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Erweitertes Sprach(en)profilSprachenprofil für Nesrin.

[M751]

Übersicht über Studien zur Therapie bilingualer stotternder Menschen

(Van Borsel 2011, Shenker 2011b)

Tab. 16.1
Autoren Probanden Sprachen der Probanden Therapieform Therapiesprachen
Shenker et al. 1998 1 (weiblich, 3 Jahre) Englisch/Französisch Lidcombe-Programm Englisch und Französisch
Woods & Wright 1998 1 (männlich, erwachsen) Russisch/Englisch Atemregulation Englisch
Humphrey et al. 2001 Zwillinge (weiblich, 11 Jahre) Arabisch/Englisch Fluency-Shaping und Stottermodifikation auf Lesen begrenzt Arabisch
Humphrey 2004 4 (3 männlich, 1 weiblich) Englisch/Spanisch oder Französisch Fluency-Shaping und Stottermodifikation Englisch
Rousseau et al. 2005 1 (männlich, 7 Jahre) Französisch/Englisch Lidcombe-Programm Französisch
Gutmann & Shenker 2006 4 (männlich, 4–6 Jahre) Französisch/Englisch Lidcombe-Programm Englisch (Französisch zu Hause)
Lim 2007 14 (männlich, 12–33 Jahre) Englisch/Mandarin Fluency-Shaping/weicher Stimmeinsatz Englisch
Roberts & Shenker 2007 1 (männlich, 3 Jahre) Französisch/Deutsch Lidcombe-Programm Englisch und Französisch
Bakhtiar & Packman 2009 1 (männlich, 8 Jahre) Persisch/Belutschi Lidcombe-Programm Persisch (Belutschi zu Hause)

Mehrsprachige Stottertherapie

Jana Zang

Sucht man in der Literatur nach Studien zur bilingualen StottertherapieTherapie des Stottertherapie:mehrsprachigeStotterns, stößt man auf die Aussage, dass die Anzahl und Aussagekraft dieser Studien sehr begrenzt ist (Shenker 2011a, Van Borsel 2011). Was heute zur Verfügung steht, sind Einzelfallstudien und Studien kleineren Umfangs mit sehr unterschiedlichen Studiendesigns. Vor allem kristallisieren sich Studien zum Lidcombe-Lidcombe-ProgrammProgramm (Lattermann 2010) im Vorschulalter heraus. Das liegt zum einen daran, dass für das Lidcombe Programm im Allgemeinen zahlreiche Studien durchgeführt werden, und zum anderen daran, dass in den Städten Sydney und Montreal Mehrsprachigkeit zur Norm gehört und es dort eher eine Herausforderung ist, monolinguale Probanden zu rekrutieren. Erste Beratungsmodelle, wie von Lattermann (2010) erwähnt, stammen aus ebendiesen Städten. Hier soll noch einmal darauf hingewiesen werden, dass Mehrsprachigkeit:FormenMehrsprachigkeit in einigen Regionen nicht mit Migration und demnach auch nicht mit einer zweiten Kultur verbunden sein muss. Bei der Aussagekraft von Studien und Beratungsmodellen sollte demnach differenziert werden, um welche Form der Mehrsprachigkeit es sich handelt.

In Deutschland und Österreich wird der Idealfall, dass die Therapeutin alle Sprachen des zu behandelnden Kindes selbst spricht, eher selten eintreten. In der Schweiz und Belgien ist die Chance schon größer, sofern es sich um die Landessprachen handelt. Blicken wir auf unsere eigene Therapieerfahrung mit stotternden Kindern zurück, fällt auf, dass viele der Patientinnen, die wir behandelt haben, zweisprachig waren. Sie wurden mit den gleichen Verfahren behandelt wie einsprachige Kinder. Die Therapie wurde ad hoc kreativ auf das Kind abgestimmt und so angepasst, dass sie erfolgversprechend wirkte. Was nun fehlt, sind Nachweise dessen, was in der Therapie genau gewirkt und wie es sich auf die nichtdeutsche Sprache übertragen hat. Teilweise wurde nie überprüft, ob ein Kind, das in Deutsch lockerer und flüssiger stotterte als vorher, auch in seiner anderen Sprache flüssiger geworden war.

Studien zur zweisprachigen Stottertherapie

Muss in beiden Sprachen therapiert werden?
Erste Studien zur mehrsprachigen Stottertherapie:zweisprachige, StudienStottertherapie befassten sich mit der Frage, ob eine Übertragung der therapierten auf die nichttherapierte Sprache stattfindet, ob es daher überhaupt notwendig ist, in beiden Sprachen zu therapieren. Gutmann & Shenker (2006) untersuchten vier französisch-englischsprachige Jungen, die mit dem Lidcombe-Lidcombe-Programm:StottertherapieProgramm therapiert wurden. Bei allen verbesserte sich die SprechflüssigkeitSprechflüssigkeit in der behandelten und in der nichtbehandelten Sprache. Die Behandlungssprache war Englisch, während die Therapie zu Hause durch die Co-Therapeuten auf Französisch durchgeführt wurde. Findlay, Mathews & Shenker (2008) gingen der Frage nach einer möglichen Übertragbarkeit nach, indem sie die Patientenakten 23 bilingualer Kinder, die mit dem Lidcombe-Programm behandelt wurden, mit den Patientenakten 23 monolingualer Kinder verglichen. Auch in dieser Studie wurde ein Transfers:SprechflüssigkeitTransfer der Sprechflüssigkeit:TransferSprechflüssigkeit auf die nichtbehandelte Sprache festgestellt.
Kritisch anzumerken ist, dass die erste Studie aufgrund ihrer Stichprobengröße in ihrer Aussage begrenzt ist und die zweite Studie aufgrund ihres Designs nur vorsichtig zu Rate gezogen werden sollte. Für die Zukunft sind Langzeitstudien mit umfangreichen Stichproben notwendig.
Van Borsel (2011) fasste mehrere Stottertherapie:EinzelfallstudienEinzelfallstudien:StottertherapieEinzelfallstudien zusammen, in denen sich bei Patienten verschiedenster Sprachkombinationen, verschiedenen Alters und Stotterschweregrads eine spontane Übertragung der erlernten SprechtechnikenSprechtechniken und der SprechflüssigkeitSprechflüssigkeit auf die nichttherapierte Sprache zeigte. Außerdem ließ sich in einigen Fällen in der nichttherapierten Sprache eine größere Verbesserung beobachten als in der therapierten, in einigen Fällen war die Verbesserung in beiden Sprachen als gleich gut zu werten oder in der therapierten Sprache besser (Tab. 16.1C).
Gibt es Unterschiede bei mono- und bilingualen stotternden Kindern?
Weitere Studien, deren Anzahl und Umfang ebenfalls sehr gering waren, befassten sich mit der Frage, ob sich in der Stottertherapie:bi- und monolinguale KinderStottertherapie Unterschiede zwischen bilingualen und monolingualen stotternden Patienten zeigen (vgl. Druce et al. 1997, Debney & Druce 1988). Die Autoren konnten in den Studien keine signifikanten Unterschiede zwischen bilingualen und monolingualen stotternden Kindern, die an einem verhaltenstherapeutisch orientierten Programm teilnahmen, feststellen. Vergleichsmaß war der Prozentsatz gestotterter Prozentsatz gestotterter SilbenSilben in Englisch. Die nichtenglische Sprache wurde nicht untersucht.
Zusammenfassend waren sowohl in der einsprachigen als auch in der mehrsprachigen Behandlung bilingualer stotternder Patienten Verbesserungen der Sprechflüssigkeit:VerbesserungSprechflüssigkeit zu beobachten. Die Frage, ob die mehrsprachige Behandlung evtl. schnellere und nachhaltigere Erfolge mit sich bringt, muss noch erforscht werden, dazu bedarf es dringend aktueller Studien. Das vorliegende Korpus an Studien ist bisher nicht aussagekräftig, um den Erfolg beurteilen und evidenzbasiert therapieren zu können.
Was geschieht nun in der Regel in der Praxis, wenn eine deutschsprachige Therapeutin ein mehrsprachiges Kind therapiert? Sowohl für die Behandlung mit dem Stottertherapie:Lidcombe-ProgrammLidcombe-Lidcombe-Programm:StottertherapieProgramm (Lattermann 2010) als auch mit StottermodifikationsansätzeStottermodifikations- und Non-avoidance-Non-avoidance-AnsätzeAnsätzen (z. B. KIDS (Kinder dürfen stottern)KIDS – „Kinder dürfen stottern“, Sandrieser & Schneider 2008) ist zu erwarten, dass die Therapie bei Kindern automatisch in mehreren Sprachen durchgeführt wird, wenn die Familie zu Hause eine andere Sprache spricht als Deutsch. Ist die Mutter die Co-Therapeutin oder sollen die Eltern zu Hause das PseudostotternPseudostottern anwenden, werden sie es für gewöhnlich in der Sprache tun, die sie zu Hause sprechen. Ohne dass die Therapeutin darauf hinweist, kann dieses ungeplante Vorgehen jedoch auch zu Missverständnissen – statt automatisch zum Erfolg – führen. Das erste Fallbeispiel (Nesrin) soll dieses Missverständnis neben zahlreichen anderen Versäumnissen, die ein ungeplantes Vorgehen mit sich bringen kann, darstellen.

Weitere Überlegungen zur bilingualen Stottertherapie

In Stottertherapie:bilingualestationären Stotterintensivtherapie, stationäreStotterintensivtherapien findet die Behandlung in der Regel monolingual statt. Hier beginnt erst nach der Therapie im Alltag Stottertherapie:Übertragungdie Übertragung auf die nichtdeutsche Sprache. Erste Ansätze für bilinguales Therapiematerial finden sich bei Kuckenberg & Zückner (2009); sie haben das deutsche Therapiematerial und die Übungs-CD der Intensiv-Modifikation Stottern (IMS)Intensiv-Modifikation Stottern (IMS) auf Englisch ergänzt, da sie davon ausgehen, dass Kinder im deutschsprachigen Raum in der Schule Englisch lernen werden. Auch computergestützte Verfahren in der Fluency-Shaping-Fluency-Shaping-VerfahrenTherapie bieten die Möglichkeit, eine Technik in nichtdeutscher Sprache zu üben, da die Programme in der Regel nicht sprachgebunden sind, sondern auf Stimmparametern basieren (Euler, Wolff v. Gudenberg, Jung & Neumann 2009).
In der Arbeit mit bilingualen stotternden Kindern und Jugendlichen hat die deutschsprachige Therapeutin die Möglichkeit, das bilinguale Umfeld mit einzubeziehen und mit Hilfe der Eltern und des Umfelds die Therapiemethoden und -techniken von Anfang an auch in der nichtdeutschen Sprache anzubieten. Eine Studie von Waheed-Kahn (1998) unterstützt diesen Gedanken. Waheed-Kahn verglich 20 bilinguale und 20 monolinguale Kinder in Bezug auf die erreichte Stottertherapie:SprechflüssigkeitSprechflüssigkeit:StottertherapieSprechflüssigkeit in der Therapie, die Anzahl der besuchten Therapiestunden und die Frequenz, mit der sie Hausaufgaben erledigten. Die mehrsprachigen Kinder schnitten in allen drei Kategorien schlechter ab als die monolingualen. Durch die Entwicklung eines speziellen Programms, das ein besonderes Augenmerk auf die Muttersprache und die zweite Kultur der bilingualen Teilnehmer legte und ein Familienmitglied in die Behandlung mit einbezog, zeigte sich ein signifikanter Anstieg der Therapieerfolge und eine Angleichung an die Ergebnisse der monolingualen Kontrollgruppe. Das genaue diagnostische Vorgehen und die Methodik werden leider nur unzureichend beschrieben.

Fallbeispiel Nesrin

Nesrin ist 5;5 Jahre alt, als ihre Eltern sie zur Diagnostik vorstellen. Die Eltern sind beide in der Türkei geboren und gemeinsam vor acht Jahren nach Deutschland gezogen. Nesrin hat eine zwei Jahre ältere Schwester. Die Mutter spricht seit ihrer Geburt Zazaki (eine in der östlichen Türkei verbreitete iranische Sprache) und Kurdisch, im Schulalter lernte sie Türkisch. Deutsch versteht sie nach eigenen Angaben nur bedingt und spricht es unsicher. Der Vater spricht von Geburt an Kurdisch und hat ab dem 4. Lebensjahr Türkisch gelernt. Durch seinen beruflichen Alltag versteht und spricht er gut Deutsch. Zu Hause sprechen die Eltern miteinander Kurdisch und Türkisch. Mit Nesrin und ihrer Schwester spricht der Vater konsequent Deutsch, die Mutter Türkisch. Nesrin spricht überwiegend und fehlerfrei Deutsch. Türkisch spricht sie gut, nach Angaben der Mutter jedoch mit einigen grammatikalischen Fehlern. Kurdisch versteht sie größtenteils und spricht auch ein paar Sätze. Ihre ältere Schwester spricht etwas mehr Kurdisch. Mit der Mutter spricht Nesrin überwiegend Türkisch und macht dabei häufig Gebrauch vom Code-Switching, vor allem wenn sie von der Vorschule spricht (Abb. 16.1).

Symptomdiagnostik

Mit 5;2 Jahren traten bei Nesrin erstmals StotterdiagnostikStottersymptome in Form von Dehnungen mit deutlicher und gespannter Begleitsymptomatik auf, vereinzelt auch Wiederholungen mit 5–10 Iterationen. Insbesondere bei dem Vokal /a/ und bei dem Frikativ /w/ hat Nesrin Symptome von durchschnittlich 3 Sekunden Dauer. Untersucht wird eingangs lediglich eine deutschsprachige Sprechprobe aus der Diagnostiksituation. Die Frequenz der Symptomatik beträgt im Untersuchungszeitraum 28 % gestotterter Silben. Das Stuttering Severity Stuttering Severity Instrument (SSI)Instrument (SSI-3; Riley 1994) ergibt einen Punktwert von 30, was einem schweren Stottern entspricht (Perzentile: 89–95). In der Familie der Mutter tritt Stottern gehäuft auf, ihr Bruder stottert bis heute noch stark, die Schwester der Mutter hat als Kind gestottert und ist remittiert. Die Auswertung des Stuttering Prediction Instrument (Stuttering Prediction Instrument (SPI)SPI\t \"Siehe Stuttering Prediction InstrumentSPI; Riley 1981) ergibt für Nesrin einen Punktwert von 24, was einem mittleren Schweregrad entspricht, es liegen mehrere Risikofaktoren vor. Verdeckte Merkmale und psychosoziale Aspekte des Stottern:verdeckte MerkmaleStottern:psychosoziale AspekteStotterns werden ohne Instrumentarien schrittweise in der Therapie sichtbar. Nesrin malt sich und ihr Stottern: Ihre Mundwinkel sind nach unten gezogen, die Augen weit aufgerissen und die Arme nach oben ausgestreckt. Sie kann einzelne Symptome gut benennen und ihre Gefühle dazu beschreiben. Sie ist häufig frustriert bei langen Symptomen. Wenn sie im Kindergarten von einem Kind nachgeahmt wird, weint sie.
Die Eltern sind besorgt und fühlen sich hilflos. Der Vater fragt in einem ersten Beratungsgespräch, ob das Stottern durch eine Hirnoperation zu beseitigen wäre; es besteht der Wunsch nach schnellstmöglicher Heilung.

Therapie

Insgesamt umfasst die Therapie von Nesrin 80 Therapiestunden über einen Zeitraum von 26 Monaten mit mehrmonatigen Pausen. Im ersten Abschnitt wurden 30 Therapieeinheiten mit anschließend dreimonatiger Pause, im zweiten Abschnitt 40 Therapieeinheiten mit viermonatiger Pause und abschließend 10 Therapieeinheiten durchgeführt. Behandelt wurde Nesrin nach dem Therapiekonzept KIDS (Kinder dürfen stottern)KIDS („Kinder dürfen stottern“, Sandrieser & Schneider 2008) in Kombination mit Problemlösestrategien und Elementen der Spieltherapie. Die ältere Schwester nahm sporadisch und die Mutter an 30 % der Therapiesitzungen teil. Nach jeder Therapiesitzung fand ein 5- bis 10-minütiges Gespräch mit der Mutter im Beisein von Nesrin statt. Der Vater brachte Nesrin 4× zur Therapie.
Im ersten Therapieabschnitt wird Nesrin zunächst ein lockeres Modell des Stotterns durch die Therapeutin angeboten, das sie zu Beginn sehr gut annimmt, positiv kommentiert und nach einigen Therapiestunden auch selbst umsetzt. Nesrin kann problemlos lockere PseudosymptomePseudosymptome produzieren, und ihre Symptomatik verringert sich in der Therapie auch in der Spontansprache. Die Mutter wird dazu angeleitet, zu Hause beim Vorlesen lockere Wiederholungen zu produzieren, ohne jedoch zu überprüfen, wie gut ihr das gelingt. Später stellt sich heraus, dass sie die lockeren Wiederholungen zu Hause in Deutsch einsetzte und damit große Schwierigkeiten hatte. Im Haushalt sind nur deutsche Kinderbücher vorhanden. Im ersten Behandlungsblock wird eine Themenstunde zum Stottern in der Vorschulklasse durchgeführt und von Nesrin, ihrer Lehrerin und den anderen Kindern sehr gut angenommen. Um die 20. Therapiestunde hat Nesrin zunehmend Schwierigkeiten, absichtlich lockere Wiederholungen oder in der Therapie lockere Symptome in der Spontansprache zu produzieren. Da die Mutter nicht sagen kann, ob die Symptomatik im Türkischen zu der Zeit vergleichbar ist, wird zum ersten Mal eine türkische Spontansprachprobe aufgenommen, ausgewertet und mit einer deutschen Sprechprobe verglichen. In der türkischen Sprechprobe treten bei 200 Silben 10 % gestotterte Silben auf, in der deutschen Sprechprobe 9 %. Die Frequenz ist demnach vergleichbar. Auch die Art der Symptomatik und ihre Verstärkung bei Wörtern mit initialem /a/ sind im Türkischen ebenfalls zu beobachten.
Mit Nesrin wird die Symptomlösetechnik:StottertherapieStottertherapie:SymptomlösetechnikSymptomlösetechnik Prolongation (bei ihr Schneckenwort genannt) angebahnt. Sie kann Stottertherapie:Prolongationendie ProlongationenProlongationen sehr schnell auf der Wort- und Satzebene und in gelenkter Spontansprache umsetzen. Mit einer Erinnerungshilfe gelingt es ihr auch schon in der Spontansprache in der Therapie. Zu Hause hat noch kein Transfers:StottertherapieTransfer stattgefunden. Die Mutter ist sehr besorgt und betont, dass sie Nesrin permanent darauf hinweise, locker zu sprechen und „die Schnecke zu machen“, wie in der Therapie. Sie habe das Gefühl, dass Nesrin sich zu Hause nicht genug Mühe gebe. Nesrin fühlt sich dadurch unter Druck gesetzt. Wegen der bevorstehenden Einschulung und der langen Therapiephase wird eine Sommerpause von drei Monaten vereinbart.
Im zweiten Therapieabschnitt ist Nesrin schon in die 1. Klasse eingeschult worden. Der Schwerpunkt liegt nun auf der Symptomlösetechnik. Die Schwester berichtet, dass Nesrin teilweise schon Prolongationen in der Spontansprache bei ihr anwendet, im Türkischen jedoch noch nicht. Nesrin spricht zunehmend leiser und weniger. Bei In-vivo-In-vivo-Übungen:StottertherapieÜbungen in der Praxis oder beim Einkaufen ist sie sehr schüchtern und wirkt deutlich jünger. Die Mutter berichtet, dass sie bei Nesrin schon länger starke Ängste beobachtet habe und dass Nesrin schon weine, wenn sie nur den Raum verlasse. Nesrin habe große Ängste, von ihrer Mutter verlassen zu werden. Sie stehe schon auf einer Warteliste für eine Kinderpsychologin. Die Symptomatik schwankt in der zweiten Therapiephase stark. Allgemein ist die Symptomfrequenz im Deutschen deutlich geringer als zu Therapiebeginn und schwankt zwischen 6 und 15 % gestotterter Silben. Nach dem Eindruck der Mutter hat sich das Stottern im Türkischen verstärkt. Insbesondere in Gesprächen mit ihr sei es deutlich stärker als mit anderen. Es wird keine weitere Sprechprobe in Türkisch aufgenommen. Wegen der psychologischen Therapie, der zunehmend besseren Umsetzung der Prolongationen:StottertherapieProlongationen in der Therapie und einer flüssigen Phase wird eine weitere Pause vereinbart.
Nach vier Monaten Pause, in denen, wie die Mutter telefonisch berichtet, die Symptomatik stabil niedrig geblieben sei, finden wieder 14-tägig Therapiesitzungen statt, um die Nachsorge einzuleiten. Die psychologische Therapie ist seit einer Erkrankung der Psychologin nicht fortgesetzt worden. Nesrin zeigt an Tagen, an denen sie Streit in der Schule oder mit ihrer Mutter hat, stärkere Symptome. Prolongationen kann sie im Deutschen in der Therapie inzwischen sehr gut einsetzen, und sie spricht zunehmend selbstbewusst und flüssiger, auch im Alltag. Im Türkischen kann sie weiterhin keine Symptomlösetechnik anwenden. Die Mutter verspricht Nesrin nach jeder Therapiesitzung, das Stottern sei bald ganz weg, und sucht die Bestätigung der Therapeutin, die jedoch darauf hinweist, dass das nicht versprochen werden kann. Die ältere Schwester versucht ihr einmal zu erklären: „Nein, du weißt doch, ein bisschen ist immer da, das ist nicht schlimm!“ Zu Hause baut die Mutter zunehmend Druck auf und ermahnt Nesrin ständig, die Symptomlösetechnik einzusetzen.
Die Therapie wird nach 10 Stunden abgebrochen. Der Vater berichtet in einem Telefonat, nach einem starken Rückfall habe seine Frau Nesrin bei einer Therapie angemeldet, die Heilung verspreche. Er habe zwar ein schlechtes Gefühl, da die neue Therapie sehr teuer und eigentlich nicht auf Kinder ausgerichtet sei, aber für die Familie stehe fest, dass jetzt Schluss sein müsse mit dem Stottern.

Kritische Reflexion

Was hätte rückblickend durch eine adäquate Therapieplanung anders laufen können?
Zunächst wird deutlich, dass die kulturelle Sichtweise der Eltern auf das Stottern in der Anamnese und der Therapie nicht genug Beachtung gefunden hat. Wie hat die Mutter z. B. das Stottern ihrer Geschwister erlebt, wie wurden sie in der Türkei behandelt? In der Türkei hat die Mutter erfolgreich ein Studium absolviert, doch in Deutschland bekommt sie bislang nur Gelegenheitsjobs als Reinigungskraft. Welche Hoffnungen für ihre Kinder haben die Eltern mit dem Umzug nach Deutschland verbunden, und inwiefern sehen sie diese Hoffnung durch das Stottern von Nesrin bedroht? Wie sicher fühlt sich die Mutter in der türkischen Sprache, und was bedeutet es für sie, dass Nesrin Türkisch und Deutsch, jedoch kaum Kurdisch und kein Zazaki spricht? Hier wären ausführliche Elterngespräche erforderlich gewesen, in denen der Vater durch Übersetzen zu einer besseren Verständlichkeit hätte beitragen können.
In der Diagnostik wären sicherlich als Vergleichsmaß zu allen Zeitpunkten türkischsprachige Sprechproben erforderlich gewesen. Zwar gab die Mutter regelmäßig eine Einschätzung ab, wie stark das Stottern im Türkischen sei, ein objektives Maß fehlte jedoch. Eine genaue Anleitung, wer mit Nesrin zu Hause in welcher Sprache zuerst lockeres PseudostotternPseudostottern und später die Symptomlösetechnik:StottertherapieSymptomlösetechniken übt, hätte wahrscheinlich ein besseres methodisches Verständnis und Vorgehen gefördert.
Der Heilungswunsch der Eltern, ihre Zukunftswünsche und Bildungsambitionen wurden in der Therapie nicht ausreichend thematisiert und wertgeschätzt, was am Ende zu Frustration und letztendlich wahrscheinlich zum Abbruch der Therapie geführt hat.

Eine kritische Betrachtung der eigenen Handlungsschritte und die genaue Dokumentation des Therapieablaufs unterstützen die Therapeutin darin, Handlungsschritte individuell anzupassen und die mehrsprachige Therapie zukünftig zielgerichteter zu planen. Zum Teil können erfahrene Therapeutinnen sich dabei auf ihre bisherige Therapieerfahrung verlassen, zum größten Teil bedarf es jedoch evidenzbasierter Therapie- und Beratungsbausteine, die Therapeutinnen in ihrem Handeln leiten und unterstützen können.

Weitere Fallbeispiele

Julien

Das folgende Fallbeispiel zeigt, wie eine Therapie unter Berücksichtigung der Wünsche und Sorgen der Eltern und der individuellen Anpassung der Therapie auf die Bedürfnisse des Kindes gut verlaufen kann.
Julien ist 4;1 Jahre alt. Seine Mutter stammt aus Frankreich und lebt seit 6 Jahren in Deutschland. Sie spricht mit Julien seit seiner Geburt Französisch. Juliens Vater ist Deutscher und spricht Deutsch mit ihm. Untereinander sprechen die Eltern zunächst mehr Französisch, dann zunehmend mehr Deutsch. Bis zum 3. Lebensjahr spricht Julien gut Französisch und Deutsch. Seitdem er den Kindergarten besucht, verweigert er die französische Sprache und antwortet konsequent auf Deutsch. Julien hat mit 3;9 Jahren zu stottern begonnen; es treten Lautwiederholungen mit durchschnittlich 5 Iterationen und etwas seltener Blockierungen mit deutlicher mimischer Begleitsymptomatik auf. Erste Anzeichen eines sprachlichen Vermeidungsverhalten:sprachlichesVermeidungsverhaltens sind im Stuhlkreis im Kindergarten und beim ersten Kontakt mit Fremden zu beobachten. In Spielsituationen kommt es zu Satzabbrüchen, wenn ein Symptom auftritt.
Drei Monate nach dem ersten Auftreten der Symptomatik beginnt eine Therapie, die von den Eltern jedoch nach 4 Sitzungen abgebrochen wird, da sie mit dem Vorgehen der Therapeutin unzufrieden sind. Sie stellen Julien daraufhin zur Diagnostik vor, als er 4;4 Jahre alt ist. Ob und wie schwer er auch im Französischen stottert, kann zu diesem Zeitpunkt nicht beurteilt werden, da sich Julien weiterhin weigert, Französisch zu sprechen. Zum Zeitpunkt der Diagnostik liegt die Frequenz der gestotterten Silben im Deutschen bei 11 % (Schweregrad nach SSI-3: mittelschweres Stottern:Schweregrad (SSI-3)Stottern, Punktwert: 20, Perzentile: 41–60). Die Eltern entscheiden sich für die Durchführung des Lidcombe-Lidcombe-Programm:StottertherapieProgramms. Die Mutter begleitet die Behandlung als Co-Therapeutin und führt sie zu Hause auf Französisch durch, sie lobt Julien auch auf Französisch, während er weiterhin auf Deutsch antwortet. Die Mutter wird im Laufe der Therapie zunehmend unsicherer, und Julien verweigert regelmäßig die Übungen zu Hause. Zunächst sinkt die Frequenz der gestotterten Silben auf durchschnittlich 5 %. Nach 7 Therapiestunden treten bei Julien zu Hause sehr starke Blockierungen auf, die zwei Tage andauern, Julien weint und möchte nicht mehr sprechen. Die Eltern reagieren sehr besorgt. In einem Gespräch äußert die Mutter ihre Verunsicherung und den Wunsch, nochmals ein anderes Konzept auszuprobieren, das in der Erstberatung vorgestellt wurde. Durch ihren neuen Job fühlt sie sich überlastet und findet keine Möglichkeit, zu Hause mit Julien zu üben. Im weiteren Verlauf des Gesprächs berichtet sie, dass das Loben stotterfreier Äußerungen in ihr einen großen Konflikt auslöse. Aufgrund der Tatsache, dass Julien sich weigere, mit ihr Französisch zu sprechen, sehe sie die Beziehung zwischen ihnen beiden in Gefahr. Sie möchte Julien zeigen, dass sie ihn so akzeptiert, wie er ist und wie er spricht.
Nach ausführlicher Beratung und einer dreiwöchigen Pause, in der die Eltern an einem Workshop für Eltern stotternder Kinder teilnehmen, wird in Anlehnung an KIDS (Kinder dürfen stottern)KIDS (Sandrieser & Schneider 2008) mit einem hohen Anteil Elternberatung therapiert. Die Mutter lernt das Modell des lockeren Pseudostotterns auf Französisch und wendet es zu Hause an. In der Therapie spricht sie ebenfalls weiterhin Französisch mit Julien. Nach 15 Therapiestunden bleibt die Symptomatik stabil zwischen 3 und 5 %. An einigen Tagen treten keine Symptome mehr auf. Julien zeigt lockere Wiederholungen (1–3 Iterationen) ohne Begleitsymptomatik, er kann das Modell des lockeren Stotterns gut von Therapeutin und Mutter übernehmen und auch eigene lockere Pseudosymptome produzieren.
Nach einer zweimonatigen Sommerpause und einem sechswöchigen Aufenthalt bei den Großeltern in Frankreich berichtet die Mutter in einem Telefonat, Julien habe mit seinen Großeltern sehr gutes Französisch gesprochen und das Stottern im Französischen sei auch in Form von lockeren Wiederholungen und seltener als im Deutschen aufgetreten. Mit ihr spreche er weiterhin Deutsch. Die Therapie wird zunächst 14-tägig fortgeführt und läuft danach mit einer Nachsorgephase aus.

Denis

Nicht immer ist bei der Anmeldung eines stotternden Kindes deutlich erkennbar, ob es sich um ein einsprachiges oder ein mehrsprachiges Kind handelt und wie die Therapie ausgerichtet werden soll.
Denis ist 10 Jahre alt und in Deutschland geboren. Seine Schwestern sind 7 und 2 Jahre alt. Denis' Großeltern stammen aus Serbien, seine Eltern wurden beide in Deutschland geboren. Das Deutsch der Eltern weist einen hohen Anteil an grammatikalischen Fehlern auf und ist von einem starken Akzent geprägt. Serbisch sprechen sie nach eigenen Angaben sehr schlecht und eher selten. So kommt es, dass Denis sehr wenig Serbisch versteht und es auch kaum spricht. Sein Deutsch ist ebenfalls grammatikalisch auffällig. Bei Denis treten seit seinem 4. Lebensjahr Stottersymptome auf. In der Familie der Mutter stottern mehrere Cousins und zwei Nichten.
In diesem Fall ist es schwer zu entscheiden, ob Denis nun ein mehrsprachiges oder ein einsprachiges stotterndes Kind ist. Serbisch wird schon in der Generation der Eltern zunehmend weniger gesprochen, der Kontakt zu den Großeltern ist selten und Serbisch nicht mehr im Alltag verankert. Denis gibt als Therapiewunsch an, das Stottern in der deutschen Sprache zu reduzieren, da er sich kaum an Situationen erinnern kann, in denen er Serbisch spricht. Im Verlaufe der Diagnostik und Therapie zeigt sich jedoch, dass die serbische Kultur durchaus noch eine große Rolle in der Familie spielt. Therapie und Diagnostik können folglich nicht wie bei einem monolingualen Kind ablaufen. Die Mutter berichtet über die Sichtweise ihrer Eltern und der Verwandten aus Serbien und welche Behandlungsmethoden dort bei Stottern empfohlen werden. In der Therapie zeigt sich deutlich die Angst der Eltern, dass Stottern:und BildungschancenStottern mit verminderter Intelligenz gleichgesetzt werden könnte und dass Denis keine höheren Bildungschancen:und StotternBildungschancen offen stehen. Diese Ängste hat auch Denis. Insbesondere die Beratung zu schulischen Themen und der Kontakt zu Lehrern spielen daher eine große Rolle in der Therapie.

Zusammenfassung und Fazit

Die Erfahrung aus der Praxis zeigt, dass in der bilingualen Stottertherapie:bilingualeStottertherapie ein gut geplantes und gleichzeitig kreatives Vorgehen gefragt ist, um Missverständnissen vorzubeugen. Die bisherigen Studienergebnisse lassen zwar vermuten, dass durch eine einsprachige Therapie auch Sprechflüssigkeit:StottertherapieSprechflüssigkeit in der nichttherapierten Sprache erreicht werden kann. Die Fallbeispiele verdeutlichen jedoch, dass eine Therapie zwar mit der Berücksichtigung nur einer Sprache, nicht jedoch mit der Berücksichtigung nur einer Kultur auskommt.
Im Hinblick auf die empirische Forschung stehen insbesondere Studien zum Lidcombe-Lidcombe-ProgrammProgramm und zu Fluency-Shaping-Fluency-Shaping-VerfahrenVerfahren zur Verfügung. Beide Ansätze lassen sich aufgrund ihrer Zielstellungen anhand der erreichten Sprechflüssigkeit (Prozentsatz gestotterter Prozentsatz gestotterter SilbenSilben) evaluieren. Schwieriger gestaltet es sich bei Ansätzen nach dem Non-Non-avoidance-Ansätzeavoidance-Prinzip, die in der Regel mit einer StottermodifikationsansätzeStottermodifikation arbeiten. Hier geht es um eine veränderte Einstellung gegenüber dem Stottern, um die Loslösung negativer Emotionen von einem Stotterereignis und um ein Abhärten gegenüber Zuhörerreaktionen. An dieser Stelle zeigt sich schon, dass sich der Erfolg von veränderten Einstellungen und Emotionen bereits in der monolingualen Therapie sehr schwierig evaluieren lässt. Die Stotterfrequenz reicht aber als Vergleichsmaß nicht aus. In Zukunft werden Studien, die nicht auf dem Vergleich der erlangten Stottertherapie:SprechflüssigkeitSprechflüssigkeit basieren, an Bedeutung für die Evaluation von Stottertherapien gewinnen. Insbesondere sollten die kulturelle Vielfalt sowie situations- und sprachengebundene Emotionen berücksichtigt werden.

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