al., 2013

B.E. Lozano S.D. Larowe J.P. Smith Brief motivational feedback may enhance treatment entry in veterans with comorbid substance use and psychiatric disorders Am J Addict 22 2013 132 135

Lundahl and Burke, 2009

B. Lundahl B.L. Burke The effectiveness and applicability of motivational interviewing: a practice-friendly review of four meta-analyses J Clin Psychol 65 2009 1232 1245

Magill and Ray, 2009

M. Magill L.A. Ray Cognitive-behavioral treatment with adult alcohol and illicit drug users: a meta-analysis of randomized controlled trials J Stud Alcohol Drugs 70 2009 516 527

Marlatt and Gordon, 1985

G.A. Marlatt J.R. Gordon Relapse Prevention: Maintenance Strategies in the Treatment of Addictive Behaviors 1st ed. 1985 Guilford Press New York

Martin et al., 2000

D.J. Martin J.P. Garske M.K. Davis Relation of the therapeutic alliance with outcome and other variables: a meta-analytic review J Consult Clin Psychol 68 2000 438 450

Martin and Rehm, 2012

G.W. Martin J. Rehm The effectiveness of psychosocial modalities in the treatment of alcohol problems in adults: a review of the evidence Can J Psychiatry 57 2012 350 358

Martins and McNeil, 2009

R.K. Martins D.W. McNeil Review of Motivational Interviewing in promoting health behaviors Clin Psychol Rev 29 2009 283 293

McCarty et al., 2009

D. McCarty D. Gustafson V.A. Capoccia F. Cotter Improving care for the treatment of alcohol and drug disorders J Behav Health Serv Res 36 2009 52 60

McDonell et al., 2013

M.G. McDonell D. Srebnik F. Angelo Randomized controlled trial of contingency management for stimulant use in community mental health patients with serious mental illness Am J Psychiatry 170 2013 94 101

Messer and Wampold, 2002

S.B. Messer B.E. Wampold Let's face the facts: common factors are more potent than specific therapy ingredients Clin Psychol Sci Pract 9 2002 21 25

Meyers et al., 2007

R.J. Meyers J.E. Smith W. Lange CRA-Manual zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit: erfolgreicher behandeln durch positive Verstärkung 2007 Psychiatrie-Verlag Bonn

Meyers et al., 2011

R.J. Meyers H.G. Roozen J.E. Smith The community reinforcement approach: an update of the evidence Alcohol Res Health 33 2011 380 388

Miller and Rollnick, 2009

W.R. Miller S. Rollnick Motivierende Gesprächsführung 2009 Lambertus Freiburg

Miller and Wilbourne, 2002

W.R. Miller P.L. Wilbourne Mesa Grande: a methodological analysis of clinical trials of treatments for alcohol use disorders Addiction 97 2002 265 277

Miller et al., 2003

W.R. Miller P.L. Wilbourne J.E. Hettema What works? A summary of alcohol treatment outcome research R.K. Hester W.R. Miller Handbook of Alcoholism Treatment Approaches: Effective alternatives 3rd ed. 2003 Allyn & Bacon Boston, MA 13 63

Minozzi et al., 2016

S. Minozzi R. Saulle F. De Crescenzo L. Amato Psychosocial interventions for psychostimulant misuse Cochrane Database Syst Rev 9 2016 CD011866

Mowbray et al., 2013

O. Mowbray A.R. Krentzman J.C. Bradley The effect of drinking goals at treatment entry on longitudinal alcohol use patterns among adults with alcohol dependence Drug Alcohol Depend 132 2013 182 188

Norcross and Wampold, 2011

J.C. Norcross B.E. Wampold Evidence-based therapy relationships: research conclusions and clinical practices Psychotherapy (Chic) 48 2011 98 102

Norcross et al., 2010

J.C. Norcross G.P. Koocher N.C. Fala H.K. Wexler What does not work? Expert consensus on discredited treatments in the addictions J Addict Med 4 2010 174 180

Nyamathi et al., 2010

A. Nyamathi S. Shoptaw A. Cohen Effect of motivational interviewing on reduction of alcohol use Drug Alcohol Depend 107 2010 23 30

Ogles et al., 1995

B.M. Ogles M.J. Lambert J.D. Sawyer Clinical significance of the National Institute of Mental Health Treatment of Depression Collaborative Research Program data J Consult Clin Psychol 63 1995 321 326

Oldham et al., 2012

M. Oldham S. Kellett E. Miles P. Sheeran Interventions to increase attendance at psychotherapy: a meta-analysis of randomized controlled trials J Consult Clin Psychol 80 2012 928 939

Orford, 2008

J. Orford Joining the queue of dissenters Addiction 103 2008 706 707 discussion 710

Pan et al., 2015

S. Pan H. Jiang J. Du Efficacy of cognitive behavioral therapy on opiate use and retention in methadone maintenance treatment in China: a randomised trial PloS One 10 2015 e0127598

Petitjean et al., 2014

S.A. Petitjean K.M. Dursteler-MacFarland M.C. Krokar A randomized, controlled trial of combined cognitive-behavioral therapy plus prize-based contingency management for cocaine dependence Drug Alcohol Depend 145 2014 94 100

Petry et al., 2005

N.M. Petry B. Martin F. Simcic Jr. Prize reinforcement contingency management for cocaine dependen integration with group therapy in a methadone clinic J Consult Clin Psychol 73 2005 354 359

Petry et al., 2011

N.M. Petry J. Weinstock S.M. Alessi A randomized trial of contingency management delivered in the context of group counseling J Consult Clin Psychol 79 2011 686 696

Prendergast et al., 2002

M.L. Prendergast D. Podus E. Chang D. Urada The effectiveness of drug abuse treatment: a meta-analysis of comparison group studies Drug Alcohol Depend 67 2002 53 72

Prendergast et al., 2006

M. Prendergast D. Podus J. Finney L. Greenwell J. Roll Contingency management for treatment of substance use disorders: a meta-analysis Addiction 101 2006 1546 1560

Project-MATCH-Research-Group, 1997

Project-MATCH-Research-Group Matching Alcoholism Treatments to Client Heterogeneity: Project MATCH posttreatment drinking outcomes J Stud Alcohol 58 1997 7 29

Rawson et al., 2002

R.A. Rawson A. Huber M. McCann A comparison of contingency management and cognitive-behavioral approaches during methadone maintenance treatment for cocaine dependence Arch Gen Psychiatry 59 2002 817 824

Roll, 2007

J.M. Roll Contingency management: an evidence-based component of methamphetamine use disorder treatments Addiction 102 Suppl 1 2007 114 120

Rooke et al., 2010

S. Rooke E. Thorsteinsson A. Karpin Computer-delivered interventions for alcohol and tobacco use: a meta-analysis Addiction 105 2010 1381 1390

Roozen et al., 2004

H.G. Roozen J.J. Boulogne M.W. van Tulder A systematic review of the effectiveness of the community reinforcement approach in alcohol, cocaine and opioid addiction Drug Alcohol Depend 74 2004 1 13

Roozen et al., 2010

H.G. Roozen R. de Waart P. van der Kroft Community reinforcement and family training: an effective option to engage treatment-resistant substance-abusing individuals in treatment Addiction 105 2010 1729 1738

Rubak et al., 2005

S. Rubak A. Sandbaek T. Lauritzen B. Christensen Motivational interviewing: a systematic review and meta-analysis Br J Gen Pract 55 2005 305 312

Schaefer et al., 2011

J.A. Schaefer R.C. Cronkite K.U. Hu Differential relationships between continuity of care practices, engagement in continuing care, and abstinence among subgroups of patients with substance use and psychiatric disorders J Stud Alcohol Drugs 72 2011 611 621

Schierenberg et al., 2012

A. Schierenberg J. van Amsterdam W. van den Brink A.E. Goudriaan Efficacy of contingency management for cocaine dependence treatment: a review of the evidence Curr Drug Abuse Rev 5 2012 320 331

Siqueland et al., 2004

L. Siqueland P. Crits-Christoph J.P. Barber What aspects of treatment matter to the patient in the treatment of cocaine dependence? J Subst Abuse Treat 27 2004 169 178

Skodol et al., 1999

A.E. Skodol J.M. Oldham P.E. Gallaher Axis II comorbidity of substance use disorders among patients referred for treatment of personality disorders Am J Psychiatry 156 1999 733 738

Smedslund et al., 2011

G. Smedslund R.C. Berg K.T. Hammerstrom Motivational interviewing for substance abuse Cochrane Database Syst Rev 5 2011 CD008063

Smith and Rosen, 2009

M.L. Smith D. Rosen Mistrust and self-isolation: barriers to social support for older adult methadone clients J Gerontol Soc Work 52 2009 653 667

Stitzer and Petry, 2006

M. Stitzer N. Petry Contingency management for treatment of substance abuse Annu Rev Clin Psychol 2 2006 411 434

Tanner-Smith and Lipsey, 2014

E.E. Tanner-Smith M.W. Lipsey Brief alcohol interventions for adolescents and young adults: a systematic review and meta-analysis J Subst Abuse Treat 51 2014 1 18

Tenhula et al., 2009

W.N. Tenhula M.E. Bennett J.E. Strong Kinnaman Behavioral treatment of substance abuse in schizophrenia J Clin Psychol 65 2009 831 841

Thomasius and Küstner, 2005

R. Thomasius U.J. Küstner Familie und Sucht. Grundlagen – Therapiepraxis – Prävention 2005 Schattauer Stuttgart

Torrens et al., 2012

M. Torrens P.C. Rossi R. Martinez-Riera Psychiatric co-morbidity and substance use disorders: treatment in parallel systems or in one integrated system? Subst Use Misuse 47 2012 1005 1014

Vasilaki et al., 2006

E.I. Vasilaki S.G. Hosier W.M. Cox The efficacy of motivational interviewing as a brief intervention for excessive drinking: a meta-analytic review Alcohol Alcohol 41 2006 328 335

Vermeulen-Smit et al., 2015

E. Vermeulen-Smit J.E. Verdurmen R.C. Engels The effectiveness of family interventions in preventing adolescent illicit drug use: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials Clin Child Family Psychology Rev 18 2015 218 239

Vogel et al., 2011

M. Vogel K.M. Dursteler-Macfarland M. Walter Prolonged use of benzodiazepines is associated with childhood trauma in opioid-maintained patients Drug Alcohol Depend 119 2011 93 98

Wampold, 2012

B.E. Wampold Humanism as a common factor in psychotherapy Psychotherapy (Chic) 49 2012 445 449

Wampold et al., 2002

B.E. Wampold T. Minami T.W. Baskin S. Callen Tierney A meta-(re)analysis of the effects of cognitive therapy versus 'other therapies' for depression J Affect Disord 68 2002 159 165

WHO – Weltgesundheitsorganisation, 1991

WHO – Weltgesundheitsorganisation Internationale Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10, Kapitel V (F), klinisch-diagnostische Leitlinien 1991 Huber Bern, Göttingen, Toronto, Seattle

Wittchen and Jacobi, 2001

H.U. Wittchen F. Jacobi Die Versorgungssituation psychischer Störungen in Deutschland. Eine klinisch-epidemiologische Abschätzung anhand des Bundes-Gesundheitssurveys 1998 Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 44 2001 993 1000

Ziedonis et al., 2005

D.M. Ziedonis D. Smelson R.N. Rosenthal Improving the care of individuals with schizophrenia and substance use disorders: consensus recommendations J Psychiatr Pract 11 2005 315 339

Holen Sie sich die neue Medizinwelten-App!

Schließen