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B978-3-437-44516-3.00010-2

10.1016/B978-3-437-44516-3.00010-2

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Übersicht über Therapieansätze bei Late-WortschatzspurtWortschatzspurtWortschatz:LernprinzipienWortkombinationenWortkombinationenVerben:resultativeÜbungenturn-takingTHE-SES-TherapieTherapiezieleTherapiemethodenTherapieinhalteTherapieansätze:theoretische EinbettungSymbolspielSortieraufgabensemantische TherapieSchlesigers TherapieansatzRaumkonzeptepraktisch-gnostische EntwicklungPossessivstrukturenPLANPenners TherapieansatzNativismusModellierungLexikon:frühkindlicheslexikalische TherapieLernmechanismenLate-Talker-TherapieKommunikation:sozialekognitive Entwicklungstheoriekognitive EntwicklungKategorienbildungInteraktionismusInputspezifizierungIch-EntwicklungGestenfokussierte BenennungExtensionenEvidenzbasierungEntwicklungsprofilEmergenzmodellDialogstrukturBootstrapping:reduzierte KapazitätenBetonungsmusterAufmerksamkeitsfokusAufmerksamkeit:geteilte (gemeinsame)Aufmerksamkeit:auf Sprache lenkenTalkernZollingers Therapieansatz

Tab. 10.1
Therapieansatz Theoretische Einbettung Therapieziel Therapieinhalte Therapiemethoden Evidenzbasierung
Zollinger (1986, 1995) Theorie der kognitiven Entwicklung, Interaktionismus Harmonisierung des Entwicklungsprofils Praktisch-gnostische Entwicklung, kognitive Entwicklung, Ich-Entwicklung; soziale Kommunikation, Aufmerksamkeit auf Sprache lenken Freies Spiel des Kindes wird durch Impulse seitens der Therapeutin ergänzt Einzelfallserie (Zollinger 1986)
Schlesiger (2007, 2009) Emergenzmodell Aufbau des Lexikons, dadurch Auslösen des Wortschatzspurts und von Wortkombinationen fokussierte Benennung, Gesten, Extensionen, evozierend-sprachliche Methoden Randomisierte und kontrollierte Gruppenstudie (Schlesiger 2007, 2009)
Geteilte Aufmerksamkeit Therapeutin folgt dem Aufmerksamkeitsfokus des Kindes und achtet auf ausbalancierte Dialogstruktur
(vgl. Pepper & Weitzman 2004)
Turn-taking
Symbolspiel Variation des freien Spiels (vgl. Zollinger)
Interesse für Sprache wecken Aufforderungen ohne Gestik und Mimik (vgl. Zollinger)
Penner (2006) Nativismus, eingeschränkte Bootstrapping-Kapazität und eingeschränkte sprachliche Lernmechanismen Erreichen des „Entwicklungsalters 2;6“ Verdeutlichung des Betonungsmusters der Sprache, Kategorienbildung, Wortschatzlernprinzipien, Bedeutung resultativer Verben, Raumkonzepte, Possessivstrukturen, Sätze mit „auch“ Input, Sortieraufgaben
PLAN (2006) Emergenzmodell Synchronisierung des Profils, Aufbau des frühkindlichen Lexikons; Übergang zu Wortkombinationen Lexikalische, teilweise auch semantische Therapie, Vermittlung individuell zusammengestellter Zielwörter Inputspezifizierung
Modellierung
Übung
Siegmüller & Fröhling (2003)
Kauschke (2008)
THE-SES (2012) Emergenzmodell Aufbau des frühkindlichen Lexikons, Übergang in den Wortschatzspurt Lexikalische Therapie anhand einer am ungestörten Lexikonerwerb orientierten Wortliste Inputspezifizierung
Modellierung
Siegmüller (in Vorb.)
Ringmann et al. (2010)
Siegmüller et al. (2010)

Kindzentrierte Ansätze in der frühen Therapie

Julia Siegmüller

Svenja Ringmann

Kindzentrierte vs. elternorientierte Sprachtherapieansätze früher Sprachentwicklungsstörungen

Die Therapieforschung:zu SprachentwicklungsstörungenTherapieforschung zu Sprachentwicklungsstörungen hat seit den 1970er-Jahren Ergebnisse zu verschiedenen Ansätzen erbracht. Als eine der frühesten Forschergruppen zur Sprachtherapieansätze\t \"Siehe TherapieansätzeSprachtherapie bei Kindern gilt die Gruppe um Paula Tallal (Tallal & Piercy 1973; Tallal, Stark & Curtiss 1976), die Sprachentwicklungsstörungen:TherapiestudienSprachentwicklungsstörungen als auditives Verarbeitungsprobleme:auditiveVerarbeitungsproblem betrachtet. Um zu untersuchen, ob eine nonverbale Therapie die Sprachentwicklung insgesamt unterstützen kann, wurde eine Therapiestudie mit Kindern im späten Grundschulalter durchgeführt. Die Methode war sehr übungslastig und zeitraubend, sodass die Therapie teilweise mehrere Stunden pro Tag dauerte (Tallal 2000). Tallal selbst fasste ihre Arbeit als experimentelle Therapiestudien auf, sodass ein Übertragen in Alltagstherapien nicht unbedingt intendiert war. Auch aktuell ist eine Fremdnutzung11

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Die Begriffe „Fremdnutzen“ und „Eigennutzen“ werden in der Forschungsethik verwendet und in diesen Kontext übertragen, da sie unseres Erachtens den Studiennutzen aus Patientensicht besser beschreiben als die traditionellen Begriffe der Psycholinguistik („klinische Studie“ oder „experimentelle Therapiestudie“). Die patientenorientierte Therapiestudie (b in der Aufzählung) wäre demnach eine Studie mit Eigennutzen für die teilnehmenden Patienten.

von Therapiestudien, d. h. die Erzeugung eines Nutzens, der nicht den teilnehmenden Probanden zugutekommt, in der Therapieforschung zu Sprachentwicklungsstörungen noch häufig das Ziel. Die Zielsetzungen der Studien schwanken zwischen
  • dem Belegen einer Theorie zur Ursache von Sprachentwicklungsstörungen Sprachentwicklungsstörungen:Ursachen, Theorienbzw. eines Ansatzes für eine theoretische Diskussion über die Trainierbarkeit von Anteilen der Sprachverarbeitung und

  • dem Belegen eines Ansatzes zur klinischen Nutzung (patientenorientierte Forschung), ggf. durch einen Vergleich verschiedener TherapiemethodenTherapiemethoden, einen Vergleich von Kindern mit verschiedenen Störungsbildern innerhalb eines Ansatzes und die Bestimmung von Faktoren, die Einfluss auf das Therapieergebnis nehmen wie z. B. die TherapiefrequenzTherapiefrequenz.

Der patientenorientierten patientenorientierte ForschungForschung als jüngstem Zweig der Forschung (ausführliche Darstellung in Siegmüller, in Vorb.) geht es um Evidenzen für eine bestimmte Herangehensweise an Therapie. Ziel dieser clinical clinical governancegovernance ist es, die Versorgung:Verbesserung durch clinical governanceVersorgung der Betroffenen zu verbessern (Sackett, Rosenberg, Gray, Haynes & Richardson 1997). Theoretische Fragestellungen (wie in a) bilden lediglich den Hintergrund der Forschung (Guralnick 2005) bzw. müssen zu einem früheren Zeitpunkt beantwortet werden, um den entsprechenden Interpretationsrahmen für die patientenorientierte Forschung stellen zu können.
Das zentrale Thema der Studien zur Sprachentwicklungsstörung – und auch ihrer Therapie – war von Beginn an die Behandlung grammatischer grammatische StörungenStörungen bei Kindern bzw. des DysgrammatismusDysgrammatismus (Rice 2004). Dabei stellt sich allerdings das Problem der Übertragbarkeit von Ergebnissen in andere Sprachen, da sich die Forschung vorrangig auf das englische Grammatiksystem bezieht. Infolge dieser Fokussierung werden häufig die grammatischen Probleme der englischsprachigen Kinder als Leitmotiv für die Symptomsuche in anderen Sprachen verwendet. In der deutschsprachigen Forschung sind die Ergebnisse von patientenorientierten Studien für alle logopädischen Störungsbilder noch rudimentär. So konnten Motsch & Berg (2003) einige Evidenz für die KontextoptimierungKontextoptimierung belegen. Für Teilbereiche der Patholinguistischen Therapie liegen ebenfalls kleinere Studienergebnisse vor (für grammatische Therapie z. B. Watermeyer & Kauschke 2009; Ringmann, 2014). Ein Großteil der Interventionen, die täglich in der Sprachtherapie bei Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen zur Anwendung kommen, ist jedoch gar nicht wissenschaftlich belegt.
Die Forschung zur Therapie von Therapieforschung:zu SprachentwicklungsstörungenSprachentwicklungsstörungen:TherapieforschungSprachentwicklungsstörungen wird seit den 90er-Jahren auf die Therapie des frühkindlichen Lexikon:frühkindlichesLexikons bei Late-Talkern ausgeweitet. Hierbei geht es zum einen um die Behandlung einer anderen sprachlichen Ebene (Lexikon, PhonologiePhonologie) und zum anderen um wesentlich jüngere Kinder als bisher in den Therapiestudien zur Sprachentwicklungsstörung üblich. Gerade wegen des Alters der Kinder stehen dabei methodische Fragen des therapeutischen Vorgehens im Vordergrund. So können elternorientierte und kindzentrierte Therapieansätze:kindzentrierte\t \"Siehe kindzentrierte Therapieansätzekindzentrierte TherapieansätzeTherapieansätze bei Late-Talkern unterschieden werden (Kap. 10.3). ElterntrainingElterntrainings erscheinen vielen Autoren für zweijährige Kinder adäquater, so wie das kanadische Hanen Hanen ProgramProgram (Girolametto, Pearce & Weitzman 1996), dessen deutsche Version zu den wenigen evidenzbasierten Interventionsprogramme:evidenzbasierteInterventionsprogrammen im deutschen Sprachraum gehört (Buschmann, Jooss & Pietz 2009). Allerdings sind Elterntrainings in Deutschland kein Bestandteil der HeilmittelversorgungHeilmittelversorgung, die auf die Therapie am Kind ausgerichtet ist. Für kindorientierte Therapien liegen aktuell nur kindzentrierte Therapieansätze:Wirksamkeitsbelegewenige Wirksamkeitsbelege vor. Diese sind jedoch wichtig, um eine frühere und bessere Versorgung der Kinder im Gesundheitssystem zu etablieren.

Klassifikation von kindzentrierten Therapieansätzen

Therapieansätze werden Therapieansätze:Klassifikationhäufig in clinician-directed approaches und child-centered approaches unterteilt (Paul 2007). Diese Klassifikation ist an sich für die Behandlung älterer sprachentwicklungsgestörter Kinder konzipiert, lässt sich jedoch genauso auf Late-Talker-Late-Talker-TherapieTherapien anwenden. Im Folgenden wird zunächst Pauls Einteilung vorgestellt. Danach stellen wir methodische Entwicklungen in Deutschland im Vergleich zu denen in den USA dar. Im Anschluss daran werden die deutschen Sprachtherapieansätze für Late-Talker in Pauls Klassifikation eingeordnet und besprochen.

Clinician-directed approaches

In diesen clinician-directed approachesAnsätzen bestimmt die Therapeutin das Ziel der Therapie und die methodische Vorgehensweise: Wie wird das Ziel erreicht, wie häufig soll die Therapie stattfinden, wie viel Zeit wird pro Therapiesitzung bzw. jeweils über eine Therapiephase dafür eingeplant? Da alle Inhalte der Therapiesitzungen von der Therapeutin festgelegt werden, ist jede Therapiesitzung in hohem Maße strukturiert und möglichst optimal in ihrer Effektivität (Paul 2007). Die Rolle des Kindes clinician-directed approaches:Rolle des Kindeshängt von den methodischen Überlegungen der Therapeutin ab. Paul zufolge sind clinician-directed approaches als relativ künstlich und strikt, aber hocheffektiv einzuschätzen:

„Clinician-directed approaches tend to be less naturalistic than other approaches (…), since they involve so much control on the part of the clinician and since they purposely eliminate main of the natural contexts and contingencies of the use of language for communication“ (Paul 2007: 74).

In den USA sind diese Ansätze vorrangig auf die sprachliche Produktion des Kindes ausgerichtet. So clinician-directed approaches:Drillbeschreibt einer der bekanntesten Ansätze die normale therapeutische Vorgehensweise als DrillDrill: Zunächst wird ein Wort benannt/eine Zielstruktur vorgesprochen, dann die Produktion des Patienten durch ein verstärkendes Feedback (materielle oder verbale Belohnung) unterstützt und (nach Ende der Übungseinheit) in einer anschließenden Reflexion bewertet (Roth & Worthington 2005). Insgesamt zeigt die Aufstellung von Paul (2007), dass drei Methoden innerhalb von clinician-directed approaches zur Anwendung kommen: drill (entspricht im Deutschen der Satzmusterübung), drill play (unterscheidet sich durch die Hereinnahme einer spielerischen Motivation in die Situation vom Drill) und aus der phonologischen Therapie stammendes modelingmodeling (InputspezifizierungInputspezifizierung; Fey 1986, zit. nach Paul 2007: 76).
Grundsätzlich zielt die Inputspezifizierung darauf ab, die relevanten linguistischen Stimuli hoch salient anzubieten und gleichzeitig irrelevante Anteile in Interaktion und Sprache zu reduzieren.

Child-centered approaches

Bei kindzentrierte Therapieansätzediesen child-centered approachesTherapieansätzen ist die Therapeutin weniger auf die Kooperation des Kindes angewiesen. Von Paul (2007) als allgemeinere, kommunikationsfördernde, die PragmatikPragmatik fokussierende Ansätze betrachtet, stellen sie letztendlich für die Autorin die unerwünschtere Alternative zu clinician-directed approaches dar. Wie Paul betont, erhält das Kind in child-centereded approaches eine handlungsbestimmende Rolle, sodass die einzige Möglichkeit, die therapeutische Situation zu steuern, in der Vorauswahl des Materials besteht, das dem Kind angeboten wird. Paul selbst beschreibt nur eine spezifischere Methode als child-centered approach, die den ModellierungstechnikenModellierungstechniken Dannenbauers (1994) gleicht (linguistic linguistic mappingmapping). Nach der Grundbedingung follow the child's lead wartet die Therapeutin auf die Produktion des Kindes anstatt sie zu elizitieren. Sobald die Produktion erfolgt, kann anhand einer Auswahl von linguistic mappings korrigierend oder verstärkend darauf geantwortet werden.

Besondere Entwicklungen im deutschen Sprachraum

Paul (2007) beschreibt in eindrucksvoller Weise das Dilemma, in dem sie die amerikanische Sprachtherapie:amerikanischeSprachtherapie sieht: Die wirkungsvolleren Therapiemaßnahmen der clinician-directed approaches seien weitgehend auf die Sprachproduktion beschränkt und sehr stark auf die Kooperation der Kinder angewiesen. Zudem bedienen sich die Autoren methodisch häufig der Übung (definiert nach der Patholinguistischen Therapie, Siegmüller & Kauschke 2006). Alle drei Faktoren schränken die Wirksamkeit von therapeutischen Maßnahmen ein.
Als natürliche Alternative müssten Sprachtherapieansätze die SprachrezeptionSprachrezeption fokussieren, ohne ihre Spezifität aufzugeben. Die einzige rezeptive Methode der clinician-directed approachesmodeling/Inputspezifizierung – wird in diesem Zusammenhang in der amerikanischen Literatur wenig diskutiert. Unter den child-centered approaches existieren keine solchen Ansätze; beschrieben sind vielmehr Vorgehensweisen, in denen systematische TherapiezieleTherapieziele weitgehend aufgegeben und durch allgemeinere Ziele in der KommunikationKommunikation ersetzt werden. Hier liegt es nahe anzunehmen, dass letztere Ansätze aus anderen theoretischen Paradigmen stammen als übungsbetonte, produktionslastige Interventionen. Die Diskussion über eine notwendige theoretische Einbettung Therapieansätze:theoretische Einbettungvon therapeutischem Handeln wird in den USA jedoch nicht auf das methodische Vorgehen ausgeweitet geführt.
Im deutschen Sprachraum stellt sich die Landschaft der Therapieansätze deutlich anders dar. Viele in den USA noch verbreitete Methoden, wie z. B. der drill, kommen nicht mehr oder nur noch selten zur Anwendung, und ihre Effektivität wird stark bezweifelt (Dannenbauer 1994; Penner & Kölliker Funk 1998). Rezeptiv orientierte Therapieansätze:rezeptiv orientierteTherapieansätze werden auch nicht generell als Gegenteil von clinician-directed approaches begriffen. Maßgeblich verantwortlich für diese Unterschiede sind die beiden Strömungen, welche die deutsche Sprachtherapie:deutscheSprachtherapie seit den 1980er-Jahren beeinflusst haben:
  • Zum einen die SprachheilpädagogikSprachheilpädagogik, in der F. M. Dannenbauer mit seiner deutschen Adaption des linguistic mapping (zu deutsch: Modellierungstechniken im Rahmen der entwicklungsproximalen entwicklungsproximaler TherapieansatzTherapie, Dannenbauer 2002a) die Entwicklungsdynamik des kindlichen Grammatiksystems bei den therapeutischen Methoden in den Vordergrund rückte.

  • Zum anderen die PsycholinguistikPsycholinguistik, deren stärker theoriegeleitete Therapieansätze in Deutschland nachhaltigeren Einfluss als im angloamerikanischen Raum ausüben konnten (z. B. Hansen 1994; Penner & Kölliker Funk 1998).

Modellierungstechniken
Aus der Theorie des InteraktionismusInteraktionismus heraus verstand Dannenbauer (2002a) seine ModellierungstechnikenModellierungstechniken als inszenierten Spracherwerb:im Dialog inszenierterSpracherwerb im Dialog. Damit vollzog die Sprachentwicklungstherapie eine Abkehr von Sprachtherapie:übungsorientiertes Vorgehenübungsorientierten Therapievorgehen sowie von der Ausrichtung an der erwachsenen Zielsprache, die für den drill als Vergleichsdimension verwendet wurde. Wenn aber der Dialog als Prämisse für Fortschritte im Spracherwerb angenommen wird, heißt das, dass der Therapeutin das natürliche Gespräch mit dem Kind als Basis für jedes therapeutische Interventionsvorhaben vorgegeben wird. Die bis dahin gültige Grundidee des übenden Therapierens (nach Dannenbauer [2002a: 136] auch „mechanistisches Einschleifen von Sprachroutinen:EinschleifenSprachroutinen“) ist nicht mehr haltbar: Bisher wurde zunächst eine TherapiespracheTherapiesprache aufgebaut, die sich stets auf einem besseren Sprachniveau befand als die SpontanspracheSpontansprache des Kindes (heute nur noch in der klassischen ArtikulationstherapieArtikulationstherapie, z. B. nach Van Riper & Irwin 1976). Anschließend wurde die Therapiesprache gefestigt, bis das Kind in strukturierten Übungssituationen das neue Sprachniveau sicher beherrschte. Therapiesprache:Transfer zur SpontanspracheIm Transfer erfolgte dann der Übergang von der Therapie- zur Spontansprache. Nach der neuen Prämisse der kindlichen GrammatiktherapieGrammatiktherapie lässt sich die Therapiesprache umgehen, da sich die Wirkung der Therapie direkt in der Spontansprache zeigen soll (Dannenbauer 2002a). Dieser Anspruch kann als naturalistische Methodennaturalistisch im Sinne von Pauls Klassifikation betrachtet werden, wobei sich Dannenbauer nicht direkt dazu äußert, ob das naturalistische Vorgehen in seinen Augen auch eine vollständige Umsetzung des Prinzips follow the child's lead bedeutet. In den Publikationen über die Modellierungstechniken findet sich kein Hinweis darauf, dass sich die Auswahl des Therapiegegenstands allein nach der sprachlichen Produktion des Kindes richtet (Dannenbauer 1998; Dannenbauer & Künzig 1991). Stattdessen soll die entwicklungsproximale Therapie durch Modellierung eine gezielte und schrittweise Steuerung des Geschehens ermöglichen, indem sie die Zufälligkeiten natürlicher Sprachlerngelegenheiten durch ein massiertes und ausgewähltes Angebot möglichst prägnanter Lernmöglichkeiten ergänzt (Dannenbauer 2002a: 139).
Aus den Ausführungen bis zu diesem Punkt wird deutlich, dass sich Pauls Einteilung in approaches eher auf methodische Vorgehensweisen als auf direkte Therapieansätze bezieht. Dies setzt sich bei Dannenbauer fort. Das heißt, bis zu diesem Zeitpunkt betrachtet die Sprachtherapieforschung vor allem die Frage, wie sich ein Ziel erreichen lässt. Die grundlegendere Frage, welche sprachlichen Fähigkeiten in der Therapie angestrebt bzw. verbessert werden sollen, kommt noch nicht auf.
Kontextoptimierung und Inputtherapie
Die Trennung von Therapiegegenstand:und Therapiemethode, TrennungTherapiegegenstand und Therapiemethode wird in den 90er-Jahren durch die zweite Strömung in der Sprachtherapieforschung eingebracht. Hierbei handelt es sich um psycho- bzw. patholinguistische Einflüsse, die als originär linguistische Therapieansätze:linguistischeAnsätze oder – im Falle der KontextoptimierungKontextoptimierung (Motsch 2004) – im Rahmen sprachheilpädagogischer Sichtweisen auf psycholinguistischer Basis entstanden. In der Inputtherapie von Penner & Kölliker Funk (1998) wird die Notwendigkeit, Therapiegegenstand und Therapiemethode zu trennen, zum ersten Mal formuliert. Detlef Hansen trennte die bei Dannenbauer verbundenen Methoden Modellierung und Inputspezifizierung in seiner psycholinguistischen psycholinguistische TherapieTherapie (Hansen 1994, 1996). In der Kontextoptimierung:MethodenKontextoptimierung (Motsch 2004) wird die Grammatiktherapie bei Schulkindern fokussiert. Neben naturalistischen naturalistische MethodenMethoden sollen auch metasprachliche metasprachliche MethodenMethoden Anwendung finden, die zuvor durch Dannenbauers Einfluss wie die übenden Therapieanteile zurückgedrängt wurden. Penner & Kölliker Funk (1998) veröffentlichten mit der InputtherapieInputtherapie einen strikt entwicklungsproximalen entwicklungsproximaler TherapieansatzTherapieansatz für syntaktische syntaktische Störungen:InputtherapieStörungen. Sie betrachten die InputsequenzenInputsequenz (als stringentere Umsetzung der InputspezifizierungInputspezifizierung) als – ihrer theoretischen Annahme folgend – einzige therapeutisch wirksame Methode. Festgelegt werden zwei Therapieziele:Inputtherapie/-sequenzenTherapieziele (Erwerb der ArtikeleinsetzungsregelArtikeleinsetzungsregel und Erwerb der VerbzweitstellungVerbzweitstellung), die sich beide mit dieser Methode erreichen lassen, nur die Inputsequenzen werden inhaltlich jeweils anders aufbereitet. Mit diesem Ansatz wird die Grundannahme von Dannenbauer, dass der Dialog als Basis für Spracherwerbsfortschritte unter der Therapie notwendig sei, in Frage gestellt. Penner & Kölliker Funk (1998) zufolge ist überhaupt kein Dialog notwendig, um die Verarbeitung Input:Verarbeitung entwicklungsauslösender Elementevon entwicklungsauslösenden Elementen aus der Inputsequenz zu erreichen. Das Kind wird demnach aus einer nativistischen Perspektive auf den Spracherwerb:nativistische Perspektive/PositionSpracherwerb als Input-konsumierend betrachtet.
Patholinguistischer Therapieansatz
Der einzige Therapieansatz, der die Methoden Therapiegegenstand:und Therapiemethode, Trennungvollständig von den Therapiegegenständen trennt und deren Anwendbarkeit auf andere sprachliche Ebenen ausdehnt, ist der patholinguistische Therapieansatz PLAN – nach einer Vorveröffentlichung in Kauschke & Siegmüller (2000) schließlich vollständig veröffentlicht in Siegmüller & Kauschke (2006). Als logische Weiterentwicklung des Denkens von Penner und Kölliker Funk einerseits und der Grundannahmen von Dannenbauer andererseits kann der PLANPLAN:EmergenzmodellPLAN als hybrid betrachtet werden. Das Konzept beruht auf dem EmergenzmodellEmergenzmodell (Hollich et al. 2000). Nach dem Emergenzmodell ist der Spracherwerb:umweltbedingte FaktorenSpracherwerb:EmergenzmodellSpracherwerb:biologische VoraussetzungenSpracherwerb durch eine Wechselwirkung zwischen biologischen Voraussetzungen im Kind (Verarbeitungsfähigkeiten:von SpracheVerarbeitungsfähigkeit von Sprache) und umweltbedingten Faktoren (wie interaktive Hinweisreize:interaktiveHinweisreize, Quantität und Qualität des sprachlichen Input:sprachlicherInputs) erklärbar (Kauschke 2007). Bei Kindern mit einer Sprachentwicklungsstörung sind die sprachlichen Anlagen beeinträchtigt – ihre sprachlichen Lernmechanismen:sprachlicheLernmechanismen funktionieren nicht in der gleichen Art und Weise wie bei sprachlich unauffälligen Kindern (Bishop 2000). Daraus ergibt sich die therapeutische Konsequenz, den sprachlichen Input für ein Kind mit Sprachentwicklungsstörung besonders gut aufzubereiten, damit es diesen trotz seiner beeinträchtigten Spracherwerbskompetenz nutzen kann.
Als vereinheitlichender und nicht polarisierender Ansatz lässt der PLAN die rein naturalistische Methode des Modellierens gleichberechtigt neben der linguistischen Variante der Inputspezifizierung stehen und integriert ähnlich wie die Kontextoptimierung darüber hinaus metasprachliche Methoden. Im Unterschied zu allen anderen Therapieansätzen wird der Gebrauch der Methoden jedoch nicht programmatisch zu bestimmten Zeitpunkten vorgeschrieben. Stattdessen liegt die Entscheidung bei der Therapeutin, auf welche Weise in der jeweiligen Situation das Therapieziel erreicht werden soll.
Vergleicht man die Entwicklung der deutschen Sprachtherapie unter dem Einfluss von SprachheilpädagogikSprachheilpädagogik und Psycho-Psycholinguistik bzw. PatholinguistikPatholinguistik mit der Diskussion in den USA, wird ein qualitativer Fortschritt erkennbar. Dies mag daran liegen, dass sich Dannenbauers Einfluss in der wesentlich kleineren „Szene“ der Sprachtherapeuten in Deutschland stärker durchsetzen konnte als ähnliche Ansätze in den USA (z. B. Marc Feys Responsivity Responsivity EducationEducation, Fey et al. 2006) und dass sich die Abkehr von übenden Therapieansätzen als „sprachtherapeutischer Mainstream“ etablieren konnte.

Kindzentrierte Therapie bei Late-Talkern

Die Therapieforschung zu Late-Therapieforschung:zu Late-TalkernTalkern unterscheidet sich in ihrer Historie von der zu Sprachentwicklungsstörungen. Vor allem dienten Therapiestudien bei Late-Late-Talker-Therapie:kindzentrierteTalkern zu keinem Zeitpunkt dazu, Kausalannahmen über das Störungsbild zu belegen. Der Grund hierfür liegt in der besonderen Form der Grundlagenforschung beim Late Talking: Sie befasste sich vor allem mit der Frage Late-Talker:Prädiktorennach PrädiktorenPrädiktoren, d. h. RisikofaktorenRisikofaktoren, die zu Beginn der Late-Talker-Phase anzeigen, ob bei einem Kind später eine Sprachentwicklungsstörung diagnostiziert wird (Kap. 7). So erfolgte die Therapieforschung beim Late Talking von Beginn an als patientenorientierte Forschung mit Eigennutzen für die Patienten. Auch methodisch ist die Late-Talker-Late-Talker-TherapieforschungTherapieforschung andere Wege gegangen als die bei Sprachentwicklungsstörungen. So werden Late-Talker-Therapieforschung:levels of evidencekaum EinzelfallstudienEinzelfallstudien Late-Talker-Therapieforschung:Einzelfallstudienzu Late-Talkern publiziert, da sich die Therapieforschung wesentlich stärker an anwendungsorientierten, medizinischen Vorgaben wie z. B. den levels of levels of evidenceevidence (Sackett et al. 1997) ausrichtet als bei Sprachentwicklungsstörungen.
Ähnlich wie die spezifische Sprachentwicklungsstörung (SSES) im Rahmen der Forschung zu Sprachentwicklungsstörungen stehen bei Late-Talker-Therapiestudien meist „spezifische“ Late-Talker im Mittelpunkt, d. h. Kinder, die zu wenig Wörter im produktiven Lexikon aufweisen und/oder keine Wortkombinationen zeigen, aber sonst unter ähnliche Ausschlussdiagnosen fallen, wie man sie für die SSES aufgestellt hat (zu den Ausschlussdiagnosen bei SSES vgl. z. B. Leonard 1998). Die Besonderheit dieser Late-Talker-Gruppe besteht darin, dass die Kinder ihren Entwicklungsrückstand potenziell noch aufholen können (late blooming). So muss sich jeder Therapieansatz bei Late-Talkern mit der Frage auseinandersetzen, wie sich die Therapieeffekte vom late late bloomingblooming unterscheiden lassen. Für Kinder mit komplexeren Störungsbilder:komplexeStörungsbildern, z. B. kombinierten umschriebenen Entwicklungsstörungen:kombinierte umschriebeneEntwicklungsstörungen, die mit zwei Jahren ebenfalls ein Late-Talker-Sprachprofil aufweisen können, sind ähnliche Aufholmöglichkeiten nicht bekannt (Kouri 2005). Im LST-LTS-Projekt (Kap. 10.3.2) werden diese Kinder gemeinsam mit „spezifischen“ Late-Talkern therapiert und verglichen.
Im deutschen Sprachraum finden sich mehrere Therapieansätze für Late-Talker, die in den folgenden Kapiteln dargestellt und auf der Basis von Pauls Einteilung sowie vor dem Hintergrund der Entwicklung in der Therapieforschung zur Sprachentwicklung reflektiert werden.

Child-centered approaches im deutschen Sprachraum

Therapie nach Zollinger
Theoretische Fundierung
Barbara Zollingers TherapieansatzZollingers Therapieansatz:theoretische FundierungZollinger (1986, 1995) verortet ihren Therapie:nach Zollinger\t \"Siehe Zollingers TherapieansatzTherapieansatz in der Theorie:der kognitiven Entwicklung (Piaget)Theorie der kognitiven Entwicklung von Piaget (1972, 1975a, 1975b, 1969, 1974, Piaget & Inhelder 1972), derzufolge sensomotorische Entwicklungsensomotorische und kognitive kognitive EntwicklungEntwicklung sowie die Sprachentwicklung:sensomotorische und kognitive EntwicklungSprachentwicklung untrennbar miteinander verbunden sind. Durch Hantieren und den aktiven Umgang mit Gegenständen bauen Kinder auf der Basis von Sensorik und Motorik Repräsentationen von Repräsentationen:von ObjektenObjektrepräsentationenObjekten auf. Dass sich solche geistigen Bilder und schließlich SymboleSymbole entwickeln, ist eine notwendige Voraussetzung für den Spracherwerb. Die Einsicht in die Symbolfunktion lässt sich daran erkennen, dass im SymbolspielSymbolspiel („So-tun-als-ob“) nicht mehr wie beim FunktionsspielFunktionsspiel die Handlung selbst im Vordergrund steht, sondern insbesondere das Resultat der Handlung. Auf sprachlicher Ebene zeigt sich die Einsicht in die Symbolfunktion dann im Verständnis referenziell gebrauchter Wörter, die sich also auf nicht anwesende Referenten beziehen können.
Dem InteraktionismusInteraktionismus (Bruner 1983, 1987) entlehnt Zollinger die Auffassung, dass die soziale Kommunikation:sozialeKommunikation zwischen Eltern und Kind Voraussetzung für einen erfolgreichen Spracherwerb sei. Auch wenn sich in Situationen geteilter Aufmerksamkeit:geteilte (gemeinsame)Aufmerksamkeit der gemeinsame Fokus auf bestimmte Objekte richtet, erfolgt das „echte Teilen“ von Gegenständen Zollinger zufolge erst später, z. B. dann, wenn ein Kind von einem Erwachsenen einfordert, einen bestimmten Gegenstand zu reparieren. Der KommunikationswunschKommunikationswunsch wirkt als Motor für den Spracherwerb. Für eine intentionale Kommunikation:intentionaleKommunikation muss sich beim Kind laut Zollinger auf kognitiver Ebene erst eine Einsicht in KausalitätKausalität entwickeln: dass sich durch Einsetzen eines bestimmten Mittels ein Ziel erreichen lässt. So kann dann auch Sprache mit dem Ziel der Kommunikation „benutzt“ werden. Entwicklungsförderlich wirkt es, wenn Eltern die Äußerungen ihrer Kinder „überinterpretieren“, ihnen Bedeutung geben und damit Kausalität demonstrieren.
Die Ich-Ich-EntwicklungEntwicklung ist als Teil der sozial-kommunikativen sozial-kommunikative EntwicklungEntwicklung nach Zollinger ein notwendiger Vorläufer der Sprachentwicklung:Ich-Entwicklung als VorläuferSprachentwicklung: Das Bedürfnis nach Informationsaustausch kann erst entstehen, wenn Mutter und Kind sich als zwei unabhängige, selbstständige Interaktionspartner verstehen. Dies resultiert sowohl aus der wachsenden Kompetenz des Kindes, sich von der Mutter zu lösen, als auch aus der Fähigkeit der Mutter, sich selbst vom Kind zu lösen. Hier wird Zollingers Therapieansatz:psychodynamische Komponenteeine psychodynamische psychodynamische KomponenteKomponente in Zollingers Ansatz ersichtlich, die sich auch in den 1995 beschriebenen Fallbeispielen zeigt, in denen die Lebenssituation der Kinder als möglicher Grund für Entwicklungsstagnationen interpretiert wird.
Eine Sprachentwicklungsstörung kann nach Zollinger durch das Ausbleiben bestimmter kognitiver oder sozial-kommunikativer Entwicklungsschritte bzw. durch die mangelnde Integration kognitiver und sozial-kommunikativer Prozesse verursacht werden. Möglich sei aber auch, dass es infolge einer Störung „neurolinguistischer Prozesse“ zu einer Sprachentwicklungsstörung komme, die unabhängig von der restlichen kognitiven Entwicklung auftrete und vor allem formalsprachliche Symptome wie syntaktische Störungensyntaktische oder phonologische phonologische StörungenStörungen auslösen könne (Zollinger 1986).
Beschreibung
Die diagnostische Grundlage für Zollingers Ansatz ist das „EntwicklungsprofilEntwicklungsprofil“ (1995), das für Kinder mit einem sprachlich-kognitiven Entwicklungsalter von 1–3 Jahren erhoben wird. Anhand von Beobachtungen, wie ein Kind spontan mit bestimmten Gegenständen hantiert oder spielt bzw. wie es mit der Therapeutin kommuniziert, lassen sich gemäß Zollingers theoretischer Ausrichtung „praktisch-gnostische Fähigkeiten“, die „symbolische Entwicklung“, die „sozial-kommunikative Entwicklung“ und die „sprachliche Entwicklung“ beurteilen. Als Vergleichsbasis diente eine Stichprobe mit 93 Kindern. Mit dem 80 %-Kriterium wurde jeweils das Entwicklungsalter für die einzelnen Fähigkeiten ermittelt (Zollinger 1995). Beispiele für die Items finden sich unter www.kinder.ch (→ Forschung → Videos). Die Interpretation der Ergebnisse bezieht sich vor allem auf mögliche Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Entwicklungsbereichen. Therapiebedarf besteht laut Zollinger dann, wenn das Entwicklungsprofil unausgeglichen ist und das Kind in bestimmten Entwicklungsbereichen stagniert. Bei einer verzögerten, aber homogenen Entwicklung sei keine Intervention nötig, da das Kind sich aus eigenem Antrieb weiterentwickeln könne. Aus sprachlicher Perspektive sei eine Therapie nur bei einer gleichzeitig vorhandenen Störung des Sprachverständnis:StörungenSprachverständnisses erforderlich, da diese auf eine Verzögerung im kommunikativen und symbolischen Bereich bzw. eine nicht-altersgemäße Ich-Entwicklung hinweise.
Als Therapie empfiehlt Zollinger eine ganzheitliche ganzheitliche FörderungFörderung:ganzheitlicheFörderung der kindlichen Entwicklung unter Einbezug nicht-sprachlicher Bereiche. In ihrem Buch „Die Entdeckung der Sprache“ (1995) beschreibt sie das Ziel der Therapie dahingehend, das Interesse des Kindes an anderen Menschen und Dingen zu wecken. Sobald dieses Interesse angestoßen sei, entwickle sich das Kind von selbst weiter und gelange aus seiner Stagnation heraus. Dem Kind soll dann Zeit und Gelegenheit gegeben werden, seine neuen „Entdeckungen“ in vielfältigen Situationen zu erproben. Eine Therapie wird also immer dann notwendig, wenn das Kind spontan keine eigenen Entwicklungsschritte mehr unternimmt. Die Therapieinhalte definiert Zollinger gemäß den drei Bereichen „Entdeckung der Welt“, „Entdeckung des Du“ und „Entdeckung der Sprache“.

Beispiele

Bei der „Entdeckung der Welt“ geht es z. B. um das Entdecken von HandlungsresultateHandlungsresultaten. Kinder sollen die Resultate ihrer eigenen Handlungen sowie die Resultate der Handlungen anderer wahrnehmen (z. B. Hämmern → hinterlässt einen Abdruck). Um ein Kind aus dem Funktionsspiel zum SymbolspielSymbolspiel zu führen, gibt die Therapeutin seinen Handlungen Bedeutung, indem sie z. B. so tut, als handle es sich bei aneinandergereihten Bauklötzen um Autos, die vor einer Schranke halten.

Bei der „Entdeckung des Du“ zeigt die Therapeutin dem Kind, dass es interessant sein kann, sein Gegenüber zu beobachten, Dinge zu erfragen oder um etwas zu bitten. Sie fungiert nicht als „verlängerter Arm des Kindes“, sondern führt eine Handlung z. B. in ungewöhnlicher Weise aus, um die AufmerksamkeitAufmerksamkeit des Kindes zu gewinnen (z. B. indem sie eine Flasche nicht wie gewöhnlich mit der Hand, sondern mit einer Zange aufschraubt). Wenn das Kind spontan nicht in Interaktion tritt, kann sich die Therapeutin auch in die Handlungen des Kindes „einmischen“, z. B. auf dem Blatt des Kindes malen, um eine Reaktion provozieren. Auch die Entdeckung von Grenzen kann ein Therapieinhalt sein, wenn die Therapeutin modellhaft mit einem „Nein!“ ihre eigenen Bedürfnisse zum Ausdruck bringt.

Bei der „Entdeckung der Sprache“ ist das SprachverständnisSprachverständnis Schwerpunkt der Therapie. Das Kind soll begreifen, dass Wörter bedeutungsvoll und interessant sind. Dazu konstruiert die Therapeutin z. B. Situationen, in denen das Kind merkt, dass es Sprachangebote nicht versteht und dass es sich bei Sprache nicht lediglich um einen „bedeutungslosen Klanghintergrund“ handelt. Dabei verzichtet die Therapeutin auf begleitende Gestik und Mimik, damit das Kind eine Aufforderung nicht nur aus dem Kontext verstehen kann. Das Verbalisieren von Stimmungen und Gefühlen soll dem Kind vermitteln, dass der Inhalt von Sprache bedeutsam sein kann. Um dem Kind zu verdeutlichen, dass Wörter in einem Resultat enden, kann die Therapeutin einer Handlung z. B. immer ein bestimmtes Handlungswort voranstellen.

Der Ansatz von Zollinger trägt viele Züge von child-centered approaches, da sich das Kind in der Therapie so lange es möchte mit einem bestimmten Gegenstand auseinandersetzen darf, während die Aufgabe der Therapeutin darin besteht, diese Auseinandersetzung zu variieren und zu erweitern. Orientierungs- und Anknüpfungspunkt für die Therapeutin sind aber immer die spontanen Handlungen des Kindes. In diesem Sinne wird auch das Prinzip des follow the child's lead realisiert.
Interventionsstudien
In Interventionsstudieneiner Einzelfallserie untersuchte Zollinger (1986)Zollingers Therapieansatz:Interventionsstudien neun Late-Talker, die an einer Therapie teilgenommen hatten, durch die sie Handlungsresultate erkennen und Wörter mit bestimmten Handlungsresultaten zu verknüpfen lernen sollten. Sieben der neun Late-Talker waren nach der Therapie weder im Entwicklungsprofil noch in einem Wortschatztest auffällig, bei zwei Kindern lagen noch produktiv-syntaktische Symptome vor. Die fünf Kontrollkinder, die im selben Zeitraum keine Therapie erhalten hatten, zeigten nach wie vor ausgeprägte sprachliche Probleme in allen Bereichen.
Einen ersten Anlauf zur Evidenzbasierung hat die Forschungsgruppe um Barbara Zollinger zwar unternommen (Bürki et al. 2007), dann aber aufgrund ethischer Bedenken wegen einer untherapierten Kontrollgruppe doch auf eine entsprechende Studie verzichtet (Bürki et al. 2011). Stattdessen wurden die Daten von knapp 1.000 Kindern im Hinblick auf das Alter bei Therapiebeginn, die Störungsausprägung und die Dauer der Therapie ausgewertet. Ein Drittel der Kinder, die in den Praxen der Autorinnen logopädisch behandelt wurden, war unter drei Jahre alt, hierbei handelte es sich vermutlich um Late-Talker. Eine Häufung fand sich im Altersbereich von 2;10 bis 4;4 Jahren. Bei über drei Viertel der sprachentwicklungsauffälligen Kinder zeigten sich im Entwicklungsprofil verzögerte Fähigkeiten im symbolischen Bereich. Bei über 60 % der Kinder waren die Fähigkeiten im sozial-kommunikativen Bereich auffällig. Bürki et al. (2011) interpretierten beide Arten von Auffälligkeiten als ursächlich für die Sprachentwicklungsstörungen. In einer IntervalltherapieIntervalltherapie (dreimonatige Therapieintervalle mit je zwei Stunden pro Woche) benötigten die Kinder durchschnittlich 60 Therapieeinheiten, also 1½ Jahre, um „stabile Veränderungen“ zu erreichen. Es wurde jedoch keine genaue Beschreibung des (sprachlichen) Zustands vor und nach der Therapie gegeben.
Fazit
Zollingers Therapie zeichnet sich dadurch aus, dass sie konsequent einen transparenten theoretischen Rahmen umsetzt und auch die Methodenwahl aus der Theorie ableitet. Den Interpretationsrahmen liefert die Theorie der kognitiven Entwicklung nach Piaget. Eine Verortung in dieser Theorie ist in den Sprachtherapieansätzen im deutschen Sprachraum relativ selten anzutreffen. Für grammatische Störungen lässt sich z. B. noch der Ansatz von Kruse (2002) dazuzählen, ebenso wie Schlesiger (siehe unten), die einige Inhalte aus dieser Theorie entlehnt hat.
Zollingers Ansatz fand zeitgleich mit der starken psycholinguistischen Strömungpsycholinguistische Strömung Eingang in die SprachtherapieSprachtherapie:psycholinguistische Strömung des deutschen Sprachraums. Als einer der ersten rückte er die Frühtherapie in Deutschland in den Fokus der Praktiker. In gewissem Sinne stellt er immer noch das Gegenmodell zur strikteren linguistisch orientierten Therapie dar.
Therapie nach Schlesiger
Theoretische Fundierung
Schlesiger (2007, 2009)Schlesigers Therapieansatz gibt als Schlesigers Therapieansatz:theoretische Fundierungtheoretische Grundlage für ihren TherapieansatzTherapie:nach Schlesiger\t \"Siehe Schlesigers Therapieansatz das EmergenzmodellEmergenzmodell an (emergentist coalition model for word learning; Hollich et al. 2000; Hirsh-Pasek et al. 2000, 2004). Demnach ist Sprache ein Produkt aus entwicklungsbedingten Kompetenzen und Hinweisreizen aus der Umwelt, also aus der InteraktionAnlage-Umwelt-Interaktion von Anlage und Umwelt. Während sich Kinder im ungestörten Spracherwerb mit 18 Monaten noch verstärkt auf kommunikative Hinweisreize:kommunikativeHinweisreizeHinweisreize:sprachliche, wie z. B. geteilte Aufmerksamkeit, verlassen, stützen sich Zweijährige dem Emergenzmodell zufolge hauptsächlich auf sprachliche Hinweisreize für das weitere Wortlernen. Daran angelehnt vereinigt Schlesiger (2007, 2009) in ihrem Therapieansatz ein interaktionsorientiertes mit einem symbolfunktionsorientierten und sprachspezifischen Vorgehen.
Beschreibung
Die interaktionsorientierten Inhalte, die insbesondere auf die gemeinsam geteilte AufmerksamkeitAufmerksamkeit:geteilte (gemeinsame) und das turn-takingturn-taking abzielen, werden durch Methoden aus dem englischsprachigen Programm It takes two to talk (Pepper & Weitzman 2004) umgesetzt. Das Verhalten der Therapeutin ist grundsätzlich dadurch charakterisiert, dass sie dem AufmerksamkeitsfokusAufmerksamkeitsfokus des Kindes folgt, auf eine ausbalancierte Dialogstruktur achtet und Themen vertieft anstatt sie schnell zu wechseln.
Obwohl Schlesiger nicht wie Zollinger (1986, 1995) einem strengen Kognitivismus folgt, verwendet sie Methoden von Zollinger, die sich jedoch darauf beschränken, das SymbolspielSymbolspiel zu etablieren und die Funktion von SpracheSprache:Funktion als Kommunikationsmittel aufzuzeigen. Zur Anbahnung des Symbolspiels bietet die Therapeutin in vom Kind gewählten Spielsituationen modellhaft symbolische Sequenzen an. Die Komplexität des angebotenen Symbolspiels richtet sich dabei nach dem Entwicklungsstand des Kindes. Um die Aufmerksamkeit auf Sprache zu lenken, werden – wie oben im Abschnitt „Therapie nach Zollinger“ beschrieben – Aufforderungen ohne begleitende Gestik oder Mimik geäußert.
Im sprachspezifischen Bereich bedient sich Schlesiger der fokussierten Benennung (u. a. nach Fey 1986 und Dannenbauer 2002b). Bei dieser Methode nennt die Therapeutin nach der Herstellung gemeinsamer Aufmerksamkeit mehrere Male das Zielwort. Bei Verben wird das Zielwort jeweils kurz vor oder kurz nach der entsprechenden Handlung genannt, da sprachunauffällige Kinder laut Tomasello & Krüger (1992) Verben auf diese Weise besser lernten, als wenn sie gleichzeitig zur Handlung präsentiert wurden. Die fokussierte fokussierte BenennungBenennungBenennung:fokussierte\t \"Siehe fokussierte Benennung erfolgt innerhalb von WortfeldernWortfelder (z. B. Essen und Trinken, Menschen und Tiere, Fahrzeuge). Für jedes Wortfeld gibt es eine Spielzeugkiste, aus der sich bestimmte Spielhandlungen ergeben. fokussierte Benennung:RitualeRituale und sich wiederholende Rahmenhandlungen fokussierte Benennung:Rahmenhandlungenwerden von der Therapeutin sprachlich begleitet und über 3–6 Sitzungen beibehalten, wobei sie pro Therapiesitzung maximal 3–5 neue Wörter in der Einwortphase und 5–10 Wörter in der Mehrwortphase einführt. Mit Daten aus experimentellen Therapiestudien oder auch experimentellen Versuchen belegt Schlesiger ihre Hinweise zum therapeutischen Verhalten:
  • So soll die Therapeutin verlangsamt sprechen und Zielwörter besonders betonen, da dies in Studien SSES-Kindern das Wortlernen erleichterte (Ellis Weismer & Hesketh 1996; Ellis Weismer 1997).

  • Pausen vor den Zielwörtern seien kontraproduktiv, da eine derartige Unterbrechung des Sprachflusses möglicherweise prosodische Lernmechanismen beeinträchtige (Rice, Buhr & Oetting 1992).

  • Die Zielwörter sollen am Satzende genannt werden, da sie hier besser wahrnehmbar seien (vgl. Bedore & Leonard 1995).

  • In sog. ExtensionenExtensionen greift die Therapeutin Äußerungen des Kindes oder eigene Äußerungen auf und erweitert diese. Mit gezielt eingesetzten GestenGesten solle sie die Wortsemantik von Einzelwörtern unterstreichen oder ein Modell für Wort-Geste-KombinationenWort-Geste-Kombinationen anbieten.

Schlesigers Methodenauswahl mischt rezeptionsorientierte mit evozierenden sprachproduktiven Methoden. Neben Lautmalereien, sozialen Wörtern und Ja/Nein-Fragen, die vorgegeben werden, um erste Äußerungen anzubahnen, sollen Routinen mit ErgänzungsmöglichkeitenSprachroutinen:mit Ergänzungsmöglichkeiten produktionsanregend wirken (z. B. „Wir machen jetzt die Kiste …?“). Wenn Kinder bereits entsprechende sprachliche Äußerungen produzieren, werden zur gezielten EvozierungEvozierung sprachlicher Strukturen auch Alternativfragen (z. B. „Möchtest du malen oder spielen?“) und W-Fragen verwendet.
Auswahl und Gewichtung der Therapieinhalte sind in Schlesigers Ansatz an den kommunikativen, konzeptuellen und symbolischen Kompetenzen des Kindes sowie an der Größe und Komposition seines rezeptiven und produktiven Lexikons ausgerichtet.
Ziel der Therapie ist der Aufbau des WortschatzesWortschatz:Aufbau bis hin zur Produktion von WortkombinationenWortkombinationen. Den Hypothesen des lexikalischen BootstrappingsBootstrapping:lexikalisches (Bates et al. 1988, 1995; Dale et al. 2000; Dionne et al. 2003) und der kritischen Masse (Marchman & Bates 1994; Bates et al. 1995; Locke 1994, 1997) zufolge soll das Kind im Anschluss an lexikalische Lernprozesse eigenaktiv grammatikalische Lernprozesse entwickeln. Genau wie alle anderen hier beschriebenen Therapieansätze versteht Schlesiger Schlesigers Therapieansatz:als Anschubtherapie für Entwicklungsdynamikihre Therapie also als „Anschubtherapie“, die eine EntwicklungsdynamikEntwicklungsdynamik im Kind in Gang setzen soll.
Interventionsstudien
Schlesiger (2009)Schlesigers Therapieansatz:Interventionsstudien Interventionsstudienevaluierte die Wirksamkeit ihres Therapiekonzepts mit einer randomisierten und kontrollierten Gruppenstudie. An dieser nahmen 34 Late-Talker teil, die durchschnittlich 2;4 Jahre alt waren und entweder rein expressive oder aber zusätzlich rezeptive Wortschatzeinschränkungen aufwiesen. Prä- und Postdiagnostik wurden verblindet durchgeführt. Die Kinder, die der Therapiegruppe zugelost wurden, erhielten über einen Zeitraum von 2–6 Monaten einmal wöchentlich eine 45-minütige Therapie, sofern sie das Therapieziel von 200 gesprochenen Wörtern mit einer ausgewogenen Lexikonkomposition und einer stabilen und flexiblen Produktion von Zweiwortäußerungen mit Verben nicht bereits früher erreichten. Die Kinder der Kontrollgruppe erhielten keine Behandlung. Sechs Monate nach Therapiebeginn zeigte die Therapiegruppe ein signifikant größeres produktives Lexikon und signifikant bessere Werte im Elternfragebogen (ELFRA-2; Grimm & Doil 2000) als die Kontrollgruppe. Der standardisierte Sprachentwicklungstest (SETK-2; Grimm 2000) belegte ein besseres Grammatikverständnis und ein größeres produktives Lexikon bei den Kindern der Therapiegruppe, während sich die beiden Gruppen im Wortverständnis jedoch nicht unterschieden. Der Vorteil für die Therapiegruppe blieb auch noch 6–10 Monate später ohne weitere Therapie nachweisbar (gemessen mit dem SETK 3–5 [Grimm 2001] und dem AWST-R [Kiese-Himmel 2005]); die Kinder waren nun durchschnittlich 3;4 Jahre alt. Sowohl Late-Talker mit rein expressiven als auch Late-Talker mit zusätzlichen rezeptiven Einschränkungen profitierten von der Therapie.
Fazit
Der Ansatz von Schlesiger wird in diesem Kapitel als child-centered definiert, da der Therapieinhalt vom Interesse und Aufmerksamkeitsfokus des Kindes bestimmt wird. Mit diesem Vorgehen trägt Schlesiger der Beobachtung Rechnung, dass Kinder besser lernen, wenn Wörter für sie interessant sind (Hollich et al. 2000; Hirsh-Pasek et al. 2000) und wenn das Wortlernen am kindlichen Aufmerksamkeitsfokus orientiert ist (Tomasello & Farrar 1986). Laut Schlesiger soll die Therapeutin aber nicht nur eine abwartende oder passive Haltung einnehmen, sondern punktuell neue Handlungen initiieren oder durch Hinweisreize kurzfristig die Aufmerksamkeit lenken. Auch durch die „Spielzeugkisten“ kann die Therapeutin eine gewisse Vorstrukturierung im Hinblick auf zu erlernende Wörter vornehmen. Daher hat der Ansatz auch hybride Anteile, d. h. er vereinigt Anteile von clinician-directed und child-centered approaches.
Schlesigers Ansatz kann als „Therapie der nächsten Generation“ verstanden werden. Denn er schlägt wie selbstverständlich eine Brücke zwischen Therapie und Theorie, da Anteile der experimentellen Grundlagenforschung zu Sprachentwicklungsstörungen mit dem therapeutischen Vorgehen verbunden sind. Ansätze wie der von Schlesiger beziehen Dannenbauers grundlegende Weichenstellungen in der Therapie als natürliche Grundlage mit ein und entwickeln diese weiter. Für eine (Weiter-)Entwicklung der SES-Therapieansätze in den letzten Jahren spricht zudem, dass nun auch therapeutische Literatur als Grundlagenliteratur verwendet wird, etwa zur Ableitung von Therapiemethoden (siehe z. B. Dannenbauer 1994 für die Modellierung).
Kritisch anzumerken ist, dass durch die Zusammenführung verschiedener theoretischer Modelle in der Therapie möglicherweise Konflikte entstehen, wie eine Intervention aus der Theorie heraus strukturiert werden müsste. Ein Beispiel dafür wäre die Einbindung produktionsorientierter Methoden (Evozieren von Sprachproduktion) auf einer theoretischen Basis, die auf Zollingers Vorstellungen sowie auf dem Emergenzmodell beruht.

Clinician-directed approaches im deutschen Sprachraum

Therapie nach Penner
Theoretische Fundierung
Zvi Therapie:nach Penner\t \"Siehe Penners TherapieansatzPenner (2002)Penners Therapieansatz Penners Therapieansatz:theoretische Fundierungbeschreibt aus einer nativistischen Position, dass der SpracherwerbSpracherwerb:nativistische Perspektive/Position einem rigiden Plan unterliegt. Phasenspezifisch sei beim Kind die Fähigkeit vorhanden, bestimmte TriggerTrigger aus dem InputInput für Spracherwerbsfortschritte zu nutzen. In der jeweiligen Phase stünden dem Kind auch entsprechende Lernmechanismen zur Verfügung. Für die Nutzung des Inputs seien insbesondere BootstrappingBootstrapping:Mechanismen-Mechanismen wichtig: Ausgehend von den Informationen einer sprachlichen Ebene könne das Kind Entwicklungsfortschritte auf einer anderen sprachlichen Ebene vollziehen.

Prosodisches Bootstrapping

Besondere Beachtung schenkt Penner dem prosodischen Bootstrapping:prosodischesBootstrapping: Das Kind nutzt den Erwerb prosodischer Regularitäten:prosodischeRegularitäten, um den Sprachstrom zu segmentieren, Wortstellungs- und morphologische Regularitäten zu erwerben. Von der Längung einer Silben:Längung (final syllable lengthening)Silbe im Sprachstrom kann z.B. auf eine Satz- bzw. Phrasengrenze geschlossen werden (final syllable lengthening), das trochäische Betonungsmuster dient dem Setzen von Wortgrenzen jeweils vor einer betonten und nach einer unbetonten Silbe (metrical segmentation metrical segmentation strategystrategy) und die Betonung von Elementen in einer Phrase lässt das Kind auf die Wortstellung im Satz schließen (head direction parameter)head direction parameter, z.B. die unterschiedliche Betonung in Äpfel essen vs. manger des pommes bei rechtsköpfigen Verbalphrasen im Deutschen im Gegensatz zu linksköpfigen Verbalphasen im Französischen (vgl. Ambridge & Lieven 2011).
Auch morphologische Erwerbsprozesse:morphologischeErwerbsprozesse sind durch prosodische Regularitäten bestimmt, so hängt z. B. die Art der Bildung von Pluralformen, Substantivierungen, Partizipformen, Diminutiven und Komposita von prosodischen Strukturen ab (Penner 2006).
Nach Penner besitzen Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen (SES) eine reduzierte Bootstrapping-Kapazität, sodass sie in bestimmten Spracherwerbsphasen die Inputinformationen nicht ausreichend nutzen können. Dadurch ergeben sich, wie beim Late-Talking, zunächst Verzögerungen und später Stagnationen im Spracherwerb. Die Annahme reduzierter prosodischer Bootstrapping-Bootstrapping:reduzierte KapazitätenKapazitäten sieht Penner durch die Beobachtung prosodischer Auffälligkeiten Auffälligkeiten:prosodischein den Produktionen von Kindern mit SES bestätigt (vgl. Oller et al. 1999; Penner & Fischer 2000; Fikkert & Penner 1998; Fikkert et al. 1998; Penner & Wymann 1999). Er führt dieses Problem auf eine verlangsamte Reifung der Hörbahn Hörbahn:verlangsamte Reifungzurück (Penner 2006). Untersuchungen mit der Brainstem Evoked Responses Audiology BERA (Brainstem Evoked Responses Audiology)(BERA) zeigten retrospektiv, dass bei den Kindern mit auffälliger Sprachentwicklung im Alter von zwei Jahren bereits im Alter von sechs Monaten eine verzögerte Reizweiterleitung beim Hören zu beobachten gewesen war. Penner vermutet, dass die Kinder deshalb wichtige Informationen aus dem Input nicht aufnehmen konnten.
Neben Kapazitäten zum frühen Bootstrapping stehen Kindern im ungestörten Spracherwerb auch bestimmte Lernprinzipien Lernprinzipien:Wortschatzfür den Wortschatzaufbau zur Verfügung, die wie ein „Filter“ für das frühe Wortlernen wirken und die Zahl möglicher Referenten für eine Wortform einschränken (vgl. Penner 2006):
  • Prinzip der Objektganzheit (whole object constraintwhole object constraint): Lernprinzipien:Objektganzheit (whole object constraint)Wörter beziehen sich primär auf ganze Gegenstände und nicht auf Teile, Substanzen oder Eigenschaften (Markman 1994).

  • Prinzip der Formpräferenz (shape biasshape bias): Lernprinzipien:Formpräferenz (shape bias)Gegenstände, die die gleiche Form (Kontur) haben, tragen die gleiche Bezeichnung (Smith 2000).

  • Bevorzugung Lernprinzipien:taxonomische Beziehungen (taxonomic assumption)taxonomischer Beziehungen (taxonomic assumptiontaxonomic assumption): Neue Wortbedeutungen werden in ein hierarchisches System geordnet; so gehören Pferde, Hunde und Katzen z. B. in die Gruppe der Tiere (Markman 1994).

  • Mutual exclusivity constraint:mutual exclusivity constraint Bei der Entdeckung Lernprinzipien:Ausschluss bekannter Wörter (mutual exclusivity constraint)neuer Bedeutungen schließt das Kind die bekannten Wörter aus und fokussiert sich auf unbekannte Wörter für neue Objekte (Markman 1994).

Nach Penners nativistischer Sichtweise sind solche angeborenen Wortschatzlernprinzipien Wortschatz:Lernprinzipienbei Sprachentwicklungsstörungen beeinträchtigt, was den frühkindlichen Wortschatzerwerb negativ beeinflusst (Penner 2006). Auffälligkeiten beim Erwerb von Verben Verben:ErwerbEvent Structural Bootstrappingerklärt Penner damit, dass Kinder mit SES das Event Structural Bootstrapping nicht nutzen: Im ungestörten Spracherwerb analysieren Kinder demnach zunächst bei resultativen Verben nur den Endzustand innerhalb einer bestimmten Ereignisstruktur (z. B. etwas ist zu, etwas ist auf) und erwerben die restlichen Bedeutungskomponenten der Verben erst später. Zu dieser Zeit treten viele Verbpräfixe im kindlichen Lexikon auf. Kinder mit SES würden jedoch nicht zwischen resultativen Verben und nicht-resultativen Verben Verben:resultativeVerben:nicht-resultative(z. B. ausmachen vs. spielen) unterscheiden, sodass resultative Präfixe in den kindlichen Produktionen zunächst ausbleiben und die Verbsemantik Verbsemantiklangfristig abweichend repräsentiert ist. Eine abweichende Repräsentation für resultative Verben fand sich bei Kindern mit SES zwischen 2;11 und 8;7 Jahren (Penner et al. 1998; Schulz et al. 2001).
Beschreibung
Diagnostisch empfiehlt Penner, bei Late-Talkern neben der Größe des Lexikons auch auf das Vorhandensein von resultativen Verben (wie z. B. aufmachen) zu achten, die ein erfolgreiches Event Structural Bootstrapping anzeigen. Um den Erwerb prosodischer Regularitäten einschätzen zu können, soll darauf geachtet werden, ob die Kinder Wörter mit trochäischem Betonungsmuster Betonungsmuster:trochäisches(also mit finaler Schwa-Silbe) produzieren. Nach Penners Ansicht lässt sich aus Wortbildungen auf die zugrunde liegenden prosodischen Kompetenzen schließen. Wenn Kinder bereits Wortkombinationen verwenden, soll auf das Vorhandensein von Äußerungen mit „auch“ und „nicht“ geachtet werden, da diese Penner zufolge eine zentrale Rolle für die Entwicklung der Satzgrammatik spielen (vgl. Penner, Tracy & Wymann 1999). Nomen mit Genitiv-s (z. B. Lisa-s Ball) deuten zudem auf den beginnenden Erwerb der Artikeleinsetzungsregel Artikeleinsetzungsregelhin (Penner 2006).

Beispiele

Das Vorgehen innerhalb des Förderprogramms zielt auf eine höhere Nutzungseffizienz der Inputinformationen beim Kind. Das Kind soll erfahren, in welchem Bereich der Sprache sich Regeln für seinen nächsten Entwicklungsschritt finden lassen. Um es für die trochäische Grundbetonungsregel zu sensibilisieren, werden sprachrhythmische Regeln der Wortbildungen Betonungsmuster:bei Pluralbildung/bei Diminutivenkontrastiv aufgezeigt (z. B. Tisch vs. Tische [TrochäusTrochäus] bei der Pluralbildung oder Monika – Moni bei Diminutiven). Die kontrastiven Wortformen werden in den Input eingebettet, z. B. in vorstrukturierten Situationen mit Bildkärtchen (ein Tisch – viele Tische). Der Input:nicht als SprachbadInput wird gezielt auf die für das Kind relevanten Informationen reduziert („Pipette statt Sprachbad“, Penner 2006), ohne jedoch die grammatische Input:grammatische KomplexitätKomplexität grundlegend zu verändern.

Ein weiteres Element der Frühförderung ist das Sortieren von Sortieren:von Objekten (Kategorienbildung)Objekten, um so die KategorienbildungKategorienbildung als kognitive Basis für den Erwerb von WortbedeutungenWortbedeutungen zu fördern. Über das Sortieren von Sortieren:von Kärtchen (Raumkonzepte)Kärtchen mit unterschiedlichen Raumkonzepten sollen zudem die kognitiven Voraussetzungen für den Erwerb von PräpositionenPräpositionen geübt werden. Um den Erwerb von Verben zu unterstützen, werden Handlungen mit einem natürlichen Endpunkt (resultativ) und Verben ohne natürlichen Endpunkt (prozessorientiert) kontrastiert. Weitere Inhalte sind Wortschatzlernprinzipien (Objektganzheit, Taxonomien und Formpräferenz) sowie ein Input mit Possessivstrukturen (z. B. Lisa-s Ball) für den Erwerb der Artikeleinsetzungsregel und ein Input mit Sätzen mit „auch“ für den Erwerb der Verbzweitstellung.

Penners Konzept für die frühe Sprachförderung Sprachförderung\t \"Siehe Förderunghat das Erreichen des „Entwicklungsalters 2;6 Jahre“ zum Ziel, wobei aber nicht zwischen früher Förderung Förderung:früheund früher Therapie unterschieden wird. Penner (2006) fordert unterschiedliche Fachleute, insbesondere Erzieherinnen, dazu auf, das Förderprogramm Förderprogrammmit einer Frequenz von 10 Minuten täglich bei den betroffenen Kindern anzuwenden. Da die Zielgruppe bereits sehr junge Kinder im Alter von 12–18 Monaten sowie Kinder mit Deutsch als Zweitsprache einschließt, ist das Förderprogramm nicht auf Late-Talker Late-Talker:Förderprogrammbeschränkt.
Interventionsstudien
Interventionsstudien Interventionsstudienfür die Sprachförderung von Penners Therapieansatz:FörderprogrammLate-Talkern nach Penner liegen bisher nicht vor. Bei Kindern im letzten Kindergartenjahr wurde eine externe Evaluation des Förderprogramms durchgeführt. Bei der Anwendung im Gruppenkontext zeigten sich keine Effekte der sprachspezifischen Förderung nach Penner im Vergleich zu einer unspezifisch geförderten Kindergruppe (Hofmann et al. 2008). Das methodische Vorgehen der Studie wurde allerdings u. a. im Hinblick auf die mangelnde Vergleichbarkeit der Kindergruppen (unterschiedlich hoher Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund) kritisiert (Kaltenbacher & Stutterheim, unveröff.).
Fazit
Wegen der hohen Vorstrukturierung des Förderprogramms wird Penners Ansatz als clinician-directed eingeordnet. Inhalte und methodisches Vorgehen sind deutlich von der durchführenden Person bestimmt. Bei seinem strikt theoretisch abgeleiteten Programm beschränkt sich Penner auf die theoretische Grundlagenliteratur, ohne auf therapeutische Grundlagenliteratur, wie z. B. therapeutische Ableitungsmodelle (Fey & Finestack 2009) oder verschiedene Definitionen von Therapiemethoden (Fey, Long & Finestack 2003 allgemein für Grammatiktherapie; Dannenbauer 1994 für Inputspezifizierung und Modellierung) Bezug zu nehmen. Zum Erreichen des therapeutischen Ziels hält Penner die theoriegeleitete Durchführung auf der Basis der nativistischen Sichtweise für wesentlicher als eine kindgerechte Umsetzung. So kommt es zu einer Vorgehensweise, die für junge Kinder starr und trainingshaft wirkt. Tägliches Üben in einer Situation, in der die Sprache funktional reduziert und aus der natürlichen Kommunikation entfernt ist, konfligiert mit Ansätzen wie der Fördersystematik von Jampert et al. (2006), die einer Sprachförderung ohne die Einbettung in eine natürliche Handlung gerade innerhalb der Kita jegliche Effektivität absprechen.
Eine besondere Position nimmt Penners Ansatz insofern ein, als beim methodischen Vorgehen nicht zwischen Late-Talkern, mehrsprachigen Kindern oder auch älteren Kindern unterschieden wird. Penner sieht das Late-Talker-Stadium als Durchgangsstadium und von daher gibt es für ihn keinen Grund, eine andere therapeutische Vorgehensweise bei diesen Kindern zu wählen.
PLAN
Theoretische Fundierung
Der PLAN:theoretische FundierungPatholinguistische Ansatz zur Therapie von Sprachentwicklungsstörungen Patholinguistischer Ansatz zur Therapie von Sprachentwicklungsstörungen\t \"Siehe PLAN(Siegmüller & Kauschke 2006), kurz PLAN PLANgenannt, ist ein theoretischer Rahmen zur Behandlung aller möglichen Störungsausprägungen innerhalb einer Sprachentwicklungsstörung. Für Late-Talker ist eine besondere Aufbereitung der Therapie auf der lexikalisch-semantischen Ebene vorgesehen. Ebenso wie bei Penner gelten Late-Talker nicht als eine besondere Gruppe neben der Gruppe sprachentwicklungsgestörter Kinder. Late-Talking wird vielmehr als eine frühe Ausprägung dieser Störung bzw. als Risikofaktor für die Entwicklung einer Sprachentwicklungsstörung betrachtet. Im Unterschied zu Penner wird jedoch auf die Late-Blooming-Problematik eingegangen und eine Therapie erst ab 2;6 Jahren empfohlen (Rescorla, Dahlgaard & Roberts 1997), wenn sich nach einer engmaschigen Beobachtung des Kindes ab dem zweiten Geburtstag keine Veränderung im Entwicklungsprofil erkennen lässt (vgl. Kauschke 2003, 2006a).
Der PLAN basiert auf emergenzorientierten Gedanken (Hirsh-Pasek & Golinkoff 1996; Hollich et al. 2000). Daher besteht die Vorgehensweise hauptsächlich darin, eigenaktives Lernen von Wörtern und Regeln in der rezeptiven Sprachverarbeitung Sprachverarbeitung:rezeptivezu etablieren und das Kind vom Erwerbsmoment bis zur Anwendung in der Produktion zu begleiten. Der PLAN vereinigt also rezeptive und produktive Methoden und definiert Erwerbsschritte folgendermaßen:
  • Durch Inputspezifizierungen Inputspezifizierungwerden die Zielstrukturen hochfrequent präsentiert, was dem Kind die Verarbeitung vereinfacht.

  • Mit der beginnenden Verarbeitung beginnt das Kind sich aus seinem aktuellen Sprachniveau herauszulösen.

  • In der produktiven Erprobungsphase Erprobungsphase:produktiveproduziert es nebeneinander Strukturen des alten und des neuen Niveaus.

  • Danach nimmt die Produktion von Strukturen, die der überwundenen Ebene entsprechen, allmählich ab.

Beschreibung
Therapiemethoden und Therapieziele/Therapiebereiche sind in zwei „Baukästen“ (Siegmüller & Kauschke 2006: Kap. 3) organisiert, aus denen sich für jedes Kind individuell ein zielgerichtetes und methodisches Vorgehen zusammenstellen lässt. Ziele und Methoden sind im PLAN konsequent getrennt und entsprechend definiert: Das Therapieziel Therapieziele:und Therapiemethodengibt die inhaltliche Richtung vor, in die sich die Therapie entwickeln soll (alternativ auch als Therapiegegenstand bezeichnet). Die Therapiemethode ist die Umsetzungsform, also der Weg, auf dem das Ziel erreicht werden soll (Siegmüller & Kauschke 2006: Kap. 5).
Insgesamt werden im PLAN PLAN:direkte und indirekte Methodenfünf Methoden beschrieben und als indirekt (Inputspezifizierung,Inputspezifizierung Modellierung,Modellierung einfache Übung)Übungen:einfache oder direkt (metasprachliche Übung,Übungen:metasprachliche Kontrastierung,Kontrastierung Metasprache)Metasprache unterteilt. In Bezug auf die Klassifikation von Paul (2007) kann der PLAN daher als hybrid bezeichnet werden. Um child-centered vorzugehen, kann man für ein spezifisches Kind ein indirektes Vorgehen wählen und dem Kind in freien Situationen durch Modellierung Feedback geben. Interaktive Inputspezifizierungen Inputspezifizierung:interaktivestehen als konsequente Umsetzung des child-centered Paradigmas zur Verfügung. Doch es lässt sich auch eine strikt clinician-directed Therapie konzipieren, bei der dem Kind Inputsequenzen Inputsequenzenpräsentiert werden, ohne in eine aktive Interaktion mit dem Kind zu treten. Übungen können mit oder ohne metasprachlichen Anteil verwendet werden, ebenso wie das direkte Vorgehen Kontrastierungen umfassen kann. Da alle Methoden unter den Annahmen des Emergenzmodells Emergenzmodellinterpretiert werden, bleibt trotz der Methodenvielfalt ein einheitlicher theoretischer Rahmen bestehen.
Für die Late-Talker-Therapie Late-Talker-Therapie:PLANwird eine Auswahl an Methoden wie Inputspezifizierung, Modellierung und einfache Übung empfohlen. Bei der Late-Talker-Therapie handelt es sich um eine lexikalische Therapie, die phonologisch-prosodische oder syntaktisch ausgerichtete Vorgehensweisen ausschließt, teilweise aber semantische Anteile einbezieht (Siegmüller & Fröhling 2003). Die Therapieziele liegen im Therapiebereich „Erwerb und Festigung von Wörtern und Wortbedeutungen“. Neben Late-Talkern können auch ältere Kinder mit einem Wortschatzdefizit in diesem Therapiebereich behandelt werden (durch andere Aufbereitung der Methoden und Zielwortgruppen). Das Ziel der Late-Talker-Therapie besteht darin, ein frühkindliches Lexikon mit einem Umfang von 50 Wörtern und beginnendem Übergang in den Wortschatzspurt aufzubauen. Die Auswahl der Zielwörter erfolgt auf empirischer Basis anhand der Arbeit von Kauschke (1999, 2000), welche die Entwicklung der verschiedenen Wortarten Wortartenbis zum Einsetzen des Wortschatzspurts fokussiert. Kauschke (2006b) beschreibt verschiedene Entwicklungsphasen, die von den ersten Wörtern bis in den Wortschatzspurt reichen und die in der Therapie nachvollzogen werden, wobei Verben und Nomen vermehrt Gewicht erhalten (Kauschke & Konopatsch 2001; Siegmüller 2002). Vor allem Verben,Verben die als Vorläufer der Grammatikentwicklung betrachtet werden, sollten innerhalb der ersten 50 Wörter im Inventar auftreten. Durch Inputspezifizierungen und rezeptive Übungen werden die Zielwörter im Verständnis und durch freie Situationen mit Modellierung und produktiven Übungen in der Sprachproduktion verankert. Die Late-Talker-Therapie endet, sobald schnelleres Wortlernen bzw. ein erkennbarer Wortschatzspurt einsetzt. Sie kann aber auch in den Übungsbereich „Auslösung des Fast-Mapping-Fast-MappingProzesses“ übergehen, in dem der Wortschatzspurt therapeutisch unterstützt wird. Wenn das Kind trotz schnelleren Wortlernens die Zwei- und Mehrwortebene nicht erreicht, ist ein Übergang zu syntaktischen Therapiebereichen möglich (Therapiebereich „Aufbau von Wortkombinationen“).
Interventionsstudien
PLAN PLAN:Interventionsstudienist mit InterventionsstudienLate-Talkern in einer kleineren Gruppenstudie (Siegmüller & Fröhling 2003) und einer Einzelfallstudie untersucht worden (Kauschke & Konopatsch 2001). In der Studie von Siegmüller & Fröhling (2003) waren Erwerbseffekte im Lexikon sowie die Beschleunigung des Wortlernens nach Abschluss der Therapie zu beobachten, während sich bei einer Kontrollgruppe ohne Therapie keine solchen Effekte zeigten. In der Therapie wurde die Kategorisierungsfähigkeit Kategorisierungsfähigkeitmit den Kindern trainiert. Kauschke & Konopatsch (2001) konnten aufzeigen, wie sich durch eine Therapie im Verblexikon, die das lexikalische Wissen vergrößert, auch die Entwicklung der Grammatik unterstützen lässt.
Fazit
Als einziger Therapieansatz im deutschen Sprachraum macht der PLAN alle Störungsausprägungen der Sprachentwicklungsstörung unter einem einheitlichen theoretischen Modell therapierbar. Dies stellt eine Weiterentwicklung in der Therapieforschung dar, denn zum einen tritt der PLAN aus der Konzeption einer Therapie als Programm heraus, indem die von anderen Autoren geforderte theoretische Basierung in individuell konzipierten Therapien in den Vordergrund rückt (Fey & Finestack 2009), und zum anderen wird die 1:1-Zuordnung von Therapieansatz und Störungsbild im deutschen Sprachraum zum ersten Mal überwunden. Kritisch zu sehen ist, dass die Umsetzung des Emergenzmodells in Methodik und Zielstellungen teilweise noch nicht konsequent gelingt und dass der PLAN teilweise noch in der nativistischen Sichtweise verhaftet bleibt. So folgen „produktive Übungen“ z. B. nicht der Annahme des Emergenzmodells, dass Spracherwerbsfortschritte durch die (rezeptive) Analyse des Inputs ausgelöst werden, und der Übungsbereich „Auslösung des Fast-Mapping-Prozesses“ basiert auf der Annahme angeborener Erwerbsmechanismen, die durch eine sehr kurze Intervention aktiviert werden können.
Late-Talker-Therapie nach dem THE-SES-Ansatz (LST-LTS-Projekt)
Theoretische Fundierung
Die THE-SES-Therapie THE-SES-Therapie(„THEoriegeleitete Therapie bei SES“) ist seit 2007 als THE-SES-Therapie:theoretische FundierungWeiterentwicklung des PLAN aus Late-Talker-Therapie:THE-SES-Ansatzverschiedenen Therapieforschungsprojekten hervorgegangen. Folgende Überlegungen liegen LST-LTS-Projektdem therapeutischen Handeln zugrunde:
  • Die therapeutischen Schritte und die Methoden ihrer Umsetzung sind konsequent theoriegeleitet.

  • Es handelt sich um eine an theoretisch abgeleiteten Entwicklungsprozessen und weniger an Symptomen orientierte Therapie.

  • Therapeutische Traditionen, die nicht theoretisch begründet werden können (wie z. B. Übungen zum Transfer in die Spontansprache), werden vernachlässigt.

Die THE-SES-Therapie ist strikt am Emergenzmodell Emergenzmodellorientiert, woraus sich eine Präferenz THE-SES-Therapie:indirekte Methodenfür indirekte Methoden ergibt (nach der Definition von Siegmüller & Kauschke 2006): Neben der Inputspezifizierung,Inputspezifizierung die im Vordergrund steht, kommen rezeptive Übungen Übungen:rezeptivezur Anwendung. Teilweise werden die T2herapiesitzungen mit Modellierungen Modellierungbeendet. Methodisch wird somit der Schwenk zur rezeptiven Therapie noch stärker vollzogen als im PLAN. Nach einem zweistufigen Denkmodell werden auch THE-SES-Therapie:direkte Methodendirekte Methoden verwendet, wenn bei der Intervention Verarbeitungsaspekte und nicht Entwicklungsaspekte im Vordergrund stehen (z. B. bei der Therapie von Wortfindungsstörungen Wortfindungsstörungen[Beier 2012] oder der Therapie textgrammatischer Störungen textgrammatische Störungen[Ringmann 2014]).
Die THE-SES-Therapie basiert auf der Grundannahme, dass das eigentliche Erwerbsmoment im Verstehen von Strukturen bzw. Regeln liegt. Durch verminderte Verarbeitungskapazitäten Verarbeitungskapazitäten:verminderteim Kind kann dieses Verständnis erschwert bzw. behindert sein (Bishop 2000; Kauschke 2007) und durch den Einsatz therapeutischer Methoden wieder angestoßen werden (Evans 2001). Nach der vollständigen rezeptiven Analyse überträgt das Kind es in die Produktion. Eine nicht erfolgende Produktion ist ein Hinweis darauf, dass die rezeptive Verarbeitung noch unvollständig ist (Weissenborn 2000). Die verbesserte Sprachproduktion der Kinder wird in Freispielsituationen modellierend unterstützt und lässt sich als Evaluationsmoment für den Therapieerfolg heranziehen.
Beschreibung
Die THE-SES-Therapie beinhaltet u. a. eine Therapie für Kinder mit weniger als 50 Wörtern im produktiven Wortschatz. Als Mindestalter zur Feststellung der Therapienotwendigkeit sind 24 Lebensmonate festgelegt, während nach oben keine chronologische Altersbegrenzung definiert ist. Zu Beginn der Therapie wird der gesamte produktive Wortschatz des Kindes erhoben und mit einer Wortliste abgeglichen, deren Wörter danach evaluiert sind, ob sie im natürlichen Erwerb sprachunauffälliger Kinder in der Phase des frühkindlichen Lexikons regelmäßig auftreten (Siegmüller & Pomnitz 2011). Auf dieser Liste sind die Zielwörter Zielwörter:THE-SES-Therapieder Therapie nach der Wortartenfolge Wortartenfolgevon Kauschke (2006) sortiert und in einer „optimalen Reihenfolge“ durchnummeriert. Die Therapie beginnt mit dem Wort, das die niedrigste Zahl auf der Liste aufweist und noch nicht im produktiven Lexikon des Kindes zu finden ist.
Die Therapie ist als Inputverstärkung Inputverstärkungaufgebaut, d. h. die Zielwörter Zielwörter:hochfrequente Präsentationwerden hochfrequent mit einem nach seiner Stärke kontrollierten Impuls präsentiert22

2

Der Unterschied zwischen einer Inputspezifizierung nach PLAN (Siegmüller & Kauschke 2006) und einer Inputverstärkung besteht darin, dass bei der Inputverstärkung das Ausmaß der Verstärkung kontrolliert wird. Inputverstärkungen werden als stark, mittel und schwach klassifiziert. Begleitende Analysen des Lernerfolgs im LST-LTS-Projekt belegten, dass sich je nach Inputstärkegrad unterschiedliche Lernerfolge erzielen lassen (Siegmüller, Otto, Herzog-Meinecke, Schröders & Sandhop 2009).

. Im zugrundeliegenden LST-LTS-Projekt (Lexikalische und syntaktische Therapie bei Kindern im Late-Talker-Stadium), einem Projekt zum Testen der Therapiewirksamkeit, wurden die Wirksamkeitsbedingungen der Inputverstärkung untersucht (Siegmüller 2012), um die Effektivität der Methode zu optimieren. Dem häufiger geäußerten Vorwurf eines „Sprachbades“ durch die Inputspezifizierung Inputspezifizierung:Stärke des ImpulsesInput:nicht als Sprachbadwurde auf diese Weise begegnet: Es zeigte sich, dass weniger die Dauer der Inputgabe als vielmehr die Stärke des Impulses für den Erwerbserfolg des Kindes verantwortlich war (Siegmüller 2012).
Die Inputverstärkungen fokussieren 1–3 Wörter pro Sitzung, und es werden fortwährend neue Wörter eingeführt. Nur wenn das Kind ein Zielwort trotz Inputverstärkung nicht verstanden hat (informelle Abprüfung in einem Spielkontext), wird das Zielwort in einer zweiten Sitzung noch einmal in einer Inputverstärkung angeboten. Das bedeutet, dass die Therapie voranschreitet, ohne die Produktion des Zielwortes abzuwarten. Diese erfolgt unkontrolliert und situationsabhängig. Während der Therapie wird der im Alltag neu hinzugewonnene Wortschatz fortlaufend dokumentiert. Sobald sich das Wortlerntempo des Kindes (gemessen an neu gesprochenen Wörtern) beschleunigt hat, endet die Therapie. Wenn das Kind etwa 50 Wörter erworben hat, sollte es anfangen, Wortkombinationen zu produzieren. Diese Entwicklung wird durch den gezielten Einsatz von Verben und Funktionswörtern auf der Wortliste unterstützt33

3

Erfolgt keine Produktion von Wortkombinationen, schließt sich eine syntaktische Therapie an.

.
Interventionsstudien
Im InterventionsstudienLST-LTS-Projekt,LST-LTS-Projekt:Interventionsstudien in dem die THE-SES-Therapie THE-SES-Therapie:Interventionsstudienin einer groß angelegten Einzelfallserie (N=189 Kinder) evaluiert wurde, zeigte sich, dass bei 92 % der teilnehmenden Kinder mit einem Startwortschatz von durchschnittlich 16,5 Wörtern nach durchschnittlich 10,6 Sitzungen Verweildauer ein Wortschatzspurt einsetzte. Dieser galt als erreicht, wenn sich das Wortlerntempo des Kindes während der Therapie verdoppelte. Zur Berechnung wurden die neu produzierten Wörter kontinuierlich dokumentiert, die Anzahl über einen Zeitraum von vier Wochen addiert und mit der Summe der darauffolgenden vier Wochen verglichen. Nur wenn sich die Anzahl neuer Wörter in der zweiten Phase verdoppelt hatte, wurde von einem Wortschatzspurt ausgegangen. Es zeigte sich, dass extrem früh geborene Kinder (N=11) deutlich mehr Zeit zum Erreichen des Therapieziels benötigen und dass Kinder mit komplexen Störungsbildern (N=26) gut, aber im Tempo heterogener auf die Therapie reagieren (Siegmüller, in Vorb.). Die Einzelfallserie umfasste Kinder im Late-Talker-Alter (2;0 bis 3;0) und Kinder über 3;0 Jahre, die zu Therapiebeginn ebenfalls weniger als 50 Wörter im Wortschatz aufwiesen. Hinsichtlich der Verweildauer ergaben sich Alterseffekte (Ringmann et al. 2010), wenn die Inputstärke nicht kontrolliert wurde – ältere Kinder benötigten mehr Therapieeinheiten bis zum Erreichen des Wortschatzspurts als jüngere Kinder. Bei kontrollierter Inputstärke war kein Alterseffekt bis 3;6 mehr messbar, bei den älteren Kindern zeichnete sich jedoch ein Trend zu einer längeren Verweildauer in der Therapie ab, wenn zwischen den einzelnen Sitzungen durchschnittlich mehr als eine Woche Zeit lag (Siegmüller, in Vorb.).
Fazit
Die THE-SES-Therapie für Late-Talker Late-Talker-Therapie:LST-LTS-Projektbasiert auf einem der umfangreichsten kindzentrierten Sprachtherapieforschungsprojekten, das bisher in Deutschland durchgeführt wurde, dem (LST-LTS-Projekt (Siegmüller et al. 2010; Herzog-Meinecke & Siegmüller 2008). Neben der theoretischen Ableitung aus dem Emergenzmodell und der theoretisch basierten Therapiemethodik besitzt die THE-SES-Therapie somit eine empirische Grundlage, die Aussagen über die Wirksamkeit der Therapie erlaubt.
Obwohl in der THE-SES-Therapie THE-SES-Therapie:als clinician-directed approachdie nach dem PLAN als indirekt klassifizierten Therapiemethoden präferiert werden, handelt es sich um einen reinen clinician-directed approach. Empirische Vergleiche zwischen der interaktiven Inputspezifizierung (interaktive Handlungssituation zwischen Therapeutin und Kind) und der Inputsequenz (Vorlesen einer vorgeschriebenen Geschichte) zeigen, dass beide Präsentationsarten zu gleichen Effekten bei den behandelten Kindern führen (Siegmüller 2012), was die Hinwendung zum clinician-directed approach empirisch untermauert. Eine hohe Inputstärke kann in Inputsequenzen besser gewährleistet werden. Mit diesem Vorgehen steht die THE-SES-Therapie bisher allein da – während andere Therapieansätze entweder aus ethisch-moralischen Sichtweisen über das Kind, aus theoretischen Annahmen der Autoren oder aus der pädagogischen Tradition des Fachs eine child-centered bzw. clinician-directed Methodik wählen. Neben der theoretischen Ableitung der Therapieziele und empirischen Wirksamkeitsbelegen für die THE-SES-Therapie sind auch theoretische und empirische Legitimationen für die verwendete Therapiemethodik erbracht worden.

Reflexion

Theoriebezug
Im Gegensatz zu älteren Therapieansätzen Therapieansätze:Theoriebezugbei Sprachentwicklungsstörungen (Kap. 10.2.3) haben alle hier vorgestellten Ansätze bei Late-Talkern einen klaren Theoriebezug (Tab. 10.1). Dies mag darin begründet sein, dass die Therapieforschung zu Late-Talkern aus stärkerem theoretischem Wissen über den Spracherwerbsverlauf bzw. über das Risiko in der Entwicklung von Sprachentwicklungsstörungen hervorging, als dies zu Beginn bei diesem Störungsbild der Fall war. Darüber hinaus besteht inzwischen hinsichtlich der Frage, ob eine theoretische Fundierung therapeutischen Vorgehens notwendig ist, weitgehender Konsens (Duchan 2004). Die theoretischen Positionen der einzelnen Autoren unterscheiden sich jedoch.
Durch den kognitiven Determinismus kognitiver Determinismushebt sich der Ansatz von Zollinger am stärksten von den anderen Therapieansätzen ab, die von einer Modularität sprachlicher Fähigkeiten sprachliche Fähigkeiten:Modularitätausgehen. In allen anderen Therapieansätzen ist die Sprache selbst Gegenstand der Therapie. Obwohl ausgewählte kognitive Fähigkeiten als notwendige Vorläufer für die Sprachentwicklung Sprachentwicklung:Vorläufererachtet werden und somit das Kategorisieren von Objekten Kategorisieren:von Objekten(Penner und PLAN), die Begriffsbildung Begriffsbildung(PLAN) oder das Symbolspiel Symbolspiel(Schlesiger) ebenfalls Therapieinhalte Therapieinhaltesind, werden diese nicht zum vordringlichen Inhalt der Therapie. Sprachliche Entwicklungsprozesse besitzen einen unabhängigen Status. Zollinger geht davon aus, dass eine Vorläufertherapie eine Therapie der sprachlichen Fähigkeiten in den meisten Fällen unnötig macht.
Penners Therapieansatz ist der einzige, der sich auf nativistische Modellvorstellungen nativistische Modellvorstellungenbeziehen lässt.
Schlesigers Ansatz und der PLAN beziehen sich beide auf das Emergenzmodell.Emergenzmodell Trotz dieser gemeinsamen Grundlage unterscheiden sich sowohl die Therapieinhalte als auch das methodische Vorgehen. Da Schlesiger interaktive Therapieinhalte Therapieinhalte:interaktive(interactive cues) und deren theoretische Position berücksichtigt, unterscheiden sich die Interpretationsrahmen für die einzelnen Methoden in ihrem Konzept. So beschreibt das Emergenzmodell Emergenzmodell:interactive cuesinteractive cues interactive cuesals relevant für die frühe Sprachentwicklung. Der konsequenter am Emergenzmodell orientierte PLAN berücksichtigt allerdings nicht alle cues dieses Modells, sondern fokussiert die verschiedenen linguistischen Hinweise, die Kinder verwenden können.
Die THE-SES-Therapie gibt für die Intervention bei Late-Talkern ein ausschließlich rezeptives Vorgehen vor. Auch sie begründet es mit dem Emergenzmodell, dass das Erwerbsmoment als solches, das im rezeptiven Verarbeiten des Kindes liegt, fokussiert wird. Das unterscheidet diese Therapie und die des PLAN von Schlesigers Ansatz, der produktiv-elizitierende Methoden produktiv-elizitierende Methodenbevorzugt.
Methoden und Wirksamkeitsbeleg
Die aussagekräftigsten Evidenzen in der kindzentrierten Late-Talker-Therapie Late-Talker-Therapie:Evidenzenließen sich bisher für die Ansätze von Schlesiger Schlesigers Therapieansatz:Evidenzenund die THE-SES-Therapie THE-SES-Therapie:Evidenzendurch das LST-LTS-Projekt LST-LTS-Projekt:Evidenzenerbringen. Für ein rezeptives Vorgehen spricht auch, dass im LST-LTS-Projekt die kürzeste Verweildauer der Kinder in der Phase des frühkindlichen Lexikons nachgewiesen wurde (Siegmüller, in Vorb.). Es könnte sein, dass die Produktionsorientierung ebenso wie direkte Methoden, die Penner Penners Therapieansatz:direkte Methodenbei jungen Kindern einsetzt, eine weniger erwerbsauslösende Wirkung haben als allgemein angenommen. Damit geht jedoch einher, dass die Therapeutinnen keine direkte Möglichkeit mehr haben, den Lernerfolg ihrer Therapie zu kontrollieren.
Während Zollinger Zollingers Therapieansatz:Methodenmethodisch kein genaues Vorgehen in der Therapie vorgibt, sondern eher mit Beispielen und Fallbeschreibungen arbeitet, sind die Ansätze von Penner, Schlesiger und PLAN in ihren Zielen und Methoden systematisch aufgebaut. Penners Förderansatz richtet sich weniger spezifisch an der konkreten Symptomatik einzelner Kinder aus und wirkt eher wie ein „Breitbandprogramm“, während in Schlesigers Ansatz und PLAN eine Auswahl der Therapieinhalte Therapieinhalte:Auswahlanhand der Fähigkeiten und der Symptomatik des einzelnen Kindes getroffen wird. Für Schlesiger sind Ziel und Methode voneinander abhängig, während beim PLAN die Unabhängigkeit beider Bereiche im Vordergrund steht. In der THE-SES-Therapie wird ein festes Ziel aufgestellt, das sich aus bestimmten Symptomen ableitet: Anhand der Zuordnungskriterien wird jedem Kind ein individueller Einstieg in die Therapie Therapie:individueller Einstiegermöglicht, die anschließend einem vorgegebenen Raster folgt, dabei allerdings das Lerntempo Lerntempojedes Kindes beachtet. So erfolgt in der Late-Talker-Therapie Late-Talker-Therapie:Zielwörterdie Auswahl der anzubietenden Zielwörter Zielwörterund die Menge neuer Zielwörter am Kind orientiert. Eine Übersicht über die kindzentrierten Therapieansätze im deutschen Sprachraum findet sich in Tabelle 10.1.
Einige Interventionsansätze für Late-Talker gibt es bereits im deutschen Sprachraum. Sie existieren nebeneinander her, und eine Wirksamkeitsdebatte steht noch aus. Trotzdem lässt sich ein hoffnungsvolles Fazit dieses Kapitels ziehen: Da Konzepte zur internen und externen Evaluation zur Verfügung stehen, sollte eine qualitativ hochwertige Versorgung der ganz jungen Kinder möglich sein. Daneben dürfen Praktiker und Therapieforscher die Grundlagenforschung nicht aus den Augen verlieren, hier ist vor allem die Late-Bloomer-Debatte zu nennen. Neue Erkenntnisse haben hier unmittelbaren Einfluss auf die Aussage aktueller Therapiestudien sowie auf die Versorgungskonzepte für Kinder ab dem 24. Lebensmonat.

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B. Zollinger Die Entdeckung der Sprache 1995 Haupt Bern

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