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B978-3-437-47784-3.00005-8

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Häufige pathologische Prozesse (Fox-Boyer 2014)

Tab. 5.1
Prozesse Kommentar Beispiele
Ersetzungsprozesse
Rückverlagerung der Alveolare Teddy → Keggy
Allophonischer Gebrauch der Lautklassen alle Laute einer Lautklasse (z. B Frikative) werden durch einen Ersatzlaut markiert, z. B. [h]
Plosivierung aller Frikative
Vokalisation von /l/
Vokalprozesse Löwe → Lewe
Strukturprozesse
Tilgung initialer Konsonanten Dach → Ach
Tilgung finaler Konsonanten physiologisch ist nur Elision des finalen /I/ Baum → Bau
Kontaktassimilation Treppe → Kreppe
Onset Prozess alle betonten Silbenonsets werden durch einen Ersatzlaut markiert, oft [h] oder [d]

Aussprachestörungen

  • 5.1

    Definition Annette Fox-Boyer126

  • 5.2

    Phonetische Störungen Jeannine Schwytay127

    • 5.2.1

      Mögliche Ursachen127

    • 5.2.2

      Erscheinungsbild127

    • 5.2.3

      Diagnostik128

    • 5.2.4

      Therapieplanung129

    • 5.2.5

      Therapieansätze129

  • 5.3

    Phonologische Störungen Annette Fox-Boyer, Saskia Konopatsch131

    • 5.3.1

      Ursachen131

    • 5.3.2

      Erscheinungsbild132

    • 5.3.3

      Diagnostik133

    • 5.3.4

      Therapieplanung134

    • 5.3.5

      Therapieansätze134

  • 5.4

    Verbale Entwicklungsdyspraxie Anne Schulte-Mäter138

    • 5.4.1

      Erscheinungsbild139

    • 5.4.2

      Diagnostik140

    • 5.4.3

      Therapie140

Definition

Annette Fox-Boyer
Mögliche AussprachestörungenSchwierigkeiten im Bereich Perzeption, Artikulation/motorische Produktion und/oder phonologischer Repräsentation der Sprech-Segmente (Konsonanten und Vokale), der Phonotaktik (Silben und Wortformen) und der Prosodie (lexikalische und grammatikalische Töne, Rhythmus, Betonung und Intonation), die sich negativ auf die Verständlichkeit und Akzeptanz der Kinder auswirken können (International Expert Panel on Multilingual Children's Speech 2012).
Terminologie
Englisch: speech sound disorder (SSD)speech sound disorder (SSD); auch: phonetisch-phonologische phonetisch-phonologische StörungenStörungen, ArtikulationsstörungenArtikulationsstörung (ICD-10); veraltet: DyslalieDyslalie, StammelnStammeln
Ursachen
Organische Aussprachestörungen:organischeAussprachestörungen: Aussprachestörungen mit organischer Ursache, z. B. Lippen-Kiefer-Gaumen-Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten:AussprachestörungenSpalten, kindliche Cerebralparese, kindliche Muskelerkrankungen, angeborene Hörstörungen, kognitive Einschränkungen, z. B. im Rahmen genetischer Syndrome (Kap. 7.5).
Funktionelle Aussprachestörungen:funktionelleAussprachestörungen: Aussprachestörungen unklarer Genese mit Einschränkungen im Sprachverarbeitungsprozess; vermutet werden periphere Hörstörungen (Kap. 5.3.1 f.) und myofunktionelle Störungen (Kap. 4)
Einteilung
Störungen auf der Lautebene können nach verschiedenen Kriterien unterteilt werden.
  • Einteilung nach Schwergrad:

    • partielle, multiple, universelle DyslalieDyslalie Van Riper (1963)

    • Percentage Consonant correct (PCC, Shriberg et al. 1997)

  • ätiologische Einteilung (Shriberg 1994)Percentage Consonant correct (PCC)

  • Einteilung nach linguistischen Beschreibungen (z. B. Kapazismus, Gammazismus, Sigmatismus)

  • psycholinguistische Einteilung (Stackhouse und Wells 2001; Dodd 1995, 2005)

Einteilung der Aussprachestörungen nach Dodd (1995, 2005)
Dodd unterscheidet fünf Untergruppen:Aussprachestörungen:Dodd-Einteilung
  • phonetische phonetische StörungenStörung (Kap. 5.2)

  • phonologische phonologische VerzögerungVerzögerung: nur physiologische Prozesse, deren Überwindung lediglich zeitlich verzögert ist (Kap. 5.2)

  • konsequente phonologische phonologische StörungenStörung: mindestens ein pathologischer Prozess, zusätzlich Verzögerungen möglich (Kap. 5.2)

  • inkonsequente phonologische Störung: Kind realisiert in der PLAKSS-II (Psycholinguistische Analyse kindlicher Sprechstörungen-II, „25-Wörter-Test“) Psycholinguistische Analyse kindlicher Sprechstörungen-II (PLAKSS-II)mind. 40 % der Items inkonsequent. Kinder mit dieser Störung haben meistens eine extrem kurze Merkspanne (Kap. 4.2)

  • Verbale Entwicklungsdyspraxie (Kap. 5.3)

Phonetische Störungen

Jeannine Schwytay

Unfähigkeit, phonetische StörungenPhone (einzelne Sprachlaute) altersgemäß peripher sprechmotorisch (richtig) zu bilden. In der Folge entstehen Fehlbildungen (Substitution durch nicht-muttersprachlichen Laut).

Mögliche Ursachen

  • peripher motorische Problematik bei gleichzeitigen orofazialen Dysfunktionen (Kap. 4)

  • falsch erworbene Artikulationsmuster (Fox-Boyer 2016) orofaziale Dysfunktionen: phonetische Störungen

  • häufig Familienmitglieder mit ArtikulationsstörungenArtikulationsstörungen (Fox-Boyer 2016), Weinrich und Zehner (2011) führen auch Umwelteinflüsse wie mangelhaftes Sprachvorbild und familiäre Konstellationen als begünstigende Faktoren auf

  • meist liegt ein Ursachenkomplex aus organischen, zentralen und habituell bedingten Störungen innerhalb verschiedener Ebenen der Sprachverarbeitung vor

Erscheinungsbild

Fehlbildungen zeichnen sich durch Abweichungen in der Aussprache aus:
  • konstante Fehlbildung eines Lautes

  • inkonstante Fehlbildung eines Lautes, zeigt sich nur bei hoher motorisch-koordinatorischer Anforderung, z. B. bei Mehrfachkonsonanz

Fehlbildungen haben keine Auswirkung auf die Bedeutungsunterscheidung von Wörtern.

Fehlbildungen müssen immer unter Berücksichtigung des phonetischen Erwerbsalters eines Lautes betrachtet werden.

Häufigste Fehlbildungen im Deutschen
Abhängig von den artikulatorischen Fähigkeiten sind verschiedenste Fehlbildungen möglich, die häufigsten in der Literatur beschriebenen sind:
  • Sigmatismus: Fehlbildung von [s] oder [z]

    • Sigmatismus Sigmatismus:addentalisaddentalis: Zunge liegt an den oberen Schneidezähnen, Luft tritt fächerförmig aus, unscharfer, dumpfer Klang

    • Sigmatismus Sigmatismus:interdentalisinterdentalis: Zunge liegt zwischen unteren und oberen Schneidezähnen, unscharfer, stumpfer Klang

    • Sigmatismus Sigmatismus:lateralislateralis: Luft entweicht mit schlürfendem Klang links (Sigmatismus lateralis sinister), rechts (Sigmatismus lateralis dexter) oder beidseitig (Sigmatismus bilateralis) an den Zungenrändern

  • Schetismus Schetismus:lateralislateralis: Fehlbildung von [∫] mit entweichender Luft an den Zungenrändern

  • Kombination von Sigmatismus und Schetismus

  • multiple Interdentalität, multipleInterdentalität: interdentale Bildung mehrerer bzw. aller alveolarer Laute

Bei Fehlbildungen (auch anderer Laute) ist darauf zu achten, dass wirklich alle phonemischen Kontraste erhalten sind, da diese Fehlbildungen häufig in Verbindung mit der konsequenten phonologischen Störung (Kap. 5.3) zu finden sind.

Kombination mit anderen Störungen
Die Einordnung von Kindern mit phonologischen Prozessen und gleichzeitig nicht stimulierbaren Phonen wird derzeit noch diskutiert.
  • wichtig ist die differenzialdiagnostische Bestimmung des Störungsschwerpunktes (Kap. 5.3.3), da dieser von großer Relevanz für die Therapieableitung ist

  • mögliche Begleitsymptome von Fehlbildungen: phonologische Störungen (Kap. 5.3), orofaziale Auffälligkeiten (Kap. 5.1) und zentral-auditive Verarbeitungsstörungen (Kap. 7.2)

Prognose
  • nach Fox-Boyer (2016) konnte keine Spontanremission beobachtet werden

  • bei isoliert auftretenden Fehlbildungen später kaum LRS-Risiko (Fox-Boyer 2016)

Diagnostik

Eine phonetische Störungen:Diagnostikindividuelle diagnostische Befunderhebung, die u. a. die Bestimmung des Störungsschwerpunktes (phonetisch vs. phonologisch) ermöglicht, ist von großer Relevanz für die genaue Ableitung therapeutischer Ziele. Neben standardisierten oder informellen Prüfverfahren ist die Anamnese wichtiger Bestandteil.
Diagnostische Verfahren
  • Anamnesegespräch (insbesondere Familienanamnese, motorische und orofaziale Entwicklung, unterstützende und hemmende Kontextfaktoren)

  • neuere Verfahren überprüfen Lautinventar und phonologisches System

    • LOGO-LOGO-AusspracheprüfungAusspracheprüfung (LOGO-Ausspracheprüfung zur differenzierten Analyse von Dyslalien, Wagner 2011)

    • Analyse zu Aussprachestörungen bei Kindern (AVAK-Analyse zu Aussprachestörungen bei Kindern (AVAK-Test)Test, Hacker und Wilgermein 2002)

    • Psycholinguistische Analyse kindlicher Sprechstörungen-II (PLAKSS-Psycholinguistische Analyse kindlicher Sprechstörungen-II (PLAKSS-II)II, Fox-Boyer 2014a)

    • Patholinguistische Diagnostik bei Sprachentwicklungsstörungen (Patholinguistische Diagnostik bei Sprachentwicklungsstörungen (PDSS)PDSS, Kauschke und Siegmüller 2010)

    • Pyrmonter Ausspracheprüfung (Pyrmonter Ausspracheprüfung (PAP)PAP, Babbe 2011)

  • ältere Verfahren überprüfen nur das Lautinventar, da sie aus einer Zeit stammen, in der noch keine Unterscheidung zwischen phonetischen und phonologischen Störungen getroffen wurde, z. B. Lautbildungstest für Vorschulkinder (LBT, Fried 1980)

Diagnostische Vorgehensweise
Prinzip
  • Prüfung sämtlicher Laute des deutschen Phon- und Phoneminventars (Kap. 2.5) in den verschiedenen möglichen Wortpositionen, Überprüfung der Stimulierbarkeit (Imitationsfähigkeit) der isolierten fehlgebildeten Laute. Lautbefund gibt Aufschluss über die Vollständigkeit des Lautinventars (Phone) sowie über Verwendungsfähigkeit der Laute (Phoneme)

  • Überprüfung der orofazialen Funktionen zur umfassenden Beurteilung der phonetisch-phonologischen Ebene

  • ergänzende Diagnostik evtl. durch andere Berufsgruppen notwendig (z. B. Kieferorthopädie) bei Verdacht auf begleitende Störungen

Methodik
  • spontanes Bildbenennen zur Überprüfung von Artikulationsfähigkeiten, gibt die Fähigkeiten eines Kindes nach Franke (1996) am besten wieder

  • Nachsprechen, falls Benennen nicht möglich, um kindliche Äußerung zu elizitieren

  • Prüfung der Stimulierbarkeit durch Nachsprechen isoliert dargebotener Laute (ggf. mit Hilfen)

  • Spontanspracherhebung laut Hacker (1994) weitere Möglichkeit der Befunderhebung (Cave: Zeitaufwand)

  • genaue Notation der Ersatzlaute, möglichst in IPA (International Phonetic Alphabet) IPA (International Phonetic Alphabet)transkribieren

Differenzialdiagnostik
  • phonologische Störungen (Kap. 5.3), Differenzierungskriterien (Kap. 5.3.3)

  • orofaziale Dysfunktion (Kap. 4)

  • verbale Entwicklungsdyspraxie (Kap. 5.4), Differenzierungskriterien (Kap. 5.4.2)

Therapieplanung

phonetische Störungen:TherapieTherapiebeginn nach genauer Abwägung von relevanten und individuellen Zielen unter Berücksichtigung aller Bereiche der ICF-CY (WHO 2007; Fox-Boyer 2014b, 2016). Ggf. notwendige Veränderung dieser ersten Ziele sollte v. a. hinsichtlich kombinierter Störungen mit phonologischen Anteilen im Therapieverlauf bedacht werden.
  • Auswahl des ersten zu übenden Lautes abhängig vom Störungsprofil und u. a. folgenden Kriterien: ungestörte Erwerbsreihenfolge der Phone, Häufigkeit und Konstanz, Stimulierbarkeit, Ableitungsmöglichkeit von einem bereits vorhandenen korrekten Phon

  • Therapie nichtsprachlicher Auffälligkeiten: Klärung der Behandlungsnotwendigkeit ursächlicher bzw. begleitender, nichtsprachlicher Auffälligkeiten, wie orofazialer Dysfunktion (Kap. 4) bzw. auditiver Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung (Kap. 7.2), bei Therapieplanung, bei ursächlichen orofazialen Dysfunktionen zunächst primäre Behandlung dieser

  • Wahl des Therapieansatzes nach Schwere und Auswirkung der Störung sowie nach person- (z. B. Alter, Persönlichkeit, Zahnwechsel) bzw. umweltbedingten (z. B. Qualifizierung der Therapeuten) Kontextfaktoren

Therapieansätze

Im Folgenden werden die gebräuchlichsten Ansätze zur Therapie von Fehlbildungen vorgestellt. Sie folgen alle einem störungsspezifischen Vorgehen und sind meist als in sich geschlossene Vorgehensweisen konzipiert, können aber in einzelnen Elementen kombiniert und individuell angepasst werden.
Therapie von Artikulationsstörungen nach Van Riper
phonetische Störungen:Therapie nach Van RiperArtikulationsstörungen:Therapie nach Van RiperBasis des Ansatzes ist Erkenntnis von Störung und Therapiebedürftigkeit durch den Patienten (Van Riper und Irwin 1953; Van Riper und Erickson 1996). Variationen finden sich in: Patholinguistische Therapie bei Sprachentwicklungsstörungen (Siegmüller und Kauschke 2006) sowie SIGMA PLUS – Ein Konzept zur Sigmatismus:SIGMA PLUS – Ein Konzept zur GruppentherapieSIGMA PLUS – Ein Konzept zur Gruppentherapie:SigmatismusGruppentherapie bei Sigmatismus (Grosstück 2010).
Ziel
Korrekte Lautbildung in allen Sprechsituationen.
Prinzip
Auswahl des therapierelevanten Lautes anhand des Vorliegens der meisten Schlüsselwörter (Wörter, in denen ein inkonstanter Laut bereits korrekt artikuliert und somit gefestigt wird).
Vorgehen
  • korrekte auditive Wahrnehmung des Lautes in Fremdwahrnehmung (Fähigkeit, fremde Lautbildungen wahrzunehmen und gegen andere Lautbildungen abzugrenzen) sowie Eigenwahrnehmung (Fähigkeit, eigene Lautbildung wahrzunehmen und mit fremden Lautbildungen zu vergleichen) mittels auditivem Diskriminieren bzw. auditivem Identifizieren

  • nach Verbesserung der auditiven Wahrnehmungsleistung:

    • Lautanbahnung: neues Erlernen des korrekten Lautbildungsmusters durch sog. Zielsuchen (Annäherung an korrektes Lautbildungsmuster durch Ausprobieren verschiedener Lautbildungsmöglichkeiten) bzw. mehrfach wiederholtes Betonen und Verlängern des Lautes in bereits korrekten Schlüsselwörtern, um unbewusst korrekt gebildetes Lautmuster bewusst werden zu lassen

    • Lautstabilisierung über Laut-, Silben-, Wort- und Satzebene

  • Festigungsphase mit Zeit- und Emotionsdruck, d. h. von langsamer zu schnellerer Produktion sowie Produktion unter Anspannung

  • Transfer in alle Sprechsituationen

Erlanger Konzept der bewegungsgestützten Lautanbahnung (BULA)
Erlanger Konzept der bewegungsgestützten Lautanbahnung (BULA)Genaue Beschreibungen finden sich in Weinrich und Zehner (2011). Artikulationsstörungen:Erlanger Konzept der bewegungsgestützten Lautanbahnung (BULA)
Ziel
Unterstützung der korrekten Ziellautbildung durch gleichzeitige Ausführung einer zum Ziellaut passenden Bewegung.
Indirekte Methode
  • Annahme des Zusammenhangs von Artikulations- und Bewegungsart

  • Annahme des Zusammenhangs von Artikulationsort und eingesetzten Körperteilen

  • Annahme des Zusammenhangs von Bewegungsrichtung der Zunge bei Ziellautbildung und Bewegungsrichtung von Händen und Füßen

  • Behandlung nur auf Lautebene

Beispiel: Bewegungsgestützte Lautanbahnung des Lautes [s]

Lautanbahnung:bewegungsgestützteBewegungsgestützte Lautanbahnung des LautesDa der Laut [s] ein Strömungslaut ist, sollten auch die ausgeführten Bewegungen fein strömend ausgeführt werden. Vorgeschlagen wird eine Bewegung der Fingerspitzen in Anlehnung an die Lautbildung mit der Zungenspitze. Die Bewegungsrichtung kann in Anlehnung an die Bewegungsrichtung der Zunge bei der Lautbildung nach oben oder nach unten (bei Sigmatismus interdentalis dagegen zum Körper hin) erfolgen. Spielvorschlag: Ziehen von Gegenständen an Schnüren mittels Zangengriff in bestimmter Richtung.
Lautassoziationsmethode nach McGinnis (1939)
Ziel
Lautassoziationsmethode nach McGinnisStrukturierung des sprachlichen Inputs zur Herstellung einer Verbindung und zur Optimierung von Aufnahme-, Verarbeitungs-, Speicher- und Abrufleistungen. Dadurch Verdeutlichung von formalen sprachlichen Aspekten und Bewegungsabläufen beim Sprechvorgang.
Indikationen
Primär zur Behandlung sehr schwerer Störungen mit Wahrnehmungs- und Konzentrationsstörungen als Begleitsymptome.
Vorgehen
  • multimodale Erarbeitung einzelner Laute mit Verbindung von (Schrift-)Symbolen als Assoziationshilfen

  • Kombination der erarbeiteten Laute zu Wörtern

  • visuelle Verdeutlichung der Lautabfolge im Wort durch (Schrift-)Symbolabfolge sowie durch Präsentation eines den Begriff repräsentierenden Bildes, dadurch Förderung einer systematischen Assoziation

  • Aufbau eines Vokabulars von ca. 50 Wörtern, die spontan ohne Schriftbild abgerufen werden können

  • nach sicherer Wortproduktion Erweiterung auf Satz- und Textebene

  • stark strukturierte und bewusst sprachliche Therapie für Vorschulalter ohne spielerisches Angebot

Weiterführende Praxisliteratur

Fox-Boyer, 2016

A. Fox-Boyer Kindliche Aussprachestörungen. Erwerb – Differentialdiagnostik – Therapie 7. A. 2016 Schulz-Kirchner Idstein

Grosstück, 2010

K. Grosstück Sigma Plus – Gruppenkonzept zur Behandlung des Sigmatismus 2010 Schulz-Kirchner Idstein

McGinnis, 1939

M.A. McGinnis Aphasic children. Identification and training by the Association method 1939 Alexander Bell Association for the Deaf Washington, DC

Van Riper and Erickson, 1996

C. Van Riper R.L. Erickson Speech correction: An introduction to speech pathology and audiology 1996 Pearson London

Weinrich and Zehner, 2011

M. Weinrich H. Zehner Phonetische und phonologische Störungen bei Kindern. Dyslalietherapie in Bewegung 2011 Springer Heidelberg

Phonologische Störungen

Annette Fox-Boyer

Saskia Konopatsch

phonologische StörungenVerzögerte Entwicklung oder abweichende Organisation des phonologischen Systems bei teilweise intakter Artikulationsfähigkeit.

Ursachen

Genetische Ursachen bei Kindern mit pathologischen Prozessen; Störungen des Arbeitsgedächtnisses bei inkonsequenten Kindern. Mittelohrprobleme oder psychische Belastungssituationen bei Kindern mit verzögerter, aber typischer Entwicklung.

Erscheinungsbild

Zwei Erscheinungsformen:
  • systematische, regelhafte Abweichungen von der Zielsprache = phonologische Prozesse

  • unsystematische = inkonsequente Abweichungen von der Zielsprache = inkonsequente Wortrealisation

Phonologische Prozesse
Abweichungen der Aussprache, die mithilfe systematisch gezeigten phonologischen Ersetzungs- und Strukturprozessen (Kap. 2.5) beschrieben werden: phonologische Störungen:Erscheinungsbild
  • physiologische phonologische phonologische ProzesseProzesse (Kap. 2.5) kommen auch im ungestörten Erwerb vor, werden jedoch zu einem früheren Zeitpunkt überwunden

  • pathologische oder „idiosynkratische“ Prozesse (Tab. 5.1)idiosynkratische Prozesse nur im gestörten Erwerb, unabhängig vom Alter pathologisch, bedeutsam für Diagnostik und Therapie

Beschränkungen des phonologischen Systems
  • Inventarbeschränkung: Verwendung nicht aller Laute der Zielsprache; fehlende Laute können zwar teilweise artikuliert werden, sind im phonologischen System des Kindes jedoch noch nicht etabliert

  • Positionsbeschränkung: Laute kommen nicht an allen überprüften Wortpositionen vor

  • das Lautinventar kann vollständig sein, selbst wenn viele Prozesse vorliegen

  • das Lautinventar kann unvollständig sein

  • Ziellaut wird immer phonologisches System:Ersetzungsprozesseersetzt (konstant)

  • Ziellaut wird teilweise ersetzt und teilweise realisiert (inkonstant)

Wortrealisationskonsequenz
Prozentwert der phonologische Störungen:WortrealisationskonsequenzkonsequentenWortrealisationskonsequenz Produktion desselben Wortes. Liegt die Inkonsequenzrate > 40 % liegt eine inkonsequente phonologische Störung vor (Dodd 1995, 2005; Fox-Boyer 2014b). Zur Überprüfung der Konsequenz in diesem Sinne werden im Diagnostikverfahren PLAKSS-II (Psycholinguistische Analyse kindlicher Sprechstörungen, Kap. 5.2.3) 25 schwierige Wörter getestet, die jeweils 3× innerhalb derselben Diagnostikeinheit benannt werden sollen.

Diagnostik

phonologische Störungen:DiagnostikZahlreiche Diagnostikverfahren ermöglichen die differenzierte Beschreibung des phonologischen Systems.
Gängige Bilderbenennverfahren zur Erhebung eines Lautbefundes
Wichtigster Lautbefunddiagnostischer Schritt:Bilderbenennverfahren zur Erhebung eines Lautbefundes
  • Prinzip: das Kind benennt Bilder, die so ausgewählt sind, dass alle Laute in jeder Position mind. 2× vorkommen

  • Informationen über: Phon- und Phonem-Inventar, phonologische Prozesse sowie deren Konstanz

Standardisierte Verfahren:
  • Psycholinguistische Analyse kindlicher Sprechstörungen-II (PLAKSS-Psycholinguistische Analyse kindlicher Sprechstörungen-II (PLAKSS-II)II, Fox-Boyer 2014a)

Sich an den Normen von Fox (2016) orientierende Verfahren:
  • LOGO-LOGO-AusspracheprüfungAusspracheprüfung (Wagner 2011)

  • Analyseverfahren zu Aussprachestörungen bei Kindern (Analyse zu Aussprachestörungen bei Kindern (AVAK-Test)AVAK, Hacker und Wilgermein 2002)

  • Patholinguistische Diagnostik bei Sprachentwicklungsstörungen (Patholinguistische Diagnostik bei Sprachentwicklungsstörungen (PDSS)PDSS, Kauschke und Siegmüller 2010)

Ergänzende Diagnostik
Für eine umfassende Beurteilung der phonetisch-phonologischen Ebene ist außer dem Lautbefund die Überprüfung folgender Bereiche notwendig:
  • Überprüfung der Wortrealisationskonsequenz:ÜberprüfungWortrealisationskonsequenz (PLAKSS-II, Fox-Boyer 2014a)

  • bei Feststellung einer inkonsequenten Wortrealisation Differenzialdiagnostik zur Verbalen Entwicklungsdyspraxie (verbale Entwicklungsdyspraxie (VED):FeststellungVED, Kap. 5.3)

  • Überprüfung der Verständlichkeit (ICS-D, McLeod et al. 2012)

  • phonologische phonologische BewusstheitBewusstheit: metasprachliche Fähigkeiten (TPB, Fricke und Schäfer 2011)

  • Überprüfung der Stimulierbarkeit:ÜberprüfungStimulierbarkeit (Kap. 5.1)

  • Überprüfung der Spontansprache

  • Kurzzeitgedächtnis:ÜberprüfungKurzzeitgedächtnis: Fähigkeit zur Speicherung und Sequenzierung (Voraussetzung für Langzeitspeicherung)

Differenzierung phonologischer und phonetischer Störungen
Phonetische Störungen (Kap. 5.2) sind gekennzeichnet durch phonetische Prozesse/Fehlbildung bei gleichzeitiger phonemisch korrekter Anwendung des Lautes. Phonetische und phonologische Störungen können gleichzeitig auftreten. Phonologische Störungen haben therapeutisch Vorrang gegenüber phonologischen Störungen.

Therapieplanung

Eine sinnvolle und individuelle Therapieplanung erfordert einige grundsätzliche Entscheidungen:
  • pathologische Prozesse vor normalen Prozessen

  • Auswirkung auf die Verständlichkeit des Kindes beachten, d. h. Prozesse, die mehr Unverständlichkeit machen vor denen, die weniger Unverständlichkeit machen

Grundsätze der phonologischen Therapie
Ziel phonologische Störungen:Therapieist es, dem Kind eine bessere Strukturierung seines phonologischen Systems und damit die korrekte Verwendung der Laute zu ermöglichen. Dazu muss die Unterscheidung aller relevanten phonologischen Merkmale eingeführt werden. Damit das Kind die Merkmale abstrahieren kann, wird immer mit betroffenen Lautkontrasten gearbeitet, die ein bestimmtes Merkmal tragen, z. B. der Kontrast Velar-Alveolar (k-t, g-d), wenn hier eine Ersetzung stattfindet. Dies steht in Kontrast zur Artikulationstherapie, bei der Einzellaute angebahnt und gefestigt werden.

Therapieansätze

Im Folgenden werden die im deutschsprachigen Raum gängigsten Ansätze zur Phonologie-Therapie vorgestellt.
Die Methoden zur Behandlung phonologischer Störungen unterscheiden sich in der Direktheit ihres Vorgehens, ihrer Anschaulichkeit, in ihrer Anforderung an die kognitiven Fähigkeiten des Kindes und darin, wie bewusst sich das Kind mit seinen Schwierigkeiten auseinandersetzen muss. Es werden verschiedene Aspekte des phonologischen Erwerbs fokussiert. Desweiteren ist zu beachten, dass nur eine Methode für das Deutsche konzipiert wurde und es sich bei den anderen Methoden um Übersetzungen aus dem Englischen handelt, für die es so gut wie keine Überprüfung der Effektivität gibt.
Modellieren
Hacker (1994) und phonologische Störungen:ModellierenHacker und Wilgermein (2001) haben die Anwendung von Modellierungstechniken:phonologische StörungenModellierungstechniken im Deutschen auf der phonologischen Ebene beschrieben. Es liegen keine Wirksamkeitsnachweise für diese Therapieform vor und sie muss zu den eher unbekannten Ansätzen gezählt werden.
Prinzip
Das fehlende phonologische Merkmal, z. B. „alveolar“ bei Velarisierung, wird von der Therapeutin gehäuft verwendet. Die Methode orientiert sich stark am ungestörten Erwerb, bei dem das Kind phonologische Merkmale aus den Informationen in seiner Umgebungssprache ableitet. Erstes Ziel ist die Wahrnehmung der eingebauten Informationen, damit das Kind sein phonologisches System vervollständigen kann. Es wird zunächst keinerlei Sprachproduktion verlangt. Für das Kind erfolgt dieser Prozess unbewusst, sodass die Methode wenig konfrontativ ist. In einem weiteren Schritt soll das Kind die angebotenen Strukturen übernehmen.
Vorgehen
Vorbereiten einer Modellierungssequenz:
  • Liste mit geeignetem Wortmaterial (Wörtern) erstellen, in dem Laute mit dem neuen phonologischen Merkmal gehäuft vorkommen, z. B. /t/, /d/, /s/, /n/ usw. bei Rückverlagerung. Dabei sollen folgende Kriterien beachtet werden: alltagsrelevante Wörter wählen; verschiedene Wortarten einbeziehen; dem Kind unbekannte Eigennamen verwenden; Koartikulation beachten, z. B. eher „Schuh“ als „Ski“ einsetzen, da /∫/ und /u/ mit gerundeten Lippen gebildet werden

  • aus der Wortliste Items auswählen, die sich inhaltlich gut in einen Spielkontext eingliedern lassen

  • durch geeignetes Spielmaterial Vorgabe eines Handlungsrahmens, in dem das Kind das sprachliche Angebot prägnant und gehäuft hört und Gelegenheit zur eigenen Produktion bekommt

  • Fehlleistungen werden nicht bewusst gemacht, sondern lediglich durch Corrective Feedback, d. h. durch Einbettung der korrigierten Äußerung in den Kommunikationsablauf, gespiegelt

Die Inputspezifizierung (Siegmüller und Kauschke 2006) stellt eine Abwandlung des Modellierens dar. Vorteil gegenüber dem Modellieren in Spielkontexten sind die bessere Fokussierung auf die Sprache und die Möglichkeit, Texte oder Kassettenaufnahmen auch mit nach Hause zu geben. Das „Inputspezifizierung“: subtSprachangebot erfolgt durch das Erzählen oder Vorlesen von Geschichten, die durch Bilder oder Spielfiguren veranschaulicht werden können. Die Inputspezifizierung wird i. d. R. in Kombination mit anderen Therapiemethoden eingesetzt.
Minimalpaartherapie
Die Minimalpaartherapie:phonologische StörungenMinimalpaartherapie wurde zuerst beschrieben von Weiner (1981), im Deutschen von Hacker (1994) und Hacker und Wilgermein (2002). Es liegen einzelne Fallbeschreibungen vor, aber keine Wirksamkeitsstudien. Die Minimalpaartherapie ist in ihrer ursprünglichen Form in Ermangelung von abbildbaren und vielfältigen für einen Prozess nutzbaren Minimalpaaren nur begrenzt umsetzbar.
Prinzip
Soll die Minimalpaartherapie:phonologische Störungenbedeutungsunterscheidende Funktion von Phonemen aufzeigen. Die Erkenntnis dieser Lauteigenschaft gilt im ungestörten Phonologieerwerb als Motivation zur Ausdifferenzierung des phonologischen Systems (Kap. 2.5). Missverständnisse, die zunächst zur Irritation und danach zur Einführung eines neuen Lautkontrastes führen, entstehen im normalen Spracherwerb zufällig. In der Therapie werden sie künstlich herbeigeführt.
Vorgehen
  • Auswahl eines Minimalpaares für den zu behandelnden phonologischen Prozess, z. B. „Kanne/Tanne“ für die Rückverlagerung von /t d n/

  • Konstruktion einer Spielhandlung, in der Anweisungen gegeben werden, die zu Missverständnissen führen können

Beispiel

Eine Puppe soll Kaffee kochen oder den Weihnachtsbaum schmücken. „Geh zur Kanne!“ und „Geh zur Tanne!“ sind die Aufforderungen, auf die mit den entsprechenden Handlungen reagiert werden soll. Zunächst richtet die Therapeutin die Aufforderungen an das Kind, das somit das Minimalpaar auditiv differenzieren muss. Erst, wenn dies mühelos gelingt, findet ein Rollentausch statt. Nun wird das Kind in einen „produktiven Konflikt“ geführt, d. h. mit Missverständnissen konfrontiert, die durch seine mehrdeutige Lautproduktion entstehen. Beachtet das Kind z. B. das Merkmal „alveolar“ nicht, produziert es „Kanne“, auch wenn es „Tanne“ meint. Das Kind bekommt keine verbale Rückmeldung darüber, ob es korrekt oder falsch produziert hat. Die Korrektur der Produktion des Kindes soll ausschließlich aus seinem Bemühen entstehen, richtig verstanden zu werden.
Metaphon
Der Metaphon-Metaphon-Ansatz:phonologische StörungenAnsatz phonologische Störungen:Metaphon-Ansatzist ursprünglich von Howell und Dean (1991) entwickelt und von Jahn (2000) ins Deutsche übertragen worden. Es liegt eine Einzefallstudie zur Überprüfung der Wirksamkeit vor. Die Therapie ist für Kinder ab frühestens 4;0 J. geeignet und erfordert gute kognitive Kompetenzen des Kindes. Schwierigkeiten ergeben sich in der Umsetzung darin, dass sie nur für einige Prozesse, die deutschsprachige Kinder zeigen, geeignet ist und dass gerade in Phase II Minimalpaare verwendet werden, von denen es im Deutschen nur sehr wenige gibt, die sich pro Prozess eignen.
Prinzip
In der ersten, rein rezeptiven Phase der Therapie, bestehend aus vier Phasen, wird dem Kind Wissen über ein relevantes phonologisches Merkmalspaar, z. B. „plosiv-frikativ“ bei der Plosivierung von Frikativen, bewusst vermittelt. Dieses Wissen soll es in einer zweiten Phase anwenden, wenn es durch das Benennen von Minimalpaaren in Missverständnissituationen gerät.
Vorgehen Phase I und Phase II
Phase I:
  • vor Beginn der Therapie Übertragung des Merkmalpaares, das dem Kind vermittelt werden soll, in eine kindgerechte Terminologie, z. B. „kurz-lang“ für „plosiv-frikativ“ oder „vorne-hinten“ für „alveolar-velar“. Spielerische Zuordnung von spielerischen Handlungen, die die Terminologie verdeutlichen

  • Auswahl eines visuellen Symbolpaares für die beiden Begriffe, z. B. „Elefant von vorne“ und „Elefant von hinten“ oder „kurze Raupe“ und „lange Raupe“. Zuordnen von Geräuschen zu diesen Bildern

  • Zuordnung von durch den Therapeuten vorgegebenen Lauten zu den Referenzbildern

  • Zuordnung von durch den Therapeuten vorgegebenen Wörtern zu den Referenzbildern

Phase II:
  • Übergang in die Minimalpaartherapie, z. B: Spiel „Geheime Botschaften“: Bildkarten der Minimalpaare werden auf einen Tisch gelegt. Die gleichen Bilder liegen noch einmal verdeckt und gemischt auf einem Stapel. Das Kind zieht eine der verdeckten Karten und benennt das Bild (z. B. /Tanne/). Der Therapeut zeigt das dazugehörige Bild auf dem Tisch. Durch den Vergleich der beiden Bilder wird deutlich, ob die Kommunikation erfolgreich war, d. h. ob das Kind den korrekten Laut eingesetzt hat. Erfolge und Misserfolge des Benennens der Bilder werden anhand der erarbeiteten Begriffe kommentiert, z. B. „Jetzt habe ich Dich nicht richtig verstanden, weil ‚Tanne‘ mit einem vorderen Laut beginnt, aber ‚Kanne‘ mit einem hinteren.“ Das Kind kann ableiten, wie es sein phonologisches System verändern muss, um verstanden zu werden

  • Satzebene, z. B. Spiel „Geheime Botschaften“; Minimalpaarwörter dabei in Sätze eingebettet

Psycholinguistisch orientierte Phonologie Therapie (P. O. P. T.)
Die Psycholinguistisch orientierte Phonologie Therapie (P. O. P. T., Fox-Boyer 2014c, 2016) Psycholinguistisch orientierte Phonologie Therapie (P.<2009>O.<2009>P.<2009>T.)phonologische Störungen:Psycholinguistisch orientierte Phonologie Therapie (P.<2009>O.<2009>P.<2009>T.)wurde 2001 für die deutsche Sprache, aber im Wesentlichen als sprachenunabhängige Therapie basierend auf dem Sprachverarbeitungsmodell von Stackhouse und Wells (2001) konzipiert. Sie kann ab 3;0 Jahren angewendet werden. Es liegen eine Reihe von Einzel- und Gruppenstudien vor, die die Wirksamkeit für monolingual deutsche und bilinguale Kinder nachweisen (Fox-Boyer, Hild und Schulte-Mäter 2014; Götz 2016).
Prinzip
Die Behandlung wird als Intervalltherapie durchgeführt, d. h. Therapiephasen von 10–30 Einheiten wechseln mit 3-monatigen Therapiepausen ab. Die Therapiestruktur von einer Vor- und drei Hauptphasen ist auf jede Art phonologischen Prozess anwendbar und wird je nach Prozess leicht modifiziert (Fox-Boyer 2014c). Es wird immer nur an einem Prozess gearbeitet. Die Therapie beginnt rezeptiv und wird durch expressives Arbeiten ergänzt.
Vorgehen Phase I und Phase II
  • Vorphase: Kind soll korrekt bzw. inkorrekt durch den Therapeuten vorgesprochene Wörter als solche identifizieren

  • Phase I: vor Beginn der Therapie werden die vom Prozess betroffenen Ziel- und Ersatzlaute mit einem Lautsymbol belegt. Das Kind soll vom Therapeuten vorgegebene Stimuli den Symbolen zuordnen. Die Stimuli werden hierarchisch angeboten: Lautebene, CV-Ebene, Nichtwortebene, Realwortebene

  • Phase II: expressives Üben der Produktion von Ziel- und Ersatzlauten ebenso wie CV-Verbindungen dieser Laute

  • Phase III: eigenständige Identifikation von Ziel- und Ersatzlauten in Wörtern durch das Kind, gefolgt von der korrekten Wortproduktion

Zyklischer Therapieansatz
Der phonologische Störungen:zyklischer TherapieansatzZyklische Therapieansatz („Cycles Remediation Approach“)Cycles Remediation Approach wurde von Hodson und Paden (1991) entwickelt und für das Deutsche von Hild (2008) vorgestellt. Der Ansatz ist besonders für junge Kinder ab 2;6 J. mit schwerer phonologischer Störung geeignet. Es liegen allerdings keine Wirksamkeitsstudien für das Deutsche vor und der Ansatz ist in Deutschland nur wenig verbreitet.
Prinzip
Alle therapierelevanten Prozesse werden gleichzeitig behandelt, d. h. jeder Prozess ist Gegenstand von zwei bis drei Therapiesitzungen, bevor zum nächsten Prozess übergegangen wird. Ein „Zyklus“ ist beendet, wenn jeder Prozess Therapiegegenstand gewesen ist. Der Zyklus wird so oft wiederholt, bis die Prozesse überwunden werden. Nach jedem Zyklus zeigt eine Zwischendiagnostik, ob der nächste Durchgang modifiziert werden kann, z. B. wenn das Kind bereits einen der Prozesse überwindet.
Vorgehen
Jede Therapiestunde beinhaltet folgende Sequenzen:
  • 1.

    Wiederholung: Wörter, deren Produktion in der vorangegangenen Stunde geübt wurde, werden erneut benannt

  • 2.

    auditive Stimulation: über Kopfhörer werden dem Kind Wörter mit der Zielstruktur vorgespielt/vorgesprochen. Die Präsentation dauert 30 Sek. bis 2 Min., das Kind soll zuhören und kann sich bei Bedarf feinmotorisch beschäftigen, z. B. mit Knete

  • 3.

    Produktion: Aussprache von zwei bis fünf Wörtern wird geübt. Die Auswahl richtet sich danach, welche Wörter am besten stimulierbar sind. Dabei werden bei Bedarf visuelle und taktile Hilfen eingesetzt. Phonetisch sollte das Kind bereits in der Lage sein, die Wörter zu produzieren

  • 4.

    Vorbereitung für die kommende Stunde: Kind soll Bilder zum Wortmaterial der kommenden Stunde benennen. Aus den Ausspracheleistungen leitet sich die Wortauswahl für die nächste Stunde ab

  • 5.

    Übungen zur phonologischen Bewusstheit: je nach Alter des Kindes werden Lieder oder Reime thematisiert, Silben segmentiert oder Übungen zur Lautanalyse oder -synthese durchgeführt

  • 6.

    Wiederholung der auditiven Stimulation: Ansatz sieht vor, die rezeptiven, produktiven und metaphonologischen Übungen regelmäßig als Hausaufgabe durchführen zu lassen

Therapie bei inkonsequenter phonologischer Störung
phonologische Störungen:inkonsequente, TherapieFür Kinder mit inkonsequenter phonologischer Störung schlägt Fox-Boyer (2016) eine Therapieform vor, die sich noch in der Erprobungsphase befindet. Es liegen einzelne Falldarstellungen zu diesem Ansatz vor sowie eine Einzelfallstudie. Der Ansatz kann bei Kindern ab 2;6 Jahren eingesetzt werden.
Prinzip
Nach Fox ist es das Ziel des Inkonsequenz-Ansatzes, eine konsequente Wortrealisation zu erreichen. Anschließend wird die Therapie mit Hilfe von P. O. P. T (Fox-Boyer 2014c) oder z. B. Grundprinzipien von McGinnes (1939) fortgesetzt. Im Rahmen der Therapie wird an der Wahrnehmung der Serialität von auditiv vorgegebenen Lautabfolgen sowie an der Eigenkontrolle für die korrekte Produktion von Lautabfolgen gearbeitet.
Vorgehen
  • für jede Therapiestunde Auswahl eines Wortes, das überbetont, ständig korrigiert und auch zu Hause in festgelegten Situationen geübt werden soll

  • Nachsprechen von Lauten und Silben

  • Silben segmentieren

  • Gedächtnistraining zur Serialität von Lauten

Weiterführende Praxisliteratur

Dodd, 2005

B. Dodd Differential Diagnosis and Treatment of Children with Speech Disorder 2nd ed. 2005 Whurr London

Fox-Boyer, 2014c

A. Fox-Boyer P. O. P. T. – ein Therapiehandbuch 2014 Schulz-Kirchner Verlag Idstein

Hacker and Wilgermein, 2011

D. Hacker H. Wilgermein Aussprachestörungen bei Kindern 2. A. 2011 Ernst Reinhardt München

Hild, 2008

U. Hild Der Zyklische Therapieansatz – phonologische Behandlung für junge Kinder Forum Logopädie 22 2008 22 27

Hodson and Paden, 1991

B. Hodson E. Paden Targeting Intelligible Speech 2nd. ed. 1991 Pro-Ed Austin, TX

Jahn, 2000

T. Jahn Phonologische Störungen bei Kindern – Diagnostik und Therapie 2000 Thieme Stuttgart

Verbale Entwicklungsdyspraxie

Anne Schulte-Mäter
Abkürzung: VED
Meist schwere expressive Sprach- bzw. Sprechstörung bei Kindern,verbale Entwicklungsdyspraxie (VED)Entwicklungsdyspraxie:verbale zentrale Störung wie bei der erworbenen Form der Sprechapraxie (Kap. 10.2) auf der Ebene der Planung und Programmierung von Sprechbewegungen, Beeinträchtigung der Sprachlautproduktion (Präzision, Abrufbarkeit) und dadurch meist auch des gesamten expressiven Spracherwerbs (Wortschatzaufbau, Grammatikerwerb) von Geburt an (Schulte-Mäter 1996).
Erworbene Sprechapraxie bei Kindern: Kindliche Sprechapraxie:kindlicheSprechapraxie
Ursachen
Störung zentraler Instanzen, die für die Steuerung von Sprechbewegungen zuständig sind.
Mögliche Ursachen:
  • genetische Ursachen, in Einzelfällen Nachweis von Genmutationen (Vargha-Khadem et al. 2005)

  • ideopathische neurogene Störung der Sprechlautproduktion (ASHA 2007a)

  • Stoffwechselstörungen, v. a. Galaktosämie (Störung des Milchzuckerstoffwechsels) (Webb et al. 2003)

  • mögliches Begleitsymptom mancher Syndrome (z. B. Fragiles X-Syndrom, Angelman Syndrom; Schulte-Mäter 2016)

Nicht ursächlich:
  • mangelhaftes Sprachvorbild der Umgebung (Schulte-Mäter 2016)

  • neurophysiologische oder neuromuskuläre Defizite

Erscheinungsbild

Kinder mit einer VED sind in ihrem expressiven Sprachvermögen extrem eingeschränkt, bei – zumindest nahezu – altersadäquaten, bzw. dem kognitiven Entwicklungsstand entsprechenden, rezeptiven Sprachleistungen (Schulte-Mäter 2009).
Mögliche frühe Merkmale
  • „stille Babys“, keine oder nur sehr reduzierte Lall- und Plapperproduktionen, (starker Hinweis auf eine VED; DD: Hörstörungen!)

  • extrem später Sprechbeginn

  • alternative Kommunikationsversuche über Gestik, Mimik und Stoßlaute

  • kaum Konsonanten in den ersten Lautproduktionen (Vokalsprache)

  • „Verlust“ bereits erworbener Laute oder Wörter

  • Probleme bei der Nahrungsaufnahme als Säugling und Kleinkind – bei Komorbidität mit oraler Dyspraxie (vgl. mögliche Begleitsymptome)

  • Auffälligkeiten in der motorischen Entwicklung – bei Komorbidität mit Entwicklungsdyspraxie der Gliedmaßen (vgl. mögliche Begleitsymptome)

Allgemeine sprachliche Merkmale
  • kaum verständliche Sprache

  • „Inseln“ der Verständlichkeit

  • Anstieg der Fehlerquote mit steigender Äußerungslänge (starker Hinweis auf eine VED)

  • Suchbewegungen und/oder stilles Positionieren der Artikulatoren vor und während einer Äußerung (starker Hinweis auf eine VED, jedoch nicht immer beobachtbar)

  • Stottersymptomatik (tritt nicht selten nach intensiver sprachtherapeutischer Behandlung in Verbindung mit der Steigerung sprechmotorischer und sprachlicher Kompetenz auf)

Typische Auffälligkeiten der Sprachlautbildung
  • Hauptmerkmal: variable Sprachlautbildung:Auffälligkeiten, verbale EntwicklungsdyspraxieLautbildungsfehler (starker Hinweis auf eine VED)verbale Entwicklungsdyspraxie (VED):SprachlautbildungsauffälligkeitenEntwicklungsdyspraxie:verbale

    • meist kein erkennbares Lautfehlbildungsmuster

    • Lautbildungsfehler bei Wortwiederholungen häufig variabel

    • phonologische Prozesse möglich, dennoch inkonstante Lautfehlbildungen

  • Schwierigkeiten, Lautsequenzen zu produzieren

  • Vokalveränderungen (Substitutionen oder Distorsionen)

  • Metathesen

  • Laut- und Silbenwiederholungen

  • Lauteinschübe (meist Schwa-Laut)

  • Lautauslassungen am Wortende oder – noch häufiger – am Wortanfang

  • Lautersetzung durch /h/-Laut am Wort- und Silbenanfang

Mögliche Begleitsymptome (Schulte-Mäter 2007)
  • orale Dyspraxie:oraleDyspraxie (Synonyme: buccofaciale oder glossolabiale Apraxie/Dyspraxie): bei Dyspraxie:buccofaciale/glossolabialeApraxie:buccofaciale/glossolabialesprechdyspraktischen Kindern oft auch Willkürmotorik von Lippen-, Zungen- und Wangenmuskulatur für nichtsprachliche Bewegungen betroffen.

  • Auch Dysfunktion des Gaumensegels möglich. Folge: Nasale Anteile beim Sprechen

  • Entwicklungsdyspraxie der Entwicklungsdyspraxie:der GliedmaßenGliedmaßen, häufig Handmotorik betroffen

  • Sekundärsymptomatik: gestörte Phonation, Sprechatmung, Intonation oder Prosodie (z. B. Schnappatmung, Lautstärke- und Tonhöheschwankungen, prolongierte Sprechweise, inadäquate Betonungen)

Diagnostik

Bei Kindern, die nur über wenige Lautierungen oder Silbenkombinationen verfügen, lässt sich die diagnostische Einstufung noch nicht zweifelsfrei vornehmen. Hier ergeben sich zunächst aus den anamnestischen Daten mögliche Hinweise (vgl. mögliche frühe Merkmale):
  • wenn möglich, werden Nachsprechleistungen auf Einzellautebene überprüft → Suchbewegungen? Variable Produktionen?

  • bei Kindern, die schon einige, wenn auch nicht unbedingt verständliche Wörter erworben haben, werden folgende Leistungen abgeprüft:

    • wiederholtes Nachsprechen gleicher Wörter → bei Kindern mit einer VED ergeben sich gehäuft variable Produktionen

    • diadochokinetische Silbenfolgen (z. B. „badabadabada“, „patakapataka“) → Kinder mit einer VED scheitern bei diesen Aufgaben

Häufig entsteht der Verdacht auf VED erst aufgrund mangelnder oder minimaler Fortschritte trotz längerer sprachtherapeutischer Behandlung.
Differenzialdiagnostik
  • phonologische phonologische Störungen:DifferenzialdiagnoseStörung: phonologische Prozesse, d. h. Regelmäßigkeiten innerhalb des abweichenden phonologischen Systems; bei konstanter phonologischer Störung Vorhersagbarkeit der Lautbildungsfehler (Kap. 5.3). Besondere Herausforderung: Abgrenzung gegenüber inkonsequenter phonologischer Störung!

  • kindliche DysarthrieDysarthrie:kindliche: neuromuskuläre Störung der Sprechmuskulatur; Abweichungen in der Lautbildung kaum variabel

  • Wortfindungsstörungen:DifferenzialdiagnoseWortfindungsstörung: entsprechend anderer Verlauf der Sprachentwicklung (Kap. 3.4.4)

Therapie

Zahlreiche Therapiemethoden zur Behandlung phonetischer und/oder phonologischer Störungen sind nahezu wirkungslos (Schulte Mäter 2003).
Ziel
Erarbeitung verständlicher Äußerungen; bei stark eingeschränkten verbal-expressiven Fähigkeiten zunächst Vermittlung alternativer Kommunikationsformen (z. B. Gebärden, Unterstützte Kommunikation).
Therapiebeginn
  • therapeutische Intervention bzw. die Beratung und Anleitung der Bezugspersonen sollte so früh wie möglich beginnen

  • Therapie sollte nach Möglichkeit zunächst sehr intensiv sein (häufigere – evtl. kürzere – Therapieeinheiten)

Therapieansätze
VEDiT® nach A. Schulte-Mäter
  • intensives, stark strukturiertes Therapieprogramm, dem folgende vier Grundprinzipien zugrunde liegen:verbale Entwicklungsdyspraxie (VED):VEDIT®VEDIT®:verbale Entwicklungsdyspraxie (VED)Entwicklungsdyspraxie:verbale

  • multisensorielle Assoziationstheorie (Zuordnung visueller und taktil-kinästhetischer Hinweisreize zu einzelnen Sprachlauten)

  • Erarbeitung sprechmotorischer Programme (extrem hohe Wiederholungsrate der jeweiligen Sprechübungen)

  • sukzessive Approximation (Erarbeitung schwieriger Wörter über gelenkte Simplifikationen)

  • Aufbau eines Kernvokabulars (Erarbeitung bedeutungsvoller, kommunikativer Äußerungen – ab Therapiebeginn)

Vorgehen:
  • Handzeichen des Phonembestimmten Manualsystems nach VEDiT® vermitteln zu den einzelnen Phonemen Informationen über Artikulationsort und -modus, Luftstromlenkung und Stimmhaftigkeit bzw. -losigkeit über den visuellen und taktil-kinästhetischen Kanal

  • weitere Verknüpfungen zu den jeweiligen Phonemen werden über Grapheme und Anlautbilder erstellt

  • zunächst werden Verknüpfungen nur zu Sprachlauten, die das Kind produzieren kann, erstellt und darauf aufbauend Lautsequenzen und kommunikative Äußerungen erarbeitet

  • verfügt das Kind nur über eine Vokalsprache, wird mit der Anbahnung von Konsonanten begonnen, deren Bildung über das Mundbild visuell wahrgenommen werden kann (/m/, /b/)

  • beim Aufbau eines Kernvokabulars haben ideosynkratisch bedeutungsvolle und kommunikative Wörter, Phrasen und Sätze Vorrang

TAKTKIN® nach B. Birner-Janusch
  • taktil-kinästhetische Hinweisreize werden zur Restrukturierung oraler muskulärer Zielfigurationen eingesetzt,verbale Entwicklungsdyspraxie (VED):TAKTKIN®TAKTKIN®:verbale Entwicklungsdyspraxie (VED)Entwicklungsdyspraxie:verbale

  • durch taktil-kinästhetischen Hinweisreize werden sprechmotorische Parameter im Gesicht und/oder am Mundboden und gegebenenfalls auch am Zwerchfell des Kindes zur Anbahnung von Sprechbewegungsabläufen angezeigt

  • Bildung sprechmotorischer Muster für Silben und Wörter wird durch taktil-kinästhetische Stimulation der Lippen, der Zunge, der Kieferposition und des Mundbodens unterstützt

KoArt® nach U. Becker-Redding
Aus acht Stufen bestehendes Therapieprogramm
  • je nach Lerntyp des Kindes werden zum Aufbau sprechmotorischer Bewegungen unterschiedliche Hilfestellungen angeboten

  • jeder erarbeitete Laut wird auf jeder Stufe in einem erweiterten Kontext mit einem oder mehreren Lauten geübt. Die einzelnen Laute werden zu versetzten Zeitpunkten in die Therapie aufgenommen und auf den einzelnen Stufen mit bereits erlernten Lauten kombiniert

  • nach meist sinnfreien Lautkombinationen auf Silbenebene werden schließlich Phrasen und Mehrwortäußerungen verbale Entwicklungsdyspraxie (VED):KoART®KoART®:verbale Entwicklungsdyspraxie (VED)geübtEntwicklungsdyspraxie:verbale

McGinnis mod. nach R. Meir
Therapieansatz angelehnt an die Assoziationsmethode nach McGinnis (Kap. 5.2.5)
  • systematisches Training von Aufmerksamkeit, Gedächtnis und der Fähigkeit des willkürlichen Abrufs von Sprachlauten wird durch Verknüpfung sämtlicher am Sprechvorgang beteiligter Sinneswahrnehmungen (Hören, taktiles Empfinden, Sehen) vorgenommen,verbale Entwicklungsdyspraxie (VED):Assoziationsmethode nach McGinnisAssoziationsmethode nach McGinnis:verbale Entwicklungsdyspraxie (VED)Entwicklungsdyspraxie:verbale

  • Laute werden mit Großbuchstaben in Druckschrift und mit bestimmten Bildkarten assoziiert

  • gleich zuTherapiebeginn werden sinntragender Wörter erarbeitet

Leitlinie
Eine Leitlinie für die VED ist im deutschsprachigen Raum noch nicht erstellt worden.
Die American Speech-Language-Hearing Association fordert in einer Stellungnahme zur Verbalen Entwicklungsdyspraxie (ASHA 2007a) weitere Forschung, um die Effektivität von Therapieansätzen zu validieren. Einem Fachbericht zufolge (ASHA 2007b) werden nach derzeitigen Erkenntnissen v. a. Therapieprogramme als optimal hervorgehoben, denen Prinzipien für das Erlernen motorischer Bewegungsabläufe zugrunde liegen und die intensive sprechmotorische Übungen beinhalten.

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