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B978-3-437-44506-4.00002-8

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Beispiele für Veränderungen des Russischen in der Russisch:Veränderungen in der MigrationMigration

Tab. 2.1
Verwendung von Russisch in der Migration Russisch als Metropolsprache (in Russland)
Personalpronomina statt Nullpronomina „Der Pianist hat eine Sonate gespielt und ∗er ist aufgestanden“ „Der Pianist hat eine Sonate gespielt und ist aufgestanden“
Personalpronomina statt Reflexivpronomina Brat dal mne ∗ego mashinu„(Der) Bruder gab mir sein Auto“ Brat dal mne svoju mashinu„(Der) Bruder gab mir sein Auto“
Kasus: Nominativ statt Instrumental (Beispiel von Polinsky 2007: 177) on budet ∗zvezda„er wird ein Star.NOM“ on budet zvezdoj„er wird ein Star.INSTR“
Kasus: Nominativ statt Genitiv bei Negation (Beispiel von Polinsky 2007: 178) u nee net ∗muzhbei ihr kein ehemann.NOM„Sie hat keinen Mann“ u nee net muzhabei ihr kein ehemann.GEN„Sie hat keinen Mann“
Fehlerhafter Genus ∗moj mat'„mein (mask.) Mutter“∗bol'shaja boloto„groß (fem.) Sumpf“ moja mat'„meine (fem.) Mutter“bol'shoje boloto„groß (neutr.) Sumpf“

Veränderungen des Polnischen in Deutschland

Tab. 2.2
Verwendung von Polnisch in Deutschland Standardpolnisch
Genusmarkierung ∗kierowiec Fahrer.FEM kierowca Fahrer.MASK
Aspekt nach Phasenverben(Beispiel aus Brehmer & Czachór 2012: 308) Mo˙ze ludzie wi˛ecej czasu b˛ed˛a sp˛edzi´c w domuvielleicht menschen mehr zeit werden verbringen INF. VOLLENDET in haus„Vielleicht werden die Menschen mehr Zeit zu Hause verbringen“ Mo˙ze ludzie wi˛ecej czasu b˛ed˛a sp˛edza´c w domuvielleicht menschen mehr zeit werden verbringen INF.UNVOLLENDET in haus„Vielleicht werden die Menschen mehr Zeit zu Hause verbringen“

Externe und interne Hintergrundfaktoren, die den L1-Erwerb bei bilingualen Kindern beeinflussen L1-Erwerb:bilingualer, externe/interne Hintergrundfaktorenkönnen

Tab. 2.3
Externe Hintergrundfaktoren Interne Hintergrundfaktoren
Bildungsniveau der Eltern chronologisches Alter
Beschäftigung der Eltern Alter bei Beginn des Kontakts zur Zweitsprache
Größe der Familie Dauer des Erwerbs
Geburtsreihenfolge

Veränderungen des Türkischen in Deutschland (Beispiele aus Chilla 2013)Türkisch:Veränderungen

Tab. 2.4
Türkisch in Deutschland: Almancı-Türkisch Standardtürkisch
Weglassen der Fragepartikel (mi) Íyi?Gut? Íyi misin?Gut bist du?
„und“ in unzulässigen Satzstrukturen Ve nasılsın?Und wie geht es dir? (Peki) Nasılsın?Wie geht es dir?
Falsche Satzstruktur (kein SOV)(„Jetzt sei doch nicht so verstockt, so schwer kann es doch nicht sein, zu zeigen, was du willst!“) Böyle inatçı olma, o kadar zor olmaması lazım ne istedi˘gini bana göstermen i¸cin.So verstockt sein nicht, so schwer nicht sein, was du willst mir zu zeigen. O kadar inat¸cı olma ¸simdi, ne istedi˘gini göstermek o kadar da zor olmamalı!Nicht so verstockt sei jetzt, was willst du zeigen so sehr schwer nicht sein.
Wiederholungen bei Aufzählungen (in Anlehnung ans Deutsche) Bir¸sey yemek, bir¸sey içmek istermisin?Etwas essen, etwas trinken möchtest du? Bir¸sey yemek, içmek ister misin?Etwas essen, trinken möchtest du?
Pronomen, die im Standardtürkisch weggelassen werden (in Anlehnung ans Deutsche) Senin nasıl oldu˘gunu bilmek istiyorum.Dir wie warst (bist) wissen möchten ich. Nasıl oldu˘gunu bilmek istiyorum!Wie warst (bist) wissen möchten ich.

Die Erstsprache bei Mehrsprachigen im Migrationskontext111 Diese Arbeit wurde (teilweise) durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) (Förderkennzeichen 01UG0711) gefördert. Ich bedanke mich bei Valerie Reichardt für die Unterstützung bei der Literaturrecherche und bei Luise Dallendörfer und Annika Labrenz für die Formatierungshilfe.

Natalia Gagarina

Einführung: Migration und Sprache1

Studien zum Thema HerkunftsspracheHerkunftssprache, MinderheitsspracheMinderheitssprache oder ErstspracheErstsprache gibt es nur, weil Menschen von Wohnorten ihrer Herkunft in andere Gebiete oder Länder umziehen, d. h. migrieren. Die Internationale Organisation für Migration dokumentierte im Jahre 2010 weltweit 214 Millionen Migranten (WMR 2010), darunter mehrere Millionen, die nach Europa kamen. Deutschland nimmt den ersten Platz in Europa bezüglich der Migrationszahlen ein.
MigrationMigration hat in Europa eine lange Tradition: So waren z. B. die Länder in Mittel- und Westeuropa über Jahrhunderte hinweg durch Migranten gekennzeichnet: Die Bevölkerung Amsterdams umfasste z. B. über 15 % Migranten im 17. Jahrhundert (Lucassen & Penninx 1985), heute sind mehr als 50 % der Kinder unter vier Jahren in Amsterdam multilingual. Im letzten Jahrhundert waren die Migrationsströme innerhalb Westeuropas vor allem von der wirtschaftlichen und politischen Situation abhängig und durch Naturkatastrophen u. Ä. bedingt. Noch in den Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts kam es regelmäßig zu bedeutenden Migrationswellen (De Bot & Fase 1991). Die letzten zwanzig Jahre sind jedoch durch eine dramatische Zunahme multiethnischer Migranten in Europa gekennzeichnet. Nicht nur Länder wie Schweden, die traditionell von Einsprachigkeit geprägt waren, verzeichnen einen erheblichen Zuwachs an Migranten (Håkansson, Salameh et al. 2003), sondern auch in Ländern wie Großbritannien mit langer Migrationsgeschichte hat sich nach Angaben der National Association for Language Development in the Curriculum (NALDIC) die Zahl der Kinder mit einer anderen Muttersprache als Englisch im letzten Jahrzehnt fast verdoppelt.
In Deutschland werden sog. Personen mit MigrationshintergrundMigrationshintergrund wie folgt definiert: Wenn „1. die Person nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder 2. der Geburtsort der Person außerhalb der heutigen Grenzen der Bundesrepublik Deutschland liegt und eine Zuwanderung in das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nach 1949 erfolgte oder 3. der Geburtsort mindestens eines Elternteiles der Person außerhalb der heutigen Grenzen der Bundesrepublik Deutschland liegt sowie eine Zuwanderung dieses Elternteiles in das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nach 1949 erfolgte“ (§ 6 Absatz 2 der Verordnung zur Erhebung der Merkmale des Migrationshintergrundes [BMJ 2010]), dann bezeichnet man sie als Migranten.
Obwohl diese Definition klar zu sein scheint, bemängeln neueste Berichte, dass die Zahl dieser Personen in Deutschland noch nicht zufriedenstellend dokumentiert sei. Das Bundesministerium des Inneren gibt Folgendes an: „Man kann davon ausgehen, dass von den in Deutschland lebenden Menschen annähernd jede fünfte Person (etwa 16 Millionen) einen Migrationshintergrund hat, darunter 8,5 Millionen Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit. Etwa 3 Millionen Personen haben einen türkischen Migrationshintergrund, etwa 1,5 Millionen einen Migrationshintergrund aus Jugoslawien und seinen Nachfolgestaaten“ (BMI 2011: 21). Zusätzlich zu den Personen mit Migrationshintergrund machen die in Deutschland lebenden 7,2 Millionen Ausländer 8,8 % der Gesamtbevölkerung aus. Die HerkunftsspracheHerkunftssprachen dieser Migranten gehören am häufigsten zu den arabischen, romanischen, slawischen und türkischen Sprachfamilien (vgl. Internetquellen wie http://www.bamf.de/ und https://www.destatis.de/).
Aus der Zusammensetzung der Migrantengruppen, deren Sprachen sowie inneren und äußeren Faktoren, die den Erstspracherwerb:mehrsprachiger MigrantenErstspracherwerb beeinflussen, ergibt sich die Struktur dieses Kapitels. Nach der Definition von Erstsprache bei Mehrsprachigen im Migrationskontext und der Beschreibung von deren Erwerbsproblematik wird ein kurzer Überblick über Studien zum Erstspracherwerb im außereuropäischen Kontext gegeben. Anschließend konzentriere ich mich auf die Forschung zum Herkunftsspracherwerb im deutschsprachigen Raum und stelle ausgewählte Literatur zum Thema Veränderungen der Erstsprache im Migrationskontext vor (mehr dazu in Hamburg Studies on Multilingualism 2003 bis 2012).

Erstsprache im Kontext von Migration: Begriffe, Forschungsrichtungen und Forschungsstand

Was ist die Erstsprache:im MigrationskontextErstsprache im Kontext von Migration? Auf den ersten Blick bereitet die Definition keine Schwierigkeiten: Im Migrationskontext:ErstspracheMigrationskontext ist die Erstsprache die (Mutter-)Sprache der mehrsprachigen Menschen, die von der ihrer Umgebung abweicht. Wenn z. B. eine türkischsprachige Familie in Berlin lebt und zu Hause Türkisch gesprochen wird, ist Türkisch ihre Herkunfts- oder Erstsprache (L1: Language 1). Allerdings ist das Konzept der Herkunfts- bzw. Erstsprache und deren Erwerb noch nicht einheitlich definiert: In Studien wird eine Reihe unterschiedlicher Termini verwendet, wie z. B. Sprache der ethnischen Minderheit, home language (Pfaff 1991) oder MutterspracheMuttersprache (vs. Sprache der dominanten Gesellschaft) und Diasporasprache (Laskowski 1993), mit weiteren Spezifizierungen wie schwache Sprache (als Gegensatz zur dominanten Sprache) und Erbsprache (als Gegensatz zur Sprache der Metropole). Diese Definitionen sind geprägt von unterschiedlichen Perspektiven bezüglich der Klassifikation von Mehrsprachigkeit, die z. B. die sprachlichen Fähigkeiten bzw. Kompetenzen, den Lernkontext, die Erwerbszeit sowie die Balance zwischen den Sprachen umfasst (Pearson 2007). Darüber hinaus gehen soziale und weitere Faktoren in die Definitionen ein (Skutnabb-Kangas 1981). So wird die Erstsprache auch FamilienspracheFamiliensprache, Herkunfts- oder MinderheitsspracheMinderheitssprache genannt. In diesem Kapitel verwende ich die zwei Termini Herkunfts- bzw. Erstsprache in Abgrenzung zur Umgebungs- (fortan L2) bzw. Zweitsprache. Unter Herkunftssprache:als L1Herkunfts-/Erstsprache (fortan L1) wird bei Mehrsprachigen eine andere Sprache als Deutsch verstanden, mit der das Kind zuerst oder auch parallel zum Deutschen im familiären Umfeld in Kontakt kommt. Auch der Begriff der Erbsprache wird hier näher betrachtet.
In der Forschung zur Erstsprache bei Erstspracherwerb:mehrsprachiger MigrantenMehrsprachigen im Migrationskontext lassen sich drei unterschiedliche Stränge feststellen: zum Spracherwerb und zur Spracherosion sowie zur heritage language („ErbspracheErbsprache“). Diese Stränge, die sich in den letzten Jahrzehnten parallel entwickelt und in letzter Zeit angenähert haben, begründen ein neues linguistisches Forschungsfeld (Benmamoun, Montrul et al. 2010) mit drei Schwerpunkten:
Im Hinblick auf den Verlust des sprachlichen Systems sollte man zwei zusammenhängende Phänomene unterscheiden:
  • Zum einen ist es ein SprachverlustSprachverlust in dem Sinne, dass in der dritten, vierten usw. Generation eine Sprache verwendet wird, die im Vergleich zur Metropolsprache z. B. an Komplexität verloren hat. So werden z. B. morphologische Markierungen abgebaut, die Standardsprache wird zur Erbsprache.

  • Zum anderen ist der Sprachverlust ein „dynamischer“ und lernerspezifischer Prozess bei mehrsprachigen Kindern. Wenn die Erstsprache nicht ausreichend erworben und die Umgebungssprache gegenüber der Erstsprache mit dem Aufwachsen dominanter wird, kommt es bei Kindern zu einem Sprachverlust. Ein typischer Verlust bei slawischsprachigen Kindern in Deutschland betrifft z. B. die Kasusmarkierung. In diesem Kontext zeigt sich sowohl ein schwächerer Zugriff auf das Lexikon (lexical access) als auch eine fehlerhafte Beherrschung der Grammatik der Herkunftssprache.

Definition von Erbsprachen

Erbsprache:DefinitionErbsprachen werden definiert als „languages spoken by the children of immigrants or by those who immigrated to a country when young“ (Cho, Krashen et al. 2004: 23). Dazu zählen – nach Wiley (2005) – auch die Sprachen der Einheimischen, z. B. die Tschuktschi-Sprache im Nordosten Russlands, sowie frühere koloniale Sprachen, z. B. Holländisch in Südafrika. Wesentliche Komponenten für die Definition der Erbsprache sind die Reihenfolge und der Grad des Erwerbs als „first in the order of acquisition but … not completely acquired because of the individual's switch to another dominant language“ (Polinsky & Kagan 2007: 369f.; vgl. Benmamoun et al. 2013).
Darüber hinaus ist wichtig zu betonen, dass sich die meisten Erbsprachstudien mit der Sprache (junger) Erwachsener befassen, bei denen der natürliche Spracherwerb schon abgeschlossen ist – sodass es sich um ein mehr oder weniger „stabiles“ System der Sprecher handelt. Die Studien zum Erstspracherwerb und Erstsprachabbau dagegen fokussieren sich auf die kindliche Sprache bzw. auf ein System, das noch einem dynamischen Entwicklungs- bzw. Abbauprozess unterliegt. Ein Beispiel: Während sich bei 4-jährigen russisch-deutschsprachigen Kindern einige Kasusendungen im Russischen erst noch entwickeln, können andere – wie der schon mit 3 Jahren korrekt produzierte Akkusativ bei Nomina der ersten Deklination – mit zunehmendem Alter wieder verschwinden. Statt der korrekten Akkusativform bzw. -markierung lampu („LampaAKK“) produzieren größere Kinder dann lampa („LampaNOM“).
Untersuchungen zu regelmäßigen Veränderungen sowie zur Invarianz der grammatischen Kategorien im System der ErbspracheErbsprache werden durch die erheblichen Variationen in der Herkunftssprache („the tremendous variation in heritage language observed by researchers“ [Polinsky & Kagan 2007: 370]) erschwert. Dazu trägt auch die niedrige gesellschaftliche Relevanz der Erstsprachen bei, sodass deren Erforschung wenig unterstützt wird.
Für ältere Kinder wird die UmgebungsspracheUmgebungssprache immer wichtiger und dominanter, sodass der Erwerb und die Aufrechterhaltung der HerkunftsspracheHerkunftssprache immer größere Probleme bereitet. Spracherwerbsstudien zeigen, dass Kinder mehr Kontakt zur Herkunftssprache bzw. Erbsprache brauchen, um ähnliche Kompetenzen wie in der Umgebungssprache zu erlangen (Vihman, Lum et al. 2006; Pearson 2007). Dieses Problem spiegelt sich in Untersuchungen wider, die sich mit dem Unterschied zwischen unvollständigem Erwerb und Sprachabbau bzw. Spracherosion beschäftigen (Definition in Davies & Elder 2005). Der Sprachauf- bzw. Sprachabbau erfolgt bei Kindern unter 9–10 Jahren als besonders intensiver Prozess (Pearson 2007; Montrul 2008). Eine der Besonderheiten des Erstspracherwerbs bei mehrsprachigen Kindern besteht darin, dass sich ihre Sprachkompetenz ohne zusätzliche Sprachförderung und/oder Alltagsverwendung nur schwer entwickeln kann, wenn diese Erstsprache nicht die Landessprache ist. Die Fähigkeiten in der Herkunftssprache hängen also stark vom Input zu Hause ab (Klassert & Gagarina 2010; Gagarina, Armon-Lotem et al. 2014), da öffentliche Bildungsinstitutionen nur punktuell eine Förderung der Herkunftssprachen anbieten. Sogar wenn die Strategie „first language first“ (Schwartz 2012; Schwartz, Moin et al. 2012) befolgt wird, gewinnt die Umgebungssprache mit steigendem Alter an Bedeutung. Dadurch wird die Erstsprachentwicklung bei Mehrsprachigen zunehmend gehemmt, und bereits erworbene Teile des Sprachsystems können wieder verloren gehen. Aus der Strategie „first language first“ resultiert ein sukzessiver Bilingualismus, dessen Unterschiede zum simultanen Bilingualismus jedoch noch nicht eindeutig definiert sind.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Erstspracherwerb bei Mehrsprachigen im Migrationskontext „still uncharted territory“ (Benmamoun, Montrul et al. 2010: 82) ist. Während der typische monolinguale Erstspracherwerb einer kontinuierlichen Annäherung an die Zielsprache entspricht, gestaltet sich der Erstspracherwerb bei Erstspracherwerb:mehrsprachiger MigrantenMehrsprachigen als sehr instabiler Prozess, dessen Einflussfaktoren noch nicht in vollem Umfang untersucht worden sind und hier nicht erschöpfend dargestellt werden können. Im Gegensatz zum monolingualen Erwerb vollzieht sich im bilingualen Erwerb parallel zum Sprachaufbau der Erstsprache auch ein Abbau, wenn der Input nicht ausreichend ist. So kommt es, dass die Mehrheit der mehrsprachigen Menschen keine muttersprachliche Kompetenz in beiden Sprachen erreicht (Haugen 1970) und „[t]rue ambilingual speakers (…) very rare creatures“ sind (Hoffmann 1991: 21).

Die UmgebungsspracheUmgebungssprache hat im Vergleich zur Herkunftssprache eine höhere gesellschaftliche Relevanz. Indem sie häufiger produziert, wahrgenommen und folglich geübt wird, gewinnt sie langfristig die Oberhand. Die Umgebungssprache wird zur bevorzugten Sprache, während die Herkunftssprache im Migrationskontext durch die Labilität bzw. Unvollständigkeit ihres Erwerbs beeinträchtigt ist. Darüber hinaus lässt der Erwerb der Herkunftssprache (sowie der Umgebungssprache) anfangs oberflächliche Ähnlichkeiten zu monolingualen spezifischen Sprachentwicklungsstörungen erkennen. Dieses komplexere Spracherwerbsbild wird auch von zahlreichen sprachstrukturellen und sozioökonomischen Faktoren beeinflusst und ist durch abweichende Strukturen und Kategorien gegenüber der Sprache des jeweiligen Herkunftslands bedingt.
Auf den Erstspracherwerb bei Mehrsprachigen hat außerdem die Generationsfolge der Migranten einen Einfluss: In der dritten und vierten Generation funktioniert die Sprache in einer immer stärker (morphologisch-syntaktisch) reduzierten bzw. veränderten Form, die nachhaltig von der Zielsprache der Metropole abweicht (Gonzo & Saltarelli 1983; Thomason & Kaufman 1988) und eine stabile Invarianz bestimmter Kategorien aufweist (z. B. ein Non-Prodrop-Parameter im Italienischen, Russischen, Türkischen), sich also zu einer Erbsprache entwickelt. Es ist noch nicht für alle Sprachen einheitlich definiert, welche Charakteristika die Erbsprachen zeigen bzw. wann sich die Herkunftssprache der Migranten in eine Erbsprache umwandelt.

Erstsprache der Migranten in Amerika und in nichtdeutschsprachigen Ländern Europas

Die meisten Studien zur Erstsprache der MigrantenMigranten:in nichteuropäischen Ländern in nichteuropäischen Ländern wurden in den USA durchgeführt, v. a. Studien zum Erstspracherwerb und Sprachabbau (sowie zur Erbsprache) des Spanischen (u. a. Anderson 2001; Silva-Corvalán 2003; Carreira & Rey 2011; Montrul 2008; Mikulski 2010; Cuza & Frank 2011; Wilson & Martinez 2011; Beaudrie & Fairclough 2012; Cuza & Strik 2012), des Koreanischen (Oh 2003; Shin 2005; Lee & Shin 2008) und anderer ostasiatischer Sprachen (Kondo-Browen 2006; Wang 1996) und des Russischen (Polinsky 1997; Kehler 2001; Andrews 2008; Bar-Shalom & Zaretsky 2008), sowie Studien zum Ukrainischen in Nord- und Südamerika (Höfinghoff 2013; Moser 2013). Diese Studien zeigen deutlich, dass von allen sprachlichen Domänen das Lexikon am häufigsten von einer Erosion betroffen ist. Auch ein Verlust der pragmatischen Fähigkeiten bei Erwachsenen und unterschiedliche Interaktionsprozesse zwischen Herkunfts- und Umgebungssprache werden beschrieben (Pavlenko 2000; Canagarajah 2001).
In Nordamerika gibt es seit Ende des 19. Jahrhunderts eine immer größer werdende slawischsprachige Diaspora, z. B. durch die ukrainische Migration nach Kanada (Magocsi 2013). Die slawischen Sprachen haben sich in Nordamerika anders entwickelt als in Europa, und es existieren sogar noch Sprachen/Dialekte wie der East Slovak Spish Dialect, die in Europa ausgestorben sind.
Allgemein sind die slawischen Sprachen in Nordamerika durch eine größere Anzahl englischer Lehnwörter in der gesprochenen und der geschriebenen Sprache charakterisiert, auch die Syntax und die Aussprache sind vom Englischen beeinflusst (Magocsi 2013). In Untersuchungen zu den einzelnen slawischen Erbsprachen wie Russisch, zeigten sich starke Umstrukturierungen in unterschiedlichen Bereichen, wie z. B. ein Verlust der imperfektiven oder perfektiven Partner aspektueller Paare und eine „Abschwächung“ aspektueller Restriktionen in der Verbgrammatik (Laleko 2010; Pereltsvaig 2005; Polinsky 2006, 2008) oder ein Verlust der Kasusmarkierung in der Nominalmorphologie (Polinsky 2006, 2007). Darüber hinaus fand z. B. im Russischen in Nordamerika eine im Vergleich zur Metropolsprache stärkere Pronominalisierung statt, und zwar nicht nur in fakultativen Kontexten, sondern auch in obligatorischen Prodrop-Konstruktionen wie Der Pianist hat eine Sonate gespielt und ∗er ist aufgestanden (Dubinina & Polinsky 2013). Schon in der zweiten Generation der Migranten sind nicht nur regelmäßige Veränderungen in der Kasus- und Verbmorphologie, sondern auch eine Reorganisation der Genuskategorien (Polinsky 2008) sowie der Komplementierer (Dubinina & Polinsky 2013, zum Polnischen vgl. Laskowski 1993; Sękowska 2012) anzutreffen (Tab. 2.1).
In Nordeuropa, vor allem in SkandinavienSkandinavien:Herkunftssprachen von Migranten, ist die Zahl der Migranten in den letzten Jahren ebenfalls stark gestiegen. Besonders betroffen war Finnland, wo die Migrantenzahl im Jahr 2011 zu den höchsten Zuwanderungsraten seit der Unabhängigkeit Finnlands gehörte (Official Statistics of Finland, OSF: Migration [e-Publikation]). Bei den Herkunftssprachen bilden – nach Russisch – Estnisch und Englisch die größten Gruppen, während Schwedisch zusammen mit Finnisch eine Landessprache ist (OSF 2009). In den 1990er-Jahren gab es vor allem Untersuchungen zum Englischen als Erstsprache bei Mehrsprachigen in Finnland. Diese Studien konzentrierten sich auf sozio-/pädagogisch-linguistische Aspekte und den Sprachverlust (Latomaa 1992; Brown 1994; Vartiainen 1996; Latomaa 1998; Mustajoki, Protassova & Vakhtin 2010). Nach dem Zerfall der Sowjetunion stieg die Zahl der russischsprachigen Migranten; seitdem wurden kontinuierlich mehr Studien zum Russischen durchgeführt (Protassova 2005, 2012; Mustajoki et al. 2010). Die meisten dieser Studien haben einen pädagogisch-methodologischen Schwerpunkt und richten den Fokus auf den Aufbau balancierter sprachlicher Kompetenzen in beiden Sprachen und auf die Entwicklung von Bildungsprogrammen, die beide Sprachen berücksichtigen.
In Schweden wurden schwedisch-arabischsprachige Kinder mit und ohne Sprachentwicklungsstörungen untersucht (Håkansson 1998) sowie bilinguale und monolinguale Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen miteinander verglichen (Salameh, Nettelbladt et al. 2002); hier lag der Fokus auf dem L2-Erwerb.
In den west- und mitteleuropäischen Ländern, vor allem in Frankreich, sind zahlreiche Untersuchungen zur Herkunftssprache Türkisch durchgeführt worden (▸ Kap. 2.3.3). Eine Studie zur Erosion der Herkunftssprache Koreanisch unterstützt zudem die critical age hypothesis (Pallier 2007).
Eine Studie von Tsimpli, Sorace, Heycock & Filiaci (2004) zur Erosion des Griechischen und Italienischen unter dem Einfluss des Englischen bei hochkompetenten (near-native) bilingualen Sprechern ergab, dass semantische Eigenschaften anfällig sind, während syntaktische Kategorien intakt bleiben. Untersucht wurden die Produktion und die Perzeption von Null- und overten Subjekten in prä- und postverbaler Position. Bilinguale Sprecher mit der Erstsprache Griechisch zeigten Abbaueffekte in der Produktion der präverbalen Subjekte, während die Spracherosion im Italienischen die Interpretation von overt pronominalen Subjekten betraf. Für die Autoren weisen die Ergebnisse „in the right direction, that is, that semantic features are vulnerable in language attrition whereas syntactic options remain intact“ (Tsimpli et al. 2004: 257).

Herkunftssprachen von Migranten in Deutschland und deutschsprachigen Ländern

Nach Angaben des Bundesministeriums des Inneren wohnen in Deutschland zurzeit über 23 Millionen Menschen, deren HerkunftsspracheHerkunftssprache:von Migranten in Deutschland nicht Deutsch ist: etwa 16 Millionen Menschen mit sog. Migrationshintergrund (BMI 2011). Laut UN-Report 2006 nimmt Deutschland unter den Zuwanderungsländern nach den USA und Russland den dritten Platz in der Welt ein.
Die meistgesprochenen Migrantensprachen in Deutschland gehören – nach Angaben des Bundesministeriums des Inneren – zur türkischen, romanischen und slawischen Sprachfamilie, hinzu kommt Griechisch. Die Zahl der türkischsprachigen Menschen beläuft sich auf ca. 3 Millionen (BMI 2011: 21) und die Zahl der Migranten mit slawischen Herkunftssprachen auf 1,7 Millionen (1,5 Mio. aus dem ehemaligen Jugoslawien, über 420.000 aus Polen, über 190.000 aus der Russischen Föderation [BMI 2011: 32–33]). Tatsächlich dürften diese Herkunftssprachen von erheblich mehr Menschen gesprochen werden: So umfasst z. B. die russischsprachige Population nach unterschiedlichen Quellen 2,7 Millionen (Brehmer 2007) bis über vier Millionen (Soultanian, Mihayloy & Reich 2008) Einwohner. Die Gruppe ist sehr heterogen zusammengesetzt. Denn aufgrund ihres unterschiedlichen sozialen Status, ihrer persönlichen Lebensumstände und Familiengeschichten unterscheiden sich diese Menschen sowohl in ihren Sprachfähigkeiten und Dialekten als auch in Bezug auf den Grad der Erstspracherosion, die Erstspracherwerbsbedingungen und die Einstellung zur Sprache. Alle diese Faktoren müssen berücksichtigt werden, um aussagekräftige Ergebnisse zur Muttersprache der Migranten zu bekommen.

2.4.1 Romanische Herkunftssprachen (Französisch und Italienisch)

Obwohl Herkunftssprache:romanischedie romanischen Sprachen nicht zu den meistgesprochenen in Deutschland gehören, wurden sie in einer Reihe von Studien ausführlich untersucht (u. a. Meisel 1989, 2007, 2014; Müller 1993; Müller et al. 2001; Müller & Kupisch 2003; Kupisch 2006, 2012; Kupisch & Barton 2013; Kupisch et al. 2013, i. Dr.; Lleó & Gabriel 2011; Meisel et al. 2011).
Die Mehrheit dieser Studien wurde mit zweisprachigen Kindern – mit Italienisch bzw. Französisch und Deutsch als Muttersprachen – durchgeführt (vgl. jedoch Lleó & Vogel 2004, Lleó & Rakow 2006 zu deutsch-spanischen Kindern). Dabei richtete sich das Interesse besonders auf die Bereiche Definitheit und generische Referenz.
Wie Kupisch (2006) aufgrund der Langzeitdaten von acht deutsch-französisch- bzw. deutsch-italienischsprachigen Kindern im Alter von 1½–3 Jahren darlegt, beginnen bilinguale Kinder früher Artikel zu verwenden als monolinguale deutschsprachige Kinder. Der frühere Artikelgebrauch sei auf den positiven Einfluss der romanische Sprachenromanischen Sprachen zurückzuführen, argumentiert die Autorin, und eine einzigartige empirische Evidenz der Akzeleration. Kupisch (2007) hat zudem die Beziehungen zwischen Spracheinfluss und SprachdominanzSprachdominanz untersucht, wobei der Studienfokus auch auf dem Deutschen als sog. Metropolsprache lag. In ihrer Untersuchung zur Erstsprache bilingualer Erwachsener, also der Erbsprache, verglichen Kupisch et al. (i. Dr.) unterschiedliche sprachliche Bereiche. Dabei zeigte sich, dass bei Erwachsenen mit französischer HerkunftsspracheHerkunftssprache:Französisch die Phonetik/Phonologie anfälliger ist als die Morphosyntax. Interessante Beweise für einen Konservatismus in der Artikelverwendung in der dominanten Sprache fanden Kupisch & Barton (2013) bei deutsch-französischen und deutsch-italienischen Sprechern. Darüber hinaus wies Kupisch (2012) auf Schwierigkeiten hin, die sich bei Erwachsenen mit früher deutsch-italienischer Zweisprachigkeit und bei Deutschsprachigen mit Italienisch als Zweitsprache in der Verwendung generischer Subjekte im Italienischen beobachten lassen.
Den Erwerb des Französischen bei bilingual französisch-deutschsprachigen Kindern haben u. a. Müller (1993), Kupisch (2008) und Meisel (1989, 2007) untersucht. In ihrer Studie zum Erwerb von komplexeren Sätzen stellte Müller fest, dass bilinguale Kinder schon von Anfang an sprachspezifische syntaktische Konstruktionen unterscheiden. Laut Kupisch (2008) übt der schneller verlaufende Artikelerwerb im Französischen einen positiven Einfluss auf den Artikelerwerb im Deutschen aus; sie untersuchte die Interaktion von Sprachdominanz und Sprachmischung. Die Untersuchung von Eichler, Jansen et al. (2013) zum Genuserwerb bei bilingualen Kindern mit den Herkunftssprachen Französisch, Italienisch und Spanisch ergab, dass die Transparenz der Markierung bzw. die Markierungsart des Genus den Erwerb beeinflussen und dass die Balance zwischen den Sprachen ebenfalls eine Rolle spielt.
Untersuchungen zum Italienischen als HerkunftsspracheHerkunftssprache:Italienisch bei Migrantenkindern in Deutschland – im Vergleich mit Zuwanderern aus Nord- nach Süditalien (Di Luzio 1991) – deuten darauf hin, dass die Herkunftssprache bei Migrantenkindern Divergenzen zur Metropolsprache und Konvergenzen mit den neuen Kontaktsprachen aufweist (Serratrice, Sorace et al. 2009). In soziolinguistischen Untersuchungen zu Eigenheiten der italienischen Herkunftssprache von Gastarbeiterkindern im Alter von 8–16 Jahren, die bereits in Deutschland geboren sind (Konstanz) oder die im frühkindlichen Alter nach Deutschland kamen, zeigten sich sowohl lexikalische, morphologische und syntaktische Divergenzen im Vergleich zur italienischen Standard-Kindersprache als auch eine Nähe zum „italiano popolare“ (Lepschy 1983). Diese Daten wurden in spontanen Gesprächssituationen erhoben. Dabei stellte sich heraus, dass die Kinder morphologische Variationen wie eine Reduktion der Artikel sowie eine erhöhte Anzahl von dialektalen Wörtern produzieren.
Studien zum Italienischen in Ländern mit germanischen Umgebungssprachen
In einer Studie zum Italienischen als Herkunftssprache in den Niederlanden (Jaspaert & Kroon 1991) gingen die Autoren von einem engen Zusammenhang zwischen SprachverlustSprachverlust und Sprachwechsel aus. Deshalb lag das Hauptaugenmerk auf soziolinguistischen Faktoren, die die Sprachwahl (bzw. den Sprachverlust) in alltäglichen Kommunikationssituationen bestimmen.
La Morgia (2011) untersuchte die Entwicklung des Italienischen als Herkunfts- bzw. nach ihrer Terminologie „schwache Sprache“ und die Rolle des Inputs beim bilingualen Erstspracherwerb. In einer Langzeitstudie mit vier zweisprachigen Kindern (italienisch-englisch) und deren Eltern erhob sie spontansprachliche Daten und ergänzte sie durch Experimente, um herauszufinden, ob es einen Zusammenhang zwischen Input, der Entwicklung der HerkunftsspracheHerkunftssprache:Italienisch und dem Erwerb neuer Informationsstrukturen gibt. Ihre Arbeit leistete einen Beitrag zur Beschreibung von (Erwerbs-)Eigenschaften der Herkunftssprache, wie Durchschnittslänge von Äußerungen (MLU), Fehler bei der Verbflexion, begrenzter Wortschatz sowie Schwierigkeiten, eine pragmatisch korrekte Subjektwahl zu treffen (null vs. overt). Die Herkunftssprache Italienisch, postuliert La Morgia, sei anhand der Besonderheiten bei der Wahl der Subjekte (overt – null) und deren Position (präverbal – postverbal) als schwach oder stark einzustufen. In den Experimenten zeigten sich größere Schwierigkeiten beim Verarbeiten postverbaler Subjekte, die sich damit erklären lassen, dass dazu eine Aktivierung von syntaktischem und pragmatischem Wissen erforderlich ist (La Morgia 2011: 147). Für die Diskussion über den Erwerb von Schnittstelleneigenschaften bedeuten diese Ergebnisse, dass „schwachen Zweisprachigen“ mit der Herkunftssprache Italienisch insbesondere Eigenschaften an der Schnittstelle zwischen Syntax und Pragmatik Verarbeitungsschwierigkeiten bereiteten.

2.4.2 Slawische Herkunftssprachen (Polnisch und Russisch)

Polnisch
Herkunftssprache:slawischeUnter den Migranten aus Mitgliedsstaaten der EU in Deutschland machen die polnischsprachigen Einwohner mit ca. 1,5 Mio. die größte Gruppe aus (Statistisches Bundesamt, Fachserie 1, Reihe 2.2, 2012: 55). In größerer Konzentration leben Sprecher des Polnischen z. B. in Hamburg oder Berlin. Doch obwohl so viele Menschen PolnischPolnisch sprechen, sind Studien zur HerkunftsspracheHerkunftssprache:Polnisch Polnisch bisher Ausnahmen geblieben.
Brehmer & Czachór (2012) verglichen zwei Varianten des analytischen Futurs im PolnischenPolnisch:in Deutschland bei monolingualen und zwei Gruppen von bilingualen Sprechern, die nach dem Alter zu Beginn des Deutscherwerbs unterschieden wurden. Dabei handelt es sich um Sprecher, die als früh sequenziell Bilinguale (Beginn des Deutscherwerbs mit durchschnittlich 2 Jahren) zu bezeichnen sind, und um spät bilinguale Sprecher (Beginn mit durchschnittlich 25 Jahren). Die semispontanen Daten wurden mit elizitierten Narrativen und einem sog. judgement task erhoben. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Verteilung der beiden Varianten des analytischen Futurs im Polnischen in beiden Gruppen deutlich unterscheidet: Bei den früh bilingualen Sprechern dominiert der Typ des analytischen Futurs, der dem entsprechenden Muster im Deutschen gleicht (Futurform des Hilfsverbs sein + Infinitiv des Vollverbs), während von spät bilingualen Sprechern das konkurrierende Muster präferiert wird. Brehmer (i. Dr.) untersuchte die Veränderungen bei den von Verben regierten Kasusformen der Nomen. Dabei wird deutlich, dass sich hauptsächlich diejenigen Veränderungen beobachten lassen, für die sich auch Indizien im monolingualen Polnisch finden, d. h. dass Veränderungen in den an und für sich schon im Wandel befindlichen Bereichen bei den Bilingualen forciert auftreten.
Brehmer & Rothweiler (2012) untersuchten den Erwerb der Genuskongruenz im Polnischen bei polnisch-deutschen bilingualen Kindern im Alter von 3–6½ Jahren. Die Analyse des korrekten und fehlerhaften Gebrauchs von elizitierten attributiven Adjektiven zeigte zweierlei: sowohl einen im Vergleich zu monolingualen Sprechern etwas verlängerten Erwerbsprozess von Genusmarkierungen, der selbst im Alter von 6 Jahren noch nicht komplett abgeschlossen ist, als auch einen vermehrten Gebrauch von femininen und maskulinen Markierungen, was als Default-Strategie (insbesondere des Maskulinums) gewertet wird.
Mehr zum Polnischen in der Migration findet man bei Laskowski (1993 und 2009), Dubisz (2001), Lang & Debaene (2010), Sękowska (2012), Hibel (2013) und Kamusella (i. Dr.).
Russisch
Die Herkunftssprache:RussischAngaben zur Zahl der ethnischen Russen und der russophonen Migranten bzw. der Menschen, die RussischRussisch:in Deutschland in der Alltagskommunikation verwenden, variieren in Deutschland enorm. Nach dem Bericht des Statistischen Bundesamtes (Fachserie 1, Reihe 2.2, 2012: 55 leben ca. 1,2 Mio. russische Staatsangehörige (fast 3 Mio. aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion) in Deutschland. Verschiedene (sozio)linguistische Studien gehen jedoch von bis zu vier Millionen Sprechern aus (Silbereisen 2010; Soultanian, Mihailar et al. 2008).
RussischRussisch als Herkunftssprache wurde in zahlreichen (sozio)linguistischen und pädagogischen sowie soziologischen Studien untersucht (z. B. http://www.migration.uni-jena.de/). Die Teilnehmer an diesen Studien konstituieren eine relativ heterogene Gruppe: Neben unterschiedlichen Generationen von Migranten im Krippen- bis Seniorenalter und Sprecherinnen unterschiedlicher Dialekte gehören auch Menschen mit unterschiedlichen (Schrift- und Lese-)Kompetenzen, sog. forgetters, unvollendete Lerner und Erbsprachsprecher sowie (un)balancierte oder subtraktive Bilinguale dazu (thematisch vgl. Pallier, Dehaene et al. 2003; Pearson 2007). Obwohl diverse Aspekte der Sprachkompetenz in den Bereichen Lexikon, Morphosyntax und Diskurs untersucht wurden, ist noch nicht ganz klar, ob die unten zusammengefassten Forschungsergebnisse systematische Veränderungen in der Diaspora- bzw. der Erbsprache Russisch reflektieren (allgemein zum Russischen in Deutschland siehe Anstatt 2008, Brehmer 2007, auch Achterberg 2005) oder aber nur ein sprecherspezifisches Verhalten widerspiegeln, das aus einer Reihe unterschiedlicher interner und externer Faktoren resultiert.
Die Sprachbiografien ethnischer Deutscher und soziolinguistische Aspekte ihrer Zweisprachigkeit, ihrer Identität und Ansichten im Erwachsenenalter wurden intensiv durch Meng (2004, 2005; Meng & Protassova 2005) und in geringerem Maße auch durch Protassova (2007) untersucht. In der Studie von Brehmer (2007), die eine soziolinguistische Übersicht über die russischsprachige Gemeinschaft in Deutschland bietet und sie aus einer innerlinguistischen Perspektive darstellt, wird zudem auf eine künstliche russisch-deutsche Mischsprache eingegangen, die sog. Qwelja. Auch Besters-Dilger (2013) und eine Reihe weiterer Autoren, in denen hauptsächlich Erwachsene erforscht wurden (Goldbach 2005; Meng & Protassova 2005; Ždanova 2007, 2008), befassten sich mit Qwelja.
Untersuchungen zur Erstsprache bei Kindern konzentrieren sich auf deren lexikalische Fähigkeiten (Klassert 2011; Klassert, Gagarina et al. 2013), auf ausgewählte morphologische Kategorien von Verben und Substantiven (Anstatt 2008; Dieser 2009; Gagarina 2011; Gagarina & Reichel 2013), auf die Makro- und Mikrostruktur von Narrativen bzw. Erzählungen (zur Makrostruktur s. Gagarina, Klop et al. 2012; zur Mikrostruktur im Syntax-Diskurs-Bereich s. Gagarina 2012) sowie den Einfluss interner und externer Faktoren auf die linguistische Performanz in der Muttersprache und der Zweitsprache von russisch-hebräischen bzw. russisch-deutschen Kindern im Vorschulalter (Klassert & Gagarina 2010; Armon-Lotem, Gagarina et al. 2011; Gagarina, Armon-Lotem et al., 2014). Die jüngst erfassten Daten von zwei russisch-deutschen simultan-bilingualen Mädchen wurden für Fallstudien zum Spracherwerb und -verfall der Herkunftssprache genutzt (Gagarina 2011; Gagarina & Reichel 2013).
Die Analyse einer ersten Sprachstandserhebung ergab, dass zweisprachige Kinder mit Russisch als Muttersprache im Alter zwischen 3 und 6 Jahren Anzeichen eines SprachverfallsSprachverfall (oder einer unvollständigen Aneignung) bei der Anwendung des Akkusativs und Dativs aufweisen. Ihre produktive Verbmorphologie (Konjugation der 1. Person Singular im Präsens) bleibt hingegen intakt, d. h. auf dem Niveau des monolingualen Spracherwerbs, und ist bereits im Alter von 3 Jahren zielgerichtet. Einen ähnlichen Sprachverfall des Kasussystems bei simultaner Zweisprachigkeit beschrieb Gagarina (2011). Es zeigte sich, dass der verlängerte Zeitraum des Spracherwerbs der Kategorien den Erwerbserfolg negativ beeinflusst. Während verbale Formen wie papa spit „(der) Vater schläft“ nicht erodieren, werden mit steigendem Alter immer mehr Kasusfehler produziert (Gagarina 2011): Mama, ja posmotrju ∗Sonja „Mama, ich schaue SonjaNOM (auf dem Video)“ statt SonjuAKK.
Auf dem Gebiet Diskurs und Narrative fanden Topaj (2010, 2011) sowie Topaj & Gagarina (in Vorb.) heraus, dass frühzeitig sequenziell-bilinguale russisch-deutsche Kinder bereits mit 4 Jahren die ganze Spannbreite referenzieller Ausdrücke in der Herkunftssprache dem Zielsystem entsprechend richtig nutzen und dieses Wissen bis zum Alter von 6 Jahren nicht verlieren. In dieser Hinsicht unterscheiden sie sich nicht signifikant von monolingualen Kindern desselben Alters, abgesehen von kleinen Sprachinterferenzen.
Klassert & Gagarina (2010) und auch Gagarina et al. (2014) untersuchten den Einfluss des elterlichen InputsInput:elterlicher und der Sprachwahl zu Hause auf lexikalische und grammatische Fertigkeiten im Deutschen und Russischen bei 45 zweisprachigen Kindern von Migranten in Berlin sowie über 150 Kinder in Berlin und Israel (Gagarina et al., 2014) mit folgendem Ergebnis: Sobald Eltern die Nicht-Muttersprache mit ihren Kindern sprachen, konnten keine signifikanten Fortschritte im Deutschen/Hebräischen festgestellt werden, während sich die russische Sprachkompetenz merklich verschlechterte. Dies belegt, dass die Entwicklung der Herkunftssprache Russisch entscheidend vom linguistischen Input der Eltern abhängt und dass es empfehlenswert ist, wenn die Eltern zu Hause die Muttersprache sprechen. Armon-Lotem et al. (2011) evaluierten, wie externe Hintergrundfaktoren aus der Umgebung des Kindes (z. B. Bildungsniveau der Eltern, Beschäftigung der Eltern, Größe der Familie etc.) und interne Faktoren, d. h. die Erfahrung mit der Sprache in Abhängigkeit von der Zeit (z. B. chronologisches Alter, Alter bei Beginn des Kontakts zur Zweisprache etc.), zur Entwicklung linguistischer Fertigkeiten in beiden Sprachen russisch-deutsch/hebräisch bilingualer Kinder im Alter von ca. 5 Jahren beitragen. Es stellte sich heraus, dass interne, temporale Faktoren stärker mit dem Sprachstand zusammenhingen als externe Umgebungsfaktoren. In der russisch-deutschen Gruppe, die eine Subgruppe mit relativ niedrigem sozioökonomischem Status einschloss, korrelierte der Status ebenfalls positiv mit dem Erfolg in der Herkunftssprache.
Einige Überlegungen zur Natur und Systematik der Veränderungen in der Grammatik des Russischen
Russisch:als HerkunftsspracheÄnderungen in der russischen HerkunftsspracheHerkunftssprache:Russisch in der Diaspora in Deutschland können nicht immer eindeutig von den allgemeinen morphosyntaktischen Veränderungen des Gegenwartsrussischen in den letzten 20 Jahren abgegrenzt werden. Modifikationen in der Kasusmarkierung mit häufiger Kasussubstituierung sowie die Reduzierung einer Reihe syntaktischer Strukturen und nennenswerte Veränderungen bei der Wortbetonung sind für die russische Sprache in der Migration und in Russland selbst charakteristisch.
Mehr über Russisch in der Emigration findet man bei Benson (1960), Glovinskaja (2004) und Zemskaja (2001), die sich auf verschiedene Aspekte des im Ausland gesprochenen Russischen konzentriert, sowie u. a. bei Pfandl (1994, 1998, 2002), Protassova (2013), Polinsky (2002); Dubinina & Polinsky (2013) und Gagarina (2013).

2.4.3 Türkisch

Türkisch als Türkisch:als HerkunftsspracheHerkunftsspracheHerkunftssprache:Türkisch wird nicht nur in Deutschland gesprochen: Derzeit leben ca. 4 Millionen Migranten türkischer Herkunft in Europa (http://www.turkishmigration.net/index.html). Im Rahmen von (sozio)linguistischen Studien werden in Deutschland (u. a. Pfaff 1991; Banaz 2002; Babur, Rothweiler & Kroffke 2007; Uzuntaş 2008; Rothweiler, Chilla et al. 2010; Şimşek & Schroeder 2011; Chilla 2013; Schellhardt & Schroeder 2013; Schroeder & Dollnick 2013), den Niederlanden (Schaufeli 1993; De Jong, Çavus & Baker 2010), Frankreich (Akinci 2003, 2008; Akinci & Koçbas 2006) und den USA (Otcu 2010) sowohl der typische als auch der gestörte Erstspracherwerb des Türkischen und das Türkische in der Migration untersucht (Gürbüz 1993; Topbaş & Yavaş 2010). Zudem wurden sprachvergleichende Studien mit monolingualen Sprechern in der Türkei und bilingualen Sprechern in Australien, Frankreich und den Niederlanden durchgeführt (Aarssen, Akinci & Yagmur 2001). Letztere Studie hat u. a. gezeigt, dass die Sprachfähigkeiten im Türkischen als Herkunftssprache von der Bildung abhängig sind.
Eine der ersten detaillierten Studien zum TürkischenTürkisch:in Deutschland in Deutschland – EKMAUS und KITA-Projekte – wurde in den 80er-Jahren durchgeführt (Pfaff 1994; Pfaff & Savaş 1988). In ihrer Studie zum Erstspracherwerb des Türkischen in Deutschland fand Pfaff (1991) keinen Verlust der Flexionsmarkierung. Die Kinder brauchten jedoch mehr Zeit, um die sog. peripheren Komponenten des grammatischen Systems der Sprache, die nicht sehr frequent und salient sind, zu erlernen. In der Syntax des Türkischen zeigten sich systematische Veränderungen bei der Einbettung bzw. Einfügung einer untergeordneten sprachlichen in eine übergeordnete Struktur/Einheit: Jan wollte Hans besuchen, weil der krank war. Die Autorin merkt jedoch vorsichtig an, dass sich anhand der Ergebnisse noch nicht sagen lässt, ob diese Veränderungen als Eigenschaften einer türkischen Erbsprache anzusehen sind. Der Befund von Pfaff wurde durch eine spätere Studie von Gürel (2002, 2004) bestätigt: Im Standardtürkischen werden Pronomen eher weggelassen, während die türkische Minderheit in Deutschland diese häufiger verwendet. Also heißt es auf TürkischTürkisch:in Deutschland in Deutschland (Almancı-Türkisch) „Senin adın ne?“ (Was ist dein Name?), während in der Türkei eher „Adın ne?“ gefragt wird.

Die Verwendung von Personalpronomina gehört zu den sog. Phänomenen der Schnittstelle zwischen Pragmatik und Syntax einer Sprache.

Die Tendenz zur häufigeren Verwendung von Pronomina in der Subjektposition (an der Stelle also, an der in der Standardsprache der Metropole kein Pronomen steht) findet man auch im Italienischen (Serratrice, Sorace & Paoli 2004) und im Russischen (Dubinina & Polinsky 2013).
Neuere Studien zur türkischen Sprache zeigen nicht nur Probleme mit dem Lexikon (Uzuntaş 2008), sondern auch Veränderungen im gesamten System der Sprache, vor allem im Zusammenhang mit Weglassungen, mit der Wortstellung und bei morphologischen Kategorien. Im Türkischen in Deutschland wird z. B. die Fragepartikel öfters weggelassen: Im Unterschied zu „Geldin mi?“ (Bist du gekommen?) wird z. B. gern „Geldin?“ verwendet. Darüber hinaus ist auch das Instrumentalsuffix -len im Almancı-Türkisch wesentlich gebräuchlicher, das in der Türkei nur dialektal verwendet wird (Tab. 2.4 für weitere Beispiele).
Mehr zum Türkischen in Deutschland findet sich in Şimşek & Schroeder (2011), Schellhardt & Schroeder (2013), Schroeder & Dollnick (2013), und Schroeder & Şimşek (i. Dr.).
Am weitesten fortgeschritten sind Studien zur HerkunftsspracheHerkunftssprache:Türkisch TürkischTürkisch:als Herkunftssprache in Deutschland, da seit kurzem bilinguale Kinder mit spezifischen Sprachproblemen im Mittelpunkt des Interesses stehen (u. a. Rothweiler, Chilla et al. 2010). In der Studie von Rothweiler, Chilla et al. 2010 wurde die Kasusmorphologie in spontan erhobenen Langzeitdaten von sukzessiv-bilingualen Kindern – drei Kinder mit typischer und zwei Kinder mit einer „abweichenden“ Sprachentwicklung – verglichen. Die Autorinnen stellten fest, dass der bilinguale und monolinguale Kasuserwerb ähnlich verlaufen, wobei jedoch bilinguale Kinder mit spezifischer Spracherwerbsstörung mehr Kasusfehler über eine längere Zeitperiode produzieren (bis zum Alter von 5–6 Jahren). Eine neuere Studie zum Erwerb der beiden Sprachen bei jüngeren Berliner Kindern mit Türkisch als Herkunftssprache zeigte zum einen starke Unterschiede in der Entwicklung des produktiven Lexikons (Verben und Nomen) und zum anderen einen Sprachabbau in unterschiedlichen Bereichen. Dies bestätigt die vorherigen Befunde, dass sich die Herkunftssprache ohne Förderung bzw. Alltagsverwendung nicht ähnlich gut entwickelt bzw. nicht in einer zielsprachlichen Form erworben werden kann (vgl. Gagarina 2013, Gaparina, Düsterhöft et al. i. Dr.).
Weitere Untersuchungen zum Türkischen wurden innerhalb eines europaweiten Projekts (COST Action: www.bi-sli.org) durchgeführt (Kap. 5). Wie die Ergebnisse zu den narrativen (Erzähl-)Fähigkeiten türkisch-deutschsprachiger Kinder im Alter von 5 Jahren und 5 Monaten zeigten, nähern sich die Makrostrukturen ihrer bilingualen Erzählungen denen der monolingualen Kinder an (Gagarina, Klop et al. 2012; vgl. ähnliche Ergebnisse für 5- und 7-jährige türkisch-französisch bilinguale Kinder bei Akinci, Jisa & Kern 2001).

Deutsch als Erbsprache und L1 im Migrationskontext

Der Beitrag wäre unvollständig, würde man nicht wenigstens den Erwerb des DeutschenDeutsch:als Erbsprache als Erbsprache bzw. Deutsch:als ErstspracheErstsprache außerhalb des deutschsprachigen Raums erwähnen, nicht zuletzt in Europa und englischsprachigen Ländern (Bradean-Ebinger 1988; Schmid 2002; de Leeuw, Schmid et al. 2010; Bianchi 2013), in Südamerika und in den Gebieten der früheren Sowjetunion, wo sog. deutschstämmige Russland-Deutsche gelebt haben (vgl. die Studie „Auswanderung aus Deutschland. Stand der Forschung und erste Ergebnisse zur internationalen Migration deutscher Staatsbürger“, http://www.migration-info.de/mub_artikel.php?Id=070807, abgerufen 1.8.2012). Die Studien zum Deutschen der dort lebenden Erwachsenen beschäftigen sich mehrheitlich mit speziellen Eigenschaften der Attrition des Lexikons und Teilen des grammatischen Systems (Rehbein 1987; Salmons 1993; de Leeuw, Schmid et al. 2010; Dressler 2010; Bianchi 2013).
Deutsch als Erbsprache und Erstsprache in der Migration wird von Dressler (2010) und Bianchi (2013) beschrieben. Eine Analyse der deutschen Kasusmorphologie in den sog. „Sprachinselvarietäten“ in Russland und Brasilien findet man in Rosenberg (2012). Die deutsche Sprache von Mennoniten in Mexiko und den USA ist von G. Kaufmann untersucht und aus soziolinguistischer Perspektive dargestellt worden (Kaufmann 1997). Im Mittelpunkt stehen morphosyntaktische Aspekte (Kaufmann 2011) sowie Probleme der strukturellen und soziolinguistischen Konvergenz bzw. Divergenz (Kaufmann 2008). Artikel zur Sprachinselforschung des Deutschen weltweit hat Putman (2011) in einem Sammelband herausgegeben.

Fazit

Die Untersuchungen zum ErstspracherwerbErstspracherwerb:mehrsprachiger Migranten bei mehrsprachigen Migranten sind unter verschiedenen Aspekten von Bedeutung. Sie bereichern nicht nur die theoretische Sprachwissenschaft und stellen eine wichtige Quelle neuer empirischer Erkenntnisse zu unterschiedlichsten Phänomenen dar, sondern haben auch einen praktischen Wert für die Erkennung von Sprachstörungen bei multilingualen Kindern. Denn nur unter der Miteinbeziehung des Erstspracherwerbs bzw. der Herkunftssprache (zusammen mit der Analyse externer und interner Faktoren, die den Spracherwerb beeinflussen) lässt sich der bilinguale „Status“ bzw. die bilinguale Kompetenz von Kindern korrekt feststellen.
Dieser kurze und vergleichende Überblick über Erstspracherwerbsstudien bei bilingualen Kindern/Erwachsenen mit Migrationshintergrund zeigt, dass es noch zahlreiche unerforschte Aspekte auf dem Gebiet gibt. Erste Belege sprechen jedoch dafür, dass die zuerst erworbenen, transparenten und häufigen grammatischen Elemente auch am robustesten sind. Bei der Untersuchung des Erstspracherwerbs und bei der Interpretation der empirischen Daten gilt es sowohl externe als auch interne Einflussfaktoren zu berücksichtigen, damit keine vorschnellen und oberflächlichen Schlüsse gezogen werden. Zusammengefasst lassen die in diesem Kapitel vorgestellten Studien zum Erstspracherwerb ein dynamisches Sprachsystem erkennen, bei dem das Lebensalter der Kinder eng mit der sensitiven Phase des Spracherwerbs korreliert. Die Erosion in der Herkunftssprache betrifft meist lexikalische Komponenten und die Teile des morphosyntaktischen Systems, die zu unterschiedlichen Schnittstellen gehören.
Die Quintessenz der Ergebnisse zu Veränderungen der Erbsprachen besteht darin, dass noch nicht ganz klar ist, welche Komponenten des erodierenden Systems einer Erbsprache universalen Charakter haben und welche sprachspezifisch sind. Darüber hinaus ist noch nicht klar, welche Veränderungen kategorischer Natur sind, d. h. die einzelnen Erbsprachen systematisch verändern. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass am ehesten „marginale“ und „schwächere“ Komponenten der grammatischen Systeme von der Spracherosion betroffen sind.

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