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B978-3-437-48043-0.00022-4

10.1016/B978-3-437-48043-0.00022-4

978-3-437-48043-0

Anatomie des RachenRaum, KindRachenraums von Erwachsenen und Säuglingen im Vergleich

[L231]

Behandlung einer Fremdkörperverlegung der Atemwege beim Kind

[L143]

Fremdkörperentfernung beim Kind

[L190]

Leiche eines misshandelten Kindes

[E471]

Altersperioden

Tab. 22.1
Altersperiode Lebensalter
Neugeborenes ≤ 28. Lebenstag
Säugling ≤ 1 Jahr
Kleinkind 1–6 Jahre
Schulkind 6–14 Jahre
Jugendliche(r) 14–18 Jahre
Erwachsene(r) > 18 Jahre

Kindesentwicklung und Alter

Tab. 22.2
Entwicklungsstufe Ungefähres Alter
Lächeln bei Sichtkontakt ≥ 6 Wochen
Greifen ≥ 5 Monate
Gebiss ohne Zähne ≤ 6 Monate
erster Milchzahn 6–8 Monate
Sitzen 6–9 Monate
erste Schritte 11–13 Monate
vollständige Schneidezähne (Milchzähne) 12–15 Monate
freies Laufen ≥ 18 Monate
kennt Vor- und Nachnamen ≥ 3 Jahre
fährt Fahrrad ohne Stützräder > 4–5 Jahre
Zahnwechsel (Lücken im Milchgebiss) > 6 Jahre
kennt Tag, Monat, Jahr und Uhr 8–10 Jahre

Normwerte Atmung

Tab. 22.3
Alter Atemfrequenz Totraumvolumen Atemzugvolumen
Neugeborene ca. 50/min 2 ml/kg KG 8–10 ml/kg KG
Säuglinge ca. 35/min 2 ml/kg KG 8–10 ml/kg KG
Schulkinder ca. 20/min 2 ml/kg KG 8–10 ml/kg KG
Erwachsene ca. 12/min 2 ml/kg KG 8–10 ml/kg KG

Normwerte Herz-Kreislauf-Funktion (Mittelwerte)

Tab. 22.4
Alter Herzfrequenz Blutdruck Schlagvolumen Blutvolumen
Neugeborene ca. 140/min ca.70/50 mmHg 10 ml 90 ml/kg KG
Säuglinge ca. 120/min ca. 100/60 mmHg 15 ml 85 ml/kg KG
Schulkinder ca.90/min ca. 110/85 mmHg 50 ml 75 ml/kg KG
Erwachsene ca.70/min ca. 120/80 mmHg 70 ml 70 ml/kg KG

Differenzialdiagnose zwischen Pseudokrupp und Epiglottitis

Tab. 22.5
Pseudokrupp Epiglottitis
Ätiologie und Epidemiologie
Ursachen Viren (Influenza), Umwelteinflüsse Bakterien (Haemophilus influenzae Typ B)
Lokalisation subglottisch supraglottisch
Alter 0,5 bis 3 Jahre 2 bis 6 Jahre
Letalität < 1 % 10 bis 20 %
Symptome
Beginn langsam aus völliger Gesundheit heraus
Allgemeinzustand gut, nur gering beeinträchtigt, unruhig schwer krank, still
Gesichtsausdruck Mund geschlossen, Nasenflügeln Mund offen, ängstlich, Nasenflügeln, vorgeschobener Unterkiefer
Aussehen normal, eher blass rotes, fiebriges Gesicht
Atemnot mäßig erheblich
Husten bellend keiner
Schlucken normal erhebliche Schluckstörungen
Speichelfluss normal verstärkt
Stridor bei Ein- und Ausatmung bei Einatmung
Körpertemperatur Körpertemperatur < 38 °C hohes Fieber, > 38 °C

Merkmale einer KindesmisshandlungKindesmisshandlungMerkmale

Tab. 22.6
Körperliche Symptome
  • Anzeichen von körperlicher Misshandlung

    • Verletzungen unterschiedlichen Alters nebeneinander, Frakturen bei Kleinkindern unter drei Jahren

    • Unterblutungen hinter dem Ohr

    • Untypische Stellen für Verletzungen (z. B. Mund, Mundschleimhaut, Streckseiten der Unterarme, Genitale, Innenflächen der Oberschenkel)

  • Anzeichen von körperlicher Misshandlung, z. B.:

    • Bisswunden

    • Striemen

    • Zigarettenabdrücke

    • Griffmarken

    • Verbrennungen durch Herdplatte oder Bügeleisen

  • Anzeichen der körperlichen Vernachlässigung

    • Verfilzte Haare, Kotspuren, Kratzspuren

  • Anzeichen emotionaler Vernachlässigung

    • Bekleidung schmutzig, nicht an das Alter und an die Kultur angepasst, zu groß oder zu klein

    • Mangelnde Ernährung (z. B. Abmagerung, Minderwuchs)

Pädiatrische Notfälle

Jürgen Luxem

  • 22.1

    Entwicklung und Altersperioden416

  • 22.2

    Anatomische und physiologische Besonderheiten416

    • 22.2.1

      Atmung416

    • 22.2.2

      Herz und Kreislauf417

    • 22.2.3

      Wasser- und Wärmehaushalt418

  • 22.3

    Respiratorische Notfälle418

    • 22.3.1

      Anzeichen respiratorischer Störungen418

    • 22.3.2

      Fremdkörperaspiration418

    • 22.3.3

      Kruppsyndrom420

  • 22.4

    Exsikkose422

  • 22.5

    Fieberkrampf422

  • 22.6

    Beinahe-Kindstod und plötzlicher Kindstod423

    • 22.6.1

      Beinahe-Kindstod (ALTE)423

    • 22.6.2

      Plötzlicher Kindstod (SIDS)423

  • 22.7

    Kindesmisshandlung424

NotfallpädiatrischerDie Pädiatrische NotfällePädiatrie (Kinderheilkunde) befasst sich mit der Medizin des Kindes- und Jugendalters. Pädiatrische Notfälle, die zur Alarmierung des Rettungsdienstes führen, sind seltene Ereignisse: Etwa 4 bis 5 % aller Einsätze betreffen Notfallsituationen im Kindesalter. Jedoch sind Kindernotfälle in mehrerlei Hinsicht besondere Ereignisse:

  • Kinder sind zwar Kindals Notfallpatientkleiner als Erwachsene, jedoch sind sie keine kleinen Erwachsenen! Die medizinische Versorgung erfordert daher besondere Kenntnisse über die Vital- und Basisfunktionen in Abhängigkeit vom Alter des Kindes.

  • Eltern reagieren oftmals instinktiv und nicht vernunftgesteuert und stellen sich gegenüber dem Rettungsdienst schützend vor das eigene Kind, obwohl der Rettungsdienst Hilfe leisten will.

  • Kindernotfälle sind eine psychische Belastung für die Retter.

  • Wer kranken oder verletzten Kindern hilft, hat in der Regel drei Patienten: Kind, Mutter und Vater.

Daher muss das Rettungsfachpersonal trotz der Sonderrolle kindlicher Notfälle gegenüber Kindern und ihren Angehörigen ein Vertrauensverhältnis schaffen, indem es seine eigenen Gefühle kontrolliert, keine Hektik aufkommen lässt, Ruhe ausstrahlt, emotionales Einfühlungsvermögen beweist und durch fachliche und menschliche Kompetenz auffällt. Dazu gehört vor allem die kritische Analyse des eigenen Verhaltens. Die Grenzen der Versorgungsmöglichkeiten durch das Rettungsfachpersonal müssen bekannt sein.

Entwicklung und Altersperioden

KindAltersperiodeKörpergröße, Gestalt und Verhaltensweisen unterliegen im Kindesalter stetigen Veränderungen. Verschiedene Entwicklungsstufen können einer Altersperiode (Tab. 22.1) im Kindes- und Jugendalter zugeordnet werden (Tab. 22.2), sodass es möglich ist, das Alter eines Kindes einzuschätzen.

Anatomische und physiologische Besonderheiten

Atmung

Die anatomischen Strukturen der Atemwege (3.2.1) AtemwegeKindsind bei Kindern im Vergleich zu denen des Erwachsenen teilweise unterschiedlich (Abb. 22.1). Die Besonderheiten der kindlichen Atemwege sind:
  • Die kindliche Luftröhre ist extrem kurz LuftröhreKindund sehr eng.

  • Der Kehlkopf liegt höher (auf KehlkopfKindHöhe zwischen dem dritten und vierten Halswirbel) und ist zusätzlich nach vorn gekippt.

  • Die engste Stelle der kindlichen Atemwege ist nicht, wie bei Erwachsenen, die Stimmbandebene, sondern sie liegt bis etwa zum sechsten Lebensjahr darunter auf Höhe des Ringknorpels (subglottisch). Bei Auswahl eines zu großen Endotrachealtubus kann der Tubus daher diese Stelle nicht passieren.

  • Die Überstreckung des Kopfes führt zu einer Verlegung der Atemwege.

Der kindliche Organismus hat KindNormwerteeine höhere Stoffwechselrate und einen höheren Sauerstoffverbrauch als der eines Erwachsenen. Die Atemfrequenz ist höher als AtemfrequenzKindbei Erwachsenen (Tab. 22.3) und unterliegt einer altersabhängigen Schwankungsbreite. Außerdem ist das Residualvolumen (3.2.2) deutlich kleiner, was zu kleineren Sauerstoffreserven in der Lunge führt.

Merke

Kinder haben bedeutend kleinere Sauerstoffreserven als Erwachsene.

Kinder atmen typischerweise nur über die Nase ein und aus (Nasen-Atmer). So können schon leichte Reize der Nasenschleimhaut, Verletzungen der Nase oder Infektionen die Atmung behindern.

Herz und Kreislauf

Das Herzminutenvolumen (HMV) im Säuglingsalter wird fast ausschließlich über die Herzfrequenz reguliert. Da die Dehnbarkeit der Herzhöhlen noch zu gering ist, kann durch eine verstärkte Blutfüllung der Herzhohlräume das Schlagvolumen (3.1.1) kaum gesteigert werden. Um den hohen Sauerstoffbedarf des Organismus befriedigen zu können, muss die Herzauswurfleistung daher hauptsächlich über die Herzfrequenz reguliert werden. Somit ist der höhere Pulsschlag bei Säuglingen und Kindern vollkommen physiologisch.

Achtung

Eine langsame Herzfrequenz bei Säuglingen und Kindern ist ein lebensbedrohlicher Zustand.

Tab. 22.4 zeigt Herzfrequenz, HerzFrequenzBlutdruck, BlutdruckSchlagvolumen und SchlagvolumenBlutvolumen von Neugeborenen, BlutvolumenSäuglingen, Schulkindern und Erwachsenen.
Um den arteriellen Blutdruck (3.1.3) aufrechterhalten zu können, ist der periphere Widerstand in den Blutgefäßen dauerhaft erhöht, d. h., die Blutgefäße sind verengt. Daher kann ein Blutdruckabfall bei scheinbar kleinen Blutverlusten durch eine weitere Vasokonstriktion kaum noch kompensiert werden.

Wasser- und Wärmehaushalt

Kinder verfügen im Verhältnis zum Körpergewicht über eine etwa 2- bis 3-mal größere Körperoberfläche und besitzen einen wesentlich höheren Körperwasseranteil als Erwachsene. Folglich ist auch der Erhaltungsbedarf des Wasser-Elektrolyt-Haushalts Wasser-Elektrolyt-HaushaltKinddeutlich höher als bei Erwachsenen (22.4). Säuglinge z. B. nehmen täglich ein Sechstel ihres Körpergewichts an Wasser auf (Erwachsene weniger als ein Zwanzigstel).
Die WärmeregulationWärmeregulationKind (17.1) ist bei Kindern weniger weit entwickelt und anfälliger für Anpassungsstörungen an die Umgebungstemperatur. Zur Wärmeproduktion durch Muskelzittern sind insbesondere Neugeborene und Säuglinge nicht befähigt. Daher ist die Wärmeabgabe aufgrund der ungünstigen Oberflächen-Volumen-Verhältnisse gegenüber der Wärmeproduktion und Wärmeisolierung begünstigt, sodass Kinder wesentlich schneller auskühlen als Erwachsene.

Respiratorische Notfälle

Anzeichen respiratorischer Störungen

Infektionen der Störung, respiratorischeoberen Atemwege mit Schnupfen und Husten sind neben der Mittelohrentzündung die häufigsten akuten Erkrankungen im Kindesalter, die jedoch nicht zur NotfallrespiratorischerAlarmierung des Rettungsdienstes führen sollten. Laut schreiende und umherlaufende Kinder sind in der Regel nicht schwer krank und haben eine ausreichende Spontanatmung, denn „wer schreit, der atmet“.
Zu beachten sind jedoch Anzeichen schwerer Atemnot, bei denen die Kinder viel zu ruhig, teilweise sogar apathisch sind und folgende Symptome aufweisen:
  • Atemabhängige Hauteinziehungen zwischen den Rippen und am Rippenbogen

  • Fahlgraue/blasse Haut (insbesondere bei Säuglingen kann eine Zyanose fehlen)

  • Nasenflügeln mit Schwitzen

  • Anfangs Tachypnoe, später jedoch bei zunehmender Erschöpfung Bradypnoe und Abflachen der Atmung

  • Pathologische Atemgeräusche (z. B. Stridor, Giemen)

Fremdkörperaspiration

Insbesondere Kleinkinder entdecken ihre Umwelt mit den Händen und dem Mund: Sie nehmen alles in den Mund, was sie erreichen können. Aus diesem Grund treten die meisten FremdkörperaspirationenFremdkörperAspiration (14.2.1) im Kindesalter zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr auf. Säuglinge sind in der Regel nur dann betroffen, wenn sie mit ungeeigneten Nahrungsmitteln oder zu schnell gefüttert werden.
Der überwiegende Teil der Fremdkörper ist so klein, dass er in den Bronchialbaum gelangt (z. B. Erdnüsse). Eine vollständige oder teilweise Verlegung der Atemwege durch größere Fremdkörper (z. B. unzerkleinerte Nahrung) ist vergleichsweise selten. Jeder Verdacht auf eine Fremdkörperaspiration ist zunächst als ein unmittelbar lebensbedrohliches Ereignis einzuordnen.
Symptome
Die Symptome treten nicht einheitlich auf, da sie von Größe und Konsistenz des aspirierten Materials abhängen. Leitsymptom ist ein plötzlicher und heftiger Hustenanfall ohne wegweisende Vorerkrankung (z. B. Erkältung). Oft ist die Atmung dabei beschleunigt. Primär sind die Kinder sehr unruhig und haben Angst. Pathologische Atemgeräusche können sein:
  • Keuchen

  • Inspiratorischer Stridor bei Teilverlegung der oberen Atemwege

  • Giemen bei Teilverlegungen der unteren Atemwege mit verlängerter Ausatmung

  • Fehlende oder nachhängende Brustkorbbewegungen

  • Abgeschwächtes oder aufgehobenes Atemgeräusch des betroffenen Lungenabschnitts

Basismaßnahmen
Die Behandlungsstrategie dient in erster Linie der Sicherung der Atemfunktion, ohne dem Kind durch die Hilfsmaßnahmen zu schaden, denn sowohl durch Husten, Schläge auf den Rücken, durch Kompressionen des Brustkorbs oder des Oberbauchs lässt sich der intrathorakale Druck steigern, um Fremdkörper aus den Atemwegen wieder auszustoßen. Es muss deshalb die notwendige Basismaßnahme nach dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit ausgewählt werden (Abb. 22.2).
Ist der Zustand des kleinen Patienten stabil und ist er in der Lage zu husten, so wird er mit erhöhtem Oberkörper, z. B. auf dem Schoß der Mutter, gelagert. Solange das Kind bei milden Atemwegsbehinderungen atmen und husten kann, werden die kleinen Patienten nur zum Husten aufgefordert. Die Sauerstoffgabe über eine vorgehaltene Insufflationsmaske kann dabei die Atemfunktion verbessern. Jede weitere Manipulation, die die Lage des Fremdkörpers verändern und die Atemwege vollständig verlegen kann, hat zu unterbleiben.
Bei schweren Atemwegsbehinderungen, wenn das versuchte Abhusten des Fremdkörpers wirkungslos bleibt und das Kind noch bei Bewusstsein ist, werden Rückenschläge verabreicht. Säuglinge und Kleinkinder werden dazu kopfüber über ein aufgestelltes Bein gelegt und es wird fünfmal sanft zwischen die Schulterblätter geklopft (Abb. 22.3). Falls die Rückenschläge nicht zum gewünschten Erfolg führen und der Fremdkörper weiterhin die Atemwege verlegt, wird bei Säuglingen fünfmal eine Thoraxkompression und bei Kindern fünfmal eine Oberbauchkompression durchgeführt. Der Unterschied zum Erwachsenenalgorithmus besteht darin, dass bei Säuglingen keine Oberbauchkompressionen angewendet werden dürfen, da bei ihnen die Verletzungsgefahr durch die Oberbauchkompression zu hoch ist.
Ist das Kind allerdings bewusstlos und droht aufgrund der schweren Atemwegsbehinderung zu ersticken, muss versucht werden, den Fremdkörper aktiv zu entfernen. Dazu stehen folgende Methoden zur Verfügung:
  • Freimachen der Atemwege und Entfernen sichtbarer Fremdkörper mit einem Finger

  • Kein blindes Auswischen der Mundhöhle

  • Gegebenenfalls Absaugen bei flüssigen Fremdkörpern

  • Atemspende (fünfmal); wenn daraufhin keine Reaktion (Spontanatmung, Husten etc.) erkennbar ist, erfolgt die kardiopulmonale Reanimation im Verhältnis 15:2 (8.4.2)

Der hinzugerufene Notarzt wird nach eigener Einschätzung der Situation seinerseits Maßnahmen ergreifen, um bei drohendem Erstickungstod des bewusstlosen Kindes den Fremdkörper zu entfernen:
  • Laryngoskopie und Fremdkörperentfernung mit der FremdkörperEntfernungMagill-Zange

  • Endotracheale Intubation und Vorschieben des Fremdkörpers in einen Hauptbronchus

  • Ultima Ratio: Koniotomie bei Verlegung der KoniotomieAtemwege oberhalb der Stimmbandebene

Lässt sich das Kind jedoch über eine Maske suffizient beatmen, ist es unter Berücksichtigung der Gefahren und Komplikationen zweckmäßiger, auf invasive Methoden der Fremdkörperentfernung zu verzichten und das Kind dringlich in die nächste Kinderklinik oder HNO-Abteilung zu transportieren.

Kruppsyndrom

Das Kruppsyndrom umfasst eine Gruppe Kruppsyndromverschiedener Erkrankungen im Säuglings- und Kleinkindesalter, die eine Verengung der Atemwege im Bereich des Kehlkopfs gemeinsam haben. Für die Notfallmedizin relevante Formen des Kruppsyndroms sind die
  • subglottische Laryngotracheitis („Pseudokrupp“) und die

  • supraglottische Laryngotracheitis (Epiglottitis).

Subglottische Laryngotracheitis (Pseudokrupp)
Die subglottische Laryngotracheitis (LaryngotracheitissubglottischePseudokrupp) ist eine durch PseudokruppViren verursachte, seltener allergische Erkrankung des Kehlkopfs und des oberen Anteils der Luftröhre. Sie führt meistens im Alter zwischen sechs Monaten und drei Jahren über eine Schleimhautschwellung zur Einengung (Stenose) der Atemwege im Bereich der Stimmbandebene und darunter. Wesentliche Folge ist die Luftnot bei der Einatmung mit einem deutlichen inspiratorischen Stridor und dem typischen bellenden Husten. Im Gegensatz zur Auffassung vieler Laien handelt es sich um eine normalerweise harmlos verlaufende Erkrankung.
Symptome
Wegen der nahen Verwandtschaft zu anderen Formen des Kruppsyndroms – vor allem der Epiglottitis – sind die Symptome in Tab. 22.5 im Überblick zusammengestellt.
Basismaßnahmen
Die Basismaßnahmen orientieren sich am Schweregrad der Symptomatik. Eine intensive notfallmedizinische Versorgung ist aber zumeist nicht notwendig. Entscheidend ist, dass nicht übereilt und hastig gehandelt wird. Oberste Priorität muss bleiben, dass Aufregung und Angst von Kind und Eltern abnehmen. Dies gelingt durch beruhigenden Zuspruch und Belassen des Kindes auf dem Arm der Mutter in Oberkörperhochlage (z. B. Sitzen auf dem Schoß). Zur Abgrenzung gegenüber anderen Erkrankungen mit einhergehender Atemnot und einer medikamentösen Therapie (z. B. Prednison-Zäpfchen) ist grundsätzlich der Notarzt hinzuzuziehen. Die Körpertemperatur muss gemessen werden.
Supraglottische Laryngotracheitis (Epiglottitis)
Die supraglottische Laryngotracheitis Laryngotracheitissupraglottische(Epiglottitis) ist eine Epiglottitisbakterielle Infektion (Haupterreger: Haemophilus influenzae Typ B) des Kehldeckels mit erheblicher Schwellung bis zur vollständigen Verlegung der Atemwege. Sie tritt typischerweise aus völliger Gesundheit heraus auf, verläuft hochfiebrig und betrifft vor allem Klein- und Schulkinder zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr. Seitdem gegen den häufigsten Erreger Haemophilus influenzae Typ B eine Impfmöglichkeit existiert, ist die Epiglottitis sehr selten geworden. Allerdings kann in den letzten Jahren wieder ein Anstieg der Krankheitsfälle beobachtet werden. Vermutet werden vor allem Infektionen bei nicht geimpften Einwanderern aus osteuropäischen Ländern.
Symptome
Tab. 22.5 stellt die Befunde der subglottischen und supraglottischen Laryngotracheitis vergleichend gegenüber.
Basismaßnahmen
Das Erhalten der Atemfunktion ist das wichtigste Ziel aller medizinischen Maßnahmen. Angesichts der Seltenheit und hohen Komplikationsrate dieses Krankheitsbildes hat sich im Rettungsdienst ein minimalinvasives Vorgehen etabliert. Um eine vollständige Verlegung der Atemwege durch weiteres Anschwellen der Epiglottis oder einen Laryngospasmus nicht zu provozieren, verbietet sich jede Racheninspektion. Der Notarzt ist zwingend an der Einsatzstelle erforderlich.
Vor allem die ängstlichen Eltern müssen beruhigenden Zuspruch erfahren. Die Kinder sind wegen der Schwere des Krankheitsbildes in der Regel besorgniserregend still, erkennen jedoch die Angst ihrer Angehörigen, sodass eine Übertragung der Angst auf die Kinder wahrscheinlich ist. Wegen der erhöhten Aspirationsgefahr darf den Kindern nichts zu trinken gegeben werden.
Der kleine Patient wird nach Möglichkeit mit erhöhtem Oberkörper auf dem Arm der Mutter oder eines anderen Angehörigen gelagert und erhält hochdosiert Sauerstoff. Basischeck und kontinuierliche Überwachung der Vitalfunktion (Pulsoxymeter) sind weitere wichtige Basismaßnahmen. Häufig wird wegen starker Erschöpfung und Ateminsuffizienz eine Maskenbeatmung erforderlich sein. Die Rettungskräfte müssen in ständiger Intubationsbereitschaft stehen.
Auch die notärztliche Versorgung wird sich am Grundsatz eines minimalinvasiven Vorgehens orientieren. Hohes Fieber kann mit antipyretisch wirkenden Zäpfchen (z. B. Ben-u-ron®, 11.2.5) gesenkt werden. Inhaliertes Adrenalin über einen Vernebler und Kortison-Zäpfchen (z. B. Rectodelt®, 11.2.16) bewirken ein Abschwellen der Epiglottis.

Exsikkose

Eine Exsikkose oder ExsikkoseDehydratation (3.9.2) Dehydratationkann auch im Kindesalter vorkommen. Typische Ursachen sind:
  • Zu geringe Trinkmengen (z. B. Verweigerung, Schmerzen beim Schlucken durch Erkrankungen)

  • Starkes Erbrechen (z. B. Gastroenteritis)

  • Heftiger Durchfall (z. B. Gastroenteritis)

  • Massives Schwitzen (z. B. Hitzestörungen, 17.2)

  • Hohes Fieber (z. B. Infekte)

  • Vernachlässigung durch die Eltern (22.7)

Symptome
Die Kinder sind körperlich schwach und klagen oft über Muskelschmerzen; ihr Allgemeinzustand ist reduziert. Die Symptome variieren je nach Schwere der Exsikkose:
  • Tief liegende, glasige Augen mit seltenem Lidschlag

  • Blass-graue Hautfarbe

  • Trockene Lippen und Zunge, trockene Schleimhäute

  • Stehende Hautfalten, greisenhaftes Aussehen

  • Eingesunkene, große Fontanelle

Außerdem ist die Nierenfunktion herabgesetzt (Oligurie) und bei Säuglingen der OligurieSaugreflex schwächer; ältere Kinder klagen über ein starkes Durstgefühl. Bei Infektionen kann meistens eine erhöhte Körpertemperatur gemessen werden. Überdies wirken die betroffenen Kinder häufig teilnahmslos.
Basismaßnahmen
Die Basismaßnahmen richten sich nach dem klinischen Bild und der Schwere der Exsikkose. Nach erfolgtem Basischeck schließen sich Blutzuckerkontrolle, Temperaturmessung und kontinuierliches Monitoring (Pulsoxymeter reicht aus) an. Bei schwerer Exsikkose muss der Notarzt nachalarmiert werden. Im Vordergrund der Therapie steht der Flüssigkeitsersatz (oral oder als Infusion).

Fieberkrampf

Fieberkrämpfe sind zerebrale FieberKrampfKrampfanfälle (15.4), die zur sogenannten Gruppe der Gelegenheits- oder OkkasionskrampfGelegenheitskrampfOkkasionskrämpfe (symptomatische Epilepsie) gehören.Epilepsiesymptomatische Im Kindesalter sind Fieberkrämpfe die häufigste Ursache für Krampfanfälle. Auslöser sind meist vorausgehende banale virale Infektionen, wie Atemwegsinfekte, Mittelohrentzündung, gastrointestinale oder Harnwegsinfekte.
Der Fieberkrampf wird ausgelöst, wenn die Körpertemperatur zu Beginn eines fieberhaften Infekts innerhalb kurzer Zeit auf über 38,5 °C ansteigt. Oft führt bereits der erste Fieberanstieg zum Fieberkrampf, ohne dass der Infekt oder das Fieber schon von den Eltern bemerkt wurden.

Merke

Nicht die absolute Körpertemperatur, sondern der rasche Fieberanstieg innerhalb kurzer Zeit kann einen Fieberkrampf auslösen.

Fieberkrämpfe sind angesichts des klinischen Bildes aus Sicht der Eltern ein in besonderer Weise schockierendes und emotionales Ereignis. Gelegentlich treffen die Rettungskräfte auf Eltern, die ihre Kinder reanimieren, obwohl dies in keiner Weise notwendig wäre.
Angehörige von Kindern mit häufigen Fieberkrämpfen oder positiver Familienanamnese sind über ihre Kinderärzte in der Regel ausreichend aufgeklärt und in adäquaten Maßnahmen der Ersten Hilfe geschult. Oft haben sie bereits selbstständig vom Kinderarzt verschriebene, antikonvulsiv wirkende Medikamente (z. B. Diazepam-Rektiole, 11.2.1) verabreicht. Erst wenn sich der Krampfanfall über viele Minuten hinzieht oder die krampflösenden Medikamente nicht zu wirken scheinen, wird von ihnen der Rettungsdienst hinzugerufen.
Symptome
Fieberkrämpfe sind generalisierte, tonisch-klonische Krampfanfälle mit Bewusstseinsverlust, die von anderen zerebralen Krampfanfällen nicht sofort zu unterscheiden sind. Sie dauern meistens nur wenige Minuten (2–10 Minuten) und enden spontan. Seltenere Anzeichen sind ein starrer Blick bzw. Blickabweichungen nach einer Seite und Schmatzen. Ansonsten finden sich alle typischen Symptome eines Krampfanfalls (15.4).
In etwa 75 % der Fälle ist der Krampf bereits vorüber, wenn der Rettungsdienst eintrifft. Das Kind liegt zumeist schlaff auf dem Arm bzw. Schoß der Mutter. Es befindet sich dann schon in der Nachschlafphase des Krampfanfalls. Dabei ist es erweckbar, desorientiert und wird zunehmend motorisch unruhig.

Achtung

Differenzialdiagnostisch müssen beachtet werden:

  • Krampfanfall anderer Ursache (z. B. Hypoxie, SHT, Intoxikationen, Hypoglykämie, Enzephalitis)

  • Säuglingstoxikose/Exsikkose (hohe Volumenverluste durch Erbrechen oder Diarrhö)

  • Affektkrampf (kein zerebraler Krampfanfall, sondern kurzzeitige Bewusstlosigkeit bei Schmerz, Wut bzw. starkem Schreien)

Basismaßnahmen
Bei Fieberkrämpfen ist meist keine spezielle Therapie mehr erforderlich. Jedoch müssen meistens die Eltern beruhigt werden, indem ihnen die Situation erklärt und sie von der Ungefährlichkeit des Fieberkrampfes überzeugt werden.
Die Vitalfunktionen werden kontinuierlich überwacht. Der Notarzt ist an die Einsatzstelle nachzufordern. Zum Monitoring wird das Pulsoxymeter angeschlossen. Eine wichtige diagnostische Maßnahme ist die Temperaturmessung. Bei Fieber muss versucht werden, die Körpertemperatur moderat zu senken, um einen zweiten Fieberkrampf zu vermeiden. Dafür kommen zunächst physikalische Maßnahmen, wie die Entfernung zu warmer Kleidung und kalte Umschläge (Waden- und Bauchwickel), infrage.
Sollten die Kinder beim Eintreffen des Rettungsfachpersonals noch krampfen, werden sie so gelagert, dass sie vor Verletzungen geschützt und die Atemwege frei sind (z. B. Seitenlage). Begleitverletzungen werden nach dem Krampfanfall versorgt. Sauerstoffgabe gleicht die während des Krampfanfalls auftretende Hypoxie aus. Speziell Kinder sind in besonderer Weise von einer Hypoglykämie während des Krampfanfalls bedroht. Diese muss daher mittels Blutzuckerkontrolle immer ausgeschlossen werden.
Dem Notarzt stehen krampflösende Medikamente (z. B. Clonazepam oder Diazepam, 11.2.1) zur Verfügung. In den meisten Fällen wird er keinen intravenösen Zugang anlegen, da alle notwendigen Medikamente auch rektal verabreicht werden können. So kommen bei hohem Fieber auch Temperatur senkende Zäpfchen (z. B. ben-u-ron®, 11.2.5) in altersgerechter Dosierung zum Einsatz.

Beinahe-Kindstod und plötzlicher Kindstod

Beinahe-Kindstod (ALTE)

Der Beinahe-Kindstod Beinahe-Kindstod(ALTE: Apparent Life-Threatening EventApparent Life-Threatening Event, anscheinend lebensbedrohliches Ereignis) tritt im Säuglingsalter auf und ist gekennzeichnet durch plötzliches und unerwartetes Auftreten von:
  • Atemstillstand

  • Leblosigkeit

  • Blässe oder (im weiteren Verlauf) Zyanose

Durchbrochen werden kann dieser Zustand mit Stimulation des Säuglings und, wenn dies nicht den gewünschten Erfolg hat, mit Reanimationsmaßnahmen (8.4).

Plötzlicher Kindstod (SIDS)

Der plötzliche Kindstod (SIDS: SKindstod, plötzlicherudden Infant Death Syndrome, Sudden Infant Death Syndromeplötzlicher Säuglingstod) ist Säuglingstod, plötzlicherals der plötzliche und unerwartete Tod aus scheinbarer Gesundheit heraus definiert, für den trotz einer sorgfältigen postmortalen Untersuchung (z. B. Obduktion) kein Nachweis einer Todesursache erbracht werden kann. Das SIDS stellt somit eine Ausschlussdiagnose dar.
Der plötzliche Kindstod ereignet sich meist während des Schlafs und betrifft vor allem Säuglinge im ersten Lebensjahr. Wissenschaftliche Untersuchungen haben als auffälligste Risikofaktoren Schlafen in Bauchlage, Rauchen der Mutter während der Schwangerschaft und Stillverzicht ergeben.
Auffindesituation und Symptome
Die meisten Kinder werden in den frühen Morgenstunden oder nach dem Mittagsschlaf von den Eltern im Bett aufgefunden. Die Symptome entsprechen einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Das Kind ist bewusstlos, blass bis leicht bläulich verfärbt und hat einen Atemstillstand. Mehr als drei Viertel aller Kinder werden in Bauchlage liegend mit dem Kopf unter der Decke vorgefunden. In den meisten Fällen wird der Tod zu spät bemerkt. Es finden sich oft schon sichere Todeszeichen (6.4.1).
Basismaßnahmen
Solange keine sicheren Todeszeichen erkennbar sind, muss mit der Reanimation (8.4) begonnen werden. Allerdings bleiben die Bemühungen um die Wiederbelebung zumeist erfolglos, zumal der Herz-Kreislauf-Stillstand in den meisten Fällen unbeobachtet eintrat.
Liegen bereits sichere Todeszeichen vor, werden keine Reanimationsmaßnahmen mehr durchgeführt. Das Rettungsfachpersonal sollte den Angehörigen ermöglichen, sich von ihrem Kind zu verabschieden. Bei Bedarf kann ihnen die Notfallseelsorge angeboten werden. Da der plötzliche Kindstod definitionsgemäß eine ungeklärte Todesursache (6.4.2) ist, muss die Polizei zur Todesursachenermittlung eingeschaltet werden, da insbesondere bei Kindern neben möglichen natürlichen Ursachen des Todes immer auch ein Tod aus nicht natürlicher Ursache (Fremdverschulden) zu bedenken ist.

Kindesmisshandlung

Kindesmisshandlung ist eine von KindesmisshandlungErwachsenen oder Jugendlichen an Kindern oder KindmisshandeltesJugendlichen ausgeübte körperliche oder psychische Gewaltanwendung. Sie ist als Misshandlung, Kindkriminelle Handlung strafbar. Unterschieden werden:
  • Vernachlässigung:

    • Körperliche Vernachlässigung (z. B. einseitige oder mangelhafte Ernährung)

    • Emotionale Vernachlässigung (z. B. Alkohol- oder Drogenprobleme der Eltern)

  • Körperliche Kindesmisshandlung: direkte, nicht unfallbedingte Gewaltanwendung auf das Kind (z. B. schlagen, schütteln, brennen, stechen)

  • Sexueller Kindesmissbrauch: sexuelle Handlungen mit Kindern oder Jugendlichen, denen diese nicht zustimmen, weil sie deren Tragweite nicht erfassen, vor allem unter Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen

Alle Formen der Kindesmisshandlung sind in allen Alterstufen vertreten. Mädchen wie Jungen sind gleichermaßen betroffen.
Hinweise und Symptome
Misshandelte Kinder (Abb. 22.4) lassen sich nicht an einem Leitsymptom erkennen. Vielmehr zeigt sich eine Vielzahl von oft versteckten Hinweisen (Tab. 22.6). Von Bedeutung ist auch die Reaktion von Eltern und Kind:
  • Umstände des Aufsuchens medizinischer Hilfe (z. B. keine oder verspätete Leistung von Erster Hilfe, verzögerter Notruf)?

  • Verhaltensbesonderheiten bei Eltern und Kind (z. B. angemessene Sorge der Eltern in Bezug zur Schwere der Verletzung)?

  • Plausibilität der Ereignisse:

    • Stimmen Vorgeschichte und Befund glaubhaft überein (z. B. Art und Verteilung der Verletzungen)?

    • Kann der Unfall so abgelaufen sein, wie er beschrieben wird (z. B. fehlende oder widersprüchliche Erklärungen)?

Merke

Spielen, wildes Umhertoben oder der Sturz aus geringen Höhen führen bei Kindern in der Regel nicht zu schweren Verletzungen!

Vorgehensweise bei Verdacht auf eine Kindesmisshandlung
Der erste und wesentliche Schritt für das Rettungsfachpersonal ist es, eine Kindesmisshandlung überhaupt in Betracht zu ziehen. Die weitere Vorgehensweise am Einsatzort sollte umsichtig sein und sich nicht von Emotionen gegen den vermeintlichen Verursacher der KindesmisshandlungKindesmisshandlungVorgehensweise leiten lassen, um das Kind nicht weiterer Gefahr auszusetzen oder einen unberechtigten Verdacht auszusprechen. Das Rettungsfachpersonal darf daher nicht überstürzt reagieren oder vorschnell handeln, sondern muss seine Gefühle beherrschen und Ruhe bewahren. Gefordert sind lediglich Maßnahmen, die dem Wohl des Kindes dienen. Verletzungen werden medizinisch versorgt und, wie auch Anzeichen für eine Vernachlässigung des Kindes, genauestens dokumentiert.
Alle Kinder mit Verdacht auf Kindesmisshandlung müssen in eine Kinderklinik transportiert werden.

Wiederholungsfragen

  • 1.

    Bis zu welchem Lebensalter wird von einem Säugling gesprochen? (22.1)

  • 2.

    Nennen Sie anatomische und physiologische Besonderheiten der Atemwege und erläutern Sie ihre Bedeutung bei der Versorgung pädiatrischer Patienten. (22.2.1)

  • 3.

    Beschreiben Sie anatomische und physiologische Besonderheiten im Herz-Kreislauf-System des Kindes. (22.2.2)

  • 4.

    Wie oft schlägt das Herz eines Neugeborenen pro Minute? (22.2.2)

  • 5.

    Welche Symptome kennzeichnen die kindliche Atemnot? (22.3.1)

  • 6.

    Welche Fremdkörper werden häufig von Kindern aspiriert? (22.3.2)

  • 7.

    Wie äußern sich Fremdkörperaspirationen im Kindesalter? (22.3.2)

  • 8.

    Auf welche Weise können Fremdkörper sinnvoll entfernt werden und welche weiteren Maßnahmen müssen ergriffen werden? (22.3.2)

  • 9.

    Was wird unter dem Kruppsyndrom verstanden? (22.3.3)

  • 10.

    Worin unterscheiden sich sub- und supraglottische Laryngotracheitis? Nennen Sie die Symptome. (22.3.3)

  • 11.

    Beschreiben Sie die Maßnahmen bei sub- und supraglottischer Laryngotracheitis. Warum ist die Racheninspektion kontraindiziert? (22.3.3)

  • 12.

    Welche Ursachen können im Kindesalter zu einer Exsikkose führen? (22.4)

  • 13.

    Welche Krankheitszeichen sind bei einer Exsikkose im Kindesalter zu erwarten? Erläutern Sie das therapeutische Vorgehen. (22.4)

  • 14.

    Was ist die häufigste Ursache für Krampfanfälle im Kindesalter und wie sieht das klinische Bild aus? Erklären Sie die Maßnahmen. (22.5)

  • 15.

    In welchem Lebensabschnitt treten Fieberkrämpfe zumeist auf? (22.5)

  • 16.

    Wie ist der plötzliche Kindstod definiert? Erläutern Sie das Vorgehen bei SIDS. (22.6)

  • 17.

    Welche Symptome, Hinweise und Konstellationen weisen auf Kindesmisshandlung hin? (22.7)

  • 18.

    Beschreiben Sie das Vorgehen des Rettungsdienstes bei Verdacht auf Kindesmisshandlung. (22.7)

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