© 2019 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen

B978-3-437-44516-3.00013-8

10.1016/B978-3-437-44516-3.00013-8

978-3-437-44516-3

Gegenseitige Abhängigkeit der sozialen und der sprachlichen Entwicklung. Besonders in den ersten 12 Lebensmonaten ist die soziale Entwicklung wichtig für die Entwicklung von Sprache und Kommunikation.

Frühe Auffälligkeiten bei Autismus-Spektrum-Störungen

Klaus Libertus a b

Peter B. Marschik c d e

Christa Einspieler c

Sven Bölte e 1

1

Danksagung: Sven Bölte, Peter B. Marschik und Christa Einspieler sind Mitglieder der COST Action BM1004: “Enhancing the scientific study of early autism: A network to improve research, services and outcomes” (www.cost-essea.com). Affiliations:

a

Center for Autism and Related Disorders, Kennedy Krieger Institute, Baltimore, USA;

b

Department of Psychiatry, Johns Hopkins University School of Medicine, Baltimore, USA;

c

Institut für Physiologie (iDN – Interdisciplinary Developmental Neuroscience), Zentrum für Physiologische Medizin, Medizinische Universität Graz, Österreich;

d

Center for Genetic Disorders of Cognition and Behavior, Johns Hopkins University School of Medicine, Baltimore, wUSA;

e

Karolinska Institutet, Department of Women's and Children's Health, Center for Neurodevelopmental Disorders (KIND), Stockholm, Schweden

Einleitung

Unter Autismus-Spektrum-Autismus-Spektrum-StörungenStörungen (ASS) versteht man eine Reihe von tiefgreifenden Entwicklungsstörungen, die nach DSM-IV-TR (American Psychiatric Association 2000) und ICD-10 durch Auffälligkeiten in drei Kernbereichen gekennzeichnet sind: (1) auffällige und verzögerte Sprach- und Kommunikationsentwicklung; (2) qualitative Beeinträchtigung im Bereich der sozialen Interaktion und Reziprozität sowie (3) stereotype Verhaltensmuster und eingeschränkte Interessen. In den neueren Klassifikationsschemata, DSM-5 und ICD-11, werden die Kernbereiche (1) und (2) zur Domäne soziale Kommunikation zusammengefasst.
Der Schweizer Psychiater Eugen Bleuler hat „Autismus“ (Griechisch „autos“ [Selbst] und „ismos“ [Zustand]) bereits im Jahre 1911 als medizinischen Fachbegriff für schizophrene Erkrankungen mit ausgeprägten Rückzugstendenzen, starker Fokussierung auf die eigene Gedankenwelt, wenig Bezug zur Außenwelt, gestörtem Realitätsbezug und Kontaktschwierigkeiten geprägt. Größere Bedeutung und breitere Verwendung erlangte der Begriff dann in den 1940er-Jahren, als zeitgleich zwei Beschreibungen über ähnliche soziale und kommunikative Störungen im Kindesalter veröffentlicht wurden.
Leo Kanner und Hans Asperger
Pioniere der Autismusforschung waren die Österreicher Leo Kanner, LeoKanner, damals an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore tätig, und Hans Asperger, HansAsperger am allgemeinen Krankenhaus der Universität zu Wien. Kurioserweise beschrieben beide Autoren zur selben Zeit ähnliche klinische Phänomene unter Verwendung einer ähnlichen Terminologie, ohne den jeweils anderen und seine Arbeit zu kennen (für weitere Details siehe Bölte 2009).
Leo Kanner beschrieb in seiner bahnbrechenden Arbeit aus dem Jahr 1943 elf Kinder (8 Jungen, 3 Mädchen) mit einer Reihe entwicklungspsychologischer Auffälligkeiten. Trotz individueller Unterschiede zwischen den Kindern fanden sich in allen Fällen gemeinsame Charakteristika, die Kanner dazu veranlassten, von einem einheitlichen Syndrom zu sprechen. Alle von ihm beschriebenen Patienten waren unfähig, einen normalen Bezug zu ihren Mitmenschen und der Umwelt aufzubauen, und zeigten eine starke Zurückgezogenheit („autistic aloneness“). Drei von Kanners Patienten erlernten keine verbalen Fähigkeiten; bei den verbleibenden acht zeigten sich bei mittelmäßigem bis gutem Spracherwerb jedoch Auffälligkeiten in dieser Domäne, wie z. B. Echolalien, Umkehr von Personalpronomina oder generelle Auffälligkeiten im Symbolgebrauch.
Hans Asperger beschrieb 1943 in seiner Habilitationsschrift (publiziert 1944) vier Kinder mit Auffälligkeiten in der prosodischen Sprachverarbeitung (monotone Sprechweise, kaum Intonationsmuster), stark reduzierter Mimik und Gestik sowie auffälligem Blickkontaktverhalten. Des Weiteren beobachtete Asperger einen häufigen Gebrauch von Neologismen sowie Einschränkungen auf pragmatischer Ebene bei seinen Patienten. Zudem zeigten sich diverse Auffälligkeiten im Bereich der Motorik, z. B. idiosynkratische motorische Muster, Koordinationsschwierigkeiten, ein auffälliges Gangbild oder eine „eigenartige Körperhaltung“. Motorische Auffälligkeiten sowie Stereotypien, z. B. das Flattern der Hände oder rhythmische Kopfbewegungen, gelten auch heute noch als fester Bestandteil von Autismus-Spektrum-Störungen (Bhat, Landa & Galloway 2011). Ähnlich wie Kanner, sprach auch Asperger von einer einheitlichen Grundstörung, die sich im gesamten Verhalten äußert, also von einem autistischen Syndrom.
Die von Kanner und Asperger beschriebenen Auffälligkeiten des Sprechens und der Sprachentwicklung sind ein zentraler Aspekt der Autismus-Spektrum-Autismus-Spektrum-StörungenStörungen (ASS). Bis heute werden gerade diese Auffälligkeiten auch von den besorgten Eltern zuerst bemerkt. Auffälligkeiten des Sprechens und der Sprachentwicklung allein sind jedoch nicht spezifisch für ASS, sondern können auf Entwicklungsstörungen unterschiedlichster Art hinweisen.
Autismus als Spektrum
Schon Asperger und Kanner betonten die interindividuell variable Ausprägung autistischen Verhaltens. Wing & Gould (1979) griffen dies Ende der 1970er-Jahre wieder auf. ASS treten unabhängig vom Intelligenzniveau auf. Innerhalb des Spektrums finden sich z. B. einerseits Individuen mit relativ intakten bis außergewöhnlichen sprachlichen Fähigkeiten, aber andererseits auch solche ohne verbale Fähigkeiten und ohne nonverbale Kompensationsversuche. Auch der Zeitpunkt, zu dem die Störungen klinisch in Erscheinung treten, variiert: Während einige Kinder bereits im Alter von 14 Monaten erste Symptome zeigen, was ggf. eine Verdachtsdiagnose ermöglicht (Landa, Holman & Garrett-Mayer 2007), werden andere erst im Alter von etwa 3 Jahren oder durch Regression und den Verlust von vorher erworbenen Fähigkeiten auffällig (Landa 2008). Vor allem bei milden ASS-Varianten erfolgt die Diagnosestellung noch immer häufig erst im späteren Kindesalter oder im Jugendlichen- bis Erwachsenenalter. Um diese großen individuellen Unterschiede abbilden zu können, spricht man heute von einem „Spektrum“ autistischer Störungen. Im englischsprachigen Raum steht die gängige Abkürzung ASD für „Autism Spectrum ASD (Autism Spectrum Disorders)\t \"Siehe Autismus-Spektrum-StörungenDisorders“, im deutschsprachigen Raum wird hingegen häufig die Abkürzung ASS für „Autismus-Spektrum-Störungen“ verwendet.

Autismus-Spektrum-Störungen (ASS)

Klassifizierung

Autismus-Spektrum-Autismus-Spektrum-Störungen:KlassifizierungStörungen sind als prototypische Verhaltensbeschreibungen in den diagnostischen Manualen („International Statistical Classification of Diseases“, ICD; „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“, DSM) definiert. Während AutismusAutismus im DSM-I und DSM-II noch als kindliche Schizophrenie klassifiziert war, wird das Phänomen im DSM-IV-TR als tiefgreifende Entwicklungsstörung eingestuft und durch die bereits erwähnten drei Hauptstörungsbereiche (Trias) definiert. Die Trias besteht aus
  • 1.

    Auffälligkeiten der sozialen Interaktion,

  • 2.

    der Kommunikation (verbal und/oder non-verbal) und

  • 3.

    einem eingeschränkten Repertoire an Interessen und Aktivitäten sowie dem Vorhandensein von stereotypen Verhaltensmustern.

Auf der Basis einer multizentrischen Studie, an der mehr als 100 Diagnostiker beteiligt waren (DSM-IV field trial; Volkmar et al. 1994) kam es zu einer weitreichenden Annäherung der verschiedenen Terminologien und Klassifikationen im DSM-IV und der ICD-10. Im DSM-IV-TR wird zwischen frühkindlichem Autismus, Asperger-Syndrom und einer nicht näher bezeichneten tiefgreifenden Entwicklungsstörung („PDD-NOS“; vergleichbar mit atypischem Autismus in der ICD-10) differenziert.
Für das DSM-5 (2013) waren diesbezüglich wesentliche Veränderungen geplant, darunter die weiter oben bereits erwähnte Verschmelzung der beiden Bereiche soziale Interaktion und wechselseitige Kommunikation zur Domäne „soziale Kommunikation:sozialeKommunikation“ und die Auflösung der singulären Diagnosen „AutismusAutismus“ und „Asperger-Asperger-SyndromSyndrom“ zu einer „Autismus-Spektrum“-Diagnose. Statt der Diagnosen atypischer Autismus und PDD-PDD-NOSNOS sind laut DSM-5 vor allem die neuen Diagnosen „social communication social communication disordercommunication disordersdisorder“ und „stereotypic movement stereotypic movement disordersdisorder“ zu stellen. Unter dem Konzept „neurodevelopmental disorders“ sind im DSM-5 neben Autismus-Spektrum-Autismus-Spektrum-Störungen:DiagnoseStörungen noch weitere Störungsbereiche enthalten, z. B. „communication communication disordersdisorders“, mit denen Sprach- und Kommunikationsstörungen ohne ASS gesondert klassifiziert werden können. Wie sich die neuen diagnostischen Kriterien im DSM-5 auf die Diagnose und Prävalenz von ASS auswirken werden, ist aus heutiger Sicht noch nicht vollständig abschätzbar und Gegenstand von Kontroversen (Matson, Kozlowski, Hattier, Horovitz & Sipes 2012; McPartland, Reichow & Volkmar 2012; Worley & Matson 2012).

Diagnose von Autismus-Spektrum-Störungen

Die enorme Bedeutung Autismus-Spektrum-Störungen:Diagnosevon ASS für die Gesellschaft zeigt sich derzeit auch in den intensiven wissenschaftlichen Forschungs- und internationalen Vernetzungsbestrebungen zur Autismus-Spektrum-Störungen:FrüherkennungFrüherkennung von ASS. Obwohl ASS-Symptome bereits vor dem dritten Lebensjahr auftreten, wird eine entsprechende Diagnose in der Regel erst deutlich später gestellt (Mandell et al. 2010; Mandell, Novak & Zubritsky 2005; Wiggins, Baio & Rice 2006). Im deutschsprachigen Raum wird frühkindlicher Autismus meist erst um das sechste Lebensjahr, das Asperger-Asperger-SyndromSyndrom sogar erst um das neunte Lebensjahr diagnostiziert (Noterdaeme & Hutzelmeyer-Nickels 2010). Eine Diagnose im Alter von sechs Jahren oder noch später führt zu einer verminderten Effizienz von Interventionen, da sensitive Phasen der kindlichen Entwicklung verpasst werden (Knudsen 2004). Dies betrifft insbesondere die Sprach- und die soziale Entwicklung.
In den letzten Jahren wurden mehrere Elternfragebögen und standardisierte Tests entwickelt, um eine frühere ASS-Diagnose zu ermöglichen (Bryson, Zwaigenbaum, McDermott, Rombough & Brian 2008; Landa 2008; Luyster et al. 2009; Robins, Fein, Barton & Green 2001). Nach dem derzeitigen Stand der Forschung ist eine vorläufige ASS-Diagnose im Alter von 14–24 Monaten möglich (Brian et al. 2008; Landa & Garrett-Mayer 2006; Zwaigenbaum 2010). Da es keine biologischen Untersuchungsmethoden zur Feststellung von ASS gibt, beruhen Screening und Diagnose allein auf klinischer Beobachtung und Fragebogenerhebungen (Le Couteur, Haden, Hammal & McConachie 2008; Lord et al. 1989). ASS-Symptome bilden sich in den ersten Lebensjahren oft nur unspezifisch ab, sodass pädiatrische Routineuntersuchungen selten Autismus-Spektrum-Störungen:VerdachtsdiagnoseVerdachtsdiagnosen generieren.
Elterliche Beobachtungen spielen eine entscheidende Rolle in der Früherkennung von ASS (Hess & Landa 2011). Verzögerungen oder Abweichungen in der sprachlichen Entwicklung des Kindes gehören vielfach zu den ersten Anzeichen, die Eltern beunruhigen. Wenn Eltern oder andere mit dem Kind vertraute Personen über dessen Entwicklung besorgt sind, kann als erster Schritt ein Screening mit Fragebogen oder einer Checkliste zur Abklärung der allgemeinen Entwicklung durchgeführt werden (z. B. Allison, Auyeung & Baron-Cohen 2012; Allison et al. 2008; Norris & Lecavalier 2010). Dieses Prozedere kann durch einen ASS-spezifischen Fragebogen als weiteres Screening-Instrument ergänzt werden (Johnson & Myers 2007; Norris & Lecavalier 2010). Gängige ASS-spezifische Screening-Instrumente sind die Checklist for Autism in Toddlers (CHAT; Baron-Cohen, Allen & Gillberg 1992), die Modified Checklist for Autism in Toddlers (M-CHAT; Dumont-Mathieu & Fein 2005) vor dem dritten Lebensjahr bzw. der Fragebogen zur Sozialen Kommunikation (FSK) – eine deutschen Fassung des Social Communication Questionnaire (SCQ; Bölte & Poustka 2006; Rutter, Bailey & Lord 2003) – nach dem dritten bis vierten Lebensjahr. Nach einem positiven Screening auf ASS gilt ab einem Entwicklungsalter von 24 Monaten die Diagnostische Beobachtungsskala für Autistische Störungen (ADOS) in Kombination mit dem Diagnostischen Interview für Autismus-Revidiert (ADI-R) als Goldstandard der Diagnosestellung (Lord et al. 2000, 1989; Lord, Rutter & Le Couteur 1994). ASS-Screenings dienen dazu, potenzielle Patienten zu identifizieren, um sie anschließend einer genaueren Untersuchung mit Goldstandardverfahren unterziehen zu können (Allison et al. 2012). Zwangsläufig führen Screenings aber auch dazu, dass falsche Empfehlungen gegeben und weiterführende ASS-Untersuchungen bei gesunden Kindern veranlasst werden. Eltern können in dieser Situation erheblichem Stress ausgesetzt sein, weswegen Kinderärzte vielfach eine routinemäßige Verwendung von ASS-Fragebögen ablehnen (Al-Qabandi, Gorter & Rosenbaum 2011). Im Gegensatz dazu empfiehlt die American Academy of Pediatrics, ASS-Screenings mit den pädiatrischen Routineuntersuchungen zwischen 18 und 24 Monaten bei allen Kindern zu verbinden (Johnson & Myers 2007).

Prävalenz

Der klassische frühkindliche Autismus Autismus-Spektrum-Störungen:Prävalenzgalt lange Zeit als seltene Erkrankung mit einer geschätzten Häufigkeit von 4,5 Fällen pro 10.000 Kindern (<0,05 %; Lotter 1966). In der letzten Dekade ist die Zahl der Diagnosestellungen sprunghaft angestiegen. Das amerikanische Center for Disease Control and Prevention (CDC) berichtete über folgende Entwicklung im Zeitraum von 2002 bis 2008: Im Jahr 2002 lag die Zahl der ASS-Fälle bei etwa 6 von 1.000 Kindern; 2006 erhöhte sie sich auf 9 von 1.000 und 2008 auf etwa 11 von 1.000 Kindern. Das entspricht etwa 1 zu 88 bzw. etwa 1 % aller Kinder (ADDM Network 2012) und bedeutet einen Anstieg um 78 % über einen Zeitraum von 6 Jahren. Eine Studie aus Korea bezifferte die ASS-Prävalenz sogar auf 1,89 % aller Kinder eines Geburtenjahrgangs (Kim et al. 2011). Anhand der heutigen Klassifikation von ASS wird deren Prävalenz am häufigsten mit 1 % angegeben und von Experten als zutreffende Schätzung akzeptiert (Baird et al. 2006). Diese Zahlen machen deutlich, dass ASS nicht zu den seltenen Störungen (rare diseases) zählt. Noch ist unklar, ob der Anstieg bei den ASS-Diagnosen ausschließlich durch veränderte Diagnosekriterien (frühkindlicher Autismus vs. ASS), bessere Diagnoseinstrumente und eine wachsende Sensibilisierung für ASS in der Bevölkerung zu erklären ist, oder ob zusätzlich eine gewisse „echte“ epidemische Komponente von ASS in der Bevölkerung existiert.

Genetische Faktoren

Die Erblichkeit von ASS wird als hoch eingestuft. Für einen starken Einfluss von genetischen Faktoren sprechen drei Forschungsergebnisse:
  • ASS-Erkrankungen treten 3- bis 4-mal häufiger bei Jungen als bei Mädchen auf (Baron-Cohen et al. 2011; Chakrabarti & Fombonne 2001; Ozonoff et al. 2011). Solche Geschlechtsunterschiede können auf genetische Faktoren hinweisen und legen die Vermutung nahe, dass Defekte am X-Chromosom eine Rolle spielen.

  • In Familien mit ASS besteht ein stark erhöhtes Wiederholungsrisiko. Eine Studie des Baby Siblings Research Consortium schätzt die ASS-Rate bei Geschwistern auf etwa 18 % (Ozonoff et al. 2011).

  • Das stärkste Argument für eine genetische Grundlage von ASS sind unterschiedliche Konkordanzraten zwischen monozygoten und dizygoten Zwillingen. Bei monozygoten Zwillingen liegt die ASS-Konkordanz zwischen 36 und 96 %, während man bei dizygoten Zwillingen keine Konkordanz (0 %) festgestellt hat (Bailey et al. 1995; Folstein & Rutter 1977; Steffenburg et al. 1989).

Diese Ergebnisse lassen auf eine Erblichkeit von 90 % schließen (Bailey et al. 1995). In einer Studie aus dem Jahr 2011 fanden sich jedoch Konkordanzraten von 58 % bei monozygoten und 21 % bei dizygoten Zwillingen (Hallmayer et al. 2011). Diese Ergebnisse sprechen für eine ASS-Erblichkeit von lediglich 37 %, die somit weit niedriger wäre als die früher berichteten 90 %.

Der „Broader Autism Phenotype“

Das autistische Spektrum beschränkt sich jedoch nicht nur auf klinische, sondern beinhaltet auch subklinische Phänomene. Offensichtlich autistische Verhaltensweisen ohne klinische Relevanz werden oft als „Broader Autism Broader Autism PhenotypePhenotype (BAP)“ bezeichnet und sind insbesondere bei den Eltern oder Geschwistern von Kindern mit ASS erkennbar (Folstein & Rutter 1977; Piven 2001; Piven & Palmer 1997; Piven et al. 1997). Auch ein BAP geht mit Auffälligkeiten der Sprachentwicklung, der Persönlichkeit oder des sozialen Verhaltens einher. Diese Probleme sind jedoch nicht stark genug ausgeprägt, um eine klinische Diagnose zu stellen. Man könnte daher vermuten, dass Eltern mit BAP ein höheres Risiko tragen, ASS zu vererben. In der Studie von Schwichtenberg et al. (2010) hat sich dies jedoch vorläufig nicht bestätigt.

Sprache und Kommunikation

Wie bereits Kommunikation:und Spracheerwähnt, ist eine verzögerte und/oder auffällige Sprachentwicklung vielfach der Grund dafür, professionelle Hilfe zu suchen (Hess & Landa 2011). Im DSM-IV sind drei Kriterien einer auffälligen Sprachentwicklung:auffälligeSprachentwicklung beschrieben: (1) verspätete oder gänzlich fehlende Sprachentwicklung; (2) mangelnde Fähigkeit, bei gewisser verbaler Kompetenz Konversationen zu beginnen bzw. aufrechtzuerhalten; und (3) stereotyper Sprachgebrauch (American Psychiatric Association 2000). Schon früh fallen Kleinkinder, bei denen später ASS diagnostiziert werden, durch Störungen geteilter Aufmerksamkeit (joint attention) oder im Blickverhalten auf. Insbesondere anhand der Joint Attention in der frühkindlichen Entwicklung lassen sich ASS-Kinder, die später ein höheres Sprachniveau erwerben, und jene mit eingeschränkten verbalen Fähigkeiten differenzieren (Charman et al. 2003; Dawson et al. 2004; Mundy 1995; Mundy & Gomes 1998; Sigman et al. 1999; Tomasello & Todd 1983). Die nonverbale Kommunikation von Zweijährigen (z. B. durch Gesten, Mimik, Blickkontakt) ist interessanterweise mit ihren sozialen Fähigkeiten fünf Jahre später assoziiert (Charman et al. 2005). Da die sprachliche und soziale Entwicklung somit in einer ständigen Wechselwirkung zueinander stehen, sind in der frühkindlichen Entwicklung soziale Verhaltensweisen und Fähigkeiten ein Motor, der die Sprachentwicklung rasch vorantreibt (Abb. 13.1).
Im Bereich der Kommunikations- und Sprachentwicklung von Kindern, bei denen später Autismus-Spektrum-Störungen:AuffälligkeitenASS diagnostiziert werden, sind bereits im ersten Lebensjahr Auffälligkeiten zu beobachten (Überblick in Landa 2007, 2008). Beschrieben wurden unter anderem:
Im Alter zwischen 9 und 14 Monaten findet man bei den betroffenen Kindern unter anderem ein restringiertes konsonantisches Phoneminventar, ein eingeschränktes Repertoire an kommunikativen Gesten und generell eine verzögerte Entwicklung der Sprachproduktion und des Sprachverständnisses (Colgan et al. 2006; Landa 2007; Landa & Garrett-Mayer 2006). In der Regel zeigt sich bei normal entwickelnden Kindern im Laufe des zweiten Lebensjahres ein explosionsartiger Wortschatzzuwachs – der sog. vocabulary spurt (Goldfield & Reznick 1990). Kinder mit ASS hingegen scheinen keinen oder einen verminderten vocabulary spurt durchzumachen und verfügen gegen Ende des zweiten Lebensjahres – im Vergleich zu Kindern ohne Entwicklungsstörungen – über ein geringer ausgebildetes mentales Lexikon (Wetherby, Watt, Morgan & Shumway 2007). Außerdem ließen sich bereits in diesem Alter atypische prosodische Profile bei Kindern mit ASS beobachten (Wetherby et al. 2004). Nach dem 24. Lebensmonat werden die sprachlichen, sozialen und auch motorischen Defizite immer offensichtlicher, sodass man dann eine relativ stabile ASS-Diagnose stellen kann (Charman et al. 2005; Lord et al. 2006; Stone et al. 1999).
Zusammenfassend kann man sagen, dass sich die ersten Symptome einer ASS bereits in den ersten zwei Lebensjahren erkennen lassen, wobei der sprachlich-kommunikativen Entwicklung ein besonderes Augenmerk zukommt. Allerdings sind, wie bereits mehrfach erwähnt, frühe Auffälligkeiten der Sprachentwicklung nicht spezifisch für ASS, sondern müssen immer im Kontext der Gesamtentwicklung gesehen werden.

Zusammenfassung und Ausblick

Autismus-Spektrum-Störungen sind eine Gruppe von tiefgreifenden Entwicklungsstörungen, die in stark unterschiedlicher Ausprägung bei etwa 1 % aller Kinder auftreten. Eine ASS-Diagnose erfolgt heute immer öfter im Vorschulalter. Verstärkte Forschungsbestrebungen (Bölte et al. 2013) könnten jedoch bald neue Möglichkeiten zur Autismus-Spektrum-Störungen:FrüherkennungFrüherkennung von ASS mitbegründen und noch frühere Diagnosen ermöglichen. Eine frühzeitige Diagnose von ASS hätte den Vorteil, dass auch die therapeutische Intervention für die betroffenen Patienten und die therapeutische Begleitung für die ganze Familie früher einsetzen könnten. Ein wichtiger Bestandteil der Früherkennung ist das Durchführen von spezifischen ASS-Screenings, z. B. während kinderärztlicher Routineuntersuchungen, mittels Elternfragebögen. Besonderes Augenmerk sollte der frühen sprachlichen und soziokommunikativen Entwicklung und den elterlichen Beobachtungen in diesem Bereich gelten.

Literatur

ADDM Network, 2012

ADDM Network, Autism and Developmental Disabilities Monitoring Network Prevalence of Autism Spectrum Disorders Morbidity & Mortality Weekly Report 61 3 2012 19

Allison et al., 2008

C. Allison S. Baron-Cohen S. Wheelwright T. Charman J. Richler G. Pasco The Q-CHAT (Quantitative Checklist for Autism in Toddlers): a normally distributed quantitative measure of autistic traits at 18–24 months of age: preliminary report Journal of Autism and Developmental Disorders 38 8 2008 1414 1425

Allison et al., 2012

C. Allison B. Auyeung S. Baron-Cohen Toward brief “red flags” for autism screening: the short autism spectrum quotient and the short quantitative checklist in 1.000 cases and 3.000 controls Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry 51 2 2012 202 212

Al-Qabandi et al., 2011

M. Al-Qabandi J.W. Gorter P. Rosenbaum Early autism detection: are we ready for routine screening? Pediatrics 128 1 2011 e211 217

American Psychiatric Association, 2000

American Psychiatric Association Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders 4th ed. 2000 American Psychiatric Association Washington/DC

Bailey et al., 1995

A. Bailey A. Le Couteur I. Gottesman P. Bolton E. Simonoff E. Yuzda Autism as a strongly genetic disorder: evidence from a British twin study Psychological Medicine 25 1 1995 63 77

Baird et al., 2006

G. Baird E. Simonoff A. Pickles S. Chandler T. Loucas D. Meldrum T. Charman Prevalence of disorders of the autism spectrum in a population cohort of children in South Thames: the Special Needs and Autism Spectrum Project (SNAP) Lancet 368 2006 210 215

Baranek, 1999

G.T. Baranek Autism during infancy: A retrospective video analysis of sensory-motor and social behaviors at 9–12 months of age Journal of Autism and Developmental Disorders 29 3 1999 213 224

Baron-Cohen et al., 1992

S. Baron-Cohen J. Allen C. Gillberg Can autism be detected at 18 months? The needle, the haystack, and the CHAT British Journal of Psychiatry 161 1992 839 843

Baron-Cohen et al., 2011

S. Baron-Cohen M.V. Lombardo B. Auyeung E. Ashwin B. Chakrabarti R. Knickmeyer Why are autism spectrum conditions more prevalent in males? Plos Biology 9 6 2011 e1001081

Bhat et al., 2011

A.N. Bhat R.J. Landa J.C. Galloway Current perspectives on motor functioning in infants, children, and adults with autism spectrum disorders Physical Therapy 91 7 2011 1116 1129

Bölte, 2009

S. Bölte Autismus – Spektrum, Ursachen, Diagnostik, Intervention, Perspektiven 2009 Huber Bern

Bölte and Poustka, 2006

S. Bölte F. Poustka FSK: Fragebogen zur sozialen Kommunikation 2006 Huber Bern

Bölte et al., 2013

S. Bölte P.B. Marschik T. Falck-Ytter T. Charman H. Roeyers M. Elsabbagh Infants at risk for autism: a European perspective on current status, challenges and opportunities European Child and Adolescent Psychiatry 22 6 2013 341 348

Brian et al., 2008

J. Brian S.E. Bryson N. Garon W. Roberts I.M. Smith P. Szatmari Clinical assessment of autism in high-risk 18-month-olds Autism 12 5 2008 433 456

Bryson et al., 2007

S.E. Bryson L. Zwaigenbaum J. Brian W. Roberts P. Szatmari V. Rombough A prospective case series of high-risk infants who developed autism Journal of Autism and Developmental Disorders 37 1 2007 12 24

Bryson et al., 2008

S.E. Bryson L. Zwaigenbaum C. McDermott V. Rombough J. Brian The Autism Observation Scale for Infants: scale development and reliability data Journal of Autism and Developmental Disorders 38 4 2008 731 738

Chakrabarti and Fombonne, 2001

S. Chakrabarti E. Fombonne Pervasive developmental disorders in preschool children Journal of the American Medical Association (JAMA) 285 24 2001 3093 3099

Charman et al., 2003

T. Charman S. Baron-Cohen J. Swettenham G. Baird A. Drew A. Cox Predicting language outcome in infants with autism and pervasive developmental disorder International Journal of Language & Communication Disorders 38 3 2003 265 285

Charman et al., 2005

T. Charman E. Taylor A. Drew H. Cockerill J. Brown G. Baird Outcome at 7 years of children diagnosed with autism at age 2: predictive validity of assessments conducted at 2 and 3 years of age and pattern of symptom change over time Journal of Child Psychology and Psychiatry 46 5 2005 500 513

Colgan et al., 2006

S.E. Colgan E. Lanter C. McComish L.R. Watson E.R. Crais G.T. Baranek Analysis of social interaction gestures in infants with autism Child Neuropsychology 12 4–5 2006 307 319

Dawson et al., 2004

G. Dawson K. Toth R. Abbott J. Osterling J. Munson A. Estes Early social attention impairments in autism: social orienting, joint attention, and attention to distress Developmental Psychology 40 2 2004 271 283

Dumont-Mathieu and Fein, 2005

T. Dumont-Mathieu D. Fein Screening for autism in young children: The Modified Checklist for Autism in Toddlers (M-CHAT) and other measures Mental Retardation and Developmental Disability Research Reviews 11 3 2005 253 262

Folstein and Rutter, 1977

S. Folstein M. Rutter Infantile autism: a genetic study of 21 twin pairs Journal of Child Psychology and Psychiatry 18 4 1977 297 321

Goldfield and Reznick, 1990

B.A. Goldfield J.S. Reznick Early lexical acquisition: rate, content, and the vocabulary spurt Journal of Child Language 17 1 1990 171 183

Hallmayer et al., 2011

J. Hallmayer S. Cleveland A. Torres J. Phillips B. Cohen T. Torigoe Genetic Heritability and Shared Environmental Factors Among Twin Pairs With Autism Archives of General Psychiatry 68 11 2011 1095 1102

Hess and Landa, 2011

C.R. Hess R.J. Landa Predictive and Concurrent Validity of Parent Concern About Young Children at Risk for Autism Journal of Autism and Developmental Disorders 3 2011 211 234

Iverson and Wozniak, 2007

J.M. Iverson R.H. Wozniak Variation in vocal-motor development in infant siblings of children with autism Journal of Autism and Developmental Disorders 37 1 2007 158 170

Johnson and Myers, 2007

C.P. Johnson S.M. Myers Identification and evaluation of children with autism spectrum disorders Pediatrics 120 5 2007 1183 1215

Kim et al., 2011

Y.S. Kim B.L. Leventhal Y.J. Koh E. Fombonne E. Laska E.C. Lim Prevalence of Autism Spectrum Disorders in a Total Population Sample American Journal of Psychiatry 168 2011 904 912

Knudsen, 2004

E.I. Knudsen Sensitive periods in the development of the brain and behavior Journal of Cognitive Neuroscience 16 8 2004 1412 1425

Landa, 2007

R.J. Landa Early communication development and intervention for children with autism Mental Retardation and Developmental Disability Research Reviews 13 1 2007 16 25

Landa, 2008

R.J. Landa Diagnosis of autism spectrum disorders in the first 3 years of life Nature Clinical Practice Neurology 4 3 2008 138 147

Landa and Garrett-Mayer, 2006

R.J. Landa E. Garrett-Mayer Development in infants with autism spectrum disorders: a prospective study Journal of Child Psychology and Psychiatry 47 6 2006 629 638

Landa et al., 2007

R.J. Landa K.C. Holman E. Garrett-Mayer Social and communication development in toddlers with early and later diagnosis of autism spectrum disorders Archives of General Psychiatry 64 7 2007 853 864

Le Couteur et al., 2008

A. Le Couteur G. Haden D. Hammal H. McConachie Diagnosing autism spectrum disorders in pre-school children using two standardised assessment instruments: the ADI-R and the ADOS Journal of Autism and Developmental Disorders 38 2 2008 362 372

Lord et al., 1989

C. Lord M. Rutter S. Goode J. Heemsbergen H. Jordan L. Mawhood Autism diagnostic observation schedule: a standardized observation of communicative and social behavior Journal of Autism and Developmental Disorders 19 2 1989 185 212

Lord et al., 1994

C. Lord M. Rutter A. Le Couteur Autism Diagnostic Interview-Revised: a revised version of a diagnostic interview for caregivers of individuals with possible pervasive developmental disorders Journal of Autism and Developmental Disorders 24 5 1994 659 685

Lord et al., 2000

C. Lord S. Risi L. Lambrecht E.H. Cook Jr. B.L. Leventhal P.C. Di Lavore The autism diagnostic observation schedule-generic: a standard measure of social and communication deficits associated with the spectrum of autism Journal of Autism and Developmental Disorders 30 3 2000 205 223

Lord et al., 2006

C. Lord S. Risi P.S. Di Lavore C. Shulman A. Thurm A. Pickles Autism from 2 to 9 years of age Archives of General Psychiatry 63 6 2006 694 701

Lotter, 1966

V. Lotter Epidemiology of autistic conditions in young children Social Psychiatry and Psychiatric Epidemiology 1 3 1966 124 135

Luyster et al., 2009

R. Luyster K. Gotham W. Guthrie M. Coffing R. Petrak K. Pierce The Autism Diagnostic Observation Schedule – Toddler Module: a new module of a standardized diagnostic measure for autism spectrum disorders Journal of Autism and Developmental Disorders 39 9 2009 1305 1320

Maestro et al., 2002

S. Maestro F. Muratori M.C. Cavallaro F. Pei D. Stern B. Golse Attentional skills during the first 6 months of age in autism spectrum disorder Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry 41 10 2002 1239 1245

Maestro et al., 2005

S. Maestro F. Muratori A. Cesari M.C. Cavallaro A. Paziente C. Pecini Course of autism signs in the first year of life Psychopathology 38 1 2005 26 31

Mandell et al., 2005

D.S. Mandell M.M. Novak C.D. Zubritsky Factors associated with age of diagnosis among children with autism spectrum disorders Pediatrics 116 6 2005 1480 1486

Mandell et al., 2010

D.S. Mandell K.H. Morales M. Xie L.J. Lawer A.C. Stahmer S.C. Marcus Age of diagnosis among Medicaid-enrolled children with autism, 2001–2004 Psychiatric Services 61 8 2010 822 829

Matson et al., 2012

J.L. Matson A.M. Kozlowski M.A. Hattier M. Horovitz M. Sipes DSM-IV vs DSM-5 diagnostic criteria for toddlers with autism Developmental Neurorehabilitation 15 3 2012 185 190

McPartland et al., 2012

J.C. McPartland B. Reichow F.R. Volkmar Sensitivity and Specificity of Proposed DSM-5 Diagnostic Criteria for Autism Spectrum Disorder Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry 51 4 2012 368 383

Mundy, 1995

P. Mundy Joint attention and social-emotional approach behavior in children with autism Development and Psychopathology 7 1995 63 82

Mundy and Gomes, 1998

P. Mundy A. Gomes Individual differences in joint attention skill development in the second year Infant Behavior and Development 21 3 1998 469 482

Norris and Lecavalier, 2010

M. Norris L. Lecavalier Screening accuracy of Level 2 autism spectrum disorder rating scales A review of selected instruments. Autism 14 4 2010 263 284

Noterdaeme and Hutzelmeyer-Nickels, 2010

M. Noterdaeme A. Hutzelmeyer-Nickels Early symptoms and recognition of pervasive developmental disorders in Germany Autism 14 6 2010 575 588

Osterling and Dawson, 1994

J.A. Osterling G. Dawson Early recognition of children with autism: A study of first birthday home videotapes Journal of Autism and Developmental Disorders 24 3 1994 247 257

Osterling et al., 2002

J.A. Osterling G. Dawson J.A. Munson Early recognition of 1-year-old infants with autism spectrum disorder versus mental retardation Development and Psychopathology 14 2 2002 239 251

Ozonoff et al., 2011

S. Ozonoff G.S. Young A. Carter D. Messinger N. Yirmiya L. Zwaigenbaum Recurrence Risk for Autism Spectrum Disorders: A Baby Siblings Research Consortium Study Pediatrics 128 3 2011 e488 495

Piven, 2001

J. Piven The broad autism phenotype: a complementary strategy for molecular genetic studies of autism American Journal of Medical Genetics 105 1 2001 34 35

Piven and Palmer, 1997

J. Piven P. Palmer Cognitive deficits in parents from multiple-incidence autism families Journal of Child Psychology and Psychiatry 38 8 1997 1011 1021

Piven et al., 1997

J. Piven P. Palmer R. Landa S. Santangelo D. Jacobi D. Childress Personality and language characteristics in parents from multiple-incidence autism families American Journal of Medical Genetics 74 4 1997 398 411

Robins et al., 2001

D.L. Robins D. Fein M.L. Barton J.A. Green The Modified Checklist for Autism in Toddlers: an initial study investigating the early detection of autism and pervasive developmental disorders Journal of Autism & Developmental Disorders 31 2 2001 131 144

Rutter et al., 2003

M. Rutter A. Bailey C. Lord Social Communication Questionnaire 2003 Western Psychological Services Los Angeles

Schwichtenberg et al., 2010

A.J. Schwichtenberg G.S. Young M. Sigman T. Hutman S. Ozonoff Can family affectedness inform infant sibling outcomes of autism spectrum disorders? Journal of Child Psychology and Psychiatry 51 9 2010 1021 1030

Sigman et al., 1999

M. Sigman E. Ruskin S. Arbeile R. Corona C. Dissanayake M. Espinosa Continuity and change in the social competence of children with autism, Down syndrome, and developmental delays Monographs of the Society for Research in Child Development 64 1 1999 1 114

Steffenburg et al., 1989

S. Steffenburg C. Gillberg L. Hellgren L. Andersson I.C. Gillberg G. Jakobsson A Twin Study of Autism in Denmark, Finland, Iceland, Norway and Sweden Journal of Child Psychology and Psychiatry 30 3 1989 405 416

Stone et al., 1999

W.L. Stone E.B. Lee L. Ashford J. Brissie S.L. Hepburn E.E. Coonrod Can autism be diagnosed accurately in children under 3 years? Journal of Child Psychology and Psychiatry 40 2 1999 219 226

Tomasello and Todd, 1983

M. Tomasello J. Todd Joint attention and lexical acquisition style First Language 4 12 1983 197 211

Volkmar et al., 1994

F.R. Volkmar A. Klin B. Siegel P. Szatmari C. Lord M. Campbell Field trial for autistic disorder in DSM-IV American Journal of Psychiatry 151 9 1994 1361 1367

Wetherby et al., 2004

A.M. Wetherby J. Woods L. Allen J. Cleary H. Dickinson C. Lord Early indicators of autism spectrum disorders in the second year of life Journal of Autism & Developmental Disorders 34 5 2004 473 493

Wetherby et al., 2007

A.M. Wetherby N. Watt L. Morgan S. Shumway Social communication profiles of children with autism spectrum disorders late in the second year of life Journal of Autism & Developmental Disorders 37 5 2007 960 975

Wiggins et al., 2006

L.D. Wiggins J. Baio C. Rice Examination of the time between first evaluation and first autism spectrum diagnosis in a population-based sample Journal of Developmental and Behavioral Pediatrics 27 2 Suppl 2006 S79 S87

Wing and Gould, 1979

L. Wing J. Gould Severe impairments of social interaction and associated abnormalities in children: epidemiology and classification Journal of Autism & Developmental Disorders 9 1 1979 11 29

Worley and Matson, 2012

J.A. Worley J.L. Matson Comparing symptoms of autism spectrum disorders using the current DSM-IV-TR diagnostic criteria and the proposed DSM-V diagnostic criteria Research in Autism Spectrum Disorders 6 2 2012 965 970

Zwaigenbaum, 2010

L. Zwaigenbaum Advances in the early detection of autism Current Opinion in Neurology 23 2 2010 97 102

Holen Sie sich die neue Medizinwelten-App!

Schließen