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Frühe Auffälligkeiten der Sprachentwicklung

Claudia Hachul

Die wichtigsten grundlegenden sprachlichen Fähigkeiten werden in den ersten vier Lebensjahren erworben. Dabei verläuft die Sprachentwicklung zwar nach einem bestimmten Muster, ist aber dennoch individuell sehr variabel. Insbesondere bei Kleinkindern ist SEV\t \"Siehe Sprachentwicklungsverzögerungdie Unterscheidung zwischen SprachentwicklungsverzögerungSprachentwicklungsverzögerungen (SEV), die das Kind unter Umständen selbständig wieder aufholen kann, und den ersten Symptomen einer behandlungsbedürftigen Sprachentwicklungsstörung (SES) nur schwer zu treffen. Wenn übergreifend von frühen Auffälligkeiten der Sprachentwicklung die Rede ist, handelt es sich also nicht zwangsläufig um Symptome einer umschriebenen SprachentwicklungsstörungenSprachentwicklungsstörung, sondern auch um Risikofaktoren und Prädiktoren, die deren Auftretenswahrscheinlichkeit erhöhen.

Definitionen

Bei sog. umschriebenen USES (umschriebene Sprachentwicklungsstörung)Sprachentwicklungsstörungen (USES), auch spezifische SSES (spezifische Sprachentwicklungsstörung)Sprachentwicklungsstörungen (SSES) genannt, liegt keine erkennbare Ursache für die Sprachentwicklungsstörung vor. International besteht Konsens darüber, dass die Diagnose erst nach dem dritten Geburtstag zuverlässig gestellt werden kann (Tager-Flusberg & Cooper 1999, Interdisziplinäre Leitlinie 2011).
Bei sekundären Sprachentwicklungsstörungen:sekundäreSprachentwicklungsstörungen, die z. B. aufgrund einer Hörbeeinträchtigung, einer Störung der kognitiven Entwicklung oder aufgrund einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung entstehen, sind Ursachen und mögliche Auswirkungen auf die seelische Gesundheit und die weitere Lebensqualität des betroffenen Kindes oft schon früher erkennbar.

Da bei sekundären Sprachentwicklungsstörungen vielfältige Ursachen und Auffälligkeiten mit unterschiedlicher Prognose und unterschiedlichem Förderbedarf vorliegen können, stehen diese in den folgenden Ausführungen nicht im Vordergrund.

Kinder, die im Alter von 24 Monaten weniger als 50 Wörter sprechen, werden auch in Deutschland als Late-Late-TalkerTalker bezeichnet. Ähnlich wie bei der umschriebenen Sprachentwicklungsstörung darf der geringe Umfang des produktiven Wortschatzes nicht auf eine Primärbeeinträchtigung zurückzuführen sein. Als Ursache für den verzögerten Wortschatzerwerb sind also kognitive Entwicklungsverzögerungen, Hörschäden und andere sensorische und körperliche Beeinträchtigungen, neurologische Störungen, psychosoziale und emotionale Fehlentwicklungen sowie soziale, emotionale oder multiple Deprivation und tiefgreifende Entwicklungsstörungen (Autismus, Rett-Syndrom u. a.) auszuschließen.

In der klinischen und therapeutischen Praxis gilt es im Einzelfall abzuwägen, ob über die Feststellung der Sprachauffälligkeit hinaus in den ersten drei Lebensjahren eine Intervention durchgeführt werden soll, und wenn ja, in welcher Form, also z. B. als eher punktuelle Elternberatung, als Elterntraining, als frühe Sprachförderung in der Kindertagesbetreuung oder, wenn viele Auffälligkeiten vorliegen, die mehrere sprachliche Ebenen (lexikalische, phonologische, evtl. auch die frühe grammatische Entwicklung) und beide Modalitäten (Produktion und Verstehen) betreffen, auch in Form einer frühen Sprachtherapie (vgl. Hecking & Schlesiger 2010). In diese Entscheidung müssen neben der Prognose das Förderpotenzial und Schutzfaktoren des kindlichen Umfelds immer mit einbezogen werden. Auf jeden Fall sollten frühe sprachliche Auffälligkeiten:sprachlicheAuffälligkeiten nach dem Prinzip des Watchful Watchful WaitingWaiting, also des beobachtenden Abwartens mit Kontrolluntersuchungen in bestimmten Abständen, überwacht werden.

In den folgenden Abschnitten werden Sprachauffälligkeiten für den Altersbereich der ersten drei Lebensjahre (inkl. der vorgeburtlichen Phase) beschrieben.

Risiko- und Schutzfaktoren für die Sprachentwicklung

Bestimmte Risikofaktoren können die Auftretenswahrscheinlichkeit von SprachauffälligkeitenSprachauffälligkeiten bzw. Sprachentwicklungsstörungen:RisikofaktorenSprachentwicklungsstörungen erhöhen, so wie Schutzfaktoren ebendiese verringern, ohne dass ihre Wirkung monokausal zu interpretieren ist und für den Einzelfall nicht unbedingt zutreffen muss (Laucht et al. 2000). Zum besseren Verständnis von frühen Auffälligkeiten der Sprachentwicklung sollen im Folgenden die wichtigsten Risiko- und Schutzfaktoren kurz zusammengefasst werden.

Genetische bzw. biologische Risikofaktoren

Familiäre Disposition
Bei Sprachentwicklungsstörungen:familiäre DispositionSprachentwicklungsstörungen wird oft eine familiäre Häufung gefunden. So sind ungefähr 20–40 % der Kinder aus Familien, in denen bereits eine umschriebene Sprachentwicklungsstörung aufgetreten ist, ebenfalls betroffen (Choudhury & Benasich 2003). Diese familiäre Disposition für Sprachentwicklungsstörungen gilt als einer der größten Risikofaktoren:für SprachentwicklungsstörungenRisikofaktoren (Tomblin et al. 1997b). Wie die Ausschlussdefinition der umschriebenen Sprachentwicklungsstörung nahe legt, beruht die familiäre Häufung nicht hauptsächlich auf Umweltfaktoren wie z. B. mangelnder sprachlicher Anregung. Obwohl das Sprachumfeld einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Entwicklung der Kinder hat, ist eine fehlende Sprachanregung (in den meisten Fällen) nicht die Ursache für eine Sprachentwicklungsstörung (Leonard 1998).
Im Gegensatz zu deutlich ausgeprägten und frühestens im vierten Lebensjahr diagnostizierbaren Sprachentwicklungsstörungen haben Umweltfaktoren beim späten und langsamen Wortschatzerwerb von Late-Late-Talker:WortschatzerwerbTalkern evtl. ein größeres Gewicht (Desmarais et al. 2008). Genetische Faktoren konnten in einer Zwillingsstudie bei einer großen Gruppe von Late-Talkern nicht identifiziert werden (Bishop et al. 2003). Erst bei einer umschriebenen Sprachentwicklungsstörung lässt sich ein starker genetischer Einfluss nachweisen (Bishop et al. 2003; Viding et al. 2004). Allerdings sind die Befunde widersprüchlich, da Rescorla & Schwartz (1990), Paul (1991) sowie Zubrick et al. (2007) durchaus eine familiäre Veranlagung für einen verzögerten Wortschatzerwerb bei Late-Talkern fanden. Welche Umweltfaktoren einen späten und langsamen Wortschatzerwerb:später/langsamerWortschatzerwerb bedingen, und wie sie ggf. mit genetischen Faktoren zusammenwirken, kann beim heutigen Stand der Forschung nicht spezifiziert werden (Reilly et al. 2007). Die Unterschiede zwischen einem umwelt und einem genetisch bedingten oder einem sowohl umwelt als auch genetisch bedingten späten und langsamen Wortschatzerwerb sind im Alter von zwei Jahren zurzeit nicht identifizierbar.
Mittelohrentzündungen
Häufig wiederkehrende und beidseitige Mittelohrentzündungen im Kleinkindalter können in einer Schallleitungsschwerhörigkeit resultieren, die sich nachteilig auf die kindliche Sprachentwicklung auswirkt, wenn weitere Risikofaktoren wie z. B. ein geringes mütterliches Bildungsniveau oder ein wenig förderliches Sprachumfeld hinzukommen (Roberts et al. 2004).
Zwischen der Gruppe der Late-Talker und Kindern ohne Sprachentwicklungsverzögerung finden sich laut Desmarais et al. (2008) keine Unterschiede in der Auftretenshäufigkeit von Mittelohrentzündungen. Allerdings weisen Paul et al. (1993) darauf hin, dass sich die phonologischen Fähigkeiten von Kindern mit wiederkehrenden Mittelohrentzündungen im Vergleich zu anderen Kindern langsamer entwickeln.
Weitere biologische Risikofaktoren
In einer Stichprobe von Stanton-Chapman et al. (2002), die fast 6.000 Kinder mit einer umschriebenen USES (umschriebene Sprachentwicklungsstörung):RisikofaktorenSprachentwicklungsstörung und mehr als 200.000 Kontrollkinder umfasste, zeigten sich neben dem Bildungsniveau und Familienstand der Mutter (unverheiratet) weitere biologische Risikofaktoren für Sprachentwicklungsstörungen, wie z. B. ein sehr niedriges Geburtsgewicht (< 1.500 g) und ein niedriger APGAR-Wert. Jungen sind häufiger von einer umschriebenen Sprachentwicklungsstörung betroffen als Mädchen (Tomblin et al. 1997a).
Ein niedrigerer APGAR-Wert sowie eine neonatale Intensivversorgung bei der Geburt sind mit einem unterdurchschnittlichen Wortschatz in der Mitte des zweiten Lebensjahres assoziiert (Marschik et al. 2007). Penner et al. (2006) sehen eine verlangsamte Reifung der Hörbahn im Alter von sechs Monaten als möglichen Frühindikator für Late-Talker. Genetische bzw. biologische Faktoren wirken sich offenbar auf den Erwerb der ersten Worte aus. Dass Frühgeborene ein erhöhtes Risiko für einen langsamen Wortschatzerwerb und Sprachentwicklungsstörungen haben, gilt auch für solche, die keine weiteren Auffälligkeiten zeigen (Jansson-Verkasalo et al. 2004). Mädchen erwerben ihre ersten Worte früher und bauen ihr frühkindliches Lexikon etwas schneller auf, der Vorsprung ist aber nicht sehr groß (Szagun et al. 2006). Ab einem Alter von ca. 30 Monaten sind im Wortschatzerwerb keine geschlechtsspezifischen Unterschiede mehr nachweisbar (Grimm 2000). Laut Fenson et al. (1994) erklären Geschlechtsunterschiede lediglich 1–2 % der Varianz im Wortschatzwachstum, während Geschwisterrang sowie sozioökonomischer Status einen noch geringeren Einfluss haben.

Psychosoziale Risiko- und Schutzfaktoren

Familiärer Hintergrund
An wissenschaftlichen Untersuchungen zu Sprachentwicklungsstörungen nehmen häufig Familien teil, die wenige psychosoziale Risiken aufweisen. Die Mütter stammen meist aus der Mittel- bis Oberschicht und verfügen über ein höheres Bildungsniveau als der Bevölkerungsdurchschnitt. Ein niedriges Bildungsniveau gilt ebenfalls als USES (umschriebene Sprachentwicklungsstörung):RisikofaktorenRisikofaktor für umschriebene Sprachentwicklungsstörungen. Da häufig noch andere Risikofaktoren hinzukommen, entstehen möglicherweise Risikoketten, wie sie Noterdaeme (2001: 157) beschreibt:

„So ist davon auszugehen, dass ein Kind mit einer guten Sprachentwicklung eine eher günstige Disposition zeigt, biologisch wenig belastet ist und mit einer größeren Wahrscheinlichkeit in ein sprachliches Umfeld hineinwächst, das ihm besonders günstige Voraussetzungen für den Spracherwerb bietet. Umgekehrt haben Kinder mit einer Sprachstörung häufiger eine eher ungünstige genetische Disposition, sind biologisch mehr belastet und wachsen mit größerer Wahrscheinlichkeit in einem weniger optimalen sprachlichen Umfeld auf und sind somit mehrfach belastet. Es entstehen Risikoketten.“

Die Ergebnisse zu Risikofaktoren eines verzögerten Wortschatzerwerbs im dritten Lebensjahr sind widersprüchlich. Während einige Studien keine oder nur geringe Korrelationen zwischen dem späten und langsamen Wortschatzerwerb zweijähriger Late-Talker und dem familiären sozioökonomischen Status, dem Bildungsstand der Eltern oder dem elterlichen Erziehungsverhalten fanden (Zubrick et al. 2007), kamen andere Studien zu dem Ergebnis, dass in Late-Talker-Familien häufiger Risikofaktoren wie z. B. ein geringer Bildungsstand, Armut oder eine hohe elterliche Stressbelastung vorliegen (Horwitz et al. 2003).
Eltern-Kind-Interaktion als Schutzfaktor
Desmarais et al. (2008) betonen, dass der Spracherwerb des Kindes nicht unmittelbar durch den sozioökonomischen Status bzw. das familiäre Bildungsniveau beeinflusst wird, sondern dass der Zusammenhang zwischen Bildungsniveau der Eltern und Sprachkompetenz der Kinder vielmehr vom elterlichen Sprachangebot abhängt. Eltern mit niedrigem Bildungsniveau kommunizieren weniger kindbezogen und nutzen einen weniger differenzierten Wortschatz (Hoff 2003). Auch hierbei handelt es sich um ein statistisches Ergebnis, das nicht auf den Einzelfall zutreffen muss.
Auf Kinder mit einem schwierigen Temperament oder mit frühkindlichen Regulationsstörungen (Schrei-, Fütter- oder Schlafstörungen) reagieren Eltern oft weniger intuitiv (NICHD Early Child Care Research Network 1999; Bornstein & Tamis-LeMonda 2010). Generell fällt es Bezugspersonen leichter, intuitiv zu reagieren, wenn das Kind aufmerksam und aktiv – aber nicht überaktiv – ist, wenn es seine Interaktionsbereitschaft zeigt, indem es z. B. häufig den Blickkontakt sucht, und deutliche Signale aussendet, indem es z. B. nicht nur einmal kurz nach etwas greift, sondern diese Geste wiederholt und mit langgestrecktem Arm ausführt. Bei Kindern, die viele Stunden außerhäuslich betreut werden, ist die Eltern-Kind-Eltern-Kind-InteraktionInteraktion durch eine geringere mütterliche Sensitivität und eine geringere Interaktionsbereitschaft des Kindes gekennzeichnet (NICHD Early Child Care Research Network 1999). Weitere Risikofaktoren für eine geringe wechselseitige Abstimmung zwischen Kind und Eltern sind postnatale Trennung, erschöpfte Ressourcen und kumulative Belastungen (Papoušek 2006). Postpartale Depressionen werden ebenfalls häufig als Risikofaktor für die frühe Eltern-Kind-Interaktion genannt (NICHD Early Child Care Research Network 1999; Papoušek 2006; Waylen & Stewart-Brown 2010; Field 2010, Bornstein & Tamis-LeMonda 2010). Auch elterliche Einstellungen und das soziale Netzwerk spielen eine Rolle. Eltern, die sich selbstsicher und kompetent in ihrer Elternrolle fühlen, und Eltern, die von ihren Bezugspersonen Unterstützung erhalten, gehen angemessener und weniger strafend mit ihren Kindern um (Bornstein & Tamis-LeMonda 2010). Individuelle Unterschiede in den Interaktionsstilen der Eltern sind z. T. auch durch deren eigene Kindheitserlebnisse erklärbar (Bigelow et al. 2010).
Die Stellung in der Geschwisterreihe hat – wie bereits erwähnt nur einen geringen (Kap. 6.1.1) – Einfluss auf die Sprachentwicklung, der wahrscheinlich über die Eltern-Kind-Interaktion vermittelt wird. So haben Eltern eher die Möglichkeit, sich intensiv und ohne Ablenkung mit ihren Erstgeborenen zu beschäftigen. Insgesamt zeigen Erstgeborene in den ersten 2–3 Lebensjahren ein etwas schnelleres Wortschatzwachstum und erwerben die ersten 50 Wörter im Durchschnitt einen Monat früher als jüngere Geschwister (Hoff-Ginsberg 2000). In einigen Studien waren Late-Talker häufiger Zweit- oder Drittgeborene als sprachlich normale Kinder (Grimm & Doil 2006). Dieser Vorsprung der Erstgeborenen lässt sich mit drei Jahren jedoch nicht mehr nachweisen (Grimm 2000).
Eine frühe nicht-elterliche Betreuung ab dem zweiten Lebensjahr über mindestens 20 Wochenstunden hat ebenfalls einen positiven Einfluss auf den Wortschatzerwerb, kann aber je nach Qualität der Betreuung und Anzahl der Wochenstunden auch zu Verhaltensauffälligkeiten bei den Kindern führen (Belsky 2006, Bradshaw & Wasoff 2009).

Sprachauffälligkeiten im ersten Lebensjahr

Da Kinder frühestens gegen Ende des ersten Lebensjahres ihre ersten Wörter äußern, kann man bis zu dem Zeitpunkt eigentlich noch nicht von Sprachauffälligkeiten:im 1. LebensjahrSprachauffälligkeiten sprechen. Bei Säuglingen geht es vielmehr um die Identifikation von vorsprachlichen Auffälligkeiten, die in einem Zusammenhang mit späteren Sprachentwicklungsverzögerungen oder Sprachentwicklungsstörungen stehen könnten.

Vokalisationen

Säuglinge Vokalisationenäußern sich in den ersten Lebenswochen durch Geräusche und Schreie, mit denen sie bereits unterschiedliche Zustände wie Zufriedenheit, Hunger, Suche nach Geborgenheit oder Müdigkeit ausdrücken können. Im zweiten Lebensmonat treten stimmliche Modulationen (GurrphaseGurrphase) auf, und ungefähr im vierten Lebensmonat beginnt die Phase der stimmlichen Expansion, in der das Baby Modulation, Melodik, Intensität und Klangfarbe variiert (Klann-Delius 1999). Mit ungefähr sechs Monaten setzt die kanonische Lall- oder BabbelphaseBabbelphase ein, in der das Kind Konsonanten und Vokale miteinander kombiniert, zwischen acht und elf Monaten beginnt es Lallen:reduplizierendesbeim reduplizierenden Lallen:kanonischesLallen Silbenfolgen wie dada oder gaga aneinanderzureihen, und kurz vor dem ersten Geburtstag werden als buntes Lallen Lallen:buntesbezeichnete unterschiedliche Konsonant-Vokal-Kombinationen wie gada hörbar (Klann-Delius 1999). Bereits die Schreivokalisationen und auch die Phonemkombinationen der LallphaseLallphase weisen prosodische und phonologische Ähnlichkeiten mit der Erstsprache des Kindes auf, und individuelle Vorlieben für Silben in der Lallphase lassen sich auch in der Einwortphase noch erkennen (Oller et al. 1999).
Schreianalysen
SchreianalysenSchreianalysen dienen in der Pädiatrie und Säuglingsforschung seit Jahrzehnten als probates Mittel, um Zusammenhänge zwischen spezifischen Charakteristika des Schreirepertoires eines Säuglingsschrei:AnalysenSäuglings und bereits manifesten Krankheiten zu identifizieren. In ihrem Überblick berichten LaGasse et al. (2005) z. B. über auffällige Schreimuster bei Kindern mit Down-Syndrom, Cri-du-chat-Syndrom, Meningitis, Hydrozephalus, bei Frühgeborenen oder bei pränatal durch den Drogenkonsum der Eltern geschädigten Kindern. Auch prospektive Assoziationen zwischen auffälligen Schreimustern und bis zu dem Zeitpunkt noch nicht diagnostizierten Krankheiten wie dem plötzlichen Kindstod (LaGasse et al. 2005) oder Störungen aus dem autistischen Spektrum (Esposito & Venuti 2010) konnten aufgezeigt werden.
Wermke et al. (2007) fanden in einer Studie mit 34 Kindern Korrelationen zwischen der Komplexität der Schreimelodien und dem Wortschatzumfang mit 2½ Jahren. Während in den ersten Lebenswochen einfach steigende und fallende Melodien vorherrschen, entwickeln sich in der Folge zunehmend komplexere Schreimelodien mit mehreren auf- und absteigenden Bögen innerhalb eines Schreis (Wermke 2008). Bei Säuglingen, deren Schreiphasen im zweiten Lebensmonat weniger als 45 % komplexe Melodien aufwiesen, war mit fünffach erhöhter Wahrscheinlichkeit eine Sprachentwicklungsverzögerung im dritten Lebensjahr zu erwarten. Eine mögliche Erklärung für die prädiktive Aussagekraft der Schreikomplexität sehen Wermke et al. (2007) darin, dass sich im zweiten Lebensmonat Reifungsprozesse vollziehen, die dem Kind ein willentliches Variieren der Schreimelodie erlauben, was mit der späteren Kontrolle von sprachlich relevanten Vokalisationen zusammenhängen könnte. Dies könnte auf eine genetische Komponente hindeuten, die eine wichtige Rolle im Spracherwerb spielt (Wermke 2008). In Schreianalysen, die vor oder nach dem zweiten Lebensmonat durchgeführt wurden, zeigten sich jedoch keine Assoziationen zu späteren sprachlichen Kompetenzen. Das liegt vermutlich daran, dass im ersten Lebensmonat interindividuelle postnatale Adaptationsprozesse und ab dem dritten Lebensmonat bereits erste artikulatorische Prozesse die Schreimelodie maskieren (Wermke et al. 2007).
Babbelanalysen
Einige Autoren bringen ein vermindertes kanonisches BabbelanalysenBabbeln oder ungewöhnliche Lautpräferenzen während der Babbelphase mit einem geringen Wortschatz im Alter von zwei Jahren in Zusammenhang (Stoel-Gammon 1989; Schulz 2007a, 2007b).
Kanonisches Babbeln:kanonischesBabbeln lässt sich in einem relativ engen Zeitfenster im Alter zwischen sechs und zehn Monaten zum ersten Mal beobachten. Dies gilt für normal entwickelte Kinder ohne weitere Risikofaktoren genauso wie für Frühgeborene, für Kinder aus Familien mit niedrigem sozioökonomischem Status oder für Kinder aus mehrsprachigen Familien (Oller et al. 1999).
In einer Studie mit 3.469 Kindern im Alter von 10–12 Monaten überprüften Oller et al. (1999) die prädiktive Aussagekraft eines verzögert beginnenden kanonischen Lallen:kanonischesLallens. In einem telefonischen Interview wurden die Eltern befragt, welche Laute ihr Baby von sich gibt (offene Fragestellung) und ob es Laute wie gaga oder dada äußert (geschlossene Fragestellung). Für eine Validierung der Elternaussagen wurden als „nicht-kanonisch“ eingestufte Kinder sowie einige Kontrollkinder zu einem Face-to-face-Interview mit Spontanbabbelanalyse eingeladen. Die Sensitivität des Elterninterviews betrug 0.46, d. h. ungefähr die Hälfte der späten Babbler, die auch in der direkten Analyse auffällig waren, wurde telefonisch korrekt eingeschätzt (richtig positive Einschätzung). Die Spezifität des Elterninterviews betrug 0.95, d. h. ungefähr 95 % der Kinder mit altersgerechtem Beginn des kanonischen Babbelns konnten über das Elterninterview herausgefiltert werden (richtig negative Einschätzung).
Eine zuverlässige Einschätzung des kanonischen Babbelns mittels telefonischer Elterninterviews ist aufgrund der unzureichenden Sensitivität nicht gegeben. Dies könnte laut Oller et al. (1999) u. a. an dem zeitlichen Abstand von durchschnittlich drei Wochen zwischen Telefonat und direkter Analyse gelegen haben.
In der Längsschnittanalyse zeigte sich, dass ungefähr die Hälfte der späten Babbler an schwerwiegenden Krankheiten oder Entwicklungsstörungen wie z. B. infantiler Zerebralparese oder Epilepsie litt. Als die Sprachentwicklung der späten Babbler, die keine ernsthaften medizinischen Komplikationen aufwiesen, im zweiten und dritten Lebensjahr nachuntersucht wurde, fanden sich signifikante Verzögerungen im expressiven Wortschatz, nicht aber im rezeptiven Wortschatz.

Sprachperzeption

Säuglinge besitzen erstaunliche Fähigkeiten in der prosodischen und phonologischen Verarbeitung, die sich unter bestimmten experimentellen Bedingungen beobachten lassen (Jusczyk 1997, 1999; Weissenborn 2000; Höhle 2005; Friederici 2006). Einen Überblick über die experimentellen Methoden der Säuglings-, Sprachwahrnehmungs- und frühkindlichen Spracherwerbsforschung geben Jusczyk (1997), Klann-Delius (1999) und Hennon et al. (2000).
Die Hörfähigkeit des Fötus entwickelt sich bereits in der 24. Gestationswoche (Rauh 1998). Säuglinge erinnern sich an Reime, die sie im Mutterleib gehört haben, bevorzugen die Stimme der Mutter, wenn diese kindgerichtet spricht, und können einzelne Laute und Phoneme unterscheiden (Hennon et al. 2000). Die Lautperzeption ist zunächst noch universell und unabhängig von der Muttersprache. Dies ändert sich ungefähr ab dem sechsten Lebensmonat: Nun entwickeln Säuglinge zunehmend die Fähigkeit, muttersprachliche Laute zu verarbeiten (Jusczyk 1999), und verlieren in den nächsten Monaten die Fähigkeit, nicht-muttersprachliche Phoneme zu differenzieren. Nach Jusczyk (1999) orientieren sich Säuglinge auch an prosodischen Mustern und wiederkehrenden Lautmustern, um Wortgrenzen zu segmentieren. Deutschsprachige Kinder erkennen im Alter von sechs Monaten, dass der TrochäusTrochäus im Deutschen das dominierende Betonungsmuster darstellt, was ihnen hilft, Wortgrenzen und damit Wortformen zu identifizieren (Höhle 2005; Weissenborn 2005). Mit 6–9 Monaten lässt sich ein erstes Wortverstehen für Substantive bei Säuglingen nachweisen (Bergelson & Swingley 2012).
Prosodische und phonologische Fähigkeiten
Die Zusammenhänge zwischen unzureichenden oder verzögerten LautverarbeitungsfähigkeitenLautverarbeitungsfähigkeiten und späteren Sprachentwicklungsverzögerungen wurden mehrfach untersucht. Bereits bei Neugeborenen lassen sich mittels ereigniskorrelierter Potenziale im Elektroenzephalogramm (EEG) Unterschiede in der Verarbeitung von Silben erkennen, die insbesondere mit den rezeptiven sprachlichen Fähigkeiten im Alter von 2–5 Jahren korrelieren (Guttorm et al. 2005).
Auch in der schnellen auditiven Verarbeitung von hintereinander dargebotenen Tönen mit variierenden Intervallen zeigten sich Unterschiede zwischen Säuglingen, die als Zwei- und Dreijährige über gute bzw. weniger gute Sprachkompetenzen verfügten (Benasich & Tallal 2002).
Weber et al. (2005) untersuchten die prosodischen Verarbeitungsfähigkeiten:prosodischeVerarbeitungsfähigkeiten von fünf Monate alten deutschsprachig aufwachsenden Säuglingen ebenfalls mittels ereigniskorrelierter Potenziale im EEG. Dabei stellte sich heraus, dass Kinder, die das für das Deutsche typische Betonungsmuster des Trochäus weniger gut erkannten, mit 12 und 24 Monaten auch über einen sehr geringen produktiven Wortschatz verfügten. Weber et al. (2005) sehen in der prosodischen Verarbeitungsschwäche einen frühen Marker für eine umschriebene Sprachentwicklungsstörung.
Für die Lautdifferenzierungsfähigkeit Lautdifferenzierungsfähigkeitim Säuglingsalter konnte eine prädiktive Aussagekraft im Hinblick auf das Wort- und Satzverstehen sowie den produktiven Wortschatz im Alter zwischen 13 und 24 Monaten nachgewiesen werden.
Tsao et al. (2004) untersuchten bei 28 Säuglingen im Alter von sechs Monaten die Fähigkeit, unterschiedliche Vokale zu differenzieren. Sie nutzten hierzu das sog. head turn paradigm, bei dem vorausgesetzt wird, dass Säuglinge neuen Reizen vermehrte Aufmerksamkeit schenken und sich diesen zuwenden. Säuglinge, denen die Differenzierung von Vokalen besser gelang, zeigten im zweiten Lebensjahr bessere sprachliche Leistungen. Hierauf aufbauende Studien (zusammenfassend in Kuhl 2009) untersuchten die Differenzierungsfähigkeit von Säuglingen für muttersprachliche und nicht-muttersprachliche Silben. Sowohl anhand ereigniskorrelierter Potenziale im EEG als auch anhand der Reaktionen der Säuglinge (z. B. head turn head turn paradigmparadigm) konnte nachgewiesen werden, dass bessere Differenzierungsleistungen in Bezug auf muttersprachliche Silben im Alter von ungefähr sieben Monaten mit besseren Sprachfähigkeiten im zweiten Lebensjahr einhergingen. Dies galt nicht für bessere Differenzierungsfähigkeiten bei nicht-muttersprachlichen Silben. Kinder, die diese universelle Lautdifferenzierungsfähigkeit im Säuglingsalter weniger gut zugunsten der Muttersprache unterdrücken konnten, wiesen im dritten Lebensjahr schwächere sprachliche Leistungen auf. Kuhl (2009) betrachtet diese Auffälligkeiten in der phonologischen Verarbeitungsfähigkeit im Säuglingsalter als frühe Marker für umschriebene Sprachentwicklungsstörungen, Lese-Rechtschreib-Schwäche und Autismus.

Kommunikativ-pragmatische Fähigkeiten

Neben den oben beschriebenen sprachspezifischen Kompetenzen des Säuglings im ersten Lebensjahr bilden insbesondere die kommunikativ-pragmatischen Kompetenzen eine Grundlage für den Spracherwerb. Die Entwicklung kommunikativ-pragmatischer kommunikativ-pragmatische KompetenzenKompetenzen zeigt sich in dyadischen Interaktionssituationen und muss immer zweiseitig, also mit Blick auf das Kind und von der Bezugsperson aus, beurteilt werden. In der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres erwerben Kinder wichtige kommunikativ-pragmatische Kompetenzen wie gemeinsame bzw. geteilte Aufmerksamkeit (joint joint attentionattention), auch Triangulierung genannt (Zollinger 1997), Dialogregeln (turn-turn-takingtaking) und intentionale Kommunikation (vgl. Schlesiger 2009).
Kommunikationsverhalten
Insbesondere die Fähigkeit zur gemeinsamen (geteilten) Aufmerksamkeit ist als Vorläuferfähigkeit für den Spracherwerb gut untersucht. Die Aufmerksamkeit von sechs Monate alten Säuglingen für die Blickrichtung des Gesprächspartners korreliert mit der rezeptiven und produktiven lexikalischen Entwicklung im Alter von 1;6 und 2;0 Jahren (Tomasello & Farrar 1986). Auch anhand experimenteller Methoden wie dem Habituationsparadigma konnte nachgewiesen werden, dass die visuelle Aufmerksamkeit im Säuglingsalter, hier insbesondere die visuelle Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit, mit dem späteren Wortschatzwachstum korreliert (Colombo et al. 2009).
In der Mannheimer Risikokinderstudie wurden 108 Kinder mit organischen (prä- und perinatalen Komplikationen) und psychosozialen Risikofaktoren (bei der Geburt bestehende ungünstige familiäre Lebensverhältnisse) im Alter von 10 Monaten mit den REEL-Skalen (Bzoch & League 1970) im Hinblick auf ihre vorsprachlichen und kommunikativen Fähigkeiten untersucht (Weindrich et al. 2005). Die Items wurden zum Teil direkt administriert und zum Teil über Elternbefragung beantwortet. Hier fanden sich mittlere Korrelationen (0.47 bzw. 0.63) zwischen rezeptiven bzw. expressiven Items und dem Sprachentwicklungsstand mit 24 Monaten. Die Autoren diskutieren die aus ihrer Sicht ausreichende prognostische Validität dahingehend, dass eine sprachliche Frühdiagnostik vor allem im unteren Leistungsbereich valide und somit als Früherkennung späterer Sprachauffälligkeiten geeignet sei.
Eltern-Kind-Interaktion
Zahlreiche Studien belegen, dass sich die mütterliche Feinfühligkeit für einen gemeinsamen Aufmerksamkeitsfokus mit ihrem Kind und die kontingente verbale ResponsivitätResponsivität positiv auf das Wortschatzwachstum auswirken (Hampson & Nelson 1993; Papoušek 1994; Baumwell et al. 1997; Bornstein et al. 1999; Hoff-Ginsberg 2000; Tamis-LeMonda et al. 2001; Tamis-LeMonda & Bornstein 2002; Masur et al. 2005).

Responsivität wird als die prompte, inhaltlich kontingente und verhältnismäßig passende Reaktion der Bezugsperson auf ein Signal, also eine Verhaltensänderung wie z. B. Blickrichtungs-, Körperpositionsänderung oder Vokalisationen des Säuglings definiert (Bornstein & Tamis-LeMonda 1989; Bornstein et al. 2008).

Als prompt werden Reaktionen gewertet, die innerhalb eines bestimmten Zeitintervalls auf das kindliche Signal folgen. Nach Keller et al. (1999) kann ein Säugling bei einem Abstand von ca. 500–800 Millisekunden eine Kontingenz, d. h. inhaltliche Zusammengehörigkeit erkennen. Inhaltlich kontingent und verhältnismäßig passend ist eine Reaktion dann, wenn sie für das Kind potenziell wahrnehmbar ist, z. B. auditiv, visuell oder haptisch. Die responsive Reaktion ist also immer kindgerichtet. Das Ausmaß der Responsivität, das Eltern ihrem Kind gegenüber zeigen, kann einen Unterschied von bis zu fünf Monaten im Erreichen des Lexikonumfangs von 50 Wörtern bei einem einjährigen Kind bewirken (Tamis-LeMonda et al. 2001; Hoff 2006). Bornstein et al. (2008) stellen zudem die Multidimensionalität und Spezifität der mütterlichen Responsivität heraus und betonen, dass z. B. responsive Reaktionen auf kindliche Lautäußerungen eher die Sprachentwicklung:ResponsivitätSprachentwicklung und responsive Reaktionen auf Spielhandlungen eher die Spielentwicklung fördern.

Sprachauffälligkeiten im zweiten Lebensjahr

Zu Beginn des zweiten Lebensjahres Sprachauffälligkeiten:im 2. Lebensjahrsprechen Kinder keine oder nur wenige erste Wörter, dies ist die sog. EinwortphaseEinwortphase. Bates et al. (1995) vermuten, dass der Einstieg in den referenziellen bzw. symbolischen Wortgebrauch:referenzieller/symbolischerWortgebrauch um den ersten Geburtstag herum durch einen Engpass („bottleneck“) gekennzeichnet ist, der sich nicht rascher überwinden lässt. Nach dem ersten Geburtstag wächst der Wortschatz individuell sehr unterschiedlich schnell oder langsam (Fenson et al. 1994; Bates et al. 1995). Tendenziell ist die VariabilitätVariabilität der Sprachentwicklung zwischen 1;9 und 2;3 Jahren am größten, danach gleicht sich das individuelle Erwerbstempo wieder an (Szagun et al. 2006).
Häufig wird die individuelle Variabilität des frühkindlichen Spracherwerb:analytischer StilSpracherwerbs auch mit unterschiedlichen Spracherwerbsstilen in Verbindung gebracht (Shore 1995). Während einige Kinder eher einen analytischen Stil bevorzugen, also in der Einwortphase überwiegend Nomen äußern und ein schnelles Wortschatzwachstum mit verständlicher Artikulation zeigen, nutzen andere Kinder eher einen holistischen Stil Spracherwerb:holistischer Stilmit einem geringeren Nomenanteil unter den ersten 50 Wörtern und zeigen im Vergleich zu Kindern mit analytischem Stil ein langsameres Wortschatzwachstum mit intonationsorientierter, inkonsequenter und wenig verständlicher Artikulation (Bates et al. 1994, 1995). Dass der eher holistische Stil einen schlechteren Zugang zum Spracherwerb darstellt, konnten Bates et al. (1994, 1995) nicht bestätigen. Obwohl Kinder mit eher holistischem Spracherwerbsstil eine langsamere lexikalische Entwicklung durchlaufen, verfügen sie letztendlich über die gleiche Sprachkompetenz wie Kinder mit einem eher analytischen Spracherwerbsstil.
Thal et al. (1997) weisen darauf hin, dass sich nicht bei jedem einjährigen Kind mit einer verzögerten Entwicklung auch eine Sprachentwicklungsverzögerung ausbildet, dass sich aber bei Late-Talker-Kindern bereits ein halbes Jahr vor ihrem zweiten Geburtstag ein langsamerer Aufbau der sprachproduktiven, sprachrezeptiven und symbolischen Fähigkeiten zeigen kann. Insgesamt erschwert die hohe Variabilität der Sprachentwicklung insbesondere im zweiten Lebensjahr die Unterscheidung zwischen Sprachauffälligkeiten und langsamen Entwicklungsverläufen im Normbereich.

Wortschatz

Ellis & Thal (2008) beschreiben die Ergebnisse einer Subgruppenanalyse bei Kindern, die im Alter von 1;4 Jahren anhand des amerikanischen Elternfragebogens CDI (Fenson et al. 1993, 2007) entweder als isoliert expressiv Sprachentwicklungsverzögerung:isoliert expressivesprachentwicklungsverzögert (late producers) oder als rezeptiv-expressiv sprachentwicklungsverzögert (late comprehenders) klassifiziert wurden. Sprachtherapeutinnen diagnostizierten bei 3,7 % der isoliert expressiv und bei 8,6 % der rezeptiv-expressiv Sprachentwicklungsverzögerung:rezeptiv-expressivesprachentwicklungsverzögerten Kinder im Alter von sechs Jahren umschriebene Sprachentwicklungsstörungen (Ellis & Thal 2008).
Allerdings deuten einige Ergebnisse darauf hin, dass frühe Sprachverständnisfähigkeiten durch eine Elternbefragung nicht reliabel und valide ermittelt werden können (Doil 2002). Auch rezeptive Wortschatztests mit „klassischen“ Bildauswahlverfahren lassen sich bei einjährigen Kindern nur schwer durchführen, da sie die notwendige Aufmerksamkeit, Kooperationsbereitschaft und Motivation noch nicht aufbringen (Hachul & Schönauer-Schneider 2012). In einigen Sprachentwicklungsstudien wird deshalb das BlickpräferenzparadigmaBlickpräferenzparadigma zur Erhebung sprachrezeptiver Maße eingesetzt.
In einem Experiment mit dem Blickpräferenzparadigma (Höhle et al. 2006) zeigte sich, dass sprachentwicklungsverzögerte zweijährige Kinder mit 19 Monaten bereits Wörter und Nichtwörter, die sich in nur einem Phonem unterscheiden, weniger gut den Bildern der passenden Referenten zuordnen konnten als Kinder, die im Alter von zwei Jahren sprachunauffällig sind. Höhle et al. (2006) vermuten daher, dass Late-Talker entweder instabilere phonologische Repräsentationen aufbauen oder dass bei ihnen ein generelles Informationsverarbeitungsdefizit vorliegt. In einem ähnlich aufgebauten Experiment verglichen Fernald & Marchman (2012) die Wortverständnisleistungen von Kindern mit und ohne Sprachentwicklungsverzögerung im Alter von 18 Monaten. Kinder mit besseren rezeptiven Kompetenzen holten den Rückstand zu sprachunauffälligen Kindern eher auf als sprachentwicklungsverzögerte Kinder, die Defizite im Wortverstehen aufwiesen.

Kommunikativ-pragmatische Fähigkeiten

Nach Nelson (1973, zit. in Szagun 2006: 189) hemmt ein direktiver Interaktionsstil, der das Verhalten durch Instruktionen und Aufforderungen lenkt, den Wortschatzaufbau bei Kleinkindern. Dass genau wie im Säuglingsalter auch in der Einwortphase durch die mütterliche Feinfühligkeit, z. B. für die kindlichen Interessen und den kindlichen Aufmerksamkeitsfokus, sowie die mütterliche kontingente verbale ResponsivitätResponsivität, die sich z. B. durch fokussiertes Benennen von Gegenständen, Handlungen, Ereignissen oder Eigenschaften in Situationen der gemeinsamen/geteilten Aufmerksamkeit zeigt, der kindliche Wortschatzerwerb positiv unterstützt wird, berichten übereinstimmend zahlreiche Studien (Hampson & Nelson 1993; Papoušek 1994; Baumwell et al. 1997; Bornstein et al. 1999; Hoff-Ginsberg 2000; Hollich et al. 2000; Hirsh-Pasek et al. 2000, 2004; Tamis-LeMonda et al. 2001; Tamis-LeMonda & Bornstein 2002; Masur et al. 2005).

Symbolische Fähigkeiten

Retrospektiv stellten Lyytinen et al. (2001) fest, dass sprachentwicklungsverzögerte Kinder mit 14 Monaten weniger ausgeprägte symbolische Fähigkeiten zeigen als sprachunauffällige Kinder. Ellis Weismer et al. (1994) beobachteten bei vier Late-Talkern im Alter von 13 Monaten vergleichbare kognitive, symbolische und sprachrezeptive Fähigkeiten wie bei altersparallelisierten sprachunauffälligen Kindern. In der Längsschnittanalyse zeigte sich jedoch, dass die Late-Talker ungefähr ab der Mitte des zweiten Lebensjahres in ihren kognitiven, symbolischen und sprachrezeptiven Fähigkeiten deutlich langsamere Fortschritte machten als die Kontrollkinder. Allerdings waren diese Entwicklungsbereiche – anders als die sprachproduktiven Leistungen – zu fast jedem Zeitpunkt knapp altersgerecht (Ellis Weismer et al. 1994).

Sprachauffälligkeiten im dritten Lebensjahr

Im Durchschnitt Sprachauffälligkeiten:im 3. Lebensjahrmit 18 und spätestens mit 26 Monaten produzieren Kinder bei unauffälligem Spracherwerb ihre ersten flexiblen ZweiwortäußerungenZweiwortäußerungen (Bates et al. 1995). Szagun (2006) fand für das Deutsche bestätigt, dass mehr als 75 % der Kinder mit 24 Monaten Zwei- oder MehrwortäußerungenMehrwortäußerungen produzieren. Die Phase zwischen 18 und 24 Monaten ist eine Zeit mit vielen Umbrüchen, das Baby wird zum Kleinkind mit zunehmend zielorientierten Handlungen, bei deren Störung es häufig mit Trotzanfällen reagiert (Rauh 1998). Auch sprachlich durchlaufen Kinder in dieser Phase nicht nur einen, sondern zeitgleich mehrere Umbrüche. Der Wortschatz wächst so rasch, bei einigen Kindern explosionsartig, dass man von einer Wortschatzexplosion oder einem WortschatzspurtWortschatzspurt spricht. Die interne Struktur des Lexikons wird differenzierter (Rothweiler & Kauschke 2007). Mit ersten Zweiwortäußerungen beginnt der Erwerb des syntaktischen Prinzips (Clahsen 1986) und parallel dazu auch der Erwerb des phonologischen Systems (Hacker 1999). Das Kind macht in dieser Phase also wesentliche Fortschritte in den Bereichen Lexikon, Semantik, Syntax und Phonologie und orientiert sich vermehrt auch an sprachlichen Hinweisreizen für das weitere Wortlernen (nicht mehr nur an nicht-sprachlichen Hinweisreizen wie z. B. der Blickrichtung).
Kinder, die im Alter von 24 Monaten weniger als 50 Wörter sprechen, werden wie eingangs erwähnt, auch in Deutschland als Late-Talker bezeichnet, wenn keine weiteren Primärbeeinträchtigungen oder erkennbare Ursachen für die Sprachentwicklungsverzögerung vorliegen. Die Identifikation dieser 50-Wort-Grenze erfolgt in der Regel anhand von Elternfragebögen. Ein anderer Zugang zur Identifikation des späten WortschatzerwerbWortschatzerwerbs ist die 10. Perzentile im Wortschatzumfang im Vergleich zur Altersgruppe. In den Studien, die sich zur Definition eines geringen Wortschatzes an der 10. Perzentile orientierten, lag die Altersspanne der untersuchten Late-Talker bei 18–30 Monaten (Heilmann et al. 2005). In diesen Studien variierte der produktive Wortschatzumfang der Kinder in Abhängigkeit vom Alter und Geschlecht. Es wird deutlich, dass der „Meilenstein der 50 Wörter“ lediglich eine grobe Orientierungshilfe für das Alter von 24 Monaten bieten kann.
Eine Sprachentwicklungsverzögerung:WortschatzumfangSprachentwicklungsverzögerung äußert sich im dritten Lebensjahr, neben möglichen Auffälligkeiten auf weiteren sprachlichen und nicht-sprachlichen Ebenen, immer auch durch einen geringen Umfang des expressiven Wortschatzes. Jedoch ist ein geringer produktiver Wortschatzumfang nicht nur charakteristisch für Late-Talker. Auch Kinder mit bis dahin unerkannten Entwicklungsstörungen weisen Verzögerungen im Wortschatzerwerb auf. Eine solche Differenzialdiagnose lässt sich im Kleinkindalter jedoch oftmals schwer stellen. Einige Studien, auch aus Deutschland, deuten darauf hin, dass sich hinter einem geringen Wortschatz mit zwei Jahren auch kognitive und/oder motorische Entwicklungsverzögerungen oder tiefgreifende Entwicklungsstörungen verbergen können, die erst nach einer fundierten Differenzialdiagnostik oder mit zunehmendem Alter der Kinder erkennbar sind (Girolametto et al. 2001; Grimm & Doil 2006; Miniscalco et al. 2006; Buschmann et al. 2008; Schlesiger 2009). In den deutschen Studien wiesen 13–22 % der Zweijährigen mit geringem Wortschatz allgemeine oder tiefgreifende Entwicklungsstörungen auf (Buschmann et al. 2008; Schlesiger 2009). Diese Kinder benötigen auf jeden Fall eine weitere medizinische, therapeutische und pädagogische Betreuung.
Die Weiterentwicklung von Late-Talkern verläuft unterschiedlich. Ein Teil der Kinder (sog. late late bloomerbloomer) zeigt im Alter von drei Jahren einen unauffälligen Spracherwerb. Ob es sich um ein tatsächliches Aufholen handelt oder nur um ein scheinbares Aufholen (illusionary recovery), sodass bei späteren sprachlichen Anforderungen wie Schrift- oder Fremdspracherwerb wieder Defizite zutage treten, ist unklar. Die anderen ehemaligen Late-Talker entwickeln mit drei Jahren eine umschriebene Sprachentwicklungsstörung oder Sprachauffälligkeiten.
Im Folgenden werden sprachproduktive sowie weitere sprachliche und nicht-sprachliche Fähigkeiten der Late-Talker beschrieben.

Wortschatz

Late-Late-Talker:WortschatzTalker erwerben Wörter in einer ähnlichen Reihenfolge wie sprachunauffällige Kinder, nur eben Monate oder Jahre später (Rescorla et al. 2001; Rescorla 2005; Kauschke 2008). Wenige Studien gehen von qualitativen Unterschieden in der Lexikonkomposition bei Late-Talkern aus (Schulz 2007a, 2007b).
Bezüglich der sprachrezeptiven Fähigkeiten von Late-Talkern sprachrezeptive Fähigkeitenliegen nur wenige Daten vor. Laut Desmarais et al. (2008) beziehen sich diese Aussagen auf ungefähr 10 % der bislang in der Literatur beschriebenen Fälle. In ihrem systematischen Review nennen Desmarais et al. (2008) fünf Studien, die die sprachrezeptive Ebene rund um den zweiten Geburtstag der Late-Talker Late-Talker:sprachrezeptive Fähigkeitenmitberücksichtigen, nämlich Paul (1991), Thal et al. (1991), Carson et al. (1998); Rescorla & Alley (2001) sowie Irwin et al. (2002). Auch die Längsschnittstudien von Rescorla et al. (1997), Rescorla (2005), Miniscalco et al. (2005), Chilosi et al. (2006), Ellis Weismer (2007) und die deutschsprachigen Studien von Sachse (2007), Buschmann et al. (2008) und Kauschke (2008) beschreiben sprachrezeptive Fähigkeiten von Late-Talkern im Vergleich zur Altersnorm. Insgesamt zeigt die Gruppe der Late-Talker im Durchschnitt signifikant schlechtere Werte in Aufgaben zum Wort- und/oder Satzverstehen als altersparallelisierte Kinder.
Bereits Zollinger (1987) und auch die ersten Late-Talker-Studien (Fischel et al. 1989; Whitehurst & Fischel 1994) wiesen darauf hin, dass der Unterschied zwischen Late-Talkern mit und ohne zusätzliche rezeptive Auffälligkeiten von großer Bedeutung sei. Auch Desmarais et al. (2008) betonen in ihrem systematischen Review die Notwendigkeit von Subgruppenanalysen. Whitehurst & Fischel (1994: 631) warnen sogar davor, die Gruppe der Late-Talker mit und ohne zusätzliche rezeptive Auffälligkeiten zu vermischen: „Longitudinal outcome studies that do not make distinctions between specific and secondary delay, and do not further divide specific language delay into expressive vs. receptive-expressive variants, obscure prognostic accuracy and an understanding of underlying processes.“
Bishop et al. (2003) vermuten, dass sich Late-Bloomer, die aufgrund von Umweltfaktoren eine langsame Sprachentwicklung zeigen, und Late-Talker bzw. spezifisch sprachentwicklungsgestörte Kinder, deren Störung erblich bedingt ist, phänotypisch unterscheiden. Diese Unterschiede, z. B. Defizite im Sprachverstehen oder in der Artikulation, werden bei Erhebungen mittels Elternfragebögen weniger gut abgebildet: „This suggests that there may be phenotypic differences, not captured by our parental report measures, which lead parents to seek help, and which distinguish heritable from nonheritable language problems. These may include difficulties with language comprehension and with speech production“ (Bishop et al. 2003: 573).
Die Gruppenstudien mit jeweils mehr als zehn Late-Talkern von Paul (1991), Miniscalco et al. (2005), Chilosi et al. (2006), Ellis Weismer (2007), Sachse (2007), Buschmann et al. (2008) und Schlesiger (2009) lassen eine erste Einschätzung des Anteils an Late-Talkern mit zusätzlichen rezeptiven Auffälligkeiten, die mit mindestens einer Standardabweichung unter der Altersnorm in einem Untertest oder einer Verzögerung von mindestens sechs Monaten als klinisch relevant einzustufen sind, an der Gesamtgruppe der Late-Talker zu. Die Angaben variieren in diesen Publikationen zwischen 11 % und 60 %. Im Durchschnitt ist ca. ein Drittel der Late-Talker zusätzlich von sprachrezeptiven Defiziten betroffen.
Die Unterscheidung, ob die rezeptiven Auffälligkeiten:rezeptiveAuffälligkeiten:klinisch relevanteAuffälligkeiten von Late-Talkern klinisch relevant sind, also mindestens eine Standardabweichung unter der Altersnorm liegen, trägt viel zur Prädiktion und auch zur Prognose im Einzelfall bei. Sachse (2007) kommt zu dem Schluss, dass der Untertest zum rezeptiven Lexikon aus dem Sprachentwicklungstest für Zweijährige (Grimm 2000) neben dem Schulabschluss der Mutter der wichtigste Prädiktor der Sprachentwicklung bei Late-Talkern ist, wenn die Kinder herausgefiltert werden, die hier einen klinisch relevanten Wert von mindestens einer Standardabweichung unter der Altersnorm erzielen. Late-Talker mit zusätzlichen Defiziten im Wortverstehen sind wesentlich stärker gefährdet, eine umschriebene Sprachentwicklungsstörung auszubilden.

Fast-mapping und weitere Sprachlernmechanismen

Ellis Weismer & Evans (2002) und Ellis Weismer (2007) verglichen Fast-mapping-Fast-mapping-ProzesseProzesse bei Late-Talkern und sprachunauffälligen Kindern. Late-Talker zeigen hier weniger gute Fähigkeiten, und zwar in der Produktion neu erlernter Wörter, nicht aber im Verstehen unbekannter Wörter. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Wortlernprozesse bei Late-Talkern zumindest verlangsamt und evtl. auch anders ablaufen als bei sprachunauffälligen Kindern.
Bezüglich weiterer Spracherwerbsmechanismen, wie z. B. lexikalischem und syntaktischem Bootstrapping, zeigten sich bei Late-Talkern ebenfalls abweichende Muster (Ellis Weismer 2007; Jones Moyle et al. 2007; Schlesiger 2013). Die schwächeren Korrelationen zwischen dem produktiven Lexikonumfang und der mittleren Äußerungslänge, die sich bei Late-Talkern fanden, deuten nach Ellis Weismer (2007) auf einen späteren Einstieg in die produktive Grammatik – trotz ausreichend großer lexikalischer Masse, also ausreichend großem expressivem Wortschatz – hin. Zwar lassen sich auch bei Late-Talkern lexikalische und syntaktische Bootstrapping-Mechanismen nachweisen, jedoch erst in späteren Entwicklungsphasen (Schlesiger 2013) und mit tendenziell weniger effektivem syntaktischem Bootstrapping (Jones Moyle et al. 2007).

Grammatik

Eine genaue Beschreibung früher expressiver grammatischer Fähigkeiten findet sich für die Gruppe der Late-Late-Talker:grammatische FähigkeitenTalker kaum. Dies liegt wahrscheinlich auch daran, dass in manchen Studien zusätzlich zum geringen Wortschatzumfang als weiteres Einschlusskriterium das Fehlen von Wortkombinationen vorliegen muss. Im Laufe des dritten Lebensjahres ist bei vielen Late-Talkern ein typisches Muster zu beobachten: Der Rückstand in den lexikalischen Fähigkeiten verkleinert sich, während Defizite auf der grammatischen Ebene sichtbar werden (Schlesiger 2009). Der Anteil an Late-Talkern, die grammatische Auffälligkeiten:grammatischeAuffälligkeiten zeigen, variiert dabei in Abhängigkeit von den diagnostischen Kriterien. Beispielsweise verfügen mehr Kinder über eine angemessene mittlere Äußerungslänge als über die Fähigkeit zum flexiblen Gebrauch morphologischer und syntaktischer Regeln (Paul 1991, 1993; Rescorla et al. (1997). Kauschke (2013) weist darauf hin, dass auch Late-Talker erst über einen ausreichend großen Wortschatzumfang und eine altersgerechte Lexikonkomposition einschließlich Verben und Funktionswörtern verfügen müssen, bevor der Einstieg in die Mehrwortphase beginnen kann.
Bis ins Vorschul- und Schulalter hinein lassen sich bei früheren Late-Talkern häufig grammatische Auffälligkeiten sowie verminderte Erzählfähigkeiten erkennen (Paul & Alforde 1993; Paul & Smith 1993; Manhardt & Rescorla 2002; Rescorla & Roberts 2002; Rescorla 2005).
Auch bezüglich des Satzverstehens liegen für Late-Talker nur wenige Daten vor. Zum Teil ist nicht klar, ob bei rezeptiven Defiziten das Wort- und/oder das Satzverstehen gemeint ist. Nach Kauschke (2013) zeigen viele deutschsprachige Late-Talker im dritten Lebensjahr deutliche Defizite im Satzverstehen.

Phonologische Fähigkeiten

Studien zu den phonetischen und phonologischen Fähigkeiten von Late-Talkern fanden deutliche Entwicklungsverzögerungen in diesem Bereich. So verfügen Late-Late-Talker:phonologische FähigkeitenTalker über ein geringeres Konsonanten- und Vokalinventar, produzieren weniger komplexe Silben, die häufig nur aus einem Vokal oder einem Konsonanten und einem Vokal bestehen, artikulieren weniger verständlich und sind weniger sprechfreudig (Stoel-Gammon 1989; Scarborough & Dobrich 1990; Paul & Jennings 1992; Rescorla & Ratner 1996; Mirak & Rescorla 1998; Pharr et al. 2000; Carson et al. 2003; Williams & Elbert 2003; Fasolo et al. 2008; Kauschke 2008). Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang auch die detaillierte phonologische Analyse von deutschsprachigen Late-Talkern (Drüge 2008): In einer Stichprobe von 42 Late-Talkern waren im Laufe des dritten Lebensjahres bei knapp 50 % nicht nur Verzögerungen im Erwerb des phonologischen Systems erkennbar, sondern pathologische phonologische phonologische Prozesse:pathologischeProzesse. Drüge (2008) weist zudem darauf hin, dass sich die Late-Talker in der Produktion von Wörtern, die den für das Deutsche typischen Schwa-Laut enthalten, deutlich unterschieden. Einige Late-Talker zeigten einen sehr hohen Schwa-Anteil von über 40 %, während andere deutlich unter dem von Penner et al. (2006a; b) ermittelten „Risikowert“ lagen. Auffällig war auch, dass die Late-Talker mit geringem Schwa-Anteil zusätzlich in anderen phonetischen und phonologischen Fähigkeiten deutliche Defizite aufwiesen (Drüge 2008).
Wie Geissmann et al. (2013) berichten, lag bei 25 % der Late-Bloomer und 75 % der ehemaligen Late-Talker, die mit drei Jahren als sprachlich auffällig oder sprachentwicklungsgestört klassifiziert wurden, eine phonetisch-phonologische Aussprachestörung vor. In der Züricher Late-Talker-Studie stellte sich heraus, dass Late-Talker, die mit 30 Monaten über ein Lautinventar von weniger als 16 Konsonanten verfügen, ein höheres Risiko für eine Sprachentwicklungsstörung haben. Mirak & Rescorla (1998) fanden keine Zusammenhänge zwischen dem phonetischen Inventar von Late-Talkern im Alter von 2;1 Jahren und deren grammatischen Fähigkeiten (mittlere Äußerungslänge und andere Bereiche) mit 3;0 Jahren. Nach Whitehurst et al. (1991) dagegen ist der Anteil an konsonantischen Lalläußerungen bei Late-Talkern im Alter von 2;3 Jahren mit dem expressiven Sprachentwicklungsstand fünf Monate später korreliert.
Zu den LautdifferenzierungsfähigkeitLautdifferenzierungsfähigkeiten von Late-Talkern liegen in der Literatur kaum empirische Befunde vor. Tendenziell ist dieser Bereich bei einem geringen Wortschatz auch schwer überprüfbar. Im Umgang zeigt sich jedoch manchmal, dass Late-Talker-Kinder Schwierigkeiten mit der Differenzierung ähnlich klingender Wörter wie z. B. „Hund“, „Huhn“ und „Kuh“ haben.

Kommunikativ-pragmatische Fähigkeiten

Im dritten Lebensjahr unterscheiden sich nicht nur die sprachlichen, sondern auch einige nicht-sprachliche Fähigkeiten der Late-Talker von denen sprachunauffälliger Kinder.
Kommunikationsverhalten
Generell gilt, dass viele Late-Talker Auffälligkeiten im Kommunikationsverhalten zeigen (Paul et al. 1991; Horwitz et al. 2003; Zubrick et al. 2007). Sie ergreifen seltener die Initiative zur Kommunikation (Paul 1991; Bonifacio et al. 2007) und ziehen sich aus Kommunikationssituationen eher zurück als Zweijährige mit durchschnittlichem Wortschatz (Carson et al. 1998; Irwin et al. 2002; Bonifacio et al. 2007; Rescorla et al. 2007). Rescorla & Merrin (1998) fanden bei Late-Talkern eine geringer ausgeprägte Fähigkeit zur gemeinsamen (geteilten) Aufmerksamkeit.
Soziale Fähigkeiten
Bei Late-Late-Talker:soziale FähigkeitenTalkern wird im Vergleich zu anderen Zweijährigen über verminderte soziale Fähigkeiten berichtet (zusammenfassend Desmarais et al. 2008). Einige Studien untersuchten den Zusammenhang zwischen internalisierenden und externalisierenden Verhaltensproblemen bei Late-Talkern. Rescorla & Alley (2001) fanden keine Unterschiede im Verhalten und den sozialen Fähigkeiten von Late-Talkern und sprachunauffälligen Kindern. Carson et al. (1998) und Irwin et al. (2002) beschrieben einen erhöhten Anteil an internalisierendem, nicht aber an externalisierendem Verhalten. Im Gegensatz dazu konnten Horwitz et al. (2003) bei Late-Talkern bis 2;5 Jahren keine Unterschiede im Vergleich zur Altersgruppe beobachten, während bei Late-Talkern ab 2;6 Jahren deutlich mehr externalisierende Verhaltensprobleme wie z. B. Destruktivität oder Aggressivität zutage traten. Ob sich bei der Gruppe der Late-Talker auch verstärkt soziale Auffälligkeiten oder Verhaltensprobleme zeigen, bleibt somit unklar. In der Studie von Sachse (2007) trug neben der Fähigkeit im Wortverstehen sowie der Schulbildung der Mutter auch das Vorliegen von externalisierenden Verhaltensproblemen bei Late-Talkern zu einem höheren Risiko für eine umschriebene Sprachentwicklungsstörung bei.
Eltern-Kind-Interaktion
In Studien zur Interaktion von Late-Talker-Kindern und ihren Müttern fanden sich nur wenige Unterschiede zur Mutter-Kind-Interaktion mit sprachlich normal entwickelten Kindern. In ihrem systematischen Review kommen Desmarais et al. (2008) zu dem Schluss, dass sich das Sprachangebot von Eltern mit Late-Talkern im Vergleich zu dem von Eltern mit sprachlich durchschnittlich entwickelten Kindern nicht unterscheidet. In einigen Fällen fiel jedoch auf, dass Eltern gegenüber ihren Late-Talker-Kindern etwas zu lange Äußerungen machten (Paul & Elwood 1991) und dass sie weniger häufig auf sprachliche Initiierungen seitens ihrer Kinder reagierten (Vigil et al. 2005). Auch in anderen Studien nutzten die Mütter von Late-Talkern weniger Expansionen und Extensionen als Mütter von sprachunauffälligen altersparallelisierten Kindern (Whitehurst et al. 1988; Paul & Elwood 1991; Rescorla & Fechnay 1996). Dieses Kommunikationsverhalten der Eltern lässt sich auch als nachvollziehbare Konsequenz der Kommunikation mit einem Late-Talker beschreiben.
  • Zum einen besteht die Möglichkeit, dass sich die Eltern mit ihrer mittleren Äußerungslänge eher an das wesentlich höhere Sprachverständnisniveau ihrer Kinder anpassen wollen.

  • Zum anderen sind viele Kommunikationsversuche von Late-Talkern schwer verständlich, sodass ihre Bezugspersonen eher überlegend abwartend reagieren. Solange die Bezugspersonen nicht wissen, was das Kind meint, können sie nicht auf die Intention des Kindes eingehen, die Äußerung des Kindes nicht sprachlich erweitern und kein korrektives Feedback geben.

Auch Rescorla & Ratner (1996) sowie Pharr et al. (2000) wiesen auf das Problem der Verständlichkeit bei Late-Talkern und die dadurch erschwerte Kommunikation sowie die reduzierten Wortlernmöglichkeiten hin. Whitehurst et al. (1988) betonen, dass sich die Eltern der Late-Talker ähnlich wie bei spezifisch sprachentwicklungsgestörten Kindern an die reduzierten kindlichen Sprachfähigkeiten anpassen. So können die Mütter von Late-Talkern aufgrund der geringeren sprachlichen Reaktionen ihrer Kinder zwangsläufig weniger sprachförderliche Strategien anwenden, wie Paul & Elwood (1991: 982) erklären: „The proportion of expansions and extensions relative to the number of child utterances is not different, indicating that when late talkers give their mothers something to expand, the mothers do so, but that the late talkers do not give their mothers as much speech to work with as the normal toddlers.“
Interessant ist auch die einzig auffindbare Studie zur Bedeutung der Prosodie in der Eltern-Kind-Interaktion mit Late-Talkern. Die Mütter von italienischen Late-Talkern zeigten im Gespräch mit ihnen eine signifikant weniger ausgeprägte Prosodie als die Mütter von sprachlich unauffälligen italienischen Kindern in diesem Alter (D'Odorico & Jacob 2006).

Konzeptuelle und symbolische Fähigkeiten

Late-Talker haben größere Schwierigkeiten, eher abstrakt und wenig realistisch aussehende Spielzeuge zu erkennen als sprach- und altersparallelisierte Kinder (Jones & Smith 2005). In Freispielsituationen nutzen Late-Talker häufiger deiktische statt symbolische Gesten:symbolischeGesten:deiktischeGesten und generell mehr Gesten als sprachunauffällige Kinder (Kauschke 2008). Bei Imitationsaufgaben (symbolische Gesten, Gestensequenzen) sowie bei evozierten und spontanen symbolischen Gesten zeigen Late-Talker ähnliche oder leicht bessere Fähigkeiten als sprachparallelisierte Kinder, aber weniger gut ausgeprägte Symbolisierungsfähigkeiten als sprachlich unauffällige Zweijährige (Thal & Bates 1988; Thal et al. 1991). Bei Late-Talkern mit isoliert expressiven Wortschatzeinschränkungen fanden sich im Vergleich zu altersparallelisierten Kindern keine Unterschiede bei einfachen symbolischen Handlungen (Thal & Tobias 1994). Diese Late-Talker hatten aber Probleme mit elaborierteren Symbolisierungsfähigkeiten, wie dezentriertes und sequenzielles Symbolspiel oder aktives Ersetzen eines Gegenstandes (Rescorla & Goossens 1992). „These results provide support for the hypothesis that late talkers are not lacking in the ability to represent objects and events symbolically. Instead, they appear to have difficulty using their symbolic capacity spontaneously and flexibly, and in situations that require more abstract applications of that symbolic ability“ – lautet das Fazit von Thal & Tobias (1994: 167).

Zusammenfassung und Ausblick

Es muss nochmals betont werden, dass Sprachauffälligkeiten in den ersten drei Lebensjahren nicht mit der Diagnose von Sprachentwicklungsstörungen gleichgesetzt werden dürfen. In den ersten beiden Lebensjahren können sich SprachauffälligkeitenSprachauffälligkeiten auf unterschiedlichen Ebenen zeigen. Neben unreifen oder abweichenden Schrei- und Babbelmustern lassen sich bei Kindern mit Sprachauffälligkeiten z. B. ebenso Verzögerungen in der kommunikativ-pragmatischen oder symbolischen Entwicklung beobachten. Es fehlen jedoch größer angelegte Längsschnittstudien, und sichere Aussagen zur individuellen sprachlichen Prognose sind in den ersten beiden Lebensjahren bis dato nicht möglich. Eine Früherkennung von Sprachentwicklungsstörungen ist frühestens im Alter von zwei Jahren reliabel und valide durchführbar. Hier gilt insbesondere der expressive Wortschatzumfang als stabiler Prädiktor für die weitere sprachliche Entwicklung.
Late-Talker, die mit zwei Jahren über einen unterdurchschnittlichen Wortschatzumfang verfügen, sind besonders gefährdet, eine umschriebene oder spezifische Sprachentwicklungsstörung auszubilden. Ähnlich wie bei Kindern mit manifesten Sprachentwicklungsstörungen können bei Late-Talkern verschiedene weitere Sprachauffälligkeiten festgestellt werden. So zeigt sich bei einigen Late-Talkern zusätzlich ein reduzierter rezeptiver Wortschatz oder eine verlangsamte oder abweichende phonologische Entwicklung. Auch ihre kommunikativ-pragmatischen, sozialen und symbolischen Fähigkeiten können in unterschiedlichem Maße eingeschränkt sein. Sprachauffälligkeiten im dritten Lebensjahr sollten also nicht auf das Zählen von Wörtern beschränkt werden. Ausschlaggebend für das therapeutische Vorgehen in der Frühintervention – nicht nur – bei Late-Talkern ist das jeweilige individuelle Fähigkeitsprofil.

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