© 2019 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen

B978-3-437-48043-0.00023-6

10.1016/B978-3-437-48043-0.00023-6

978-3-437-48043-0

Auge mit getrübter Hornhaut nach Verätzung

[M233]

Stumpfe Gewalt auf das Auge durch einen Tennisball

[L231]

Perforierende Augenverletzung

[M233]

Geschwollenes Augenlid

[O429]

Augenspülung von medial nach lateral, um eine Kontamination des anderen Auges zu vermeiden AugeSpülung

[M235]

Anlegen eines Augenverbandes. Das betroffene Auge wird steril abgedeckt. Anschließend werden beide Augen verdunkelt. AugeVerband

[L157]

Akuter Glaukomanfall. Patient mit einseitigem akutem Visusverlust und starken Schmerzen. Es fallen ein einseitiges rotes Auge, eine weite, reaktionslose Pupille und eine glanzlose, matte Hornhaut auf. Im Tastbefund fühlt sich der Augapfel steinhart an.

[T416]

Penetrierende Verletzung von Gehörgang und Trommelfell

[L231]

a) Trommelfell unverletzt, b) Trommelfellperforation TrommelfellPerforation

[E539]

Augen- und HNO-Notfälle

Jürgen Luxem

  • 23.1

    Augennotfälle428

    • 23.1.1

      Verletzungen am Auge428

    • 23.1.2

      Glaukomanfall430

    • 23.1.3

      Plötzlicher Sehverlust431

  • 23.2

    HNO-Notfälle431

    • 23.2.1

      Blutungen431

    • 23.2.2

      Tinnitus433

    • 23.2.3

      Vertigo (Schwindel)433

    • 23.2.4

      Hörsturz (Sudden Deafness)433

Isolierte Erkrankungen oder Verletzungen unter Mitbeteiligung der Augen und aus dem Hals-Nasen-Ohren-(HNO-)Bereich sind im Rettungsdienstalltag selten. Am häufigsten sind sie als Epistaxis, als Symptom Schwindel oder im Rahmen von Unfallereignissen anzutreffen. Grundsätzlich werden hier Unfälle, die auf das Auge mit seinen Anhangsgebilden und den Gesichtsschädel beschränkt sind, und solche, die im Zusammenhang mit Polytraumata (18.7) mehrere Körperregionen betreffen, unterschieden.

Bei Augennotfällen dominieren die Verletzungen. Bei isolierten Erkrankungen oder Verletzungen der Augen ist zu bedenken, dass zwar Auge und Sehkraft unmittelbar bedroht sind, sie aber praktisch nie innerhalb kurzer Zeit zu einer Lebensgefahr werden. Dahingegen sind Blutungen innerhalb der Hals-, Rachen- und Nasenregion, als Teil der Atemwege aufgrund der im Vordergrund stehenden Symptome Blutung und Luftnot, als potenziell lebensbedrohlich anzusehen.

Augennotfälle

AugeNotfallAugennotfälle (ophthalmologische NotfallophthalmologischerNotfälle) werden als Erkrankungen und Verletzungen der Augen definiert, die eine umgehende augenärztliche Therapie notwendig machen, um die Funktion der Augen zu erhalten. Obwohl Augennotfälle nie lebensbedrohlich sind, führen sie jedoch bei unsachgerechter Behandlung zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Verletzungen am Auge

Die Mitbeteiligung der Augen bei Schädel-Hirn-Verletzungen ist seit Einführung der Anschnallpflicht im Straßenverkehr kontinuierlich gesunken. Bei gewerblichen Arbeitsunfällen jedoch ist der Anteil der Augenverletzungen mit 10 bis 20 % unverändert hoch, was auf die verbreitete Missachtung der Unfallverhütungsvorschriften (DGUV, 4.6.1) bei industrieller oder gewerblicher Arbeit zurückzuführen ist. Tatsächlich könnte ein Großteil der Augenverletzungen durch das Tragen von Schutzbrillen vermieden werden. Dagegen sind die Unfälle im privaten Bereich bei Kindern (z. B. Spiel mit Pfeil und Bogen, Schleuder oder Knallkörper) schwer zu vermeiden.
Augenverletzungen können prinzipiell in Verletzungen mit und ohne Eröffnung der Augen unterteilt werden. Die offenen Augenverletzungen sind die schwerwiegenderen Verletzungen und bedürfen einer operativen Versorgung.
Prinzipiell können alle Strukturen des Auges von Verletzungen betroffen sein. Die häufigsten augenärztlichen Notfälle sind:
  • Verätzung, AugeAugeVerätzungVerätzungen (Abb. 23.1) sind durch Säuren oder Laugen hervorgerufene Wunden, die das Eintrüben der Hornhaut bis zum Verlust des Auges verursachen können. Weiterhin werden Verletzungen der Augen durch ungelöschten Kalk, Lösungs- und Reinigungsmittel, Benzin oder Tränengas den Verätzungen zugeordnet. Laugen, VerätzungLaugenverätzungen können eine Hornhautperforation in weniger als einer Minute bewirken, indem sich das geschädigte Gewebe verflüssigt (KolliquationsnekroseKolliquationsnekrose). Verätzungen mit SäureVerätzungSäuren hingegen führen über eine Ausfällung von Eiweißen zu einer Verschorfung am betroffenen Auge, die ihm einen weiteren Schutz vor der Säureeinwirkung bietet (KoagulationsnekroseKoagulationsnekrose).

Merke

Je konzentrierter die Lösung und je länger die Einwirkzeit, desto schwerwiegender ist die Verätzung.

  • Stumpfe Gewalteinwirkungen (Abb. 23.2) auf die AugePrellungAugen (Augenprellung) sind wesentlich verbreiteter als offene Verletzungen. Häufige Unfallmechanismen sind der Aufprall auf das Lenkrad bei einem Verkehrsunfall, Faustschläge oder Sportverletzungen (Ball auf das Auge). Größere Objekte schädigen eher den Augenrand mit Frakturen des Orbitabodens. Kleinere Gegenstände hingegen verwunden das Auge direkt durch Erschütterung oder Quetschung des Augapfels mit Verletzungen wie Hornhautabschürfung, Blutungen, Luxation der Linse sowie Verletzungen der Ader- und Netzhaut.

  • Fremdkörperverletzungen und perforierende AugePerforationAugenverletzungen (Abb. 23.3): Kleinere Fremdkörperim AugeFremdkörper, die meistens durch den Wind in die Augen getrieben werden, lassen sich oft durch Tränenfluss oder Reiben PerforationAugeselbstständig entfernen. Fremdkörper, die mit hoher Geschwindigkeit in die Augen eindringen (z. B. beim Bohren, Schleifen), verletzen auch tiefer gelegene Strukturen. Tief eingedrungene Fremdkörper, wie ein im Auge steckender Bohrer, verursachen schwere Verletzungen der Horn- oder Lederhaut und gehen häufig mit Begleitverletzungen der Augenlider einher.

  • HornhautAbschürfungHornhautabschürfungen können durch in die Augen schlagende Äste oder zu langes Tragen von Kontaktlinsen verursacht werden. Die VerblitzungVerblitzung ist eine Sonderform der Hornhautverletzung, die durch Schweißarbeiten ohne Schutzbrille, ungeschützten Aufenthalt im Schnee (SchneeblindheitSchneeblindheit) oder unter der Sonnenbank ausgelöst werden kann.

Symptome
Lidkrampf und ein geschwollenes Augenlid weisen auf eine Verletzung des Auges hin (Abb. 23.4). Symptome einer Verletzung ohne Eröffnung des Auges sind Rötung, Tränenfluss, Lichtscheue, Sehstörungen und (brennende) Schmerzen. Bei Verblitzung können die Schmerzen mit einer Verzögerung von bis zu zwölf Stunden auftreten. Kleine Fremdkörper sind oft nicht zu erkennen, jedoch äußern die Patienten häufig ein Fremdkörpergefühl (Sandkorngefühl).
Blutungen aus dem verletzten Auge deuten auf perforierende Augenverletzungen oder stumpfe Gewalteinwirkung mit großen Fremdkörpern hin. Steht das betroffene Auge z. B. nach einer stumpfen Augenverletzung tiefer als das unverletzte Auge, muss an eine knöcherne Verletzung des Orbitabodens gedacht werden.
Basismaßnahmen
Zunächst muss erfragt werden, wie die Verletzung des Auges erfolgte (Unfallmechanismus) und wie sich die Beschwerden äußern. Die wichtigste Basismaßnahme bei Verätzungen ist das sofortige und ausgiebige Spülen des Auges für mindestens 30 Minuten mit Isogutt®-Spüllösung, 0,9-prozentiger Kochsalzinfusion oder Leitungswasser (Abb. 23.5). Zum Spülen muss das Auge weit geöffnet sein. Dies ist aber in der Regel aufgrund des Lidkrampfes nicht möglich. In diesem Fall ist ein Notarzt frühzeitig zu alarmieren, um den Lidkrampf mit Novesine®-Augentropfen (Lokalanästhetikum) zu durchbrechen.

Achtung

Ungelöschter Kalk, ungelöschterKalk darf auf keinen Fall mit Flüssigkeit in Kontakt geraten. Dadurch wird die Ätzwirkung verstärkt. Durch Oxidationsprozesse entstehen Temperaturen von über 100 °C, die das Auge zusätzlich schädigen. Daher wird ungelöschter Kalk trocken, z. B. mit einem Wattestab, aus dem Auge entfernt. Bei einem Blick unter das Oberlid kann auch von dort Kalk durch Ausstreichen entfernt werden.

Merke

Große Fremdkörper müssen ohne weitere Inspektion im Auge belassen werden.

Stumpfe Augenverletzungen sollten mit einem Eisbeutel gekühlt werden, um eine stärkere Schwellung zu vermeiden.
Im Anschluss an die Erstmaßnahmen werden alle Augenverletzungen verbunden (Abb. 23.6). Dazu wird das betroffene Auge steril abgedeckt, ohne dabei Druck auszuüben. Anschließend werden beide Augen verdunkelt. Die Verdunklung der Augen soll vermeiden, dass sich beide Augen gemeinsam in die gleiche Richtung bewegen. Zu diesem Zweck sollten auf jedem RTW zwei Augenklappen vorhanden sein. Alternativ können auch Mullbinden oder Zellstoffmullkompressen herangezogen werden.

Glaukomanfall

Das GlaukomGlaukom (grüner grüner StarStar) ist Star, grünerein Sammelbegriff für Erkrankungen, denen eine zunehmende Schädigung des Sehnervs gemeinsam ist. Die Hauptursache ist eine Erhöhung des Augeninnendrucks, der den Sehnerv langsam zerstört. Der Anstieg des Augeninnendrucks erfolgt durch ein Missverhältnis zwischen Kammerwasserproduktion und Kammerwasserabfluss. Bei einem Glaukomanfall, GlaukomAnfallder akuten Form des Glaukoms, steigt der Augeninnendruck aufgrund eines totalen Verschlusses des Abflusses binnen weniger Minuten auf ein Mehrfaches des Normalwertes an.
Symptome
Bei der Beurteilung der Augen fällt häufig ein einseitig gerötetes AugegerötetesAuge (Abb. 23.7) mit stumpfer Hornhaut auf. Die Pupille des betroffenen Auges ist oft weit und lichtstarr. Bei Betasten des Augapfels imponiert ein hartes, pralles Auge (steinharter Bulbus). Die Betroffenen geben eine Sehverschlechterung mit Regenbogenringen und Schmerzen beim Blick in Licht (Lichtscheue) an. Begleitsymptome, wie Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen, Hypertonie und Tachykardie, stehen dabei für den Patienten manchmal im Vordergrund seiner Beschwerden.
Basismaßnahmen
Wie bei den Augenverletzungen wird das betroffene Auge steril abgedeckt und beide Augen werden mit Augenklappen verdunkelt. Die Allgemeinsymptome werden symptomatisch behandelt. Der Transport erfolgt in eine Augenklinik oder zu einem niedergelassenen Augenarzt. Die kausale Therapie wird von einem Augenarzt durchgeführt.

Plötzlicher Sehverlust

Der plötzliche Sehverlust, plötzlicherSehverlust ist durch eine plötzliche, schmerzlose Sehverschlechterung (Sehen von Blitzen, verzerrte Umrisse) oder Gesichtsfeldausfälle gekennzeichnet, die eine sofortige augenärztliche Behandlung notwendig machen. Häufigste Ursache ist eine Netzhautablösung, bei der sich die NetzhautAblösungNetzhaut vom darunter liegenden Pigmentepithel ablöst. Auslöser können vorausgegangene Operationen, Verletzungen, diabetische Spätschäden oder ein Glaukom sein. Zum Transport in eine Augenklinik oder zu einem niedergelassenen Augenarzt wird das betroffene Auge steril abgedeckt und beide Augen werden mit Augenklappen verdunkelt.
Andere Ursachen für einen plötzlichen Sehverlust sind neben der Netzhautablösung
  • ein Zentralarterien- oder Zentralvenenverschluss,

  • eine Glaskörperblutung,

  • Entzündungen der Ader- oder Netzhaut,

  • Entzündungen des Sehnervs oder

  • neurologische Ursachen (15.2).

HNO-Notfälle

Verletzungen und Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-(HNO-)NotfallHNO-Bereich können potenziell lebensbedrohlich sein. Da der Hals und die Nase zum Bereich der oberen Atemwege gehören, können dort lokalisierte Erkrankungen oder Blutungen zu akuter Atemnot oder massivem Blutverlust führen.

Blutungen

Blutung aus der Nase (Epistaxis)
Nasenbluten (NasenblutenEpistaxisEpistaxis) beschreibt das spontane Auftreten einer Blutung aus der Nase. Häufig sind hiervon ältere Patienten mit bekanntem Bluthochdruck betroffen. Aufgrund des hohen Blutdrucks reißt ein kleines Gefäß der Nasenscheidewand. Als weitere Ursache der Nasenblutung kommt eine Therapie mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten (z. B. Marcumar®) in Betracht. Seltener sind Blutungsquellen im Rachen für eine Blutung aus der Nase verantwortlich.
Basismaßnahmen
Die Blutdruckmessung ist obligat, um eine Hypertonie oder eine bedrohliche Blutung mit beginnendem Volumenmangelschock (9.3.1) erkennen zu können. Die Lagerung des Patienten erfolgt nach Möglichkeit mit erhöhtem Oberkörper und nach vorne gebeugtem Kopf. Der Patient ist darauf hinzuweisen, Blut nicht herunterzuschlucken, sondern in eine bereitzuhaltende Schale zu spucken.
Eine Kompression der Nasenflügel an das Septum für mehrere Minuten kann die Blutung zum Stillstand bringen. Ergänzend kann eine Kühlung mit einer Nackenkompresse erfolgen.
Ist die Blutung nicht zu stillen, ist der Notarzt hinzuzuziehen. Der Notarzt kann eine Tamponade mit Adrenalin-Lösung (1 : 10 000) oder Otriven®-Nasentropfen anlegen, um die Blutung lokal zu stoppen. Zusätzlich besteht für ihn die Möglichkeit, nach Anlage eines periphervenösen Zugangs einen erhöhten Blutdruck durch blutdrucksenkende Medikamente (z. B. Ebrantil®, 11.2.7) zu normalisieren.
Blutungen aus dem Mund
Bei Blutungen aus dem MundBlutungMund findet sich die Blutungsquelle in der Mundhöhle oder im Rachenbereich. Häufigste Ursache sind Epistaxis und Nachblutungen im Anschluss an Operationen zur Entfernung von Tumoren oder Rachenmandeln. Auch der Zungenbiss nach einem zerebralen Krampfanfall kann eine beachtliche Blutung aus dem Mund verursachen.
Basismaßnahmen
Eine direkte Blutstillung durch Kompression der Wunde gestaltet sich schwierig und ist präklinisch praktisch nicht möglich. Daher ist die wichtigste Basismaßnahme der Aspirationsschutz bei bewusstseinsklaren Patienten durch Lagerung mit aufrechtem Oberkörper sowie Freimachen und Freihalten der Atemwege. Das Einlegen eines Absaugkatheters in den Mund mit leichtem Sog kann bei den Betroffenen zu einer erheblichen Erleichterung ihrer Beeinträchtigung führen. Bewusstseinsgetrübte Patienten werden in stabiler Seitenlage gelagert.
Blutung aus dem Ohr
Blutungen aus dem OhrBlutungOhr (Abb. 23.8 und Abb. 23.9) sind meistens die Folge einer direkten Gewalteinwirkung auf das Trommelfell (KnalltraumaKnalltrauma, Manipulationen am äußeren Gehörgang). Aber auch Entzündungen am Ohr oder ein BarotraumaBarotrauma (24.2.2) können gelegentlich Blutungen hervorrufen.

Achtung

Eine Blutung aus dem Ohr kann Hinweis auf eine Schädelbasisfraktur sein (18.4).

Verletzungen oder entzündliche Prozesse am Trommelfell führen zu einer einseitigen Schwerhörigkeit, einseitigeSchwerhörigkeit. Schwindel weist auf eine Mitbeteiligung des Innenohrs hin. Ohne Tamponade oder eine Säuberung des Ohrs wird der äußere Hörgang locker und keinesfalls luftdicht mit einer sterilen Zellstoffmullkompresse abgedeckt. Selbstverständlich müssen im Ohr steckende Fremdkörper bis zur Vorstellung bei einem HNO-Arzt dort belassen werden.

Tinnitus

Der TinnitusTinnitus beschreibt OhrGeräuschOhrgeräusche, die zusätzlich zur Wahrnehmung der Umgebungsgeräusche (Schallwellen) wahrgenommen werden. Der Tinnitus ist ein Symptom. Die Ohrgeräusche werden als Pfeifen, Rauschen, Zischen oder Brummen erlebt und haben ihre Ursache in einer Störung der Hörfunktion. Die häufigste Ursache sind Innenohrschäden durch Einwirkung von zu lautem Schall (z. B. Knalltrauma, Lärmarbeit, Diskothekenlärm). Aber auch eine Reihe anderer Erkrankungen des äußeren, Mittel- und Innenohrs sowie Erkrankungen der zentralen Hörbahn können einen Tinnitus auslösen (z. B. Ohrenschmalzpfropf, Erkrankung des Hörnervs). Seltener findet sich der Tinnitus bei Herz-, Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen. Er kann aber durch sein ständiges Vorhandensein ein psychosomatisches Krankheitsbild entwickeln, das häufig durch allgemeinen Stress verursacht wird.

Vertigo (Schwindel)

VertigoVertigo (lat: vertere = hin und her wenden) Schwindelist ein subjektiv empfundenes Dreh- oder Schwankgefühl des Körpers. Es werden Dreh-, Schwank- und Bewegungsschwindel unterschieden. Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Gangunsicherheit und Angstgefühle. Vertigo entsteht aufgrund widersprüchlicher Reizimpulse des Gleichgewichtssinnes und tritt auf bei:
  • Störungen im Gleichgewichtssystem (z. B. akuter Drehschwindelanfall mit Übelkeit und Erbrechen, Tinnitus und Schwerhörigkeit: Morbus Menière)

  • Augenerkrankungen

  • Neurologischen Erkrankungen (z. B. zerebrale Ischämie, 15.2)

  • Intoxikationen (z. B. Alkohol, 25.3.2)

Die Therapie orientiert sich an der Grunderkrankung und wird von der symptomatischen Behandlung von Übelkeit und Erbrechen mit Antiemetika (z. B. Vomex A®) begleitet.

Hörsturz (Sudden Deafness)

Ein HörsturzHörsturz ist ein Sudden Deafnessplötzlich auftretender, meistens einseitiger Hörverlust, akuterHörverlust aus völligem Wohlbefinden heraus. Begleitet wird der Hörsturz von Ohrensausen unterschiedlicher Intensität und einem dumpfen Gefühl im Ohr, das von den Betroffenen auch als Druckgefühl beschrieben wird.
Die Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Diskutiert wird ein multifaktorielles Geschehen. Neben Durchblutungsstörungen des Innenohrs (Innenohrembolie) werden Virusinfektionen oder Stoffwechselstörungen in Erwägung gezogen. Stress in Form einer psychosomatischen Reaktion kommt als Auslöser ebenfalls infrage. Die Patienten sollten kurzfristig einen HNO-Arzt aufsuchen. Ein weiterführendes rettungsdienstliches Eingreifen ist in der Regel nicht notwendig.

Wiederholungsfragen

  • 1.

    Welche Formen von Verletzungen können am Auge unterschieden werden? Nennen Sie die Ursachen und wichtige Leitsymptome. (23.1.1)

  • 2.

    Welche Basismaßnahmen müssen bei Augenverletzungen immer erfolgen? (23.1.1)

  • 3.

    Beschreiben Sie speziell das Vorgehen bei Verätzungen am Auge. Warum ist ein rasches Handeln so wichtig? (23.1.1)

  • 4.

    Wie gehen Sie mit im Auge steckenden Fremdkörpern um? (23.1.1)

  • 5.

    Wie kommt ein Glaukomanfall zustande, welche Symptome erwarten Sie und welche therapeutischen Maßnahmen müssen ergriffen werden? (23.1.2)

  • 6.

    Nennen Sie Ursachen für das Auftreten von Nasenbluten und beschreiben Sie das therapeutische Vorgehen. (23.2.1)

  • 7.

    Welche Gründe können Blutungen aus dem Mund haben? Erläutern Sie rettungsdienstliche Maßnahmen. (23.2.1)

  • 8.

    Wie können Blutungen aus dem Ohr entstehen? Nennen Sie Begleitsymptome und beschreiben Sie die Therapie. (23.2.1)

  • 9.

    Was ist ein Tinnitus und welche Ursachen kann er haben? (23.2.2)

Holen Sie sich die neue Medizinwelten-App!

Schließen